Zypern

Auf der Landkarte sieht Zypern aus wie ein riesiges Stück Tierhaut, das man an den fünf großen Kaps scheinbar anfassen kann. Dazwischen sprießt und kreucht es in einer Vielfalt, dass Naturfreunde begeistert sein werden.

Anreise

... mit dem Flugzeug

Fluggesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fliegen Lárnaka mehrmals pro Woche an. Cyprus Airways verbindet München und Frankfurt mit Lárnaka und eventuell auch mit Páfos und bietet in Zusammenarbeit mit Air Berlin Anschlussflüge ab anderen deutschen Flughäfen an. Ryan Air fliegt 1 x pro Woche ab Düsseldorf-Weetze nach Lárnaka.

Per Charter gelangt man noch häufiger und von fast allen größeren Flughäfen mit Eurocypria, Air Berlin, Tuifly oder Condor und anderen Gesellschaften nach Lárnaka und Páfos. Die meisten bedienen Lárnaka und Páfos als Dreiecksflug.

Nach Nordzypern gibt es wegen der Boykottmaßnahmen nur Direktflüge aus der Türkei. Turkish Airlines, Cyprus Turkish Airlines und andere fliegen Nordzypern ab Istanbul und Antalya an. Die Anbindungen an die internationalen Flüge sind nicht immer gut. Infos: www.turkishairlines.com, www.kthy.net, www.atlasjet.com.

Weiterkommen ab Flughafen
Linienbusse ab Flughafen Larnaka: Die Busgesellschaft Zinonas, zuständig für den gesamten Distrikt Lárnaka, unterhält auch Linien, die den Flughafen einbeziehen. Fahrpläne: www.zinonasbuses.com, Tel. 00357 24 66 55 31, auf Zypern gebührenfrei Tel. 80 00 77 44.

Die blauen, häufig verkehrenden Stadtbusse halten an der Lazaruskirche und an der Palmenpromenade Finikoudes. Von hier Anschluss mit den grünen Intercity Buses nach Agía Nápa und Paralímni sowie nach Nikosia und Limassol. In Limassol Anschluss nach Páfos. Fahrpläne: www.intercity-buses.com, Tel. 00357 23 81 90 90.

Bequemer fährt man nach Nikosia und Limassol mit speziellen Flughafenbussen: Limassol Airport Express, ca. stdl., www.airportshuttlebus.eu, Tel. 00357 97 77 90 90, auf Zypern gebührenfrei Tel. 77 77 70 75, ca. 10 €.

Nach Nikosia gelangt man auch mit der Gesellschaft Kapnos, die in der Ankunftshalle des Flughafens eine Vertretung unterhält, www.kapnosairportshuttle.com, Tel. 00357 24 00 87 18, auf Zypern gebührenfrei Tel. 77 77 14 77, ca. 9 €.

Linienbusse ab Flughafen Páfos: Die Stadtbusse der örtlichen Busgesellschaft fahren, angepasst an die Ankunftszeiten der Flugzeuge, vor allem in die Hotelstadt im unteren Páfos, manchmal aber auch in die Oberstadt Ktíma, Fahrpläne: www.pafosbuses.com, Tel. 00357 26 93 42 52, auf Zypern gebührenfrei: Tel. 80 00 55 88, ca. 1 €. Auch der Limassol Airport Express bedient – selten – Páfos, Web-Fahrpläne siehe oben.

Taxi: Die Fahrt mit dem Normaltaxi ins Zentrum von Lárnaka kostet ca. 12–15 €, von Páfos Airport nach Páfos- Stadt ca. 18 €. Wer dann mit dem Sammeltaxi weiterreisen möchte, muss umsteigen. Der Fahrer hält an einem geeigneten Punkt.

