Faszination Guatemala

Kakaoträume im Dschungelparadies

Semuc Champey – Guatemalas Paradies für Naturliebhaber

Der touristische Reiz, der vom zentralguatemaltekischen Departamento Alta Verapaz ausgeht, lautet Semuc Champey – ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche von knapp über 17 Quadratkilometern, etwa 12 Kilometer von der Kleinstadt Lanquín entfernt.

Türkisschillernde und grünglänzende Naturpools, die über mehrere hundert Meter durch kleine Wasserfälle im Flusslauf des Río Cahabón miteinander verbunden sind. Genau dieser ästhetische Anblick ist es, der immer mehr naturbegeisterte Gäste nach Semuc Champey in Guatemala zieht. Übrigens heißt Semuc Champey übersetzt aus dem Q'eqchi', einer indigenen Sprache der Maya, „dort, wo das Wasser verschwindet/sich versteckt“.

Egal ob aus der Vogelperspektive der oberen Aussichtsplattform oder mit den Füßen im kühlen Nass des Flusswassers baumelnd, dieser Naturpark im Herzen Guatemalas ist ein wahres Tropenparadies. Man muss nicht viel tun, um viel zu sehen und zu erleben. Die Natur ist eben das spannendste Kino der Welt. Nehmen Sie sich eine Auszeit, finden Sie Glück in den kleinen Dingen des Lebens, spüren Sie den Einklang mit sich selbst und der Natur, atmen Sie tief ein und wieder aus, genießen Sie.

Oro Negro – Das schwarze Gold der Maya

Mit einer Reise in die Welt des guatemaltekischen Dschungels bei Semuc Champey tauchen Sie zeitgleich in die faszinierende (und schmackhafte) Welt des Kakaos ein. In dem Gebiet wachsen abertausende Kakaobäume in freier Natur, ohne Anzucht, ohne Dünger. Wer denkt da nicht an ganz viel herrlich leckere Schokolade? Hmm … verlockend, oder? Doch nicht nur die allseits beliebte Nascherei lässt sich aus der beeindruckenden Kakaofrucht gewinnen. Der Kakao ist ein wahres Naturwunder und in seiner ursprünglichen Form alles andere als ungesund.

Bei einem Aufenthalt in einem der anliegenden Eco Hotels lässt sich nicht nur mit dem Hör- und Sehsinn eine Menge über Kakao erlernen, sondern ganz nebenbei auch wunderbar mit dem Geschmackssinn.

Die Rolle des Kakao in Guatemala

Lassen Sie uns gemeinsam zurück in die Zeit der Maya reisen und die Ursprünge des Kakao in Guatemala erkunden. Der Kakao trug für das Volk der Maya eine immense Bedeutung in sich, die derart stark war, dass der Kakao nicht nur als heilige Opfergabe eingesetzt, sondern auch in zahlreichen Gemälden verewigt wurde. Darüber hinaus galten Kakaobohnen als offizielle Handelswährung im damaligen Maya-Reich, die allerdings alles andere als fälschungssicher war. Bei Betrug und Fälschung drohten harte Strafen.

Auch im heutigen Guatemala ist der Kakao in der Kultur und im Leben noch omnipräsent. Kein Wunder, denn 40 Prozent der Bevölkerung Guatemalas sind Indigene und stammen von den Maya ab. In der Küche der indigenen Guatemalteken ist der Kakao eine essentielle Zutat und gilt zudem als Naturmedizin.

Neben der kulturellen Bedeutung kommt dem Kakao heutzutage selbstverständlich auch eine wirtschaftliche Relevanz zu. Trotz der idealen klimatischen Anbaubedingungen, befand sich Guatemala 2020 jedoch nur auf Platz 19 in der weltweiten Kakaoproduktion. Dies liegt darin begründet, dass Großbetriebe mittlerweile flächendeckend in Westafrika anbauen, was jedoch ausschließlich dank Düngemitteln und Zusatzstoffen klimatisch möglich ist. Nichtsdestotrotz ist die Produktion dort um ein Vielfaches günstiger als in Guatemala. Die Crux: Während die Produzenten in Westafrika mit Zertifikaten für organische Schokolade werben, ist die Schokolade aus Guatemala, einem der ursprünglichen Herkunftsgebiete, nahezu immer von Natur aus organisch. Allerdings fehlt hier das Geld, um dies mit Zertifikaten zu belegen.

