Florida

Florida, der Sunshine State der USA bietet einmalige Naturlandschaften, weiße Sandstrände, türkisblaues Meer und ein Paradies an Freizeitangeboten.

Anreise

Zur Einreise ohne Visum bei einem Urlaub bis zu 90 Tagen genügt für deutsche, österreichische und Schweizer Bürger jeglichen Alters ein gültiger Reisepass. Weiterhin müssen ausreichende Geldmittel und ein Rückflugticket vorhanden sein.

 … mit dem Flugzeug

Die allermeisten Reisenden fliegen in die USA bzw. nach Florida und benutzen nicht wie einst üblich die Transatlantikschiffe. Täglich Verbindungen zahlreicher Airlines von deutschen Flughäfen sowie von Wien und Zürich direkt oder mit Maschinenwechsel mit Miami (MIA), Orlando (MCO), Tampa (TPA), Fort Lauderdale (FLL) oder Fort Myers (RSW). Die reine Flugzeit für die fast 8000 km lange Strecke beträgt etwa zehn Stunden. Muss umgestiegen werden, kommen zwei oder mehr Stunden Reisezeit hinzu. Je nach Saison bieten Gesellschaften den Flug nach Florida zwischen ca. 500 und 1000 € an.

Verschiedene Airlines bieten den Flug kombiniert mit einem preiswerten Mietwagentarif als Fly & Drive-Paket an. Viele Hotels und fast alle Mietwagenverleiher haben Shuttlebusse, die ihre Kunden am Flughafen aufnehmen und zur Vermietstation bzw. Unterkunft befördern. Wer ein Taxi nimmt, sollte sicher sein, dass es ein offizielles Taxi und kein Privatwagen ist, dessen Preis am Ziel für eine Überraschung sorgen kann. Eine Alternative für den Transfer zum Hotel können auch Mini-Busse sein, die als Airport Shuttle wie ein Sammeltaxi operieren.

… mit dem Schiff

Die Zeit der Transatlantik-Liniendienste gehört der Vergangenheit an. Dennoch erreichen Passagiere an Bord von Kreuzfahrtschiffen von verschiedenen westeuropäischen Häfen (wie z. B. Hamburg, Antwerpen, Rotterdam, Southampton) die amerikanische Ostküste und gelegentlich auch Fort Lauderdale oder Miami. Dichter noch an alter Seefahrerromantik sind Fahrten mit Frachtern, die auf ihren Törns einige Passagiere mit an Bord nehmen. Informationen über Routen und Termine bieten spezialisierte Agenturen, z. B. die Hamburg-Süd (www.hamburgsuedfrachtschiffreisen.de) oder die Frachtschiff- Touristik Kapitän Zylmann (www.zylmann.de).

Unterkunft

Hotels

Luxushotels und Resorts bieten eine Lobby, Restaurants, eine Bar, verfügen über Pool und Fitness-Geräte, häufig auch über einen Wellness-Bereich. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt. Die Zimmertüren öffnen zu innen gelegenen Fluren. In diesem Segment bieten eine Reihe von Hotelketten Zimmer an, so etwa Hyatt, Sheraton, Westin und St. Regis, Marriott, Hilton, Radisson, Crowne Plaza und andere. Daneben gibt es nach wie vor eine Reihe von Privathotels, die noch nicht über Ketten vermarktet werden. Viele der eleganten Art-déco-Hotels am Ocean Drive von Miami Beach gehören dazu.

Auch der Bereich der Mittelklassehäuser wird von Hotelketten dominiert. Best Western Hotels sind überwiegend in Privatbesitz, werden aber gemeinsam vermarktet, viele der Holiday Inn-Hotels, die Embassy Suites und die Hotels der Ramada-Kette gehören in diese Kategorie. Preiswerte Alternativen zu Ferienhotels sind kleine Motels an den Ausfallstraßen, die zu Preisen zwischen 40 und 70 $ annehmbare Unterkunft bieten. Motels sind meist nicht viel höher als zwei Stockwerke, die Türen und auch die Fenster der Zimmer gehen überwiegend zu außen gelegenen Fluren. Fast überall haben Ketten, z.B. Super 8, Days Inn, Comfort Inn, Rodeway Inn, Quality Inn, Sleep Inn, Econo Lodge, Motel 6 die früher individuellen Motels abgelöst.

