Bretagne

Meereswogen von azurblau bis smaragdgrün, strahlender Himmel mit wattigen Wolkentupfern, zartrosa Granitblöcke, die Wind und Wasser so bizarr geformt haben, als hätte ein Künstler Hand angelegt.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Flughafen Rennes: Air France fliegt ab deutschen Flughäfen über Paris- Charles de Gaulle in etwa vier Stunden nach Rennes, dessen Airport sich 7 km südwestlich in St-Jacques-de-la-Lande befindet (Bus Nr. 57). Für Hin- und Rückflug zahlt man ab etwa 230 €. Von Zürich geht es über Paris (Transfer von Charles de Gaulle nach Orly) oder Lyon nach Rennes.

Weitere Zielflughäfen: Ebenfalls über Paris und/oder Lyon sind die Flugplätze Pleurtuit (5 km südlich von Dinard, Zug nach Dinard und St-Malo), Bretagne Sud (8 km westlich von Lo - ri ent, Bus und Taxi) und Guipavas (9 km nordöstlich von Brest, Pendelbus) zu erreichen (Air France: Deutschland Tel. 0180 683 08 30, Österreich Tel. 01 502 22 24 00, Schweiz Tel. 08 48 74 71 00, www.airfrance.com).

Mit der Bahn

Aus der nördlichen Hälfte Deutschlands geht es zunächst zur Pariser Gare du Nord (ab Köln ca. 4 Std.), aus dem südlichen Deutschland, aus Österreich und der Schweiz zur Gare de l’Est (ab München ca. 10 Std.). Mit Métro, Bus oder Taxi dauert es eine weitere Stunde zur Gare Montparnasse, wo der Hochgeschwindigkeitszug TGV nach Rennes (etwa 2 Std.) abfährt. Reservierung ist obligatorisch, die einfache Strecke Paris–Rennes kostet ab etwa 20 € in der 2. Klasse.

Boutique SNCF: Bahnhofsvorplatz 1, 50667 Köln, Tel. 0180 521 82 38, www.sncf.fr und www.tgv.com.

Mit dem Auto

Die relativ neue Autobahn über Amiens, Rouen und Caen bietet Reisenden aus dem Norden die Möglichkeit, Paris weiträumig zu umfahren. Von Süden her bleibt keine andere Wahl als der eng um die Hauptstadt geführte Boulevard Périphérique, auf dem man den Wegweisern nach Nantes folgt, um et wa 30 km hinter Paris die A 11 nach Le Mans und dort die A 81 nach Vitré zu nehmen. Die Autobahngebühren ( péage) betragen für einen Kleinwagen ca. 30 € von Lille nach Rennes, bar oder mit Kreditkarte (an gesonderten Schaltern) zu begleichen (www.autoroutes.fr).

Unterkunft

Buchung

Die Bretagne kann als die typische Ferienregion gelten, in der Eigeninitiative belohnt wird und Pauschaltourismus die Ausnahme darstellt. Reservierung ist selbst in der Hauptsaison nur dann unerlässlich, wenn man sich auf einen bestimmten Ferienort festgelegt hat. Als Hilfestellung bei der Suche nach einer Unterkunft geben die Touristen-Informationen (Offices de Tourisme) jeweils für ihren Ort kostenlose Listen heraus. Übersichten zur gesamten Bretagne bietet das regionale Fremdenverkehrsamt (Comité Régional de Tourisme). Auch Internetseiten wie www.francehotelreservation.com oder http://de.rendezvousenfrance.com helfen hier weiter.

Preise

Die Übernachtungspreise liegen entgegen manchem Vorurteil unter dem Niveau vieler europäischer Konkurrenten. Im Hotel mit einem Stern ist ein Doppelzimmer ohne Bad und Frühstück gar ab 35 € zu haben. Komfort gibt es ab 60 €, Luxus ab ca. 100 €. Die Preisspannen im Buch erklären sich daraus, dass die Zimmer eines Hotels oft unterschiedliche Qualität aufweisen. Hinzu kommen saisonbedingte Schwankungen. Da kaum Einzelzimmer verfügbar sind, müssen Alleinreisende meist ein Doppelzimmer zum fast vollen Preis belegen. In der Hochsaison neigt man in vielen Hotels dazu, die Gäste zur Halbpension zu verpflichten. Die ausgehängten Tarife gelten dann pro Person und sind, gute Verpflegung vorausgesetzt, oft relativ günstig.

