Dänemark

Von der südlichen Gedser Odde bis Grenen im Norden, von Blåvands Huk ganz im Westen bis Christiansø, weit im Osten, präsentiert sich das Königreich Dänemark mit einer über raschenden Vielfalt der Landschaften und Städte, die einem oberflächlichen Blick oft verborgen bleibt.

Anreise

… mit Auto und Fähre

Der größte Teil Dänemarks ist über Autobahnen und Fernstraßen direkt zu erreichen, zu einigen Urlaubsinseln wie Bornholm, Samsø, Fanø, Læsø oder Ærø gelangt man jedoch nur mit einer Fähre. Trotz der mautpflichtigen Brücke über den Großen Belt sind zur Anreise nach Kopenhagen sowie auf die Inseln Seeland, Lolland, Falster und Møn Fähren der Reederei Scandlines auf den Vogelfluglinien populär wie eh und je: Sie sparen bei Anreise aus Ostdeutschland via Rostock–Gedser bis zu 450 und zwischen Hamburg und Kopenhagen via Puttgarden–Rødby gut 170 Straßenkilometer.

Der günstigste Tarif erfordert die Buchung für eine feste Abfahrt mindestens 14 Tage vor Reiseantritt. Will man kurzfristig buchen, flexibel reisen oder gar bevorzugt abgefertigt werden, steigt der Preis und er variiert nach Saison. An Spitzentagen sind Billigtarife zudem gar nicht oder nur beschränkt erhältlich. Ermäßigungen für Hin- und Rückfahrt gibt es nur am selben Tag oder binnen fünf Tagen. Dutyfree-Einkauf ist kein Lockmittel mehr: Pro Erwachsenem darf man an Bord noch eine Schachtel Zigaretten zollfrei kaufen!

Puttgarden – Rødby: Fahrtdauer 45 Min., Abfahrten ca. alle 30 Min., 40–100 €/Fahrzeug bis 6 m und maximal 9 Pers. (a), 41–47 €/Motorrad inkl. Pers. (b), 5–11 €/Pers. mit oder ohne Fahrrad (c);

Rostock – Gedser: Fahrtdauer 1 Std. 45 Min., bis 9 x tgl., 54–154 € (a), 50–57 € (b), 7–14 € (c). 

… mit der Bahn

Auf der Schiene ist Dänemark ab bzw. über Hamburg direkt oder mit Umsteigen zu erreichen, durch Ostjütland nach Aarhus oder mit Zugverladung auf der Fähre Puttgarden–Rød - by (s. o.) nach Kopenhagen. Die seit Ende 2008 eingesetzten Diesel-ICE benötigen dafür noch jeweils rund 4 Std. 45 Min. ab Hamburg. Details über Fahrpläne und Sparpreise erhalten Sie in Reisebüros, Servicezentren der nationalen Bahngesellschaften oder auf www.bahn.de. Günstige Online-Tickets für Direktzüge Hamburg–Aarhus bzw. –Kopenhagen gibt es ab 29 €.

Ein Nachtzug mit Sitz-, Liege- und Schlafwagen in Zugteilen aus Amsterdam via Rhein- Ruhr-Gebiet, aus Basel via Mannheim, Frankfurt/ Main, Fulda sowie aus Prag via Dresden, Berlin fährt täglich außer am 24. und 31. Dezember über Hamburg, Flensburg, Odense und den großen Belt nach Kopenhagen; Ankunft dort gegen 10 Uhr, Rückfahrt ab Kopenhagen ca. 18 Uhr. Sparpreise ab 43 € im Sitz-, ab 59 € im Liege-, ab 84 € im einfachsten und ab 174 € im besten Schlafwagenabteil. Beratung und Buchung unter Tel. 01805- 99 66 33 (0,14 €/Min.) oder unter www.nachtzugreise.de.

Die Bahnstrecke von Niebüll (IC-Bahnhof an der Strecke Hamburg–Westerland) via Tønder und Ribe nach Esbjerg wird bis zu 10 x tgl. befahren. Da hier Fahrräder transportiert werden, ist die Strecke für die Bahnanreise von Radurlaubern zur dänischen Westküste populär. Fahrplandetails unter www.nah.sh.

… mit dem Bus

Abildskou: verkehrt tgl. Aarhus–Ostjütland– Hamburg–Berlin (Tel. in DK 70 21 08 88, www.abildskou.dk).
Eurolines: Die meisten internationalen Buslinien via Hamburg ZOB ab/bis Kopenhagen und Jütland (Tel. in DK 70 10 00 30, in D 069- 79 03 501, www.eurolines.de).
Graahundbus/Berolina Linie E 55: tgl. ab Berlin ZOB via Rostock nach Kopenhagen (Tel. in DK 44 68 44 00, in D 030-88 56 80 30, www.berolina-berlin.com).
Bustickets Deutschland–Dänemark pro Strecke ca. 40–70 €/Erw., Rabatte für Kinder, Studenten und über 65-Jährige.

