Peru

Der Mix aus überwältigender Natur, großartigen Kulturstätten und lebendigen Traditionen im Hochland, all das macht Peru zu einem der beliebtesten Reiseziele in Lateinamerika.

Anreise

Für Bürger der EU und der Schweiz genügt zur Einreise nach Peru und Bolivien ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate ab Einreisedatum gültig sein muss. Ein Visum ist nicht nötig.

… mit dem Flugzeug

Die meisten Touristen, die Peru und Bolivien besuchen, reisen per Flugzeug nach Lima. Zahlreiche europäische, nord- und südamerikanische Fluglinien bieten Verbindungen von Europa nach Lima an. Direkte Verbindungen ab Europa ohne Zwischenlandung in den USA bieten die holländische KLM (täglich nonstop ab Amsterdam: www.klm.de) und die spanische Iberia (täglich nonstop ab Madrid: www.iberia.de). Eine weitere Option ist die spanische Airline Air Plus Comet, die allerdings keine eigenen Zubringer aus Deutschland anbietet. Über die USA haben u.a. American Airlines, Continental und Delta Verbindungen nach Lima, teilweise ist jedoch eine Zwischenübernachtung erforderlich.

Die Lufthansa fliegt Lima leider nicht mehr an, man kann nur bis Caracas fliegen und muss von dort mit einer regionalen Airline weiterreisen (nicht empfehlenswert). Die Anreise nach La Paz erfolgt entweder über Lima (Anschluss mit LAB) oder über Brasilien mit dem Lufthansa-Partner TAM (www.tam.com.br). Eine Variante ist die Ausoder Einreise über Cusco, denn es besteht eine Flugverbindung nach La Paz. Die Preise variieren stark je nach Saison und verfügbarer Buchungsklasse. Wer nicht in den Hauptreisezeiten unterwegs ist und frühzeitig bucht, kann Flüge schon ab ca. 1000 € bekommen, aber der Preis für ein Ticket kann auch leicht über 1500 € steigen. Die Preise nach La Paz liegen in der Regel noch höher.

… mit dem Auto/Bus

Über Land gibt es mehrere Möglichkeiten zur Einreise nach Peru: aus Ecuador bei Tumbes, aus Chile bei Tacna und aus Bolivien am Titicacasee (hier Desaguadero oder Copacabana). Der Grenzübertritt ist in der Regel problemlos, mit Mietwagen aber meist nicht gestattet.

… mit dem Schiff

Ebenfalls möglich ist die Einreise per Boot auf dem Amazonas von Tabatinga (BRA) oder Leticia (CO) nach Iquitos. 

Unterkunft

Generell unterliegen die Übernachtungspreise starken saisonalen Schwankungen: Hochsaison ist an der Küste der südamerikanische Sommer (Dezember – März), im Hochland hingegen der Winter (Juni – September) sowie in allen Landesteilen an Ostern, Weihnachten und den jeweiligen Nationalfeiertagen. Während dieser Zeiten ist eine frühzeitige Zimmerreservierung unbedingt empfehlenswert! Bei einer Vorbuchung aus Europa kann man bei den Hotels der mittleren und gehobenen Kategorie durchaus Geld sparen, die Billighotels bucht man besser direkt. Hotels in Peru buchen u.a. Inka Travel und Miller Reisen.

Hotels

Hotels der Luxusklasse finden sich nur in den größeren Städten, die Auswahl an besseren Unterkünften abseits der klassischen Touristenroute (Lima–Arequipa–Cusco–Titicacasee–La Paz) ist beschränkt. Das peruanische System zur Bewertung des Hotelstandards ist nur als sehr grobe Klassifizierung zu verstehen und mit Vorsicht zu genießen, denn so manches ›Fünf-Sterne-Hotel‹ beschränkt sich seit Jahrzehnten auf das Polieren der Sterne, obwohl eine Komplettrenovierung dringend nötig wäre. Wer Einschränkungen beim Komfort in Kauf nimmt, wird überall ein Zimmer finden: in einem einfachen Hotel, einer pensión, einem hostal oder auch in einem alojamiento (ein Synonym für einfachstes Wohnen). Echte Unterschiede zwischen einem ›Hotel‹ und einem ›Hostal‹ gibt es eigentlich nicht, so manches ehemalige ›Hostal‹ nennt sich inzwischen ›Hotel‹ – ohne irgendeine Änderung. Und für besonders Sparwillige gibt es auch die Möglichkeit, ein Zimmer ohne eigenes Bad (baño compartido) zu wählen, wie dies meistens in einer hospedaje oder einem alojamiento üblich ist.