Mietfahrzeuge: Alle internationalen Mietwagenfirmen sind in Lárnaka und Páfos vertreten. Zyprische Unternehmen sind meist etwas preiswerter als ausländische. Sie antworten in der Regel zuverlässig auf Vorabanfragen. Hier nur eine Adresse: Petsas Cars, www.petsas.com.cy. Der Marktführer hat in allen Städten und sogar in Pólis Zweigstellen. Man kann die Autos an jeder Station zurückgeben und z. B. mit dem Linientaxi zum Flughafen zurück reisen. Auch Touren nach Nordzypern sind kein Problem. Portal zum Vergleichen aller wichtigen Autovermieter: www.cypruscarrental.com.

... mit dem Schiff

Eine Fährverbindung ab Italien oder Griechenland nach Zypern besteht zurzeit nicht. Fähren nach Nordzypern fahren ab Tasuçu/Silifke nach Kyrenia. Fahrpläne unter www.fergun.net. Die Überfahrt dauert 4–5 Std., mit der Schnellfähre 2,5 Std.

Unterkunft

Republik Zypern

Die Auswahl an Orten, in denen man übernachten kann, ist überschaubar. Im Unterschied zu Griechenland gibt es nur wenige Möglichkeiten, in Privatzimmern und kleinen Pensionen unterzukommen. Eine Ausnahme stellt in dieser Hinsicht Agía Nápa dar. Die meisten Touristen sind in den Großhotels bei Agía Nápa, in Limassol und in Páfos untergebracht. Kleinere Anlagen an der Küste, abseits des Massentourismus, gibt es in Pissoúri, Pólis und Káto Pýrgos. Von den Strandorten ist der ›untouristischste‹ Ort Káto Pýrgos, der freilich auch weit ab vom Schuss liegt.

In den Bergdörfern kann man in Páno Plátres, Kakopetriá, Agrós, Pedoulás, Kalopanagiótis, Gerakiés, Kyperoúnda und Spília unterkommen. Bis auf das relativ vornehme Plátres haben alle diese Bergdörfer ihren dörflichen Charakter bewahrt. Die zyprische Tourismusorganisation CTO unterscheidet in ihrem ›Hotelkatalog‹ zwischen Hotels, Guest Houses, Hotel-Apartments, Tourist Apartments, Traditional Houses, Tourist Villages, Tourist Villas, Camping und Jugendherbergen. Im Katalog findet man die Adressen, Klassifizierung, Zimmer- und Bettenzahl.

Hotels, Pensionen, Apartments

Hotels und Pensionen werden mit Sternen von ›ohne‹ bis 5 Sterne, Hotel- Apartments mit Buchstaben von A bis C klassifiziert. Die preiswerten Tou- rist Apartments hingegen haben keine Klassifizierung.

Zyprische Hotels haben im Durchschnitt ein hohes Niveau, das Frühstück ist reichhaltig und englisch geprägt. Apartments (mit abgetrenntem Schlafraum) und Studios (Schlafraum, Salon und Küche in einem) kann man auch tageweise mieten. Sie sind preiswerter als Hotels. Man muss dann allerdings auf Reinigungsservice und das tägliche Wechseln der Handtücher verzichten.

Unterkünfte in Dorfhäusern

Auf der Internetseite www.agrotourism.com.cy findet sich ein bebilderter Spezialkatalog der CTO. Eine Besonderheit Zyperns sind die restaurierten Dorfhäuser aus Naturstein, die man in vielen stimmungsvollen Dörfern des Landesinnern als Ferienwohnungen mieten kann. Die Traditional Houses sind als ›Hotel‹ oder ›Hotel-Apartment‹ klassifiziert. Manche dieser Unterkünfte bieten Frühstück an, andere dagegen nicht.

Jugendherbergen

Jugendherbergen gibt es in Nikosia, Limassol, Páfos, bei Tróodos und in Stavrós tis Psókas. Sie sind klein und nicht sehr komfortabel. Nur das Rest House in Stavrós tis Psókas macht da eine Ausnahme und bietet sogar Doppelzimmer mit Dusche und WC. Auch Nichtmitglieder der Internationalen Jugendherbergsorganisation sind willkommen und werden bei Ankunft mit einem Ausweis ausgestattet.