Hotels

Mit einem bis vier Sternen schmücken sich die französischen Hotels, hinzu kommt die Kategorie Luxus. Kriterium ist eine Liste von Ausstattungsmerkmalen, und so dürfen die Sterne nicht als Indiz für Preis und Ambiente missverstanden werden. Viele Hotels firmieren unter einer Dachorganisation, deren Listen über die Info-Büros zu beziehen sind. Schlosshotels mit teilweise erschwinglichen Preisen enthält die Broschüre »Relais & Châteaux« (www.relaischateaux.com).

Logis de France heißt ein Verbund von Mittelklassehotels mit gutem Preis-Leistungs- Verhältnis, landestypischer At mosphäre und regionaler Küche. Man erkennt die Häuser am Signet des grüngelben Kamins. Fédération Nationale des Logis de France: 83, av. d’Italie, 75013 Paris, Reservierungszentrale: Tel. 01 45 84 83 84, www.logishotels.com.

Autobahnraststätten, Industriegebiete und Durchgangsstraßen sind das Revier der Niedrigpreiskette Formule 1. Ihre Merkmale: Waschbecken und TV im Zimmer, WC und Dusche auf der Etage. Einchecken kann man rund um die Uhr, muss zu später Stunde aber in Kauf nehmen, dass ein Automat die Rezeption ersetzt. Eine Kette für gehobenere Ansprüche ist Ibis.

Chambres d’hôte

Am Straßenrand deuten oft Hinweisschilder auf Privatunterkünfte. Ein buntes Kaleidoskop an Interieurs ist ebenso garantiert wie informative bis schrullige Gespräche mit Vermietern. Wer sich früh am Tag um eine solche Chambre d’hôte (Gästezimmer) bemüht, der kann außerhalb der Hochsaison auf Vorabbuchung verzichten. Die meisten Chambres d’hôte sind den Gîtes de France angeschlossen, die Kataloge gegen Gebühr verschicken (Gîtes de France: 59, rue St-Lazare, 75439 Paris Cedex, Tel. 01 49 70 75 75, www.gites-defrance.com).

Ferienhäuser und Apartments

Unter der Dachorganisaion der Gîtes de France sind auch viele Ferienhäuser und -wohnungen zu finden. Bis auf die Bettwäsche sind in der Regel alle erforderlichen Utensilien vor Ort vorhanden. Gemietet wird jeweils wochenweise. Angebote finden sich in den Katalogen der Fremdenverkehrsbüros, bei Reiseveranstaltern wie TUI, bei Frankreichspezialisten wie Pierre & Vacances oder in den Kleinanzeigen der Tageszeitung.

Jugendherbergen

Die Auberges de Jeunesse in Frankreich sind entweder der Fédération Unie des Auberges de Jeunesse (27, rue Pajol, 75018 Paris, Tel. 01 44 89 87 27, www.fuaj.org) oder der Ligue Française pour les Auberges de la Jeunesse (67, rue Vergniaud, 75013 Paris, Tel. 01 44 16 78 78, www.auberges-de-jeunesse.com) angeschlossen. Anfragen sind direkt an die jeweilige Jugendherberge zu richten. Übernachten können dort nur Inhaber eines internationalen Jugendherbergsausweises, maximal für drei Übernachtungen (je ca. 15 €).

Campingplätze

Keine andere Region Frankreichs besitzt so viele Campingplätze aller Kategorien. Auch hierzu gibt es Listen bei den örtlichen Touristenbüros sowie CRT und CDT. Nur in der Hochsaison ist Reservierung erforderlich. Während viele private Anlagen im Winterhalbjahr schließen, sind die Plätze der Kommunen (camping municipal) oft ganzjährig geöffnet.