Tipps zur Zimmerwahl

Jedes Hotel hat bessere und schlechtere Zimmer. Es lohnt sich also in jedem Fall, zuvor das Zimmer zu besichtigen. Besonderes Augenmerk sollte man hierbei auf die Qualität der Matratzen (ausprobieren!) und der Duschen legen. Gibt es durchgehend warmes Wasser oder nur zu bestimmten Zeiten? Zeigt das Zimmer zur Straße, ist damit zu rechnen, dass die Ruhe schon früh vorbei ist. Im Bergland ist eine funktionierende Heizung sehr von Vorteil. Die im Buch aufgeführten Preise verstehen sich pro Doppelzimmer (DZ) in der Hochsaison inkl. Steuern. Frühstück ist nur inklusiv, wenn dies mit ÜF (Übernachtung/Frühstück) aufgeführt ist. Zur besseren Übersicht sind alle Preise in US-Dollar angegeben, auch wenn bei den einfacheren Unterkünften meist in Soles bezahlt wird. Nicht alle Hotels bieten Nebensaison-Tarife an und die Saison- Zeiten sind unterschiedlich. Wenn überhaupt, gibt es einen Rabatt in den Monaten November bis April.

Jugendherbergen

Jugendherbergen bzw. Unterkünfte mit dem entsprechenden Logo finden sich in zahlreichen Städten, mit dem Ausweis gibt’s Rabatt.
Infos: Deutsches Jugendherbergswerk, 32754 Detmold, Tel. 052 31-740 10; Jugendherberge in Lima, Av. Casimiro Ulloa 328, Miraflores (Süd), Tel. 01-446 54 88.

Camping

Camping ist in Peru nur an wenigen Stellen möglich, aufgrund der extremen Klimabedingungen und der günstigen Zimmerpreise erübrigt es sich aber ohnehin zumeist. Außerdem sollte man den Sicherheitsaspekt nicht außer Acht lassen.

Ausgehen

Ein richtiges Nachtleben gibt es nur in den größeren Städten, allen voran natürlich Lima. Hier findet man auch eine große Auswahl an gut gemachten Folklore-Shows, wie auch in der bolivianischen Metropole La Paz. Auch in Cusco und Arequipa ist wegen der zahlreichen Touristen nachts immer was los. Ansonsten beschränkt sich das Angebot meist auf Diskotheken.Ein richtiges Nachtleben gibt es nur in den größeren Städten, allen voran natürlich Lima. Hier findet man auch eine große Auswahl an gut gemachten Folklore-Shows, wie auch in der bolivianischen Metropole La Paz. Auch in Cusco und Arequipa ist wegen der zahlreichen Touristen nachts immer was los. Ansonsten beschränkt sich das Angebot meist auf Diskotheken.

Einkaufen

Öffnungszeiten

Es gibt keine gesetzlichen Ladenschlusszeiten, die meisten Geschäfte öffnen zwischen 9 und 10 Uhr und schließen gegen 19 oder 20 Uhr, Mittagspause ist üblicherweise von 13 bis 15 Uhr. Auch nach 20 Uhr findet man meist noch einen Lebensmittelladen, der geöffnet hat. Banken und Behörden sind in Peru von Januar bis März nur vormittags geöffnet. Ansonsten: Banken 9–12.30 und 15–18 Uhr, Wechselstuben (casa de cambio) 9–18 Uhr.