Eine Übernachtung im Mehrbettzimmer kostet ohne Frühstück ca. 7 €. Wer ohne eigene Bettwäsche unterwegs ist, muss zusätzlich man ca. 2 € für deren Bereitstellung bezahlen. In Nordzypern gibt es in Kyrenia eine Jugendherberge, www.cyprusdorms.com.

Camping

Zeltplätze mit Restaurants und Sanitäranlagen gibt es am Dekéleia- Strand bei Lárnaka, am Governor’s Beach, am Strand von Geroskípou, an der Coral Bay und am Strand von Pólis. Der schönste ist der von Pólis. Alle Campingplätze sind fast nur von Einheimischen belebt. Viele ziehen es allerdings vor, wild zu campen, zum Beispiel an der malerischen Küste bei Loutrá tis Afrodítis oder an den Picknickplätzen des Tróodos-Gebirges.

Für Zelte und Wohnmobile zahlt man 4–8 € pro Nacht, pro Person fallen zusätzlich noch ca. 2 € an.

Nordzypern

Der Norden verfügt über weitaus weniger Unterkunftsmöglichkeiten als der Süden der Insel. Und die verteilen sich zu über 80 % auf die Nordküste rund um Kyrenia/Girne.

Unterkünfte in Nordzypern

Die Unterkünfte sind mit Sternen von 1 bis 5 ausgezeichnet. Bei den einfachen Guesthouses ist Toleranz gegenüber fleckigen Teppichböden und veralteten Bädern erforderlich. Empfehlenswert und preiswerter als im Süden sind die Hotels der 2- und 3-Sterne-Kategorie und vor allem die Apartmentanlagen, die es sehr zahlreich gibt. Auch hier muss man sich ebenso wie bei vielen älteren Hotels der Mittelklasse jedoch manchmal auf mangelnde Sauberkeit einstellen. In den Hotels ist das Frühstück wie im Süden im Preis inbegriffen. Apartments bieten eine kleine Küche, und man benötigt hier keine eigene Bettwäsche.

Restaurierte Dorfhäuser als Ferienwohnungen gibt es vereinzelt, z. B. in Bellapaís oder Kármi.

Freizeit

Wandern

Zypern ist eine ausgesprochene Wanderinsel. Die Fremdenverkehrszentralen beider Inselhälften verteilen Infomaterial mit Routenvorschlägen in den schönsten Gebieten. Die Wege sind gut ausgeschildert und in der Regel gepflegt. An vielen Stellen der Routen sind Tafeln aufgestellt, die über den Wegverlauf, über die Flora und Fauna sowie über die Gesteine informieren.

Der Europawanderweg 4, der Griechenland und Kreta der Länge nach durchquert, endet auf Zypern. Er beginnt auf der Akámas-Halbinsel, führt durch die Wälder des Tróodos und endet am Kap Gréko. Auf den Teilstrecken des gut ausgeschilderten Treks lassen sich schöne Streckenwanderungen unternehmen. Hin oder zurück kommt man bei den Streckenwanderungen manchmal mit dem Linienbus. Die Wanderwege der Republik sind auf den Karten eingezeichnet, die die CTO kostenlos verteilt. Auch gibt es dort Flyer zu einzelnen, besonders lohnenden Touren.

In Nordzypern besorge man sich das dicke Heft »North Cyprus Trails. Walking in Nature«, das in den Infobüros kostenlos zu haben sein sollte, aber manchmal vergriffen ist. Es enthält abschnittsweise gute Karten eines Wegenetzes von ca. 600 km Länge. Etwa 80 % davon sind allerdings Feld- und Forstwege, die auch Radfahrer benutzen können. Kostenlos kann man Google-Earth-Karten und eine Kurzbeschreibung der schönsten Touren mit Fotos finden bei: www.agamaoutdoor.com/agamatrails.pdf. Karten kann man sich auch bei www.kyreniamountaintrail.org gegen eine geringe Gebühr herunterladen, sogar GPS-Wegepunkte sind dort zu finden. Das gesamte Netz ist einheitlich grünweiß markiert, an Wegkreuzungen sowie an Anfangs- und Endpunkten einzelner Touren stehen kleine Pyramiden mit Entfernungsangaben.