… mit dem Flugzeug

Der Flugverkehr zwischen den deutschsprachigen Ländern und Dänemark läuft weitgehend über den Flughafen Kopenhagen Kastrup (CPH). Dort sind fürs Umsteigen zwischen internationalen und nationalen Flügen mindestens 45 Min. notwendig, außer dem fahren ab Flughafenbahnhof Fernzüge in alle Landesteile. Wenige Linien fliegen direkt nach Billund in Mitteljütland. Sind an Wochenenden und in den Ferien keine Businesskunden zu erwarten, locken viele Airlines mit Sondertarifen. Außerdem fliegen ganzjährig Billigflieger Dänemark an, Flugpläne und Routen wechseln jedoch häufig. Tickets für einen Hin- und Rückflug ab deutsch sprachigen Ländern gibt es ab ca. 60 € inkl. Steuern, Preise ab ca. 150 € mit Einschränkungen beim Buchen und Umbuchen sind realistischer. Flexible Tickets kosten ca. 180–1000 € pro Strecke.

… mit dem Rad

Eine Fahrradmitnahme im Zug nach Dänemark ist zurzeit in Nah- und Regionalzügen via Flensburg/Padborg oder Niebüll-Tønder sowie in beschränktem Umfang in Nachtzügen nach Kopenhagen möglich (Kostenpunkt: internationale Fahrradkarte 10 €). ICE-Züge nehmen keine Räder mit! Die Fahrradmitnahme auf Flügen ist vom Fluggerät abhängig. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei der Airline, ob und zu welchem Preis ein Rad befördert wird. Fast immer muss das Rad verpackt werden, auch hier hat jede Airline eigene Regeln.

Fähr-ABC

Alle Fährlinien zwischen Deutschland und Dänemark sowie viele innerhalb Dänemarks kann man online oder telefonisch buchen, der Gang ins Reisebüro ist also überflüssig. Bei Online-Buchungen druckt man sich meist ein Ticket aus, das am Hafen manuell oder an voll automatischen Schranken bearbeitet wird. In anderen Fällen muss man sich nur eine Buchungsnummer merken oder man gibt seine Autonummer an – dann wird am Anleger oder auf dem Schiff bezahlt. Für viele Kurzfähren mit häufigen Abfahrten sind keine Reservierungen möglich. Hat man gebucht, muss man 5–20 Minuten vor Abfahrt am Anleger sein, in seltenen Ausnahmefällen auch 30 Min. vorher.

Kalkulieren Sie aber stets ein, dass es an Hauptreise tagen auch vor den Anlegern zu Staus kommen kann. Während der Überfahrt darf man – schon zur eigenen Sicherheit – nicht im Fahrzeug bleiben, ausgenommen auf offenen Kleinfähren. Die Preise richten sich nach der Länge des Fahrzeugs/Gespanns (Grenze meist bei 6 m), manchmal nach dem Reisetag (wenn, dann Fr–So teurer als Mo–Do). Gibt es Höhengrenzen (ca. 2–2,30 m), schließen sie Dachgepäckträger inklusive Fahrrädern sowie Antennen ein. Dafür spielt die Zahl der Passagiere immer seltener eine Rolle, häufig gelten Pauschalpreise für einen Pkw inkl. sämtlicher Insassen.

Unterkunft

Hotels

Der dänische Hotel- und Gaststättenverband Horesta klassifiziert die Hotels im Lande nach der Ausstattung, nicht nach subjektiven Qualitäten oder Atmosphäre, mit 1–5 Sternen. Ab drei Sternen haben alle Zimmer Bad und WC sowie Telefon, TV/Radio und Schreibtisch.

Doppelzimmer mit Frühstück kosten in einfachen Hotels ab ca. 550 DKK/75 €, in der Mittelklasse ab 1000 DKK/134 € und in luxuriösen Häusern ab 1750 DKK/235 €. In Kopenhagen liegen die Preise generell etwas höher. Immer mehr Hotels bestimmen ihre Preise bei Online-Buchungen flexibel nach Nachfrage. An Wochenenden und zu dänischen Ferienzeiten, wenn Geschäftsreisende fehlen, sind Zimmer oft günstiger als in der Woche und Familien werden dann heiß umworben – ein Sonderstellung nimmt Kopenhagen mit seinem ausgeprägten Städtetourismus ein.

Zahlreiche Schlösser und Herrensitze werden als Schlosshotels genutzt und bieten viel Atmosphäre und gehobenen Service. Man kann ›nur‹ ein Zimmer mit Frühstück buchen (ab ca. 900 DKK/120 €), aber auch allerlei Romantik-, Golf- oder Gourmet-Pakete, vor allem über die Wochenenden. Sechs Schlösser firmieren als Danske Slotshoteller (Tel. 98 34 18 88, www.slotshotel.dk), rund 20, die Unterkunft bieten, sind als Slotte &Herregaar - de (Tel. 86 60 38 44, www.slotte-herregaarde.dk) organisiert und im Online-Buchungssystem der Dansk Kroferie auf www.smalldanishhotels.dk buchbar.

Geradezu einen Boom erleben die lange vernachlässigten Badehotels. Einige haben schon über 100 Jahre auf dem Gebälk und sind in den letzten Jahren respektvoll renoviert, andere aus verfallenem Zustand komplett restauriert worden. Der Klassiker ist das Svinkløv Badehotel nahe Fjerritslev in Nordjütland, aber selbst bei einem Besuch in Kopenhagen kann man das spezielle Flair im Skovshoved Hotel am Øresund nördlich der Hauptstadt genießen.