Souvenirs

Wollerzeugnisse Weltweit bekannt ist Peru für seine Wollerzeugnisse: Die Herstel lung von Alpaka- und Lamapullovern, Wollwesten, Teppichen, Wandbehängen, Fellmützen, Ponchos, Decken und anderen Strick- und Webarbeiten in kräftigen, schrillen Farben bildet die Lebensgrundlage vieler Menschen, besonders am Titicacasee.

Kunsthandwerk

Präkolumbische Kunst dient meist als Vorlage für zeit genössische Tonfiguren (z.B. erotische Darstelllungen), für bemalte Keramikgefäße und Holzschnitzereien. Viele kleine Gemeinden produzieren heute noch ihr eigenes typisches Kunsthandwerk. Kleine Dörfer in der Umgebung von Huancayo haben sich auf geschnitzte Kalebassen spezialisiert, die Nachbardörfer von Ayacucho auf aufklappbare Holzaltäre und Tonkirchen. Diese plastischen Miniaturnachbildungen von Kirchen mit winzigen Glockentürmen gehören seit langer Zeit zur Tradition der Zentralanden.

Schmuck

Gold-, Silber- und mit Halbedelsteinen verzierter Kupferschmuck nach Vorbildern aus der Huari- und Inka-Kultur findet man meist in Juweliergeschäften. An Bahnstationen, auf Indianermärkten und auf den Plazas wimmelt es von Händlern, die billigen Modeschmuck anbieten. In La Paz gibt es große Mengen an antikem Silberschmuck und Silbergeschirr; hier kann man sich die halbe Kücheneinrichtung aus altem Silberkaufen oder auch nur einen der hübschen Silberlöffel, den die Damen der feinen Gesellschaft sich früher an die Bluse steckten.

Musik

Musikinstrumente findet man am besten in Cusco und am Titicacasee. CDs mit Andenmusik kauft man am besten auf den Touristenmärkten oder in den Fachgeschäften.

Ausfuhrverbote

Achtung: Kaufen Sie keine Produkte, die aus geschützten Tierarten hergestellt wurden (Felle, Federn etc.) – nicht nur weil die Einfuhr in Deutschland verboten ist. Zur Ausfuhr von Antiquitäten ist eine Genehmigung erforderlich. Koka-Blätter (auch in kleinen Mengen) können beim europäischen Zoll zum Problem werden.

Märkte

Ein unvergessliches Erlebnis ist der Besuch eines Wochenmarktes. Die bekanntesten (und touristischsten) Märkte, auf denen farbenfrohes Kunsthandwerk und Nahrungsmittel aller Art angeboten werden, sind die von Pisac (jeweils dienstags, donnerstags und sonntags) und Chinchero in der Nähe von Cusco (immer am Sonntag). Aber es lohnt sich auch, einen Markt in einer kleinen Gemeinde zu besuchen, der noch ursprünglicher und nicht so überlaufen ist. Auch in den Städten gibt es Märkte, auf denen Obst, Gemüse und Frischwaren an den Verkaufsständen ausliegen.

Handeln

Generell gilt: Handeln ist erlaubt, aber nicht die Regel, einen Nachlass bekommt man meist nur, wenn man größere Mengen kauft.

Reisewetter

Da Peru südlich des Äquators in den Tropen liegt, sind die Jahreszeiten denen in Mitteleuropa entgegen gesetzt. Man unterscheidet nur zwei Jahreszeiten: Als Sommer (verano) bezeichnet man die Zeit zwischen Dezember und April, wenn an der Küste intensive Sonneneinstrahlung Luft und Wasser erwärmt und sich am strahlenden Himmel keine Wolke zeigt. Tagestemperaturen von über 40 °C sind dann keine Seltenheit. Im Winter (invierno), von Mai bis November, hingegen bedeckt zumindest vormittags der garúa, ein sich nur zäh auf lösender, von Smog begleiteter Hochnebel, den Himmel und sorgt für etwas Abkühlung, wenn auch bei gestiegener Luftfeuchtigkeit. Das kalte Tiefseewasser des Humboldtstroms (14 °C) hält die kühlere Luft am Boden, die kräftige tropische Sonne bildet wärmere Luftmassen in den höheren Schichten und lässt die kalte, neblige Luft nicht aufsteigen. So erreicht in dieser Zeit allenfalls ein leichter Nieselregen die Erde. Entsprechend den drei großen Naturräumen wirken sich die Jahreszeiten unterschiedlich aus.