Freizeit

Angeln & Hochseefischen

Wer Bretonen mit Eimer und Gummistiefeln aus dem Auto steigen sieht, sollte keine falschen Schlüsse ziehen: Da erwacht nicht das Kind im Manne, vielmehr schreitet der Hobbykoch zur Tat, puhlt aus dem Watt und zwischen Felsen hervor, was sich für den Kochtopf eignet. Das Vergnügen ist ebenso legal wie der Fang mit Spinnangeln von Kai und Ufer aus. Eine Genehmigung braucht nur, wer mit dem Netz zum Fischen auszieht. Den Angelschein gibt es in Fachgeschäften, Tabakläden und Fremdenverkehrsbüros. Informationsbroschüren sind bei Atout France erhältlich.

Pauschalarrangements für Ausfahrten auf klassischen Fischerbooten sind u. a. in Camaret, Concarneau, Dinard, Douarnenez, Paimpol, Perros-Guirec und Roscoff zu buchen. Spannend ist auch die Umrundung der Île de Groix mit einem Segelkutter.

Golf

Der uralte Streit, welche Nation das Golfspiel erfand, soll hier nicht entschieden werden. Unbestritten ist, dass Dinard 1887 Frankreichs zweitältesten Golfplatz erhielt. Gegründet wurde er von Briten, die sich in der Region niedergelassen hatten, entworfen von dem berühmten schottischen Architekten Tom Dunn. Der bretonische Rasen gilt als besonders hochwertig, die Plätze als sehr gepflegt. Zentren sind neben Rennes die größeren Küstenorte (Informationen: Ligue de Golf de Bretagne, 130, rue Eugène Pottier, 35000 Rennes, Tel. 02 99 31 68 80, www.liguebretagnegolf.org).

Kanu und Kajak

Der Golf von Morbihan, die Küste bei Paimpol und der Archipel von Bréhat bieten wegen ihrer geschützten Lage geeignete Terrains für Touren im Meereskajak. Im Inland sind das Oust-Tal und der untere Odet für Kanu und Kajak zu empfehlen. Eine von zahlreichen Adressen ist Kayak de mer Varec’h, Bois Bas, 56870 Baden, Tel. 02 97 57 16 16, www.kayak-bretagne.com.

Radfahren

Besonders hoch schwingen sich die bretonischen Erhebungen zwar nicht auf, die Steigungen aber sind streckenweise beachtlich. Erschwert werden Radtouren durch einen kräftigen Wind, der meist aus westlicher Richtung bläst. Beste Saison ist der Frühsommer, wenn Temperaturen und Urlaubsverkehr noch nicht ihre Spitzenwerte erreichen. Im Frühjahr und Herbst kann es mitunter zu stürmisch sein. Auf Benutzung der Nationalstraßen sollte man verzichten. Gutes Terrain sind hingegen die kleineren Inseln, da viele Besucher ihr Fahrzeug auf dem Festland zurücklassen.

Tourenräder (VTC) oder Mountainbikes (VTT) kann man an vielen Bahnhöfen und über Fremdenverkehrsämter ausleihen. In französischen Linienbussen ist für die Mitnahme eines Fahrrads ein Zuschlag zu zahlen. Die staatliche Eisenbahn SNCF befördert Räder in einigen Zügen kostenlos und gibt dazu Hinweise im »Guide du train et du vèlo«. Wer auf sein eigenes Rad nicht verzichten mag, kann es von daheim auch mit der Bahn als Gepäck verschicken. Die Beförderung beansprucht 4–8 Tage, der Drahtesel muss in einem speziellen Karton verpackt sein, den man in Fahrradläden erhält. Ein Verzeichnis der Radwege ist erhältlich bei der Fédération Française de Cyclisme, 1, rue Laurent- Fignon, 78180 Montigny-le-Breton neux, Tel. 08 11 04 05 55, www.ffc.fr.

Reiten

›Equibreizh‹ nennt sich ein ausgedehntes Reitwegenetz, das in Etappen von 25 bis 30 km eingeteilt ist. Einen Topo- Guide mit detailierter Karte erhält man bei: Comité Régional pour le Tourisme Équestre en Bretagne (CRTEB), 5bis, rue Waldeck Rousseau, 56103 Lorient Cedex, Tel. 02 97 84 44 00, www.equibreizh.com.