Preisgünstig sind Missionshotels, Seemannsheime oder Discounthotels wie die ›Cabinn Hotels‹ (www.cabinn.com), wo Funktionalität höchste Priorität hat. Die Zimmer ähneln Schiffskabinen, können mit 2–4 Pers. belegt werden und kosten ab 625 DKK/85 €, Frühstück 70 DKK/9,50 € extra.

Ferienhäuser

Von amtlich gut 221.000 Ferienhäusern im Lande werden laut statistischem Amt nur knapp über 40.000 regelmäßig vermietet. Das relativiert Angaben, mit denen einige Ferien - haus an bie ter im Internet werben: Wenn dort mehrere über 20.000, einzelne angeblich über 50.000 Häuser im Online-Katalog haben wollen, dann nur deshalb, weil alle dieselben Häuser anbieten. Ferienhäuser werden in der Regel wochenweise mit Wechsel am Samstag vermietet. In der Nebensaison sind viele Vermieter flexibler und für Wohneinheiten in Ferienparks gibt es fast immer auch kürzere Mietzeiten.

In der absoluten Nebensaison ist ein einfaches Haus für 4 Pers. ohne direkten Strandzugang schon für gut 200 € pro Woche zu haben, während man für ein Luxushaus in der Spitzensaison schnell über 2500 € zahlt. Teuerste Perioden sind Juli bis Mitte August sowie über den Jahreswechsel. Je nach Vermieter kann es bis zu einem halben Dutzend Preis-Perioden geben: Manchmal spart eine Woche Verschiebung etliche hundert Euro. Die großen Vermittler verwischen die Grenzen ihrer Preisperioden auch noch gern mit Angeboten wie 3-Wochen-zum-2-Wochen-Preis oder 2-Wochen-zum-10-Tage-Preis.

Vor allem Heizkosten – meist wird mit Strom geheizt – machen außerhalb des Sommers die Nebenkosten leicht zur zweiten Miete. Bei herbst- oder winterlichen Außentemperaturen können dann in einem ›Poolhaus‹ schnell über 2000 DKK/Woche anfallen. Kamin öfen, die es in vielen Häusern gibt, helfen Stromkosten sparen, aber auch Brennholz und Briketts, die es in den Ferienhausregionen an jeder Ecke zu kaufen gibt, müssen bezahlt werden. Treibholz vom Strand darf wegen des Salzgehaltes nicht verheizt werden. Bettwäsche und Handtücher muss man mitbringen oder leihen (ca. 10–15 €/Garnitur). Eine Endreinigung durch den Vermieter kostet ab etwa 60 €, ist ein Whirlpool im Haus kaum unter 100 € und für große Pool-Häuser auch schon mal um 400 € und sollte früh bestellt werden. Bei Pool-Häusern ist eine professionelle Endreinigung häufig sogar Pflicht, muss dann aber im Mietpreis enthalten sein.

Die Abrechnung der Nebenkosten erfolgt in der Regel über das nächstliegende Servicebüro der Vermittlers. Informieren Sie sich rechtzeitig, welche Zahlungsmittel akzeptiert werden: neben Bargeld manchmal die deutsche Maestro Card (ex EC-Karte), nur ganz selten Kreditkarten. Fast alle Vermieter verlangen bei Ankunft eine Kaution, je nach Haustyp 100–400 €; erhöhte Kautionen gelten gelegentlich für Mieter unter 21 Jahren sowie über den Jahreswechsel. In der Regel werden bei der Abreise Kaution und Nebenkosten verrechnet.

Danhostel und Sleep-In

Die mehr als 90 Danhostel, die dänischen Pendants der Jugendherbergen, verstehen sich als Familienherbergen. Reglementierungen sind minimal. Alle Häuser sind mit 1–5 Sternen bewertet. Zunehmend findet man komfortable Häuser mit großzügigen Aufenthaltsräumen und Außenanlagen. Ab 4 Sternen haben die meisten, in 5-Sterne-Herbergen alle Zimmer eigenes Bad und WC. Beim opulenten Frühstück (50–75 DKK/7–10 €) erreichen praktisch alle Danhostel Hotelstandard, in einigen Häusern gibt’s auch Lunch und/oder Abendessen zu familienfreundlichen Preisen. Alle haben aber auch gut ausgestattete Küchen für Selbstversorger.

Jedes Danhostel bestimmt seine Preise selbst. So gibt es – jeweils ohne Frühstück – noch vereinzelt Betten im Mehrbettzimmer für 100 DKK (13,50 €), aber auch für 250 DKK (33,50 €), ein Preis, für den man andernorts Einzelzimmer bekommt. Betten im Mehrbettzimmer werden auch nicht mehr generell angeboten, teilweise nur in der Hauptreisezeit. Nimmt man stattdessen in einer städtischen 4- oder 5-Sterne-Herberge ein Einzelzimmer mit Bad/WC, kommt man schnell in die Preisklasse billiger Hotels (um 600 DKK/80 €), meist ist der Zimmerstandard aber im Danhostel besser. Ähnlich weit gespannt sind die Preise für Doppelzimmer von ca. 250 bis fast 750 DKK (33–100 €) oder für Familienzimmer von ca. 450 bis über 1100 DKK (60–150 €). Haben im Zimmer alle Personen über 18 Jahre einen YHA-Ausweis oder Familien einen Herbergs-Familienausweis, gibt es 10 % Rabatt. Bettwäsche muss man mitbringen oder gegen Gebühr (ca. 50–60 DKK/Pers. und Aufenthalt) leihen, wenige Häuser stellen sie kostenlos. Mitgebrachte Schlafsäcke sind jedoch streng verboten. Infos und Buchungsoption für alle Danhostel auf www.danhostel.dk.

