Argentinien

Das Glücksversprechen liegt in seinem Namen: Argentinien, das ›Silberland‹, auch das "Land der sechs Kontinente" genannt ist so vielfältig und schön wie kaum ein anderes.

Anreise

… mit dem Flugzeug

Buenos Aires wird von allen großen europäischen Fluggesellschaften angesteuert. Die Preise für Linienflüge liegen bei 1000 bis 1250 Euro, doch sind Flüge zu Sonderkonditionen auch schon ab 750 Euro erhältlich. Wer mehrere Strecken innerhalb Argentiniens mit dem Flugzeug zurücklegen will: Inlandsflüge mit Aerolíneas Argentinas sind in Argentinien für ausländische Touristen fast doppelt so teuer wie für lokale Bürger. Wer aber mit derselben Fluglinie (von Madrid oder Rom aus) ins Land fliegt, kann die Inlandstrecken praktisch zum lokalen Tarif erwerben (problematisch können Reservierungen für Flüge nach Patagonien und Feuerland werden).Die überwiegende Mehrheit der europäischen Touristen kommt in Buenos Aires am internationalen Flughafen Ezeiza an. Im Empfangsgebäude befindet sich eine Touristeninformation. Geldwechsel ist hier noch nicht unbedingt nötig, sofern man – was empfohlen wird – Dollarscheine zur Hand hat (günstige Kurse am Flughafen nur im Banco de la Nación).

Transfer in die Stadt:

Zubringerdienste: In die Innenstadt von Buenos Aires (35 km) gelangt man am bequemsten mit den Zubringerdiensten von Manuel Tienda León, www.tiendaleon.com.ar, und Transfer Express (auch Zubringerdienst zum Stadtflughafen Aeroparque Jorge Newbery für Inlandsflüge), die alle 30 Minuten verkehren.

Bus: Wesentlich billiger ist die Verbindung mit dem Stadtbus (colectivo) Nr. 86. Ziel der erstgenannten Busse sind Hotels im Zentrum oder, als Zwischenstation, das neue Terminal von Manuel Tienda León (Av. Madero, Ecke San Martín, 55 $). Die Linie 86 berührt die Avenida de Mayo unweit der Casa Rosada. 

Taxi: Ein Taxi in die Innenstadt kostet zwischen 150 $ (am Taxistand in der Ankunftshalle) und 215 $ (bei VIP Cars, Transfer Express oder Tienda León) und sollte aus Sicherheitsgründen nur über die offiziellen Taxi Vermittlungsstellen bestellt werden. 

… mit dem Auto/Bus

Zwischen Argentinien und seinen Nachbarländern herrscht ein reger Grenzverkehr. So verkehren Langstreckenbusse von Buenos Aires nach Montevideo (Uruguay), Asunción (Paraguay), São Paulo (Brasilien), Potosí (Bolivien) und Santiago de Chile (Chile). In jedes Nachbarland gibt es mehrere Grenzübergänge: drei nach Uruguay (derjenige bei Fray Bentos ist derzeit geschlossen), mehrere nach Brasilien, zwei nach Paraguay, drei nach Bolivien und etliche nach Chile, von denen einige jedoch nur im Sommer geöffnet sind. Der Grenzübertritt gestaltet sich in der Regel problemlos. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, braucht eine Sondergenehmigung des Autoverleihers, wer mit dem eigenen Fahrzeug reist, muss nur ein Formular ausfüllen. Nach Chile ist der Import von Obst, Gemüse und Fleisch streng verboten.

… mit dem Schiff

Sehr beliebt bei Touristen mit eigenem Fahrzeug ist die Anreise mit der italienischen Grimaldi Line, www.grimaldi-freightercruises.com, die mit Autofrachtern (roll-on, roll-off) wöchentlich von Hamburg nach Buenos Aires fährt. Man kann als Passagier mitfahren und so eine vierwöchige Seereise entlang der westafrikanischen und südamerikanischen Küste genießen. Die Ausschiffung des eigenen Fahrzeugs in Buenos Aires ist völlig problemlos. Allerdings wird für die Passagiere eine Gelbfieberimpfung verlangt. Zwischen Buenos Aires und Colonia sowie Montevideo in Uruguay verkehren mehrmals täglich schnelle Katamaran-Fähren von Colonia Express (www.coloniaexpress.com) und Buquebus (www.buquebus.com). Einfache Schiffe queren von Tigre den Río de la Plata nach Carmelo in Uruguay (www.cacciolaviajes.com).

