Neuseeland

Neuseeland wirkt auf den ersten Blick europäisch, aber mit jeder Minute öffnen sich neue Perspektiven in der abwechslungsreichen Natur ebensowie in der Vielfalt der Kulturen.

Anreise

Neuseelands Lage als Antipode zu Europa erlaubt unzählige Reisevarianten mit Stopps im Westen der USA oder Kanadas, in Südostasien, am Persischen Golf, in Südamerika, Australien oder auf Pazifik-Inseln. Nicht zuletzt bieten Round-the-World-Tickets Stopps in Neuseeland. Dort werden die meisten für Europäer relevanten Verbindungen über Auckland Airport (www.aucklandairport.co.nz) abgewickelt, die Weiterreise erfolgt mit Inlandsflügen.

Neben dem Flagcarrier Air New Zealand bringen Airlines wie Cathay Pacific, China Airlines (Taiwan), China Eastern (VR China), Emirates, Korean Air, Lan (Chile), Malaysia Airways, Qantas, Singapore Airlines und Tha iPassagiere nach Neuseeland. Dass auf Anzeigetafeln auch Lufthansa, KLM und viele andere auftauchen, die das Land down under gar nicht selber anfliegen, liegt am sogenannten ›Code Sharing‹. Dadurch tragen beispielsweise Flüge von Air New Zealand oder Singapore Airlines in Auckland Flugnummern der Kranich-Airline oder Flüge der Malaysia Airlines jene der KLM.

Diese Kooperation bietet Reisenden aus Europa viele One-Stop-Verbindungen ab Frankfurt, München, Zürich, Wien oder Amsterdam nach Auckland u. a. via Los Angeles, San Francisco, Vancouver, Shanghai, Hongkong, Tokio, Osaka oder Bangkok.

Flugzeiten und Preise

Kürzeste Flugzeiten über Asien wie über Nordamerika betragen 23 Std., ca. 25–30 Std. sind Durchschnitt. Flüge über Amerika überqueren die Datumsgrenze: Beim Hinflug überspringt man einen Tag, auf dem Rückflug erlebt man einen zweimal. Touristentarife liegen je nach Saison bei 1000–2500 € inkl. Nebenkosten. Schnäppchen gelten nur für wenige Plätze pro Maschine und selten in interessanten Reisezeiten. DieJ ugend- oder Studententarife, die es noch gibt, sind kaum günstiger als Touristentarife.

Gabelflüge – hin nach Auckland, zurück ab Christchurch oder umgekehrt – sind in der Regel ohne Extrakosten möglich. Alle Spartarife haben Einschränkungen bei Buchungsfristen und Umbuchungen. Wer hinsichtlich Tag, Route und Airline unflexibel ist, sollte für November bis März ein gutes halbes Jahr vorausbuchen, wer voll flexibel ist, findet indes jederzeit kurzfristig einen günstigen Flug und dank Online-Buchung und E-Tickets kann man praktisch von heute auf morgen losfliegen. Übrigens sind Online-Buchungen direkt bei den Airlines häufig unkomplizierter und manchmal sogar billiger als bei einschlägigen, lauthals beworbenen Online-Portalen.

Viele Airlines bieten auf ausgesuchten Flügen eine Premium Economy mit breiterem Sitzabstand, besserem Service und höheren Gepäck-Freimengen (ab ca. 2750 € hin/zurück). Air New Zealand bietet ›Sector-Upgrades‹ in diese Edel-Economy auch für einzelne Flugabschnitte (z. B. Los Angeles – Auckland ca. 315 €) und hat erste Maschinen mit der ›Skycouch‹ ausgestattet: Drei ›normale‹ Economy-Sitze können zur Liege von ca. 155 X75 cm werden (bisher nur auf der Strecke London – LA – Auckland, Aufpreis je nach Zahl gemeinsam Reisender ab ca. 95 €/Sec -tor). Wer Business Class fliegen möchte, sollte 4000–6000 € kalkulieren. Kinder unter 2 Jahren ohne Sitzplatzanspruch bekommen 75–90 %, von 2–11 Jahren 25–33 % Rabatt auf den reinen Ticketpreis der Erwachsenen, jedoch nur bedingt auf Steuern und Nebenkosten.