Küste

An der Küste löst im Sommer strahlend blauer Himmel den Winternebel ab, die intensive Sonneneinstrahlung erwärmt Luft und Wasser, und für die Peruaner ist von Januar bis März Badezeit.

Anden

Die Lage der sierra in den Tropen bewirkt, dass die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede geringer sind als die Schwankungen innerhalb eines Tages. In den Anden erreichen im Winter die Tagestemperaturen in Lagen zwischen 2500 und 3500 m bei wolkenlosem Himmel um die 20 °C, nachts fällt die Temperatur jedoch bis unter Null. Das ganze Jahr über herrscht hier eine extrem starke UV-Strahlung. In den Nordanden kommt es in den Hochlagen das ganze Jahr über zu Regenfällen, in den Südanden dagegen konzentrieren sich die Niederschläge auf die Monate Dezember bis März.

Peru: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 25
  2. Feb 26
  3. März 26
  4. April 24
  5. Mai 21
  6. Juni 18
  7. Juli 17
  8. Aug 17
  9. Sept 17
  10. Okt 19
  11. Nov 20
  12. Dez 23

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 19
  2. Feb 20
  3. März 19
  4. April 18
  5. Mai 16
  6. Juni 15
  7. Juli 14
  8. Aug 13
  9. Sept 13
  10. Okt 14
  11. Nov 16
  12. Dez 17

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 19
  2. Feb 20
  3. März 21
  4. April 19
  5. Mai 18
  6. Juni 17
  7. Juli 16
  8. Aug 16
  9. Sept 17
  10. Okt 17
  11. Nov 17
  12. Dez 18

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 6
  2. Feb 7
  3. März 7
  4. April 7
  5. Mai 4
  6. Juni 1
  7. Juli 1
  8. Aug 1
  9. Sept 1
  10. Okt 2
  11. Nov 4
  12. Dez 5

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 1
  2. Feb 0
  3. März 0
  4. April 0
  5. Mai 1
  6. Juni 1
  7. Juli 1
  8. Aug 2
  9. Sept 1
  10. Okt 0
  11. Nov 0
  12. Dez 0

Gesundheit

Impfungen sind in Peru nicht vorgeschrieben; bei Reisen in Regenwaldgebiete sind aber eine Malaria-Prophylaxe und eine Gelbfieberimpfung anzuraten. Um Durchfall vorzubeugen, sollte man auf den Verzehr von ungeschältem Obst, Salaten, Eiswürfeln und Speisen auf Märkten verzichten. Ein guter Sonnenschutz ist in ganz Peru notwendig. In die Reiseapotheke gehören neben den persönlichen Medikamenten und Verbandsmaterial auch Mittel gegen Durchfall, Erkältung, Mückenstiche, Sonnenbrand und Kopfschmerzen.

Umgang mit großen Höhen

Nicht zu unterschätzen sind die Auswirkungen der ungewohnten Höhe im Bergland. Ein Aufenthalt in Höhen über 3000 m (z. B. Cusco, Titicacasee) verursacht bei den meisten Reisenden zunächst Schwindelgefühle und Mattigkeit. Körperliche Anstrengungen, schweres Essen, Rauchen und Alkohol sollten unbedingt vermieden werden, ein Matede-Coca-Tee und Glukosetabletten (Coramina) versprechen Linderung. Falls Atemnot, starke Kopfschmerzen, Erbrechen und ähnliche Symptome hinzukommen, sind dies Anzeichen der lebensgefährlichen Höhenkrankheit (soroche). Ein Arzt sollte sofort benachrichtigt werden, im Zweifelsfall muss der Erkrankte in eine niedrigere Höhenlage (z. B. Lima, Santa Cruz) gebracht werden. Zur Vorbeugung sollte man sich langsam an die Höhe gewöhnen, indem man z. B. auf dem Weg nach Cusco einen Zwischenaufenthalt in Arequipa oder Abancay einlegt.