In großen Städten gibt es unter Bezeichnungen wie Hostel, Sleep-Inn oder Backpacker unabhängige Unterkünfte, die sich vorrangig an Jugendliche und junge Erwachsene richten. Übernachtet wird oft in Mehrbettzimmern, nicht immer nach Geschlechtern getrennt. Ausgewählte Häuser werden im Reiseteil genannt.

Bed & Breakfast, Bauernhöfe

In Zimmern, die nach dem Bed-&-Break fast- Prinzip vermietet werden, wohnt man für rund 300–750 DKK (ca. 40–100 €). Die Häuser findet man durch Schilder ›Værleser – rooms – Zimmer‹ an der Straße oder durch Vermittlung von i-Büros. Landesweit fast 450 Häuser mit Option zur Online-Buchung bietet Dansk Bed &Breakfast (Tel. 39 61 04 05, www.bbdk.dk), während das Webportal www.net-bb.dk lediglich Adressen und Links auflistet.

Auch Bauernhofunterkünfte haben oft Zimmer mit Frühstück für Rundreisende. Darüber hinaus bieten sie Apartments mit Selbstversorgung für längere Aufenthalte: Landsforeningen for Landboturisme, Føllevej 5, 8410 Rønde, Tel. 86 37 39 00, www.bondegaardsferie.dk. Über ein Dutzend Öko-Bauernhöfe mit Unterkunftsmöglichkeit organisieren sich unter Økologisk Bøndegårdsferie: www.ecoholiday.dk.

Camping

Gut 460 Campingplätze – etwa ein Viertel ganzjährig geöffnet – sind vom dänischen Campingrat anerkannt und in Kategorien mit einem bis fünf Sternen eingeteilt. 5-Sterne haben aktuell sieben, 4 Sterne immerhin 21 Plätze – dort kann man jeden erdenklichen Campingkomfort bis hin zu Hallenbädern und Wellness-Abteilungen erwarten.

Die Übernachtungskosten setzen sich aus dem Preis pro Person (Erw. ca. 40–80 DKK, Kinder 20–60 DKK), einer Stellplatzmiete je nach Komfort und Saisonzeit von 0–250 DKK und evtl. einem Zuschlag für Stromanschluss zusammen. Luxus-Stellplät ze mit fast 300 m² Fläche, eigenem Bad-/WC-Häuschen und Internetzugang können sogar bis fast 800 DKK/ Tag (110 €) kosten. Auf vielen Plätzen werden Hütten vermietet, die für den Hochsommer oft früh ausgebucht sind. Basic-Hütten in Familiengröße kosten in der Nebensaison ab 300 DKK/ Tag, Luxushütten mit Küche, Toilette, Dusche und Meerblick bis über 1000 DKK/ Tag in der Hochsaison. Dann wird aber fast ausschließlich wochenweise vermietet zu Preisen von etwa 4000 bis über 9000 DKK (535–1205 €) in der besten Kategorie.

Wohnmobilreisende dürfen von 20–10 Uhr auf rund 200 DK-Camp-Plätzen einfachste, preiswerte ›Quick Stop‹-Stellplätze nutzen, die auch ›vor dem Schlagbaum‹ liegen können. Weitere 400 geprüfte Plätze für Wohnmobile von der Wiese bei einem Bauern bis zu Marina-Anlagen mit Servicegebäu - den an Häfen listet www.stellplatz-danmark. dk. Einige sind gratis, der Durchschnitt kostet ca. 50–100 DKK, an Häfen bis 150 DKK bzw. 7–13/20 €. Campen auf Rast- und Parkplätzen oder in der freien Natur ist illegal.

Grundsätzlich wird ein internationaler Camping-Ausweis verlangt. Eine ›Camping Key Europe‹-Karte (110 DKK/Jahr) kann man noch auf dem ersten Platz, den man ansteuert, kaufen. Alle dem offiziellen Campingrådet angeschlossenen Plätze auf www.daenischecampingplaetze.de (mit guter Suchmaske).

Ausgehen

Aalborg gilt mit seiner Jomfrue Ane Gade – zwei Dutzend Kneipen auf 200 m Straßenlänge – als Dänemarks längste Theke. Aarhus hat an den Ufern seiner aus den Rohren befreiten Århus Å deutlich Boden gut gemacht. Odense lässt rund ums Kulturzentrum Brandts Klædefabrik die Puppen tanzen. Und in Kopenhagen wabert Nostalgie durch Jazz- und Rockclubs, während in Cocktailbars und Tanzschuppen neuste Trends aus den Lautsprechern wummern. In den großen Städten ist Ausgehen kein Problem, allenfalls im Sommer fehlt etwas der Drive der Nächte, denn dann sind die meisten Einheimischen irgend - wo am Meer.

