Neapel

Seit Jahrtausenden multikulturell geprägt, verfügt die Region um Neapel über eine Fülle an Kunst- und Kulturschätzen. Griechen, Römer, Normannen, Staufer, Franzosen, Österreicher und Spanier – alle haben ihre Spuren hinterlassen.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Der internationale Flughafen Napoli-Capodichino wird von Linien- und Chartermaschinen angesteuert: Alitalia mehrmals täglich über Mailand oder Rom, Lufthansa ab Frankfurt und München. Charterflugzeuge landen in der Regel zwischen März und November. Meist ganzjährig fliegen die Günstigfluglinien, etwa Airberlin, Easyjet, Germanwings, z. B. von Berlin, Hannover, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Basel und Genf. Auskunft: Napoli-Capodichino, Tel. 08 17 89 61 11 (Zentrale), Fragen zu Betreuungsservice unter Tel. 08 17 89 62 59 oder customer_service@gesac.it, www.gesac.it.

Weiterreise ins Zentrum

Der Flughafen Capodichino ist überschaubar. Taxi- und Bushaltestellen liegen unmittelbar vor dem Ankunftsbereich. Etwa 1 km vom Terminal entfernt befinden sich die Stellplätze und Büros für Leihwagen und größere Parkplätze. Verbindung zum Terminal durch Shuttle-Busse (ital. navetta). Die Kleinbusse halten etwa 50 m gegenüber des Ankunftbereiches und fahren alle paar Minuten zum Parkplatzbereich der Mietwagen.

Mit dem Taxi ins Zentrum: Die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt kostet mit Taxameter ca. 25 €. Alternativ dazu gibt es eine Liste mit Fixpreisen (tariffa predeterminata), z. B. Capodichino– Municipio 19 €. Der Festpreis gilt auch für Feiertage und nachts. Jedes Taxi muss eine entsprechende Preisliste mit sich führen.

Alibus: Abfahrt alle 20 Min. (6–23.30 Uhr), Flughafen–Hbf. Piazza Garibaldi– Piazza Municipio/Molo Beverello, außer am Hbf. ohne weitere Zwischenstopps. Fahrkarte am Flughafenzeitungskiosk, in den tabacchi, Zeitungsläden und teils Bars am Hbf und Hafen jeweils 3 €, im Bus 4 €. Das Ticket gilt 90 Min. und kann zur Weiterfahrt im Stadtbereich Neapel genutzt werden. Infos unter www.anm.it: »servizio aeroporto«.

Mit der Bahn

Wer mit dem Zug nach Neapel reist, muss – je nach Abfahrtsort im Norden – in München, Mailand oder Rom umsteigen. Reisezeit z. B. für Köln–Neapel ca. 18 Std., Zürich–Neapel ca. 10 Std. Ratsam sind Verbindungen mit ICs, den reservierungspflichtigen Schnellzügen Eurostar oder, ab Florenz und Rom, mit dem sogenannten Hochgeschwindigkeitszug (treno di alta velocità = tav). Italo nennt sich der private Hochgeschwindigkeitszug, der Italien seit 2012 von Mailand bis Salerno mit 300 km/h durchfährt, Infos, Preise und Fahrplan unter www.italotreno.it.

Mit dem Auto

Aus dem Norden kommend bieten sich drei Routen an: durch die Schweiz über den großen St. Bernhard oder durch den Gotthard-Tunnel, durch Österreich über die Brenner-Autobahn. Italiens Autobahn ist bis kurz hinter Neapel gebührenpflichtig. Die Strecke Chiasso– Neapel kostet ca. 55 €. Alternativen zur Barzahlung sind ›Viacard‹ (erhältlich beim ADAC), EC- oder Kreditkarten.