Round the World

Round-the-World-Tickets bieten u. a. die drei weltumspannenden Airline-Netzwerke an, i. d. R. als Meilen-Pakete gestaffelt (z. B.bis 29 000, 34 000 oder 39 000 Meilen). Online-Routenplaner helfen, die Reise zusammenzustellen. Surface Transport (Bodentransport) zwischen Auckland und Christchurch ist i. d.R. erlaubt, wird aber meist als zwei Stopps bewertet! ›Normale‹ Round-the-World-Tarife, die Neuseeland einschließen, schlagen in der Economy mit 2000–4000 € zu Buche, je mehr Stopps man einbaut, desto höher werden Steuern und Gebühren:

Star Alliance u. a. mit Lufthansa, Austrian, Swiss und Air New Zealand (www.staralliance.com) ist stark in Europa, Nordamerika, Afrika und im Pazifik, während One World u. a. mit British Airways, Qantas, Lan Chile (http://de.oneworld.com) die exotische Route via Südamerika und die Osterinseln erlaubt und innerhalb Australiens stark ist. Skyteam (http://roundtheworld.skyteam.com) u. a. mit KLM, Air France, Aeroflot bietet Round-the-World-Tickets mit oft unorthodoxen Routen, z. B. Auckland – Hawaii via Korea. Als einzige Airlinebietet Air New Zealand (Online-Flugplaner: www.airnewzealand.de) aufgrund der Lage des Heimatlandes de facto Round-the-World-Tickets zu normalen Hin- und Rückflug-Tarifen schon ab ca. 1400 € inkl. Nebenkosten, wenn man den Hinweg über Nordamerika und die Pazifikinseln und den Rückweg über Asien wählt bzw. umgekehrt.

Unterkunft

Die Zahl der Unterkünfte ist im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte groß. Zwischen drei- und viertausend feste Unterkünfte, gut 400 bewirtschaftete Campingplätze und annähernd 1000 Hütten in Nationalparks entlang der Wanderwege soll es geben. Frühstück ist beim Bed & Breakfast im Preis enthalten, während für Hotels die Faustregel gilt: Je intimer und abgelegener, desto eher ist es inklusive, seltener in städtischen Business-Hotels. Für Europäer ungewohnt groß ist das Angebot für Selbstversorger – selfcatering – in Motels oder Holiday Parks.

Namenszusätze wie Lodge, Retreat, Resort suggerieren gehobenen Standard, die Begriffe sind aber ungeschützt, das gilt ebenfalls für den Zusatz Boutique: Die Unterkunft folgt einer Epoche oder einem Lebensstil – das kann bis zum Kitsch alles bedeuten. Bettwäsche gehört in Low-Budget-Unterkünften nicht immer zur Ausstattung, kann aber gegen eine geringe Gebühr gemietet werden, wenn man kein eigenes Bettzeug oder einen Leinenschlafsack im Gepäck hat. Normale Schlafsäcke sind nicht überall erlaubt, andernorts dagegen zwingend notwendig, z. B. in Wanderhütten des DOC.

Suchen und Buchen

Wer ohne gebuchte Unterkünfte reist, sollte sich nach der Ankunft z. B. im ersten i-SITE aktuelle Unterkunftsverzeichnisse besorgen. Die meisten sind gratis, viele auch online verfügbar, ein Teil davon mit Buchungsfunktionen. Alle sind aber kommerziell und werbefinanziert, neutrale Verzeichnisse von offiziellen Stellen gibt es nicht! Sehr umfangreich sind die verschiedenen Verzeichnisse des Automobilclubs AA, die in seinen Geschäftsstellen, aber auch in vielen i-SITEs ausliegen (online: www.aatravel.co.nz). Eine Anzeigenplattform für alle Unterkunftsformen inklusive Privatzimmer und Ferienhäuser ist www.nzstays.co.nz.

Abgesehen von wenigen touristischen Brennpunkten bekommt man selbst in der Hochsaison auch noch kurzfristig überall ein Bett. Ab ca. 18 Uhr, wenn Reservierungen nicht erschienener Gäste verfallen, gibt es sogar dort oft noch Zimmer, wo mittags alles ausgebucht war. Andererseits sollte man selbst rechtzeitig anmelden, wenn man eine reservierte Unterkunft später erreichen wird. Bei telefonischen Buchungen wird gern nach Kreditkartendetails gefragt, einen Missbrauch habe ich nie erlebt und nie davon gehört. Lässt man jedoch eine Reservierung verfallen und das Zimmer kann nicht mehr vermietet werden, wird der Übernachtungspreis schonmal abgebucht.

Camping

Im Prinzip ist freies Campen außer in Nationalparks erlaubt. Auf privatem Grund – das können auch Wälder und Brachflächen sein – ist die Erlaubnis des Besitzers nötig. Regionalverwaltungen beschränken freies Campen aber zunehmend auf nur ein oder zwei Nächte am selben Platz und verlangen, dass das Fahrzeug für diese Zeit entsorgungsautark ist. Zudem gelten Mindestabstände zu Campingplätzen, z. B. 5 km entlang der Westküste der Südinsel. Außerdem steht an attraktiven Stellen immer häufiger das unzweideutige Schild: ›No Camping‹.