Unterkunft

Hotels

Sie gibt es landesweit, wobei Luxusherbergen sich auf die großen Städte und beliebten Ferienorte beschränken. Einige von ihnen verlangen von Ausländern höhere Preise als von Einheimischen. Fernseher und eigene Bäder gehören auch in Mittelklassehotels zur Grundausstattung. Vor allem in der Ferienzeit (Jan./Febr., Ostern, Juli) sollte man rechtzeitig im Voraus buchen und mit erhöhten Preisen rechnen.

Hostales und Hosterías

In der Ausstattung ähneln die Hostales und Hosterías (eine Art Landgasthöfe) den Hotels, doch verfügen sie in aller Regel nur über wenige Zimmer und haben deshalb oft eine persönlichere Note. Ein eigenes Restaurant ist zumeist nicht vorhanden, aber fast überall wird ein kleines Frühstück serviert (zumeist Kaffee oder Tee, Brot oder medialunas (Croissants), Honig und Marmelade.

Hospedajes, Residenciales

Dies sind einfache, zuweilen nur mit Gemeinschaftsbädern ausgestattete Pensionen oder Privatunterkünfte für einen kürzeren Aufenthalt. Der Zimmerpreis beinhaltet für gewöhnlich kein Frühstück.

Hostels

Die nicht mit den Hostales zu verwechselnden Unterkünfte entsprechen mehr oder weniger unseren Jugendherbergen und sind teilweise auch diesem Verband angeschlossen. Ein internationaler Jugendherbergsausweis (erhältlich z.B. beim Deutschen Jugendherbergswerk, www.jugendherberge.de) kann pro Nacht bis zu 2 US$ sparen. Hostels gibt es in fast allen Städten Argentiniens (Infos: www.hostels.org.ar).

Cabañas

Die blockhüttenartigen Unterkünfte sind die urtümlichste Form der Übernachtung und vor allem in ländlichen Regionen anzutreffen – zuweilen romantisch abgelegen, zuweilen aber auch integriert in Campingplätze, deren Sanitäreinrichtungen dann genutzt werden.

Refugios

Man findet die unseren Berghütten vergleichbaren Unterkünfte vor allem in den Anden, z.B. das Otto Meiling Refugio am Tronador oder das Refugio San Bernardo am Aconcagua. Kochgelegenheit und Massenlager, viel mehr bieten sie nicht, dafür aber echte Bergatmosphäre. Ein Verzeichnis der Hütten findet man bei lokalen Bergsteigervereinen (www.clubandino.org in Bariloche, www.clubandinoesquel.com.ar, www.clubandinista.com.ar in Mendoza).

Estancias

Der Besuch einer oder mehrerer estancias (möglichst nicht als organisierter Tagesausflug in einer Gruppe, sondern auf eigene Faust und mit Übernachtung) ist ein Muss für jeden, der mit Argentinien auf Tuchfühlung gehen will. Gäste aufnehmende Estancias gibt es von Feuerland bis zu den Subtropen, ihre Variationsbreite reicht von der einfachen Schaffarm bis zum Landschloss, vom Gestüt bis zur Plantagenvilla im Zuckerrohrfeld. In jedem Fall ist eine rechtzeitige Reservierung empfohlen. Zahlreiche wertvolle Hinweise und Adressen findet man im Internet unter anderem unter www.estanciasargentinas.com, www.hresa.com, www.estanciastravel.com, www.estanciasdesantacruz.com.

Camping

Die Argentinier sind begeisterte Camper und so gibt es kaum eine touristisch interessante Stadt ohne die entsprechenden Plätze. In einigen Gemeinden stehen sie kostenlos zur Verfügung, lassen dann aber meist bezüglich ihrer Sanitäreinrichtungen zu wünschen übrig und liegen während der Saison nachts unter der Lärmglocke aufgedrehter Musikanlagen. Auf den besser ausgestatteten Plätzen zahlt man ab 10 $ pro Fahrzeug/Zelt. Unter www.voydecamping.com.ar und www.acampante.com findet man Adressen von Zeltplätzen in ganz Argentinien.