Unterkunft

Hotels und Pensionen

Die Hotellerie in Kampanien kennt drei Hochsaison-Perioden: Ostern, Juli und August und die Weihnachtsfeiertage mit Silvester und Neujahr. Für diese Zeiträume empfiehlt sich die Reservierung unbedingt, an der Amalfiküste ist die Bettenkapazität besonders an Ostern schnell ausgeschöpft. Unerwartet voll wird es auch oft zwischen den beiden Feiertagen 25. April und 1. Mai – viele Italiener nutzen die Woche für einen Kurzurlaub. Im Vergleich zu anderen italienischen Großstädten und Metropolen haben die Städte Neapel und Salerno eine sehr niedrige Bettenkapazität. Das rare Hotelangebot wird dort mittlerweile durch viele Bed & Breakfasts ausgeglichen.

Der Preis für ein Doppelzimmer ohne Frühstück in der mittleren Kategorie beträgt je nach Standort und Saison durchschnittlich 70 bis 120 €. Im Juli und August steigen die Preise für eine Übernachtung in den Badeorten teilweise bis zu 40 %. An den Küsten besteht dann in vielen Hotels und Pensionen Vollpensionspflicht. Sobald die Strandsaison dort mit dem Oktober zu Ende geht, schließen besonders im Cilento und auf den Inseln viele Hotels und Pensionen über die Wintermonate bis kurz vor Ostern.

Die meisten Hotels im Reisegebiet verfügen über drei bis vier Sterne, allerdings ist auf die Kategorisierung nur bedingt Verlass. Ein familiengeführtes kleines 2- oder 3-Sterne-Haus kann durchaus einladender sein als ein großes 4-Sterne-Hotel, zu dessen Service zwar zwingend Klimaanlage und Nachtportier gehören, die aber – je nach individuellen Bedürfnissen – entbehrlich sind. Vor allem Ischia und Sorrent sind Hochburgen des Pauschaltourismus. Wer nicht auf sein Komplettpaket mit Flug und Transfer zum Hotel verzichten mag, sollte sich jedoch genauer über Größe des Hauses, Angebot des Essens und Ähnliches informieren.

Buchen
Die Zimmerreservierung per Internet oder E-Mail gehört auch in Süditalien zum Standard. Der Blick auf die Homepage der Hotels lohnt allemal – nicht nur, um sich selbst vorab ein Bild zu machen, sondern auch um Angebote zu nutzen. Viele Hotels bieten besonders in der Nebensaison Spezialtarife für ein verlängertes Wochenende oder eine Woche an.

Übersichtlich und nach Ortschaften strukturiert ist das Hotelverzeichnis der EPT Napoli für die Provinz Neapel www.eptnapoli.info/sleeping.asp und www.turismoinsalerno.it für die Provinz Salerno. Nach Stadtvierteln sortiert ist die Website der Associazione degli Albergatori Napoletani www.napleshotels.na.it. Eine vielfältige Vorauswahl an Unterkünften bietet das Napoli-Tourismusportal Portanapoli: www.hotel.portanapoli.com/GER/ger.html.

Agriturismo

Die Alternative zu Hotels und Pensionen ist die italienische Variante der ›Ferien auf dem Bauernhof‹. Viele kleine Landwirtschaftsbetriebe schaffen sich so ein zweites Standbein. Der Gast profitiert davon, denn er wohnt in familiärer Atmosphäre und naturnahem Ambiente. Einige Agriturismi bieten ihren Gästen auch einen Pool im großzügig angelegten Garten an. Ein guter Agriturismo zeichnet sich durch die Verwendung möglichst vieler Produkte aus eigener Herstellung oder Tierzucht aus – etwa Brot, Marmelade und Käse zum Frühstück, hausgemachte Nudeln, Olivenöl und Gemüse aus eigenem Anbau. Da die meisten Anbieter im Cilento nur wenige Zimmer zur Verfügung haben, empfiehlt sich auch hier die frühzeitige Reservierung. Agriturismi finden sich auch auf der sorrentinischen Halbinsel, an der Amalfiküste und auf Ischia. Das Internetportal www.campaniaagriturismo.it bündelt kampanische Agriturismi.

