Dummy Title http://example.com en-gb TYPO3 News Mi, 01 Dez 2021 17:20:03 +0100 Mi, 01 Dez 2021 17:20:03 +0100 TYPO3 EXT:news Auf den Spuren der Sagen in den Dolomiten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/auf-den-spuren-der-sagen-in-den-dolomiten.html Solveig Michelsen 5766 20211103T093300 Sagen sind etwas für Kinder, um sie beim Wandern bei Laune zu halten? Weit gefehlt. Sagen-Schauplätze besitzen eine starke natürliche Anziehungskraft, die auch Erwachsenen Respekt und Ehrfurcht einflößen. Denn in der Regel sind dies Orte, an denen gewaltige Naturphänomene erklärt werden wollten oder schier übermenschliche Kräfte eine beeindruckende Szenerie geschaffen haben. In den Dolomiten lassen sich einige davon erwandern.

Die Schlernhexen

Der Schlern ist unter den Dolomiten-Bergen am einfachsten zu erkennen: Von der Seite gesehen verrät ihn seine flache, plateauartige und kompakte Gestalt, die vorne von mehreren wild abgespaltenen Felstürmen gekrönt wird. Von der Seiser Alm aus, Europas größte Hochalm, wird diese Seitenansicht noch durch prachtvolle Blumenwiesen gerahmt, weshalb dieses Bild in kaum einem Dolomiten-Kalender fehlen wird. Doch ist der Schlern nicht nur für seine liebliche Idylle bekannt, sondern auch für die heftigen Gewitter, die auf und um ihn toben. Dafür konnte es damals nur eine übernatürliche Erklärung geben: Die Schlernhexen, auch als Wetterhexen bekannt, mussten es sein, die dort oben ihr Unwesen trieben. Um sie in Schach zu halten, wurde (und wird) eine christliche Wetterglocke geläutet, die sie vertreiben sollte.

Auch ohne die Hexen ist das weite Wiesenplateau hinter dem Schlerngipfel (2515 m) ein ganz besonderer Ort. Wer dort hinaufkommt, wundert sich nicht, wenn er erfährt, dass es sich um eine Sonnenkult- und Brandopferstätte handelt, deren Spuren mindestens 5000 Jahre in die Vergangenheit reichen. Schon in der Bronzezeit verehrten und fürchteten die Menschen den Gipfel. Heute ist vor allem das Staunen übrig geblieben über die ungebrochene Kraft der Natur in einer technisierten und entmystifizierten Welt. Doch das will erarbeitet werden: Gute drei Stunden sollte man für den kürzesten Anstieg von der Seiser Alm aus einplanen.

Wer mehr über Kultplätze, geheimnisvolle Orte und ihre Wirkung rund um Seis am Schlern erfahren möchte, geht mit Michael Trocker auf eine Kraftplatz-Wanderung. Der Fotograf und Wanderführer leitet auch das Hotel Artnatur Dolomites und lässt seine Gäste an seiner magischen Sicht auf die Natur teilhaben.

König Laurins Rosengarten

Eine zweite sehr berühmte Dolomiten-Sage findet sich im angrenzenden Gebirgsstock, dem Rosengarten. Der ungewöhnliche Name rührt vom feuerroten Alpenglühen her, das weit über die lokalen Grenzen hinaus bekannt geworden ist. Früher soll der vom Zwergenkönig Laurin angelegte Rosengarten Tag und Nacht in sattem Rot geleuchtet haben – bis er ihn eigenhändig verwünschte, nachdem ihn die Bewegung der Rosenbüsche trotz Tarnkappe verraten hatten. Doch da König Laurin vergessen hat, den Fluch auf die Dämmerphase zu erstrecken, ist den Menschen das ergreifende Abendrot auf den Felsen erhalten geblieben.

Auch tagsüber übt der Rosengarten mit seinen vielen spitzen Felszacken eine magische Wirkung auf Wanderer und Bergsteiger aus. Die einen umrunden ihn und lassen sich auf den Hütten unterwegs lecker verköstigen, während die Ambitionierteren über zwei Klettersteige – den Rotwand-Steig (B) und den Masaré-Klettersteig (C) – den Gratverlauf physisch nachempfinden können: Auf und Ab geht es da über Grate und Türmchen sowie durch Schluchten und Spalten.

Den besseren Blick auf das Massiv hat man freilich von gegenüber. Die Wanderung durch die Bärenfalle, eine steil eingeschnittene Bachschlucht, zählt zu den landschaftlich reizvollsten Touren in der Gegend. Wer trittsicher und schwindelfrei ist, kann sie zum Gipfel der Hammerwand verlängern. Von diesem vorgelagerten Felsen hoch über dem Eisacktal ist man auch dem Schlern wieder ganz nahe – und sämtlichen Urgewalten und Kräften, die diese Berge geformt haben.

Übernachtungstipps:

Artnatur Dolomites****, Seis am Schlern: Stilvolles Hotel im Zentrum von Seis mit sehr angenehmem, natürlichem Ambiente. Auch Singles fühlen sich hier gut aufgehoben. Hotelier Michael Trocker nimmt seine Gäste persönlich mit auf Kraftplatz- und Atem-Wanderungen. Der „Kraftplatz“ im Tal am Fuß des Schlern. Belvita- und Wanderhotel.

www.artnatur-dolomites.com

Cyprianerhof*****, St. Zyprian: Nicht nur der Glaskubus der Panoramasauna setzt die Spitzen des Rosengartens gekonnt in Szene – es gibt kaum einen besseren Ort, um das glühende Abendrot zu beobachten, das die bleichen Berge für kurze Zeit in mystische Gestalten verwandelt. Wenn einem der Barmann dann noch Tipps und Kniffe für einen Klettersteig mitgibt, weiß man, dass man die perfekte Kombination aus Wandern und Wellness gefunden hat. Belvita- und Wanderhotel. www.cyprianerhof.com

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von Solveig Michelsen

Die Recherchereise wurde unterstützt von den Hotels Artnatur Dolomites und Cyprianerhof.

© ReneGamper Der Schlern – mystischer Kultplatz seit 5000 Jahren Der Schlern – mystischer Kultplatz seit 5000 Jahren
Madeira – Wandern auf der Blumeninsel im Atlantik https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/madeira-wandern-auf-der-blumeninsel-im-atlantik.html Solveig Michelsen 5765 20211025T090700 Ein ganzjähriges Wanderziel, noch dazu mit einer großen landschaftlichen Vielfalt, von Deutschland im Direktflug in rund vier Stunden erreichbar – das lässt aufhorchen. Wer Madeira kennt, denkt sofort an die unzähligen Levadas, üppige und bunte Botanik sowie angenehme (Wasser-)Temperaturen.

Levada-Wanderungen

Die Bewohner der atlantischen Insel haben sich schon früh zu helfen gewusst: Ein feines Netz an künstlichen Wasseradern überzieht Madeira seit vielen hundert Jahren – die Levadas – und stillt damit nicht nur den Durst zahlreicher Nutzpflanzen, sondern hat mit den parallel verlaufenden Wartungswegen auch ein spannendes Wandernetz erschaffen, das in dieser Form einzigartig ist. Über viele Generationen hinweg sind mehr als 2000 Kilometer der kleinen Kanäle zusammengekommen; die meisten sind etwa einen halben Meter breit und bis zu einem Meter tief, nicht immer gefüllt. Denn die über 100 Levadeiros der Insel sorgen dafür, dass man an den festgelegten Tagen die einem zugeteilte Wassermenge auf die Felder bekommt, wofür mal in die eine, mal in die andere Richtung geleitet werden muss.

Für Wanderer attraktiv ist allein schon die Tatsache, dass an einem plätschernden Wasser entlang spaziert werden kann – und das mit einem recht sanften Gefälle bzw. Anstieg. Lediglich die Verbindungswege zwischen den Levadas sind steil und werden meist mit etlichen Steinstufen überwunden. Doch der Lohn der Mühen ist groß: Üppige, bunte Blumenpracht so weit das Auge reicht, in größeren, nebligeren Höhen sind es dann mit Moosen und Bartflechten behangene Lorbeerbäume, Baumfarne und Sträucher, weiter unten Wein, Bananenstauden oder Süßkartoffelfelder. Nach einer Zeit, in der alles rosa geblüht hat (Amaryllis belladonna), folgt die rote Phase (Weihnachtsstern), die in Orange (Feuerbegonie) übergeht und schließlich mit Blau anschließt (Hortensien und Natternkopf). Die 140 nur in Madeira heimischen Pflanzenarten werden noch von zahlreichen eingeführten Zierblumen ergänzt – Bougainvillea, Hibiskus oder Strelitzen –, die nicht selten entlang der Levadas gepflanzt worden sind. Jede Jahreszeit bringt eine neue Farbenpracht hervor, sodass sich Madeira immer wieder von einer anderen Seite zeigt.

Die Wanderungen reichen dabei von einfachen Spaziergängen durch die Hinterhöfe und kleinteiligen Anbaugebiete der Anwohner über dschungelartige Touren im üppigen Grün bis hin zu verwegen in den Fels gehauenen Pfaden, die den Begehern unter Umständen große Trittsicherheit abverlangen, wenn auf feuchten und bemoosten Mäuerchen balanciert werden muss. Etliche Kilometer sind offiziell als Wanderweg ausgeschrieben und markiert – diese finden sich auch im empfehlenswerten Rother-Wanderführer, der obendrein die Crème de la crème als „Top-Touren“ klassifiziert. Die weniger touristischen muss man sich hart erarbeiten (viel Zeit zum Verlaufen einplanen!) – oder man schließt sich einer geführten Tour an (siehe Tipp unten)

Mystische Stimmungen und Dschungelatmosphäre

Nicht immer siegt die subtropische Sonne über den Inselnebel. Dann ist es Zeit für eine Wanderung im Grünen. Schließlich hat die Vegetation der hohen Luftfeuchtigkeit so einiges zu verdanken. Zum Beispiel den UNESCO-gelisteten Lorbeerwald, der einst die komplette Insel bedeckt hat. Die heute noch übrig gebliebenen Baumgreise auf der Hochebene Paul da Serra sind als Weltnaturerbe klassifiziert und geben mit ihren knorrigen Formen hervorragende Spukgestalten im Nebel ab. Dazwischen haben die Kühe das Gras kurz gestutzt, sodass es sich bequem von Baum zu Baum spazieren lässt. Ein jeder sieht anders und einzigartig aus. Wenn die Wolken tief hängen, sollte man eine solche Tour allerdings nur mit GPS (und Offline-Karten) angehen, denn selbst direkt neben der seit 2004 durchgehend geteerten Straße sind schon Leute verloren gegangen. Bei gutem Wetter lockt ca. 50 Minuten vom Forsthaus Fanal entfernt der Aussichtspunkt Miradouro, der weite Blicke über die Nordküste verspricht.

Das saftige Grün gibt es auf Madeira noch in anderer Form: Exotische Dschungelvegetation macht zahlreiche Wanderungen zum besonderen Erlebnis. Zum Beispiel die Königslevada, die „Levada do Rei“. Auch hier wird man von Lorbeerwald in das schöne Tal des Ribeiro Bonito begleitet, allerdings überwiegen die Farne, die mal baumhoch wie ein Schirm, mal winzig aus einem Mauerloch sprießend die Fruchtbarkeit unterstreichen. Über 70 Farnarten begegnen einem auf Madeira; auch der schnell wachsende und omnipräsente Eukalyptus trägt zum grünen Gesamteindruck bei. Selbst die Steine haben sich mit den Moosen eine grüne Farbe gegeben, sodass den größten Kontrast hier das Wasser bildet – in der Levada, aber auch als Wasserfall oder Badegumpe.

Von felsig bis karg

Madeira wäre nicht Madeira, wenn es nicht auch anders könnte. Das sonnenverwöhnte und windumtoste Ostkap, die Halbinsel São Lourenço, präsentiert sich als genaues Gegenteil. Zumindest im Sommerhalbjahr, wenn von grünem Rasen nichts zu sehen ist und das trockene, braune Gras mit den rötlichen Felsen harmoniert. Ein gepflasterter, zu beiden Seiten mit Seilen abgesteckter Wanderweg führt vom letzten anfahrbaren Punkt (Baía d'Abra, sehr gut öffentlich erreichbar mit Bus 113) in etwa einer Stunde zum Casa do Sardinha. Hier kann man seinen Feuchtigkeitsvorrat wieder auffüllen und überlegen, welche der Optionen am attraktivsten ist: Weitere 20-30 Minuten, allerdings in steilem Aufstieg, bringen einen zum letzten Aussichtspunkt Morro do Furado. Weiter östlich gibt es nur noch den Leuchtturm auf der Ilhéu do Farol und die unbewohnten Desertas-Inseln. Als Alternative steht eine Abkühlung am kleinen Steinstrand Cais do Sardinha auf dem Programm, der hier über wenige Abstiegsmeter zu erreichen ist. Eine kleine Leiter erleichtert den Einstieg in die Wellen, die hier weniger heftig sind; auch per Boot kann man sich von diesem Punkt aus zurückbringen lassen.

Der Tatsache, dass Madeira seine Existenz einem Vulkan zu verdanken hat, der vor rund 20 Millionen Jahren sein Innerstes nach außen gekehrt hat, wird man sich am ehesten im zerklüfteten zentralen Gebirgskamm bewusst. Wilde grüne Schluchten und scharfe, üppig bewachsene Felsgrate prägen das Bild rund um die höchsten Gipfel. Die sich allerdings ein wenig bitten lassen. Sprich, nur an ausgewählten Tagen den Blick freigeben auf ihre ungezähmten Spitzen und Zacken. Eine der schönsten Wanderungen, um das Herz der Insel kennen zu lernen, ist der fast durchgängig gepflasterte Verbindungsweg zwischen dem Pico do Arieiro (1818 m) und dem Pico Ruivo, mit 1862 Meter der höchste Punkt Madeiras. Über steile Treppen und durch finstere Tunnel führt ein rund sechs Kilometer langer Pfad im steten Auf und Ab, der sich für Hin- und Rückweg auf insgesamt 1000 Höhenmeter summiert. Trotz der Anstrengung, die das kostet, ist die Tour sehr gut besucht. Schnelle Läufer, die sich gut einschätzen können, verlegen die Wanderung deshalb auf die zweite Tageshälfte oder starten gleich nach dem Hellwerden. Die Aus- und Tiefblicke sind wahrlich beeindruckend, Madeira nirgendwo wilder.

Allgemeine Tipps: Wer Madeira auf eigene Faust zu Fuß erkunden möchte, sollte unbedingt auf einen Mietwagen zurückgreifen – oder in Taxis investieren. Die wenigsten Wanderziele sind öffentlich erreichbar. Weiter oben in den Bergen kann es schnell kühl und feucht werden – Regen- und warme Sachen müssen unbedingt mit ins Gepäck, auch wenn es an der Küste subtropisch warm sein mag. Das Wetter ändert sich zudem sehr schnell. Meist hängen die Wolken auf der Inselnordseite und an den höheren Gipfeln – gelegentlich ist es aber auch umgekehrt. Dann lohnt sich ein Blick vorab auf eine der Webcams (www.madeira.net). Mit viel Sonne gesegnet sind die Gegenden ganz im Osten bzw. ganz im Westen. Tagesaktuelle Sperrungen der Wege findet man auf www.visitmadeira.pt (unter „nützliche Infos“) – diese kommen wesentlich häufiger vor als z.B. in den Alpen.

Weltweitwandern: Natürlich kann man die Levadas auch auf eigene Faust mit Hilfe einer App erkunden, doch wer sich auf unbekannteren Wegen durch ein authentisches Madeira bewegen will, ist mit einer geführten Tour gut beraten. Christa Dornfeld-Bretterbauer führt für den Reiseveranstalter Weltweitwandern Gruppen durch mühsam beackerte Steilfelder, liebevoll bepflanzte Gärten und auf nirgends verzeichneten Wegen. Ihr botanisches Wissen bereichert jeden Blumenliebhaber und ein Schwätzchen mit den Locals bringt interessante Alltagsgeschichten zutage. Weltweitwandern hat für Madeira noch weitere Programme unterschiedlichen Niveaus im Angebot, sodass auch ambitioniertere Wanderer Erfüllung finden (z.B. auf der Inseldurchquerung).

Unterkunftstipp: Die Quinta dos Artistas oberhalb von Santa Cruz wird von den Weltweitwandern-Gruppen genutzt, ist aber auch privat buchbar. Sie ist Haus gewordener Lebenstraum von Christa und ihrem Mann Gerald, die zusammen mit ihrem Sohn Raimund die familiäre Unterkunft betreiben. Liebevoll eingerichtete Wohneinheiten, ein eigener Bio-Gemüseanbau und ein Infinity-Pool über dem Atlantik dosieren Einfachheit und Luxus in einem so angenehmen Maße, dass man den Urlaub hier gerne noch ein paar Tage verlängert.

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von Solveig Michelsen

Die Reise nach Madeira wurde unterstützt vom Reiseveranstalter Weltweitwandern.

© Cristian Mircea Balate, Shutterstock Madeira lockt Wanderer mit üppiger Vegetation, einem gut ausgebauten Wegenetz und spektakulären Ausblicken. Madeira lockt Wanderer mit üppiger Vegetation, einem gut ausgebauten Wegenetz und spektakulären Ausblicken.
Spannende Gebäude in Deutschland https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/spannende-gebaeude-in-deutschland.html Solveig Michelsen 5763 20211006T092400 Außergewöhnliche Gebäude machen uns staunen, regen unsere Phantasie an – und heben definitiv die Stimmung. Und wer sagt, dass man dafür ins Ausland fahren muss? Auch vor der Haustüre findet sich kreative und originelle Architektur.

Rettungsturm, Binz

Fast scheint es, als wäre auf Rügen ein UFO gelandet. Das Schmuckstück mit den ovalen Fensterfronten wurde ab 1981 als Rettungsturm eingesetzt – ein hervorragender Ausguck für die Rettungsschwimmer. Seit 2006 kann man sich in dem futuristischen Gebäude das Ja-Wort geben, da es zur Außenstelle des Standesamts umfunktioniert wurde.

Die organische und äußerst moderne Konstruktion stammt von dem Binzer Bauingenieur und Architekten Ulrich Müther, der sich angeblich von einer Muschel inspirieren hat lassen. Müther gilt als Pionier auf dem Gebiet des modernen Betonschalenbaus, der so wenig Beton verbrauchte, dass er sich in Zeiten der DDR-Architektur durchsetzen konnte.

Museum für moderne und japanische Kunst, Neuss

Ein Glaskubus, der auf einen künstlichen Teich hinausführt, nichts als Beton, Glas und Stahl. In dem 2004 eröffneten Kunst- und Ausstellungshaus faszinieren die Licht- und Schattenspiele mindestens ebenso wie die Werke der Künstler, die es beheimatet. Der japanische Architekt Tadao Ando hat damit ein elegantes Kunstwerk geschaffen und das an architektonischen Highlights ohnehin nicht arme Neuss um ein weiteres bereichert.

Grüne Zitadelle, Magdeburg

Architektur sei die dritte Haut des Menschen, sagte Friedensreich Hundertwasser. Das erklärt, warum er mit verspielter Liebe zum Detail kunterbunte, wild bepflanzte und alles andere als rechtwinkelige Gebäude entwarf. Eines davon ist die Grüne Zitadelle in Magdeburg – sein letztes Projekt vor seinem Tod – mit grasbewachsenem Dach, Fenstern in völlig unterschiedlichen Formen und dem dazugehörigen „Fensterrecht“. Dieses besagt, dass Mieter die Fassade um das Fenster herum im eigenen Sinne gestalten dürfen – so weit der Arm reicht. Im Gebäude befinden sich ein Theater, ein ART-Hotel und die Kindertagesstätte „FriedensReich“ sowie mehrere Cafés, Restaurants und Läden. In den oberen Etagen gibt es insgesamt 53 Wohnungen.

Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum, Cottbus

Die Technische Universität Cottbus-Senftberg hat ihre Bibliothek samt Multimedia- und Rechenzentrum in einem spektakulären Gebäude untergebracht: Die Fassade besteht vollständig aus Glas, hat keinerlei Ecken und Kanten und ist mit weißen Buchstaben bedruckt, die sich wild überlappen. Das Gebäude wurde von den Baseler Architekten Jaques Herzog und Pierre de Meuron entworfen, die dafür 2007 den Deutschen Architekturpreis bekamen. Bekannt ist das Duo unter anderem für ihren Entwurf der Elbphilharmonie und der Allianz Arena. Auch das Nationalstadion in Peking, das an ein Vogelnest erinnern soll, gehört zu ihren Highlights.

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von Solveig Michelsen

© DR pics, Shutterstock Im ehemaligen Rettungsturm in Binz kann heute geheiratet werden. Im ehemaligen Rettungsturm in Binz kann heute geheiratet werden.
Reisen und die Umwelt schonen – geht das zusammen? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/reisen-und-die-umwelt-schonen-geht-das-zusammen.html Solveig Michelsen 5762 20211013T153000 Reisen bildet, sagt man so schön. Es erweitert den Horizont, lässt uns vieles in einem neuen Licht erscheinen und versorgt uns mit tausend schönen Eindrücken, wie wundervoll diese Erde doch ist. Die wir unbedingt in einem gesunden Zustand erhalten wollen, um sie weiter zu genießen. Dass wir ihr durch das Reisen gleichzeitig Schaden zufügen, bringt uns in ein Dilemma. Was nur tun, wenn Verzicht nicht in Frage kommt?

Vorbild-Öko oder Umweltsau? So ein Schwarz-Weiß-Denken hilft beim Thema Reisen nicht weiter. Klar würde man dem Klima einen großen Gefallen tun, wenn man auf sämtliche Urlaubsreisen verzichten würde. Aber der persönliche Verzicht wäre sehr schmerzhaft, die verbesserte CO2-Bilanz stünde in einem nicht allzu rosigen Verhältnis dazu. Wie also damit umgehen? Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten, die jeder nach seiner Fasson und eigenem Gewissen entscheiden muss: Verzicht, Einschränkung oder Kompensation, auf welche Art auch immer.

Verzicht

„Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.“ schrieb schon Blaise Pascal, der französische Philosoph und Mathematiker. Die einfachste Lösung ist die naheliegendste: zu Hause bleiben. Da aber genügend Gründe dagegen sprechen – nicht zuletzt formulierte es schon Konrad Lorenz „Man liebt nur, was man kennt; man schützt nur, was man liebt“ –, machen wir uns auf die Suche nach Alternativen.

Auch Teilverzichte sind äußerst sinnvoll und effektiv. Der bekannteste: auf Flugreisen verzichten. Dafür darf man sich ruhig die Zahlen vor Augen führen, die hinter diesem Argument stecken. Ein Langstreckenflug nach Australien (hin und zurück) schlägt mit knapp 15.000 Kilogramm CO2 zu Buche. Dafür kann man 180.000 Kilometer Bahn (mit durchschnittlicher Auslastung) fahren! Und selbst alleine im Auto müssten 67.500 Kilometer zurückgelegt werden, um auf einen vergleichbaren CO2-Ausstoß zu kommen.

Ach ja, der Overkill sind übrigens Kreuzfahrtschiffe. Der Naturschutzbund errechnete, dass ein Kreuzfahrtschiff so viel CO2 ausstößt wie rund 84.000 Autos, so viel Feinstaub wie über 1 Million Autos und so viel Schwefeldioxid wie über 376 Millionen Autos – pro Tag. Auweia.

Die Stellschraube beim Verzicht heißt also Verkehrsmittel. Hieran kann man beliebig drehen: vom Schiff oder Flugzeug über das Auto samt Carsharing bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Meister ihres Fachs reduzieren ganz auf das Rad oder gehen zu Fuß. Das kann man durchaus sportlich betrachten und ein Abenteuer daraus stricken.

Einschränkung

Da das aber nicht jedermanns Sache ist, sollte man sich auch die kleineren Schräubchen ansehen, die zu einer verbesserten CO2 -Bilanz beitragen können.

1. Wenn es schon eine Fernreise sein muss, dann bitte für längere Zeit. Kurztrips in spannende Städte sind nicht erst seit Overtourism ein Problem. Auch der eigene Erlebnishunger wird nicht gestillt durch ein Abhaken einer langen Bucket List – echtes Erleben findet dort statt, wo Zeit und Flexibilität vorhanden sind. Durchgeplante Kurzurlaube lassen da wenig Raum für unerwartete Begegnungen, an denen wir wachsen und die einer der wichtigsten Zutaten für erinnerungswürdiges Reisen sind.

2. Individuell statt pauschal: Beim individuellen Reisen werden die lokalen Strukturen vor Ort gestärkt, und es bleibt weniger Geld beim Reiseveranstalter hängen als beim Pauschaltourismus. Damit kurbelt man die regionale Wirtschaft vor Ort direkt an. Und in einer profitablen Arbeitssituation steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Gelder in Kultur- und Umweltprojekte investiert wird. Denn: Wer selbst viele Sorgen hat, den kümmert auch die Umwelt nicht.

3. Einfach übernachten: Dass Bettenburgen der Umwelt deutlicher zusetzen als kleine Pensionen, dürfte jedem einleuchten. Ein Umschwenken vom üblichen Hotelurlaub zu einem Aufenthalt in kleinen, individuellen Bed&Breakfast-Pensionen hat also schon einige Auswirkung. Und auch, wenn das Wellness-Angebot damit eingeschränkt wird: In vielen kleinen, familiären Unterkünften bemüht man sich noch um jeden Gast, der persönlichen Einblick erhält in eine vielleicht neuartige Kultur oder Lebensweise.

4. Nach Zertifizierungen suchen: Sowohl für Unterkünfte als auch für Reiseanbieter gibt es die unterschiedlichsten Gütesiegel. „CSR Tourism Certified“ gilt als eines der verlässlichsten. Unter der Dachmarke Viabono, dem Verein der Bio-Hotels und auf Eco-Camping kann man sich geeignete Unterkünfte heraussuchen. Auch über den Dehoga Umweltcheck kann man sich informieren, welche Betriebe welche Voraussetzungen erfüllen.

Die Vielzahl an (nicht immer wirklich grünen) Umweltsiegeln kann leider auch verwirren. Einen guten Filter für Reiseveranstalter bietet das Forum Anders Reisen durch seine strengen Kriterien . Hier müssen Urlaubslänge, Reisezeit und Entfernung in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen. Und auch auf die Menschen vor Ort wird ein Auge geworfen: Diese müssen fair entlohnt werden. Ein unabhängiger Gutachter prüft regelmäßig, ob die Vorgaben wirklich eingehalten werden.

Kompensation

Die einfachste und bekannteste Art der Kompensation ist die Ausgleichszahlung. Programme wie Atmosfair bieten eine freiwillige Zusatzzahlung an, mit der der eigene CO2-Fußabdruck zwar nicht direkt verringert, aber das Geld dazu verwendet werden kann, an einem anderen Ort Treibhausgase zu reduzieren. Das können Klimaschutzprojekte wie das Errichten von Wind-, Wasser- oder Erdwärmekraftwerken sein oder das Aufforsten von Regenwald.

Über den Tellerrand hinaus gedacht, kann die Kompensation aber noch auf einer ganz anderen Ebene stattfinden: im Alltag. 47% unseres CO2-Fußabdrucks entsteht durch Konsum. Von Artikeln, die ganz sicher nicht immer gebraucht werden. Das heißt, auch hier kann ganz bewusst ein Ausgleich stattfinden, wenn man sich eine Reise gegönnt hat, die man damit „wieder gut machen“ möchte.

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von Solveig Michelsen

© Khanthachai C, Shutterstock Reisen und die Umwelt schonen – wie soll das gehen? Reisen und die Umwelt schonen – wie soll das gehen?
Amsterdam macht Ernst https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/amsterdam-macht-ernst.html Solveig Michelsen 5761 20210922T090900 Als erste Stadt weltweit hat Amsterdam eine Obergrenze für touristische Übernachtungen erlassen – aber gleichzeitig auch eine Untergrenze. Die Maßnahme ist eine verzweifelte Antwort auf ein Phänomen, dem man mit anderen Taktiken nicht Herr geworden ist und das immer mehr europäische Metropolen betrifft: Overtourism.

Overtourism ist als Schlagwort in aller Munde – selbst die Covid-Pandemie konnte dem nur eine kurze Unterbrechung abringen. Dabei ist die Bedeutung wesentlich umfangreicher, sind die Folgen weitaus schwerwiegender, als man bei der bloßen Definition eines „Zuviels an Touristen“ vermuten würde. Dass zu viele Besucher, egal ob freundlich-zurückhaltend oder rücksichtslos neugierig, die Nerven vieler Anwohner strapazieren können – dieser Zusammenhang ist schnell hergestellt. Doch es geht um weitaus mehr als Lärm, Müll und Menschenmassen. Etliche beklagen die „Verramschung des öffentlichen Raums“, wenn die Art der Geschäfte nur noch auf die (vermeintlichen) Bedürfnisse der Touristen ausgerichtet sind, also der 140. Laden Souvenirs verkauft. In Amsterdam sind vor allem die Rotlicht- und Cannabis-Touristen ein Problem, deren Anreisegründe sich nicht unbedingt mit dem Lebensstil der Anwohner vertragen. Zuvorderst aber entleert Overtourism systematisch die Innenstädte, die in Teilen nur noch als Freiluft-Museum für Besucher existieren; die ursprünglichen Anwohner sind längst geflüchtet. Wieso das?