Bed & Breakfast

Auch in Florida gibt es viele Bed & Breakfast-Unterkünfte, doch meist im oberen Preissegment. Dafür sind sie nicht selten in Villen aus viktorianischer Zeit untergebracht; man kann eine gepflegte Atmosphäre und oft mit Antiquitäten eingerichtete Zimmer in guter Lage erwarten. Wie der Name andeutet, wird ein in den Zimmerpreis eingeschlossenes Frühstück serviert, mit Eiern, Speck und Würstchen, Toast, Muffins oder Pfannkuchen, Marmelade, mit Orangensaft, Kaffee, Früchten und Cerealien. Eine Übersicht mit über 100 Herbergen bietet Florida Bed & Breakfast Inns (FBBI), 106 South 4th Ave., Wauchula, FL 33873, Tel. 877-303-3224, www.floridainns.com. Über das B & B-Angebot in Florida informiert auch Bed & Breakfast Inns Online, www.bbonline.com/united-states/florida.

Ferienwohnungen und Ferienhäuser

In verschiedenen Regionen Floridas werden Apartments und Ferienhäuser angeboten. Wer eine Woche oder länger an einem Ort verweilen möchte, sollte diese Möglichkeit ins Auge fassen. Mit einer größeren Familie oder einer Gruppe liegt man bei den meist mit mehreren Schlafzimmern und Bädern ausgestatteten Unterkünften auch im Vergleich zu Hotels nicht schlecht. Häufig hat man auch einen eigenen Pool auf dem Grundstück und kann sich dank einer voll eingerichteten Küche selbst preisgünstiger verpflegen. Da viele Eigentümer von Wohnungen besonders an der Westküste von der Pinellas Halbinsel von St. Petersburg bis nach Cape Coral bei Fort Myers aus dem deutschsprachigen Raum kommen, lohnt ein Blick in die Reiseanzeigen der einheimischen überregionalen Zeitungen. Die einschlägigen Reiseveranstalter wie DERTOUR, CANUSA oder FTI bieten in ihren Katalogen ebenfalls bestens ausgestattete Wohnungen und Häuser an, auch im Katalog von Interhome (www.interhome.de) gibt es Angebote aus dem Sunshine State. Fündig wird man auch im Internet, z.B. bei Villas International (www.villasintl.com) oder bei Wyndham Vacation Rentals (www.wyndhamvacationrentals.com) mit interessanten Angeboten in ganz Florida.

Herbergen und Hostels

Eine »klassische« Jugendherberge, die dem internationalen Verband Hostelling International angeschlossen ist, gibt es in Florida zurzeit nicht, dafür aber eine Reihe günstiger Hostels oder Backpacker-Hotels. Hostels werden wie Hotels geführt, nur dass üblicherweise neben Hotelzimmern auch gemeinschaftliche Schlafräume für mehrere männliche oder weibliche Reisende angeboten werden. Diese sind preisgünstiger als individuelle Hotelzimmer und werden häufig von jüngeren Einzelreisenden gebucht. Hostels sind daher meist auch gute Orte, um soziale Kontakte mit Gleichaltrigen zu knüpfen. Ergiebige Quellen für entsprechende Adressen im Internet sind z.B. die Seiten www.hostelhandbook.com, www.hostelz.com und www.hostels.com, die Angebote in Florida, aber auch anderswo auflisten.

Camping

Sehr viel günstiger als Hotels sind die zahlreichen Campingplätze. Die meisten liegen landschaftlich sehr reizvoll und sind mit Stromanschlüssen und sanitären Einrichtungen auch für Campmobile ausgestattet. Detaillierte Auskünfte über Lage, Größe und Ausstattung von mehr als 300 Campingplätzen gibt das »Camping Directory« der Florida Association of RV Parks and Campgrounds, 1340 Vickers Rd., Tallahassee, FL 32303, Tel. 850-562-7151, www.campflorida.com. KOA, eine Kette privat geführter Campingplätze mit sehr guter Ausstattung, ist mit insgesamt 22 Campgrounds zwischen Pensacola und Sugarloaf Key in Florida präsent. Über das Internet kann man das Angebot sichten und Plätze reservieren (www.koa.com). Einige der KOA Campgrounds verfügen neben Stellplätzen über Chalets, einfache kleine Blockhäuser, in denen Paare oder Familien rustikal und naturnah wohnen und auch ohne eigenes Zelt oder Wohnmobil Campingatmosphäre schnuppern können.