Von der organischen Schokolade zur Industrie-Schokolade und zurück

Wussten Sie, dass Schokolade in ihrer ursprünglichen Form eigentlich komplett organisch und vegan ist? Heute wird die Eigenschaft „organisch“ oder „vegan“ auf industrieller Schokolade teuer verkauft und im Kakao-Marketing als neuartig angepriesen. Ist es nicht! Denn die erste produzierte Schokolade besteht im Grunde genommen nur aus zwei Zutaten: Rohem Kakao und Süßungsmittel. Kein Milchpulver, kein Emulgator. Am aller wenigsten in der Zutatenliste vor Kakao stehend.

Erst die amerikanische Firma Hersheys kam auf die Idee den Kakao industriell zu Schokolade zu verarbeiten und zig weitere Zutaten hinzuzugeben, damit eine möglichst leckere Massenware entsteht, die mit dem eigentlichen Kakao relativ wenig zu tun hat. Haben Sie vielleicht auch mal einen Schokoladenriegel bei warmen Temperaturen im Auto vergessen und später beobachtet, wie die Schokolade nach dem Schmelzen trotzdem noch mehr oder weniger in Form geblieben ist? Das ist das Anzeichen dafür, dass es sich nicht um organische Schokolade handeln kann, weil Bindungsmittel enthalten sind.

Mit der Industrialisierung des Kakao kam ebenso der ungesunde raffinierte Zucker ins Spiel, der Schokolade zu einem sündhaften Dickmacher degradiert hat. Roher Kakao ist mit zahlreichen wichtigen Antioxidantien, Magnesium, Eisen und vielen weiteren Inhaltsstoffen nämlich ein wahres Superfood!

Von der Kakaofrucht bis zur Schokolade

Ein Kakaobaum wird 100 Jahre alt, braucht 5 Jahre bis er Früchte trägt und 5 bis 6 Monate bis sich aus der Blüte eine erntereife Frucht entwickelt. Das Wertvolle an der Kakaofrucht ist, dass sie ganzjährig Früchte trägt und nahezu alles davon essbar ist. Die rohen Kakaobohnen, die später zu Schokolade verarbeitet werden, sind von weißem Fruchtfleisch ummantelt, dass etwas säuerlich schmeckt, vergleichbar mit einer Litschi. Beißt man auf die Bohne, entfaltet sich ein bitterer, aber intensiv Kakao-Geschmack.

Nach der Röstung und der Entfernung der Schale, werden die Kakaobohnen gemahlen. So lange bis ganz von alleine eine ölige Schicht sichtbar wird – die Kakaobutter. Dadurch schaffen es die Kakaobohnen ganz von alleine auf natürliche Weise zu einer flüssigen, cremigen Konsistenz zu werden.

Mittelamerikas verborgener Schatz

Guatemala grenzt im Norden an Mexiko, im Süden an Honduras und El Salvador, im Osten an Belize und besitzt sowohl Karibik- als auch Pazifikküste. Das selbst unter Vielreisenden noch immer relativ unbekannte zentralamerikanische Land steht heute im touristischen Schatten Mexikos, trumpft aber auf kleinstem Raum mit sagenhaft vielfältigen Naturwundern und lockt mit unvergesslichen Abenteuern. Auf einer Fläche, die in etwa 30 Prozent von Deutschland entspricht, warten markante Berglandschaften, dichter und unberührter Dschungel, endlos lang erscheinende Kaffeefelder, bunte Städtchen mit wuseligen Märkten, aktive Vulkane und die wohl am besten erhaltene und immer noch lebendige Maya-Kultur. Erleben Sie selbst die Faszination Guatamalas!


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