Standard und informal camping areas des DOC in Nationalparks sind zum Teil kostenlos, billig allemal. Motor camps, camping grounds oder die am besten ausgestatteten holiday parks besitzen Küchen und gute sanitäre Einrichtungen, fully equipped mit Töpfen, Pfannen, Geschirr und Besteck sind jedoch die wenigsten.

Backpacker Hostels

Backpacker Hostels – in der Alltagssprache meist auf ›Backpackers‹ reduziert – liegen am unteren Ende der Preisskala. Da der Begriff ungeschützt ist, kann das eine mit Stilmöbeln eingerichtete Kuschel-Unterkunft oder eine engagiert geführte Ökoherberge sein, aber auch ein abgewirtschaftetes Kleinstadthotel, das aus muffigen Zimmern noch die letzten Dollars quetscht, oder ein Massenquartier im Rotlichtviertel von Auckland. Orientierung bietet Mundpropaganda, denn Kontakt mit anderen Reisenden aus aller Welt ist wesentliches Merkmal dieser Unterkunftsform. Wachsende Konkurrenz sorgt für steigenden Standard: Rasant wächst die Zahl von Einzel- und Doppelzimmern, nicht selten mit Dusche und WC. Dorms, Schlafsäle, werden von shared rooms mit maximal vier Betten verdrängt, schmucklose bunk-beds, Doppelstockbetten nur mit Matratze, von made up beds, gemachten Betten, oder es heißt linen provided, Bettwäsche wird gestellt.

Motels

Units mit Kochecke, gelegentlich vollwertiger Küche, bieten Motels, Motor Lodges und Motor Inns je nach Standard und Größe zu Preisen von ca. 60 bis über 200 NZD. Auch hier gilt ein Grundpreis für 2 Personen, jede weitere zahlt Zuschlag. Bei self-contained units dürfen Sie Wohneinheiten mit separaten Schlafräumen, Dusche/WC und einem Koch-Wohn-Raum erwarten, studio-units sind Ein-Raum-Apartments. Motor Inns bilden bei Preis und Ausstattung die Spitze – sie haben immer Restaurant und Bar. Das kostenlose Jasons Motels Apartments & Motor Lodges NZ Accomodation Directory (www.jasons.co.nz) nennt entsprechende Unterkünfte.

B &B (Bed & Breakfast)

Hoch entwickelt ist die Bed & Breakfast-Kultur. Homestay deutet auf familiäre Atmosphäre und engen Kontakt zu den Gastgebern hin, die im Haus wohnen – Motto: Man kommt als Fremder, geht als Freund. Countrystay lässt ländliche Umgebung erwarten, farmstay einen aktiven Bauernhof. Guest house oder B & B Hotel nennen sich größere B & Bs, einer Pension vergleichbar, in denen der Gastgeber zwar noch in Erscheinung tritt, aber oft durch Personal vertreten wird und die Zahl der Zimmer durchaus zweistellig sein kann. Es gibt Einzel- und Zweibettzimmer, jedoch dominieren Doppelzimmer.

Zu jeder Übernachtung gehört ein ordentliches Frühstück, in abgelegenen Häusern wird abends häufig dinner angeboten. Die meisten Zimmer haben ein Bad mit WC en suite, mit direktem Zugang, oder wenigstens private facilities zur exklusiven Nutzung irgendwo im Haus.

Hotels, Resorts, Lodges

Hotels nationaler und internationaler Ketten findet man vor allem in Städten und nahe großen Sehenswürdigkeiten, Resorts mit Freizeit- und Wellnessangebot in landschaftlichen Traumlagen. Doppelzimmer gibt es in Klein- und Mittelstädten ab ca. 75, in Großstädten ab ca. 100 NZD, in Top-Hotels der Großstädte ab ca. 200 NZD. Einige Business-Hotels geben Preise im Internet ohne die Mehrwertsteuer (GST) von derzeit 15 % an! Die Spitze bei Preis, Service und Komfort bilden Luxus-Lodges, die 1000 NZD pro Kopf und Nacht kosten können. Ihnen ist eine naturnahe Lage, ein sehr individueller Charakter und perfekte Gastronomie gemein: New Zealand Lodges (www.bnb.co.nz).

Ferienhäuser

Überall an Küsten und Binnenseen gibt es Ferienhäuser ab ca. 100 NZD/Nacht von einfachen Holzhütten – bach auf der Nord- oder crib auf der Südinsel – bis zu bestens ausgestatteten Minivillen, holiday homes. Oft vermieten die Besitzer noch direkt. Online-Portale mit guter Auswahl sind beispielsweise www.holidayhouses.co.nz und www.bookabach.co.nz.