Ausgehen

In den größeren Städten und Urlauberzentren gibt es Diskotheken und Bars, spielen abends Bands auf. In der ländlichen Idylle herrscht abends Ruhe, es sei denn, man kennt sich aus. Das Nachtleben in Orlando beschränkt sich inzwischen nicht nur auf die Vergnügungsparks bzw. deren Ableger für das Abendvergnügen, wie Pleasure Island bei Walt Disney World oder den CityWalk der Universal Studios mit seinem riesigen Hard Rock Café und anderen Clubs. Auch in dem früher abends wie leergefegten Zentrum der Stadt findet man jetzt Bars, Restaurants oder Discos. Das städtische Programm zur Belebung der Innenstadt zeigte erste Erfolge. Inzwischen sind sogar mehrere zehntausend Bewohner in die City zurückgezogen.
Abends lebt auch Miami Beach, vor allem South Beach mit seinen angesagten Bars und Nachtclubs noch einmal richtig auf. Wer in Partystimmung ist oder kommen möchte, versammelt sich hier. Das dritte Epizentrum des floridianischen Nachtlebens liegt auf Key West, wo einige Bars erst richtig zum Leben erwachen, wenn sich das allabendliche Ballyhoo zum Sonnenuntergang am Mallory Square dem Ende zuneigt.

Multiplex-Kinos findet man, wie sonst auch in den USA, meist in den großen Malls. In ihnen werden – natürlich auf Englisch – meist ausschließlich die aktuellen Hollywood-Produktionen gezeigt, oft Monate bevor sie in Deutschland zu sehen sind. Unter 17-Jährige dürfen laut Gesetz in Florida von Sonntag bis Donnerstag nach 23 Uhr und Freitag/Samstag nach 24 Uhr nicht ohne Begleitung Erwachsener auf den Straßen unterwegs sein.

Einkaufen

Die USA gelten als Einkaufs- und Konsumparadies, mit einem riesigen Warenangebot zu – den entsprechenden Dollarkurs vorausgesetzt – günstigen Preisen. Shopping, so besagen Umfragen, gehört inzwischen zu den wichtigsten Urlaubsvergnügen. Das Ferienland Florida kommt dem Einkaufsbedürfnis bereitwillig entgegen und hat für alle Geschmäcker und Budgets verführerische Einkaufspassagen, Malls und Factory Outlets errichtet. Deutlich niedrigere Preise als daheim und vielleicht auch die entspannte Urlaubsatmosphäre erleichtern den Griff zur Kreditkarte. Bedenken sollte man auf jeden Fall: Alle Einkäufe müssen wieder nach Hause transportiert werden und auf die ausgezeichnete Ware kommt noch eine Verkaufssteuer (sales tax) von 6 bis 8 %, die Freigrenze der Warenmitnahme beträgt 430 €, bei Reisenden unter 15 Jahren nur 175 €. Wird dieser Betrag überschritten, freuen sich die heimischen Grenzbeamten auf die zu erwartenden Zolleinnahmen.

Factory Outlet Malls

Beliebt und an Ausfallstraßen regelmäßig zu treffen sind Factory Outlet Malls mit Verkaufsstellen diverser Markenfabrikanten. Ware mit leichten Fehlern oder aus der zurückliegenden Saison wird mit oft hohen Preisabschlägen angeboten. Dennoch sollte man auch im Kaufrausch nicht das heimische Preisniveau aus dem Kopf verlieren. Südlich von Miami, um Fort Lauderdale, an der Tampa Bay und natürlich in und um Orlando sind die meisten Outlet Center. Da sie inzwischen auch Ketten angehören, die häufig in den gesamten USA präsent sind, kann man ebenfalls im Internet nach einer Mall in der Nähe des jeweiligen Urlaubsortes suchen und sich darüber hinaus eine Liste der dort ansässigen Läden ansehen. Premium Outlets sind in Orlando (mehrere Filialen), St. Augustine, Ellenton und Florida City vertreten (www.premiumoutlets.com), Tanger Outlets findet man bei Fort Myers (www.tangeroutlet.com), Miromar Outlets sind ebenfalls bei Fort Myers präsent (www.miromaroutlets.com) und angesichts der vielen (ca. 350) Geschäfte der Sawgrass Mills bei Fort Lauderdale können auch Erfahrene leicht den Überblick verlieren (www.simon.com). Schnäppchenjäger können in den Outlet Malls noch zusätzliche Rabatte erzielen. Entweder im Internet oder bei der Verwaltung (management/office) der entsprechenden Mall liegen bei besonderen Verkaufsaktionen Couponheftchen aus, die bei teilnehmenden Geschäften und bestimmten Waren noch einmal Preisabschläge ermöglichen.