Segeln

Marinas gibt es in Lárnaka, Pólis und Limassol, einigermaßen geschützte Häfen sonst nur noch in Agía Nápa, Páfos und Latsí (Lakkí), im Norden in Kyrenia, auf der Karpasía-Halbinsel und in Famagusta. Geschützte Ankerbuchten gibt es fast gar nicht, sodass das Revier für die meisten Segler vermutlich nicht sonderlich attraktiv sein dürfte. Jachtcharter: Adressen von Charterunternehmen nennt die CTO oder das »Travellers’ Handbook« der CTO.

Strand und Wassersport

Surfboards, Jollen, Kanus, Pedalos, Jetskis kann man sich an allen belebteren Stränden ausleihen, ebenso Bananas und Ringos reiten oder sich am Gleitschirm übers Meer ziehen lassen. Die Preise für alle diese Vergnügungen sind in den ›Reiseinformationen‹ der CTO veröffentlicht.

Tauchen

Im südlichen Zypern gibt es in Agía Nápa, Protarás, Limassol, Páfos und Pólis gibt es Tauchschulen, die auch Ausflüge organisieren und Ausrüstung verleihen. Adressen nennt die Cyprus Federation of Underwater Activities, POB 21503, CY-1510 Nikosia, Tel. 22 75 46 47, Fax 22 75 52 46.

Zu den renommierten Tauchschulen im südlichen Teil Zyperns gehört Cydive in Páfos (Tel. 26 93 42 71, www.cydive.com). Auch in Nordzypern gibt es Tauchschulen, z. B. Mephisto Diving auf der Karpasía-Halbinsel in Yeni Erenköy, Tel. 0090 542 858 29 35, www.mephisto-diving.com.

Einkaufen

Souvenirs

Als Mitbringsel eignen sich Lederwaren, Keramik, Léfkara-Stickereien, Kürbisgefäße, Körbe, Gold- und Silberschmuck. Die staatlichen Handicraft Center des Zyprischen Kunstgewerbedienstes in Nikosia, Lárnaka, Limassol und Páfos bieten gute und garantiert echte Ware: Adressen im Reiseteil. In den Städten bieten Maßschneider günstig ihre Dienste an. Auch Nahrungsmittel und Getränke wie etwa challoúmi, soutzioúko, zivanía, commandaría oder Kräuterlikör vom Kýkko-Kloster kommen als Mitbringsel in Frage.

Handeln und Feilschen

Großzügigkeit ist eine auf Zypern sehr geschätzte Tugend. ›Geizhals‹ ist ein schlimmes Schimpfwort. Bei Waren von geringem Wert wird überhaupt nicht gehandelt. Üblich ist Handeln bei Schmuck, bei Souvenirs oder auch in Hotels, wenn einem der Preis überzogen erscheint. Das macht die Sache manchmal schwierig. Wenn nämlich ein Verkäufer von sich aus schon einen guten Preis macht, ist es eher peinlich, ihn noch weiter zu drücken. Für Nordzypern gelten die gleichen Umgangsformen.

Reisewetter

Auf Zypern herrscht mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Die Tageshöchsttemperaturen können um bis zu 10 ˚C über den Daten des Klimadiagramms liegen. Den meisten Sonnenschein und den wenigsten Regen bietet die Südküste.

Ganzjahresziel Zypern

Nach Zypern kann man unbedenklich das ganze Jahr über fahren, nur muss man je nach Jahreszeit Prioritäten setzen. Im August machen die Zyprer Urlaub. Dann wird es in manchen Hotels, vor allem in den Bergen eng, und die Hoteliers geben keine Ermäßigungen mehr. Zur Hauptreisezeit im Sommer beträgt die Temperatur an der Küste etwas über 30 °C, die des Wassers 26 °C. In Nikosia steigt das Thermometer im Sommer ca. 6 °C höher als an der Küste. Auch in den kältesten Monaten des Jahres, im Januar und Februar, sinkt die durchschnittliche Nachttemperatur nicht unter 8 °C. Freilich muss man in dieser Zeit mit Regenschauern rechnen.