Jede 15. private Wohnung in Amsterdam wird an Touristen vermietet. Pro Monat wurden vor der Covid-Ära 25.000 Übernachtungen im Netz gebucht, allen voran über den Anbieter Airbnb. Dieser ist mit dem Gedanken der Sharing Economy groß geworden – der Kosmopolit teilt sein Weltherz – und hüllt sich nach wie vor in dieses Gewand, obwohl unter den Profiteuren nicht wenige gerissene Immobilienhaie sind, die Wohnungen in beliebten Innenstädten aufkaufen und sie teuer weitervermieten.

Eine Studie der Universitat Autònoma in Barcelona hat errechnet, dass in der spanischen Stadt 7% der Mietsteigerungen Airbnb zu verdanken sind. Geschätzt sind es weitaus mehr Bewohner, die sich die Mieten in den Innenstädten nicht mehr leisten können und dadurch an den Rand der Stadt verdrängt werden. Ganz abgesehen davon hat sich die Infrastruktur inzwischen so den Touristen angepasst, dass zwar an allen Ecken Amsterdams Käse und Tulpen erstanden werden können, nicht aber die nötigen Lebensmittel für den täglichen Bedarf. Spät ankommende Besucher mit ihren Rollkoffern auf Kopfsteinpflaster und Junggesellenabschiede mit Touren durch die Coffee Shops tun ihr Übriges, um den Einheimischen ihre eigene Stadt zu verleiden.

Dass dagegen dringend etwas unternommen werden muss, hat man schon vor Jahren erkannt. Zu den ersten Versuchen gehörte ein juristisch heikles Verbot von Airbnb-Übernachtungen – das letztendlich aber nicht kontrolliert, ergo auch nicht durchgesetzt werden konnte. Heute ist Airbnb in drei Stadtteilen offiziell verboten. In den restlichen Vierteln dürfen private Anbieter an bis zu 30 Tagen im Jahr an vier verschiedene Personen vermieten. Wirklich kontrolliert werden kann aber auch das nicht.

Weiters wurde die Anzahl der Stadtführungen im Zentrum eingedämmt; im Rotlichtviertel hat man sie ganz verboten. Auch Läden mit reinen Touristen-Produkten (sprich Souvenir-Ramsch) sind nicht mehr erlaubt. Ab 22 Uhr existiert ein Verkaufsverbot für Alkohol; für lärmende und flegelhafte Handlungen (z.B. Urinieren in den nächstgelegenen Garten) drohen hohe Strafen bis 20.000 Euro. Die Polizei wird von so genannten „Hosts“ bei der Überwachung unterstützt. Das alles ist notwendig geworden in einer Stadt, die für ihre Toleranz bekannt ist.

2019 brachte eine Petition von Anwohnern wieder Bewegung in das Thema. Sie forderte eine Obergrenze von 12 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Zur Veranschaulichung: 2005 waren noch 11 Millionen Gäste nach Amsterdam gekommen, 2019 waren es schon doppelt so viele: 22 Millionen Touristen jährlich auf nicht einmal 880.000 Einwohner. Das ist zwar nicht ganz so schlimm wie in Venedig (20 Millionen Touristen auf 60.000 Einwohner), aber dennoch alarmierend, weil die Stimmung in der Bevölkerung bereits gekippt ist. Den wenigen, meist ausländischen Investoren, die von den nimmer zu versiegen scheinenden Touristenmassen profitieren, stehen eine Vielzahl an Bewohnern gegenüber, die von den vielen Besuchern nur eines haben: Ärger und finanzielle Mehrbelastungen.

Nun hat man die Beschränkung der Übernachtungszahlen tatsächlich beschlossen – allerdings wurde die geforderte Höchstgrenze ironischerweise zur Untergrenze gemacht. Sprich, die Stadt toleriert Übernachtungszahlen zwischen 10 und 20 Millionen pro Jahr. Sinken die Zahlen auf 12 bzw. steigen sie auf 18 Millionen, treten zusätzliche Maßnahmen in Kraft. Diese sind nicht weiter definiert, doch liegt ein umfangreicher Vorschlagskatalog vor. Potenzielle Konsequenzen können dann sein: Verbot von Junggesellenabschieden, Einführung einer Touristensteuer oder Verbot von privater Vermietung (mit bereits erwähnten Hürden). Das kürzlich angekündigte Coffee-Shop-Verbot für nicht im Inland Ansässige hat man auf unbestimmte Zeit verschoben, obwohl die Stadt immer wieder beteuert, weg vom Rotlicht- und Cannabis-Tourismus kommen zu wollen. Immerhin gaben bei einer Befragung im Rotlichtviertel 57% zu, des Drogenkonsums wegen nach Amsterdam gekommen zu sein. Offizielle Statistiken geben bei 23% aller Touristen die Coffee Shops als Hauptreisegrund an. Immerhin die Angebote im Rotlichtviertel will man sukzessive an den Stadtrand verlagern.

Wie nun kann eine Lösung aussehen? Nicht nur Amsterdam strebt eine Entzerrung der Hotspots an. Die Grenzen der für Touristen interessanten Innenstadt, auf die sich vieles konzentriert, sollen ausgedehnt werden, um die Besucher besser zu verteilen. Der Typ des „New Urban Tourist“ kommt diesem Ansinnen sehr entgegen: Viele junge und junggebliebene Menschen sind ohnehin auf der Suche nach einem authentischen Stadterlebnis abseits der „Touri-Highlights“. Dazu gehören auch Begegnungen mit Einheimischen, die an anderen Orten anzutreffen sind als das Gros der Besucher.

Genau darauf zielen einige Programme zur Besucherlenkung ab, wie es Dänemark mit „Meet the Danish“ (Einheimische laden Besucher zu sich nach Hause ein) oder Island mit den „Stopover Buddies“ (eine Aktion von Iceland Air, um Touristen auch weniger bekannte Seiten des Landes nahe zu bringen) vorgemacht haben. Ein Tropfen auf den heißen Stein oder eine echte Chance?

Das wird nicht allein vom Geschick eines Stadtmarketings abhängen. Denn selbst wenn Zandvoort jetzt unter „Amsterdam Beach“ beworben oder Amstelveen als „Amsterdam Forest“ bezeichnet wird, sind es vor allem die Besucher selbst, die viel dazu beitragen können, dass sich die Lage entspannt. Wer Wert auf authentische Begegnungen legt und ein wenig Abenteuergeist mitbringt, nutzt ohnehin Couchsurfing. Dem Rest sei eine charmante Frühstückspension statt einem Airbnb-Aufenthalt empfohlen – auch hier finden (anders als in anonymen Hotelketten) echte Begegnungen statt und man bekommt Einblick in einen Lebensstil, der weitaus mehr über eine Kultur verrät als der Reiseführer.

Nachdem Amsterdam mit mehr Fahrrädern als Einwohnern die unumstrittene Weltfahrradhauptstadt ist, sollte man es den Bewohnern einfach gleichtun und die vielen schmucken Grachten und Brücken mit den Drahtesel erkunden. Ab 10 Euro pro Tag sind Hollandräder zu bekommen; in der Innenstadt hat man als Radfahrer so gut wie überall Vorrang und 500 Kilometer stehen als Radweg zur Verfügung. Auch damit erweitert man seinen Radius, bewegt sich schnell über die Hotspots hinaus und traut sich, neue Routen zu erkunden: Man ist ja schnell wieder zurück. Und nicht zuletzt empfiehlt es sich im eigenen Interesse, anti-saisonal zu reisen. Wer kann, meidet Ferienzeiten und kommt in besucherschwachen Monaten wie dem November. Bleibt länger an einem Ort, anstatt eine Bucket List hektisch abzuarbeiten. Und besorgt sich einen Reiseführer, der noch mehr zu bieten hat als die touristischen Top Ten einer Stadt.

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Amsterdam zum Schmökern und Planen im neu aufgelegten DuMont Bildatlas Amsterdam

von Solveig Michelsen

© Stijn Fabriek, Shutterstock Amsterdam ist ein beliebtes Städtereiseziel – zum Leidwesen vieler Anwohner. Amsterdam ist ein beliebtes Städtereiseziel – zum Leidwesen vieler Anwohner.
Saluzzo und Cuneo – zwei schmucke Städte des Piemont https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/saluzzo-und-cuneo-zwei-schmucke-staedte-des-piemont.html Solveig Michelsen 5760 20210927T101200 In den schattigen Säulengängen flanieren, während italienisches Flair die Stadt pulsieren lässt, historische Substanz erkunden jenseits allen Touristen-Hokuspokus – beides findet man in den beiden Schmuckkästchen des Piemont, in der Provinzhauptstadt Cuneo ebenso wie im kleineren und unbekannteren Saluzzo.

Saluzzo

„Die Touristen fahren nach Mailand zum Shoppen, die Einheimischen fahren nach Saluzzo“, heißt es hier im Piemont. Dabei gibt es wesentlich mehr Gründe, die an Palästen und Monumenten reiche Stadt auf dem Hügel zu besuchen. Am Eingang des Po-Tals vor imposanter Monviso-Kulisse (von dem man einst dachte, er sei der höchste Gipfel der Alpen) ist Saluzzo die letzte städtische Station, bevor es hügelig und schließlich alpin wird. Zahlreiche Reiseführer preisen es als „schönstes Städtchen der Provinz“. Obwohl es nur 17.000 Einwohner zählt, gibt es sich selbstbewusst städtisch, mittwochs am Markttag noch quirliger und immer quicklebendig. Der französische Einfluss der Savoyer ist durchaus noch zu spüren, unter anderem auch in den Cafés, die immer wieder an Paris erinnern. Wenn die Sonne höher steigt und die umtriebigen Markthändler ihre Ware wieder einpacken (Haushaltswaren werden hier von allen Schichten auf dem Wühltisch gekauft – allein dafür lohnt sich ein Beobachtungsposten in einem Café), flüchtet man in die schattigen Arkaden oder tritt einen Spaziergang in die wesentlich ruhigeren oberen „Stockwerke“ der Stadt an: hinauf zum Castello. Alle Umwege lohnen sich; immer wieder gibt es lauschige Plätze um einen Brunnen oder eine Kirche zu entdecken, enge und steile Gässchen oder Treppen mit Kopfsteinpflaster, die das Autofahren hier so gut wie unmöglich machen, das Flanieren dafür umso entspannter.

Cuneo

Nur 30 Autominuten von Saluzzo entfernt befindet sich ihre „große Schwester“ Cuneo, die Hauptstadt des Piemont und fast vier Mal so groß, aber mit unübersehbaren Parallelen. Am Eingang ins Stura-Tal sind die gebirgigen Hügel malerische Kulisse für das gleichfalls historische Städtchen, das ebenfalls auf einer Anhöhe thront. Das Zentrum bildet ein gigantischer Platz, der Piazza Garibaldi, der hauptsächlich durch seine schiere Größe beeindruckt. Gleichzeitig unterteilt er die Hauptschlagader des Städtchens in den vielbefahrenen und geschäftigen Corso Nizza und die den Fußgängern vorbehaltene Via Roma. Wer zum Einkaufen oder Essen in die Stadt gekommen ist, wird hier auf jeden Fall fündig. Insgesamt acht Kilometer Arkaden bieten dabei Schutz vor Sonne und Regen, die meisten seit vielen hundert Jahren. Holzvertäfelte Auslagen verleihen dabei selbst modernsten Geschäften historischen Flair. Sobald man die Via Roma verlässt und in die Seitengässchen eintaucht, wird es ruhiger. Zu den sehenswerten Bauwerken gehören hier die verspielte Barockkirche Santa Croce, üppig verziert und dekoriert, sowie das Museo Civico, das zusammen mit einer gotischen Kirche ein wunderbares Ensemble im Kloster bildet – selbst nur von außen betrachtet.

Wer den zahlreichen Kirchen und Palästen nichts abgewinnen kann, widmet sich den Gaumengenüssen. Cuneo ist bekannt für seine großen und süßen Maroni sowie für seine Trüffel. Und auch an guten Restaurants mangelt es nicht in der Stadt. Als Verdauungsspaziergang bietet sich der mitten in der Stadt gelegene Naturpark der Flüsse Cuneo und Stura an – ein Oase mit besonderer Stimmung zu jeder Jahreszeit. Für noch größere Taten, respektive Wanderungen laden die Täler Stura und Grana zu lieblichen bis alpinen Touren ein. Mit der Höhe wird es dann schlagartig kühler – oft auch feuchter –, die Vegetation ist eine völlig andere und die Abgeschiedenheit der Bewohner bildet eine Kontrast, der größer und vielfältiger nicht sein könnte.

Einkehrtipps:

Saluzzo: Le 4 stagioni d‘Italia – empfehlenswertes Restaurant mit ansprechendem Garten im Innenhof, köstlichen Gerichten und galantem Personal. www.ristorante4stagioni.com

Cuneo: Fra Diavolo Pizza – zwar eine Kette, die aber mehrfach ausgezeichnet wurde. Eine Besonderheit: der schwarze (Kohle-)Pizzateig, der nicht nur ein Hingucker ist, sondern auch hervorragend schmeckt. www.fradiavolopizzeria.com

Übernachtungstipp:

B&B Casa Torre Allera im Norden von Cuneo: Die sehr geschmackvoll restaurierte, schlicht-moderne Unterkunft mit ihrem einladenden Garten ist ein wahres Schmuckstück und wird von einem äußerst herzlichen Paar geführt. Ein Ort zum Wohlfühlen und Verwöhnt-Werden. www.casatorreallera.com

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von Solveig Michelsen

© MikeDotta, Shutterstock Saluzzo – ein Schmuckstück des Piemont Saluzzo – ein Schmuckstück des Piemont
Camper-Sharing – wie funktioniert's? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/camper-sharing-wie-funktionierts.html Solveig Michelsen 5759 20210913T094100 Der Traum vom selbst ausgebauten Camperbus spukt in vielen Köpfen herum: mit einem individuellen Gefährt spontan in den Urlaub fahren können, romantische Übernachtungsplätze entdecken … Den Verlockungen stehen jedoch viele Unsicherheiten gegenüber, zuvorderst die Frage: Lohnt sich eine Anschaffung überhaupt? Beim Camper Sharing kann man dieser Frage auf den Grund gehen und probeweise einen Camper mieten – oder das eigene Gefährt die ungenutzte Zeit im Jahr Geld einspielen lassen. Wir haben Levin Klocker, DACH Country Manager bei Yescapa, gefragt, wie das alles funktioniert.

Lieber Herr Klocker, wie würden Sie das Yescapa Camper-Sharing in einem Satz erklären?

Auf Yescapa kann man Camper und Wohnmobile privat mieten und vermieten – europaweit, versichert und im Zeichen von Slow Travel und Sharing Economy.

Wie viele Wohnmobile/Campingbusse haben Sie in Ihrer Datenbank? Aus welchen Ländern?

Die Camperflotte entwickelt sich ständig weiter; aktuell haben wir rund 10.000 Fahrzeuge in Deutschland, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Belgien, Großbritannien und in der Schweiz.

Wonach kann man bei der Yescapa-Suche filtern?

Nach verschiedenen Kriterien wie Land, Fahrzeugtyp, Ausstattung, Preisspanne, Anzahl der Schlafplätze, der Möglichkeit, Tiere mitzunehmen usw. Yescapa ist ähnlich aufgebaut wie andere Sharing-Plattformen à la Airbnb.

Auch nach Kundenbewertungen oder Verfügbarkeit?

Ja.

Was unterscheidet Yescapa von anderen Camper-Sharing-Plattformen wie Paulcamper, Campanda oder Indiecampers?

Zum einen sind wir primär auf die private Vermietung spezialisiert und haben weniger (jedoch auch) gewerbliche Anbieter im Repertoire. Das hat die Vorteile, dass man als Mieter einen Zugang zu individuell ausgebauten und einzigartigen Modellen bekommt, weniger Kosten tragen muss und mit dem Vermieter in einer Beziehung auf Augenhöhe steht. Zudem sind wir in acht verschiedenen Ländern aktiv und damit die europaweit größte Plattform für privates Camper-Sharing. Wir feiern kommendes Jahr unser 10-jähriges Bestehen.

Was unsere Leser sicher gerne wissen möchten: Wie viel muss ich in der Hauptsaison durchschnittlich berappen für ein Wohnmobil für vier Personen (Anmietung Deutschland)?

Der Preis hängt von diversen Faktoren ab wie Fahrzeugausstattung, -alter, Mietdauer etc.

Für ein voll ausgestattetes Wohnmobil für vier Personen und in der Hauptsaison sollte man hier mit ca. 115 Euro pro Miettag rechnen. Das kommt vielen erst einmal teuer vor, jedoch bucht man mit einem Wohnmobil Unterkunft und Transport in einem.

Fällt zusätzlich noch eine Vermittlungsgebühr an? Und wer bezahlt diese: der Vermieter oder der Mieter?

Der Gesamtpreis setzt sich zusammen aus Miete, Servicegebühr und Versicherung. Die Servicegebühr wird zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt.

Ganz wichtiger Punkt und großes Fragezeichen für alle, die sich eine Vermietung überlegen: Wie ist das mit der Versicherung geregelt? Die haftet bei einem Unfall ja nur, wenn ein Camper als „Selbstfahrer-Vermieterfahrzeug“ zugelassen ist und einen gewerblichen Vollkaskoschutz hat …

Das stimmt so nicht. Man kann mit einer eigenen Mietversicherung bei uns vermieten, kann aber – wie die meisten Vermieter – alternativ unsere Versicherungslösung in Anspruch nehmen (und dadurch die Jahreskosten an bis zu 2.500 € für die Selbstfahrer-Vermietversicherung sparen). Wir haben extra einen Versicherungsvertrag mit Allianz gestrickt, der private Mieter und Vermieter in Deutschland mit einem Haftpflicht- und Vollkaskoschutz inkl. Unterschlagung und europaweiter 24h-Pannenhilfe deckt. Diese Versicherung greift nur im Zeitraum einer Yescapa-Vermietung und die eigene Schadensquote des Vermieters bleibt unberührt.

Was ungefähr kostet mich das als Vermieter?

Als privater Vermieter gehen vom eigenständig festgelegten Mietpreis 4% als Provision an Yescapa ab. Die Nutzung der Plattform ist kostenfrei.

Lohnt sich das Vermieten trotzdem?

Absolut! Wir haben einige Vermieter, die durch den Zusatzverdienst nicht nur die Fahrzeug-Anschaffungskosten decken sondern sich bereits einen zweiten oder dritten Camper zugelegt haben und diese(n) fast ausschließlich vermieten.

Ist das Verhältnis zwischen Vermietern und Mietinteressenten ausgewogen oder gibt es mehr Angebot als Nachfrage bzw. umgekehrt?

Die Nachfrage ist enorm und vor allem in der Hauptsaison ist die Flotte stark ausgelastet. Daher empfiehlt es sich, früh zu buchen. Parallel zur Anfrage wächst aber auch das Angebot – so hat sich etwa die deutsche Flotte durch die diesjährige Übernahme unseres Konkurrenten ShareaCamper vervielfacht.

Der Sharing-Gedanke ist ja nicht nur ein finanzieller Anreiz für viele, sondern beinhaltet neben sozialen Aspekten auch einen sehr nachhaltigen: Ein Auto wird von möglichst vielen Menschen genutzt. Inwiefern unterstützt Yescapa diesen Umwelt-Gedanken?

Teilen ist das neue Haben. In der Regel steht ein Campingfahrzeug den Großteil des Jahres ungenutzt herum. Dem möchten wir entgegenwirken, indem wir eine sichere und nachhaltige Win-Win-Situation schaffen und vorhandene Ressourcen kollektiv zugänglich machen. Der Leitgedanke der Sharing Economy war und ist die zentrale Triebfeder von Yescapa.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Wer Lust bekommen hat, findet zahlreiche originell ausgebaute Camper unter: www.yescapa.de

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Interview von Solveig Michelsen

© Jody Titre, Yescapa Liebevoll ausgebaute Camper wie diesen gibt es in der Camper-Sharing-Datenbank. Liebevoll ausgebaute Camper wie diesen gibt es in der Camper-Sharing-Datenbank.
Museumsbesuch vom Sofa aus https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/museumsbesuch-vom-sofa-aus.html Solveig Michelsen 5757 20210906T093500 Offen, geschlossen, offen mit Test, offen mit vollem Gedränge – die Zeiten für einen Museumsbesuch sind, sagen wir es mal so: unsicher. Wenn dann die Zahl der zugelassenen Besucher noch die eigene Wohlfühlgrenze übersteigt, sucht man nach einem Alternativprogramm. Das kann bei einigen Museen heißen: von zu Hause aus besichtigen. Wir stellen ein paar namhafte unter ihnen vor.

Der Vatikan in Rom

Der kleinste Stadtstaat der Welt ist gleichzeitig auch der heiligste und liegt im Herzen von Rom: der Vatikan. Dank vieler weltbekannter Sehenswürdigkeiten pilgern mehrere Millionen Besucher jährlich hierher, um die päpstliche Kunstsammlung zu besichtigen. Zu den Highlights zählen dabei Michelangelos "Jüngstes Gericht" in der Sixtinischen Kapelle und die Vatikanischen Museen. Ganz entspannt vom Sofa aus kann man sich einen der virtuellen Rundgänge ohne Konkurrenz gönnen.

Das Bode-Museum in Berlin

Mehr als 1.900 Skulpturen, Gemälde und andere Kunstschätze befinden sich im Bode-Museum an der Spitze der Museumsinsel in Berlin. Die Skulpturensammlung ist eine der größten und ältesten der Welt, darüber hinaus gehören das Byzantinische Museum und die Münzsammlung zum Bode-Museum. Eines der Highlights ist das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten. Ein 360°-Rundgang ist hier zu finden. Die Info-Buttons erläutern die Kunstwerke etwas genauer.

Das Rijksmuseum in Amsterdam

Eine Reise durch 800 Jahre holländische Kunst-Geschichte gefällig? Das Rijksmuseum ist das niederländische Nationalmuseum und beherbergt die umfangreichste Kunstsammlung des Landes. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf den Werken niederländischer Meister wie Rembrandt und Vermeer, sie beherbergt aber auch viele Exponate anderer weltberühmter Künstler. Bei Google Arts & Culture können Kunstfans hier die Kunstwerke und Museumsräume virtuell besuchen.

Das Kunsthistorische Museum in Wien

Das Kunsthistorische Museum in Wien ist eines der wichtigsten und eindrucksvollsten Museen Europas, das aus den Sammlungen der Habsburger entstanden ist. Es beherbergt die einstigen Schatz- und Wunderkammern der Habsburger Familie und zeigt Werke aus der Zeit des Mittelalters sowie eine eindrucksvolle Sammlung ägyptisch-orientalischer Schätze. Den virtuellen Rundgang finden Interessierte hier (auch mit 3D-Brille möglich!); sogar virtuelle Führungen gibt es.

Die National Gallery in London

Eines der weltweit meistbesuchten Museen ist die "National Gallery London", die mit ihren rund 2300 Gemälden eine riesige Sammlung alter und neuerer Klassiker darstellt: Paul Cézanne, Jan van Eyk, Hans Holbein, Rembrandt und William Turner, einer der wichtigsten englischen Maler der Romantik, sind darunter. Der Eintritt in die ständige Gemäldeausstellung ist kostenlos; mit dem virtuellen Rundgang braucht man nicht einmal den Flug nach London bezahlen.

Das National Museum of Natural History in Washington

Eines der größten Naturkundemuseen der Welt, das National Museum of Natural History, befindet sich in Washington – zu weit, um ihm mal eben einen realen Besuch abzustatten. Zu zahlreichen Themen sind hier Exponate zu finden, von der Weltraumforschung über das Leben im Ozean und die Indianer-Kulturen in Amerika bis hin zu ausgestorbenen Tieren. Da gibt es noch weit mehr zu entdecken als Dinosaurier! Am besten gleich mal reinklicken.

Das Musée D’Orsay in Paris

Manche Museen sind allein aufgrund ihrer Architektur einen Besuch wert. Das Musée D'Orsay befindet sich in einem ehemaligen Bahnhof in Paris und ist weltweit bekannt für seine impressionistische Sammlung. Darüber hinaus gibt es weitere Einblicke in andere Kunstformen wie Bildhauerei, dekorative Kunst, Fotografie und Architektur. Bei Google Arts & Culture können Kunstliebhaber das Museum über diesen Link besichtigen.

Die Uffizien in Florenz

Gemälde zur hochaufgelösten Ansicht gibt es im Online-Bereich der Uffizien, für die man sonst eine lange Warteschlange in Kauf nehmen muss. Die Uffizien, Schatzkammer der Familie Medici, beherbergen eine der ältesten Kunstsammlungen der Welt. Auf 50 Säle verteilt findet man Gemälde aus dem 13. bis 18. Jahrhundert, darunter Klassiker von Leonardo da Vinci, Michelangelo, Botticelli, Tizian und Caravaggio.

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von Solveig Michelsen

© Jakub Buza, Shutterstock Manche Museen sind allein aufgrund ihrer Architektur einen Besuch wert. Manche Museen sind allein aufgrund ihrer Architektur einen Besuch wert.
Sommerfrische an Südtirols Bergseen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/sommerfrische-an-suedtirols-bergseen.html Solveig Michelsen 5756 20210722T114600 Wenn es im Tal unerträglich heiß wird, sehnt man sich nach kühler Frische. Die wartet ein Stockwerk weiter oben in Form eines Bergsees: kaltes Wasser vor grandioser Kulisse, die sich auf der klaren Oberfläche spiegelt. Das weckt alle unsere Sinne und macht uns noch empfänglicher für die Schönheit der Berge ringsum. Selbst das gebirgige Südtirol hat hier einiges zu bieten.

Antholzer See, Pustertal

Eines der beliebtesten Ausflugsziele des Pustertals befindet sich direkt an einer (kleinen) Straße: Auf gut 1600 Meter Höhe liegt im Naturpark Riesenferner-Ahrn ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch. Sandstrände kontrastieren mit alpinem Ambiente, zahlreiche Bäume spenden Schatten. Mit 44 Hektar ist der See nicht mehr ganz klein – er nimmt sogar Platz 3 der größten Seen Südtirols ein. An seinem Ufer entlang windet sich ein Naturerlebnispfad mit Schautafeln zur heimischen Flora und Fauna, zu der auch hier gedeihende fleischfressende Pflanzen gehören. Beim Tannenzapfenwerfen und Bachsteinhüpfen wird auch dem Nachwuchs auf der rund 1,5-stündigen Wanderung nicht langweilig.

Toblacher See, Höhlensteintal

Im Höhlensteintal liegt ein leicht erreichbarer See auf nicht ganz 1300 Meter Höhe, der als Naturdenkmal geschützt ist: der Toblacher See. Zwischen den Dolomitengipfeln der zwei Naturparks "Drei Zinnen" und "Fanes-Sennes-Prags" erfreut er mit türkisblauem Wasser und üppiger Ufervegetation. Durch diese verläuft ein Naturlehrpfad, auf dem man rund 2 Stunden unterwegs ist. Und auch an Geschichte hat er einiges zu bieten: Rund um den Toblacher See wurden fünf Bunker gebaut, womit Mussolini 1939 die Zufahrtswege nach Italien schützen wollte. Im Sommer lässt er sich am besten per Boot erforschen, das man vom Bootsverleih bekommt. Im Winter sind Curling und Eislaufen angesagt. Auch die Haupt-Langlaufloipe des Hochpustertales verläuft um den Toblacher See.

Durnholzer See, Sarntal

Ebenfalls mit dem Auto anfahrbar ist der idyllische Durnholzer See, der allerdings am Ende einer langen Sackgasse liegt. Auch er kann in rund 1,5 Stunden zu Fuß umrundet werden – die meisten Besucher ziehen das einem recht kalten Bad vor. Schließlich befindet auch er sich auf knapp 1550 Meter Höhe und wird auf drei Seiten von Berggipfeln eingerahmt. Im Winter lädt der zugefrorene See zu einem romantischen Eislaufen im alpinen Ambiente ein.

Wuhnleger Weiher, Seiser Alm

Ein Winzling unter den Seen und nicht mal zum Baden gedacht. Wieso der Wuhnleger Weiher trotzdem so viel Besuch bekommt? Von keinem anderen Ort bekommen man einen besseren Blick auf das Rosengarten-Massiv wie am Wuhnleger Weiher. Der ganze Gebirgsstock spiegelt sich sogar darin, was zahlreiche Fotografen und Naturgenießer dazu veranlasst, zum Abendrot das bekannte Rosengarten-Glühen zu dokumentieren oder zumindest fest auf der inneren Festplatte abzuspeichern. Ein bisschen anstrengen muss man sich für das Vergnügen in diesem Fall: 45 Minuten sind es zu Fuß von St. Zyprian, 60 Minuten von Tiers.