Ausgehen

Argentiniens Nachtleben konzentriert sich auf die großen Städte, die Badeorte und touristischen Zentren. Wenn Argentinier ausgehen, dann am liebsten mit der ganzen Familie oder Freunden zum Asado, dem Schlemmen mit Lagerfeuerromantik, blutigen Steaks, fetten Würsten und herrlichem Rotwein. Wichtig: Der mit Holz befeuerte Grill muss sichtbar sein, Teil des Restaurants gewissermaßen. Wenn dann noch eine Musikantengruppe aufspielt, traurige Liebeslieder aus der Pampa als akustische Beilage darbietet, dann ist der Abend gelungen. Auf dem Land kann es durchaus vorkommen, dass man seine eigenen Instrumente mitbringt. Ansonsten geht man wie bei uns ins Kino, sitzt in einer Bar, besucht die Disco oder (mit Ausnahme Buenos Aires eher selten) ein Theater. Für Touristen wirklich neu sind eigentlich nur die Tangoshows, die v.a. in der Hochburg Buenos Aires, aber auch in Städten wie Córdoba oder Mendoza geboten werden. Außerdem gibt es Tangoclubs (zum Tanzen) und Tangostudios (zum Tanzenlernen). Vor allem in den Touristenregionen werden abends während der Saison Folkloreveranstaltungen mit landestypischer Gaucho-Musik geboten, zu der die Besucher auch das Tanzbein schwingen.

Einkaufen

Souvenirs

Argentiniens Bedeutung als Land der Rinderzucht findet seinen Niederschlag naturgemäß auch in der Lederverarbeitung. Kaum ein anderes Land gibt es, in dem man Lederprodukte höchster Qualität zu solch günstigen Preisen erwerben kann, wobei die großen Städte die größte Auswahl bieten. Eine Besonderheit Nordargentiniens sind die Mategefäße, die es in unzähligen Varianten gibt, vom einfachen ausgehöhlten Kürbis bis zum einem mit Silber verzierten Edelstück. Dazu gehört die Bombilla, das Trinkröhrchen mit eingebautem Sieb. Auch hier sind der Gestaltungsfreude und Materialwahl keine Grenzen gesetzt. Vervollständigt wird die Mate-Ausrüstung durch einen ledernen Umhängebehälter, in dem auch die Thermosflasche für das Wasser Platz findet, denn Mate genießt man nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs.

Ein beliebtes Mitbringsel sind auch CDs und DVDs mit argentinischer Musik. Vornehmlich in den Musikläden der Hauptstadt findet man ein umfangreiches Sortiment klassischer und moderner Tangomusik. Einige Landesteile können mit interessanten regionaltypischen Souvenirs aufwarten. Im Seengebiet etwa hat die Holzschnitzkunst ihren wichtigsten Standort, wobei sich über den Geschmack einiger Produkte, u.a. knorrige Trolle und Hexen, durchaus streiten lässt, kaum jedoch über die hervorragenden und preiswerten Wollpullover, für die vor allem Bariloche berühmt ist. Auch Wolldecken in der für die Mapuche-Indianer typischen schwarz-weißen Musterung findet man hier. Sehr edel und nicht billig sind die fein gewebten Quilmes-Ponchos aus Alpaca-Wolle, die man im Nordwesten erwerben kann. Bekannt für hochwertige Produkte ist das Dorf Belén in der Provinz Catamarca. Auch die dekorativen Satteldecken der Region eignen sich als Souvenir, statt für den Pferderücken etwa fürs heimische Bett. Im Grenzgebiet zu Bolivien ist die Nähe zu den andinen Nachbarstaaten nicht zu verkennen.

Auf dem Handwerksmarkt in Purmamarca beispielweise gehören Produkte aus Lamawolle wie Umhänge, Pullover und Mützen oder Panflöten zum Standardangebot, nicht immer allerdings in befriedigender Qualität. Sehr geschmackvoll sind die modernen und traditionellen Keramiken mit teilweise stark präkolumbischem Einfluss, die man vornehmlich in Catamarca und Salta findet, eher allerdings in Geschäften als auf Märkten. Aus dem rosaroten Halbedelstein Rhodochrosit, der im Nordwesten gewonnen wird, entstehen hübsche Schmuckstücke, die man landesweit auf den Märkten findet, so auch in Córdoba, einem der schönsten Argentiniens (Sa/So 16–22 Uhr). Die Stadt ist auch berühmt für ihre Instrumente, vor allem Gitarren, Trommeln und Flöten.