Ausgehen

Von der Happy Hour bis zum Morgengrauen

Das Nachtleben dürfte kaum der Grund für eine Neuseelandreise sein, ist man dort, muss man es jedoch nicht meiden. Auch Frauen können allein trinken oder tanzen gehen. Türsteher kontrollieren vielerorts das legal drinking age von 18 Jahren und an edlen Locations achten sie schon mal auf die Einhaltung eines dress code. Nichtraucher freut, dass die radikalen No-Smoking-Regeln generell blauen Dunst aus Bars, Clubs und Pubs auf Außenterrassen oder vor die Tür verbannen.

Happy-Hour-Angebote – gern double up, bei dem man ein Getränk ordert und zahlt, aber zwei bekommt – locken Gäste zum frühen Erscheinen. Werktags können auf dem Lande schon um 22 Uhr Zapfhähne nachoben gedreht werden, am Wochenende pulsiert das Leben in den Städten bis zum frühen Morgen – beliebte Zeitangabe für Öffnungszeiten: till late. Kneipen, in denen Bier aus einer Batterie von Hähnen fließt, gibt es überall und für alle Schichten der Bevölkerung. Englisch oder irisch angehauchte Pubs sind populär, belgische Bars im Trend. In großen Städten und Weinregionen schlürfen die Schönen und Reichen Cocktails oder eisgekühlte Weißweine in aufgestylten Lokalen, gern dort, wo Lifestyle und Maritimes zusammentreffen, wie am Viaduct Basin von Auckland oder im Ahuriri Viertel von Napier.

Dezidiert an junge, partygeile Reisende aus aller Welt wenden sich Backpacker Clubs vor allem in Auckland und Queenstown, in bescheidenerem Umfang in Wellington, Christchurch, Rotorua und Taupo. Sie liegen nahe großer Lowbudget-Unterkünfte, manchmal sogar im selben Gebäude. Bierpreise sind oft günstig; für die ersten Drinks gibt es reichlich Gutscheine. Wer die Urlaubskasse aufs Spiel setzen will, kann in Auckland und Christchurch rund um die Uhr Casinos ansteuern, in Hamilton, Dunedin und gleich zweimal in Queenstown mindestens bis 3 Uhr in der Nacht.

Einkaufen

Souvenirs

Ohne ein T-Shirt mit Neuseeland-Motiv oder Hinweis auf eine mitgemachte Adrenalin-Aktivität verlässt kein Neuseelandbesucher das Land. Begehrt sind ferner Trikots der All Blacks, der Rugby-Nationalmannschaft. Die Originale sind teuer, es gibt aber auch Billigversionen aus dem Supermarkt. Populär sind Souvenirs aus heimischen Hölzern. Im Northland wird bis zu 50 000 Jahre altes Swamp Kauri verarbeitet. Ein Klassiker aus Holz sind in Koru-Form verschlungene Topfuntersetzer. Neuseelands Schafe liefern Felle und Wolle. Extraedel, extra warm, extra schmusig und ein Beitrag zum Naturschutz sind Produkte aus einem Merino-Possum-Seide-Mix. Auch sonst macht Neuseelands Mode Furore, allen voran ›Zambesi‹ mit Kollektionen für Frauen und Männer

Im Zusammenhang mit der Ringe-Trilogie gibt es reichlich Souvenirs vom Schmuck bis zu den Kutten der Gefährten (www.stansborough.co.nz). Musik neuseeländischer Künstler und neuseeländische Filme auf DVD bekommt man in riesiger Auswahl im Real Groovy in Auckland oder in dessen Online-Shop: www.realgroovy.co.nz. Gute Adressen für anspruchsvolle Souvenirs sind die Läden der großen Museen, breiter die Auswahl in speziellen Souvenir- und Duty-free-Shops in Auckland, Christchurch, Queenstown und Rotorua. Bei allen Käufen darf man neben den Freimengen beim Fluggepäck auch Zollbestimmungen bei der Ausreise und bei den Zwischenaufenthalten nicht außer Acht lassen.

Maori-Schnitzereien

Heitiki nennt man Amulette mit Figuren aus der Maori-Mythologie. Verwendet wurde ursprünglich neuseeländische Jade von der Südinsel, zunehmend Knochen, Holz, Elfenbein oder Paua-Schale. Die Hochburgen der Jade-Verarbeitung findet man entlang der West Coast, wo es die größten Jadevorkommen gibt. Moderne, schlichte Formen von Fischhaken (Hei Matau), Spiralen (Koru) oder Keulen (Hei Toki-Adze) haben die traditionellen Figuren zurückgedrängt. Aber Vorsicht: Massenware aus den Schleifereien wird häufigaus billiger Importjade hergestellt.