Spronser Seen, Texelgruppe

Wesentlich weiter laufen muss man zu den Spronser Seen im Naturpark Texelgruppe: Von der Bergstation der Hochmuth-Seilbahn sind es immer noch 700 Höhenmeter und 2,5 bis 3 Gehstunden. Zehn kleine Seen bilden auf einer Höhenlage zwischen 2100 und 2600 Metern die größte hochalpine Seenplatte der Ostalpen. Bis in den Juli hinein liegt deshalb oft noch Schnee. Die beiden größten Gewässer der Gruppe sind der Langsee und der Grünsee, immerhin 45 und 29 Meter tief. Statt Baden heißt es hier also genießen, beobachten und die Stimmungen aufsaugen.

Pragser Wildsee, Pragser Tal

Den Pragser Wildsee zu beschreiben, hieße Eulen nach Athen tragen. Doch auch der Instagram-Hotspot darf bei den schönsten Südtiroler Bergseen nicht fehlen. Man muss nur dafür sorgen, besonders früh oder spät anzukommen und Wochenenden und Stoßzeiten zu meiden. Denn nicht umsonst ist der See als Teil des UNESCO-Welterbes Dolomiten so beliebt. Der größte natürliche Dolomitensee besitzt eine traumhafte Bergkulisse und magisch anziehendes Wasser – das allerdings wie bei den anderen Seen zu kalt zum entspannten Baden ist. Deshalb lieber ein Ruderboot mieten und dem Trubel ein bisschen entkommen.

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© Mau47, Shutterstock Antholzer See: ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch Antholzer See: ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch
Urlaub mit Hund: die Wau-wow-Regionen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/urlaub-mit-hund-die-wau-wow-regionen.html Solveig Michelsen 5755 20210823T100200 Über 10 Millionen Hunde gibt es in Deutschland; jeder fünfte Haushalt freut sich über einen oder mehrere Vierbeiner als Haustier. Trotzdem ist das Verreisen nicht ganz einfach: Wo kann man mit Hund gut (und nicht nur geduldet) übernachten? Ist man in der Gegend überhaupt willkommen? Kann sich der Hund vor Ort wohl fühlen? Die Wau-wow-Regionen haben auf all diese Fragen die besten Antworten.

Der Traum vom Urlaub mit Hund: ausgedehnte Spaziergänge genießen, zusammen herumtollen und nebenbei auf angenehme Überraschungen stoßen. Die Realität sieht für Hundebesitzer oft anders aus. Selbst Unterkünfte, die eine Übernachtung mit dem Vierbeiner gestatten, können nicht garantieren, dass sich Mit-Gäste hundefreundlich verhalten. Und wer neue Regionen entdecken möchte, lebt immer auch mit der Unsicherheit, wie die Bevölkerung vor Ort auf Hunde zu sprechen ist. Abhilfe schaffen die „Wau-wow-Regionen“ der Wanderkooperation Best of Wandern (BoW), die zum Teil eine Menge investiert haben, um es Hunden und ihren Frauchen und Herrchen so angenehm wie möglich zu machen.

Naturpark Ammergauer Alpen

Hunde und Naturpark – inwieweit passt das zusammen? Dieses Thema wurde auch vor Ort kontrovers diskutiert. Die Hunde würden jagen, gefährdeten Wiesenbrüter, verunreinigten mit ihren Hinterlassenschaften das Viehfutter – und ihre Besitzer wüssten nicht, wo die Grenzen der Schutzgebiete sind, waren die Argumente der Gegner. Die Antwort darauf: ein Flyer, der beide Seiten aufklärt. Hierin sind spezielle „Gassi-Routen“, beschilderte Freilaufflächen und Hundetoiletten eingezeichnet, ebenso wie Zonen, die der Hund nicht betreten darf: landwirtschaftliche Flächen und Schutzzonen. Die Ranger des Naturparks Ammergauer Alpen vermitteln dabei zwischen Jägern, Grundstückseigentümern und Landwirten auf der einen sowie Hundebesitzern auf der anderen Seite. Und im Best-of-Wandern-Testcenter ist – wie in allen Testcentern – ein kostenloser „Pack Out Bag" zu bekommen: ein Hundekotbeutel, der die Hinterlassenschaften wasser- und geruchsdicht transportiert.

Für maximalen Hundespaß sorgt das Hundehotel Wolf in Oberammergau, das neben mehreren Hundesporthallen sogar ein Hundeschwimmbad zu bieten hat und mit vier Pfoten – der neuen Hotelklassifizierung für Hunde – ausgezeichnet worden ist. Ambitionierte Besitzer können ihr Haustier sogar an Dock-Diving-Seminaren, einer Trendsportart aus den USA, teilnehmen lassen. Und wenn mal was schief geht, gibt es die Hundephysiotherapie mit Unterwasserlaufband.

Frankenwald

Auch im Frankenwald ist man mit Hund gut aufgehoben. Hier laden ausgedehnte Wälder zum schattenspendenden Spaziergang ein, zahlreiche Bachläufe bieten immer wieder Möglichkeiten für den Hund, zu trinken oder sich abzukühlen. Die Wanderwege sind größtenteils naturbelassen, was besonders pfotenfreundlich für den Vierbeiner ist. Neben vielen kleinen „Steigla“ gibt es im nordbayerischen Wanderwald auch den 242 Kilometer langen FrankenwaldSteig. Die geringe Bevölkerungsdichte kommt den Tieren ebenfalls entgegen: Stressfreier Auslauf abseits urbaner Räume ist hier gut möglich.

Insgesamt 27 Unterkünfte gestatten das Mitnehmen von Hunden; besonders wohl fühlen sich die Vierbeiner zum Beispiel in der Bischofsmühle in Helmbrechts (idyllische Wald-Alleinlage ohne Verkehr mit großem Outdoor-Bereich zum Spielen), im Hotel Wasserschloß in Mitwitz oder in den Frankenwald Chalets in Tiefenbach.

Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald

In der hunde-närrischen Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald gibt es ebenfalls schattige Waldwege für heiße Sommertage und Bäche zum Spielen, Baden und Trinken. Die Tourist-Informationen vor Ort sind auf die Bedürfnisse der Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer eingestellt und können qualifizierte Auskunft geben zu den am besten geeigneten Wegen. Auch die sechs Traumschleifen im Nationalpark stehen Vierbeinern offen und verlaufen größtenteils auf schmalen, naturnahen Wegen, vorbei an idyllischen Wasserläufen und imposanten Felsformationen.

Neben dem Camp Canis – eine Art Crosslauf für Mensch und Tier, bei dem Hindernisse bewältigt und Herausforderungen gemeistert werden müssen – ist das Highlight hier ein gemeinsamer Besuch des Eiscafés von Marco Vazzola. Bei ihm gibt es tatsächlich Hundeeis: ohne Zucker, dafür mit Fleischgeschmack … lecker! Im Hunde-Freizeitpark „caniplace“ sowie im Hunde-Freibad kann anschließend nach Herzenslust gespielt und getobt werden.

Unterkünfte und Restaurants, bei denen man mit Hund willkommen ist, werden hier übersichtlich gelistet.

Bad Peterstal-Griesbach im Schwarzwald

Das Wandergebiet in und um Bad Peterstal-Griesbach ist bei Zwei- und Vierbeinern sehr beliebt: Das bestens ausgeschilderte und weitläufige Wegenetz führt durch ursprüngliche Natur; schattenspendende Waldwege sowie Touren an kühlen Gewässern sorgen für abwechslungsreiche Strecken für jede Spürnase. Neben zusätzlichen Services einiger Gastgeber (Hundenapf, Hundedecke, Hund erlaubt im Restaurant) finden sich öffentlich zugängliche Dog Stations an verschiedenen Stellen in der Gemeinde. Die schon erwähnten „Pack Out Bags" (Hundekotbeutelhalter) sind in der örtlichen Touristinfo erhältlich.

Im Natur- und Sporthotel „Die Zuflucht“ gibt es spezielle Hundezimmer mit einem schnellen Weg ins Freie. Hundedecke, Napf und Gassisackerl sind ebenfalls vorhanden und abends kann man seinen Liebling ins Panoramarestaurant mitnehmen. Weitere hundefreundliche Unterkünfte sind der Ehrenmättlehof, ein typisches Schwarzwaldhaus im Ortsteil Bad Griesbach, und das Hotel Garni Café Räpple.

Mehr zu den Regionen auf www.best-of-wandern.de

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von Solveig Michelsen

© Andrey Yurlov, Shutterstock Viel Zeit füreinander: Herrchen und Hund Viel Zeit füreinander: Herrchen und Hund
Tannheim: ein Tal für alle Fälle https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/tannheim-ein-tal-fuer-alle-faelle.html Solveig Michelsen 5753 20210805T091700 Im Jahr 2019 wurde das Tannheimer Tal zur schönsten Wanderregion Österreichs gewählt, von den Lesern des Wandermagazins. Und die müssen es wissen. Auf drei Ebenen finden hier Verdauungsspaziergänger, genüssliche Gipfelsammler und extreme Bergfexen ihr Wanderglück. Und das ist noch lange nicht alles, was das kleine Tiroler Tal zu bieten hat.

31 eigenständige Berggipfel und 31 bewirtschaftete Almen hat das Tannheimer Tal zu bieten. In Kombination ergibt das herrliche Bergtouren, die mal mit, mal ohne die Unterstützung einer der vier Seilbahnen genossen werden können. Dabei müssen es nicht immer die ganz Großen sein wie der anspruchsvolle Gimpel (2173 m), für den man schon etwas Kraxel-Erfahrung mitbringen sollte, oder die Kellenspitze (2238 m, manchmal auch Köllenspitze genannt), deren Gipfel alle anderen überragt. Auch das Wannenjoch (1907 m, zu dem die Allgäuer „Kühgundspitze“ sagen) oder die Große Schlicke (2059 m) geben lohnenswerte Ziele her, für die man zwar sicher auf den Beinen, aber noch kein ausgebildeter Bergsteiger sein muss. Ersteres ist von der Bergstation der Wannenjochbahn (in der Gästekarte inklusive!) in einer Stunde zu erreichen; von dort ist es nicht mehr weit zum beliebten Iseler (1876 m), zu dem eine Gratwanderung führt. Die Aussicht über das gesamte Tannheimer Tal ist vom Wannenjoch am besten, sagt man. Auch die Schlicke lässt sich in Sachen Aussicht nicht lumpen (hier geht der Blick in Richtung Neuschwanstein) und ist bequem als Halbtagestour zu unternehmen: In 1,5 Stunden geht es vom Füssener Jöchle (dorthin Bergbahn ab Grän) auf den schrofigen Gipfel. Direkt gegenüber reihen sich die Tannheimer Kletterziele auf: wuchtig, felsig und schroff.

Wer lieblichere Ziele bevorzugt, hält sich an die schmucken Seen. Von denen drei übereinander „gestapelte“ Seen schon wieder eine ordentliche Wanderung ausmachen – und zwar die schönste ganz Österreichs. Sagt ein weiteres Voting, das so Unrecht nicht haben kann. Genuss-Orientierte nehmen auch hier die Bahn am Neunerköpfle, um schlappe 300 panoramareiche Höhenmeter später am Gipfel des Schochen (2069 m) zu stehen. Die Landsberger Hütte bietet eine ansprechende Einkehrmöglichkeit, bevor es über Lache und Traualpsee zum Vilsalpsee geht. Der abermals mit einem Superlativ bedacht ist: Er gehört zu den schönsten Seen immerhin ganz Tirols. Für besondere Stimmungen und Einsamkeit sollte man in den frühen Morgenstunden an seinen Ufern stehen und staunen. Bestens zum Baden geeignet ist der Haldensee im Talgrund, an dessen Westufer sogar ein Freibad die Wasserfläche vergrößert und die Kinder mit einer Rutsche bespaßt (auch das in der Gästekarte inklusive). Im Winter verläuft einer der insgesamt 140 Langlauf-Loipen-Kilometer direkt über ihn hinweg.

Besinnliches

Neben 31 eigenständigen Berggipfeln und 31 bewirtschafteten Almen gibt es kurioserweise auch genau 31 Kirchen und Kapellen im Tiroler Hochtal. Darunter eine Besonderheit, die nur hier zu hören ist: das Löffler-Geläut der Tannheimer St.-Nikolaus-Kirche. Die Löffler-Glocke, die die meisten nur als Wetterglocke kennen, wird geläutet, wenn Unwetter drohen – ein alter Brauch, der angeblich darauf zurückzuführen ist, dass man sich durch das mächtige Läuten starke Druckwellen erhoffte, die das Unwetter verscheuchen sollten.

Wer Meditation, Kunst und Natur miteinander verbinden möchte, spaziert auf dem halbstündigen Vater-unser-Weg in Grän an acht Stationen vorbei, die zum Nachdenken und Sinnieren anregen sollen.

App-Tipp: Die Urlaubs-App „Tannheimer Tal“ enthält unzählige Sommer- wie Winteraktivitäten und informiert über Bergbahnen, Hütten, Webcams, Busfahrpläne und vieles mehr.

Unterkunftstipp: Ein Hotel für alle Fälle ist das Hotel Sonnenhof (****S) in Grän. Im einstigen Lifthäuschen, das sich zum rundherum ansprechenden Wellness- und Verwöhnhotel gemausert hat, fühlt man sich als Single ebenso wohl wie als Paar oder Familie. Eine warmherzige, persönliche Atmosphäre trifft auf eine außergewöhnliche Kulinarik und eine üppige Weinselektion. Für den Wellness-Bereich darf man ruhig auf ein paar Regentage hoffen …

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von Solveig Michelsen

Diese Reportage wurde unterstützt vom 4*S-Ferienhotel Sonnenhof.

© Simon Dannhauer, Shutterstock Vilsalpsee: ein Traum von einem Bergsee Vilsalpsee: ein Traum von einem Bergsee
Tasmanien: wild, magisch, einsam https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/tasmanien-wild-magisch-einsam.html Solveig Michelsen 5752 20210830T093000 Australiens südlichstes Bundesland ist eine Insel. Eine Insel mit wilden Dschungeln, weißen Sandstränden, steilen Klippen und echten Teufeln. Dass Tasmanien immer noch einsam statt überlaufen ist, liegt einzig an seiner Lage: Die meisten Urlauber sind mit dem australischen Festland ausreichend beschäftigt, als dass sie dem Paradies einen Besuch abstatten würden. Ein großes Glück für alle, die zu spät geboren sind.

500.000 Einwohner auf einer Fläche so groß wie Bayern, während über ein Drittel der tasmanischen Landfläche unter Naturschutz steht. Rund ein Fünftel der Insel zählt sogar zum Weltnaturerbe – allein diese Zahlen lassen erahnen, womit man es in Tasmanien zu tun hat. Ursprünglich als britische Strafgefangenen-Kolonie genutzt, wurde die Insel lange Zeit vernachlässigt. Was für ein Glück, stellt man heute fest. In den Wäldern wachsen die höchsten Laubbäume der Welt: die Riesen-Eukalypten (bis zu 100 Meter hoch) und die Stringybarks mit ihrer faserigen Rinde (bis zu 90 Meter). Und neben zahlreichen Känguru-Arten haben sich hier auch die Beuteltiere gehalten, allen voran der Tasmanische Teufel, dessen Ohren bei Aufregung knallrot werden.

Genug Gründe, den nächsten Australienurlaub um mindestens eine Woche zu verlängern und die ein bis zwei Flugstunden noch dranzuhängen. Fürs Programm hätten wir gleich ein paar Vorschläge:

Tag 1: Hauptstadt Hobart

Die Hauptstadt von Tasmanien gilt als kreativ, lässig und hip. Dazu passt das Museum of Old and New Art (MONA), das vom exzentrischen Gründer David Walsh als „subversives Disneyland für Erwachsene“ bezeichnet wird. Im historischen Stadtviertel Battery Point entdeckt man Prachtbauten und eine preisgekrönte Whisky-Brennerei. Über Nacht im Storytelling-Hotel MACq 01 lernt man viel über Tasmanien und seine Geschichte anhand 114 verschiedener Persönlichkeiten – einer jeden ist ein anderes Zimmer gewidmet.

Tag 2: Die Insel vor der Insel

Einer der Hauptgründe für einen Besuch Tasmaniens sind Flora und Fauna. Vor allem Wombats und Wallabies, die in freier Wildbahn herumtollen, lassen sich am besten auf der unbewohnten Insel Maria Island vor der Ostküste (50 Minuten mit der Fähre) beobachten. Für die Flora empfiehlt sich der Tasmanian Bushland Garden, ein kleiner botanischer Garten, der sich auf einheimische tasmanische Pflanzen spezialisiert hat.

Tag 3: Wineglass Bay von oben

Der Freycinet National Park begeistert durch seine Granitfelsen, die durch Mineralien leicht rosa gefärbt sind. Weltbekannt ist er vor allem für die Wineglass Bay, eine glasähnlich geschwungene Bucht mit feinstem weißen Sand. Sie ist nur zu Fuß oder per Boot erreichbar. Besonders lohnend ist der Aufstieg zum Wineglass Bay Lookout (1,5 bis 2 Stunden).

Tag 4: Im Wasser mit Pinguinen

Das türkisblaue Wasser zieht unwiderstehlich an. Warum also nicht ins Kajak steigen und ein wenig paddeln? Spätestens wenn Pinguine an einem vorbeiflitzen oder Seeadler über einem kreisen, wähnt man sich am exotischsten Ende der Welt. Womit man ja nicht ganz falsch liegt. Weinliebhaber werden auf dem anschließenden Weg nach Launceston an dem ein oder anderen Weingut hängen bleiben – die knackige Frische und die Zitrusnote machen sie zum spannendsten, was Australien in Sachen Vino zu bieten hat. Authentische Küche gibt’s im Stillwater Seven, einer umgebauten Getreidemühle aus den 1830er-Jahren.

Tag 5: Auf ins Gebirge

Der Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark im tasmanischen Hochland verspricht zahlreiche Bergseen, Wasserfälle, Schluchten, Gebirgsketten und auch den höchsten Gipfel Tasmaniens, den 1.617 Meter hohen Mount Ossa. Das Highlight aller Wanderwege ist der etwa 65 Kilometer lange Overland Track, auf dem es in sechs Tagen einmal quer durch den Nationalpark geht. Für eine Kostprobe einfach ein Teilstück des Weges erwandern.

Tag 6: Canyoning für Mutige

Cradle Mountain bietet neben Felsen und Schluchten auch zahlreiche Wasserläufe, denen man mal springend, mal rutschend, mal abseilend folgen kann. Wer Lust auf einen Adrenalinkick hat und buchstäblich eintauchen möchte in die Natur, findet hier etliche Canyons zur Auswahl.

Tag 7: Chillen oder was?

Wer am siebten Tag in Tasmanien immer noch keine Idee hat, was man machen könnte, dem ist nicht zu helfen … Wie wär's mit: Sich einen schönen Platz aussuchen und lange genug dort verweilen, um ihn ganz aufzusaugen? Oder doch lieber noch ein Glas Wein (oder zwei) verkosten, etwa im Tamar Valley, dem wichtigsten Weinanbaugebiet Tasmaniens? Von den guten Tropfen kann man wenigstens eine Erinnerung mit nach Hause nehmen und sich so den Geschmack Tasmaniens etwas länger konservieren.

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von Solveig Michelsen

© Jason Charles Hill Die Wineglass Bay von oben Die Wineglass Bay von oben
Deutschland: Tauchen vor der Haustüre https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/deutschland-tauchen-vor-der-haustuere.html Solveig Michelsen 5751 20210819T100000 Fernreisen sind erst einmal – tja – wortwörtlich in weite Ferne gerückt. Für Taucher, die exotische und warme Gewässer gewohnt sind, ist das besonders schmerzlich. Doch wer sagt, dass es nicht auch vor der Haustüre Spannendes zu entdecken gibt? Deutschland bietet eine ganze Reihe schöner Tauchreviere – samt zugehöriger Ausbildung. Bei einem Schnuppertauchen kommen Wasserratten schnell auf den Geschmack ...

Walchensee: Autowracks und Goldschatz

Tief, kalt und dunkel ist er, der Walchensee, der mit seinen 190 Metern zweittiefster See in Deutschland ist – nach dem viel größeren Bodensee. Berühmt-berüchtigt ist er für seine gefährlichen Steilwände, aber auch für einige Auto- und Flugzeugwracks. Ein alter Ford ist – je nach Wasserstand – in 34 bis 38 Meter Tiefe zu finden. Taucher sollten deshalb viel Erfahrung mitbringen, am besten einen Spezialkurs Tieftauchen belegt haben. Dann lässt es sich auch einfacher nach dem sagenumwobenen Goldschatz suchen, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hier versenkt worden sein soll.

Tauchgänge organisiert zum Beispiel Tauchsport Gläßer in München oder Rabe Diver in Scharnitz.

Bodensee: auch für Anfänger

Eine große Auswahl an guten Tauchplätzen bietet der drittgrößte Binnensee Mitteleuropas, der Bodensee. Auch er ist tief (250 Meter) und kalt (10 Grad in bereits geringen Tiefen), hat aber auch einige Spots für Anfänger parat. Leichte Sandhalden, Wracks oder sogar Unterwasserparcours findet man hier, aber auch Steilwände und Höhlen, in die hineingetaucht werden kann (allerdings nur für Fortgeschrittene).

Beliebte Tauchschulen am Bodensee sind Pro Marine und Dreams of Diving.

Echinger Weiher: mit Alien und Skelett

Die unscheinbarsten Gewässer halten oft Überraschungen bereit. 1965 während des Autobahnbaus entstanden, ist der acht Meter tiefe Baggersee nördlich von München zu einem beliebten Tauchrevier mutiert. Das liegt nicht nur an dem Alien und dem Skelett, die es unter der Oberfläche zu entdecken gibt, sondern auch an dem klaren Wasser: An seinen tiefsten Stellen steigt Grundwasser empor, das natürlich auch für dementsprechend frische Temperaturen sorgt.

ABC Divers in Eching organisiert Ausbildungen und Tauchgänge.

Steinbruch Riesenstein: Bergbau unter Wasser

Das ideale Übungsrevier ist der Steinbruch Riesenstein in Meissen bei Dresden. 18 Meter tief, mit Sichtweiten von zwei bis neun Metern, geht es in einen alten Steinbruch hinab, wo Gegenstände aus der Bergbauzeit erkundet werden können: ein alte Lore zum Beispiel oder Schienen. Schwebende, künstlich angelegte Riffe dienen als perfekter Wohn- und Rückzugsort für zahlreiche Fische, Schwämme, Moostierchen, Muscheln und Süßwasserpolypen. Außerdem begegnen einem hier Barsche, Störe, Hechte, Aale, Welse und Krebse.

Angebote über die Tauchbasis Riesenstein oder die TauchSchule Abyss. Auch Bungalows und Zeltmöglichkeiten gibt es in unmittelbarer Nähe.

Kreidesee Hemmoor: geflutete Häuser und ehemaliger Tagebau

Einer der beliebtesten Tauchreviere im Norden ist der Kreidesee Hemmoor, ca. 80 Kilometer nordwestlich von Hamburg. Mitte der 1980er-Jahre wurde hier eine Zementfabrik geflutet, die heute Heimat für Süßwasserfische und Algen ist – und Tauchern spannende Erlebnisse beschert: mobile Förderbänder, eine LKW-Rampe und geflutete Häuser.

In Hamburg gibt es etliche Tauchschulen, die den Kreidesee im Programm haben, u.a. Tauchen-Hamburg oder Action Sport 7Oceans.

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© Ingo L, Shutterstock Entdeckung im Kreidesee Hemmoor … Entdeckung im Kreidesee Hemmoor …
Individuell geführte Stadterkundung: Münchens Ost-West-Passage https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/individuell-gefuehrte-stadterkundung-muenchens-ost-west-passage.html Solveig Michelsen 5750 20210812T075100 Seit kurzem machen wir vieles anders. Warum nicht auch Stadterkundungen? Statt angestrengt den wichtigsten Sehenswürdigkeiten nachzujagen und Museen abzuklappern, lässt sich eine Stadt auch von außen wunderbar erforschen. Zu Fuß, individuell geführt. Zum Beispiel die „nördlichste Stadt Italiens“ – München.

Wenn Einheimische die schönsten Orte in München zu einem Spaziergang kombinieren würden, käme so etwas wie die Ost-West-Passage heraus. Was das ist? Ein 13 Kilometer langer Spaziergang durchs Zentrum, der etliche Highlights miteinander verbindet. Ob der Name marketingtauglich von München Tourismus vergeben worden ist oder schon länger unter den München-Touristen kursiert, sei dahingestellt. Seine Etappen können sich jedenfalls sehen lassen.

Am einfachsten ist es, die komoot-App zur Hand zu haben, in der gezielt nach einer Variante der Ost-West-Passage gesucht werden kann. Von ihr wird man dann Schritt für Schritt von Platz zu Park, von Highlight zu Highlight geleitet. Aber auch mit einem herkömmlichen Stadtplan (online oder analog) lässt sich die Tour mit den folgenden Zielen nachschlendern:

Gestartet wird am herrschaftlichen Prinzregententheater am gleichnamigen Platz (U4). Wer kann, sollte einen Blick auf den floralen Gartensaal mit seinem opulenten Deckengemälde werfen. Die (leider sehr verkehrsreiche) Prinzregentenstraße führt vorbei an Prachtbauten des 18. Jahrhunderts bis zur Villa Stuck – ein Stopp lohnt auch ohne Museumsbesuch für einen Kaffee im Künstler-Garten. Nicht weit entfernt davon reckt sich der goldene Friedensengel 38 Meter in die Höhe und markiert das Isarhochufer – ein wunderbarer Platz für die Abendstimmung.

Die parkähnlichen Anlagen darunter (auch das Graffiti in der Unterführung ist nicht zu verachten) leiten weiter nach Westen, vorbei an palastartigen Jugendstilvillen. Klotzen statt kleckern! Bald ist der Englische Garten erreicht – nach dem Central Park in New York die zweitgrößte Gartenanlage der Welt. Das erste Highlight ist gleich von der Straße aus zu sehen: Auf einer stehenden Welle des Eisbachs (nomen est omen!) surfen Unermüdliche beinahe zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Nun wird es doch „touristisch“: Der Chinesische Turm darf bei einem Münchner Stadtspaziergang nicht fehlen. Mit etwas Glück spielt gerade eine Musikkapelle, während der Biergarten zu einer weiteren Rast einlädt. Dazu gibt es gleich eine weitere Gelegenheit: Beim Verlassen des Englischen Gartens kommt man am In-Treffpunkt „Milchhäusl“ vorbei. Zuvor sollte man aber noch dem Monopteros einen Besuch abgestattet haben, dem Rundtempel mit schönem Überblick über den Park und die angrenzende Stadt.

Nun passiert man die Universität und gelangt in die Amalienstraße, Teil der studentisch geprägten Maxvorstadt mit ihren Cafés und Kneipen. Das Museum Brandhorst mit seinen farbigen Keramikstäbchen ist auch von außen eine Augenweide; Kunstinteressierte können gleich mal eine längere Pause einplanen: 18 Museen befinden sich hier in unmittelbarer Nähe, darunter die Pinakotheken, das Lenbachhaus mit der weltgrößten Sammlung des Blauen Reiters sowie die Glyptothek am klassizistischen Königsplatz.

Für die Fortsetzung im Kreativquartier wird ein bisschen geschummelt: Am Stiglmaierplatz steigt man in die Tram (20/21) und fährt drei Stationen weit (Haltestelle: Leonrodplatz). Alte Industriebauten, buntes Graffiti und wilde Gärten bilden einen angenehmen Kontrast zum prunkvollen Osten Münchens. Etliche Künstler veranstalten hier Ausstellungen, Konzerte und Workshops. Der nächste und letzte Stopp ist dann wieder hochherrschaftlich: Das Nymphenburger Schloss wird vor allem für einen Spaziergang im weitläufigen Park besucht. Im Palmenhaus gibt es noch einen tropischen Abschlusscafé.

Hintergrundinfos zu den Etappen des München-Spaziergangs gibt es hier.

Die Ost-West-Passage ist sogar als 3-tägiges Luxus-Package zu buchen – zwei Übernachtungen im Fünf-Sterne-Hotel, kostenloser Fahrradverleih, Picknickdecke und München Card inklusive öffentlichem Nahverkehr ab 315 Euro pro Person. Infos zur Stadtwanderung als print@home sind selbstverständlich auch dabei.

Passend dazu: 52 Eskapaden in und um München

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© AllesSuper, Shutterstock Auch durch den Englischen Garten führt Münchens Ost-West-Passage. Auch durch den Englischen Garten führt Münchens Ost-West-Passage.
Tauernradweg: alpines Panorama und fast immer bergab https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/tauernradweg-alpines-panorama-und-fast-immer-bergab.html Solveig Michelsen 5748 20210803T094500 Landschaft mit Gänsehaut-Faktor, hervorragende Infrastruktur und so viele Highlights entlang des Wegs, dass man die Etappen tunlichst kurz halten sollte – obendrein ist er auch noch „billig“ zu haben: der 320 km lange Tauernradweg von Krimml bis Passau. Denn er führt so gut wie immer bergab und ist deshalb für Fahrradfahrer jeder Couleur geeignet.