Souvenirs

Kunstdrucke aus Museen, Kunsthandwerk aus den Indianer-Reservaten, Sonnenbrillen, die in Europa erst im kommenden Jahr auf dem Markt sind, T-Shirts mit originellen Motivaufdrucken und die legendär günstigen Jeans – die Liste der Reisemitbringsel kann lang werden. Gourmets mögen angesichts von Palmhonig in Verzückung geraten, Mobiltelefonierer von iPhone-Schnäppchen, Fans exotischer Düfte von Orangenblüten- Parfüm. DVDs mit dem Länderspielcode »1« sind für das Abspielen in den USA bestimmt und können ansonsten nur auf sog. Regio-Free-Playern gespielt werden. Nur wenn der Code auf »2« (Europa) oder »0« (worldwide) lautet, produzieren die Silberscheiben auch auf heimischen Bildschirmen bunte Bilder. Bei Blu-ray Discs verzichten viele Filmproduktionsfirmen auf Regionalcodes (ca. 70% haben keine Beschränkung). Felle, Häute oder Knochen exotischer Tiere unterliegen möglicherweise dem Washingtoner Artenschutzabkommen.

Reisewetter

Florida misst vom Norden bis zur Südspitze 720 km. Während um Tallahassee und Jacksonville eine warme Klimazone mit heißen Sommern und sehr selten frostigen Wintern überwiegt, herrscht südlich von Fort Myers und Palm Beach bereits eine tropische Witterungslage. Tallahassee misst im kältesten Monat Januar rund 12 °C. In den Monaten November bis Februar werden in Key West im Durchschnitt Temperaturen zwischen 21 und 23 °C gemessen, im Juli bis September sind es rund 8 °C mehr. In Zentralflorida vermengen sich die beiden klimatischen Einflussbereiche zu einem gemäßigt subtropischen Wettergebiet, mit Wintertemperaturen um die 16 °C und sommerlichen 28 °C im Mittel. Florida gehört in den USA zu den Regionen mit der höchsten Niederschlagsmenge. Der meiste Regens geht im Sommerhalbjahr zwischen Mai und Oktober nieder. Im mittleren und südlichen Teil des Landes herrscht dann bei Temperaturen bis zu 40 °C gleichzeitig hohe Luftfeuchtigkeit. Der nachmittägliche kühlende Schauer, mit dem man im Sommer alle zwei Tage rechnen sollte, ist allerdings eher angenehm. Badesaison an der Küste ist das ganze Jahr hindurch. In den Wintermonaten herrschen an den südlichen Küsten angenehmere Badetemperaturen.

Florida: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 24
  2. Feb 25
  3. März 26
  4. April 28
  5. Mai 30
  6. Juni 31
  7. Juli 32
  8. Aug 32
  9. Sept 31
  10. Okt 29
  11. Nov 27
  12. Dez 25

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 15
  2. Feb 16
  3. März 18
  4. April 20
  5. Mai 22
  6. Juni 24
  7. Juli 25
  8. Aug 25
  9. Sept 24
  10. Okt 22
  11. Nov 19
  12. Dez 16

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 22
  2. Feb 22
  3. März 23
  4. April 25
  5. Mai 28
  6. Juni 30
  7. Juli 31
  8. Aug 31
  9. Sept 30
  10. Okt 28
  11. Nov 25
  12. Dez 23

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 7
  2. Feb 8
  3. März 9
  4. April 10
  5. Mai 10
  6. Juni 10
  7. Juli 10
  8. Aug 9
  9. Sept 9
  10. Okt 8
  11. Nov 7
  12. Dez 7

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 5
  2. Feb 5
  3. März 5
  4. April 5
  5. Mai 9
  6. Juni 14
  7. Juli 13
  8. Aug 15
  9. Sept 14
  10. Okt 11
  11. Nov 7
  12. Dez 5

Gesundheit

Für Reisende aus Westeuropa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Wegen der besonders im Sommer starken Sonneneinstrahlung sollte man eine Sonnenschutzcreme mit gutem UV-Filter benutzen. Klimaanlagen, die überall in Florida auf Hoch touren laufen, sind häufig Ursache für Erkältungen.