Jugendherbergen

Jugendherbergen und sogenannte Hostels gibt es in Neapel, Pompeji, Salerno, Ischia, Sorrent, Positano und Agropoli. Die Übernachtung im Schlafsaal kostet im Durchschnitt 14 €. Weitere Jugendherbergen gibt es in Agerola (oberhalb der Costiera Amalfitana) und in Cava de Tirreni (oberhalb von Vietri sul Mare): Ostello AIG Beata Solitudo, Agerola, Piazza Generale Avitabile, Tel. 08 18 02 50 48, ganzjährig, nur 16 Betten; Ostello AIG Borgo Schiacciaventi, Cava de Tirreni, Piazza San Francesco 1, Tel./Fax 089 46 66 31, April– Sept., im mittelalterlichen Stadtkern gelegen. Infos: www.aighostels.com.

Klöster

Eine originelle und meist kostengünstige Alternative zu Hotels sind drei kirchlich geführte Unterkünfte in Neapel und Sorrent. Die Einrichtungen sind sehr einfach und spartanisch, aber dafür locken die alten, dicken Klostermauern mit viel Flair. In manchen Häusern müssen die Gäste abends zu einer bestimmten Zeit wieder im Haus sein.

Neapel: Casa del monacone, Via Sanità 124, Tel. 08 17 44 37 14, www.catacombedinapoli.it/casaDelMonacone.asp, 6 Zimmer, Küche, Balkon, DZ 70 €. Schönes Gästehaus von Santa Maria della Sanità; Piccole Ancelle di Christo Re, Via Posillipo 222, Tel. 08 15 75 78 71, 20 Zimmer.

Sorrent: Oasi Madre della Pace, Frazione Priora, Via Parisi 22, Tel. 08 18 78 19 24, www.oasimadredellapace.com. Gästehaus in einem alten Landgut oberhalb Sorrents, DZ 60–100 €.

Bed & Breakfast

Diese Form der Unterkunft boomt in Kampanien und ist vor allem in Neapel ein Renner. Die meist sehr stilvoll – von Architekten und Sprösslingen des gehobenen Bürgertums – eingerichteten Zimmer und Wohnungen sind nicht immer ganz billig. Familienanschluss ist selten und der Übergang zur Ferienwohnung manchmal fließend. Ein Doppelzimmer kostet ca. 70 bis 100 €, in der exklusiven Luxusversion in bester Lage auch mal das Doppelte. Mittlerweile gibt es Organisationen, die Angebot und Nachfrage koordinieren, z. B. RENTaBED, www.rentabed.com, und die Vereinigung B & B Napoli, www.bb-napoli.com.

Ferienwohnungen, -häuser

Der Cilento ist ein klassisches Gebiet für Ferienwohnungen. Im Juli und August sind die meisten Unterkünfte fest in der Hand italienischer Touristen. Eine spontane Wohnungssuche vor Ort ist deshalb bestenfalls außerhalb der Saison erfolgversprechend – und auch dann ist ein wenig Abenteuerlust unerlässlich. Einfacher und ganzjährig möglich ist das Buchen über einen der offiziellen Anbieter. Die Auswahl reicht vom alten Landhaus, der casa colonica im Olivenhain, über restaurierte mittelalterliche Türme an der Küste und moderne Wohnanlagen im mediterranen Stil mit Swimmingpool bis zum künstlerisch gestalteten Apartment.

Cilento-Spezialist und Reiseveranstalter Italimar vermietet Ferienwohnungen und -häuser im Cilento und an der Amalfiküste. Das umfangreiche Angebot umfasst etwa 300 Unterkünfte, darunter auch Agriturismi, Hotels und B & Bs auch in Neapel und Umgebung und an der Costiera Amalfitana: www.italimar.com. Il Cilentano vermittelt überwiegend Ferienwohnungen und -häuser im Cilento unter www.cilento-ferien.de.

Camping

Das Angebot an Campingplätzen ist im Cilento sehr gut. Die meisten Plätze liegen direkt am Meer und verfügen über einen Strandzugang. Auf Capri ist das Campen generell verboten. An der Costiera Amalfitana befindet sich der einzige Platz in Praiano. Wohnmobile dürfen an der Costiera über Nacht nicht ›wild‹ auf öffentlichen Parkplätzen stehen. Der Neapel am nächsten gelegene Platz ist in Pozzuoli, am Solfatara- Vulkan, nur wenige Fußminuten von der Metrostation in Pozzuoli entfernt; die Verkehrsanbindung an Neapel ist gut.