Öffnungszeiten

Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebenen Ladenöffnungszeiten. Geschäfte öffnen zwischen 9 und 10 Uhr und schließen meist um 19.30 oder 20 Uhr, Supermärkte nicht vor 21 Uhr. Die Provinzstädte haben ihren eigenen Rhythmus. Im Norden sind Schließungen zur Mittagszeit üblich.

Reisewetter

Die ideale Reisezeit richtet sich nach Zielgebiet und Aktivität. Im Raum von Buenos Aires bieten Frühling (Okt./Nov.) und Herbst (März/April) die angenehmsten Aufenthaltsbedingungen; im Sommer addiert sich hier, wie in der ganzen Zwischenstromregion (Entre Ríos, Corrientes, Misiones) zur Hitze die hohe Luftfeuchtigkeit (durchschnittlich 70 %). Zur gleichen Zeit herrschen in Südpatagonien und Feuerland optimale Bedingungen. Die Trekking- und Bergsteigersaison reicht von November bis Februar. In der Puna hingegen fällt in diese Sommerperiode die Hauptregenzeit, während der manche Routen vorübergehend unpassierbar werden. So ist der Südwinter (Juni–Sept.) nicht nur die richtige Besuchszeit für Skilangläufer in Feuerland, sondern auch für Autosafaris im Nordwesten – mit Ausnahme der Andenpässe selbst.

Argentinien: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 30
  2. Feb 29
  3. März 26
  4. April 23
  5. Mai 19
  6. Juni 16
  7. Juli 15
  8. Aug 17
  9. Sept 19
  10. Okt 22
  11. Nov 25
  12. Dez 28

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 20
  2. Feb 19
  3. März 17
  4. April 13
  5. Mai 10
  6. Juni 8
  7. Juli 8
  8. Aug 8
  9. Sept 10
  10. Okt 13
  11. Nov 15
  12. Dez 18

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 22
  2. Feb 23
  3. März 21
  4. April 19
  5. Mai 15
  6. Juni 12
  7. Juli 11
  8. Aug 11
  9. Sept 12
  10. Okt 15
  11. Nov 17
  12. Dez 21

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 9
  2. Feb 8
  3. März 7
  4. April 6
  5. Mai 6
  6. Juni 4
  7. Juli 5
  8. Aug 6
  9. Sept 6
  10. Okt 7
  11. Nov 8
  12. Dez 9

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 6
  2. Feb 7
  3. März 8
  4. April 6
  5. Mai 6
  6. Juni 5
  7. Juli 5
  8. Aug 6
  9. Sept 7
  10. Okt 8
  11. Nov 8
  12. Dez 7

Gesundheit

Impfungen

Impfungen sind nur ausnamhsweise vorgeschrieben oder notwendig. Wer mit dem Schiff über einen westafrikanischen Hafen einreist, muss eine Gelbfieberimpfung vorweisen, die auch für Reisen in die Provinz Misiones und in einige internationalen Grenzregionen der Provinzen Chaco, Corrientes, Formosa, Salta und Jujuy seit 2008 vorgeschrieben wird. In den Nordprovinzen wurde jüngst auch ein Vorkommen von Denguefieber registriert, für das es keine Impfung gibt. Die Krankheit wird von einer bestimmten Moskitoart (Aedes aegypti) während den warmen Monaten November–Mai verbreitet.

Umgang mit großen Höhen

Die Höhenkrankheit, puna oder soroche genannt, ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr, die lebensbedrohlich werden kann. Ursache ist die ungenügende Anpassung des Organismus an den mit zunehmender Höhe abnehmenden Sauerstoffgehalt. Bereits ab 2500 m können die typischen Symptome wie Kopfschmerz, verminderte Urinproduktion, Kurzatmigkeit und Schlafstörung auftreten. Verschwinden die Symptome am nächsten Tag nicht, muss man eine Ruhepause einlegen, werden sie schlimmer, hilft nur der Abstieg. Als Grundregel gilt, dass man in Höhen ab 3000 m pro Tag nicht mehr als 300 m aufsteigen sollte. Um die Sauerstoffaufnahme des Blutes zu verbessern, hat sich das verschreibungspflichtige Medikament Diomax (Acetatsolamide) bewährt, das man aber nur vor dem Schlafengehen einnehmen sollte.