Ärztliche Versorgung

Die medizinische Versorgung in den Vereinigten Staaten ist ausgezeichnet, wenn auch teurer als hierzulande. Arzt- und Krankenhausrechnungen müssen sofort beglichen werden, eine Kreditkarte hilft besonders bei größeren Beträgen in Hospitälern. Die gelben Seiten der Telefonbücher enthalten eine Liste der lokalen Ärzte und Krankenhäuser. Auch an der Hotelrezeption oder bei der lokalen Chamber of Commerce (Handelskammer) erhält man Adressen und Telefonnummern von Ärzten und Krankenhäusern. In dringenden Notfällen erreicht man über den Notruf 911 Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen. Es ist ratsam, sich bei der heimischen Versicherung über eventuell zu deckende Kosten zu erkundigen und gegebenenfalls eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport abzuschließen.

In Florida fühlen sich auch Millionen von Moskitos wohl, die besonders im feuchtwarmen Sommer bei stehenden Gewässern auf Beute lauern. Ebenso wie die an einigen Naturstränden vorkommenden Sandflöhe – man nennt sie wegen ihrer winzigen Gestalt nosee-ums – verursachen sie nur juckende Stellen, übertragen aber keine Malaria oder andere Krankheiten. Spezielle Abwehrmittel sind in den örtlichen Drugstores erhältlich. In jüngerer Zeit traten einige Fälle von Infektionen mit dem West-Nil-Virus auf, der von Moskitos übertragen wird, und im Jahr ca. 50 Menschen befällt.

Apotheke

Medikamente gibt es in Drugstores, die eine spezielle Abteilung Prescriptions führen, oder in einer Pharmacy. Einige der Ketten, wie z.B. CVS oder Walgreen, haben sehr lange oder sogar durchgehend geöffnet. Mittel gegen Schmerzen oder Erkältung gibt in reicher Auswahl in den Supermärkten, bei speziellen Rezepten empfiehlt es sich, entweder von zu Hause genügend Medikamente mitzunehmen oder sich die Inhaltsstoffe der Arznei aufschreiben zu lassen, damit in Florida ein Apotheker vergleichbare Mittel ausgeben kann.

Sicherheit

Problematische Stadtviertel sollte man – wie auch zu Hause – nachts meiden, größere Geldbeträge deponiert man am besten im Hotelsafe (Safety deposit box). Wird man dennoch bedroht, ist es am sichersten, das Geld herauszugeben und defensiv zu reagieren. Dazu sollte man vorsichtshalber einen kleinen Betrag als ›Angebot‹ in der Tasche parat haben. Anhalter sollten nicht mitgenommen werden. Fahren Sie nur mit lizenzierten Taxis. Die Mitarbeiter vieler Tankstellen und Supermärkte helfen bei Orientierungsschwierigkeiten weiter. Kameras, Briefund Handtaschen gehören nicht auf den Sitz des Autos, Geldbörsen nicht in die hintere Hosentasche. Wer seine persönlichen Ausweispapiere verloren hat, sollte sich umgehend an das Deutsche Generalkonsulat in Miami wenden, um sich gegebenenfalls Ersatzpapiere ausstellen zu lassen.

Wichtige Notrufnummern

911: Die zentrale Notruf-Telefonnummer gilt in den gesamten USA. Die Zentrale verbindet mit Polizei, Ambulanz oder Feuerwehr.

Essen und Trinken

Im kulturell vielfältigen Florida sind kulinarische Anregungen aus vielen Ländern zusammengekommen. Und auch der Trend zu leichter, frischer Küche hat nicht an den Grenzen des Bundesstaates Halt gemacht. Vor allem Liebhaber von Meeresfrüchten dürften hier auf ihre Kosten kommen. 

Florida kulinarisch

Florida ist ein Vielvölkerstaat, das wird auch an der Speise- und Getränkekarte deutlich. Die Zeiten sind vorbei, in denen man die Restaurants der USA vor allem nach Fast-Food-Ketten und »Steak & Potatoe-Häusern« unterscheiden konnte. Einwanderer aus vielen Ländern haben ihre Rezepte in den südlichsten Bundesstaat der USA mitgebracht, nicht nur die Engländer, sondern Spanier von Menorca und den Kanaren, Griechen von den Inseln des Dodekanes, Italiener aus Venetien und Kampanien, Juden aus vielen Ländern Europas und Immigranten aus den Staaten Mittelamerikas und der Karibik. Früchte der karibischen Inselkette, Gewürze aus Grenada und Jamaika und die Fische aus den reichen Fanggründen der Karibischen See und des Golfstroms mischen sich mit kulinarischen Einflüssen aus der alten Welt. Vor allem die Kubaner und Einwanderer aus lateinamerikanischen Ländern haben ihre kulinarischen Spuren hinterlassen. 