Freizeit

Baden und Strände

Die Wasserqualität der Inseln, der sorrentinischen Halbinsel und der amalfitanischen Küste ist im Allgemeinen gut bis sehr gut. Die beste Wasserqualität und die schönsten und weitläufigsten Sandstrände gibt es im Cilento. Die mit der blauen Flagge für sauberes Wasser jährlich ausgezeichneten Strände findet man unter www.bandierablu.org.

Segeln

An der amalfitanischen und sorrentinischen Steilküste gibt es traumhafte Buchten, die die Segelboote ganz unter sich aufteilen. Entsprechend hoch ist der Andrang im Juli und August. Die kleinen Sporthäfen auf Capri, Ischia und Procida und an der Costiera haben dann kaum einen Ankerplatz frei. Auch im Cilento sind die Häfen dann immer gut gefüllt. Guten Service rund ums Segeln bietet www.yachting.it.

Tauchen

Die besten Tauchgründe liegen bei Capri, an der Penisola Sorrentina (Punta Campanella) und im Cilento, wo Palinuro und die Costa degli Infreschi (ebenfalls Meeresschutzgebiet) bei Marina di Camerota als besonders reizvoll gelten; entsprechend gut ist dort in der Sommersaison das Angebot an Tauchausrüstung und -zubehör. Tauchen und Unterwasserarchäologie können in Baia auf den Phlegräischen Feldern kombiniert werden.

Sorrent: Sorrento Diving, Via Marina Piccola 63, Mobiltel. 349 653 63 23, www.sorrentodiving.it.

Palinuro: Tauchlehrer im Hafen, Mobiltel. 33 87 31 19 53 oder 34 75 20 28 63, www.guidesubpalinuro.it.

Baia: Consorzio Baia Sommersa, mobil 34 94 97 41 83, www.baiasommersa.it.

Wandern und Trekking

Ausgedehnte Spaziergänge und landschaftlich sehr reizvolle Kurzwanderungen lassen sich auch in der Nähe der Stadt Neapel unternehmen. Dazu bietet sich die Vulkanlandschaft der Campi Flegrei mit den Naturschutzgebieten Monte Nuovo und der Krater von Astroni sowie die Inseln Capri und Ischia an. Dort und rings um Sorrent und Amalfi sind die landschaftlichen Kontraste zwischen Meer und Gebirge besonders spektakulär. Wer den Vesuv- Nationalpark erwandern will, kann mit drei bis vier abwechslungsreichen Tagen in faszinierender Lavalandschaft rechnen. Die markierten Touren reichen von anspruchsvoll bis einfach (Info: www.vesuviopark.it/grancono/).

Für längere Wanderungen und anstrengende Trekkingtouren mit großen Höhenunterschieden bieten sich die sorrentinische Halbinsel, die Costiera Amalfitana mit dem Lattari-Gebirge und der Cilento mit seinen Bergketten und steilen Schluchten an (Kontakt zu Wanderführern im Cilento: mobil 33 96 50 24 55, www.guideufficialipncvd.it und www.getvallodidiano.it). 

Wellness und Thermalkuren

Wellness pur bietet die Thermalinsel Ischia. In der Heimat der Fangopackung, die benannt ist nach einem Stadtteil von Casamicciola (Fango = Schlamm), gibt es kaum ein Hotel, das nicht zumindest einen Thermalpool im Garten hat, viele besitzen eine eigene Kurabteilung. Eine Alternative zu den klassischen Kureinrichtungen sind die Thermalparks, die parchi termali, die anders als die Kureinrichtungen in der Regel auch ohne ärztlichen Check besucht werden können. Diese ischitanischen Varianten des Erlebnisbades verfügen über mehrere Thermalbecken und -duschen, Dampfbäder und Saunen sowie einen Zugang zum Strand. Naturnah ist das Baden im Thermalwasser, das an manchen ischitanischen Stränden (Cavascura, Spiaggia di Grado, Sorgeto) ins Meer sprudelt.