Zum Trinken locken Kneipen zu besuchsschwachen Zeiten gern mit einer Happy Hour, das können verbilligte Getränke sein, Gratisdrinks für weibliche Gäste oder kostenlose Verdopplung der Bestellung. Alkopops und Cocktails gehen vor allem bei jungen Dänen gut. Der neue Kult ums Bier, spricht eher die Generationen ab 30 an. In guten Kneipen sind ein Dutzend Zapfhähne an der Theke keine Seltenheit – da muss man einiges probieren, um den Überblick zu behalten. Livemusik gehört zu Dänemarks Sommer wie Sonne und Wind. Spillesteder nennt man die Clubs und Kneipen, in denen oft nur ein paar Tische an die Seite geschoben werden, um Platz für Musiker zu machen. Eintritt wird selten verlangt, eher werden Getränkepreise erhöht, solange die Band spielt.

Jazz, Blues, Folk und Rock aller Spielarten werden gepflegt oder Liedermacher begeistern mit einem Mix aus Musik- und Wort-Entertainment. Besonders in Hafenorten, in denen gern Freizeitsegler fest machen, haben solche Kneipenkonzerte Tradition. Aber sagen Sie hinterher nicht, Sie wären nicht gewarnt worden: Schwedische und deutsche Gäste werden von dänischen Musik-Comedians gern auf die Schippe genommen.

Sonst kann das, was außerhalb der Großstädte als Nachtleben geboten wird, nicht gerade als feinsinnige Unterhaltung bezeichnet werden. Schnell trinken und schrill feiern steht im Vordergrund. Einmal die Woche Striptease, an einem anderen Tag Oben-ohne- Bedienung und an einem dritten eine Wet-TShirt- Konkurrenz wäre kein ungewöhnliches Programm für eine Provinzdisse.

Einkaufen

Für den täglichen Bedarf

In jedem Ort kann man mindestens einen kleinen Supermarkt erwarten und meist eine Bäckerei, die neben Brot und Brötchen ein paar Molkereiprodukte verkauft – das reicht fürs erste Frühstück. Läden oder Kioske in Ferienparks und auf Campingplätzen bieten bei langen Öffnungszeiten alles für den täglichen Bedarf. Wie in jeder Urlaubsregion sind die Preise beim købmand mitten im Ferienhausgebiet nicht die günstigsten, aber im Hinterland findet sich garantiert ein großer Supermarkt oder ein Einkaufszentrum für den Großeinkauf zu normalen Preisen.

Öko-Produkte sind im normalen Handel verbreitet, der Preisunterschied zu konventionell produzierten Waren ist nicht groß. Viele Bauern, Gartenbesitzern und Imkern verkaufen Obst, Gemüse – vor allem Kartoffeln – sowie selbst gemachte Säfte, Marmeladen oder Honig direkt ›vom Hof‹ in einfachsten, meist unbewachten Ständen an der Straße. Bezahlt wird nach Treu und Glauben – dafür sollte man Kleingeld in der Tasche haben.

Souvenirs

Wer außerhalb der EU wohnt, kann von Einkäufen in Geschäften, die mit dem Zeichen ›Tax-Free-Shopping‹ auf sich aufmerksam machen, die Mehrwertsteuer von 25 % erstattet bekommen.

Edelsouvenirs der Königlich Kopenhagener Porzellanmanufaktur und der Silberschmiede Georg Jensen erhält man nicht nur in deren Flagship Stores in der Hauptstadt, sondern auch in Haushaltswaren - läden wie denen der Kette »Inspiration«. Überhaupt sind Haushaltsgeräte im schlichten Danish Design populäre Souvenirs, eben - so Produkte der vielen Kunsthandwerker. Möbel werden frei Haus oder gegen eine geringe Gebühr überall in Deutschland geliefert, Designklassiker sind dabei meist deutlich billiger als südlich der Grenze. Vor allem in Südjütland haben sich Möbelgeschäfte auf Direkt exporte spezialisiert.

Als leger, aber elegant gilt die dänische Mode. Mainstream sind Marken wie »Sand«, »Cottonfield«, »InWear«, »Matinique« und »Jackpot«, extravaganter »Noa Noa«, »Baum und Pferd garten«, »Munthe plus Simonsen« oder »Samsøe & Samsøe«.

Dänemark-Fans greifen gern nach Dingen, die für die dänische ›Hygge‹ stehen, vor allem Kerzen, aber auch Weihnachtsschmuck der z. B. in Det Gamle Apotek in Tønder rund ums Jahr verkauft wird. Halbkonserven mit Krabben, Heringen oder Lachs- und Forellenkaviar sind beliebte kulinarische Mitbringsel (Kühltasche nötig!). Geräucherten Fisch kann man sich in jeder Räucherei einschweißen lassen.

Öffnungszeiten

Kernöffnungszeiten sind Mo–Fr 10–17.30, Sa bis 14 Uhr. Dank liberaler Gesetze haben Läden in den Urlaubsorten abhängig von der Saison bis zu sieben Tage die Woche oft bis in den späten Abend hinein geöffnet. Bäckereien, Kioske, Minimärkte an Tankstellen sowie Campingplatz- und Ferienpark-Shops – in denen man auch einkaufen darf, wenn man nicht in der entsprechenden Anlage wohnt – bieten ebenfalls ein breites Sortiment bei verlängerten Geschäftszeiten.

