Below down under Tasmanien: wild, magisch, einsam

Australiens südlichstes Bundesland ist eine Insel. Eine Insel mit wilden Dschungeln, weißen Sandstränden, steilen Klippen und echten Teufeln. Dass Tasmanien immer noch einsam statt überlaufen ist, liegt einzig an seiner Lage: Die meisten Urlauber sind mit dem australischen Festland ausreichend beschäftigt, als dass sie dem Paradies einen Besuch abstatten würden. Ein großes Glück für alle, die zu spät geboren sind.

Die Wineglass Bay von oben | © Jason Charles Hill

500.000 Einwohner auf einer Fläche so groß wie Bayern, während über ein Drittel der tasmanischen Landfläche unter Naturschutz steht. Rund ein Fünftel der Insel zählt sogar zum Weltnaturerbe – allein diese Zahlen lassen erahnen, womit man es in Tasmanien zu tun hat. Ursprünglich als britische Strafgefangenen-Kolonie genutzt, wurde die Insel lange Zeit vernachlässigt. Was für ein Glück, stellt man heute fest. In den Wäldern wachsen die höchsten Laubbäume der Welt: die Riesen-Eukalypten (bis zu 100 Meter hoch) und die Stringybarks mit ihrer faserigen Rinde (bis zu 90 Meter). Und neben zahlreichen Känguru-Arten haben sich hier auch die Beuteltiere gehalten, allen voran der Tasmanische Teufel, dessen Ohren bei Aufregung knallrot werden.

Genug Gründe, den nächsten Australienurlaub um mindestens eine Woche zu verlängern und die ein bis zwei Flugstunden noch dranzuhängen. Fürs Programm hätten wir gleich ein paar Vorschläge:

Tag 1: Hauptstadt Hobart

Die Hauptstadt von Tasmanien gilt als kreativ, lässig und hip. Dazu passt das Museum of Old and New Art (MONA), das vom exzentrischen Gründer David Walsh als „subversives Disneyland für Erwachsene“ bezeichnet wird. Im historischen Stadtviertel Battery Point entdeckt man Prachtbauten und eine preisgekrönte Whisky-Brennerei. Über Nacht im Storytelling-Hotel MACq 01 lernt man viel über Tasmanien und seine Geschichte anhand 114 verschiedener Persönlichkeiten – einer jeden ist ein anderes Zimmer gewidmet.

Tag 2: Die Insel vor der Insel

Einer der Hauptgründe für einen Besuch Tasmaniens sind Flora und Fauna. Vor allem Wombats und Wallabies, die in freier Wildbahn herumtollen, lassen sich am besten auf der unbewohnten Insel Maria Island vor der Ostküste (50 Minuten mit der Fähre) beobachten. Für die Flora empfiehlt sich der Tasmanian Bushland Garden, ein kleiner botanischer Garten, der sich auf einheimische tasmanische Pflanzen spezialisiert hat.

Tag 3: Wineglass Bay von oben

Der Freycinet National Park begeistert durch seine Granitfelsen, die durch Mineralien leicht rosa gefärbt sind. Weltbekannt ist er vor allem für die Wineglass Bay, eine glasähnlich geschwungene Bucht mit feinstem weißen Sand. Sie ist nur zu Fuß oder per Boot erreichbar. Besonders lohnend ist der Aufstieg zum Wineglass Bay Lookout (1,5 bis 2 Stunden).

Tag 4: Im Wasser mit Pinguinen

Das türkisblaue Wasser zieht unwiderstehlich an. Warum also nicht ins Kajak steigen und ein wenig paddeln? Spätestens wenn Pinguine an einem vorbeiflitzen oder Seeadler über einem kreisen, wähnt man sich am exotischsten Ende der Welt. Womit man ja nicht ganz falsch liegt. Weinliebhaber werden auf dem anschließenden Weg nach Launceston an dem ein oder anderen Weingut hängen bleiben – die knackige Frische und die Zitrusnote machen sie zum spannendsten, was Australien in Sachen Vino zu bieten hat. Authentische Küche gibt’s im Stillwater Seven, einer umgebauten Getreidemühle aus den 1830er-Jahren.

Tag 5: Auf ins Gebirge

Der Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark im tasmanischen Hochland verspricht zahlreiche Bergseen, Wasserfälle, Schluchten, Gebirgsketten und auch den höchsten Gipfel Tasmaniens, den 1.617 Meter hohen Mount Ossa. Das Highlight aller Wanderwege ist der etwa 65 Kilometer lange Overland Track, auf dem es in sechs Tagen einmal quer durch den Nationalpark geht. Für eine Kostprobe einfach ein Teilstück des Weges erwandern.

Tag 6: Canyoning für Mutige

Cradle Mountain bietet neben Felsen und Schluchten auch zahlreiche Wasserläufe, denen man mal springend, mal rutschend, mal abseilend folgen kann. Wer Lust auf einen Adrenalinkick hat und buchstäblich eintauchen möchte in die Natur, findet hier etliche Canyons zur Auswahl.

Tag 7: Chillen oder was?

Wer am siebten Tag in Tasmanien immer noch keine Idee hat, was man machen könnte, dem ist nicht zu helfen … Wie wär's mit: Sich einen schönen Platz aussuchen und lange genug dort verweilen, um ihn ganz aufzusaugen? Oder doch lieber noch ein Glas Wein (oder zwei) verkosten, etwa im Tamar Valley, dem wichtigsten Weinanbaugebiet Tasmaniens? Von den guten Tropfen kann man wenigstens eine Erinnerung mit nach Hause nehmen und sich so den Geschmack Tasmaniens etwas länger konservieren.

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von Solveig Michelsen

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