Einkaufen

Souvenirs

Ideale kulinarische Erinnerungsstücke sind kampanische Weine wie der Greco und der Aglianico sowie fruchtige Zitronenliköre (limoncello). Beim Kaffee schwören Neapolitaner auf die Hausmarken Passalacqua und Kimbo. Liebhaber von Kunsthandwerk finden in Vietri sul Mare (Costiera Amalfitana) traditionelle und farbenfrohe Keramik, in Torre del Greco am Fuß des Vesuvs wertvollen Korallenschmuck. Neapels Krippenbauer in der Via San Gregorio Armeno modellieren seit Jahrhunderten aus Wachs, Holz und Ton ganze Krippenlandschaften, und auf Ischia nutzt man die inseleigene Ressource Thermalwasser zur Herstellung feiner Kosmetik (Ischia Thermae). In Amalfi wird Papier noch per Hand geschöpft. Von Dauer sind musikalische Erinnerungen.

Größere und kleinere Shoppingmeilen für Modebewusste findet man in Neapel (Via Toledo und Via Chiaia), Salerno (Via Tasso), Sorrent (Corso Italia) und Ischia Porto (Corso Colonna). In Capri präsentiert sich alles, was Designer-Rang und Mode-Namen hat, rings um die Piazzetta. Allerdings verdrängen die großen Firmen immer mehr das traditionelle Mode-Kunsthandwerk. Legendär ist die Capri-Sandale, z. B. von Costanzo Ruocco, Amedeo Canfora, Antonio Viva, die an so berühmten Füßen wie von Jackie Kennedy oder Julia Roberts Kultstatus erlangten.

Reisewetter

Das kampanische Klima ist typisch mediterran mit heißen, trockenen Sommern und milden, teils feuchten Wintern. Zwischen November und März fällt der meiste Niederschlag. Ab April steigen die Temperaturen in der Regel langsam, aber stetig und im Mai kann es schon sommerlich warm sein. Spätestens Ende Juni ist mit der ersten Hitzewelle zu rechnen, die auch mal zehn Tage dauern kann. Seit dem sogenannten Jahrhundertsommer 2003, der ganz Italien vor allem nachts extrem hohe Temperaturen bescherte, lässt sich auf dem Stiefel die Tendenz verzeichnen, dass die Spitzenwerte im Juni, Juli und August steigen und die Sommer zunehmend heißer werden. So verzeichneten die Meteorologen für das Jahr 2007 eine Durchschnittstemperatur von 31,1 °C gegenüber dem seit 1980 üblichen Mittelwert von 28,8 °C.

Warnung vor dem »Ferragosto«

Mit »Ferragosto« wird in Italien der Feiertag bezeichnet, der auf den 15. August fällt. Um diesen Tag herum planen die italienischen Familien ihren Urlaub. Unterkünfte sind restlos ausgebucht und Strände überfüllt, das Service-Personal ist angespannt, die Dienstleistungsqualität lässt nach. Wer dennoch im August nach Kampanien will, sollte frühzeitig einen kleinen, ruhigen Agriturismo im Cilento buchen. Neapel versinkt in diesem Monat in einer surrealen Sommerstarre. Die Stadt ist entvölkert, viele Geschäfte und Lokale sind geschlossen, Museen oft menschenleer.

Die beste Zeit für Sightseeing, Bade- und Aktivurlaub

Ideale Reisebedingungen bieten sich ab Mitte April bis Mitte/Ende Juni und September/Oktober. Das Wetter ermöglicht äußerst vielfältige Urlaubsaktivitäten – von Archäologie- und Städte-Sightseeing über Wanderungen bis hin zum Wassersport. Die Badesaison beginnt mit etwas Glück schon ab Ende April und endet mit dem Monat Oktober. Der heiße Juli eignet sich überwiegend für einen Badeurlaub. Wer körperlich sehr anstrengende Trekking- oder Mountainbiketouren plant oder sehr hitzeempfindlich ist, der sollte Mai oder Oktober als Reisezeit wählen, dann sind die Temperaturen in jedem Fall gemäßigt, und Schlechtwetterphasen mit starkem Regen oder Sciroccowinden dauern selten länger als drei Tage an.