Ärztliche Versorgung

Medizinische Hilfeleistungen entsprechen europäischem Standard. Das Deutsche Krankenhaus in Buenos Aires (Hospital Alemán, Av. Pueyrredón 1640, Tel. 011 48 27 70 00, www.hospitalaleman.com.ar) ist auf alle Notfälle eingestellt. Touristen, deren Versicherung das Krankheits- und Unfallrisiko in Übersee nicht abdeckt, sollten vor Reiseantritt eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Deutschsprachige private Arztpraxis in Buenos Aires: Dr. Alfredo May (Allgemeine und Innere Medizin), Av. Maipú 1179, 1° D, 1638 Vicente López, Tel. 011 47 95 91 32 u. 47 97 23 01, Mo/ Mi, Fr 15–19 Uhr. 

Apotheken

Die Apotheken (farmacias) führen alle gängigen Arzneimittel und sind z.T. routinemäßig 24 Stunden geöffnet. 

Sicherheit

In allen Zonen, in denen man sich normalerweise bewegt, sind argentinische Städte (auch nachts) mindestens ebenso sicher wie vergleichbare europäische Orte. Buenos Aires ist eine lebhafte, gefahrlose Abendstadt. Überfälle auf Passanten sind selten. Man sollte aber als Fremder nachts nicht allzu einsame Straßen begehen, wenn Einheimische davon abraten. Tagsüber versuchen eher Trickdiebe einen Kunden beim Geldempfang in einer Bank zu beobachten, um ihn dann ein paar Straßen weiter durch Ablenkungsmanöver (Geburtstagsständchen oder zufälliges Beschmutzen der Kleidung etc.) zu überlisten; dabei arbeiten immer mehrere Betrüger zusammen. Es empfiehlt sich auch nicht, direkt nach dem Verlassen einer Wechselstube oder Bank ein ›zufällig‹ dort stehendes Taxi zu besteigen. Ganz allgemein heißt der Rat daher hier wie überall: größere Beträge im Hotelsafe lassen und im Übrigen Geld und Kreditkarten in einem Brustbeutel o. Ä. bei sich zu tragen. An Bahnhöfen und Busterminals sollte man sein Gepäck nie unbeaufsichtigt lassen. In voll besetzten Verkehrsmitteln ist überall mit Taschendieben zu rechnen.

Wichtige Notrufnummern

Allgemeine Notrufnummer: 911
Polizei: 101
Feuerwehr: 100
Ambulanz: 107

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft und Konsulat: Villanueva 1055, Stadtteil Belgrano 1426 Buenos Aires Tel. 011 47 78 25 00 administracion@embajada-alemana.org.ar www.buenos-aires.diplo.de
Botschaft: Mo–Fr 8.30–11.30 Uhr  
Konsulat: Mo–Fr 8.30–11 Uhr
Weitere Honorarkonsulate der Bundesrepublik Deutschland gibt es in San Carlos de Bariloche, Córdoba, El Dorado/Misiones, Posadas/ Misiones, Santa Fe, Salta, San Miguel de Tucumán und Mendoza. 

Österreichische Botschaft: French 3671, 1425 Buenos Aires Tel. 011 48 09 58 00 www.bmeia.gv.at 
Mo–Do 9–12 Uhr

Schweizer Botschaft: Av. Santa Fe 846, 12. Stock 1059 Buenos Aires Tel. 011 43 11 64 91/95 www.eda.admin.ch/buenosaires Mo–Fr 9–12 Uhr

Essen und Trinken

Die argentinische Küche

Argentinien, besonders Buenos Aires, ist ein Dorado für den genüss lichen Esser. Auf dem Speisezettel stehen so gegensätzliche Gerichte wie die antarktische Königskrabbe und die würzigen Teigtaschen (empanadas) von Salta. Klassiker sind jedoch das am offenen Holzfeuer gebratene Fleisch (asado) und die Pastas und Pizzas der italienischen Küche. Im Fleischland Argentinien sind erstaunlicherweise auch Vegetarier gut bedient. Die meisten Restaurants haben sich inzwischen darauf eingestellt und servieren eine mehr oder weniger große Auswahl an Gemüseund Nudelgerichten.