Normalerweise muss man sich als Radfahrer die alpine Kulisse teuer erkaufen: mit mühsam erstrampelten Höhenmetern. Der Tauernradweg gibt sich in dieser Beziehung äußerst gnädig. Zwischen dem Start an Österreichs höchsten Wasserfällen in Krimml und dem Endpunkt in Passau liegen rund 700 Höhenmeter – bergab wohlgemerkt. Dazwischen geht es einem wie dem Helden im Märchen: Das Ziel ist eigentlich klar, aber entlang des Wegs verführen Schluchten und Klammen, Bäche und Badeseen, Festungen und Burgruinen, Eishöhlen, Dörfer und die pittoreske Stadt Salzburg zu Abstechern links und rechts des Wegs. Von schmucken Bauernhäusern, Hofläden und genüsslichen Einkehrstopps ganz zu schweigen. Bei so vielen Eindrücken ist man geneigt zu verweilen, weiterzuforschen oder den Plan mit der Radtour nochmal zu überdenken. Genießer alpiner Panoramen sollten aber wenigstens bei den ersten Etappen von Krimml bis Salzburg (165 Kilometer) dran bleiben. Wir erzählen, warum.

Der Tauernradweg beginnt mit einem Wumms. Und zwar einem sehr stattlichen. Am Startpunkt in Krimml donnern durchschnittlich 5.500 Liter Wasser aus einer Höhe von 385 Metern bergab – pro Sekunde. Die dreistufigen Krimmler Wasserfälle sind damit die wasserreichsten in ganz Europa, und ein charmanter Wanderweg mit zahlreichen Aussichtskanzeln lässt die Radtour als Wanderung beginnen. Doch die paar Stunden müssen sein. Selten wird man so eindrucksvoll an Naturgewalten herangeführt.

Die erste Etappe danach gestaltet sich völlig mühelos. Auf fest gekiesten Waldwegen fliegt man dem Talboden entgegen und ist mehr mit Bremsen als mit Pedalieren beschäftigt. Die Hohen Tauern, Namensgeber des Radwegs und größter Nationalpark der Alpen, bilden die Kulisse zu unserer Rechten, während das sanft gewellte Salzachtal einen lieblichen Gegensatz dazu formt. Zusammen mit der schmalspurigen Pinzgauer Lokalbahn bekommt man leicht den Eindruck, in ein Spielzeugmodell eines Eisenbahnfreunds hineingeraten zu sein. Nur die manchmal recht dominanten Strommasten erinnern daran, dass man die Realität nicht verlassen hat.

Da die höchsten Gipfel Österreichs für Radfahrer nur schlecht zu erreichen sind, lohnt ein längerer Stopp in Mittersill. Dort entführen die Nationalparkwelten in die Hochgebirgslandschaft und geben einem fast das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein. Sogar Gletschereis zum Anfassen gibt es, ein Modell des ulkigen Alpenstrudelwurms, einen Murmeltier-Bau zum Hineinkrabbeln und die Auffaltung der Alpen in 3D und – natürlich – Zeitraffer. Wer lieber auf dem Bike herumspielt, vergnügt sich unweit davon im öffentlichen Pump'n'Skills Park mit spaßigen Parcours und Geschicklichkeitsrouten.

Bis Zell am See sind die üppig grünen Wiesen im Talboden vorherrschend; schmucke Bauernhäuser und einladende Gasthöfe reihen sich entlang des Wegs, der immer gut zu befahren und außerdem so gut ausgeschildert ist, dass ein GPS überflüssig ist. Nur um die vielen Abstecher beiderseits der Route lokalisieren zu können, lohnt eine Radkarte (mit tollen Tipps: bikeline, Verlag Esterbauer).

Der traumhaft in die Bilderbuchlandschaft eingebettete Ort Zell am See gibt sich ländlich bis mondän und zieht Touristen von weit her an. Beim plötzlichen Sprung von dörflich zu kosmopolitisch reibt sich manch einer verwundert die Augen, aber die prächtige Bergkulisse erklärt die ungebrochene Anziehungskraft dieses kleinen Bade- und Skiortes. Das beste Panorama bekommt man übrigens von der Mitte des Sees; einige Bootsverleihe sind dafür dienlich. Wer sich einen Ruhetag leisten kann, sollte ruhig auch noch nördlich des Sees auf Erkundungsfahrt gehen.

Weiter Richtung Osten beginnt der Charakter des Tals sich zu verändern: Es wird schmäler und unzugänglicher. Ein Ausweichmanöver in die südlichen Hänge – die ausgeprägteste Steigung bis Salzburg – beschert einem ein weiteres Panorama über alle Vegetationszonen hinweg: von lieblich begrünt über dunkel bewaldet bis felsig und verschneit. Auch einige Klammen hat das stark eingeschnittene Tal zu bieten. Die Kitzlochklamm wartet mit drei Klettersteigen unterschiedlicher Schwierigkeit (B/C bis E/F; Sets vor Ort ausleihbar) auf; wenig später lockt die Liechtensteinklamm, die selbstbewusst behauptet, die beeindruckendste der gesamten Ostalpen zu sein. Danach öffnet sich das Tal wieder, beschreibt eine Linkskurve und gibt den Blick auf neue Gebirge frei. Vor allem der mächtige Tennengebirgsstock zieht einen in seinen Bann, während die Radwege – asphaltiert oder hart gekiest – zum Glück wenig Aufmerksamkeit fordern. Die Route, die auch hier wieder weite Strecken direkt an der Salzach zurücklegt, wird lieblicher, zum Teil sogar parkähnlich. Und immer wieder: liebevoll gestaltet Raststationen, die einem das Weiterfahren gehörig erschweren.

Zwei berühmte Highlights passiert der Tauernradweg nun, für die durchaus etwas Zeit eingeplant werden sollte. Das eine ist die Eisriesenwelt Werfen – das größte Eishöhlen-System weltweit –, die im Rahmen einer Führung begangen werden kann, das andere die imposante Festung Hohenwerfen. Nicht nur die Burganlage samt ihrem sagenhaften Bergpanorama lohnt das Eintrittsgeld; auch die Greifvogel-Flugvorführungen (zweimal täglich) sind inklusive und etwas, was man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt: Bis zu 300 km/h schnell ist der Wanderfalke im Sturzflug.

Ab hier nimmt die Zahl der Orte zu, die eine Sehenswürdigkeit für sich sind oder zumindest zu einem Kaffee auf einem gemütlichen Platz einladen. Golling, Kuchl und Hallein entlohnen für die Fahrt auf der Bundesstraße über den Pass Lueg, zu der es leider keine Rad-Alternative gibt. Der Gollinger Wasserfall wird (gegen Eintritt) auch als Freibad genutzt; kurz danach lassen sich ein paar Extra-Kilometer ins romantische Bluntautal fahren. Als Krönung der alpinen Etappen trifft man am Ende in der Kulturstadt Salzburg ein – ein großer Kontrast zur Urgewalt der Alpen, von der man zu Anfang des Radwegs eine Kostprobe bekommen hat. Gerade diese Kombination aus Natur und Kultur, aus Sehenswertem und Einfachem macht den Radweg so spannend und vielfältig. Würde man alle Highlights links und rechts der Route erkunden wollen, so bräuchte man vermutliche etliche Wochen.

Auf einen Blick:

Pro:

  • kaum Straßenberührung und wenig Verkehr
  • bestens beschildert, auch bei zeitweisen Umleitungen
  • größtmögliche Vielfalt bei hoher Sehenswürdigkeiten-Dichte

Contra:

  • Die Strommasten und -leitungen trüben die Optik im Pinzgau ein wenig, was selbstverständlich ein Radfahrer-Luxus-Problem ist.

An-/Abreise: Ab Salzburg mit der ÖBB bis Zell am See. Zwischen Zell am See und Krimml verkehrt die Pinzgauer Lokalbahn, die ebenfalls Räder mitnimmt. Wer fit genug ist, kann von Salzburg die Tauernweg-Variante zurück nach Zell am See mit dem Rad zurücklegen: 95 km durch das Saalachtal, allerdings hier nun bergan.

Sehenswürdigkeiten: Alle beschriebenen Sehenswürdigkeiten (außer der Eisriesenwelt und dem Gollinger Wasserfall) und rund 175 weitere sind in der Salzburger Land Card enthalten.

Passend dazu: DuMont Bildatlas Salzburger Land

noch mehr österreichische Radwege auf bike.austria.info

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von Solveig Michelsen

© SalzburgerLand Tourismus Unterwegs auf dem Tauernradweg mit der Festung Hohenwerfen im Rücken Unterwegs auf dem Tauernradweg mit der Festung Hohenwerfen im Rücken
Nachhaltiges Urlaubskonzept: Trendsetter Werfenweng https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/nachhaltiges-urlaubskonzept-trendsetter-werfenweng.html Solveig Michelsen 5747 20210715T114500 In den letzten Jahren hat sich das Nachhaltigkeits-Vokabular verdächtig verdichtet. Bio, öko, regional und fair und natürlich nachhaltig, außerdem bewusst und achtsam – einst schwergewichtige Versprechen sind zu Reizworten degradiert, die trotzdem jede Destination im Repertoire haben muss, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Dabei hat es nachhaltige Urlaubskonzepte schon lange vor dem Trend gegeben – Vorreiter Werfenweng sei als Beispiel genannt.

Kennen Sie die Umfragewerte zum nachhaltigen Reisen? Die überwiegende Mehrheit der Deutschen befürwortet einen umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Reisestil – hält sich aber selbst nicht dran. Ein langjähriger Öko-Hotel-Betreiber antwortete auf die Frage, was den Unterschied zwischen den damaligen und den heutigen Gästen ausmache: „Die heutigen Gäste wollen zu 100% bio und regional essen und legen viel Wert auf Umweltschutz, reisen aber mit Autos an, die drei Mal so viel Sprit verbrauchen als nötig.“

So schonend mit den Ressourcen umgehen, dass sie auch den Nachkommen noch erhalten bleiben – das besagt die Definition von Nachhaltigkeit. Und mit Ressourcen kann vieles gemeint sein: Der Wald, die saubere Luft oder die nicht von Menschen umgestaltete Natur. Alles Dinge, die wir als Reisende besonders schätzen. Vielleicht auch, weil sie daheim nicht mehr ganz so intakt sind. Kurzum – Orte, die einst vom Tourismus links liegen gelassen wurden, weil sie zu wenig Action boten, liegen heute voll im Trend und machen aus der einstmaligen Not eine Tugend. „Kommen Sie zu uns, wir haben nichts.“ lautete der ironische Slogan des Osttiroler Villgratentals zum Beispiel, das sich heute als Bergsteigerdorf einer wenig berührten Natur erfreuen kann.

Auch andere Destinationen haben schon früh auf Nachhaltigkeit gesetzt – bevor es zum Marketing-Repertoire gehörte und schick war. Im Salzburger Land ist die Gemeinde Werfenweng dafür ein leuchtendes Beispiel. Bereits 1994 entwickelte sie ein Mobilitätskonzept, das seither oft kopiert und in Teilen nachgeahmt wurde. SAMO nennt es sich – sanfte Mobilität – und animiert Besucher dazu, ihr Auto im Urlaub stehen zu lassen oder gleich öffentlich anzureisen. Was man dafür bekommt? Eine ganze Menge. In Werfenweng hat man die Auswahl zwischen einer Flotte an Spaßfahrzeugen (dazu gleich noch mehr), E-Bikes, einem Wander- und Fahrradtaxi und Elektroautos. Busfahrten zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten werden ebenfalls organisiert, d.h. die Eisriesenwelt (das weltgrößte Eishöhlen-System) und die Festung Hohenwerfen (samt beeindruckender Greifvogel-Flugshow) sind ebenfalls ohne Auto zu erreichen. Neu seit dieser Saison sind die SVV-Tickets, die gratis Bus- und Bahnfahrten im gesamten Salzburger Land ermöglichen. Die Kosten für eine solche SAMO-Karte: 10 Euro pro Aufenthalt. Und die Nächtigung muss in einem SAMO-Betrieb erfolgen, worunter allerdings rund zwei Drittel aller Unterkünfte in Werfenweng fallen.

Eine solche Mobilität eröffnet neue Möglichkeiten, die mit einem Auto nur umständlich oder gar nicht zu verwirklichen sind. Da wären zum einen Überschreitungen oder Streckenwanderungen, zu denen das mächtige Tennengebirge einlädt, an dessen Fuß sich Werfenweng angesiedelt hat. Ein Chauffeur – der „E-LOIS“ – steuert alle Ziele innerhalb des Ortes an und ist deshalb auch nach langen auswärtigen Abenden interessant, wenn man wieder zurück ins Hotel möchte. Die sehr beliebten E-Bikes erweitern den Ausflugsradius enorm und ersparen einem das Mitnehmen eigener Räder. Für größere Ausflüge, etwa nach Salzburg, bringt einen das W3-Shuttle zum Bahnhof.

Die Spaßmobile dienen mehr dem Vergnügen als der Mobilität und sind aufgrund ihrer Beliebtheit auch nur jeweils 30 Minuten zu haben. Aber selbst damit kann man sich den eine Weile verlustieren und zwischen Velo-Taxi, Twizy, Golfcar, Segway, Jetflyer und einem Gaudirad, auf dem sieben Personen Platz finden, abwechseln.

Dabei – wenn man ganz ehrlich ist – bräuchte es nichts davon. In Werfenweng ist so ziemlich alles fußläufig erreichbar, und das Freizeitangebot, das einem die Natur in nächster Nähe macht, ist so überzeugend, dass man ohne Probleme ein paar Wochen am gleichen Fleck verbringen kann. Im Rücken das mächtige Tennengebirge, der Blick über das Tal auf den imposanten Hochkönig gerichtet, daneben noch das Hagengebirge – es gibt nur wenige Bergdörfer mit einem solch umfassenden und umwerfenden Bergpanorama. Für sanfte Betätigungen gibt es den Spazierhimmel: eine rund 6 km lange Spazierstrecke mit mehreren Stationen, zum Beispiel einem offiziellen Lagerfeuerplatz – der Hit für Familien. Kinder sind auch im Freizeitpark Wengsee (mit Rutsche und Sprungturm, freier Eintritt mit SAMO-Card) gut aufgehoben. Die Dr.-Heinrich-Hackl-Hütte ist mit 550 Hm in knapp 1,5 Stunden auch für weniger Geübte ein Highlight und Gleitschirmfreunde finden mit der Bischlinghöhe sowieso ihren Himmel. Schlechtwetteralternativen sind das Landes-Skimuseum oder das Freiluftmuseum 7 Mühlen in Pfarrwerfen.

Da kann man nur sagen: Alles richtig gemacht. Oder auch: Glück gehabt. Denn eine solche Umgebung hat man – oder eben nicht. Möge der Ort seine Natürlichkeit behalten und auch in Zukunft nicht auf neumodische Alpen-Kitsch-Ideen verfallen, wie sie allerorten aus dem Boden sprießen ...

Übernachtungstipp: Das ****S-Hotel Travel Charme Bergresort Werfenweng fügt sich mit seiner Holzverkleidung angenehm in die Landschaft ein und widersteht damit jedem Hang zum Protz. Den schönen Zimmern stiehlt die Berg-Aussicht die Show, die auch ein Schwimmen im Pool zum besonderen Erlebnis machen. Besonders sympathisch sind die langen Öffnungszeiten des Wellnessbereichs. So kann man noch vor dem Frühstück oder auch nach dem Abendessen noch seine Runden drehen – mit etwas Glück ganz ungestört.

Reiselektüre:

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von Solveig Michelsen

Diese Reportage wurde zum Teil unterstützt vom Travel Charme Bergresort Werfenweng.

© Geert Van Keymolen, Shutterstock Ein Talschluss wie aus dem Bilderbuch: Werfenweng vor der Kulisse des Tennengebirges Ein Talschluss wie aus dem Bilderbuch: Werfenweng vor der Kulisse des Tennengebirges
South West Coast Path: Cornwall für Anfänger und Fortgeschrittene https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/south-west-coast-path-cornwall-fuer-anfaenger-und-fortgeschrittene.html Solveig Michelsen 5746 20210701T105900 Steilklippen und Delfine, schäumendes Meer und üppige Vegetation, zerklüftete Küste und bunte Städtchen – der längste Fernwanderweg Großbritanniens hat für alle Geschmäcker etwas im Portfolio. Ein Großteil verläuft durch Cornwall, Englands hübscheste Grafschaft, und überrascht mit Sandstränden und Burgruinen.

Die vollen 630 Meilen (1014 Kilometer) wird sich kaum ein Wanderer am Stück vornehmen. Und auch die Höhenmeter haben es in sich: Die vielen Auf und Abs, die die Flussmündungen an der Küste kreiert haben, summieren sich zu stolzen vier Everest-Aufstiegen! Wer also die Qual der Wahl hat, entscheidet sich lieber für einen einzelnen Abschnitt, der möglichst viele der Rosinen in sich vereint. Die äußerste Spitze Cornwalls gilt dabei als Favorit: Kilometerlange Sandstrände wechseln sich mit rauen Felsküsten ab und Sehenswürdigkeiten gibt es am laufenden Band.

Der Weg verläuft aus historischen Gründen unmittelbar am Abbruch der Steilküste entlang – hervorragende Aussichten sind also garantiert. Angelegt wurde er nämlich ursprünglich als Anti-Schmuggler-Pfad. Die Küstenwache patrouillierte damals auf ihm zwischen den einzelnen Leuchttürmen, und jede Bucht musste gut eingesehen werden können. Darüber freuen sich heute zahlreiche Wanderer. Unmittelbare Meeresnähe bedeutet nebenbei auch, dass man sich nur schwer verlaufen kann …

Von Newquay zum Lizard's Point in 10 Tagen

Einer der reizvollsten Abschnitte um die Halbinsel Cornwalls vereint landschaftliche Schönheit mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten: einladende Sandstrände, dramatische Felsküste, ehemalige Bergbaureviere (UNESCO-Welterbe) und die Granitküste rund um Land’s End, dem westlichsten Punkt Englands. Dann gibt es da noch den Künstlerort St Ives, das in den Felsen geschlagene Minack Theatre und die Gezeiteninsel St. Michael’s Mount – ein Pendant zum weltberühmten Mont Saint-Michel.

Startpunkt ist Newquay, „The Surfing Capital of Britain“. Es folgen einige der längsten Strände von Cornwall, die sich mit steilen Klippen und Dünen abwechseln. Ab St. Ives, dem Übergang zur Penwith-Halbinsel, wird es ruhiger, grüner und schroffer. Die Geräusche von Wind und Wellen nehmen immer mehr Raum ein. Ihren Höhepunkt erreichen die Naturgewalten am westlichen Punkt des Festlands: dem aus diesem Grund gut besuchten Land's End. Nicht mehr weit ist es bis zum Minack Theatre, einem einzigartigen Felsen-Freiluft-Theater. Unmittelbar daneben: einer der schönsten Strände Cornwalls, dem Porthcurno Beach. Man merkt, dass man auf der Südküste angelangt ist: Das Klima wird milder, die Vegetation üppiger.

Die vorletzte Etappe von Marazion nach Porthleven (18 km) beginnt mit einem beeindruckenden Blick auf die Mounts Bay und den St. Michael's Mount. Auch hier finden sich wieder zahlreiche Zeugnisse des ehemaligen Bergbaus; Sandstrände und zerklüftete Klippen sind ständige Begleiter.

Wer noch Puste hat, wandert ca. 21 Kilometer weiter zum südlichsten Punkt Englands, dem Lizard Point. Dieser ist weit weniger touristisch als Land's End, aber mindestens ebenso beeindruckend. Der Weg dorthin führt vorbei an smaragdgrün schimmernden Felsen und entlang senkrechter Klippen mit weit schweifender Aussicht – ein würdiger Abschluss.

Wer bei der Etappeneinteilung flexibel bleiben möchte, nimmt sich ein Zelt (und Zubehör) mit. Gute Hilfe bei der Planung liefern die folgenden Seiten:

Bewegende Erzählung von einem Pärchen, das alles verloren hat und den gesamten South West Coast Path zusammen gewandert ist: Raynor Winn: „Der Salzpfad“

Und Raynor Winns Fortsetzung des Bestsellers: „Wilde Stille“

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© ChrisNoe, Shutterstock Unterwegs am South West Coast Path Unterwegs am South West Coast Path
Die schönsten Seen und Flüsse zum Paddeln https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-schoensten-seen-und-fluesse-zum-paddeln.html Solveig Michelsen 5745 20210525T113200 Innehalten und ruhig durchs stille Wasser gleiten. Ganz andere Geräusche als sonst wahrnehmen: sanftes Plätschern, Wasservögel, spielende Biber und allerlei Überraschungen. Zuweilen auch schnellere Strömung, die konzentriertes Fahren erfordert. Hinter sich die Alpenkulisse. Es gibt kaum schönere Auszeiten als die auf dem Wasser. Wir hätten da ein paar Vorschläge ...

Eibsee: am Fuß der Zugspitze

Türkisblaues Wasser in Kombination mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze – das hat dem Eibsee das Etikett „most instagrammable“ eingebracht. Es ist also immer eine Menge los – wie gut, wenn man dann aufs Wasser fliehen und sich von dort aus eine eigene romantische Bucht suchen kann. Und von diesen gibt es zum Glück viele. Kaltduscher sollten unbedingt ihre Badesachen einpacken: Die Wassertemperatur erreicht selbst im Sommer nur selten 20°C. Ein richtiger Bergsee eben.

Wer kein Boot oder SUP sein eigen nennen kann, leiht sich vor Ort ein Tretboot aus.

Chiemsee: das bayerische Meer

Lustigerweise erfreut sich das größte Gewässer Oberbayerns auch der höchsten Wassertemperatur. Doch es gibt weit mehr Gründe für eine Paddeltour auf dem Chiemsee. Auf der Herreninsel lockt König Ludwigs II. Prachtbau Herrenchiemsee, auf der Fraueninsel befindet sich Europas kleinste Künstlerkolonie – neben dem ältesten Nonnenkloster Deutschlands. Aber all diese Superlative lassen den Wasserwanderer in der Regel unberührt: Das äußerst schmucke Bergpanorama lässt sich von allen Stellen am See aus gut bewundern.

Tretboote, Elektroboote, SUPs und Kajaks lassen sich vor Ort mieten.

Sylvensteinsee: ein Hauch Kanada

Den Sylvensteinsee, einen Stausee, gibt es erst seit Ende der 1950er-Jahre, u.a. um das Isartal vor Hochwassern zu schützen. Dafür musste sogar die Ortschaft Fall weichen. Trotzdem fügt sich das Wasser so natürlich in die Landschaft, als gehörte es genau dorthin. Dunkle Wälder rings um die meist spiegelglatte Wasserfläche lassen Kanada-Feeling aufkommen. Ein paar Touristen schauen sich die Bilderbuchlandschaft von der spektakulären Brücke aus an, die den See in etwa mittig überquert. Sonst ist (noch) nicht viel los hier.

SUPs und Kajaks gibt es im Outdoorhotel Jäger von Fall zu mieten.

Plansee: Tiroler Karibik

Ein weiteres Kleinod ist der türkisblau schimmernde, fjordartige Plansee, der auf knapp 1000 Meter Höhe liegt. Eingezwängt zwischen Lechtaler Alpen, Wettersteingebirge und Mieminger Kette bietet er Bergkulisse satt. Während am Nordufer eine bei Motorradfahrern beliebte Straße vorbeiführt, ist das Südufer den Wanderern vorbehalten. Ein 300 Meter langer (befahrbarer) Kanal verbindet ihn außerdem mit dem kleineren Heiterwanger See.

Tret- und Ruderboote können ausgeliehen werden.

Kochelsee und Loisach: ideale Fluss-See-Kombi

Ab Eschenlohe wird die sportliche Loisach etwas ruhiger. Eiskalt und schnell fließt sie trotzdem dahin, weshalb man nur mit entsprechender Ausrüstung unterwegs sein sollte. Ausgebremst wird sie nicht nur von einem großen Wehr bei Kleinweil, das umtragen werden muss, sondern auch kurz darauf vom Kochelsee, dessen schilfbestandene Ufer einen herrlichen Kontrast zum blauen Wasser bilden. Der zum Teil sehr flache See eignet sich hervorragend für einen Bade-Stopp, bevor es über eine Solschwelle (umtragen oder vorher besichtigen!) weiter auf der inzwischen deutlich langsameren Loisach geht.

Ruder- und Tretboote können am Kochelsee geliehen werden; für die Loisach braucht es ein eigenes Boot.

Isar: spritziger Fluss für Fortgeschrittene

Wer schon einige Paddelerfahrung mitbringt, kann im Anschluss an den Sylvensteinsee in die hier noch sehr ursprünglich anmutende Isar einfahren. Viel Schwemmholz und umgestürzte Bäume erfordern ein aufmerksames Fahren; auch die sich immer wieder verändernden Kiesbänke fordern den Paddler heraus. Mit dem Karwendelgebirge im Rücken und der flotten Strömung ist der Abschnitt nach Bad Tölz (16 km) schnell geschafft. Danach führt die Isar durch ein sensibles Naturschutzgebiet; die Einhaltung der Bestimmungen wird von Rangern streng überwacht (z.B. Betretungsverbot der Kiesbänke März bis Juli).

Bei etlichen Anbietern kann man Boot + Rücktransport als Gesamtpaket buchen. Auch geführte Touren sind im Programm.

Wer Lust auf Wasser bekommen hat, kann auch in "52 kleine & große Eskapaden in Deutschland: Wochenenden am Wasser" schmökern. Etliche Vorschläge sind auch ohne Wasserfahrzeug umzusetzen. Zu Fuß, per Rad oder nur mit Badehose lassen sich die erfrischendsten Ecken Deutschlands kennen lernen.

von Solveig Michelsen

© Andrew Mayovskyy, Shutterstock Mit dem SUP unterwegs am Eibsee Mit dem SUP unterwegs am Eibsee
Die schönsten Campingplätze in den Alpen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-schoensten-campingplaetze-in-den-alpen.html Solveig Michelsen 5743 20210708T114300 Mit Campingplätzen ist es so eine Sache: Die einen bevorzugen „schick mit Wellness“, die anderen stehen auf „romantisch-verwildert“. Wir haben uns deshalb bei der Auswahl vor allem von der Umgebung leiten lassen: Wo gibt es die spektakulärste Bergkulisse? Wo kann man am meisten unternehmen? Und wo fühlt man sich einfach wohl mitten in der Bergnatur?

Sexten, Südtirol: Glamping mit Dolomitenblick

Der Caravan Park Sexten wirft mit Superlativen um sich. Erst einmal wäre da die wirklich spektakuläre und deshalb weltberühmte Kulisse der Sextener Dolomiten: spitze Felszacken, die keck in den Himmel ragen. Der Platz selbst zeigt, was man aus „Camping“ alles machen kann: Luxuriöse Sanitäranlagen, Wellness vom Feinsten und Modernsten, ein umfangreiches Animationsprogramm, mehrere Restaurants, Shops und sogar eine Kletterhalle gibt es dort. Eine Besonderheit sind die Baumhäuser mit Erlebnisdusche, Whirlpool und Sauna, die 3,5 Meter über dem Boden einen noch weiteren Blick versprechen.

Wanderer steuern gerne das gut frequentierte Fischleintal an; Konditionsstarke gehen gleich weiter zur Drei-Zinnen-Hütte (ca. 3 Std. und knapp 1000 Hm) – ein Insta-Hotspot, der nicht ohne Grund so beliebt ist, schließlich übertrifft der Wiedererkennungswert der Drei Zinnen sogar den des Matterhorns.

www.caravanparksexten.it

Weißbriach, Kärnten: aus der Zeit gefallen

Genau das Gegenteil findet man in Weißbriach. Noch nie gehört? Das kleine Kärntner Dörfchen liegt mitten in den Gailtaler Alpen und an der Karnischen Dolomitenstraße. Es ist der ideale Ort, wenn man sich ein paar Tage verstecken will. Für eine Digital-Detox-Session quasi. Der Campingplatz ist klein und besteht nur aus einer Wiese, auf der man sich in der Nebensaison seinen Platz aussuchen darf. Knorrige Obstbäume vermitteln einem das Gefühl, in jemandes Garten gelandet zu sein. Die Infrastruktur ist einfach; außer einem kleinen Kiosk, um das sich die Dorfbevölkerung gerne versammelt, gibt es nur: Natur. Das garantiert vor allem Ruhe. Und das Gefühl, um mindestens 50 Jahre in der Zeit versetzt worden zu sein.