Preiswerter sind Anhänger aus Knochen, die man vielerorts auch in Halb- oder Ganztageskursen unter fachkundiger Anleitung selbst fertigen kann. Viel Schmuck wird ferner aus Paua-Schalen gefertigt. Gefundene Schalen darf man jedoch nicht ausführen, man sollte sie auch nie selbst polieren, da der Staub giftig ist. Lange vernachlässigt, entdecken junge Maori die alte Tradition der Holzschnitzerei wieder und arbeiten damit. Das Angebot reicht von bloßen Kopien traditioneller Figuren bis zu modernen, künstlerisch interpretierten Formen. Historische Stücke sind für den Export tabu.

Shoppen unterwegs

Outdoor-Kleidung und -ausrüstung ist hochwertig, preiswert und in großer Auswahl zubekommen. Bekannteste Marke mit rund 30 eigenen Shops landesweit ist Kathmandu (www.kathmandu.co.nz). Wer dort viel kaufen will, sollte die Rabatte im Kunden-Club nutzen (Mitgliedschaft 10 NZD, gratis für Studenten, Senioren ab 60 und YHA-Mitglieder). Preiswerte Ausrüstung für den Camperalltag findet man mit Glück an Schwarzen Brettern großer Backpacker oder preiswert in den Mega stores von The Warehouse.

Selbstversorger finden in jeder Kleinstadt mindestens einen Supermarkt mit langen Öffnungszeiten, in großen Städten meist mehrere. Billigdiscounter sind Pak’n Safe oder SuperValue, Premium-Läden New World oder Woolworth. Shops größerer Tankstellen und dairys, Mischungen aus Tante-Emma-Laden und Kiosk, bieten Grundnahrungsmittel, wenn auch etwas teurer. In landwirtschaftlichen Regionen verkaufen Hofläden entlang der Straßen Obst und Gemüse der Saison.

Shoppen ohne Steuer

Die 2010 auf 15 % erhöhte GST (etwa Mehrwertsteuer) entfällt, wenn Waren an Kunden im Ausland verschickt werden (Einfuhrsteuer im Heimatland bedenken!). Tax-free-Shops in Touristenzentren liefern gekaufte Ware am Abflugtag im Transitbereich des Flughafens aus oder versenden sie an die Heimatadresse ihrer Kunden. Duty-free-Shops in Neuseelands internationalen Flughäfen stehen ankommenden Reisenden offen. Man kann dort zollfreie Waren online ordern (www.jrdutyfree.co.nz, www.dutyfreestores.co.nz) und bei der An- oder Abreise in Empfang nehmen – das erlaubt Vergleiche mit Handelspreisen in Europa, z. B. bei Elektronik und Kameras.

Neuseeland zu Hause

Shoppen ohne Transport- und Zollprobleme erlauben mehrere Online-Shops in Deutschland, allen voran Weinhändler wie z. B. www.neuseeland-weinboutique.de, www.weineneuseelands.de, www.kia-ora-weinhandel.de und www.kiwi-weine.de. U. a. Manuka-Honig von 309 Honey hat www.blauer-planet.de im Katalog. Die größte Auswahl an Neuseeland-Produkten von Manuka Öl und Honig über Bier bis Kunsthandwerk bietet www.neuseelandhaus.de.

Reisewetter

Süden und Südwind stehen für Kälte, Norden und Nordwind für Wärme. Am besten reist man im Frühling von Norden nach Süden, gegen Ende der Saison mit dem aufkommenden Herbst in umgekehrter Richtung. Neuseeland besitzt im Süden ein gemäßigtes, im Norden ein subtropisches Meeresklima mit geringen Temperaturschwankungen, nur Central Otago zeigt sich klimatisch kontinental mit heißen Sommern und kalten Wintern.

Niederschläge sind aufgrund der vorherrschenden Windrichtungen im Westen deutlich höher als im Osten des Landes. Die Gebirgsketten bilden Wetterscheiden, so die Southern Alps auf der Südinsel. Zwischen dem Milford Sound mit rund 7000 mm Niederschlag im Jahr und Alexandra in Central Otago mit 350 mm liegen kaum mehr als 100 km Luftlinie. Auch Neuseeland erlebte zuletzt extreme Wetterlagen, aber regelmäßige Regen- oder Taifunzeiten gibt es nicht.