Reisewetter

In Jütland dominiert wechselhaftes Meeresklima während der Osten des Landes hin und wieder unter stabiles Kontinentalklima gerät. Der Jahreswechsel ist eher nasskalt als verschneit. Wenn, dann zieht der Winter Ende Januar ein und reicht bis März. Frieren Ostsee und Limfjord – nie die Nordsee – in dieser Zeit zu, hält sich die Kälte lange. Im Mai klettern die Temperaturen, der Frühling kommt schnell und ist kurz. Pollenallergiker sollten die gegenüber Mitteleuropa späteren Vegetationsperioden beachten. Der eigentliche Sommer reicht von Mitte/Ende Juni bis in den August, dann sind am Tage über 20 °C üblich, über 30 °C möglich. Die Wassertemperatur überschreitet aber nur in guten Sommern die 20 °C, am ehesten an der Ostsee.

Der September bringt oft wunderschöne Spätsommertage. In den Herbstferien ist ein Dänemarkurlaub dann eine Lotterie: Gewinne sind strahlend blaue, aber kalte Tage, die Nieten Regen und erste Herbststürme.

Dänemark: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 2
  2. Feb 2
  3. März 5
  4. April 10
  5. Mai 16
  6. Juni 20
  7. Juli 22
  8. Aug 21
  9. Sept 17
  10. Okt 12
  11. Nov 7
  12. Dez 4

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan -2
  2. Feb -2
  3. März -1
  4. April 3
  5. Mai 8
  6. Juni 11
  7. Juli 14
  8. Aug 14
  9. Sept 10
  10. Okt 7
  11. Nov 3
  12. Dez 1

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 3
  2. Feb 2
  3. März 3
  4. April 5
  5. Mai 9
  6. Juni 14
  7. Juli 16
  8. Aug 16
  9. Sept 14
  10. Okt 12
  11. Nov 8
  12. Dez 5

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 1
  2. Feb 2
  3. März 4
  4. April 6
  5. Mai 9
  6. Juni 9
  7. Juli 8
  8. Aug 6
  9. Sept 6
  10. Okt 3
  11. Nov 1
  12. Dez 1

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 11
  2. Feb 7
  3. März 10
  4. April 8
  5. Mai 8
  6. Juni 9
  7. Juli 9
  8. Aug 9
  9. Sept 10
  10. Okt 10
  11. Nov 13
  12. Dez 10

Gesundheit

Ärztliche Versorgung

Für die Grundversorgung gibt es in den meisten Orten ein Ärztehaus (lægehus) mit praktischen Ärzten und in größeren Städten Krankenhäuser (sygehus). Gut ist die Versorgung mit Zahnärzten (tandlæge). Kinderärzte gibt es selten, dafür verstehen sich die Allgemeinmediziner als Familienärzte für alle Generationen.

Außerhalb der normalen Sprechzeiten (werktags ca. 8–16 Uhr) stehen ärztliche Notdienste (Lægevagten) bereit. Ihre Telefonnummern hängen üblicherweise in Ferienhäusern oder Unterkünften aus oder sind im Internet (www.laegevagten.dk) zu finden. Zentrale Rufnummern: Region Nordjylland Tel. 70 15 03 00, Midtjylland Tel. 70 11 31 31, Syddanmark (Südjütland und Fünen) Tel. 70 11 07 07, Region Sjælland Tel. 70 15 07 00, Region Hovedstaden inkl. Nordseeland und Bornholm Tel. 38 69 38 69. Im Zweifellsfall hilft der Notruf 112.

Kleine und mittelgroße Städte haben in der Regel nur eine Apotheke, die nebenbei ein großes Umfeld versorgt. Dafür kooperiert sie in Dörfern oder Ferienhaussiedlungen mit örtlichen Lebensmittelläden, in denen man rezeptpflich tige Medikamente abholen und wenige rezeptfreie Medizin kaufen kann.

Versicherungen

Kostenlos sind Notfallbehandlungen in Krankenhäusern. Ansonsten sind gesetzlich versicherte EU-Bürger gegen Vorlage der European Health Insurance Card (EHIC), die Sie entweder auf der Rückseite Ihrer Versichertenkarte haben oder bei Ihrer Krankenkasse kostenlos anfordern können, beim Arztbesuch gesetzlich versicherten Dänen gleichgestellt. Ein Großteil der Kosten ist damit gedeckt, es werden aber hohe Eigenleistungen bei Zahnbehandlung und Medikamenten fällig. Es empfiehlt sich in jedem Fall, den aktuellen Versicherungsschutz bei der eigenen Krankenkasse oder -versicherung vor Reiseantritt zu erfragen. Jedes Restrisiko vermeidet eine Auslandskrankenversicherung.

Sicherheit

Gefährliches Getier

Kreuzottern (hugorm) leben in Dünen und Heidegebieten u. a. entlang der Nordseeküste. Sie sind klein, nicht aggressiv, haben wenig Gift und beißen nur, wenn sie überrascht werden. Gegebenenfalls sollte man den betroffenen Körperteil ruhig stellen, sich wenig bewegen und einen Arzt oder die Unfallstation eines Krankenhauses aufsuchen.