Dank des milden Winterwetters ist sogar der Dezember ein guter Reisemonat für Städtetouren. Die Besichtigung etwa von Pompeji wird an einem sonnigen Wintertag ein entspannendes Erlebnis, da man die antike Stadt nur mit wenigen anderen Besuchern teilen muss.

Neapel: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 13
  2. Feb 13
  3. März 15
  4. April 18
  5. Mai 23
  6. Juni 26
  7. Juli 29
  8. Aug 30
  9. Sept 26
  10. Okt 22
  11. Nov 17
  12. Dez 14

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 4
  2. Feb 4
  3. März 6
  4. April 8
  5. Mai 12
  6. Juni 16
  7. Juli 18
  8. Aug 18
  9. Sept 15
  10. Okt 12
  11. Nov 8
  12. Dez 5

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 14
  2. Feb 13
  3. März 13
  4. April 15
  5. Mai 18
  6. Juni 21
  7. Juli 24
  8. Aug 25
  9. Sept 23
  10. Okt 21
  11. Nov 18
  12. Dez 16

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 4
  2. Feb 4
  3. März 5
  4. April 6
  5. Mai 8
  6. Juni 9
  7. Juli 10
  8. Aug 10
  9. Sept 8
  10. Okt 6
  11. Nov 4
  12. Dez 3

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 10
  2. Feb 10
  3. März 10
  4. April 9
  5. Mai 6
  6. Juni 4
  7. Juli 2
  8. Aug 4
  9. Sept 6
  10. Okt 8
  11. Nov 11
  12. Dez 11

Gesundheit

Ärztliche Versorgung

Innerhalb der EU können sich Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen unter Vorlage der European Health Card kostenlos bei einem Arzt behandeln lassen. Allerdings ist man an Vertragsärzte (medico di base) gebunden. Eine private Auslandsversicherung ist empfehlenswert, wobei die Behandlungskosten nach Vorlage der Belege später erstattet werden. Notfallbehandlungen im Krankenhaus und bei der Guardia Medica sind kostenlos.

Apotheken

Eine farmacia erkennt man am grünen Kreuz über der Tür. Am Wochenende Nachtapotheke in Neapel: Alma Salus, Piazza Dante 71, Tel. 08 15 49 93 36.

Sicherheit

Trotz Camorra ist die alltägliche Kleinkriminalität (Diebstahl) in Neapel und Umgebung vergleichbar mit der in anderen Großstädten der Welt. Allgemein gilt: Wohlstand nicht zur Schau stellen, Wertgegenstände nicht im Auto vergessen, wertvollen Schmuck oder teure Uhren in den Hotelsafe! Besonders beliebt bei Straßendieben sind Rolex-Uhren! Fotoapparate und Videokameras gehören (wenn man nicht gerade fotografiert) in Rucksack oder Tasche. Wertsachen – das gilt auch für Handys – nie auf Tischen im Freien herumliegen lassen! Die Mitnahme größerer Geldbeträge sollte man unterlassen und den Gang zum Geldautomaten in Neapel spätabends und an Sonntagen, an denen nicht viele Menschen unterwegs sind, vermeiden.

Diplomatische Vertretungen in Neapel

Deutsches Honorarkonsulat
Via Medina 40,
80133 Neapel
Tel. 08 12 48 85 11, Fax 08 17 61 46 87
www.rom.diplo.de

Österreichisches Honorarkonsulat
Via Ricciardi 10,
80142 Neapel
Tel./Fax 08 15 53 43 72
consolatoaustria.napoli@gmail.com

Schweizer Konsulat
Via Consalvo Carelli 7,
80128 Neapel
Tel. 33 58 31 52 57, Fax 08 15 78 55 94
napoli@honrep.ch
www.eda.admin.ch/roma

Fälschungen

Neapel ist eine Fälschermetropole. Straßenhändler bieten vom Handy über Handtaschen, Uhren, Videokameras bis zu CDs alle erdenklichen Plagiate an. Der Handel mit Falschware ist strafbar, dem Käufer drohen Geldstrafen.