Roulottes/Pferdewagen

Die Bretagne auf schleichende Art: Vier Schlafplätze und eine Küche besitzen die Pferdewagen, die man zwischen Juni und September für eine Fahrt im Hinterland anmieten kann. Dieses Familienvergnügen kostet je nach Saison 450–620 €/Woche (Roulottes de Bretagne, La Gare de Locmaria-Berrien, 29690 Huelgoat, Tel. 02 98 99 73 28, http://konkouest.free.fr).

Segelreviere und Surfspots

Auch für Segler gilt, dass die Nordküste mit den Jachthäfen St-Malo, Dinard, Perros-Guirec und Roscoff eher den Fortgeschrittenen vorbehalten bleiben sollte. Für Anfänger kommen neben der Südküste (Bénodet, Concarneau und Le Palais auf der Belle-Île) auch die Bucht von Douarnenez und die Rade de Brest in Betracht. Ein großes Schulungszentrum befindet sich auf den Îles de Glénan. Für Segelboote und Motorboote unter 10 PS ist zwar keine Lizenz, aber Ortskenntnis erforderlich (Informationen: Fédération Française de Voile, 17, rue Henri Bocquillon, 75015 Paris, Tel. 01 40 60 37 00, www.ffvoile.org).

Strandsegeln

Die Sportart an der Schnittstelle zwischen Land und Meer erfordert breite Strände und festen Sand. Beides gibt es in der Bucht von Mont St-Michel, an der Grande Plage du Sillon bei St-Malo, in Penthièvre auf der Halbinsel Quiberon und vor allem in der Bucht von Goulven. Herrscht Hochbetrieb am Strand, müssen ausgewiesene Pisten genutzt werden.

Surfen

Bretter können an allen größeren Stränden ausgeliehen werden. Die besten Surfbedingungen herrschen im Frühjahr und ab September. Für Anfänger bietet sich die ruhigere Südküste an, doch auch dort zählt die Westseite der Halbinsel Quiberon zu den großen Herausforderungen. Weitere Surfhochburgen sind St-Malo, die Bucht von Audierne und die Gegend um Douarnenez. Windsurfer hingegen zieht es eher in die Rade de Brest, wo mehrfach im Jahr auch Meisterschaften ausgetragen werden, etwa die Challenge d’automne de Windsurf (Ende Okt./Anfang Nov.).

Tauchen

Schiffswracks vor St-Malo sowie zwischen der Île de Groix und der Bucht von Lorient machen diese Gewässer zu beliebten Tauchrevieren. Aber nicht nur dort erleichtern Schulen und ortskundige Führer den Einstieg in die breto - nische Unterwasserwelt. Vor jedem Tauchgang muss man sich bei der ört lichen Hafenbehörde anmelden (Infos: Comité Interrégional Bretagne-Pays de la Loire de la Fédération Française d’Études et de Sports Sous-marins, 39, rue de Villeneuve, 56100 Lorient, Tel. 02 97 37 51 51, www.ffessm.fr).

Wandern

Das Netz der bretonischen Fernwanderwege (Sentiers de Grande Randonnée = GR, weiß-rot markiert) und Mittelstrecken (Sentiers de Grande Randonnée de Pays = GRP, gelb-rot) summiert sich auf rund 5000 km. Beliebt sind der GR 34 entlang der Küste von St-Brieuc nach Morlaix und der 225 km lange Rundweg GR 380 ab Morlaix, der zu den schönsten umfriedeten Pfarrbezirken führt.

Hinzu kommen 1500 km Treidelpfade an Flüssen und Kanälen. Für die Übernachtung stehen schlichte Gîtes d’étape bereit (Infos und Topo-Guides bei: Fédération Française de la Randonnée Pédestre, 64, rue du Dessous des Berges, 75013 Paris, Tel. 01 44 89 93 90, www.ffrandonnee.fr).

Einkaufen

Geld

Die EU kam, die Nivellierung siegte. Preisgefälle zwischen den Mitgliedsländern gehören seither eher ins Reich der Urlauberfantasie. Zwar gibt es Regionen in Frankreich, für die man sich noch einen zweiten Sparstrumpf stricken könnte, die Bretagne aber zählt leider nicht dazu und hält es mit den Tarifen, die wir auch nicht anders kennen. Bei den Eintrittspreisen zeigt man sogar noch weniger Erbarmen mit den Verbrauchern. Wer allerdings nicht allzu große Ansprüche stellt, kommt mit 70 € am Tag spielend aus. Euro-Nachschub gibt es an Automaten (Kartenverlust melden unter Tel. +49 11 61 16). Die Zahlung mit Kreditkarten ist in der Bretagne problemlos.