Ein Hühnchen mit gelbem Reis, arroz con pollo, oder einen Rindfleischeintopf, ropa vieja, wird man kaum besser serviert bekommen als in Miami, und der café cubano wird hier genauso stark aufgebrüht wie in einer Bar in Havanna. Viele Restaurants vor allem rund um die Calle Ocho von Miami bieten tortilla cubana (Omelett mit Rindswürstchen und Zwiebeln), picadillo (Rindfleischeintopf mit Pfeffer, Rosinen und Oliven) oder kubanischen Reispudding wie auf der Karibikinsel an. Abends gibt es dann noch ein medianoche, eine kleine Version des kubanischen Sandwich, aber auch mit Schinken, Käse, eingelegter Gurke und Senf auf weichem Brot, oder ein pan con bistec, mit einer dünnen Scheibe mariniertem Rindfleisch, gewürzt mit Knoblauch und Zwiebeln.

Hinzu kommen die Einflüsse der kreolischen und der Cajun-Küche aus Louisiana mit reichen gumbos und jambalayas, die kräftige, ländliche Küche der Südstaaten sowie einige Rezepte von den Herdfeuern der Seminolen-Indianer, Schnitzel vom gator tail, dem Schwanz des Alligators, oder gebackene Maniok-Wurzeln. Alligatorschwanz, dünn geschnitten und paniert wie ein Wiener Schnitzel oder angebraten und als Gulasch im Topf gargeköchelt, hat im Übrigen keinen kräftigen Eigengeschmack, sondern wird vom Gaumen eher wie eine Mischung aus Hühnerbrust und Kalbsfleisch wahrgenommen. Von Haiti und der Dominikanischen Republik, von Kuba, Jamaika, Grenada und anderen Inseln der Karibik stammen viele Gewürze: Ingwer, Piment, Kreuzkümmel, Koriander, Zimt, Fenchelsamen, Lorbeerblätter und Senfkörner, Thymian, Oregano, roter und schwarzer Pfeffer. Sie alle können in Floridas Küchen frisch verarbeitet werden.

Die Einflüsse der Südstaatenküche und die kulinarische Fernwirkung des einst französischen New Orleans spürt man vor allem im Norden Floridas, entlang der Grenze zu Georgia und Alabama sowie im Westen des Panhandle. Jenseits der Fast-Food-Ketten mit ihren vorgefertigten Gerichten kann man in Florida vorzüglich speisen. Schließlich kommen die allermeisten Zutaten frisch aus der näheren Umgebung. In den Flüssen und im riesigen Lake Okeechobee werden Wels, Barsch und Flusskrebse gefangen. In der Lagune von Apalachicola liegen ergiebige Austernbänke. Auf den Weideflächen der mehr als 1000 Ranches zwischen Kissimmee und Fort Myers grasen die größten Rinderherden östlich des Mississippi. Fruchtbare Äcker, klares, mineralhaltiges Wasser und das milde Klima lassen südlich des Lake Okeechobee neben Avocados, Tomaten, Paprika, auch Erdbeeren und Zuckerrohr gedeihen, von den Feldern zwischen Jacksonville und Tallahassee werden Pekan und Erdnüsse geerntet. Um Orlando und bis nach Miami wachsen Orangen, Grapefruits und Limonen in endlosen Plantagen.

Natürlich findet man auch in nahezu jeder Straße ein Fast-Food-Restaurant, bessere Kost bieten die so genannten Delis, Delikatessenläden in Einkaufsstraßen und auf vielen Märkten. Dort gibt es Fleisch, Käse, Salate und Snacks. Häufig kann man hier sein Sandwich oder einen Salat für einen Mittagsimbiss selbst zusammenstellen. Hervorragend schmecken in den Restaurants der Küstenorte Fische, Hummer, Krabben, Muscheln und Austern, die frisch gefangen sofort zubereitet werden. In urigen Fish-Camp-Imbissrestaurants am Intracoastal Waterway oder anderen Angelrevieren weiter im Landesinneren gibt es große Portionen Catfish (Wels), Alligatorschnitzel oder Froschschenkel. Dazu gibt es Hush Puppies, fluffige Brötchen aus Maismehl. In der weiten Lagune vor dem Fischerort am Anfang des Panhandle wachsen Millionen Austern zur Reife heran. Zwischen Oktober und April stehen als besondere Delikatesse stone crabs, die gekochten Winterscheren der Steinkrebse, auf den Speisekarten vieler besserer Fischrestaurants. Für das zarte, leicht süßliche Fleisch der Scheren, die den Salzwasserkrebsen im Übrigen wieder nachwachsen, lassen Feinschmecker jeden Hummer stehen.