Aktuelle Infos über gesundheitliche Aspekte bei Reisen nach Peru bieten die Websites www.fit-for-travel.de sowie www.die-reisemedizin.de.

Ärztliche Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in den größeren Städten gut, in ländlichen Gebieten teilweise lückenhaft. Große Kliniken finden sich v.a. in Lima und La Paz. Deutschsprachige Ärzte sind nicht überall ansässig, aber in den touristisch entwickelten Regionen sollte ein Übersetzer leicht zu finden sein. Wichtige Medikamente führt man besser mit sich.

Apotheken (farmacias) gibt es in allen Städten und größeren Ortschaften. Die meisten Medikamente sind auch ohne ärztliches Rezept erhältlich. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist empfehlenswert.

Sicherheit

Vor der Abreise sollte man Reisepass, Tickets etc. kopieren, Reisescheck- und Kreditkartennummern notieren und jeweils getrennt von den Dokumenten aufbewahren. Taschendiebe finden sich überall ein, wo sich viele Menschen drängen, so z.B. auf Bahnhöfen und Märkten. Blitzschnell werden Taschen und Rucksäcke mit Rasierklingen aufgeschlitzt, meist während das Opfer von einer anderen Person abgelenkt wird. Am besten ist es, Wertsachen im Hotelsafe zu deponieren und unterwegs die Taschen vor dem Bauch zu tragen.

Besonders gefährlich sind die Innenstädte von Lima und Cusco. Eine eigene Touristenpolizei sorgt hier für Ordnung. Vorsicht geboten ist auch beim Taxifahren: V.a. in Lima und Arequipa sollte, wer nicht ausgeraubt werden möchte, nur lizensierte Taxis nehmen und das Fahrzeug am besten über die Hotelrezeption bestellen. Wenn alle Vorsicht nicht hilft: Polizei informieren.

Frauen allein unterwegs

Sofern einige Verhaltensregeln beachtet werden, sollte es eigentlich kein Problem sein, als Frau allein zu reisen. So kann beispielsweise das Tragen eines vermeintlichen ›Eherings‹ und der Hinweis auf den ›Ehemann‹ (marido), der angeblich im Hotel oder am Zielort wartet, unerwünschte Annäherungsversuche rasch bremsen. Zudem sollte auf das Tragen allzu freizügiger Kleidung besser verzichtet werden.

Wichtige Notrufnummern

Notruf in Peru: Tel. 105 
Hilfe verspricht auch der 24-Std.- Notruf für Touristen in Peru: Tel. 01-224 78 88 bzw. von nicht öffentlichen Apparaten aus auch Tel. 0800-425 79. 

Diplomatische Vertetungen

Deutsche Botschaft: Av. Arequipa 4210, Miraflores, Lima Tel. 01-212 50 16, Fax 422 64 75 www.lima.diplo.de Mo–Fr 8.30–11.30 Uhr

Österreichische Botschaft: Edif. de las Naciones, Av. Central 643 Lima-San Isidro Tel. 01–442 05 03, Fax 442 88 51 Mo–Fr 9–12 Uhr

Schweizerische Botschaft: Calle 13, No. 455, Esquina 14 de Septiembre, Obrajes, La Paz Tel. 02-275 12 25, Fax 214 08 85

Essen und Trinken

Wie die Landschaft bietet auch die Esskultur in Peru ein variantenreiches Bild. Entlang der Küste dominieren Fischgerichte und Meeresfrüchte, in den Bergen Fleisch-, Gemüse- und Getreidespeisen. Neben Bier und Wein aus eigener Produktion gilt der Traubenschnaps Pisco als Nationalgetränk.