Wer im Winter nach Zypern fährt, sollte bedenken, dass die Bettwäsche in nicht ständig beheizten Hotels der einfacheren Klassen klamm sein kann. Zudem heizt die Warmluft aus den Klimaanlagen die Zimmer nicht wirklich nachhaltig auf. Wenn ich im Winter unterwegs bin, nehme ich immer Funktionsunterwäsche und ein elektrisches Heizkissen samt Adapter für englische Steckdosen mit. In den Bergen, dann aber an der sonnigen Südseite in Agrós oder Páno Plátres, herrscht im Winter ein angenehmes, trockenes Klima. Berghotels haben in der Regel eine Zentralheizung mit Heizkörpern in den Räumen. Die Zimmer sind dann warm und trocken.

Die beste Reisezeit für Naturfreunde ist das Frühjahr. Studienreisende und Sportler werden wegen der Hitze die Sommermonate meiden. Wer Baden und Wassersport mag, sollte Zypern zwischen Mai und Oktober besuchen.

Zypern: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 17
  2. Feb 17
  3. März 19
  4. April 23
  5. Mai 27
  6. Juni 30
  7. Juli 33
  8. Aug 33
  9. Sept 31
  10. Okt 28
  11. Nov 23
  12. Dez 19

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 8
  2. Feb 7
  3. März 8
  4. April 10
  5. Mai 14
  6. Juni 18
  7. Juli 20
  8. Aug 20
  9. Sept 18
  10. Okt 16
  11. Nov 12
  12. Dez 9

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 17
  2. Feb 16
  3. März 17
  4. April 17
  5. Mai 19
  6. Juni 21
  7. Juli 23
  8. Aug 25
  9. Sept 25
  10. Okt 24
  11. Nov 21
  12. Dez 18

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 6
  2. Feb 6
  3. März 8
  4. April 9
  5. Mai 11
  6. Juni 12
  7. Juli 12
  8. Aug 12
  9. Sept 11
  10. Okt 9
  11. Nov 8
  12. Dez 6

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 10
  2. Feb 8
  3. März 7
  4. April 3
  5. Mai 1
  6. Juni 0
  7. Juli 0
  8. Aug 0
  9. Sept 0
  10. Okt 2
  11. Nov 5
  12. Dez 9

Gesundheit

Apotheken

Apotheke heißt farmakeío, Kennzeichen ist ein rotes oder grünes Kreuz. Alle international gebräuchlichen Arzneien sind erhältlich, viele ohne Rezept. In den Städten haben immer einige Apotheken Nachtdienst. An der Rezeption Ihres Hotels weiß man Bescheid.

Ärztliche Versorgung

Die Versorgung mit staatlichen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und ca. 100 privaten Fachkliniken ist gut. Die in Europa ausgebildeten Ärzte sprechen meist Englisch, manche auch Deutsch. Sie machen Hotelbesuche. Da mit Deutschland, Österreich und der Schweiz kein Sozialabkommen besteht, müssen Patienten aus diesen Ländern die Arztrechnung sofort begleichen.

In der Regel erstatten die heimischen Krankenkassen die Auslagen gegen Vorlage einer Quittung. Dennoch ist es sinnvoll, für wenig Geld eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die ein Jahr gilt und auch einen eventuellen Rücktransport deckt.

In den Städten gibt es Allgemeine Krankenhäuser (genikó nosokomeío/ general hospital), auf dem Lande Gesundheitszentren (kéntro ygeías). Erste Hilfe im Notfall kostet dort nichts, nur das Material ist zu bezahlen.

Sicherheit

Zypern ist ein sehr sicheres Reiseland. Die Kriminalitätsrate ist eine der niedrigsten in Europa. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen reichen völlig aus.