Floribbean Cuisine

Das zarte Fleisch der frisch zubereiteten, rosa Scheren des Steinkrebses schmeckt köstlich mit zerlassener Butter oder einer pikanten Senfsauce. Gebackener Grouper, ein Zackenbarsch, mit Mango-Salsa steht als nächster Gang auf der Speisekarte des Menüs, das von einer Mousse von weißer Schokolade und Erdbeeren mit süßen Limonen abgerundet wird. Zum Fisch gibt es einen gut gekühlten trockenen Weißwein, Lake Emerald, vom Weingut der Eden Vineyards bei Fort Myers. Innovative Köche haben die kulinarischen Traditionen in Florida dem Zeitgeschmack nach leichteren Gerichten angepasst und sich noch stärker karibischen Einflüssen geöffnet. Es entstand eine kulinarische Richtung, die inzwischen als Floribbean Cuisine oder als Tropical Fusion bezeichnet wird. 

New World Cuisine beschreibt den Versuch innovativer Köche, auch südamerikanische, pazifische oder asiatische Rezepte und Zutaten in ihre fantasievolle Arbeit einzubeziehen. Florida-Hummer mit Artischocken in einer Wermut-Safran-Sauce, Dolphin (kein Delfin, sondern eine Goldmakrele) gebacken in einem Mantel aus Gemüsebananen mit Mandarinen-Remoulade oder ein Fischfilet vom Red Snapper, mariniert im Saft einer Bitterorange (Pomeranze) mit geröstetem Jamaika- Pfeffer, grünem Chili und Schalotten – wer derlei schmackhafte Gerichte genießen möchte, wird nicht nur in Miami oder Orlando, sondern inzwischen in vielen floridianischen Restaurants fündig werden.

Ein besonderes Element der Floribbean Cuisine ist die variable Verwendung scharfer Paprika, deren feurige Komponente mit Honig, Vanille, dem Saft der Kokosnuss oder von Key-Limonen gemildert wird. Auch tropische Früchte spielen eine große Rolle, wie die auf europäischen Märkten kaum anzutreffende Frucht Mamey Sapote, dazu Mango, Passionsfrucht, Papaya oder Sternfrucht. »Mango Gang« werden daher auch die Protagonisten der neuen Küche Floridas zuweilen scherzhaft genannt. Insbesondere Miami und Miami Beach haben sich zum kulinarischen Epizentrum einer neuen Restaurantszene gemausert, die in den USA mit New York und San Francisco in einem Atemzug genannt werden kann.

Frühstück, Mittag- und Abendessen

Das breakfast (Frühstück) ist reichhaltig. Süßes wird neben Deftigem serviert, waffles with maple syrup (Waffeln mit Ahornsirup) isst man zu den kräftigen scrambled eggs with bacon (Rühreier mit Speck). Die wenigsten Amerikaner essen ihr Frühstücksei gekocht, manche mögen lieber eggs sunny side up (Spiegeleier) oder over easy (beidseitig angebraten) mit hashed browns (geschnetzelten Bratkartoffeln). Dazu gibt es eine Auswahl von gebratenen Würstchen (sausages), Frühstücksspeck (bacon) oder Schinken (ham). Meistens trinkt man orange juice (Orangensaft) und coffee. Kaffee wird fast immer nachgeschenkt (refill). Entkoffeinierter Kaffee steht als decaf auf der Speisekarte.

Alternativ zu diesem American Breakfast, eigentlich eine Abwandlung des kulinarischen englischen Erbes, steht oft ein Continental Breakfast auf der Speisekarte, das sich auf Toast und Muffins (Toastbrötchen) mit Butter und Marmelade und dazu Kaffee beschränkt. Am günstigsten ist das Frühstück im Coffee Shop. Auf den Frühstücksbuffets von Hotels, inzwischen aber auch in vielen Frühstücksrestaurants oder Cafés, wie bei Starbuck’s und anderen, werden ebenfalls leichtere Varianten angeboten, mit Obstsalat und cereals (Cornflakes etc.). 