Wer trotzdem Abwechslung braucht, erkundet den nahe gelegenen Weissensee, der entgegen seines Namens bei Sonnenschein eher karibisch blau leuchtet. Oder macht eine Paddeltour auf der spritzigen Gail.

www.camping-santner.at

Gitschberg Jochtal, Südtirol: neuer Platz hinterm Brenner

Gleich hinterm Brenner, nur wenige Autominuten von der Ausfahrt Brixen entfernt, findet man die Almenregion Gitschberg Jochtal. Über 30 bewirtschaftete Almhütten haben der Region ihren Namenszusatz verliehen. Einige davon liegen – malerisch versammelt – im wunderschönen Valler Talschluss und bilden die Fane Alm. Nicht einmal einen Kilometer entfernt davon befindet sich am Fuße der Bergbahnen der neue Naturcampingplatz Lärchwiese. Auf großzügigen Stellflächen mit grandioser Naturkulisse kann man sich eine ganze Weile wohlfühlen. Wem es in den Beinen kribbelt, der lässt sich mit der Bergbahn nach oben bringen (Bergbahnen sind in der Almencard Plus enthalten) und kann das Panorama dann beim Bergablaufen genießen. Ein ganz besonderer Tipp ist die herbstliche Jahreszeit, wenn sich die vielen Lärchen gelb färben und das Tal vor Farbe explodieren lassen.

www.camping-laerchwiese.com

Fischbachau, Bayern: Camping auf dem Bauernhof

Zwischen Schliersee und Inntal, unweit des Wendelsteins, liegt ein idyllischer Bauernhof, der neben Luxus-Chalets auch eine Campingoption anbietet. Seine Besonderheit: Zu jedem Stellplatz gehört ein eigenes Privatbad. Und natürlich die Tiere und das Bauernhofleben, das man hautnah miterleben kann. Zum Frühstück gibt es Bio-Kuhmilch aus dem Stall und frische Semmeln. Abends sorgt ein Lagerfeuer für Wild-West-Romantik – auf welchem Campingplatz darf man überhaupt noch eines machen?

Ausflüge können in alle Richtungen unternommen werden: Als Berg bietet sich der nahe Wendelstein an – per Bahn oder zu Fuß –, wer Wasser sucht, hat es bis zum Schliersee nicht weit.

www.hof-gottenau.de/camping

Übrigens: Im ganz aktuellen Buch 52 kleine & große Eskapaden in Deutschland für Camper laden 52 verschiedene Kapitel dazu ein, neue (Camper-)Orte innerhalb Deutschlands zu entdecken. Vom Norden ("Strände, Vögel, Watt und Weite") über die Mitte Deutschlands ("Wildes Land und hippe Städte") bis hin zum Süden ("Berge, Täler und Seen"). Viel Spaß!

von Solveig Michelsen

© rotwild Der Caravan Park Sexten vor Dolomitenkulisse Der Caravan Park Sexten vor Dolomitenkulisse
Mal-Workshops mit Australiens Aborigines https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/mal-workshops-mit-australiens-aborigines.html Solveig Michelsen 5741 20210510T092700 Sich einfach mal kurz an den Uluru bzw. Ayers Rock beamen und dort von Ureinwohnern und Ureinwohnerinnen lernen, was es mit den sagenumwobenen Dot Paintings auf sich hat – das geht sogar in Zeiten von Corona. Die virtuellen Mal-Workshops werden von Aborigine-Künstler*innen geleitet, die damit nicht nur ein Stück (Lebens-)Geschichte mit Interessierten teilen, sondern auch ein Stück Australien ins heimische Wohnzimmer bringen.

Es ist heiß, richtig heiß im Outback. Ab und zu muss die Künstlerin Joanne Cooley streunende Hunde vertreiben, während sie traditionelle Symbole in den Sand malt. Hinter ihr ist der Uluru zu sehen – den Aborigines ist er ein heiliger Berg. Heilig sind ihnen auch ihre künstlerischen Traditionen, die sie von Generation zu Generation weitergeben. Was viele nicht wissen: Die gezeichneten Symbole haben in jeder Stammesgemeinschaft eine etwas andere Bedeutung. Und davon gibt es viele: Von einst rund 250 verschiedenen Sprachgruppen sind heute noch 120 Dialekte der Ureinwohner*innen bekannt. Außenstehende tun sich also schwer damit, die Bedeutung der Malerei zu verstehen.

Zumal diese quasi auch noch codiert ist: Um sicherzustellen, dass nur Stammesangehörige die rituelle Bedeutung der eigenen Bilder erkannten, begannen die Künstler*innen in den 1970er-Jahren, ihre heiligen Symbole mit Punkten zu abstrahieren. Das so genannte Dot Painting – auch als Papunya Tula Art Movement bekannt – war geboren und wird heute eng mit Aboriginal Art verknüpft.

Wer Australien also nicht nur über seine schöne Landschaft oder die spannende Tierwelt näher kommen möchte, kann sich auf eines der 185 Aboriginal Experiences einlassen, die von Tourism Australia angeboten werden. Ein Mal-Workshop mit Maruku Arts, die im Stil der Aborigines den Lebensweg zu malen helfen, gehört sicher zu einer bleibenden Erinnerung – selbst wenn das Erlebnis zu Hause im Wohnzimmer stattfindet. Ein paar Stunden vor dem Uluru hat man schließlich nur selten, vor allem in diesen Zeiten.

Maruku Arts (Maruku@Uluru) ist übrigens eine gemeinnützige Kunst- und Kunsthandwerksgenossenschaft, die zu 100% in Besitz der Anangu ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Aborigine-Praktiken wie Malen, Zeichnen und Schnitzen zu bewahren. Das heißt, hier wird nicht mit den Schätzen der Aborigines Profit gemacht, sondern behutsam Kulturvermittlung betrieben. Die Aborigines selbst entscheiden, was sie mit Interessierten teilen, und haben Gelegenheit, ihre alten Traditionen weiter zu pflegen und ihnen den Stellenwert zukommen zu lassen, den sie verdienen. Ein Blick über ihre Schultern gestattet Einsichten in neue Welten …

Mehr zu den australischen Aborigines unter "Ein historisches Sorry"

von Solveig Michelsen

© Maruku Arts, Tourism Australia Das kunstvolle Dot Painting der Aborigines Das kunstvolle Dot Painting der Aborigines
Finnland ist das glücklichste Land der Welt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/finnland-ist-das-gluecklichste-land-der-welt.html Sinja Stiefel 5740 20210330T121600 Alle Jahre wieder ordnet ein internationales Team aus Glücksforschern die Länder der Welt in eine Rangliste ein – von glücklich nach unglücklich. Mitte März ist der neueste World Happiness Report erschienen und eines erkennt man beim Blick auf die lange Liste sofort – Europäische Länder stehen auf der Glücksskala ganz weit oben.

Finnland ist in Sachen Glückseligkeit einfach unschlagbar. Zum vierten Mal in Folge belegt das skandinavische Land den ersten Platz der Zufriedenheitsliste. Diese wird seit 2012 jährlich von Experten des Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen herausgegeben und stellt die Lebenszufriedenheit in verschiedenen Ländern der Welt anhand von Datenanalysen dar. In der aktuellen Auflistung wurden auch die außerordentlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie berücksichtigt. Die Forscher konzentrierten sich dabei besonders auf den Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Auswirkungen von Covid-19 auf das Alltagsleben der Menschen.

Auffällig ist, dass sich besonders viele nordische Länder in der Top 10 der glücklichsten Länder der Welt tummeln. So belegt Island Platz 2, gefolgt von Dänemark auf Platz 3. Auch die Menschen in Schweden (Platz 6) und Norwegen (Platz 8) sind den Ergebnissen zu Folge besonders zufrieden mit ihren Lebensumständen.

So sieht die Liste der 10 glücklichsten Länder der Welt im Überblick aus:

1. Finnland

2. Island

3. Dänemark

4. Schweiz

5. Niederlande

6. Schweden

7. Deutschland

8. Norwegen

9. Neuseeland

10.Österreich

Deutschland hat im Vergleich zum Vorjahr zehn Listenpunkte gut gemacht und ist von Platz 17 auf Platz 7 gesprungen. Insgesamt wurden 95 Länder in der Auflistung berücksichtigt. Schlusslichter des World Happiness Reports 2021 sind Jordanien, Tansania und Simbabwe.

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von Sinja Stiefel

In Finnland hat man gut lachen. Das liegt laut World Happiness Report vor allem an Faktoren wie Wohlstand, einem guten Sozialwesen und persönlicher Freiheit. ©Aleksandra Suzi/shutterstock In Finnland hat man gut lachen. Das liegt laut World Happiness Report vor allem an Faktoren wie Wohlstand, einem guten Sozialwesen und persönlicher Freiheit. ©Aleksandra Suzi/shutterstock
Diese 5 Frauen haben die Reisewelt revolutioniert https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/diese-5-frauen-haben-die-reisewelt-revolutioniert.html Sinja Stiefel 5734 20210308T090100 Wenn man Sie nach den großen Abenteurer*Innen und Reisepionier*Innen der Geschichte fragt, wie viele Frauen kommen Ihnen da spontan in den Sinn? Für den Fall, dass Ihre Antwort „nicht genügend“ lautet, haben wir hier fünf Damen für Sie, die auf unvergessliche Weise Reisegeschichte geschrieben und Rekorde gebrochen haben.

Laura Dekker (*1995)

Einmal um die Welt bitte: Als jüngste Person aller Zeiten umsegelte die Niederländerin Laura Dekker von 2010-2012, mit gerade einmal dreizehn Jahren, die ganze Welt. Ihr einziger, treuer Begleiter auf den Ozeanen? Segelyacht „Guppy“. Heute lebt die 25jährige auf einem Boot vor Neuseeland und bietet Jugendlichen die Möglichkeit, bei einem gemeinsamen Segeltörn, die Erde zu entdecken.

Junko Tabei (*1939; † 2016)

Extrembergsteigerin, Autorin, Umweltaktivistin, Lehrerin, Mutter, Abenteurerin – und seit dem 16. Mai 1975 auch die erste Frau, die jemals den Gipfel des Mount Everest erreichte. Da einige Männer nicht mit ihr klettern wollten, gründete die Japanerin kurzerhand den ersten Bergsteigerinnen-Club ihres Heimatlandes und machte sich mit 15 weiteren Frauen auf, den höchsten Berg der Welt zu bezwingen.

Amelia Earhart (*1897; †1937)

Als es Amelia Earhart 1932 als erster Frau gelingt, den Atlantik mit dem Flugzeug zu überqueren, ist sie sich anschließend sicher, dass „Männer und Frauen in Jobs, die Intelligenz, Koordination, Geschwindigkeit, Gelassenheit und Willensstärke erforden" gleich sind. Bis heute ist der Name der amerikanischen Flugpionierin fest mit Flugrekorden, Feminusmus und dem Versuch verbunden, als erste Frau die Welt mit einem Flugzeug zu umrunden. Bei diesem Vorhaben verschwand Earhart allerdings, kurz vor dem Erreichen ihres ehrgeizigen Ziels, im Jahr 1937 spurlos und wurde wenig später für tot erklärt.

Ida Pfeiffer (*1797; †1858)

Obwohl die abenteuerlustige Wienerin schon seit ihrer Jugend den Plan hatte, große Reisen zu unternehmen, sollte es 44 Jahre dauern, bis sie diesen in die Tat umsetzte. Anstatt als Witwe zu Hause zu versauern und sich den Konventionen der damaligen Zeit zu beugen, krempelte Ida Pfeiffer ihr Leben als Mutter und Hausfrau vollständig um und unternahm fünf lange Expeditionsreisen in alle Teile der Welt. Eine Frau, die alleine die Erde umrundete, war zu Biedermeierzeiten eine absolute Rarität – umso beliebter waren die Abenteuerberichte der Weltenbummlerin. Durch den Verkauf ihrer Bücher finanzierte sie sich all ihre Unternehmungen im Alleingang.

Mae Jemison (*1956)

Die studierte Physikerin und Ingenieurin trat 1992 eine ganz besondere Reise an: Sie flog als erste afroamerikanische Frau ins All und umrundete als Missionsspezialistin an Bord des Spaceshuttles Endeavour acht Tage lang die Erde. Nach ihrer Rückkehr gründete sie eine Gesellschaft, die moderne Technologien in Entwicklungsländer integriert und setzt sich bis heute für die naturwissenschaftliche Bildung von Jugendlichen in den USA ein.

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von Sinja Stiefel

Flugpionierin Amelia Earhart vor ihrer Lockheed Electra, in der sie 1937 den Versuch unternahm die Welt zu umrunden. © Everett Collection/shutterstock Flugpionierin Amelia Earhart vor ihrer Lockheed Electra, in der sie 1937 den Versuch unternahm die Welt zu umrunden. © Everett Collection/shutterstock
Drive & Listen: per virtuellem Auto durch fremde Städte https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/drive-listen-per-virtuellem-auto-durch-fremde-staedte.html Solveig Michelsen 5732 20210303T090100 Sehnsucht nach einem Städtetrip? Lust auf Barcelona, Havanna oder gar Wuhan? Drive & Listen nimmt Sie mit auf eine digitale Autotour durch über 50 Metropolen weltweit. Und das Beste daran: Man kann dabei die lokalen Radiosender hören. So nah dran an „echt“ war virtuell selten.

Durch unbekannte Gassen schlendern, fremdartiges Flair aufsaugen, landestypische Geräusche ins Ohr rieseln lassen – all diese Dinge verbinden wir mit einem gelungenen Städtetrip. Auf den müssen wir leider schon sehr lange verzichten. Doch damit wollte sich ein Münchner Informatikstudent nicht abfinden und programmierte digitale Abhilfe. Erkam Şeker lädt uns auf seiner Seite Drive & Listen ein, auf virtuelle Tour zu gehen bzw. zu fahren.

Zur Auswahl stehen derzeit 53 Metropolen, die aus der Perspektive eines Autofahrers (oder auch mal eines Mopedfahrers) besichtigt werden können. Das sind nicht unbedingt die sehenswerten Highlights der Stadt, ist aber dafür durch und durch authentisch. Richtiges Fernweh stellt sich ohnehin erst ein, wenn der richtige Radiosender eingestellt ist und die landestypischen Töne Träume triggern. Die Außengeräusche können dafür ausgeschaltet werden. Ach ja, und wer an einer Ampel ungeduldig wird, kann auf das 1,5- bis 2-fache beschleunigen.

Einfach mal losdüsen unter: https://driveandlisten.herokuapp.com/

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von Solveig Michelsen

© Screenshot, driveandlisten.herokuapp.com Kurztrip nach New York gefällig? Kurztrip nach New York gefällig?
Nachhaltig, bewusst und slow: Ehrenpreis für Eckart Mandler https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/nachhaltig-bewusst-und-slow-ehrenpreis-fuer-eckart-mandler.html Solveig Michelsen 5731 20210310T090400 Sein ganzes Leben widmet Eckart Mandler nachhaltigen Formen von Wander- und Naturtourismus. Der Projektleiter von Slow Food Travel in Kärnten gründete einst die Wanderhotels und entwickelte seinen Heimatort zum Kräuterdorf. Nun hat er von der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten den Columbus-Ehrenpreis erhalten. Und ein paar Dinge zum verantwortungsvollen Reisen in Zeiten von Corona gesagt.

Was heißt „langsames Reisen“ in der Praxis?

In der Coronakrise haben viele Menschen erstmals gelernt, die eigene Umgebung zu erkunden und das meist auch noch zu Fuß. Man hat Orte und Menschen getroffen, die vorher (im Kopf) ganz weit weg waren. Man hat Freizeitaktivitäten ausgeübt, die bisher nur aus den Medien bekannt waren und von anderen Menschen gemacht wurden. Wandern, Radfahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern oder einfach nur Bewegen in der näheren räumlichen Umgebung vom Wohnort. Reisen war lange Zeit eine langsame Art der Fortbewegung, die Ziele nicht ganz so weit von Zuhause entfernt und diese Art von Reisen war gar keine so unbequeme. Heute und in den nächsten zwei Jahren wird schon Corona-bedingt das Verreisen etwas langsamer vor sich gehen. Länger voraus eine Reise selber organisieren, nicht dorthin reisen, wo viele hinwollen, sondern Ziele finden, die noch unentdeckter sind und mehr Raum zum Entdecken bieten. Das heißt, man lernt die Menschen vor Ort intensiver kennen, tauscht mit ihnen Erfahrungen und Eindrücke aus und spürt, was ein gutes Leben wirklich ist. So sind auch Reisen zu den Wurzeln des guten Geschmacks in Kärnten eine Form von Slow Travel, weil man hier noch etwas ganz Besonderes entdeckt: die Herstellung von echten Lebensmitteln, deren Rohstoffe direkt aus dem Boden oder von den Tieren der Bauern vor Ort kommen.

Warum lohnt es sich, nach Corona anders zu verreisen?

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Nicht nur, weil wir überall und jederzeit zu günstigen Preisen hinreisen konnten. Wir haben uns gerade hinreißen lassen, jedes Schnäppchen zu kaufen und zu buchen – oft ohne Rücksicht auf die Umwelt, auf Natur und Mensch. Jedem Instagram-Motiv hinterher zu eilen – das war vor Corona.

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen und die Freiheit des einen endet dort, wo der Andere Freiheit verliert. Slow Travel heißt auch Reisen mit Verantwortung für sich und andere. Wer zukünftig seine Reisen länger im Voraus plant, längere Zeit an einem Ort verweilt und dort mit allen Sinnen sein Reiseziel erkundet, kommt vielleicht mit mehr Erkenntnissen in sein Leben zurück als erwartet. Bewusstes Reisen schafft Zugänge zu Menschen, zu Speisen, zu Künsten und Erlebnissen, die beim Drüberfliegen im Verborgenen bleiben.

Meine ganz persönlichen Erfahrungen und Tipps für Slow Travel:

Am intensivsten sind Reisen zu Fuß: Wandern in naturbelassenen Landschaften, ob in den Bergen oder am Meer, machen den Kopf frei und stärken ganz natürlich die Fitness und das Immunsystem der Menschen. Ich konnte über 20 Jahre lang als Hotelier Gäste durch die Berge begleiten. Nach jeder Tour gab es unglaubliche Glücksgefühle, die nur durch das Gehen in fantastischen Berglandschaften entstanden sind. Daraus sind dann die Wanderhotels entstanden, in denen Hoteliers bis heute ihren Gästen eindrucksvolle Momente vermitteln.

Eine Landschaft schmecken lernen: Nirgendwo nimmt man den Geschmack einer Reiseregion besser auf als in den Speckkammern, Käsereien oder in Brotbackstuben. Mit den Slow Food Travel-Reisen in Kärnten ist uns ein Projekt gelungen, das als Vorbild für genussvolles, bewusstes Reisen anderen Reiseregionen weltweit dient. Meine Erfahrungen zeigen, dass der Genuss von echten Lebensmitteln vielen Menschen erst beim Besuch eines Erzeugers, z.B. auf dem Bauernhof oder in der Lebensmittelwerkstatt einen Wert erhält.

Kleine Dörfer, große Erinnerungen: Es sind nicht immer die großen Ressorts, die für die großen Abenteuer stehen, sondern oft sind es die kleinen, versteckten Dörfer abseits der Tourismusströme. Hier ist nichts hunderttausend Mal in Reiseführern beschrieben, sondern jedes Detail muss selber erkundet werden. Und jede dieser Erkundungen birgt ein Abenteuer, das lange im Gedächtnis verankert bleibt. Deshalb lebe ich auch immer noch in einem kleinen „Kräuterdorf“ und staune, mit wie wenig Aufwand große Erinnerungen entstehen können.

Weitere Infos:

www.wanderhotels.com

www.slowfood.travel

www.kraeuterdorf.at

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von Solveig Michelsen

© Martin Hofmann Slow-Travel-Pionier Eckart Mandler Slow-Travel-Pionier Eckart Mandler
Keine Tickets mehr im Zug https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/keine-tickets-mehr-im-zug.html Solveig Michelsen 5729 20210224T100200 So bequem geht das nur bei der Deutschen Bahn: spontan in den Zug steigen, Zugbegleiter aufsuchen und das Ticket an Bord nachlösen. Diese Option soll nun abgeschafft werden – die einzige Alternative für Spontanreisende ist eine digitale Lösung: Fahrkartenkauf per App.

Bislang ist es noch möglich, eine Fahrkarte im Zug nachzulösen, wenn es für einen Kauf am Automaten (der war vielleicht defekt) oder an einem Schalter (mit vielleicht zu langer Schlange) nicht gereicht hat. Zwar für einen deftigen Aufpreis von 17 Euro, aber immerhin wird man damit nicht gleich zum Schwarzfahrer.

Diese Option, die ursprünglich schon zum 1. Oktober diesen Jahres abgeschafft werden sollte, soll nun ab 1. Januar 2022 entfallen. Damit möchte die Deutsche Bahn die Kontakte im Zug reduzieren und den Fahrkartenkauf digitaler machen. Die Alternative nämlich lautet: eigener Fahrkartenkauf per App. Dieser soll bereits ab 1. April 2021 im Fernverkehr bis zu zehn Minuten nach Fahrtbeginn getätigt werden können – was denjenigen entgegenkäme, die buchstäblich in letzter Sekunden auf den Zug aufspringen mussten. Auch die lästige Zusatzgebühr würde damit entfallen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG sieht dabei allerdings eine Menge Konfliktpotenzial zwischen Fahrgast und Zugbegleiter, zumal Letztere angeblich mit 3 Euro an jeder Fahrpreisnacherhebung beteiligt sein sollen. Außerdem setzt der Erwerb einer Fahrkarte über die Bahn-App den Besitz eines Smartphones voraus – und den versierten Umgang damit.

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von Solveig Michelsen

© Aleksandar Malivuk, Shutterstock Wer zukünftig die Fahrkarte erst an Bord kaufen möchte muss schnell sein – und digital. Wer zukünftig die Fahrkarte erst an Bord kaufen möchte muss schnell sein – und digital.
Ort am Polarkreis bewirbt sich um olympische Sommerspiele https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/ort-am-polarkreis-bewirbt-sich-um-olympische-sommerspiele.html Solveig Michelsen 5728 20210217T102100 Die Austragungsorte der olympischen Sommerspiele: 2024 Paris, 2028 Los Angeles – 2032 dann Salla, ein Ort nördlich des Polarkreises? Zumindest die Bewerbung wurde dafür eingereicht. Die zwar nicht ganz ernst gemeint war, aber auf eine noch viel ernstere Sache aufmerksam machen möchte. Sehenswert und mit Humor.

Salla ist ein kleiner finnischer Ort nördlich des Polarkreises, was so viel heißt wie: Minus 50°C können es an knackigen Wintertagen schon mal werden. Die knapp 3.500 Einwohner haben ihn deshalb kurzerhand zum kältesten Ort Finnlands erklärt. Aber nicht deshalb ist Salla seit kurzem in aller Munde. Und auch nicht wegen der Bar mit dem längsten Namen: Äteritsiputeritsipuolilautatsi-Baari. Salla hat sich um die olympischen Sommerspiele 2032 beworben – mit einem Video, das es in sich hat.

„Warm heart – we have it. Warm place – coming soon.“ ist dabei aber nicht nur ein (nicht ganz ernst gemeinter) Bewerbungsslogan, sondern vor allem eine Warnung: Das Jahr der olympischen Sommerspiele 2032 stellt einen klimatischen Wendepunkt dar. „Wenn wir es bis dahin nicht geschafft haben, den Klimawandel aufzuhalten, ist es zu spät“, mahnt der Bürgermeister von Salla, Erkki Parkkinen. Deshalb versucht er, mit seiner scherzhaften Bewerbung auf ernste Folgen aufmerksam zu machen. „Save Salla. Save the planet“ heißt es in dem sehr sehenswerten Clip.

Details und Video auf: www.savesalla.com

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von Solveig Michelsen

© Oleg Bakhirev, Shutterstock Salla in Lappland: Austragungsort für die olympischen Sommerspiele 2032? Salla in Lappland: Austragungsort für die olympischen Sommerspiele 2032?
High Tech auf dem Wasser: selbstfahrende Fähren https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/high-tech-auf-dem-wasser-selbstfahrende-faehren.html Solveig Michelsen 5717 20210122T111600 Die Norweger sind ein Volk der Seefahrer. Nicht nur aus diesem Grund setzen sie gerne Fähren ein. Ab 2021 sogar solche, die autonom unterwegs sind und damit teure Brücken ersetzen können. Wie zum Beispiel in Trondheim.

Norwegen mit seinen Fjorden, Meeresarmen und unzähligen Gewässern stellt Verkehrsplaner vor Herausforderungen: Brücken sind teuer und behindern den Schiffsverkehr. Trotzdem steigt der Bedarf an Fluss- und Kanalübergängen mit dem Wachstum der Bevölkerung. Was also tun? Forscher der Norwegischen Technischen Universität (NTNU) in Trondheim haben eine spannende Alternative entwickelt: Zeabuz, eine selbstfahrende Passagierfähre, die mit Hilfe vier verschiedener Sensor-Systeme Kajakfahrer und Boote „sehen“ und darauf reagieren kann.

Ihr erster Einsatz wird in Trondheim selbst sein, als Alternative zu einer geplanten Brücke über den Hafenkanal. „Dies ist ein High-Tech-Coup, um Verbindungen über das Wasser herzustellen. Wir glauben, dass emissionsfreie Fähren dazu beitragen können, die Lebensqualität der Stadtbewohner zu verbessern“, meint dazu Egil Eide, Privatdozent an der NTNU und für den Einsatz der selbstfahrenden Fähren zuständig. „Autonome Fähren können dazu beitragen, Regionen zu entwickeln, die zum Beispiel bisher aufgrund mangelnder Infrastruktur nicht mit Städten verbunden waren.“

Auch in anderen norwegischen Städten sowie entlang der Küste soll der Zeabuz-Wasserverkehr 2021 eingeführt werden.

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© www.Zeabuz.com Wasserfahrzeuge statt Brücken: hier die autonome Fähre Zeabuz Wasserfahrzeuge statt Brücken: hier die autonome Fähre Zeabuz
Wann können wir wieder reisen? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wann-koennen-wir-wieder-reisen.html Solveig Michelsen 5716 20210118T110000 Die Aussagen des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung Thomas Bareiß sind nicht gerade aufbauend: Erst ab den Pfingstferien hält er Reisen wieder für möglich, Urlaube im Ausland gar erst ab den Sommerferien. Tourismusexperten hingegen setzen auf einen deutlichen Aufschwung ab Anfang Mai.

Die Aussicht, erst ab Pfingsten wieder reisen zu können, ist nicht nur für Urlaubswillige eine harte Geduldsprobe. Auch die Reisebranche sieht wenig Möglichkeiten, so lange ohne Einkommen durchzuhalten. Jeder zehnte Job weltweit ist mit dem Tourismus verknüpft; viele Länder sind zu einem großen Teil davon abhängig.

Experten möchten deshalb das internationale Reisen stärker koordinieren. Bislang verfolgt jedes Land seine eigene Strategie, doch mit vereinten Kräften könnten Voraussetzungen geschaffen werden, die einen früheren Reisestart ermöglichen würden. Zunächst einmal sollen die langen Quarantäne-Zeiten, die Urlauber vom Reisen abhalten, eliminiert werden. Zum Beispiel mit Hilfe einer Teststrategie, wie sie in einigen Ländern bereits in Kraft ist: Der erste Test muss 72 Stunden vor Abflug erfolgen, der zweite wird vor Ort gleich nach Ankunft durchgeführt. Das erspart einem die Quarantänepflicht und somit wertvolle Urlaubstage.

Außerdem muss die Vergleichbarkeit von Dokumenten gewährleistet werden. Papierausdrucke von Testergebnissen oder Impfungen in fremden Sprachen tragen nicht gerade zu einer leichten Beurteilung bei und sind anfällig für Fälschungen. An diese Stelle muss ein internationaler Gesundheitspass treten.

Länder wie Island und Ungarn setzen auf so genannte Immunitätsnachweise, die ehemals Infizierte ohne Quarantäne ins Land lassen. Dieses Vorgehen ist allerdings nicht unumstritten, weil Genesene bevorzugt werden – ohne wissenschaftliche Belege, dass eine Weitergabe des Covid-19-Virus nicht mehr möglich ist.

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von Solveig Michelsen

© MaszaS, iStock Wann können wir wieder Urlaub im Ausland machen? Wann können wir wieder Urlaub im Ausland machen?
Fliegen soll bis 2050 klimaneutral werden https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/fliegen-soll-bis-2050-klimaneutral-werden.html Solveig Michelsen 5714 20210127T111900 Die Pläne der Luftfahrtbranche stehen und klingen großartig: Fliegen soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Allerdings: Das sind noch fast 30 Jahre. Haben wir wirklich so lange Zeit?

Ende 2020 überraschte die Luftfahrtbranche mit grünen Nachrichten: Bis zum Jahr 2050 soll klimaneutral geflogen werden. Sprich, die Flugzeuge sollen bis dahin mit alternativen Antriebsarten zurechtkommen, zum Beispiel mit Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen, die mit Hilfe von Strom gewonnen werden. Auch der Verbrauch der Flugzeuge soll weiter gesenkt und der EU-Luftraum neu organisiert werden. Damit ließen sich unnötige Warteschleifen vermeiden, heißt es. Solche und weitere Maßnahmen werden im Übrigen seit über 20 Jahren vom Umweltbundesamt empfohlen.

Was sich nachhaltig und umweltbewusst anhört, ist allerdings unter massivem Druck entstanden: Der Luftverkehr zeichnet für einen nicht unerheblichen Anteil der Kohlendioxidemissionen verantwortlich, was das wachsende grüne Gewissen der Bevölkerung – und damit der Politik – zunehmend besorgt. Darüber hinaus schreibt das europäische Klimagesetz insbesondere die Klimaneutralität der Europäischen Union bis 2050 rechtlich verbindlich fest.