Das Petermännchen (fjæsing) ist ein kleiner Fisch mit Giftstacheln, der sich in flachem Wasser in den Sand eingräbt. Tritt man, was selten passiert, beim Baden darauf, ist der Stich schmerzhaft und kann Schwellungen, Hautirritationen sowie Unwohlsein zur Folge haben. Da das Gift ein Eiweiß ist, ist eine Sofortbehandlung mit Hitze – heißes Wasser, Feuerzeug – oder Zitronensaft möglich. Auf jeden Fall: Stachel raus, Arzt aufsuchen!

Feuerquallen (bandmand) verursachen brennende, später juckende Bläschen. Nach dem Kontakt befinden sich auf der Haut noch intakte Nesselkapseln, die sich nicht entladen sollten. Deshalb keinen Druck ausüben und nicht mit einem Handtuch oder nassem Sand abreiben! Auch Süßwasser lässt die Gift - kapseln platzen, also nicht abwaschen. Am besten schabt man die Stellen mit einem Messer, einer Kreditkarte oder einem Eisstiel vorsichtig ab. Schmerz- und juckreizstillende Salben helfen.

Notruf - 112

Landesweit für Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen.

Sperrung von EC-und Kreditkarten bei Verlust oder Diebstahl*

+49 116 116 oder +49 30 4050 4050 (* Gilt nur, wenn das ausstellende Geldinstitut angeschlossen ist, Übersicht: www.sperr-notruf.de)

Weitere Sperrnummern:

MasterCard in DK: 80 01 60 98 – Visa in DK: 80 01 02 77 – American Express in DK: 80 01 02 77 – Diners Club in DK: 36 73 73 73
Bitte halten Sie Ihre Kreditkartennummer, Kontonummer und Bankleitzahl bereit!

Essen und Trinken

Traditionen und Trends

Ohne Klischees lässt sich nicht in nationale Koch töpfe schauen: Charakteristisch für dänische Alltagskost ist eine dicke, alles überdeckende braune Soße, eine Mehlschwitze ohne viel Geschmack. Darunter verbergen sich typischerweise Frikadellen und Kartoffeln. Beilagen sind süßsauer eingelegte Gurkenscheibchen, Rotkohl oder Rote Bete. Im Sommer sind die Dänen dann begeisterte Grillfans, Supermärkte liefern dazu reichlich Auswahl an Fleisch und Würstchen.

Auf Speisekarten tauchen die in Soße ertränkten Gerichte nur selten auf, dafür in den unteren und mittleren Preisklassen viel Gegrilltes oder Gebratenes: Eine Steakvariante, gern mit Backkartoffel serviert, findet man immer. Schwein oder Ferkel – gris – erleben seit einigen Jahren eine Renaissance bis in die gehobenen Küche. Für Freunde deftiger Kost sei ›flæskesteg‹ empfohlen: Schweinebraten mitsamt Schwarte wird im Ofen kross gebraten, bis die mit Salz und Pfeffer eingeriebene Fettkruste zum Knabbervergnügen wird. Im Südwesten gilt Marschlamm, das auf den salzigen Marschwiesen und Deichen heranwächst, als Delikatesse.

Kleines Land – große Fische

»Über die Vorzüglichkeit der Fische, gibt es nur eine Meinung. Eine Frederikshavner Goldbutte könnte ihre Brust mit mehr Ehrenzeichen bedecken, als irgendein Fürst.« Dieses Loblied verfasste der Literaturnobelpreisträger Henrik Pontopiddan schon 1890 in seinen »Reisebildern aus Dänemark«. Auch die Bemerkung eines Kellners zum ungläubigen Staunen einer älteren Dame, der er gerade eine über den Tellerrand hinaus gewachsene und mit Krabben reich garnierte Scholle serviert, spricht für sich: »Tja, wir sind ein kleines Land, aber wir haben große Fische! «. Und fast immer trifft auf Fischgerichte zu: Sie werden aus hochwertiger, fangfrischer Rohware zubereitet.

Dorsch, lange Allerweltsfisch, heute Luxusgut, wird hochgeschätzt; probieren Sie ihn mal traditionell in Senfsoße. Angler, Seewolf, Steinbeißer – der auch den dänischen Kaviar liefert – sowie schwarzer und weißer Heilbutt sind weitere Delikatessen. Hering wird schon zum Frühstück, spätestens aber zum frokost serviert: gebraten, mariniert – mal süß, mal sauer, mal in kräftiger Kräuterlake. Auch die in jedem Supermarkt angebotenen Heringsspezialitäten in Glas konserven sind ausgezeichnet und relativ preiswert.

Bei Krustentieren entstehen aus einer Namensverwechslung oft Enttäuschungen: Der dänische jomfruhummer, Jungfrauenhummer, ist im Deutschen eine Kaisergarnele, auch Kaiserhummer oder Kaisergranat genannt – delikat, aber deutlich kleiner als ein richtiger Hummer. Wird irgendwo ein halber Hummer für 24,50 DKK oder so angeboten, ist es mit Sicherheit Jomfruhummer. Große Hummer gibt es in dänischen Gewässern und Gourmetrestaurants auch – sie sind aber selten und kaum für unter 500 DKK zu haben.