Der Jahresverlauf

Dezember bis Februar sind die wärmsten Monate. Im Norden ist der März Spätsommer, im Süden eher Frühherbst. Ab Anfang April zieht der Herbst übers Land. Ein buntes Kleid trägt er, wo importierte Pflanzen dominieren, so in Central Otago und an den Southern Lakes. Ab Juni folgt der Winter. August und September sind im sonst regnerischen Südwesten kalt, aber klar, ideal für Minikreuzfahrten im Fiordland. August bis Oktober ist Lämmerzeit, dann sind Wanderungen auf Farmland eingeschränkt. Fallen in Europa die Blätter, hält der Frühling Einzug.

Im November und Dezember zeigt sich die Bergflora in voller Blütenpracht, Ginster und Lupinen färben den Südwesten des Landes bunt. Um Weihnachten taucht die Pohutukawa-Blüte die Ostküsten der Nordinsel in leuchtendes Rot. Zu den Festtagen erreichen die Temperaturen wieder Spitzenwerte, zur Silvesterparty trifft man sich am Strand. Touristisch spannt sich die Sommersaison vom Labour Weekend Ende Oktober bis Ostern, wenn viele Städter noch einen Kurzurlaub machen. Höhepunkt sind die Sommerferien von Mitte Dezember bis Waitangi Day am 6. Februar.

Neuseeland: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 24
  2. Feb 24
  3. März 23
  4. April 20
  5. Mai 18
  6. Juni 15
  7. Juli 15
  8. Aug 15
  9. Sept 17
  10. Okt 18
  11. Nov 20
  12. Dez 22

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 16
  2. Feb 17
  3. März 16
  4. April 13
  5. Mai 11
  6. Juni 9
  7. Juli 8
  8. Aug 9
  9. Sept 10
  10. Okt 11
  11. Nov 13
  12. Dez 15

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 19
  2. Feb 20
  3. März 20
  4. April 18
  5. Mai 17
  6. Juni 17
  7. Juli 16
  8. Aug 15
  9. Sept 15
  10. Okt 16
  11. Nov 18
  12. Dez 18

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 7
  2. Feb 7
  3. März 6
  4. April 5
  5. Mai 4
  6. Juni 4
  7. Juli 4
  8. Aug 5
  9. Sept 5
  10. Okt 6
  11. Nov 7
  12. Dez 7

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 8
  2. Feb 8
  3. März 9
  4. April 11
  5. Mai 14
  6. Juni 15
  7. Juli 15
  8. Aug 15
  9. Sept 12
  10. Okt 12
  11. Nov 11
  12. Dez 9

Gesundheit

Ärzte und Apotheken

Die medizinische Versorgung entspricht westeuropäischem Standard. Erste Anlaufstelle sind immer Allgemeinärzte (general practitioners, kurz GP), die zu üblichen Geschäftszeiten geöffnet haben. Apotheken firmieren als pharmacy oder als chemist. Einige Supermärkte verkaufen Standardmittel oder betreiben pharmacies als Shop-in-Shop. Viele Medikamente sind verschreibungspflichtig. Ist der Bedarf an einem Medikament absehbar, sollte ein internationales Rezept die Wirkstoffe eindeutig angeben.

Gefahren im Wasser

Der mit bloßem Auge nicht erkennbare Parasit Giardia kommt in ca. einem Viertel aller Wasserläufe vor. Von ihm verursachte Darm-Beschwerden können leicht kuriert, aber unbehandelt chronisch werden. Leiden Sie nach einem Neuseelandurlaub unter anhaltendem Durchfall, weisen Sie Ihren Arzt unbedingt auf einen möglichen ›Lamblien-Befall‹ hin.Prävention: Kein Wasser aus Bächen und Flüssen trinken, das nicht gekocht, gefiltert oder entkeimt wurde.

Neuseeländische Behörden warnen vor einer Amöben-Meningitis durch Einzeller, die in geothermisch erhitztem Wasser existieren können und durch Nase oder Ohren in den Körper dringen. Prävention: Kopf nicht unter Wasser halten.

UV-Strahlung

Ob das ›Ozonloch‹ allein Ursache für hohe Hautkrebsraten in Neuseeland und Australien ist, ist mittlerweile strittig: Vor allem sind europäische Einwanderer mit empfindlichem Hauttypus betroffen. Auf jeden Fall sollte man unbedeckte Hautpartien im Freien grundsätzlich mit mindestens Lichtschutzfaktor 20 schützen. Entsprechende Mittel gibt es in jedem Supermarkt oder beim chemist. Breitkrempige Hüte – ideal der australische Lederhut – schützen Gesicht und Nacken. Für Kinder gibt es spezielle Strandkleidung. Achten Sie auch beim Kauf von Sonnenbrillen auf UV-Schutz.