Die Luftfahrtbranche muss also reagieren. Und zwar möglichst schnell. Derzeit ist die Technik für alternative Antriebsarten noch nicht einsatzfähig. Von Airbus zum Beispiel gibt es Ankündigungen, bis 2035 Flugzeuge mit Wasserstoff-Antrieb zu entwickeln. Danach folgt noch ein langer Weg bis zur Serienreife. Wollen wir hoffen, dass die Branche ihre kühnsten Entwicklungserwartungen übertrifft.

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von Solveig Michelsen

© shironosov, iStock Emissionsfrei fliegen – da bleibt es leider beim Träumen. Emissionsfrei fliegen – da bleibt es leider beim Träumen.
Neuer Nationalpark in den USA: New River Gorge https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neuer-nationalpark-in-den-usa-new-river-gorge.html Solveig Michelsen 5712 20210114T113100 Seit wenigen Tagen gibt es im Bundesstaat West Virginia einen neuen Nationalpark: Der New River Gorge National Park ist der 63. Nationalpark der Vereinigten Staaten und bekannt für seine hervorragenden Rafting- und Klettermöglichkeiten. Damit bekommt der Osten des Landes verstärkt Aufmerksamkeit in Sachen Natur.

Ab und zu kommen auch gute Nachrichten aus den USA: Zwischen Covid-19-Gesetzen und Überbrückungshilfen wurde ein neuer Nationalpark in West Virginia verabschiedet. Der New River Gorge rückt damit vom Status eines National Rivers zum National Park auf. Die erhöhte Aufmerksamkeit freut den Osten des Landes umso mehr, da die meisten Nationalpark-Touristen den dichter bestückten Westen des Landes ansteuern. Dabei wissen Einheimische längst, was sie an ihrem „The New“ haben, wie sie ihn nennen.

Namensgebend ist der Fluss New River, der seit den 1990er-Jahren eine Attraktion für Rafting-Freunde weltweit darstellt. 85 Kilometer unreguliertes Wildwasser zwischen II und V sorgt auch für große Spannung im Kajak oder Kanu. Dabei bahnt sich der Fluss seinen Weg durch eine 300 Meter tiefe Sandsteinschlucht, die auch „Grand Canyon of the East“ genannt wird. Je nach Streckenabschnitt eignet sich der Fluss für Anfänger und Familien bis hin zu absoluten Profis. Auch Kletterer haben den Park längst für sich entdeckt. Über 1400 eingebohrte Routen in abwechslungsreich strukturiertem Sandstein ziehen Fels-Liebhaber von weither an. West Virginia halt also weitaus mehr zu bieten als nur „Country Roads“ ...

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von Solveig Michelsen

© Sean Pavone, Shutterstock The New River Gorge: jüngster Nationalpark der USA The New River Gorge: jüngster Nationalpark der USA
Extra-Sitze im Flugzeug für Maskenverweigerer https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/extra-sitze-im-flugzeug-fuer-maskenverweigerer.html Solveig Michelsen 5708 20210111T112700 Was macht man mit Flugpassagieren, die nach dem Start ihren Mund-Nasen-Schutz abnehmen und sich weigern, ihn weiter zu tragen? Solche und ähnliche Situationen haben schon zu ernsthaften Zwischenfällen geführt, unter denen auch die restlichen Passagiere zu leiden haben. Die russische Fluggesellschaft Aeroflot hat ein pragmatisches Vorgehen entwickelt.

Die Problematik hat besonders auf US-amerikanischen Flügen schon zu zahlreichen Reiseabbrüchen geführt: Menschen, die an Bord das Tragen einer Maske verweigern, bringen das Flugpersonal in eine missliche Lage. Oft sind diese dazu verpflichtet, den Flug sofort abzubrechen bzw. wieder umzudrehen, insbesondere, wenn daraus schon ein handfester Streit entstanden ist, der weitere Gefährdungen nach sich zieht.

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot begegnet diesem Dilemma ganz pragmatisch: Sie hat laut CNN angekündigt, spezielle Sitze für solche Personen bereitzuhalten, die sich gegen die Maskenpflicht sträuben. Damit möchte man weitere Eskalationen verhindern, gleichzeitig die restlichen Fluggäste schützen. Die Pressesprecherin der Airline betonte aber, dass diese Maßnahme nicht bedeute, dass keine weiteren Konsequenzen gezogen würden. Den Maskenverweigerern drohen trotz des pragmatischen Umgangs an Bord hohe Strafen.

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© Rich Legg, iStock Was macht man mit Maskenverweigerern im Flugzeug? Aeroflot hat eine mögliche Antwort gefunden ... Was macht man mit Maskenverweigerern im Flugzeug? Aeroflot hat eine mögliche Antwort gefunden ...
Taxifahrer auf Mallorca müssen Deutsch lernen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/taxifahrer-auf-mallorca-muessen-deutsch-lernen.html Solveig Michelsen 5707 20201223T091200 Auf die Taxifahrer der mallorquinischen Gemeinde Calvià kommen ab der kommenden Saison etliche Neuerungen zu. Profitieren sollen durch die Maßnahmen nicht nur die Touristen, sondern auch die Chauffeure selbst, die sich dadurch von den inoffiziellen Fahrdiensten deutlicher unterscheiden lassen.

Die Gemeinde Calvià im Südwesten von Mallorca ist ein beliebtes Ziel für Touristen, allen voran deutschen. Diesen kommt die neue Regelung der Taxifahrer besonders zugute: Ab der kommenden Saison müssen Taxifahrer dort deutsche sowie englische Sprachkenntnisse nachweisen, um eine Lizenz zu er- bzw. behalten. Dabei ginge es nur um einfache Sätze wie eine Begrüßung oder die Klärung des Fahrtziels, betonte Vizebürgermeister Juan Recasens. Kostenlose Sprachkurse sollen den Fahrern den Zugang dazu erleichtern.

Das neue Regelwerk der Taxifahrer-Vereinigung, die 200 Chauffeure vertritt, enthält noch weitere Neuerungen: Die Fahrer sollen ebenfalls über Basiswissen zu kulturellen Hotspots der Gegend verfügen und eine einheitliche Uniform tragen. Das erleichtert das Identifizieren offizieller Fahrer – und das Aussortieren der schwarzen Schafe, die ohne Lizenz Touristen befördern möchten. Außerdem soll es in künftig in jedem Taxi möglich sein, per Kreditkarte zu bezahlen. Weiterhin wird es in Zukunft erlaubt sein, Gegenstände ohne menschliche Begleitung zu befördern, sodass vergessene Koffer beispielsweise schnell an den Flughafen gebracht werden können.

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© VICTOR PELAEZ TORRES, iStock Die mallorquinische Gemeinde Calvià führt neue Regelungen für Taxifahrer ein. Die mallorquinische Gemeinde Calvià führt neue Regelungen für Taxifahrer ein.
Das Comeback der Nachtzüge https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/das-comeback-der-nachtzuege.html Solveig Michelsen 5703 20201215T130300 Überraschend hat die Deutsche Bahn ihren Wiedereinstieg ins Nachtzug-Netz verkündet. Ab Ende 2021 sollen wichtige europäische Städte miteinander verbunden werden und attraktive Alternativen schaffen zu Flugverbindungen. Auch ÖBB, SBB und SNCF sind beteiligt.

2016 verkündete die Deutsche Bahn ihren endgültigen Ausstieg aus dem Nachtzug-Geschäft: zu wenig lukrativ, zu wenige Passagiere. Nur vier Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Die Klimakrise, die Folgen der Corona-Epidemie für die Fluggesellschaften und nicht zuletzt der Druck der Politik sorgten für eine überraschende Entwicklung: Vier große europäische Bahnen – die Deutsche Bahn, die österreichische ÖBB, die Schweizer SBB sowie der französische SNCF – kündigten Anfang Dezember an, ein gemeinsames Nachtzug-Netz auf die Beine zu stellen, um 13 europäische Metropolen miteinander zu verbinden. Auch für Europa ist das ein starkes Zeichen.

Ab Dezember 2021 sollen zunächst zwei Nightjet-Linien starten. Die erste verbindet Wien über München mit Paris, die zweite führt von Zürich über Köln nach Amsterdam. Ende 2022 soll Letztere über Mailand nach Rom erweitert werden; im Dezember 2023 möchte man Berlin mit Brüssel und Paris verbinden. Ende 2024 ist die Verbindung Zürich – Barcelona angepeilt. Richard Lutz, DB-Vorstandsvorsitzender, äußerte sich dazu: „Europas führende Bahnen vereinen ihre Kräfte für den Nachtzug. Das ist ein guter Tag für das Klima, unsere Kunden und das Zusammenwachsen Europas auf der Schiene.“ Auch auf das moderne Design der neuen Nightjets darf man gespannt sein.

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© Deutsche Bahn AG Die neuen Nachtzug-Verbindungen der Bahn Die neuen Nachtzug-Verbindungen der Bahn
Quarantänefrei nach Island https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/quarantaenefrei-nach-island.html Solveig Michelsen 5701 20201215T125900 Auch wenn wir vernünftigerweise erst einmal alle Zuhause bleiben: Reisen sind allen Einschränkungen zum Trotz noch nicht unmöglich. Nur ziemlich unattraktiv, wenn man die lokalen Quarantäneregelungen befolgen muss. Für Island gibt es ab 10. Dezember 2020 nun eine Sonderregelung – für alle, die bereits mit Covid-19 infiziert waren.

Die Immunität nach einer überstandenen Covid-19-Krankheit ist zwar umstritten; trotzdem baut Island offensichtlich genau darauf und hat neue Einreiseregelungen ab 10. Dezember 2020 erlassen: Wer ab diesem Zeitpunkt ins Land reisen möchte und bereits mit Covid-19 infiziert war, braucht sich nicht den üblichen Quarantänevorschriften zu unterwerfen. Sprich, man spart sich als Ex-Infizierter mindestens fünf wertvolle Urlaubstage, sofern man ein entsprechendes Zertifikat darüber vorlegen kann (z.B. einen positiven PCR-Test, der über 14 Tage zurückliegt und in englischer Sprache Auskunft gibt).

Für allen anderen Reisewilligen gilt in Island: 14 Tage Quarantäne nach Ankunft oder ein PCR-Test plus 5-6 Tage Quarantäne und ein weiterer PCR-Test im Anschluss. Vom 1. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021 ist der PCR-Test bei der Einreise immerhin kostenfrei. Kinder, die nach 2005 geboren worden sind, sind ebenfalls von der Quarantäne und den Tests befreit – werden aber wohl oder übel doch bei ihren Eltern bleiben müssen.

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© HannamariaH, iStock Island erleichtert ehemaligen Covid-19-Infizierten die Einreise. Island erleichtert ehemaligen Covid-19-Infizierten die Einreise.
Ab auf die Kanarischen Inseln? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/ab-auf-die-kanarischen-inseln.html Solveig Michelsen 5696 20201125T121000 Die Kanarischen Inseln gelten seit Ende Oktober nicht mehr als Risikogebiet. Das macht sie umso interessanter, weil nicht nur die Corona-Fallzahlen niedrig sind, sondern auch die Rückreise nach Deutschland erleichtert wird: Urlauber müssen nach ihrer Heimkehr nicht in Quarantäne.

Die Kanarischen Inseln erfreuen sich niedriger Corona-Fallzahlen – im Gegensatz zum spanischen Festland. Dadurch sind sie vom Status eines Risikogebiets ausgenommen und für Urlauber wieder interessant. Denn mit dieser Einstufung muss nach der Rückkehr in die Heimat keine Quarantäne abgesessen werden. Einen kleinen Haken gibt es dabei trotzdem: Ein negativer PCR-Corona-Test muss für die Einreise vorgelegt werden.

Diese Regelung gilt ab 23.11.2020 für ganz Spanien; für die Kanarischen Inseln waren bisher auch Antigen-Schnelltests erlaubt, die schneller und günstiger zu haben waren und in vielen Fällen auch vor Ort durchgeführt werden konnten. Die etwas aufwändigeren PCR-Tests sind in der Regel selbst zu bezahlen (rund 150 Euro), gelten aber als zuverlässiger. Der Test darf dabei nicht älter als 72 Stunden sein; sein Ergebnis muss auf Englisch oder Spanisch vorliegen. Wer ohne Test einreist, muss mit einer vierstelligen Geldbuße rechnen und in Quarantäne auf eine selbst finanzierte Analyse warten.

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© virga8, iStock Jetzt wieder möglich: Urlaub auf den Kanarischen Inseln Jetzt wieder möglich: Urlaub auf den Kanarischen Inseln
Die neue digitale Einreiseanmeldung https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-neue-digitale-einreiseanmeldung.html Solveig Michelsen 5695 20201116T131800 Seit 8. November 2020 müssen sich Reisende vor ihrer Einreise nach Deutschland elektronisch registrieren lassen. Das gilt für alle, die sich die letzten 10 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sprich derzeit das gesamte Ausland. Damit soll die Kontrolle über die Quarantänepflicht erleichtert werden.

Die Regeln, wie man sich während der Corona-Epidemie zu verhalten hat, werden immer wieder den Gegebenheiten angepasst. Seit 8. November 2020 ist nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet (= derzeit das gesamte Ausland) eine Einreiseanmeldung vorgeschrieben, um den Behörden die Kontrolle der Quarantänepflicht zu erleichtern. Die nun ausschließlich digitale Anmeldung ersetzt die die Aussteigekarte in Papierform, wie man sie aus dem Flugverkehr vielleicht noch kennt.

Dazu gibt man die einzelnen Regionen an, in denen man sich während der letzten zehn Tage aufgehalten hat. Die Daten werden bei der Übertragung verschlüsselt und ausschließlich dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt zugänglich gemacht. 14 Tage später werden sie automatisch gelöscht. Für Berufspendler existieren Ausnahmeregelungen; alle anderen Einreisenden sollen sich über die in 13 Sprachen verfügbare Webanwendung unter www.einreiseanmeldung.de registrieren.

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© Paha_L, iStock Vor der Einreise nach Deutschland muss man die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Vor der Einreise nach Deutschland muss man die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen.
Was macht Sehenswürdigkeiten attraktiv? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/was-macht-sehenswuerdigkeiten-attraktiv.html Solveig Michelsen 5692 20201203T125600 Es ist schon merkwürdig: Da gibt es so viele bezaubernde Orte auf der Welt – und trotzdem tummeln sich die Menschen oft an einem einzigen Fleck. Ist ein solcher Fleck mal als Sehenswürdigkeit bekannt, werden es immer mehr. Ungeachtet seiner tatsächlichen Attraktivität, so scheint es zumindest. Was aber genau ist es, das Sehenswürdigkeiten so interessant macht?

Über die Frage, was einen Ort, eine Stätte oder ein Gebäude zur Sehenswürdigkeit macht, haben sich schon viele Touristiker und Psychologen den Kopf zerbrochen. Relativ einig sind sie sich bei den Zutaten, die es dafür braucht. Man nehme zunächst eine attraktive Kulisse, ein schönes Bauwerk oder einen malerischen Ort – davon gibt es etliche in der näheren und weiteren Umgebung. Der Oberknaller ist natürlich eine Kombination aus schönem Bauwerk und toller Kulisse. Oder malerischem Ort mit fantastischem Panorama.

Nun braucht es noch die geeignete Infrastruktur. Denn Menschen statten in der Regel nur den Orten einen Besuch ab, die leicht mit ihren Reiseplänen zu verbinden sind. Eine einfache Erreichbarkeit, die zudem erschwinglich ist, ebnet hier den Weg zur Sehenswürdigkeit. Zuletzt braucht es noch etwas Werbung – der betreffende Ort muss möglichst oft im Kopf des potenziellen Besuchers landen, damit er ihn als „sehenswert“ wahrnimmt. Ein medialer Hype in der Zeitung oder via Instagram befeuert die Neugier: Was ist wirklich dran an den tollen Geschichten?

Apropos Geschichten: Auch das verhilft so einigen belanglosen Stätten zu unglaublichem Ruhm. Sobald es eine Story zu dem betreffenden Ort gibt, sich eine Legende um ihn rankt, wirkt das wie ein Brandbeschleuniger. Als Beispiel sei nur mal der angebliche Balkon von Romeo und Julia in Verona genannt, ein kleiner, schlichter Anhang eines steinernen Hauses. Dass es in Shakespeares Theaterstück gar keinen Balkon gab (der zu seinen Zeiten auch völlig unüblich gewesen wäre), stört die Besucher kaum. Allein der romantischen Geschichte wegen sind sie bereit, Eintritt zu zahlen und sich einen Balkon anzusehen, wie er überall sonst in der Stadt zu sehen sein könnte.

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© outcast85, iStock Der angebliche Balkon von Romeo und Julia in Verona Der angebliche Balkon von Romeo und Julia in Verona
Mauro Morandi: der Eremit vom rosa Strand https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/mauro-morandi-der-eremit-vom-rosa-strand.html Solveig Michelsen 5689 20201109T101700 Mauro Morandi lebt seit 31 Jahren als einziger Mensch auf einer kleinen Insel vor Sardinien und schützt dort aktiv die Natur. Weil diese aber zum Nationalpark erklärt wurde, darf die Insel nicht mehr bewohnt werden. Mit einer Petition wehrt sich der Einsiedler nun gegen seinen Rauswurf.

Budelli ist eine winzigkleine Insel nördlich von Sardinien. Nur zwei Kilometer lang, eineinhalb Kilometer breit. Trotzdem ist Budelli vielen Menschen ein Begriff. Und das liegt nicht nur am rosa Sandstrand, der als Seltenheit im Mittelmeerraum gilt. Sein einziger Bewohner, Mauro Morandi, setzt sich seit über 30 Jahren für den Naturschutz vor Ort ein. Besucher klärt er zum Beispiel über die Fragilität dieses Paradieses auf oder pfeift sie zurück, wenn sie die Absperrung zum rosa Sandstrand ignorieren oder ein wenig davon nach Hause mitnehmen wollen. Das ist wesentlich effektiver und nachhaltiger als etwa eine Überwachung per Videokamera.

Trotzdem soll der 81-jährige Eremit sein Paradies verlassen. Seit die Insel dem Nationalpark des Maddalena-Archipels zugeschlagen wurde, gilt das Gesetz, wonach in streng geschützten Gebieten niemand dauerhaft wohnen darf. Bislang wurde Morandi geduldet, da er aktiv zum Erhalt dieses Kleinods beigetragen hat. Doch damit soll nun endgültig Schluss sein. Vorerst wurde er wegen Umbaumaßnahmen des einzigen Gebäudes aufs Festland ausquartiert; seine Sorge ist allerdings, dass man ihn danach nicht mehr zurücklässt und dies nur als Vorwand benutzt. Während sich die einen aufs Nationalpark-Gesetz stützen, werfen ihm andere vor, als Nicht-Sarde auf einer sardischen Insel nichts zu suchen zu haben. Der Umweltschützer wehrt sich nun in Form einer Petition, die bis dato schon über 70.000 Unterschriften hat.

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© salva.tours, Shutterstock Der rosa Sandstrand ist eine Besonderheit der sardischen Insel Budelli. Der rosa Sandstrand ist eine Besonderheit der sardischen Insel Budelli.
Essenziell und kostenlos: Lawinenschulungen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/essenziell-und-kostenlos-lawinenschulungen.html Solveig Michelsen 5680 20201028T085900 Die Risiken abseits der Piste werden noch immer von zahlreichen Freeridern und Tourengehern unterschätzt. Selbst für Experten ist die Einschätzung der Lawinengefahr keine einfache Sache. Unabdingbar ist deshalb eine Lawinenschulung, die Interessierte mit dem nötigen, im Ernstfall überlebensnotwendigen Wissen ausstattet.

Immer mehr Menschen reizt die Abfahrt abseits der Piste. Was gleichbedeutend ist mit: abseits des Trubels, mitten in der Natur, auf sich allein gestellt. Aber eben auch ein großes Risiko beinhaltet, das von vielen vernachlässigt wird, weil es nicht sichtbar ist. Bzw. erst dann, wenn es zu spät ist: die Lawinengefahr.

Da ihre Beurteilung sehr komplex ist, reicht es nicht, die aktuell ausgegebene Lawinenwarnstufe zu kennen. Auch ein aufblasbarer Lawinen-Rucksack bietet nur ein kleines Plus an Sicherheit. Relevant ist das Urteilsvermögen der jeweiligen Situation vor Ort.

Das Angebot an Lawinenschulungen ist dennoch eher dünn gesät. Der Bergsport-Ausstatter Ortovox möchte mit seinen Avalanche Nights Wissenslücken füllen und bietet zwischen Oktober und Januar 2021 in zahlreichen deutschen, österreichischen und Schweizer Orten kostenlose Workshops in teilnehmenden Sportgeschäften an. Dort schulen Bergführer in interaktiven dreistündigen Kursen und vermitteln den Teilnehmenden Grundlagen der Lawinen- und Schneekunde sowie die richtige Tourenplanung – selbstverständlich mit speziellem Hygienekonzept.

Termine und Orte gibt es hier.

Update 30.10.:

Die Avalanche Nights mussten aufgrund der neuen Corona-Verordnungen leider abgesagt werden. Wer sich trotzdem in Sachen Sicherheit und Lawinenkunde auf den Winter vorbereiten möchte, kann dies über die digitale Lernplattform SAFETY ACADEMY LAB SNOW tun oder sich – ebenfalls kostenlos – hier das Buch downloaden.

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© Hansi Heckmair, Ortovox Beim Freeriden fährt immer die Lawinengefahr mit. Beim Freeriden fährt immer die Lawinengefahr mit.
Welche sind die „guten“ Länder? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/welche-sind-die-guten-laender.html Solveig Michelsen 5677 20201016T102000 Der Good Country Index nimmt die einzelnen Staaten nicht für einzelne Leistungen ins Visier, sondern blickt auf ein Gesamtergebnis: Wie viel tragen sie zum globalen Wohlergehen bei? Wie selbstlos agieren sie dabei und haben damit einen positiven Effekt auf andere Länder? Deutschland ist unter den Top Ten dabei.

Auch 2020 wieder wurde der Good Country Index für alle Staaten dieser Erde erstellt. Er misst, wie viel ein Land zum Wohlergehen der gesamten Menschheit und des Planeten beiträgt – fairerweise abhängig von seinem relativen Wohlstand. 35 Messgrößen aus sieben Kategorien werden dafür berücksichtigt: Wissenschaft und Technologie, Kultur, internationaler Frieden und Sicherheit, Weltordnung, Planet und Klima, Wohlstand und Gleichheit sowie Gesundheit und Wohlbefinden. Punkte gibt es dann zum Beispiel für die Anzahl der publizierten wissenschaftlichen Artikeln im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, Punktabzug für Waffen- und Munitionsexporte. Die Anzahl der Nationalitäten, denen eine visafreie Einreise gewährt wird, sorgt für Pluspunkte, während die Anzahl der ins Ausland geflohenen Personen den Index nach unten ziehen. Auch der ökologische Fußabdruck, die Größe des Fair-Trade-Marktes und humanitäre Hilfsbeiträge tragen zum Ranking bei.

Auf Platz eins steht dieses Jahr Finnland, gefolgt von den Niederlanden, Irland und Schweden. Deutschland findet sich auf Platz fünf wieder, danach freuen sich Dänemark, die Schweiz, Norwegen, Frankreich und Spanien über gute Plätze. Wer sich über jede einzelne Beurteilung informieren möchte, kann dies auf www.goodcountry.org tun.

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© Rawpixel.com, Shutterstock Einige Länder tragen wesentlich mehr zum globalen Wohlergehen bei als andere. Einige Länder tragen wesentlich mehr zum globalen Wohlergehen bei als andere.
Should I stay or should I go? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/should-i-stay-or-should-i-go.html Solveig Michelsen 5676 20201013T112600 Keine leichte Frage: Soll und kann man einen Urlaub fürs nächste Jahr überhaupt planen in diesen Zeiten? Ist es sogar ratsam, möglichst früh zu buchen, um neben den „Nachholern“ geplatzter Urlaube aus diesem Jahr noch einen Platz zu bekommen? Oder heißt die Devise abwarten und Tee trinken?

Die Unsicherheit bezüglich der Urlaubsplanung 2021 ist groß. Im Netz kursieren Gerüchte, dass aufgrund der verschobenen Urlaube aus dem Jahr 2020 die guten Plätze rar werden. Oder ist das nur ein Marketing-Trick der Reisebranche, um alle Urlaubsreifen zum Abschluss einer Buchung zu bringen? Wirft man einen Blick auf die steigenden Infektionszahlen und die Anzahl der ausgewiesenen Risikogebiete, verliert man schnell den Mut, sich mit konkreter Planung zu beschäftigen.

Fest steht nur eines: „Nix Genaues weiß man nicht.“ Auch die Touristiker haben keine Kristallkugel, um künftige Entwicklungen vorauszusehen. Trotzdem versuchen sie, mit flexiblen Angeboten den Urlaubern entgegenzukommen. So erlauben etliche große Pauschalreise-Anbieter eine unkomplizierte Umbuchung bis kurz vor knapp. Dazu kommt die seit 1. Oktober 2020 geltende Regelung, dass Risikogebiete nun automatisch mit einer Reisewarnung belegt werden, ergo dem Verbraucher damit ein Stornierungsrecht zusteht. (Achtung: Bei Individualbuchungen gilt das Recht des jeweiligen Anbieters!) Das macht es einfacher, ins Blaue hinein zu planen und zu hoffen. Zumindest wenn man nicht auf Fernreisen setzt. Im schlimmsten Fall bleibt immer noch die Option: Fahrrad aus dem Schuppen und die Gegend vor der Haustüre erkunden.

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© JayKay57, istock Wer 2021 auf Fernreisen setzt, geht ein großes Risiko ein. Wer 2021 auf Fernreisen setzt, geht ein großes Risiko ein.
"Essbare Städte" https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/essbare-staedte.html Solveig Michelsen 5672 20201005T112600 Der Platz- und Grünmangel in den Städten macht erfinderisch: Urbaner Raum wird vermehrt für den Anbau von Lebensmitteln genutzt. Nach Großbritannien erobert das Projekt „essbare Stadt“ auch Deutschland. Über 40 Städte nehmen inzwischen an der weiterhin wachsenden Idee teil. Auch die soziale Komponente, die dabei entsteht, ist willkommen.

Im „Incredible Edible Network“ Großbritanniens sind bereits mehr als 100 Gruppen vernetzt. In Deutschland sind es immerhin schon über 40 Städte, die an dem deutschen Ableger davon teilnehmen. „Essbare Stadt“ nennt sich das Projekt, das urbane Flächen für den Anbau von Lebensmitteln bestmöglich nutzen will. Diese Flächen umfassen übrigens auch vertikale Elemente wie Wände oder Dachflächen. Aber auch bereits vorhandene öffentliche Quellen werden integriert. So kartografierte die teilnehmende Stadt Ulm zum Beispiel über 1.500 Obstbäume im Stadtgebiet, deren Früchte von jedermann geerntet werden dürfen. Veröffentlicht werden die Standorte auf Karten der Organisation Mundraub.org, die ähnliche Ziele verfolgt.

In Andernach wirbt das Stadtmarketing mit „Pflücken erlaubt“. Mit dem Projekt „essbare Stadt“ werden Ziele verfolgt wie die Vielfalt von Kulturpflanzen und Agrobiodiversität, die Schaffung neuer Lebensräume, die Gestaltung multifunktionaler Grünflächen, die stadtklimatische Aufwertung durch Begrünung und die Aktivierung der Bürger für die Gestaltung der eigenen Stadt. Auch der soziale Aspekt einer gemeinsamen, unbeschränkten Nutzung ist also willkommen.

Und Lüneburg twitterte im September: „Leckere Äpfel und Birnen! Mitnehmen unbedingt erwünscht!! Überall im Stadtgebiet stehen alte Obstbäume und tragen viele Früchte. Die dürft ihr gerne aufsammeln.“ Manche veranstalten gemeinsame Ernte-Aktionen. Wer wissen möchte, ob sich in der näheren Umgebung eine „essbare“ Stadt befindet, kann sich unter www.essbare-stadt.net informieren.

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© topseller, Shutterstock Nicht nur in Lüneburg gibt es reife Äpfel zu pflücken ... Nicht nur in Lüneburg gibt es reife Äpfel zu pflücken ...
Reisen fördert die kindliche Entwicklung https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/reisen-foerdert-die-kindliche-entwicklung.html Solveig Michelsen 5667 20200928T093300 Reisen erweitert den Horizont, stößt neue Türen auf und öffnet frische Kraftquellen. Dieses oft zu hörende Mantra begeisterter Globetrotter gilt jedoch nicht nur für Erwachsene. Auch Kinder profitieren vom Unterwegssein. Verhaltensbiologin Dr. Gabriele Haug-Schnabel hat dies im Gespräch mit dem Ferienunterkunftsportal HomeToGo erläutert.

