Der Traum vom Camperbus Camper-Sharing – wie funktioniert's?

Der Traum vom selbst ausgebauten Camperbus spukt in vielen Köpfen herum: mit einem individuellen Gefährt spontan in den Urlaub fahren können, romantische Übernachtungsplätze entdecken … Den Verlockungen stehen jedoch viele Unsicherheiten gegenüber, zuvorderst die Frage: Lohnt sich eine Anschaffung überhaupt? Beim Camper Sharing kann man dieser Frage auf den Grund gehen und probeweise einen Camper mieten – oder das eigene Gefährt die ungenutzte Zeit im Jahr Geld einspielen lassen. Wir haben Levin Klocker, DACH Country Manager bei Yescapa, gefragt, wie das alles funktioniert.

Liebevoll ausgebaute Camper wie diesen gibt es in der Camper-Sharing-Datenbank. | © Jody Titre, Yescapa

Lieber Herr Klocker, wie würden Sie das Yescapa Camper-Sharing in einem Satz erklären?

Auf Yescapa kann man Camper und Wohnmobile privat mieten und vermieten – europaweit, versichert und im Zeichen von Slow Travel und Sharing Economy.

Wie viele Wohnmobile/Campingbusse haben Sie in Ihrer Datenbank? Aus welchen Ländern?

Die Camperflotte entwickelt sich ständig weiter; aktuell haben wir rund 10.000 Fahrzeuge in Deutschland, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Belgien, Großbritannien und in der Schweiz.

Wonach kann man bei der Yescapa-Suche filtern?

Nach verschiedenen Kriterien wie Land, Fahrzeugtyp, Ausstattung, Preisspanne, Anzahl der Schlafplätze, der Möglichkeit, Tiere mitzunehmen usw. Yescapa ist ähnlich aufgebaut wie andere Sharing-Plattformen à la Airbnb.

Auch nach Kundenbewertungen oder Verfügbarkeit?

Ja.

Was unterscheidet Yescapa von anderen Camper-Sharing-Plattformen wie Paulcamper, Campanda oder Indiecampers?

Zum einen sind wir primär auf die private Vermietung spezialisiert und haben weniger (jedoch auch) gewerbliche Anbieter im Repertoire. Das hat die Vorteile, dass man als Mieter einen Zugang zu individuell ausgebauten und einzigartigen Modellen bekommt, weniger Kosten tragen muss und mit dem Vermieter in einer Beziehung auf Augenhöhe steht. Zudem sind wir in acht verschiedenen Ländern aktiv und damit die europaweit größte Plattform für privates Camper-Sharing. Wir feiern kommendes Jahr unser 10-jähriges Bestehen.

Was unsere Leser sicher gerne wissen möchten: Wie viel muss ich in der Hauptsaison durchschnittlich berappen für ein Wohnmobil für vier Personen (Anmietung Deutschland)?

Der Preis hängt von diversen Faktoren ab wie Fahrzeugausstattung, -alter, Mietdauer etc.

Für ein voll ausgestattetes Wohnmobil für vier Personen und in der Hauptsaison sollte man hier mit ca. 115 Euro pro Miettag rechnen. Das kommt vielen erst einmal teuer vor, jedoch bucht man mit einem Wohnmobil Unterkunft und Transport in einem.

Fällt zusätzlich noch eine Vermittlungsgebühr an? Und wer bezahlt diese: der Vermieter oder der Mieter?

Der Gesamtpreis setzt sich zusammen aus Miete, Servicegebühr und Versicherung. Die Servicegebühr wird zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt.

Ganz wichtiger Punkt und großes Fragezeichen für alle, die sich eine Vermietung überlegen: Wie ist das mit der Versicherung geregelt? Die haftet bei einem Unfall ja nur, wenn ein Camper als „Selbstfahrer-Vermieterfahrzeug“ zugelassen ist und einen gewerblichen Vollkaskoschutz hat …

Das stimmt so nicht. Man kann mit einer eigenen Mietversicherung bei uns vermieten, kann aber – wie die meisten Vermieter – alternativ unsere Versicherungslösung in Anspruch nehmen (und dadurch die Jahreskosten an bis zu 2.500 € für die Selbstfahrer-Vermietversicherung sparen). Wir haben extra einen Versicherungsvertrag mit Allianz gestrickt, der private Mieter und Vermieter in Deutschland mit einem Haftpflicht- und Vollkaskoschutz inkl. Unterschlagung und europaweiter 24h-Pannenhilfe deckt. Diese Versicherung greift nur im Zeitraum einer Yescapa-Vermietung und die eigene Schadensquote des Vermieters bleibt unberührt.

Was ungefähr kostet mich das als Vermieter?

Als privater Vermieter gehen vom eigenständig festgelegten Mietpreis 4% als Provision an Yescapa ab. Die Nutzung der Plattform ist kostenfrei.

Lohnt sich das Vermieten trotzdem?

Absolut! Wir haben einige Vermieter, die durch den Zusatzverdienst nicht nur die Fahrzeug-Anschaffungskosten decken sondern sich bereits einen zweiten oder dritten Camper zugelegt haben und diese(n) fast ausschließlich vermieten.

Ist das Verhältnis zwischen Vermietern und Mietinteressenten ausgewogen oder gibt es mehr Angebot als Nachfrage bzw. umgekehrt?

Die Nachfrage ist enorm und vor allem in der Hauptsaison ist die Flotte stark ausgelastet. Daher empfiehlt es sich, früh zu buchen. Parallel zur Anfrage wächst aber auch das Angebot – so hat sich etwa die deutsche Flotte durch die diesjährige Übernahme unseres Konkurrenten ShareaCamper vervielfacht.

Der Sharing-Gedanke ist ja nicht nur ein finanzieller Anreiz für viele, sondern beinhaltet neben sozialen Aspekten auch einen sehr nachhaltigen: Ein Auto wird von möglichst vielen Menschen genutzt. Inwiefern unterstützt Yescapa diesen Umwelt-Gedanken?

Teilen ist das neue Haben. In der Regel steht ein Campingfahrzeug den Großteil des Jahres ungenutzt herum. Dem möchten wir entgegenwirken, indem wir eine sichere und nachhaltige Win-Win-Situation schaffen und vorhandene Ressourcen kollektiv zugänglich machen. Der Leitgedanke der Sharing Economy war und ist die zentrale Triebfeder von Yescapa.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Wer Lust bekommen hat, findet zahlreiche originell ausgebaute Camper unter: www.yescapa.de

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