Leckereien aus der Andenküche

Restaurants gibt es in jeder Preisklasse, doch gutes Essen muss in den Anden nicht teuer sein. Viele Restaurants bieten einen günstigen Mittagstisch, der manchmal auch abends als ›plato del día‹ angeboten wird. Beliebt sind überall die pollerías (Hühnerbratereien), in denen gegrillte Hühnchen zu günstigen Preisen verkauft werden. Eine Besonderheit sind die vielen chifas in Peru: Diese Chinarestaurants servieren chineisch-peruanische Mischgerichte und werden von vielen Peruanern wegen ihrer guten Qualität frequentiert. Außerdem werden oft an den Ständen der mercados (Märkte) schmackhafte Gerichte zubereitet, die auch bedenkenlos verzehrt werden können – sofern sie gebraten oder gekocht wurden.

Vorspeisen und Suppen

Als eine Art Nationalgericht Perus gelten die verschiedenen Zubereitungsformen des weißen Seebarschs. Besonders populär sind dabei ceviche (auch: cebiche) de corvina, rohe Fischwürfel, die in einer Zwiebel-, Chili- und Limonen-Marinade eingelegt und kalt serviert werden. Dazu isst man Salzkartoffeln oder Maniok. Sogenannte cebicherías, die cebiche sevieren, findet man an der Küste überall; neben Fisch werden auch Meeresfrüchte eingelegt. Eine weitere Delikatesse ist die chupe de camarones, eine cremige Suppe aus Salz und Süßwasserkrabben. Viele Reisende erinnern sich auch sehr gerne an die sopa a la criolla: eine Nudelsuppe mit Rindfleischstückchen, verschiedenen Gemüsesorten, Ei, gerösteten Toast würfeln und einem Schuss Milch oder Sahne.

In Bolivien isst man zu Beginn des Mahls eine salteña: halb Brötchen, halb Pastete, gut gewürzt und gefüllt mit Gemüse, Fleisch und Eiern. Eben falls als Vorspeise kann man chicharrón, gebackenes Schweine fleisch mit einer knusprigen Schwarte, auftragen lassen, eine sehr schmackhafte und überaus sättigende Delikatesse, die mancherorts in speziellen Chicherronerías angeboten wird. Feinschmecker schwärmen von palmitos con jamón (Palmherzen mit gekochtem Schinken) und von den Avocado-Antipasti: palta a la reina (eine mit Hühnchensalat gefüllte Avocado, gewürzt mit Pfeffer und Salz) und palta a la jardinera (kaltes Gemüse mit Avocadoscheiben).

Eine Spezialität der Region Arequipa ist rocoto relleno, eine milde, mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllte Paprika. Auf dem Lande sind Kartoffelspeisen sehr verbreitet. Die patatas bzw. papas serviert man als papas fritas (Pommes frites), Pell- oder Bratkartoffeln, aber auch a la Huancaina: gekocht, mit scharfer Erdnusssauce. Besonders beliebt sind choclos, großkörnige Maiskolben, die gekocht, mit Käsescheiben und scharfer Sauce auch als Schnellimbiss verkauft werden.

Hühnchen und andere Hauptgerichte

Die mittägliche Mahlzeit, das almuerzo, schließt stets eine warme Hauptspeise ein. Sehr oft ist dies pollo, Hühnchen, oder lomo saltado, mit Zwiebeln, Kartoffeln und Tomatenscheiben gebratene Fleischstreifen mit Reisbeilage – vielleicht das beliebteste Hauptgericht in Peru. Nur an besonderen Festtagen kommt cuy, gebratenes Meerschweinchen, auf den Tisch – ein Leckerbissen für jeden Peruaner! Die possierlichen Nager werden im Hochland als Haustiere gehalten und gehören zum gewohnten Bild eines bäuerlichen Anwesens.