Notruf

Südzypern

Polizei, Ambulanz, Feuerwehr: 112

Nordzypern

Polizei 115 Ambulanz 112 Wald-Feuerwehr 177

Verlorene Kreditkarten sollte man in der Republik Zypern sofort bei JCC Payment Systems melden und dann erst die deutschen Stellen informieren: JCC : Tel. 22 86 80 00 (24-Stunden-Service), Fax 22 86 81 11

Zentrale Sperrnummer für fast alle Karten: Tel. 0049 116 116
Visa: 00 49 69 66 57 13 33
Master: 00 49 69 79 33 19 10
AmEx: 00 49 69 75 76 10 00
EC-Karte: 00 49 18 05 02 10 21

Essen & Trinken

Zyprische Spezialitäten

Die zyprische Küche ist volkstümlich und einfach; im Prinzip griechisch, aber inspiriert von arabischer und türkischer Kochkunst. In den Jahrhunderten der Fremdherrschaft haben die Zyprer erstaunlich wenig von der Esskultur ihrer Besatzer übernommen. Besonders erfreulich ist dies im Falle der Briten, die heute zur Esskultur in den Touristenorten nur fish and chips und das englische Frühstück mit Bohnen sowie ham and eggs beisteuern. Olivenöl und Knoblauch werden in der zyprischen Küche nicht so üppig wie in Griechenland verwendet.

Zu Hauptgerichten werden als Vorspeise Bauernsalat mit Schafskäse, grüne Oliven, die Sesamsoße tachíni und talatoúri gereicht, die zyprische knoblauchlose Variante des griechischen tsatsíki.

In Nordzypern isst man im Wesentlichen die gleichen Gerichte, nur dass kein Schweinefleisch verwendet wird. Soufláki heißt auf Türkisch şiş-kebab, die köfte entsprechen den kéftedes, der Bratkäse challoúmi heißt hellim, die Sesamtunke tahin. Verbreiteter als im Süden sind preiswerte Garküchenrestaurants (Lokanta), in denen meist auch döner gegrillt wird, das Pendant zum griechischen gyros.

Fleischgerichte

Nationale Leidenschaft der Zyprer sind Speisen vom Holzkohlegrill. An Wochenenden sieht man überall auf Zypern vor den Restaurants riesige Fleischspieße, die sich über der Glut drehen, bestückt mit soúvla (in der Verkleinerungsform souvláki). Soúvla ist Lamm- oder Ziegenfleisch, das vor dem Grillen mit Zitrone und Gewürzen behandelt wird und erst etwas angekokelt richtig gut schmeckt. Aufwendiger herzustellen ist kléftiko, das viele Restaurants nur an bestimmten Tagen anbieten. Diese ehemalige Partisanenspeise (von kléftis, ›Dieb‹ – so nannten die Türken im 19. Jh. die griechischen Widerstandskämpfer) wurde ursprünglich unter dem Lagerfeuer versteckt im Boden gegart.

Heute bleibt das Lammfleisch stundenlang im heißen Tonofen vor der Haustür, bis es zart von den Knochen fällt. Afélia ist Schweinefleisch, das erst angebraten, dann mit Wein abgelöscht, dann noch einmal angebraten und wieder mit Wein gelöscht wird. Wein ist auch in den dunklen Schweinswürsten loukánika enthalten. Vor der Verwurstung lässt man die Zutaten in Rotwein schwimmen.

An den zahlreichen Grillbuden wird neben souvláki meist sieftaliá angeboten, Hackfleischröllchen im Lamm- oder Schweinedarm. Sie werden mit Tomaten- und Gurkenstückchen in der pítta, einem aufgeschnittenen Fladenbrot, serviert. Als Beilage zum raki reicht man gern grüne Oliven in einer Korianderlake und loúntza. Es ähnelt dem deutschen Kassler und ist ebenfalls wie die Oliven mit Koriander gewürzt.