Es gibt zahlreiche Eltern, die Bedenken haben, ihr Kind aus einem geregelten Alltag herauszureißen, es mit unbekannten und ungewohnten Dingen zu konfrontieren, wie es auf Reisen nun einmal unumgänglich ist. Dabei fördert der Kontakt mit neuen Situationen – solange er kindgerecht dosiert wird – die kindliche Entwicklung sogar. Die Verhaltensbiologin Dr. Haug-Schnabel hat in Zusammenarbeit mit HomeToGo eine ganze Reihe von Vorteilen erläutert:

  • Aktivierung des Gehirns: Durch die Modi Spielen und Suchen werden bei Kindern Gehirnstrukturen im limbischen System aktiviert, die Oxytocin, Dopamin und Opioide ausschütten – Stoffe, die den Stress abbauen und das Wohlbefinden steigern.
  • Entspannung: „Bis auf wenige Ankomm-, Weiter- und Rückreisezeiten werden eher erholsame Abschnitte – ohne Blick auf die Uhr – den Tagesablauf dominieren, was viele Babys und Kleinkinder sofort spüren und durch ebenfalls ruhigeres Verhalten spiegeln.“
  • Kreativität und Offenheit: Neue Eindrücke und Situationen aktivieren auch die geistige Mobiliät.
  • Verstärkte Bindung: „Wenn weniger Alltagsroutinen den Tag diktieren, können sich Eltern leichter auf das Spiel und die Aktivitätswünsche der Kinder einlassen. Sie beeinflussen durch ihre Gelassenheit und durch sanfte Rhythmisierung die Ausdauer und das Wohlbefinden der Kinder.“ Das stärkt auch die familiäre Bindung.

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© Andrew Rich, iStock Auf Reisen gibt es für alle Altersstufen viel zu entdecken. Auf Reisen gibt es für alle Altersstufen viel zu entdecken.
Rom: Flughafen für Corona-Konzept ausgezeichnet https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/rom-flughafen-fuer-corona-konzept-ausgezeichnet.html Solveig Michelsen 5666 20200921T093100 Als erster Flughafen wurde Rom Fiumicino für seine Corona-Sicherheitsmaßnahmen mit dem Fünf-Sterne-Rating der Luftfahrt-Agentur Skytrax ausgezeichnet. Untersucht wurde unter anderem die Effizienz der Covid-19-Schutzmaßnahmen, aber auch die Verständlichkeit spezieller Hinweisschilder.

Dass der Flughafen Rom Fiumicino, auch bekannt unter dem Namen „Leonardo da Vinci Airport“, seine Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen sehr ernst nimmt, merken auch die Besucher. Rund 40 Beschäftigte kümmern sich ausschließlich darum, dass Sicherheitsstandards wie das Abstandsgebot und das Tragen der Masken eingehalten werden. Das Reinigungspersonal ist gehäuft anzutreffen; zudem kommen spezielle UV-Desinfektionsmethoden zum Einsatz. Die Effizienz der Maßnahmen wurden mit so genannten ATP-Tests nachgewiesen. Überall sind Schilder in etlichen Sprachen zu entdecken, die einfache und unmissverständliche Hinweise geben. Ankommende und abfliegende Passagiere werden nun noch stärker voneinander getrennt.

Sämtliche Maßnahmen zusammengenommen haben dem Flughafen in Rom nun die Fünf-Sterne-Auszeichung eingebracht. Zum Vergleich: London Heathrow wurde lediglich mit drei Sternen ausgezeichnet.

Hier können Sie selbst die Ratings der einzelnen Flughäfen einsehen (wird nach und nach vervollständigt): www.skytraxratings.com/about-covid-19-airport-ratings

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© ambrozinio, Shutterstock Der Flughafen in Rom wurde für seine Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen mit 5 Sternen ausgezeichnet. Der Flughafen in Rom wurde für seine Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen mit 5 Sternen ausgezeichnet.
Formationsflüge: fliegen wie die Vögel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/formationsfluege-fliegen-wie-die-voegel.html Solveig Michelsen 5665 20200917T082400 Es klingt so logisch, dass man sich wundert, nicht schon früher auf die Idee gekommen zu sein: Würden sich Flugzeuge die aerodynamischen Vorteile eines Vogelschwarms zunutze machen, könnte man den Spritverbrauch deutlich senken. Leider sind die Testbedingungen nicht ganz so einfach.

Haben Sie schon einmal wilden Gänsen beim Fliegen zugesehen? Sie bilden eine perfekte V-Formation – und das nicht, um unser Auge zu erfreuen, sondern weil es deutliche aerodynamische Vorteile hat: Die hinterherfliegenden Vögel nutzen den Aufwind der so genannten Wirbelschleppen, den die vorausfliegenden Gänse verursachen.

Solche zopfartigen, gegenläufig drehenden Luftverwirbelungen verursachen auch Flugzeuge. Je nach Gewicht größere oder kleinere. Da große Verwirbelungen kleinere Flugzeuge bis zum Absturz bringen können, muss beim Starten und Landen jeweils gewartet werden, bis sich diese abgeschwächt haben oder verblasen wurden; während des Reiseflugs muss auf einen Abstand von 9,3 Kilometern geachtet werden.

Die Vögel hingegen nutzen den entstandenen spiralförmigen Aufwind, um Kraft zu sparen. Dieser Gedanke steckt auch hinter dem Projekt "fello’fly", mit dem Airbus die Machbarkeit der so genannten „Wirbelschleppen-Energie-Rückgewinnung“ in der kommerziellen Luftfahrt beweisen will. Dafür sollen zwei A350-Modelle im Abstand von rund drei Kilometern hintereinander her fliegen. Für eine Umsetzbarkeit müssen unter anderem Themen wie rechtliche Neuregulierung oder Verfahren in Notfällen geklärt werden. Auch die Wirbelschleppen-Vorhersagemodelle müssen für diesen Zweck noch verfeinert werden. Eine kommerzielle Einführung hält Airbus deshalb vor 2025 für nicht möglich.

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© Giancarlo Liguori, Shutterstock Von den Vögel lässt sich auch für die kommerzielle Luftfahrt noch einiges abschauen. Von den Vögel lässt sich auch für die kommerzielle Luftfahrt noch einiges abschauen.
Sightseeing unter Corona-Bedingungen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/sightseeing-unter-corona-bedingungen.html Solveig Michelsen 5664 20200915T155900 Seit Anbeginn des Tourismus wie wir ihn heute kennen hat noch nichts die Reisewelt so erschüttert wie die Auswirkungen von Covid-19. Die meisten Menschen haben ihren Bewegungs- und Urlaubsradius deutlich eingeschränkt. Das macht einige stark besuchte Hot Spots um ein paar tausend Besucher ärmer – und für einige damit doppelt so attraktiv.

Neuschwanstein

Neuschwanstein und das Oktoberfest – das sind zwei Begriffe, die man auch im außereuropäischen Ausland gut kennt. Neuschwanstein als Inbegriff einer Märchenburg, die auf einem spitzen Felsen thront, ist nicht erst seit Walt Disney's Cinderella-Schloss beliebt bei US-Amerikanern; bei den meisten Asiaten steht es sowieso auf der Bucket List. Von den sonst jährlich 1,5 Millionen Besuchern kommt nur die Hälfte aus Europa. Das reduziert die Besuchermassen während Corona deutlich. Obendrein sorgen die Corona-Auflagen für stark reduzierte Führungsgruppen: Nur mehr 10 Personen dürfen daran teilnehmen; vor Ausbruch der Pandemie waren es 58. Auch die Taktung ist geschrumpft, sodass seit 2. Juni, dem Tag der Wiedereröffnung, nur noch 10% der bisherigen Besucher durch die Gemächer geführt werden. Eine einmalige Chance, diese einzigartige Sehenswürdigkeit unter ruhigeren Vorzeichen kennen zu lernen.

Rothenburg ob der Tauber

Ähnlich verhält es sich mit der lieblichen Fachwerk-Stadt Rothenburg. Normalerweise ein Touristenmagnet für Amerikaner und Japaner, verzeichnet sie dieses Jahr nur rund 10% der Touristen. Was für Gaststätten, Hotels und Geschäfte, die auf viele tausend Besucher eingestellt sind, ein Fiasko ist, bedeutet für andere eine einmalige Gelegenheit: einsam durch historische Gassen schlendern oder kurzfristig ein gutes Zimmer bekommen.

Berliner Mauer

Ein Minus von fast 60% der Besucherzahlen musste die Bundeshauptstadt Berlin im ersten Halbjahr hinnehmen. Das zieht immerhin noch ein paar zusätzliche Deutsche an, die sich die Reste der Berliner Mauer, das Brandenburger Tor oder andere Sehenswürdigkeiten in Ruhe ansehen wollen. So wenige Touristen hatte es zuletzt im Jahr 2004 gegeben.

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© btrenkel, iStock So „einsam“ bekommt man Schloss Neuschwanstein selten zu Gesicht. So „einsam“ bekommt man Schloss Neuschwanstein selten zu Gesicht.
Tag des offenen Denkmals dieses Jahr als digitale Veranstaltung https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/tag-des-offenen-denkmals-dieses-jahr-digital.html Sarah Uhrig 5657 20200908T100600 Jedes Jahr im September öffnen normalerweise deutschlandweit über 7.500 historische Stätten kostenlos ihre Pforten. Dieses Jahr findet der Tag des offenen Denkmals am 13. September digital statt. Unter dem Motto Nachhaltigkeit können Interessierte rund 800 digitale Veranstaltungen aus sechs Themenwelten entdecken, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen.

Berlin: Siedlungen der Berliner Moderne entdecken

Ganz ohne lange Anreise können Architekturfans dieses Jahr sechs "Siedlungen der Berline Moderne" erkunden, die 2008 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden. In einem Web-Rundgang gibt es Informatives, aber auch Anekdoten und Geschichten. Zum Beispiel zur Hufeisensiedlung Berlin-Britz, die 1925-30 von Bruno Taut, Martin Wagner und Leberecht Migge als Antwort auf die große Wohnungsnot zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplant wurde und wie die anderen Welterbe-Siedlungen städtebaulich richtungsweisend war.

Burglandschaft Spessart und Odenwald: Schnitzeljagd mit Ritter Roland

Im Themenbereich Junge Menschen sind Kinder und Erwachsene auf eine Schnitzeljagd durch die Burglandschaft Spessart und Odenwald eingeladen, der über sechzig Kulturdenkmale in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen angehören. Ritter Roland gibt an neun digitalen Stationen Rätsel auf oder muss gesucht werden, um am Ende den Namen seiner zukünftigen Braut herauszufinden. Wer das Lösungswort einsendet, bekommt zum Dank ein echtes Knappen-Diplom ausgestellt! Zu entdecken sind auf der 30-minütigen Schnitzeljagd Bilder, Filme und 360-Grad-Panoramen.

Altes Schloß Valley: Führung durch das Orgelzentrum Valley

Musikliebhaber sind bei der digitalen Führung durch das Alte Schloss Valley an der richtigen Stelle. Das Schloss zwischen München und Rosenheim ist in mehreren Bauphasen seit dem 12. Jahrhundert entstanden. Der heutige Eigentümer hat über Jahrzehnte Orgeln vor dem Verfall gerettet und im Schloss zusammengetragen. Im Rahmen des Rundgangs kann am digitalen Tag des offenen Denkmals das Kultur- und Orgelzentrum im Alten Schloss erkundet werden. Auch musikalische Kostproben wird es geben.

Weitere Infos und das komplette digitale Programm rund um den Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020 gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstaltungen

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Auch das Wasserschloss Mespelbrunn kann auf der Schnitzeljagd mit Ritter Roland erkundet werden © CA Irene Lorenz, shutterstock.com Auch das Wasserschloss Mespelbrunn kann auf der Schnitzeljagd mit Ritter Roland erkundet werden © CA Irene Lorenz, shutterstock.com
App „Sicher Reisen“ erleichtert den Durchblick https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/app-sicher-reisen-erleichtert-den-durchblick.html Solveig Michelsen 5643 20200720T094700 Die Einreise- und Quarantänebestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Noch dazu ändern sich diese Regelungen, da auf die aktuelle Lage reagiert wird – manches wird wieder verschärft, anderes gelockert. Um den Überblick zu behalten, hat das Auswärtige Amt eine nützliche App herausgegeben: „Sicher Reisen“ heißt sie.

Für die konkrete Urlaubsplanung 2020 fehlt vielen Menschen der Überblick: In welches Land komme ich ohne Quarantänepflicht? Wo besteht Maskenpflicht? Für welche Region existiert eine Reisewarnung, die mir die Rückkehr nach Deutschland erschwert? Um bei all diesen Fragen auf dem aktuellsten Stand zu sein, empfiehlt sich die App des Auswärtigen Amtes „Sicher Reisen“ (für Android und iOS).

Darin kann man gewünschte Länder mit einem Pin versehen. Ändert sich der Reise- und Sicherheitshinweis für den zuvor ausgewählten Favoriten, wird man via Push-Nachricht darüber informiert. Darüber hinaus sind die weltweiten Länderinformationen des Auswärtigen Amtes schnell abrufbar, die Adressen der deutschen Vertretungen im Ausland und der Vertretungen des Reiselands in Deutschland hinterlegt. Ergänzt wird die App durch eine Checkliste für die Reisevorbereitung sowie Hinweise für das Verhalten in Notfällen (z.B. was tun bei Passverlust).

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© cherezoff, iStock Mit der App vom Auswärtigen Amt ist man sicher unterwegs. Mit der App vom Auswärtigen Amt ist man sicher unterwegs.
Legal campen in wilder Natur https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/legal-campen-in-wilder-natur.html Solveig Michelsen 5636 20200727T094900 Den Gedanken teilen viele: Campen ist die ideale Urlaubsform in Zeiten von Corona. Aber nicht auf überfüllten Zeltplätzen. Am liebsten in freier Natur. Nur ist das nicht erlaubt in Deutschland. Oder vielleicht doch? „Hinterland“ hat einen möglichen Weg gefunden.

Die Mission von Hinterland lautet „Sommer 2020 retten“. Gemeint ist damit das Urlaubsgefühl in Zeiten von Corona. Das einen zu privateren, abgeschiedeneren Urlaubsformen veranlasst, die nur leider nicht immer erlaubt sind in Deutschland. Zum Beispiel das wilde Campen in freier Natur. Aus dieser Sehnsucht hat Hinterland eine Vermittlungsplattform geschaffen, die Menschen mit Wald- und Wiesengrundstücken mit Campern zusammenbringt.

Noch finden sich nur wenige Angebote auf der Webseite www.hinterland.camp, doch die Idee ist so einfach wie genial und kostet weder den Anbieter noch den Interessenten etwas. Besitzer eines Gartens oder eines freien Grundstücks können auf der Plattform ihr Angebot mit Foto(s) hochladen – zu ihren Bedingungen und Preisen. Der Zelter oder Wohnmobilist kann dann über eine Deutschlandkarte oder direkt über die Angebote suchen, was ihm zusagt. So lassen sich vielleicht nicht nur schöne private Flecken zum Zelten finden, sondern auch noch nette Gastgeber. Denn die wahre Würze eines Urlaubs ist doch immer wieder eine schöne Begegnung mit Menschen vor Ort.

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© Ina Peter, iStock Privat zelten im fremden Garten? Kein Problem mit Hinterland.camp Privat zelten im fremden Garten? Kein Problem mit Hinterland.camp
Die sichersten Urlaubsländer in Zeiten von Covid-19 https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-sichersten-urlaubslaender-in-zeiten-von-covid-19.html Solveig Michelsen 5635 20200707T082900 Corona alias Covid-19 beeinflusst unser Urlaubsverhalten gehörig. Schließlich gibt es etliche Lieblingsdestinationen, die momentan nicht gerade zu den sicheren Reiseländern zählen. Doch wo lässt es sich entspannt urlauben? Wir haben ein paar Oasen ausfindig gemacht.

Die Wahl des Urlaubslands läuft dieses Jahr ganz anders ab als sonst: Die reine Attraktivität tritt zurück hinter Faktoren wie vertretbare Anreise, medizinischer Standard vor Ort und Infektionszahlen im Land. Dies führt natürlich zu ganz anderen Ergebnissen – und vielleicht auch überraschenden Destinationen, denen man unter anderen Umständen keinen zweiten Gedanken geschenkt hätte.

Corona-frei: Island

Als erstes europäisches Land konnte Island Ende Mai den Status „coronafrei“ vermelden; am 4. Juli 2020 gab es nur drei neue Infektionsfälle im ganzen Land. Damit dies so bleibt, wird die Einreise streng gehandhabt: Der Besucher hat die Wahl zwischen einer zweiwöchigen Quarantäne – was wohl die wenigsten Urlauber in Betracht ziehen – und einem Corona-Test, der seit 1. Juli kostenpflichtig ist (9000 SEK, knapp 60 Euro). Dafür kann man sich dann vor Ort maskenfrei bewegen, mit einem Sicherheitsabstand von zwei Metern. Darüber hinaus wird sich der Island-Urlauber ohnehin vorwiegend draußen aufhalten: Dank einer überwältigenden Natur stehen Outdoor-Sportarten an erster Stelle. Eine Ansteckung erscheint damit extrem unwahrscheinlich.

Ohne Maskenpflicht: Dänemark

Für viele bedeutet Urlaub Entspannung. Die für manche von der lästigen Maskenpflicht vereitelt wird. Warum also nicht nach Dänemark fahren? Dort kann man sich komplett maskenfrei bewegen (außer am Flughafen) – mit der Begründung, dass der Nutzen nicht einwandfrei bewiesen sei. Lediglich die Abstandsregel von einem Meter gilt es hier einzuhalten. Auch die Möglichkeit zur Autoanreise mag für viele ein positives Argument sein. Die Zahl der Neuinfektionen lag zuletzt (Stand 3. Juli 2020) bei 17 fürs gesamte Land.

Einsamkeit statt Massenauflauf: Baltikum

Auf viele wirken die Bilder von überfüllten Stränden – ob in Italien oder England – abschreckend. Was viele nicht wissen: Auch im Baltikum – den Ländern Estland, Lettland und Litauen – kann man im Sommer hervorragend in der Ostsee baden. Und noch vieles mehr. Die Hauptstädte Riga, das Jugendstilzentrum von Lettland, das mittelalterliche Tallinn in Estland und die Kirchenstadt Vilnius in Litauen sind unbedingt einen Besuch wert. Die Zahlen der Neuinfektionen waren zuletzt (4. Juli 2020) ebenfalls sehr niedrig: Estland 1, Lettland 0, Litauen 3.

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© anshar73, iStock Auch Tallinn, Hauptstadt von Estland, hat einiges zu bieten. Auch Tallinn, Hauptstadt von Estland, hat einiges zu bieten.
Grüne Strände gegen den Klimawandel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/gruene-straende-gegen-den-klimawandel.html Solveig Michelsen 5634 20200713T094100 Die Non-Profit-Organisation „Project Vesta“ will den Klimawandel auf ungewöhnliche Weise bekämpfen: mit grünen Stränden. Mithilfe des grünen Minerals Olivin soll der Luft Kohlendioxid entzogen werden. Diese „Negativ-Emissions-Strategie“ ist kostengünstig und nachhaltig.

Grüne Strände sind nicht etwa der letzte Instagram-Schrei, sondern ein ehrgeiziges Projekt im Kampf gegen den Klimawandel: Sie sollen der Luft bis zu einer Billion Tonnen Kohlendioxid entziehen. Die Vision von Project Vesta stützt sich dabei auf das grüne Mineral Olivin, das einen natürlichen Prozess um ein Vielfaches beschleunigen soll.

Fällt Regen auf vulkanisches Gestein, wird dieses ein wenig aufgelöst und eine chemische Reaktion getriggert, bei der Kohlendioxid in Form von Bikarbonat ins Wasser gezogen wird. Viele Meerestiere verwenden dieses Bikarbonat, um Schalen zu bilden, die nach und nach zu Kalk auf dem Meeresboden werden.

Project Vesta will nun Olivin, ein günstiges und weit verbreitetes Mineral, großzügig an vielen Stränden verteilen, um die Bindung von Kohlendioxid zu beschleunigen. Studien haben die Wirksamkeit schon belegen können – nun muss die Praxis erprobt werden. Herausforderungen reichen dabei von der Finanzierung bis hin zum Durchdenken etwaiger ökologischer Konsequenzen.

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© Project Vesta Könnte den Klimawandel deutlich verlangsamen: grüner Sand Könnte den Klimawandel deutlich verlangsamen: grüner Sand
Einreise nach Island: Test statt Quarantäne https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/einreise-nach-island-test-statt-quarantaene.html Solveig Michelsen 5627 20200625T125200 Statt einer Quarantäne bietet Island bei einer Einreise eine Alternative an: Wer sich einem Corona-Schnelltest unterzieht (und diesen mit negativem Ergebnis besteht), darf ohne Auflagen einreisen. Hier die Details dazu.

Island war eines der ersten Länder weltweit, die sich Ende Mai die Errungenschaft „coronafrei“ auf die Fahnen schreiben konnten. Dank einer schnellen Reaktion auf das Virus – Rückkehrer aus Tirol wurden zum Beispiel bereits ab Ende Februar in Quarantäne gesteckt, obwohl erst am 7. März der erste offizielle Ischgl-Corona-Fall bestätigt wurde – und einer umfangreichen Testung (17% der Bevölkerung unterzogen sich Covid-19-Tests) konnte die Ausbreitung früh eingegrenzt werden – sogar ohne dabei Grundschulen oder Restaurants zu schließen.

Um sich diesen Status zu bewahren, werden die Grenzen nicht geschlossen, aber Einreisende vor die Wahl gestellt: zweiwöchige Quarantäne oder Corona-Schnelltest. Um das Testverfahren zu beschleunigen, wird Flugpassagieren das Ausfüllen eines Voranmeldeformulars empfohlen. Dies umfasst persönliche Kontakt- und Fluginformationen sowie Reisedaten und Adressen während des Aufenthaltes in Island und ist auf www.covid.is abrufbar.

Bis zum 30. Juni werden diese Tests kostenlos angeboten; danach wird eine Gebühr von 15.000 ISK (knapp 100 Euro) fällig. Kinder der Jahrgänge 2005 und jünger sind von dem Prozedere befreit.

App mit wichtigen Informationen zur aktuellen Covid-19-Situation auf Island soiwie Kontaktdaten zu den Gesundheitsbehörden: www.covid.is/app/de

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© HannamariaH, iStock Seit Ende Mai bereits coronafrei: Island Seit Ende Mai bereits coronafrei: Island
Skurrile Museen – endlich wieder geöffnet https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/skurrile-museen-endlich-wieder-geoeffnet.html Solveig Michelsen 5626 20200622T124500 Post Corona: Langsam kehrt das kulturelle Leben wieder zurück. Unter Auflagen geöffnet werden dürfen zum Beispiel die Museen. Wer bislang an verstaubte Ausstellungsstücke gedacht hat, hat die Chance, sich endlich eines Besseren belehren zu lassen. Zum Beispiel bei einem Besuch des Dackelmuseums in Passau. Oder dem Schweinemuseum in Stuttgart.

Attraktive Museen lassen sich sehr oft in zwei Sparten unterteilen: Die einen überzeugen durch Interaktivität, also Einbeziehung der Besucher. Die anderen besetzen eine extreme Nische, die ihnen einen begeisterten Fanclub beschert. Skurrile Museen tummeln sich auf dem zweiten Feld und versprühen damit einen ganz besonderen Charme, dem sich auch Menschen jenseits der eingefleischten Fangemeinde nicht entziehen können.

Beispiel gefällig? Der Dackel – neben dem Schäferhund der Deutschen liebstes Hundehaustier – hat in Passau 2018 ein eigenes Museum bekommen. Mehrere tausend Exponate sind in den Räumen am Residenzplatz zu bewundern. Die beiden Gründer Josef Küblbeck und Oliver Storz, selbst Dackelbesitzer, haben die Stücke über Jahrzehnte zusammengetragen, von Flohmärkten und Antiquariaten, sogar eine umfangreiche Schenkung eines Dackelfans ist dabei. Seit der Barockzeit sei der Dackel vor allem bei Adelsfamilien beliebt, erzählen die Initiatoren. Auch heute noch gilt der „Wursthund“, wie er im Englischen genannt wird, als Inbegriff bayerischer Gemütlichkeit.

Einem anderen Tier ist das Museum in Stuttgart gewidmet: dem Schwein. Hier geht es nicht nur um Devotionalien, sondern auch um Schweinerassen, die Wildschweinjagd oder Glücksschweine. 45.000 Objekte sind in insgesamt 27 Räumen zu besichtigen; für Sonderausstellungen werden immer wieder bekannte Künstler gewonnen. Der Untertitel „Kunst, Kultur und Kitsch“ verspricht mit einem Augenzwinkern: Hier hier darf voyeuristisch gegafft, gelacht, aber auch gelernt werden.

Mehr skurrile Museen finden Sie im DuMont Geschenkbuch „Schräge Museen“.

Informationen zu aktuellen Öffnungszeiten und mehr finden Sie unter www.dackelmuseum.de und www.schweinemuseum.de

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© Schweinemuseum Stuttgart Die beiden Gründer des Dackelmuseums, Josef Küblbeck und Oliver Storz, statten dem Schweinemuseum einen Besuch ab. Die beiden Gründer des Dackelmuseums, Josef Küblbeck und Oliver Storz, statten dem Schweinemuseum einen Besuch ab.
Zero Real Estate: Hotel-Biwak in den Schweizer Bergen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/zero-real-estate-hotel-biwak-in-den-schweizer-bergen.html Solveig Michelsen 5625 20200629T125400 Ist das noch Übernachtung oder ist das schon Kunst? Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin sowie der Hotelexperte Daniel Charbonnier stellen mit ihrem Projekt die Frage: Was ist Luxus eigentlich? Ihre eigene Antwort darauf gibt es ab 1. Juli in sechs Schweizer und einer Liechtensteiner Destination zu bewundern und auszuprobieren.

Was heißt Luxus, insbesondere in puncto Übernachtung? Können unsere Hotelstandards diesem Anspruch überhaupt genügen? Solche und ähnliche Fragen führten die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin vom Atelier für Sonderaufgaben und den Hotelexperten Daniel Charbonnier, Minds in Motion SA, zum Konzept der „konsequenten Immobilienbefreiung“. „Die Landschaft der Schweiz wird zur Tapete“, erklären die Künstler. Damit wachse die Region zu einem imaginären Gebäude zusammen. Was 2016 als Kunstinstallation begann, ist heute ein heiß begehrtes Übernachtungskonzept: Drei der sieben Natur-Suiten, die ab 1. Juli 2020 in der Ostschweiz sowie Liechtenstein zu haben sind, sind bereits ausgebucht.

Auch für das aktuelle Hygiene- und Sicherheitskonzept ist diese Übernachtungsform bestens geeignet. Die einzige Kontaktperson ist der persönliche Butler, dessen Dienste im Übernachtungspreis von 295 Franken/Doppelbett inbegriffen sind und der den Gästen auf künstlerisch-kreative Art gegenübertritt. Zum Beispiel als Wettermoderator durch ein ausgedientes Fernsehgerät. Sollte das Wetter die Traumnacht vereiteln, stehen übrigens Backup-Räume zur Verfügung.

Weitere Infos unter www.zerorealestate.ch

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© Appenzellerland Tourism Switzerland 2020 Neue Formen der Übernachtung: Komfort im Freien Neue Formen der Übernachtung: Komfort im Freien
Neuerungen bei Pass und Personalausweis https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neuerungen-bei-pass-und-personalausweis.html Solveig Michelsen 5623 20200616T110000 Um die neuen Ausweisdokumente sicherer zu machen, hat das Bundesinnenministerium einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Digitale Bilder, um das so genannte Morphing zu verhindern, sowie Fingerabdrücke gehören dazu. Weitere Neuerungen gibt es beim Eintrag „Geschlecht“ und den Kinderausweisen.

Um die neuen Ausweisdokumente sicherer zu machen, hat das Bundesinnenministerium am 3. Juni 2020 einen Gesetzesentwurf beschlossen, der nun im Bundestag verabschiedet werden soll. Darin enthalten sind eine ganze Reihe an Neuerungen, die das Risiko von Fälschungen minimieren sollen.

Bilder nur noch digital

Da das so genannte Morphing – die Fotos zweier Menschen werden hier zu einem Bild verschmolzen – unkompliziert möglich ist, sollen Ausweisporträts in Zukunft nur noch von der zuständigen Behörde vor Ort aufgenommen werden dürfen. Auch Fotografen, die eine sichere Übermittlung an die Passbehörde garantieren können, dürfen aufgesucht werden.

Fingerabdrücke und Seriennummer

Mit der Beantragung eines Personalausweises werden in Zukunft auch zwei Fingerabdrücke genommen, die in der Ausweiskarte gespeichert werden. Außerdem werden die Ermittlungsbefugnisse der Polizei erweitert: Im Fahndungsfall soll es dann Polizisten gestattet sein, die zu einer Seriennummer gehörigen Daten bei den ausstellenden Behörden zu erfragen.

Geschlecht

Wer im Personenstandsregister weder als männlich noch als weiblich geführt wird, kann sich zukünftig im Reisepass-Feld „Geschlecht“ ein X eintragen lassen. Da in einigen Ländern deswegen Diskriminierung zu befürchten ist, darf aber ebenso „weiblich“ oder „männlich“ ausgewählt werden.

Kinderausweis

Der Kinderausweis wird in Zukunft statt sechs nur noch ein Jahr Gültigkeit besitzen. Alternative dazu ist der biometrische Reisepass, der nach wie vor sechs Jahre gültig bleiben soll.