Essen und Trinken

Die kulinarische Kultur Kampaniens ist das Ergebnis vielfältiger Einflüsse: Die verschiedenen Herrschaftshäuser Neapels brachten jeweils ihre Köche und Lieblingsspeisen mit, und die Araber lehrten die Menschen am Golf den Gemüseanbau auf den fruchtbaren Vulkanböden und führten über Sizilien Zitrusfrüchte und die Pasta ein. Auch das Zusammenspiel von Land und Meer schlägt sich in der Küche nieder: Besonders an der Costiera Amalfitana war der Bauer auch oft Gelegenheitsfischer, und Gemüse und Fisch finden sich kombiniert in einem Gericht wieder. Die meisten kampanischen Rezepte basieren auf lokalen Produkten und betonen den Eigengeschmack der Zutaten.

Trotz vieler Gemeinsamkeiten haben die Inseln im Golf von Neapel, die amalfitanische Küste und der Cilento eigene kulinarische Traditionen. Ischia ist bekannt für den coniglio all’ischitana, geschmortes Kaninchen. An der Costiera häufen sich Gerichte, die Zutaten von Land und Meer miteinander kombinieren wie Pasta mit Bohnen und Miesmuscheln. In Amalfi werden Spaghetti oder Vermicelli sogar noch mit der sogenannten colatura di alici serviert, einer Sardellensoße, die auf das römische Garum zurückgeht.

Pizza und Pasta

Die Zutaten für das typischste Gericht Neapels sind Mehl, Wasser, Salz und Hefe. Die Pizza ist die Metapher für die Stadt. Und in Neapel gibt es sie sogar schon zum Frühstück – zweimal gefaltet, in Papier eingewickelt und aus der Hand gegessen: piegata a libretto.

Fester Bestandteil eines Essens sind Nudeln, meist Spaghetti oder Maccheroni. Die pasta alimentare aus Hartweizengrieß wird nicht nur mit Tomatensoße, sondern auch mit Gemüse, Hülsenfrüchten oder Meeresfrüchten und Fisch gegessen. Etliche Gerichte, wie z. B. die pasta e ceci (Kichererbsen), erinnern an Zeiten, als die Tomate im Mittelmeerraum noch unbekannt und Fleisch ein Vergnügen war, das sich die Leute nicht allzu häufig leisten konnten.

Fisch

Fisch wird vorzugsweise als secondo, als Hauptgericht serviert. Die Auswahl reicht von der Goldbrasse (orata) über Seebarsch (spigola), Sardellen (alici), Schwertfisch (pesce spada), Zahnbrassen (dentice) bis hin zu Streifenbarben (triglie) und dem roten Drachenkopf (scorfano). Regionaltypisch ist die Zubereitung all’acqua pazza: kurz gegart in einer Mischung aus Wasser, einem Schuss Olivenöl, Petersilie, Knoblauch und frischen kleinen Tomaten.

Das Angebot an frischem Fisch variiert in den Restaurants täglich, Goldbrasse und Seebarsch kommen mittlerweile auch oft aus der Aufzucht.

Gemüse

Wie in allen ›armen‹ Küchen kommt dem Gemüse auch in Kampanien ein besonderer Stellenwert zu. Auberginen ergeben geschichtet mit Tomatensoße, Mozzarella und Parmesan die melanzane alla parmigiana. Zucchini werden gebraten und a scapece mit ein paar Tropfen Essig und Minze aromatisiert.

Eine kulinarische Dauerliebe der Neapolitaner sind die friarielli (oder broccoletti): eine herb-aromatische Broccoliart, oft zusammen mit der salsiccia, einer groben Bratwurst, serviert.

Die Kunst der Süßspeisen

Ein kalorienreiches Kapitel der kulinarischen Kultur ist die pasticceria, das Konditorhandwerk. Heimliche Königin der neapolitanischen Pasticceria ist die sfogliatella, ein muschelähnliches, knuspriges Teiggehäuse mit Ricotta- Füllung, zum Frühstück genauso beliebt wie sonntags nach dem großen Mittagessen.