Souvenirs in Rennes

Markt des Unmöglichen: Vor langer Zeit betrieben die Eltern von Asterix und Obelix einen Souvenirladen und handelten dort mit so aparten Artikeln wie gebrauchten Römerhelmen. Das Recycling-Geschäft stand in Condate, dem von den Redonern an der Stelle des heutigen Rennes gegründeten Städtchens, wo sich die römischen Invasoren breit gemacht hatten. Heute kann man besondere Souvenirs auf dem Marché Ste-Anne kaufen.

Fayencen und Pullis – edles Handwerk in Quimper

Bei den meisten Souvenirs aus der Bretagne handelt es sich um kulinarische Spezialitäten. Ausnahme mit langer Tradition ist die Keramik aus Quimper. In den Geschäften der Altstadt liegt die Ware aus, bei deren Herstellung man in einer uralten Manufaktur zusehen darf. Zugabe ist ein blau-weißer Pulli, der die Stadt nicht minder prägte.

Reisewetter

Bei 2200 Sonnenstunden im Jahr kann die Südküste fast mit der Côte d’Azur konkurrieren, während die übrigen bretonischen Regionen dank des Golfstroms zumindest gemäßigt bleiben, auch im Winter. Im kältesten Monat Februar liegen die Durchschnittstemperaturen bei 6,3 °C, im wärmsten Monat August bei 16 °C an der Nordbzw. 18 °C an der Südküste.

Für einen reinen Strandurlaub eignet sich nur die Hochsaison zwischen Juni und September. Von der Wassertemperatur sollte man an Atlantik und Ärmelkanal keine Wunder erwarten. An den meisten Stränden sind es um 17 °C, in geschützten Buchten des Südens bis 22 °C. Heiße Tage werden angesichts der Winde niemals als drückend empfunden. Schwere Wolkenbänder ziehen meistens rasch vorbei.

Im Frühjahr, mehr noch im Herbst brausen oft kräftige Stürme, die an den Küsten für eine imposante Brandung sorgen. Die Leuchttürme trotzen dann besonders eindrucksvoll den Wogen. Zur Beobachtung der Pflanzen und Vögel eignen sich am besten die Frühjahrsmonate.

Wanderungen können angesichts der milden Temperaturen nahezu ganzjährig unternommen werden. Météo France weiß immer, ob es stürmt oder schneit, verrät es allerdings auf www.meteofrance.com nur in französischer Sprache. Über eine integrierte Suchmaschine ist jeder Ort in der Bretagne aufrufbar.

Bretagne: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 9
  2. Feb 9
  3. März 10
  4. April 12
  5. Mai 15
  6. Juni 18
  7. Juli 20
  8. Aug 20
  9. Sept 18
  10. Okt 15
  11. Nov 12
  12. Dez 10

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 4
  2. Feb 4
  3. März 4
  4. April 6
  5. Mai 8
  6. Juni 10
  7. Juli 12
  8. Aug 13
  9. Sept 12
  10. Okt 9
  11. Nov 6
  12. Dez 5

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 10
  2. Feb 10
  3. März 10
  4. April 10
  5. Mai 12
  6. Juni 14
  7. Juli 15
  8. Aug 16
  9. Sept 15
  10. Okt 14
  11. Nov 13
  12. Dez 11

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 2
  2. Feb 3
  3. März 4
  4. April 6
  5. Mai 7
  6. Juni 7
  7. Juli 7
  8. Aug 7
  9. Sept 6
  10. Okt 4
  11. Nov 3
  12. Dez 2

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 18
  2. Feb 15
  3. März 16
  4. April 11
  5. Mai 11
  6. Juni 9
  7. Juli 8
  8. Aug 9
  9. Sept 10
  10. Okt 13
  11. Nov 15
  12. Dez 16