Nicht aussprechen – essen

Bei den Desserts bietet Dänemarks Küche zwei Klassiker. Den einen lassen sich Dänen mit Wonne von Ausländern im Original bestellen: rødgrød med fløde, sprachlich ein absoluter Halskratzer, mehr herausgewürgt als gesprochen: Was dann auf den Tisch kommt ist Rote Grütze mit Sahne. Die andere süße Spezialität weckt regelmäßig falsche Vorstellungen: æblekage med flødeskum bedeutet direkt übersetzt Apfelkuchen mit Schlagsah - ne, ist jedoch im Schälchen serviertes Apfelkompott mit Krokant und Sahne überdeckt.

Legende ›smørrebrød‹

An was aber denkt man beim Thema ›dänische Küche‹ zuerst? Doch wohl ans smørrebrød. Diese legendären, ebenso kunstvoll wie üppig belegten Schnittchen sind zweifelsohne Dänemarks bekanntester Beitrag zur Küche der Welt. Das Smørrebrød – auf Deutsch profan ›Butterbrot‹ – ist etwas Reinund Urdänisches. Auf eine dünne Scheibe Graubrot kommt ein Salatblatt, darauf möglichst dick Schinken, Leberpastete, Roastbeef, ein halbes Täubchen, ein kleines Fischfilet, Krabben oder Hummer. Nichts hindert daran, eine korrespondierende zweite Lage zu schichten oder ein Spiegelei, gedünstete Champignons, vielleicht Trüffeln oder gern herzhaft salzige Anchovis. Passend zur jeweiligen Unterlage werden das ein oder andere Gürkchen, ein paar Zwiebelringe, ein dicker Klecks Remoulade oder Meerrettich, ein Sahnehäubchen, ein Streifen von jener Art Aspik, die man im Lande sky – sprich skü – nennt, oder ein Schlag kalorienreicher Salat auf der Spitze des Ganzen platziert. Das Brot, das ganz zu unterst liegt, ist dabei längst auf die Funktion reduziert, die Auflagen zusammen zu halten.

Getränke: Øl, Snaps, Vin

Dass Dänen gern ein Schlückchen trinken, ist bekannt, statistisch trinken sie tatsächlich aber weniger Alkohol als Deutsche (oder auch Österreicher und Schweizer). Bier – dänisch øl und wie Öl gesprochen – ist Alltagsgetränk. Die Carlsberg-Gruppe – eine der größten Brauereien weltweit – dominiert mit Marken wie »Carlsberg« und »Tuborg« den Markt im Lande, Standardsorte ist ein obergäriges Pilsner.

Die Trinkgewohnheiten sind jedoch im Wandel. Wein ist stark im Vormarsch, viele junge Dänen sind auf Alkopops umgestiegen, und auch beim Bier wurden die Karten neu gemischt: 1990 öffnete in Kopenhagen eine erste ›mikrobryggerie‹ die Zapfhähne für eigene Spezialbiere. Seither werfen immer neue Kleinstbrauereien überall im Land die Kessel an und immer neue Spezialitäten mit immer verrückteren Ingredienzien auf den Markt. Kaum eine Kneipe, die nicht ein, zwei oder gar ein halbes Dutzend der neuen Lifestyle-Biere am Hahn und etliche mehr in der Flasche hat.

Ale- und Stout-Sorten sind Standard, Weißbier mit Holunderblüten oder Porse Øl, ein Pils mit den Blätter des Gagelstrauchs als Gewürz gebraut, die gewöhnungsbedürftigeren Varianten. Und in den Brauhäusern geht es längst nicht nur ums Bier, auch die Küche muss gut sein wie im Bryghuset Nørrebro in Kopenhagen, in Bryggeriet Skt. Clemens in Aarhus oder im Svaneke Bryghus auf Bornholm. Und selbst zum Fur Bryghus auf der 1000-Einwohner-Insel Fur im Limfjord gehört ein ansehnliches Restaurant. Die Homepage der einflussreichen dänischen Bierenthusiasten, www.ale.dk, informiert über alle aktuellen Biertrends und was die Brauhäuser an neuen Sorten so brauen – leider bisher nur in Dänisch.

Vor allem nach dem Essen genehmigen sich die Dänen gern einen eiskalt servierten Schnaps (snaps). Der kommt meist aus Aalborg, schmeckt nach Kümmel und ist als Akvavit bekannt oder – obwohl glasklar – als Rød Aalborg, ›Roter Aalborg‹. Die goldgelbe Edelversion steht als Aalborg Jubilæum in den Regalen. Alternative ist der Gammel Dansk, ein kräftiger Kräuterbitter, der jeden Magen aufräumt. Aktuell liegen Kombinationen von Akvavit oder dänischem Wodka mit Kräutern oder Früchten im Trend.

In Szenelokalen und Discos sind zudem Cocktails angesagt, von denen längst nicht alle zum Repertoire internationaler Barkeeper gehören, oder wüssten Sie auf Anhieb, was ein ›brandbil med udrykning ist? Beim ›Feuerwehrauto im Einsatz‹ geht es um Jägermeister mit Wodka und Himbeersprudel.

Zumindest zu den Mahlzeiten hat Wein (vin) dem Gerstensaft den Rang abgelaufen, auf guten Weinkarten ist die ganze Welt zu finden, vor allem die Spitzengastronomie weist immer stolz auf ihre umfangreichen Kellerbestände hin. Und bei dem, was man ordern kann, gibt es seit dem Jahrgang 2002 auch dänische Weine.

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