Zu den Nachtischklassikern gehören außerdem der babà, ein Verwandter des französischen Savarin, der in einer Rum-Zucker-Lösung getränkt wird, und die pastiera, ein Mürbeteigkuchen mit Weizen, Ricotta und kandierten Früchten gefüllt und mit viel Orangenblütenessenz verfeinert. Die sorrentinische Spezialität delizia al limone ist ein Törtchen mit einer Creme aus den berühmten Zitronen von Sorrent. Capris traditioneller Kuchen ist die torta caprese, gefertigt aus einer Mischung aus Schokolade, Mandeln, Butter und Zucker.

Primo, Secondo, Dolce

Eine komplette Mahlzeit beginnt mit der Vorspeise, dem antipasto. Es folgt der primo (erster Gang: Nudeln, Suppe oder Reis), der secondo mit contorni (zweiter Gang: Fleisch oder Fisch mit Gemüse oder Salat, Beilagen werden extra bestellt) und der Nachtisch als frutta oder dolce. Schließlich rundet ein caffè das Essen ab.

Die Durchschnittsmahlzeit besteht allerdings in der Regel aus primo und secondo oder aus einem antipasto und einem primo oder secondo. Die Pizza kommt ohne Begleitung aus. Mittagessen (pranzo) gibt es meist ab 13 Uhr, Abendessen (cena) nicht vor 20 Uhr. Besonders im Sommer füllen sich die Restaurants oft erst 1 bis 2 Std. später. Auch viele Hotels halten sich an diese Essenszeiten. Eine Ausnahme bildet Ischia. Dort öffnet der Speisesaal oft schon um 19 Uhr. Zum Essen trinkt man meist Wasser und Wein, allein die Pizza verlangt ein kühles Bier.

Ist es nach dem Essen spät geworden, so beantwortet man die Frage nach weiteren Wünschen mit der Bitte um die Rechnung (il conto). Auf dieser steht in der Regel ein Extrabetrag für pane e coperto (Brot und Gedeck), manchmal sogar ein Serviceaufschlag von 15 %. Zu beachten sind die deutlichen regionalen Preisunterschiede: In Capri und an der Costiera Amalfitana lassen sich die Lokale ihre weltberühmte Lage mitbezahlen, im Cilento dagegen isst man meist einfach, gut und günstig.

Kampanischer Wein

Der Weinanbau hat im Golf von Neapel eine lange Tradition. Siedler aus Griechenland, die im 8. Jh. v. Chr. Kolonien in Neapel und Umgebung gründeten, brachten ihre Reben mit. Schon Plinius lobte in seiner »Naturalis Historia« die kampanischen Weinstöcke.

Greco und Aglianico
Fülle, angenehme Säure und ein trockenes, harmonisches Aroma charakterisieren den Greco, einen Weißwein griechischer Herkunft. Bei fast ausschließlicher Verarbeitung der Greco-Trauben (mind. 85 % und 15 % Coda di Volpe) entsteht daraus der international renommierte Greco di Tufo, ein DOCG-Wein (Denominazione di origine controllata e garantita – Wein mit kontrollierter und garantierterter Ursprungsbezeichnung), der dieses Qualitätsprädikat nur mit wenigen anderen italienischen Weinen teilt. Der Greco di Tufo bringt den besten Ertrag in Höhenlagen auf Böden vulkanischen Ursprungs mit hohem Kalk- und Tongehalt. Nur acht Gemeinden in der Provinz Avellino erzeugen den Greco di Tufo.

Der Aglianico ist vermutlich einer der ältesten Rotweinstöcke weltweit. Ähnlich wie der Greco bevorzugt er kalk- und tonhaltige Böden in bergigen Gegenden. Die vielseitige Rebsorte eignet sich auch zur Herstellung von Rosé- und Likörweinen. Das Bouquet der Aglianico-Rotweine erinnert an den Duft von Veilchen und Sauerkirschen. Lagert er drei Jahre lang, davon eines im Eichenfass (Barrique), wird er zum Taurasi und nach vier Jahren zum Taurasi di Riserva (DOCG) – einem der bedeutendsten italienischen Weine.

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