Gesundheit

Im Notfall behandelt jedes Krankenhaus gegen Barzahlung oder Vorlage einer Kreditkarte. Die Europäische Krankenversicherungskarte regelt im Allgemeinen die medizinische Versorgung vor Ort. Sollte sie nicht ohnehin in Ihre normale Versicherungskarte integriert sein, wenden Sie sich an Ihre Versicherung. Eine private Auslandskrankenversicherung (für Schweizer Pflicht) übernimmt die Kosten für einen eventuellen Rücktransport. Bei der Suche nach deutsch sprechenden Ärzten in der Bretagne hilft die Touristeninformation im jeweiligen Ort oder der ADAC-Arzt in München (Tel. +49 89 76 76 76). Apotheken sind am grünen Neonkreuz zu erkennen (9–12, 14–18.30 Uhr, Informationen zu Bereitschaftsdiensten an den Türen).

Sicherheit

Die Bretagne gilt als sehr sicheres Reiseziel. In den Touristenzentren ist dennoch erhöhte Vorsicht geboten. An der Küste kommt es gelegentlich zu Einbrüchen in Ferienhäuser oder parkende Autos und zu Fahrraddiebstählen.

Wichtige Telefonummern

Polizei: Tel. 17, Feuerwehr: Tel. 18, Erste Hilfe: Tel. 15, europaweiter Notruf per Handy: 112
Sperrung von Scheck- und Kreditkarten: Tel. 0049-116 116; www.116116.eu. Einen SOS-Infopass erhalten Sie unter: www.kartensicherheit.de

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland: 13/15, av. Franklin D. Roosevelt, 75008 Paris, Tel. 01 53 83 45 00, www.allemagne.diplo.de/vertretung/frankreich.

Honorarkonsulate Deutschlands: 105, rue de Siam, 29200 Brest, Tel. 02 98 43 32 53, brest@hk-diplo.de; 2, avenue de la Préfecture, 35042 Rennes Cedex 1, Tel. 02 99 33 66 66, rennes@hk-diplo.de

Österreichische Botschaft: 6, rue Fabert, 75007 Paris, Tel. 01 40 63 30 63, www.amb-autriche.fr

Schweizer Botschaft: 142, rue de Grenelle, 75007 Paris, Tel. 01 49 55 67 00, www.eda.admin.ch/paris

Vorsicht: Badeverbote unbedingt beachten
Das Baden im Atlantik hat es in sich. Strömungen, Riffe und eine schnell steigende Flut geben reichlich Anlass, sich auf jene Strandabschnitte zu beschränken, die in der Saison bewacht und mit blauen Fähnchen gekennzeichnet sind. Zusätzliche Warnflaggen signalisieren absolutes Badeverbot (rot), gesteigerte Vorsicht (gelb) oder geringe Gefahr (grün). Wer mit Kindern reist, sollte die flacheren Sandstrände der Südküste vorziehen, auch wenn sie stärker frequentiert sind als viele Buchten im Norden.

Essen und Trinken

Der Hang zum Sattmacher

Frankreich? Da gehen Gourmet-Gemüter erst einmal in Habachtstellung. Doch während frische Produkte und eine solide Zubereitung in der bretonischen Küche stets garantiert sind, sollte man nicht unbedingt Raffinesse erwarten. Angesichts von Armut und harter Arbeit kam es jahrhundertelang darauf an, mit schwerer Kost preiswert satt zu werden. Mehl, Milch, Wasser, Eier und Zucker sind die Zutaten des Nationalgerichts, das dieser kulinarischen Dreisatzaufgabe gerecht wird: des Pfannkuchens.

Crêpe und Galette

Die Eigenarten von Galettes und Crêpes haben z. T. weder mit Pfanne noch mit Kuchen zu tun. Dünn sind sie vielmehr, werden auf dem heißen Blech ausgebacken und anschließend fantasievoll belegt. Crêpes haben bei uns zwar in puncto Beliebtheit den Vogel abgeschossen, Galettes aber die längere Tradition. Da Weizenmehl einst teuer war, wurde der Teig aus Buchweizenmehl zubereitet. Das gab den Bauern vor Entdeckung der Kartoffel Kraft. Belegt wurde die Galette mit den Resten vom Vortag. Inzwischen hat sie die gleiche steile Karriere hinter sich wie die Pizza, schmückt sich mit Fantasienamen und einer Fülle exotischer Beigaben. Als complète gilt sie den Bretonen, wenn der Wirt sie mit Eiern, Käse und Schinken serviert.