Längst nicht in jedem Restaurant findet man das schon lange vor den Inka populäre und durchaus wohlschmeckende Alpakafleisch. Insbesondere in Lima beliebt sind anticuchos (Rinderherz, am Spieß über Holzkohle gegrillt) und parrilladas (mehrere Fleisch- und Wurstsorten vom Grill). Gemüsegerichte wie chili relleno (Paprika mit Fleisch- oder Käsefüllung) dienen als Hauptspeisen oder als Beilagen. Auf den Indianermärkten findet man oft dampfende tamales, scharf gewürzten oder süßen, in Maisblätter verpackten Maisbrei.

Mit frischem Meeresfisch ist Peru bestens versorgt. Neben dem Königsfisch kommt entlang der Küste häufig corvina a la plancha (See barsch vom Grill) und pejerrey auf den Tisch. In der Sierra, auch im bolivianischen Altiplano, liebt man die trucha (Forelle) aus den klaren Bergflüssen, auf Müllerinart oder einfach gebraten (frito).

Nachspeisen

Der in ganz Lateinamerika populäre flan, ein süßer Karamellpudding, schließt auch in Bolivien und Peru häufig das Mahl ab. Piccarones (in Schmalz gebackener Teig mit Sirup) sind eine gute Alternative dazu. Man kann als Dessert jedoch auch eine Maisspeise wählen: Die süße, aus violettem Mais hergestellte mazamorra morada bildet, schön gekühlt und mit vielen frischen Früchten versehen, einen herrlichen Abschluss jeder Mahlzeit. Nicht nur bei Kindern beliebt sind die zahlreichen Eissorten, teilweise mit Geschmacksvarianten, die in Europa nicht bekannt sind, wie lúcuma, eine einheimische Frucht.

Getränke

Ohne Alkohol: Darf man der Werbung glauben, ist die gelbliche Inka-Cola in Peru der sabor nacional, der ›Geschmack der Nation‹. Nun – probieren Sie selbst! Weitere Durstlöscher sind gaseosas (Limonaden), unverdünnte Fruchtsäfte (jugos) und Sirupmischungen: Piña (Ananas), sandía (Wassermelone), naranja (Orangensaft), mora (Brombeere), maracuyá und toronja (Grapefruit) sind hier die gängigsten Geschmacksrichtungen. Erfrischend und stärkend zugleich sind die leckeren liquados con leche, mit Milch gemixte Fruchtsäfte: Die spezielle Mischung der Bananen-, Papaya- oder Erdbeer-Milchshakes kann man auf den Märkten selbst bestimmen.

Bier, Wein, Pisco und Rum: Durstlöscher Nr. 1 ist auch in Peru cerveza. Von den ins gesamt über 20 Bier marken werden viele von deutschstämmigen Braumeistern oder in deutscher Lizenz gebraut. Paceña, Arequi peña, Cuzqueña, Sureña und Pilsen sind die gängigsten Sorten. Eine Besonderheit in den Anden ist die leicht säuerliche chicha, eine Art Maisbier. Dieses typische indianische Getränk wird auf Märkten angeboten, aber auch in Wohnhäusern, erkennbar an einer kleinen Fahne, die man am Ende einer langen Stange aus Tür oder Fenster hängt.

Trotz der Nähe des Äquators wächst in Peru auch Wein. In der Region Ica gibt es mehrere alte bodegas (Weingüter), die sich auf den Anbau von Weißwein spezialisiert haben. Einige von ihnen kann man zwecks Weinprobe auch besuchen, was sich vor allem während der Traubenernte von Februar bis April anbietet. Aber auch die Qualität der Rotweine hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Manche bodegas brennen auch den klaren pisco. In anderen Gegenden produziert – und trinkt – man aguardiente, den hochprozentigen Zuckerrohrschnaps der armen Leute. Etwas teurer und besser verdaulich ist der peruanische Rum, der sich auch als Digestif eignet.

Nach oben