Weniger ausgiebig ist mittags das lunch, häufig essen Amerikaner nur ein Sandwich, Salat oder einen burger mit french fries (Pommes frites). Wer es gediegener möchte, geht zum Italiener und bestellt Pasta oder versucht beim Japaner ein Sushi oder Sashimi. Wichtig beim lunch ist, dass es schnell geht, denn es wird in der kurzen Mittagspause eingenommen, und das dinner beginnt um 18 Uhr, für europäische Verhältnisse recht früh. Dafür lassen sich die Floridianer beim ausgiebigen Abendessen Zeit. Da in den meisten Restaurants die Küche zwischen 21 und 22 Uhr schließt und demzufolge jeder Tisch am Abend nur einmal besetzt wird, ist es besonders für beliebte Restaurants sinnvoll, einige Tage im Voraus zu buchen.

Verhaltensregeln

Entgegen europäischem Usus sollte man nicht zielstrebig auf einen freien Tisch zusteuern, sondern warten, bis ein host oder eine hostess den Tisch zuweist. Schilder mit der Aufschrift Please wait to be seated weisen auf diese Gepflogenheit hin. Ausnahmen sind Fast-Food-Restaurants wie z.B. McDonalds. Eiswasser gibt es zügig und gratis, und es ist kein Problem, wenn Gäste nichts anderes zum Trinken bestellen. Bald wird sich eine Bedienung mit Namen vorstellen und die Menükarte überreichen. Bleibt von den aufgetragenen Speisen ein nennenswerter Rest übrig und man will diesen mitnehmen, packt die Bedienung sie ganz selbstverständlich ein. 

Es ist übrigens in allen Bundesstaaten der USA nicht üblich, in gemütlicher Runde nach dem Essen bei einem Wein oder Bier noch länger zusammenzusitzen. Die Frage der Bedienung, ob sie noch etwas für die Gäste tun könne, also ob diese noch etwas bestellen möchten, wird bei deren Verneinung mit der schnellen Präsentation der Rechnung beantwortet.

Zum entspannten Ausklingen des gemeinsamen Essens suchen die Gäste eine Bar oder Lounge auf. In wenigen sehr eleganten Restaurants kann es passieren, dass man auf das fehlende Jackett und die Krawatte aufmerksam gemacht wird. In Restaurants und in Restaurantführern wird darauf aufmerksam gemacht: Casual bedeutet legere Kleidung, wobei man jedoch nicht in Shorts oder Badesachen kommen sollte. An manchen Restaurants in Strandnähe ist es deutlich angeschlagen: No shoes, no shirt – no service. Formal heißt mit Sakko und Krawatte.

Das Trinkgeld (tip) ist bei den niedrigen Grundgehältern in der Gastronomie ein wesentlicher und fest einkalkulierter Bestandteil des Einkommens. So sollte man stets einige Dollarnoten in der Tasche haben. Es ist üblich, etwa 15 % zum Rechnungsbetrag hinzuzufügen, da dieser oft keinen Bedienungsanteil enthält. Bei den meisten Zahlungsausdrucken für Kreditkarten kann man eine Summe für das Trinkgeld auch in die dafür vorgesehene Spalte eintragen.

Softdrinks, Bier, Wein & Co.

Außer den weltweit bekannten allgegenwärtigen Soft-Drinks und dem in den südlichen US-Bundestaaten unvermeidlichen Eistee als Durstlöscher verfügt Florida mit Gatorade, ursprünglich ein von Chemikern der Universität von Florida in Gainesville für ihre Footballmannschaft Gators entwickelter Powerdrink, über eine populäre heimische Marke. Daneben wird mit den Früchten der Zitrusplantagen der halbe nordamerikanische Kontinent mit Orangen- und Grapefruitsaft versorgt.

Die amerikanischen Biersorten – meist von deutschstämmigen Brauern gegründet – haben sich inzwischen meilenweit von ihrer traditionellen Braukunst entfernt. Zudem sind sie für den europäischen Geschmack recht schwach. In der Regel trinken US-Amerikaner ein lager (helles Bier), das oft noch die Aufschrift light trägt. Immer mehr Freunde gewinnen in Florida kalifornische Weine aus dem Sonoma oder dem Napa Valley und beste Tropfen aus Oregon und dem Bundesstaat Washington, die den Vergleich mit französischen oder italienischen Weinen nicht scheuen müssen. Mit den Trauben- und Fruchtweinen der Eden Vineyards östlich von Fort Myers verfügt Florida sogar über das südlichste Weinanbaugebiet der USA. Beliebte Aperitifs sind Scotch- oder Bourbon-Whiskeys, trockener Martini (mit mehr Gin als Wermut) oder ein Long Drink wie Gin Tonic, Wodka Lemon oder eine Margarita. 

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