Restaurants

In den Restaurants findet man die opulenten Grillteller unter der Rubrik parrillada. Eine parrillada completa schließt Innereien wie Dünndarm, Nieren und Bries mit ein, auf einer normalen gibt es Fleisch, auch vom Huhn. Die parrillada wird als Tischgrill serviert, von dem man sich nach Gusto selbst bedient. Überall in Argentinien gibt es auch spezielle Parrilla-Restaurants, in denen riesige Fleischstücke auf fast 1m langen Spießen über einem offenen Holzfeuer gegrillt werden. 
In argentinischen Restaurants sucht man sich für gewöhnlich nicht selbst einen Platz, sondern wartet, bis ein freier Tisch zugewiesen wird. Freitag- und samstagabends sowie sonntagmittags ist in den beliebten Lokalen eine Reservierung empfehlenswert. Das Trinkgeld (ca. 10% des Rechnungsbetrages) wird zumeist auf dem Tisch liegen gelassen. 

Restaurant-Typen 

Comida rápida – Fastfood 
Marisquería – Meeresfrüchte-Restaurant
Parrilla – Rustikales Grillrestaurant, zumeist preiswert und selbst in seiner bescheidensten Variante selten enttäuschend
Tenedor (Parrilla) libre – all you can eat zu einem festen Preis
R
estaurante vegetariano/naturista – vegetarisches Lokal.

Ein argentinisches Muss: die Confitería

Seit über einem Jahrhundert blüht in Buenos Aires die aus Europa importierte Kaffeehauskultur, wobei eine argentinische Confitería genau genommen kein Kaffeehaus ist, sondern ein bisschen mehr. Eine Confitería ist der Treffpunkt schlechthin – von morgens bis um Mitternacht. Serviert werden Kaffee, Tee, Kuchen, Wein, Sandwiches, Cocktails und Aperitifs mit den stets dazugehörigen salzigen Kleinigkeiten. In einer Confitería kann man frühstücken, Zeitung lesen, ein Buch oder Postkarten schreiben, seinen High Tea stilgerecht einnehmen, sich mit Freunden zum Wein treffen. Meist sind die Confiterías gemütlich eingerichtet, in manchen gibt es Tango-Konzerte, anderen wiederum sind Billardsalons angeschlossen.

Getränke

Im Weinland Argentinien findet man auf fast allen Getränkekarten eine wechselnde Auswahl von Weinen, die zumeist von einer der über 50 großen Kellereien des Landes stammen. Die verschiedenen Provenienzen, Rebsorten, Cuveés und Jahrgänge decken eine breite Geschmacksskala ab. Zu den gleichbleibend guten, allgegenwärtigen (und preiswerten) Tropfen gehören u.a. die Weißweine Lagarde Chardonnnay, Trapiche Torrontés, Callia Magna Viognier, Humberto Cana le Sauvignon Blanc sowie die Rotweine Lagarde Doc Malbec, Alta Vista Premium Caber net Sauvignon, Terrazas Reserva Merlot, Santa Julia und Rutini. Biertrinker können zwischen den einheimischen Marken Quilmes, Schneider und Brahma sowie zahlreichen Exportbieren wählen. Daneben gibt es die üblichen Erfrischungsgetränke (gaseosas). Vor allem aber ist Argentinien das Land des Mate-Tees, der zu jeder Tages- und Nachtzeit, von allen Alters gruppen und von allen Bevölkerungsschichten gleichermaßen getrunken wird – typische Begleitutensilien eines waschechten Argentiniers sind eine Thermoskanne mit heißem Wasser, ein Päckchen der grünen Yerba- Mate-Blätter, eine Kalebasse und eine bombilla, das Röhrchen zum Trinken. 

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  • Roland Dusik Unterwegs in Australien und Südostasien

    Roland Dusik ist für DuMont Reise unterwegs in Australien, Indonesien und Bangkok.

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