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Mallorca
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Finca-Urlaub im Trend 

von Susanne Lipps

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Quelle: ©iStockphoto.com/Matthew Dixon

Ferien auf dem Bauernhof? Muss man dafür nach Mallorca reisen? Warum nicht, denn hier ist eigentlich alles ganz anders. Herrschaftliche Landsitze, umgeben von prächtigen Gärten und weitläufigen Mandel- und Ölbaumplantagen, punkten heute als feine Hotels mit eleganten Restaurants, Wellness-Oasen und vielerlei weiteren Raffinessen. Ihre geschmackvolle Einrichtung orientiert sich am traditionellen Inselstil, integriert aber auch manches coole Designelement.

Urlaub auf dem Gutshof

©iStockphoto.com/Andreas Prott Weniger Betuchte bevorzugen vielleicht die rustikalere Variante. Kleinere Gutshöfe, die dem Verfall entgegensahen, weil die Landwirtschaft nicht mehr recht lohnte, ermöglichen seit ihrer Renovierung ein charmantes Wohnen für nur wenige Gäste. Hier gehören liebevoll, oft als Suiten konzipierte Zimmer, kühle Innenhöfe und gemütliche Aufenthaltsräume für einen Plausch mit den Mitbewohnern sowie eine Gartenterrasse mit Poolbereich und Sonnendeck zu den Selbstverständlichkeiten. In der Küche zaubert die Gastgeberin deftige Spezialitäten mit dem gewissen mediterranen Pfiff, angereichert mit Produkten vom eigenen Hof. Zur Probe trockener Inselweine reicht der Hausherr seine mit Kräutern eingelegten, ein wenig bitteren Mallorca-Oliven und die knackig gebrannten Mandeln.

Höhepunkt eines Aufenthalts in einem Country-Hotel ist oft die Matança, das Schlachtfest. Junge Landwirte entdeckten diesen schon fast aus der Mode gekommenen Event und interpretieren ihn neu. Der Vorgang an sich ist sicher nichts für empfindliche Gemüter. Aber die dann folgende Verarbeitung des Schweins zu köstlicher sobrassada (Paprika-Streichwurst), llangonissa (Grillwürstchen) und botifarró (Blutwurst) steht auf einem anderen Blatt. Selbstverständlich wird sofort gekostet und dazu reichlich getrunken, musiziert und getanzt.

Natur pur

Zu einem Gutshof gehören Pferde. Oft dürfen Feriengäste auf ihrem Rücken den riesigen hauseigenen Grundbesitz nach Belieben im Schritt, Trab oder Galopp durchmessen – ein Privileg, das Außenstehenden verwehrt bleibt, denn Privateigentum ist den Mallorquinern heilig und wird sorgfältig durch Mauern oder Zäune abgeschottet. Radfahrer finden ihr Glück je nach Kondition in der flachwelligen Inselebene oder auf den Bergstrecken der Serra Tramuntana, immer aber auf wenig befahrenen Nebenstraßen, die durch idyllische Landschaften führen. Ein großzügiges Routennetz ist beschildert und markiert. Viele Hotels vermieten Fahrräder, wer höhere Ansprüche hat bringt das eigene Mountainbike oder Rennrad einfach im Flugzeug mit.

Trauminsel

©iStockphoto.com/Anthony Boulton Wem das alles zu umtriebig erscheint, der kann auf Mallorca den Traum von der eigenen Finca verwirklichen – zumindest auf Zeit. Besonders hübsche und durchaus erschwingliche Häuser verteilen sich auf die liebliche, agrarisch geprägte Umgebung von Pollença. Aber auch andernorts wird man fündig. Die Vermieter setzen auf Komfort: Pool, Heizung, Spülmaschine und Satelliten-TV gehören schon fast zum Standard, manchmal sogar der private Tennisplatz. Im Garten reifen noch die Orangen vom Vorjahr heran, während die neuen Blüten schon ihren Duft verströmen. Kakis, Mispeln und andere Exoten schreien geradezu danach, geerntet zu werden. Ergänzt wird die Kost mit frischer Ware vom Wochenmarkt, fast täglich findet irgendwo in der Umgebung einer statt. Wenn niemand Lust hat zu kochen, testet man natürlich auch gerne die mallorquinische Gastronomie, der ambitionierte Köche zu einem hervorragenden Ruf verholfen haben. Der Weg zu einem guten Restaurant ist nie wirklich weit.

Wanderparadies

Sofern man nicht einfach das Ambiente der Finca genießt und den Tag träumend verbringt, steht Wandern unter den Freizeitaktivitäten ganz vorn. Die Berge Mallorcas bieten Wanderwege aller Schwierigkeitsgrade und jede Menge Abwechslung. Beste Zeiten sind Frühjahr und Herbst, wenn sich die kargen Kalkfelsen mit einem Blütenteppich schmücken und eine laue Luft schmeichelt.

Wer würde angesichts dieses Angebots die großen Strandhotels, die Glitzerwelt nobler Jachthäfen oder den Trubel am Ballermann vermissen? Nach Hause fliegen Finca-Urlauber mit dem guten Gefühl, eine zuvor vielleicht gar nicht vermutete Seite der Ferieninsel Mallorca entdeckt zu haben. Und meist mit dem festen Vorsatz, bald wiederzukommen.

Tipp:

Wenn der Sinn doch nach einem Badetag am Meer steht: Mallorca besitzt 180 Strände mit einer Gesamtlänge von 50 km. Sogar in den riesigen Sandbuchten im Norden und Süden gibt es noch naturbelassene Abschnitte, am schönsten die von Dünen und Salzwiesen gesäumte Platja des Trenc bei Colònia de Sant Jordi. Das Gegenstück dazu sind die winzigen Strände in den cales der Ostküste, schlauchförmigen Felsbuchten mit türkisgrünem Wasser. Besonders reizvoll, von Kiefernwäldern eingerahmt, wo im Frühjahr Orchideen blühen, präsentiert sich die Cala Mondragó bei Portopetro. Stille kleine Hafenorte mit steinigen bis felsigen Stränden, an denen die Fischer ihre bunten Boote an Land ziehen, prägen die Buchten der Tramuntana-Küste. Einfache Strandlokale servieren dort den frischesten Fisch.

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