Sicherheit

Versicherungen

Erfragen Sie vor Reiseantritt bei Ihrer Krankenkasse aktuelle Regeln für die Übernahme von Arzt-, Krankenhaus- und Rückführungskosten. Gesetzlich Versicherte sollten eine Auslandskrankenversicherung besitzen (oft in Ergänzungsversicherungen oder Kreditkarten-Paketen enthalten, sonst ab ca. 7,50 €/Jahr). Meist ist der Versicherungsschutz aufmaximal 6 Wochen pro Auslandsaufenthalt beschränkt. Spezialtarife mit längerer Laufzeitkosten ca. 0,40–1,50 €/Tag.

Dringend zu empfehlen ist eine Unfallversicherung. Zwar gleicht in Neuseeland eine öffentliche Unfallkasse (ACC, Tel. [fc] 0800101 996, www.acc.org.nz) auch bei Touristen Verdienstausfälle und Behandlungskosten aus, die durch Personenschäden bei Unfällen entstehen, die Leistungen sind jedoch vom Einzelfall abhängig und enden, sobald man das Land verlässt. Zudem ist dadurch eine zivilrechtliche Klagemöglichkeit gegen den Unfallverursacher eingeschränkt!

Beachten Sie bei allen Versicherungen, ob beabsichtigte Aktivitäten, insbesondere Extremsportarten, abgedeckt sind. Umfangreiche Informationen zu Versicherungen beim Reisen auf www.reiseversicherung.com, Tel.in D: 022 47-91 94-0.

Essen & Trinken

Neuseeländische Küche

Was ist typisch neuseeländisch? Hangi, das Maori-Mahl mit Fleisch und Gemüse. Im Original werden die Speisen in einem geflochtenen Korb verpackt, zusammen mit heißen Steinen und feuchten Tüchern für den notwendigen Dampf in einem Erdloch deponiert, mit Erde abgedeckt und 3–4 Stunden gegart. Bei den Kulturshows, in denen viele Touristen ein Hangi erleben, wird es oft im Dampf heißer Quellen gegart, das spart den Arbeitsgang, die Steine im offenen Feuer heiß zu machen, aber es fehlt das rauchige Aroma.

Kleine Fische

Eine kulinarische Spezialität der West Coast und einiger Küstenabschnitte der Nordinsel ist Whitebait. Die winzigen Jungfische von einem halben Dutzend heimischer Arten, die in Mündungsbereichen großer Flüsse laichen, werden nach dem Schlüpfen ins Meer gespült, wachsen dort auf 3–6 cm Länge heran und ziehen im Frühjahr wieder in ihre Geburtsflüsse. Von September bis November dürfen sie mit großen, engmaschigen Käschern gefischt werden – regelrecht ein Volkssport. Aus den Netzen ergießt sich dann eine Masse, die so glibberig ist, dass sie gleich nach Volumen gemessen wird – ein Liter Whitebait, nicht ein Kilo. Die Kleinfischewerden ›mit Haut und Haaren‹ in Pfannkuchen oder Omelettes eingebacken und stehen in Restaurants der Fangregionen meist als Whitebait Patties auf der Karte.

Streitäpfel

Beim Pavlova, der mit Sahne und frischen Früchten garnierten Baisertorte, behaupten Australier wie Neuseeländer gleichermaßen, das Rezept zu Ehren der russischen Tänzerin Anna Pavlova in den 1920er-Jahren erfunden zu haben. In Neuseeland ist es auf jeden Fall das Nationaldessert. Ebenfalls von Ozzis wie Kiwis gleichermaßenals nationale Spezialität reklamiert wird Vegemite, das an Maggi bzw. einen Brühwürfel in Streichform erinnert. Der salzige Brotaufstrich auf Hefebasis steht gern auf Frühstücksbuffets und weil er wie Schokocreme aussieht, kann er bei Verwechslungen ein lebenslanges Trauma auslösen. Auf jeden Fall darf Vegemite nur hauchzart auf den Toast bzw. den Cracker.

Aus alten Tagen

Die Zeiten, als sich Neuseelands Küche fast ausschließlich an der britischen orientierte, sind Geschichte. Geblieben sind u. a. Pies, kleine Pastetchen meist mit einem Fleischragout als Füllung. Sie wurden down under perfektioniert und sind in Imbisstuben, vielen Bäckereien und in größeren Städten in Pie-Shops zu bekommen, dort sogar in Gourmet-Versionen. Dem Devonshire Tea begegnet man meist am Nachmittag in old-fashioned geführten Ausflugslokalen. Zur Neuseeland-Version des britischen cream tea werden scones gereicht, süße Minibrötchen, mit Konfitüre oder Honig bestrichen.