Trotz der älteren Rechte musste die Galette ein Privileg an die süße, aus Weizenmehl hergestellte Crêpe abtreten: Die Restaurants, in denen sich die Bäcker gegenseitig in Sachen Qualität und optischer Aufbereitung überbieten, heißen Crêperies. Üblich sind dort Menüs aus zwei herzhaften Galettes und einer süßen Crêpe.

Spezialitäten

Der deftige bis süße Rest der bretonischen Küche kommt ebenso bodenständig daher, umfasst Eintöpfe, Sup pen, Würste, Kohlgerichte oder Kutteln. Schwer verdaulich daran sind zumindest die Namen, angefangen bei dem Wonneproppen kig ha farz, einem Fleischtopf mit Beilagen. Hinter kouign amann verbirgt sich ein Kuchen aus Mehl, Zucker, Butter und Eiern. Am Meer, vor allem in den großen Hafenstädten, gibt es für den Hauptgang eine reiche Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten. Aus Brest stammt Stockfisch mit Lauch. Douarnenez reicht dazu Sardinensuppe mit Sauerampfer, Concarneau Thunfisch mit Reis, Karotten und Weißwein. Sehr zu empfehlen sind außerdem gegrillte Heringe in Senf oder in Cidre gegarte Makrelen.

Gegen den Durst

Doëlon, Fouesnant, Beg-Meil, Messac, Domagnié – die Liste handelt vom Cidre bzw. seinen bevorzugten Erzeugerorten. Der bretonische Apfelwein hat auf dem überregionalen Markt wenig Chancen gegen seinen normannischen Bruder, vielleicht wegen des geringeren Alkoholanteils. In seiner Heimat ist das Getränk ungeschlagener Meister und hat als Begleiter zu Crêpes längst die ehemals bevorzugte Buttermilch verdrängt. Erhältlich ist Cidre als brut (herb), demisec (halbtrocken) oder doux (lieblich), nur stilecht in der bauchigen Flasche mit Pfropfkorken und Draht.

Bier und Wein erreichen nicht entfernt solche Beliebtheit. Einzig am Südrand der Region werden Trauben angebaut, leichte Sorten wie Gamay, Muscadet und Gros Plant, die bei Kennern wenig Reputation besitzen. Restaurants bieten deshalb zumeist die Qualitätsweine anderer französischer Erzeuger an. Leitungswasser ist als beliebtester Durstlöscher gratis, oft aber erst auf Anfrage erhältlich. Limonaden werden sehr viel seltener bestellt als in Deutschland.

Zeiten und Preise

Das Frühstück mit Baguette, Croissant, Konfitüre und Kaffee bietet wenig Abwechslung, ist aber mit mindestens 8 € recht teuer. Die Entschädigung bringt zwischen 12 und 14 Uhr das Mittagessen, wenn zahlreiche Restaurants Menüs mit Salat oder Suppe, Tagesgericht (plat du jour) und Dessert ab 10 € auf den Tisch stellen. Zwischenmahlzeiten können nach 14 Uhr nur in Cafés, Bars oder Brasserien bestellt werden.

Die kulinarische Krönung des Tages ist das Abendessen, das man ab 19.30 Uhr zu sich nimmt. Nicht nur Touristen verzichten dabei oft auf à la carte und entscheiden sich für die günstigeren Menüs (ab etwa 15 €) mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert oder Käse. Getränke und Kaffee sind nur bei teuren Menüs im Preis inbegriffen, Brot wird stets kostenlos gereicht.

Außerdem zu beachten

Auf Tischreservierung kann in der Regel verzichtet werden. Service ist auf der Rechnung ausgewiesen, dennoch wird ein Trinkgeld in Höhe von 5 bis 10 % erwartet. Ruhetag ist bevorzugt der Sonntag oder der Montag. In den Ferienorten schließen viele Restaurants im Winter. In Bars und Cafés ist zu beachten: Wer die Ware am Tresen konsumiert, zahlt teilweise deutlich weniger als die Gäste an Tischen im Haus oder auf der Terrasse.

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