Fisch

Fangfrische zyprische Seefische sind in der Hochsaison selten im Angebot. Um im Sommer die Nachfrage nach Fisch zu befriedigen, wird Frischfisch eingeflogen, oder man bezieht den Fisch aus der Fischfarm. Je nach Fangsituation und Wetter hat man in den Restaurants bei den Fischerhäfen, z. B. in Latsí oder Ágios Geórgios auf der Akámas-Halbinsel, oder in teuren Spezialitätenrestaurants in den Städten Chancen auf fangfrische Produkte. Die sind dann allerdings teuer. In der Nebensaison im Winter sieht die Versorgung mit Frischfisch besser aus. Anders als in Griechenland bekommt man dann frisch gefangene, heimische Meeresfrüchte.

Edelfische wie barboúni oder fangrí werden vor der Zubereitung abgewogen und kosten pro Kilo ca. 50 €. Weniger teuer sind die kleineren Edelfische, preiswert die kleine marída oder die etwas größere gópa. Relativ preiswert sind Süßwasserfische, die in Fischfarmen in zyprischen Stauseen oder Bächen gezüchtet werden. Von den Seewasserfischen stammen die tsipoúra (Seebarsch) und der lavráki (Gelbstrieme) in der Regel aus der Fischfarm.

Vegetarisch

Vegetarier bestellen sich gegrillten challoúmi, einen milden festen Weißkäse aus Ziegen-, Schaf- und Kuhmilch, der in einer Minzlake aufbewahrt wird. Challoúmi bekommt man in Schnellrestaurants auch mit Tomate und Gurke in der pítta oder auf dem Sandwich. Es gibt ihn inzwischen auch in deutschen Supermärkten. Gut schmecken auch die giachní- Gerichte, die fleischlosen Suppen aus Hülsenfrüchten und Tomate, die man in den Städten in Restaurants mit Garküche bekommt.

Gebäck und Süßes

Als Mahlzeit zwischendurch kann man sich beim Bäcker eliópittes, Olivengebäck, oder tirópittes, Käsetaschen, kaufen. Bei Volksfesten trifft man auf Stände, die süßes Fettgebäck anbieten, loukoumádes und siámesii (sprich schámischi, ›siamesische Zwillinge‹). Auf den Märkten und an Klöstern werden in Sirup eingelegte Früchte verkauft, dazu auch soutzoúkos: ›Würste‹ aus Weintraubensaft mit einem Kern aus Mandeln oder Walnüssen, die auf einen Faden gezogen sind. Sie haben fruchtschnittenartige Konsistenz und eignen sich gut als Wegzehrung auf Wanderungen. Den Weintraubensaft gibt es auch als Gelee, palouzés, er wird mit einem Löffel gegessen.

Typische Getränke

Der türkische, in kleinen Tassen mit Kaffeesatz servierte Brühkaffee heißt auf Zypern kafés kypriakós. Er sollte stets mit einem Glas Wasser serviert werden (das bei Ausländern manchmal ›vergessen‹ wird). Man sagt bei der Bestellung, wie man ihn sich wünscht: skétto, ohne Zucker, métrio, mit wenig Zucker, oder glikó, süß.

Obwohl Zypern ausgesprochen gute Weine produziert, ziehen Zyprer zum Essen oft einen milden koniák vor. Als Brandy sour mit Zitrone gibt es diesen Kognak auch an der Hotelbar. Der sherryartige, süße Commandaria- Wein, für den Zypern früher so berühmt war wie Samos für den Samoswein, wird heute wenig getrunken.

Weine werden in den Restaurants meist nur als Flaschenweine der vier zyprischen Großwinzereien angeboten. Steht ›Village wine‹ auf der Speisekarte, handelt es sich in der Regel nicht um hausgemachten Landwein, sondern um einfachste Tischweine, die fünfliterweise von den großen Getränkekonzernen verkauft werden.

Das Bier der Winzerei KEO und von Carlsberg wird in 0,3- und 0,66-Liter-Flaschen verkauft. Eine große Bierflasche kann man sich auch in guten Restaurants wie eine Weinflasche teilen.

Nationalgetränk ist zivanía, ein klarer Tresterschnaps, der dem italienischen Grappa ähnelt.

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