Pacific Rim Cuisine

Die Abnabelung von der britischen Küche ging mit der Entdeckung der Pacific Rim Cuisine einher. Sie schaut in die Kochtöpfe der Länder rund um den Pazifik. Dabei wird gern auf Meeresfrüchte zurückgegriffen. Begehrteste Krustentiere sind Langusten, crayfish. In der Regel bekommt man red rock lobster (Kaplanguste) vorgesetzt, während der deutlich größere packhorse rock lobster (Neuseeland-Languste) meist nach Asien exportiert wird und dort Gourmets begeistert. Crayfish hat im Gegensatz zum Hummer keine Scheren, aber lange dünne Fühler.

Muscheln, genauer New Zealand greenlipped mussels, sind auf Speisekarten allgegenwärtig, ebenso in Supermärkten – dort lebend in speziellen Rieselbecken. Sie ähneln europäischen Miesmuscheln, sind aber größer und haben eine grünliche Schale. Sie kommen aus der Zucht, ihre wilden Verwandten von den Felsen entlang der Küsten sind schwarz. Von den Fischen tauchen gut zwei Dutzend Arten auf den Speisekarten auf. Nicht alle kann man guten Gewissens essen, weil die Bestände bedroht sind: Der ›Best FishGuide‹ (www.forestandbird.org.nz/what-wedo/publications/-best-fish-guide) listet Arten nach Gefährdungsgrad.

Wein und Bier

Neuseeland mauserte sich seit den 1980er-Jahren zu einem der angesehensten Weinländer der Welt. Neben Einheimischen geben sich kreative Winzer aus aller Welt auf den Weingütern ein Stelldichein, bringen Knowhow ins Land und kreieren Spitzenweine, die internationale Auszeichnungen am laufenden Band einheimsen. Marlborough, Hawke’s Bay und Gisborne sind die größten von inzwischen zehn Anbaugebieten, Wairarapa und Central Otago die trendigsten. Rund 700 wine ries sind im neuseeländischen Winzerverband zusammengeschlossen, und die Zahl wächstrapide (www.nzwine.com/wineries).

Große Weiße, feine Rote

Die Spannbreite der Anbaugebiete vom subtropischen Northland über Insellagen wie auf Waiheke Island bis ins kontinental-klimatische Central Otago sorgt für große Abwechslung. Weißweine dominieren, vor allem Chardonnay und Sauvignon Blanc; junge, fruchtbetonte Rieslinge gewinnen an Boden. Bei den Roten ist Pinot Noir Trendwein. So jung und frisch, wie er daherkommt, passt er gut zur leichten Pacific-Rim-Küche. Daneben werden geradezu aristokratische Cabernet Sauvignon und Merlot produziert, mal sortenrein oder zu herrlich strukturierten Weinen für festliche Anlässe fusioniert.

Viele Weingüter bieten Direktverkauf, immer mehr haben auch ein Restaurant. Aber selbst wenn man beim Erzeuger kauft, sind neuseeländischeWeine selten unter 10, weit eher für 20 bis 40 Dollar die Flasche zu bekommen. Was billig in den Regalen der Supermärkte und bottle stores, Spirituosenläden, steht, kommt gern aus Australien oder Südamerika. In Restaurants sind Aufschläge zum Ladenpreis gering. Die meisten haben die Lizenz für Alkoholausschank (licensed), das früher weit verbreitetet B.Y.O. (bring your own) ist aber oft noch erlaubt: Man bringt seinen Lieblingswein mit und genießt ihn gegen ein geringes Korkgeld. Einige Lokale machen mit B.Y.O. aus der Not eine Tugend: Sie dürfen selbst keinen Alkohol ausschenken.

Bier spezialisiert sich

Trotz Wein-Hype ist Neuseeland auch Bierland. Helles Lager und dunkle Ales wie in England sind Standard, irische und belgische Biere populär. Es wird in der Regel schnell, kalt und schaumlos gezapft – nicht gerade deutsche Bierästhetik. »DB«, »Lion« und »Stein lager« sind landesweite Marken, immer häufiger fließen jedoch lokale oder regionale Biere wie »Monteith’s« von der Westküste, »Speights« aus Dunedin oder »Mac’s« aus Nelson weitab ihrer Stammregionen aus den Zapfhähnen oder Mikrobrauereien zapfen ihre Spezialbiere gleich im Angesicht der Braukessel– das deutsche Brauhaus Frings in Whangarei gehört dazu.

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