Italien Saluzzo und Cuneo – zwei schmucke Städte des Piemont

In den schattigen Säulengängen flanieren, während italienisches Flair die Stadt pulsieren lässt, historische Substanz erkunden jenseits allen Touristen-Hokuspokus – beides findet man in den beiden Schmuckkästchen des Piemont, in der Provinzhauptstadt Cuneo ebenso wie im kleineren und unbekannteren Saluzzo.

Saluzzo – ein Schmuckstück des Piemont |© MikeDotta, Shutterstock

Saluzzo

„Die Touristen fahren nach Mailand zum Shoppen, die Einheimischen fahren nach Saluzzo“, heißt es hier im Piemont. Dabei gibt es wesentlich mehr Gründe, die an Palästen und Monumenten reiche Stadt auf dem Hügel zu besuchen. Am Eingang des Po-Tals vor imposanter Monviso-Kulisse (von dem man einst dachte, er sei der höchste Gipfel der Alpen) ist Saluzzo die letzte städtische Station, bevor es hügelig und schließlich alpin wird. Zahlreiche Reiseführer preisen es als „schönstes Städtchen der Provinz“. Obwohl es nur 17.000 Einwohner zählt, gibt es sich selbstbewusst städtisch, mittwochs am Markttag noch quirliger und immer quicklebendig. Der französische Einfluss der Savoyer ist durchaus noch zu spüren, unter anderem auch in den Cafés, die immer wieder an Paris erinnern. Wenn die Sonne höher steigt und die umtriebigen Markthändler ihre Ware wieder einpacken (Haushaltswaren werden hier von allen Schichten auf dem Wühltisch gekauft – allein dafür lohnt sich ein Beobachtungsposten in einem Café), flüchtet man in die schattigen Arkaden oder tritt einen Spaziergang in die wesentlich ruhigeren oberen „Stockwerke“ der Stadt an: hinauf zum Castello. Alle Umwege lohnen sich; immer wieder gibt es lauschige Plätze um einen Brunnen oder eine Kirche zu entdecken, enge und steile Gässchen oder Treppen mit Kopfsteinpflaster, die das Autofahren hier so gut wie unmöglich machen, das Flanieren dafür umso entspannter.

Cuneo

Nur 30 Autominuten von Saluzzo entfernt befindet sich ihre „große Schwester“ Cuneo, die Hauptstadt des Piemont und fast vier Mal so groß, aber mit unübersehbaren Parallelen. Am Eingang ins Stura-Tal sind die gebirgigen Hügel malerische Kulisse für das gleichfalls historische Städtchen, das ebenfalls auf einer Anhöhe thront. Das Zentrum bildet ein gigantischer Platz, der Piazza Garibaldi, der hauptsächlich durch seine schiere Größe beeindruckt. Gleichzeitig unterteilt er die Hauptschlagader des Städtchens in den vielbefahrenen und geschäftigen Corso Nizza und die den Fußgängern vorbehaltene Via Roma. Wer zum Einkaufen oder Essen in die Stadt gekommen ist, wird hier auf jeden Fall fündig. Insgesamt acht Kilometer Arkaden bieten dabei Schutz vor Sonne und Regen, die meisten seit vielen hundert Jahren. Holzvertäfelte Auslagen verleihen dabei selbst modernsten Geschäften historischen Flair. Sobald man die Via Roma verlässt und in die Seitengässchen eintaucht, wird es ruhiger. Zu den sehenswerten Bauwerken gehören hier die verspielte Barockkirche Santa Croce, üppig verziert und dekoriert, sowie das Museo Civico, das zusammen mit einer gotischen Kirche ein wunderbares Ensemble im Kloster bildet – selbst nur von außen betrachtet.

Wer den zahlreichen Kirchen und Palästen nichts abgewinnen kann, widmet sich den Gaumengenüssen. Cuneo ist bekannt für seine großen und süßen Maroni sowie für seine Trüffel. Und auch an guten Restaurants mangelt es nicht in der Stadt. Als Verdauungsspaziergang bietet sich der mitten in der Stadt gelegene Naturpark der Flüsse Cuneo und Stura an – ein Oase mit besonderer Stimmung zu jeder Jahreszeit. Für noch größere Taten, respektive Wanderungen laden die Täler Stura und Grana zu lieblichen bis alpinen Touren ein. Mit der Höhe wird es dann schlagartig kühler – oft auch feuchter –, die Vegetation ist eine völlig andere und die Abgeschiedenheit der Bewohner bildet eine Kontrast, der größer und vielfältiger nicht sein könnte.

Einkehrtipps:

Saluzzo: Le 4 stagioni d‘Italia – empfehlenswertes Restaurant mit ansprechendem Garten im Innenhof, köstlichen Gerichten und galantem Personal.  www.ristorante4stagioni.com

Cuneo: Fra Diavolo Pizza – zwar eine Kette, die aber mehrfach ausgezeichnet wurde. Eine Besonderheit: der schwarze (Kohle-)Pizzateig, der nicht nur ein Hingucker ist, sondern auch hervorragend schmeckt. www.fradiavolopizzeria.com

Übernachtungstipp:

B&B Casa Torre Allera im Norden von Cuneo: Die sehr geschmackvoll restaurierte, schlicht-moderne Unterkunft mit ihrem einladenden Garten ist ein wahres Schmuckstück und wird von einem äußerst herzlichen Paar geführt. Ein Ort zum Wohlfühlen und Verwöhnt-Werden. www.casatorreallera.com

» Mehr spannende DuMont Reise-News

von Solveig Michelsen

Nach oben