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© Raffael Alexander, Shutterstock Sollen in Zukunft noch sicherer werden: unsere Reisepässe und Personalausweise. Sollen in Zukunft noch sicherer werden: unsere Reisepässe und Personalausweise.
Wochenend-Eskapaden: Lüneburger Heide https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wochenend-eskapaden-lueneburger-heide.html Solveig Michelsen 5614 20200514T112100 Lüneburger Heide – da denkt man schnell an Kaffee- und Kutschfahrten älterer Jahrgänge. Die gibt es auch. Doch wer zwei Tage Zeit mitbringt, kann auf einem Stück des Heidschnuckenwegs eine ganz private Seite der Heide kennenlernen – auf Du und Du mit der großartigen Landschaft. Am besten zur Blüte Ende August.

So wie es in der Lüneburger Heide aussieht – weite, leicht wellige Flächen, die durch das Heidekraut einen lila Schimmer bekommen – sah es bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts fast überall in Norddeutschland aus. Eine Wanderung auf einem Abschnitt des Heidschnuckenwegs ist also auch eine Zeitreise zu einem Naturrelikt, das später stark romantisiert wurde, unter anderem durch Maler wie Arnold Lyongrün und zahlreiche Filme, die den Naturschauplatz Lüneburger Heide als idyllischen Drehort wählten.

Die gesamten 235 Kilometer des Heidschnuckenwegs erfordern viel Ausdauer; einen hervorragenden Eindruck bekommt man auch mit nur zwei Tagen Investition (rund 36 Kilometer). Zwischen Wesel und Behringen befindet sich ohnehin das Highlight des Wegs, der sprichwörtliche Gipfel: Der 169 Meter hohe Wilseder Berg entlockt Bergsteigern zwar nur ein müdes Lächeln, dem Heidewanderer jedoch bietet er einen wunderbaren Blick über weite Heideflächen und die berühmten Heidschnucken – nordische Kurzschwanzschafe, die hier zu Hause sind. Ist man Ende August/Anfang September unterwegs, leuchtet die Vegetation in lilafarbenen Tönen. Wer braucht da schon die Provence?

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© Thorsten Link, Shutterstock Blühende Lüneburger Heide Blühende Lüneburger Heide
Wochenend-Eskapaden: faszinierende Sächsische Schweiz https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wochenend-eskapaden-faszinierende-saechsische-schweiz.html Solveig Michelsen 5613 20200518T134500 Felsformationen, wie man sie nicht unbedingt aus Deutschland kennt: bizarr verwitterte Türme, ulkig gestapelte Pfannkuchen aus Stein – wer Freude an solchen Landschaften hat, wird in der Sächsischen Schweiz glücklich. Die umgebenden Wälder samt vorbeifließender Elbe sind so malerisch, dass sie schon etliche Künstler inspiriert haben.

Sandstein ist ein tolles Spielzeug für die Kräfte des Wetters: Er lässt sich zu ulkigen bis schauerlichen Formen erodieren, die die Menschen zu Legenden, Sagen und Geschichten inspiriert haben. Allein die phantasievollen Namen sind schon Zeugnis davon: Affensteine, Raubschloss, Kaiserkrone oder Hohe Liebe heißen sie. Die bekannteste Formation ist die viel besuchte Bastei mit der weit reichenden Aussicht über das Elbtal.

Im Elbsandsteingebirge, das neben der Sächsischen auch noch die Böhmische Schweiz umfasst, wird das Freiklettern groß geschrieben. Es gelten nach wie vor strenge Regeln und die Routen sind hier nur sehr spärlich abgesichert, was schon so manchen Profi in die Flucht geschlagen hat. Da wenden wir uns lieber den wildromantischen Wanderwegen zu, die an diesen spannenden Felsen vorbei- und hindurchführen. Die anspruchsvolleren unter ihnen werden „Stiegen“ genannt – dort heißt es dann doch Hand anlegen. Aber auch für gemäßigte Wanderer gibt es genug Auswahl: 1100 Kilometer an ausgeschilderten Wanderwegen zählt die Sächsische Schweiz. Einen einzelnen davon herauszupicken, fällt schwer. Besonders abwechslungsreich, aber eine Herausforderung für Menschen mit Höhenangst, ist die 10-Kilometer-Strecke über den Kleinen Winterberg, das Hintere Raubschloss und den Großen Zschand zurück ins Kirnitzschtal.

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© SunnyWindow, iStock Die Bastei ist der beliebteste Aussichtspunkt der Sächsischen Schweiz. Die Bastei ist der beliebteste Aussichtspunkt der Sächsischen Schweiz.
Wochenend-Eskapaden: Wandern in Bayerns Urwald https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wochenend-eskapaden-wandern-in-bayerns-urwald.html Solveig Michelsen 5612 20200529T082200 Gibt es in Bayern wirklich noch Urwald? Und ob! Sogar Luchse und Wölfe sind dort inzwischen wieder heimisch: im Bayerischen Wald, der 1970 zum ersten Nationalpark Deutschlands ernannt wurde. Besonders dicht ist er nahe der tschechischen Grenze. Wanderer finden in Finsterau einen idealen Ausgangspunkt.

Entgegen seinem lautmalerischen Namen ist es in Finsterau keineswegs dunkel, sondern hell und licht. Sattgrüne Wiesen stimmen auf eine Wanderung in die unmittelbare Umgebung ein. Davon gibt es eine Menge, sodass sich eine Übernachtung in dem kleinen Dorf lohnt.

Eine beliebte Tour führt auf den Siebensteinkopf (1263 m) nahe der tschechischen Grenze. Entlang des Reschenbachs, der wildromantisch über seine Steine hüpft und immer wieder durch die Blätter blitzt, geht es zunächst zur Reschenbachklause, einem künstlichen Stausee, der früher zur Holztrift gebraucht wurde. Von dort windet sich der Weg bergan bis zum Siebensteinkopf-Gipfel, der Blicke ins Nachbarland hinüber gewährt. Wer auf der anderen Seite hinunter in Richtung des ehemaligen Grenzorts Bučina läuft, kann den Nachbau eines Grenzpostens sehen, der von meterhohem Stacheldraht umgeben ist. Wer auf deutscher Seite bleiben möchte, wendet sich hier zur Teufelsklause, einer kleinen Schlucht, bevor es über das Finsterauer Filz wieder zurück zum Ausgangspunkt geht. Für die hier beschriebenen 9,2 Kilometer und 320 Höhenmeter braucht ein durchschnittlich trainierter Wanderer drei Stunden.

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© Tim Vedeshkin, Shutterstock Einer der letzten deutschen Wälder mit Urwald-Anteil: der Bayerische Wald Einer der letzten deutschen Wälder mit Urwald-Anteil: der Bayerische Wald
Schwarzwald: Mountainbiken trotz Corona https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/schwarzwald-mountainbiken-trotz-corona.html Solveig Michelsen 5602 20200512T080300 Die Urlaubsaussichten sind derzeit sehr beschränkt – nämlich auf Deutschland. Zeit, ein paar Gebiete genauer unter die Lupe zu nehmen, die man sonst links liegen gelassen hat. Zum Beispiel den Schwarzwald. Dass der viel mehr kann als Kuckucksuhren, erzählt Patrick Schreib (45), Tourismus-Chef von Baiersbronn und begeisterter Mountainbiker, in einem Interview über den Stand der Dinge.

Normalerweise startet in Baiersbronn die Bike-Saison traditionell im April. Wie sieht es derzeit im Nordschwarzwald aus?

Sehr ruhig. Unsere Hotels haben gerade alle geschlossen und bereiten sich auf die Zeit vor, wenn sich die Tourismuswelt wieder zu drehen beginnt. Dann erwartet unsere Gäste ein bestens gepflegtes Streckennetz von 440 Kilometer Länge. Übrigens: Bei uns in Baiersbronn sind alle beschilderten Trails zu 100 Prozent legal!

Wie sehen Sie die Zukunft nach Corona?

Ich hoffe, dass sich die Menschen neu besinnen. Und merken, wie schön, abwechslungsreich – aber auch anspruchsvoll – es bei uns im Nordschwarzwald ist. „Urlaub in der Heimat" könnte ein neues Erfolgsmodell werden. Baiersbronn liegt weniger als eineinhalb Autostunden von Stuttgart, Karlsruhe und Straßburg entfernt. Und bietet auf kleinstem Raum überraschend viel Erlebnis – und das direkt in der Nachbarschaft.

Baiersbronn hat in Sachen Mountainbiken Leuchtturmcharakter für ganz Baden- Württemberg. Wie wichtig ist denn das Thema E-Biken und E-Mountainbiken für die Region?

E-Biken und E-Mountainbiken wird für uns natürlich immer wichtiger. Der Nordschwarzwald rund um Baiersbronn ist schließlich prädestiniert für E-Mountainbiker. Wir haben keine Liftanlagen, aber dafür kurze und knackige Anstiege, die man mit Elektrohilfe regelrecht hochfliegen kann. Oben angekommen, warten dann schöne Einkehrhütten wie z.B. die „Sattelei“ – und anschließend superflowige Singletrails, die alle sternförmig wieder nach Baiersbronn hinunter führen. E-Mountainbiker sind meist auch Genießertypen. Und Baiersbronn ist bekannt für seine vielen Top-Restaurants. Nirgendwo in Deutschland leuchten so viele Sterne am Gourmethimmel wie bei uns. Die perfekte Selbstbelohnung nach einem erlebnisreichen E-Bike-Tag!

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© Andreas Kern, Baiersbronn Bike-Spaß in Deutschland, genauer gesagt im Nordschwarzwald Bike-Spaß in Deutschland, genauer gesagt im Nordschwarzwald
Lissabon: European Green Capital 2020 https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/lissabon-european-green-capital-2020.html Solveig Michelsen 5593 20200326T081600 Mit dem Titel „European Green Capital“ werden Städte ausgezeichnet, die trotz wirtschaftlichem Wachstum signifikante Beiträge zum Umweltschutz leisten – und damit zur Lebensqualität der Bewohner. Während bislang die „grünen Hauptstädte“ vor allem im nördlichen Europa zu finden waren, wurde für das Jahr 2020 erstmalig eine südeuropäische Hauptstadt ausgewählt: Lissabon.

Nicht, dass Lissabon touristischer Aufmerksamkeit bedürfte. Wie viele andere Städte leidet auch die portugiesische Hauptstadt unter Overtourism. Doch bei dem Titel der Umwelthauptstadt Europas geht es vielmehr darum, ein leuchtendes Beispiel zu küren, wie wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz miteinander harmonieren können – zugunsten der Lebensqualität der Einwohner.

Die Grüne Hauptstadt Europas hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen um 60% zu senken, bis 2025 ein Verteilungsnetzwerk zur Wiederverwertung von Wasser zu installieren und in die Entwässerungsanlagen der Stadt zu investieren, um Überschwemmungsschäden zu verhindern, und bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury, Lissabon den Titel der „Umwelthauptstadt Europas“ zu verleihen, waren vorbildliche Praktiken in Sachen intelligenter Bürgerbeteiligung, grünes Wachstum, Öko-Innovation, alternative Mobilität, nachhaltige Bodennutzung, Anpassung an den Klimawandel und kommunale Abfallentsorgung.

Für das Jahr 2021 wurde das finnische Lahti zur European Green Capital auserkoren.

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© andriybozhok, iStock European Green Capital 2020: Lissabon European Green Capital 2020: Lissabon
Reiseziele für virtuelle Reisen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/reiseziele-fuer-virtuelle-reisen.html Solveig Michelsen 5592 20200323T080100 Erstmal ist Sofa angesagt statt Urlaub. Wer trotzdem auf Reisen gehen möchte, braucht darauf dank moderner Technik nicht zu verzichten: Zahlreiche Sehenswürdigkeiten präsentieren sich virtuell im 360-Grad-Modus. Und das gilt längst nicht nur für Museen. Wie zeigen Ihnen, was sich in Österreich alles genießen lässt.

Wonach sehnt man sich am meisten, wenn man sich auf die eigenen vier Wände beschränken soll? Bei vielen heißt die Antwort: nach Weite und Natur. Wie wäre es deshalb, die Krimmler Wasserfälle zu besuchen, die Weißseeer Gletscherwelt zu erkunden oder putzigen Murmeltieren einen Besuch abzustatten? Virtuell, versteht sich. Hier kommt man zu den virtuellen Nationalpark-Welten Österreichs. Um die 360-Grad-Projekte zu realisieren, wurden eigens Aufnahmegeräte mit zwölf Kameras auf einem Ring angefertigt. Was ursprünglich den Menschen dienen sollte, die nicht mehr selbst auf Reisen gehen können, leistet momentan allen Fernwehgeplagten gute Dienste.

Auch das Salzkammergut, der Wörther See oder die Eisriesenwelt in Werfen lassen sich auf diese Weise entdecken – und inspirieren vielleicht für den nächsten Urlaub.

Kulturinteressierte statten der Albertina oder dem Kunsthistorischen Museum in Wien einen virtuellen Besuch ab, Schloss oder Tiergarten Schönbrunn. Für Sisi-Fans gibt es ebenso einen Rundgang durch ihr Leben wie für Mozart-Anhänger. Die virtuellen Reiseerlebnisse Österreichs finden Sie unter dieser Adresse: www.austria.info/de/virtuelle-erlebnisse-in-oesterreich

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© coehm, iStock Mögliches Ziel virtueller Reisen: die Krimmler Wasserfälle Mögliches Ziel virtueller Reisen: die Krimmler Wasserfälle
Allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amts https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/allgemeine-reisewarnung-des-auswaertigen-amts.html Solveig Michelsen 5591 20200319T092700 Erstmalig in der Geschichte des Auswärtigen Amts wird eine Reisewarnung für die ganze Welt ausgesprochen. Was für die wenigstens als Überraschung kommt, hat für viele enttäuschte Urlaubsplaner einen kleinen positiven Nebeneffekt: Sie bekommen ihr Geld zurück.

Von internationalen Reisen wird seit Ausbruch des Corona-Virus in Europa ganz allgemein abgeraten. Dabei geht es nicht nur um die unkontrollierte Ausbreitung des Erregers, sondern auch darum, dass Urlauber unter Umständen die Heimreise nicht mehr antreten können. Viele Fluglinien haben ihren Betrieb eingestellt, etliche Länder haben ihre Grenzen dicht gemacht und stellen Einreisende unter Quarantäne. Auch innerhalb von Deutschland dürfen – je nach Bundesland – keine touristischen Nächtigungen mehr stattfinden.

Viele Urlauber haben deshalb schon vor langer Zeit ihre Reiseplanung über den Haufen geworfen – mit zum Teil erheblichen finanziellen Folgen. Denn solange keine explizite Reisewarnung für ein Land besteht, bekommt der Urlauber bei eigeninitiativen Stornierungen auch kein Geld zurück. Nach der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amts präsentiert sich die Lage nun anders: Reisen, die aufgrund der Warnung storniert werden, bekommt man von den Veranstaltern voll erstattet. Alternativ können sie eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt anbieten. Wer der Touristik-Branche in diesen Zeiten unter die Arme greifen möchte, sollte dies ernsthaft in Betracht ziehen.

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© Stephen Marques, Shutterstock Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt weltweit. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt weltweit.
5 Tipps gegen den Lagerkoller zu Hause https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/5-tipps-gegen-den-lagerkoller-zu-hause.html Solveig Michelsen 5590 20200330T080400 Der gut vernetzte und allzeit mobile Mensch ist das nicht mehr gewohnt: Zu Hause in seinen vier Wänden zu bleiben. Selbst bei maximalem Zerstreuungsangebot – Internet, Skype, Netflix, Kindle & Co.– kann sich da schnell einmal ein Lagerkoller einstellen. So entkommt man ihm:

Tag strukturieren

Für die Stimmung sehr förderlich ist es, einen geregelten Tagesablauf beizubehalten oder zu etablieren. Erst das Home Office, dann die Zerstreuung. Oder im Urlaub: erst den Keller aufräumen, dann in ein Buch vertiefen. Das steigert die Vorfreude und gibt uns Halt. Deshalb auch nie im Pyjama die Arbeit erledigen, sondern sich am besten genau so sorgfältig kleiden, als würde man ausgehen.

Einflüsse minimieren

An Einflüssen von außen mangelt es in Ausnahmesituationen nie. Besonders die negativen Schlagzeilen breiten sich schnell aus und drücken aufs Gemüt. Auch wenn man sich für immun gegen Panikmache hält, bleibt ein unangenehmer Rest hängen und verdichtet sich. Deshalb: Nur in ausgewählten Zeitfenstern Nachrichten an sich heranlassen.

Frische Luft schnappen

Für Kreislauf, Immunsystem und die Stimmung ganz wichtig: raus an die frische Luft! Egal, ob bei einem Spaziergang, einer Wanderung oder Radtour – oft kann man damit eine Art Reset-Taste drücken und fühlt sich erfrischt.

Mentale Simulation

Leuten mit viel Fantasie fällt es leicht: sich vorzustellen, man nehme als Held einer Geschichte an einem Test teil und müsse nun die Aufgaben mit Bravour bestehen. Das schafft Distanz zum Geschehen und verleiht neue Kräfte. Man denke nur an die Mars-Simulationen, bei denen Wissenschaftler zum Teil über ein Jahr auf engstem Raum zusammen leben. Mit der Überzeugung der Sinnhaftigkeit begeben sich etliche Menschen freiwillig in eine solche Situation.

Vom nächsten Urlaub träumen

Und nicht zuletzt tröstet der Gedanke, dass es hoffentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis wieder alles in gewohnten Bahnen verlaufen kann. Der nächste Urlaub wird dafür umso intensiver ausfallen, weil man die alten Freiheiten wieder zu schätzen weiß. Deshalb schadet es nicht, sich auch mit positiven Ausblicken auf die nächste Urlaubsplanung zu beschäftigen: Wohin möchte ich reisen, wenn alles wieder „normal“ ist?

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© Fly_dragonfly, iStock Auch Reiseplanung darf sein: positive Ausblicke für die Zeit danach. Auch Reiseplanung darf sein: positive Ausblicke für die Zeit danach.
Paris ohne Autos https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/paris-ohne-autos.html Solveig Michelsen 5579 20200226T091700 Das Auto soll das langsamste Fortbewegungsmittel werden. Straßen sollen auf ihre ursprüngliche Breite zurückgebaut werden. Und an Stelle der Parkplätze sollen Grünflächen und Spielplätze entstehen. Sollte die amtierende Bürgermeisterin Anne Hidalgo wieder gewählt werden, könnte Paris zum Vorbild für viele Städte werden.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat in Sachen Innenstadtverkehr bereits einiges erreicht: In nur einem Jahr ist die Anzahl der Pendler, die aufs Rad umgestiegen sind, um 50% gestiegen. Da mögen durchaus die wiederholten Streiks öffentlicher Verkehrsmittel mit hineingespielt haben. Aber eben auch der konsequente Ausbau neuer Radwege und die Sperrung eines Seine-Ufers für Autos. Die Nutzung der Pkws ist erstmals seit dem Jahr 1940 (!) rückläufig gewesen.

Sollte Anne Hidalgo eine weitere Amtszeit antreten dürfen, verspricht sie Zukunftsweisendes: Autos sollen nach und nach aus der Innenstadt verbannt werden, indem Parkplätze zu Grünflächen und Spielplätzen umgebaut, große Avenuen zu Spielstraßen werden. Fußgänger haben hier Vorrang und erlauben dann kein schnelles Durchkommen mehr.

Ursprünglicher Grund dieser Maßnahmen war die starke Luftverschmutzung; inzwischen geht es mehr um die Lebensqualität der Bewohner. Auch ohne Auto sollen alle nötigen Einrichtungen und Geschäfte innerhalb von 15 Minuten erreichbar sein. Mit dem E-Bike oder einem Roller ist das kein Problem. Auf den Illustrationen der Kommune ist viel Grün zu sehen – und ein gemütliches Leben auf der Straße, das sicher auch das soziale Miteinander stärken wird. Vielleicht schafft es Paris, diese Utopie eines lebenswerten Stadtlebens wirklich umzusetzen.

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© dennisvdw, iStock Die Champs-Élysées: bald Spielstraße statt verstopfte Verkehrsader? Die Champs-Élysées: bald Spielstraße statt verstopfte Verkehrsader?
Neues aus Oslo https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neues-aus-oslo.html Solveig Michelsen 5574 20200212T090600 2020 ist in Oslo das Jahr der großen Eröffnungen. Gleich vier kulturelle Highlights in und um die norwegische Hauptstadt werden erstmals für Besucher zugänglich sein – darunter ein Museum, eine Bibliothek und ein Klimahaus.

Munch-Museum

Im Sommer 2020 eröffnet das neue Munch-Museum auf sage und schreibe 13 Stockwerken – eines der größten Museen der Welt, das einem einzigen Künstler gewidmet ist. Drei Dauerausstellungen widmen sich seinen 28.000 Werken; dazu kommen temporäre Ausstellungen und Werkschauen anderer Künstler, die einen Bezug zu Munch aufweisen. Vier der Stockwerke sind übrigens vorgesehen für Konzerte, Lesungen und kulturelle Veranstaltungen wie Kunstworkshops. Das Restaurant im 13. Stock bietet eine spektakuläre Aussicht über den Oslofjord.

Stadtbibliothek „Deichmanske Bibliotek“

Die Neue Osloer Stadtbibliothek „Deichmanske Bibliotek“ gehört definitiv zu den außergewöhnlichsten Bibliotheken Norwegens und tritt damit in die Fußstapfen der finnischen Bibliothek Oodi. Ab 28. März 2020 soll das moderne Gebäude mit zahlreichen Gemeinschaftsräumen für Diskussionen, Workshops, oder Filmvorführungen eröffnet werden.

Klimahaus

Das edukative Klimahaus im Botanischen Garten beschäftigt sich mit allen Fragen rund um den Klimawandel. Ab dem Frühjahr 2020 können sich Interessierte dort informieren – Hauptzielgruppe sind die jüngeren Generationen. Praktisch ist auch seine zentrale Lage: Vom Hauptbahnhof in Oslo ist es nur 20 Gehminuten entfernt.

Kulturdestination Ramme

Etwas weiter weg, nämlich 40 Autominuten von Oslo entfernt, eröffnet im Frühjahr 2020 mit einer großen Munch-Ausstellung die Kulturdestination Ramme. Dort, wo Munch einst einige seiner berühmtesten Werke malte, dreht sich nun alles um Kunstausstellungen, Theaterstücke, Konzerte und andere kulturelle Aktivitäten. Ein offener Bauernhof bietet Hofladen und Gartentage, die malerische Umgebung zahlreiche Spazier-Optionen.

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© Estudios Herreros Das neue Munch-Museum mit 13 Stockwerken Das neue Munch-Museum mit 13 Stockwerken
El Hierro will zu 100% nachhaltig werden https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/el-hierro-will-zu-100-nachhaltig-werden.html Solveig Michelsen 5572 20200219T091000 Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Sommer 2019 beschließt die kanarische Insel El Hierro, in Zukunft zu 100% nachhaltig zu werden. Das bedeutet konkret: ausschließliche Nutzung erneuerbarer Energien, Zero-Waste-Programm, biologische Landwirtschaft und naturverträglicher Tourismus.

Die Pläne, möglichst umweltfreundlich zu arbeiten und zu wirtschaften, gibt es auf der kanarischen Insel El Hierro nicht erst seit gestern. Sie sind also keine Antwort auf die immer größer werdende globale Sorge um das weltweit schwankende Klima und seine Folgen, aber dafür ein leuchtendes Beispiel in Zeiten wie diesen. Bereits 1997 beschloss die Inselverwaltung, energieautark zu werden, möglichst wenig Abfall zu produzieren, biologisch zu landwirtschaften und nachhaltigen Tourismus zu fördern. Nicht so einfach. Selbst das ehrgeizige Windwasserkraftwerk „Gorona del Viento (GdV)“ brachte es nur auf eine Substitutions-Quote von 50%; der restliche Strom musste mit Dieselgeneratoren produziert werden.

Im Sommer 2019 gelang El Hierro nun ein einzigartiges Pilotprojekt: 24 Tage lang bezogen die Insulaner ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Ressourcen. Das spornte die zweitkleinste kanarische Insel an, ihr ehrgeiziges Umweltprojekt weiterzuführen. El Hierro möchte die erste, vollständig nachhaltige Insel der Welt werden. Dazu gehört auch ein umweltverträglicher Tourismus, denn auf zwei Millionen Einwohner kommen jährlich bis zu 15 Millionen Touristen. Als UNESCO-Biosphärenreservat fühlt man sich doppelt verpflichtet. Dazu gehören zum Beispiel strenge Regeln im Tauchreservat, kleine Pensionen statt große Hotels und die Förderung lokaler Produkte und Handwerke. Beim Transport setzt man auf die Biodieselstrategie – altes Pflanzenöl wird als Kraftstoff genutzt – oder auf Elektromobilität. Für Touristen soll die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie die Benutzung von Sammeltaxen gefördert werden.

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© Charles03, iStock El Hierro möchte die erste, vollständig nachhaltige Insel der Welt werden. El Hierro möchte die erste, vollständig nachhaltige Insel der Welt werden.
Humorvollster Staat der Welt: die Conch Republic https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/humorvollster-staat-der-welt-die-conch-republic.html Solveig Michelsen 5571 20200205T084900 Aus Protest gegen eine Grenzkontrollstelle in Florida auf dem Weg nach Key West wurde am 23. April 1982 ein eigener Staat gegründet: die Conch Republic. Ihr Staatsmotto „We seceded where others failed“ (Wir haben uns abgespalten, wo andere versagt haben) verweist auf ihre Geschichte – und auf ihren Humor.

Die Conch Republic in Florida ist ein ausgesprochen humorvoller und friedliebender Staat und wurde 1982 als Abspaltung von Key West gegründet. Und zwar als Antwort auf eine von den US-Behörden eingerichtete Grenzkontrollstelle am Highway Nr. 1, die damit illegale Einwanderer aufspüren wollte, aber durch massive Staus große touristische Einbußen nach sich zog. Nachdem eine Klage dagegen gescheitert war, erklärte Key West kurzerhand seine Unabhängigkeit und rief die Conch Republic aus. Sie erklärte der USA den Krieg, kapitulierte eine Minute später wieder und ersuchte um eine Milliarde Dollar für den Wiederaufbau – die natürlich nie gezahlt wurden. Doch dies brachte ihnen so viel mediale Aufmerksamkeit ein, dass die Kontrollstelle schließlich aufgegeben wurde.

Ihren größten Coup landeten sie 1995, als sie die US-Armee, die auf Key West die Invasion eines Eilands proben sollte, mit trockenem Baguette und Wasserpistolen tatsächlich zum Rückzug bewegten. Außerdem gibt es die "Conch Special Forces": Wenn die US-Küstenwache den Inselbewohnern zu nahe kommt, wird sie bombardiert – mit Klopapierrollen.

Laut einem Gutachten der Universität Wien handelt es sich übrigens tatsächlich um einen Staat im völkerrechtlichen Sinne, sodass die Conch Republic bereits mehr als eine halbe Million Reisepässe ausstellen konnte. Als offizielles Reisedokument sind sie aber trotzdem nicht anerkannt – aber beliebt bei Menschen mit Humor. Wer Interesse daran hat (100 US-Dollar für einen Pass auf www.conchrepublic.com, in Deutschland gibt es sogar ein Konsulat) braucht keine Angst vor Verpflichtungen zu haben: Statt Steuereinnahmen werden in der Conch Republic Partys geschmissen, um an Geld zu kommen.

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© Lukasz Stefanski, Shutterstock Die Flagge der Conch Republic Die Flagge der Conch Republic
Reisebuchung: online oder im Reisebüro? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/reisebuchung-online-oder-im-reisebuero.html Solveig Michelsen 5557 20200122T082400 „Reisebüro war gestern – heute ist online Buchen angesagt!“ Wirklich? Laut den Zahlen des Deutschen Reiseverbands hat die Zahl der Reisebüros 2019 nicht weiter abgenommen. Im Gegenteil: Etliche Urlaubswillige kehren zu dieser Form der Reisebuchung zurück. Wir verraten warum.

„Online“ ist nicht immer gleichbedeutend mit „besser“. Diese Erfahrung mussten auch etliche Urlaubsaspiranten machen, die nun zu den wieder steigenden Kundenzahlen der stationären Reisebüros gehören. 2018 hatte die Zahl der Online-Buchungen die Zahl der im Reisebüro getätigten Buchungen erstmals überschritten (für mindestens fünftägige Reisen). Nun ist ein leiser Gegentrend zu spüren. Warum?

Viele Online-Bucher sind enttäuscht über die Unzuverlässigkeit der Angaben: Kaum hat man sich für eine Reise entschieden und alle Daten für eine abschließende Buchung endlich eingegeben, heißt es: „Leider ist diese Reise nicht mehr verfügbar.“ Oder: „Leider hat sich der Reisepreis in der Zwischenzeit geändert.“ Natürlich nach oben. Das ärgert den Kunden, lässt sich aber seitens der Suchmaschinen nicht so einfach beheben. Denn bei einer Masse von rund 35 Milliarden Reiseangeboten, die parallel im World Wide Web angeboten werden, können die Daten nicht minütlich aktualisiert werden. In der Regel geschieht das nur ein bis zwei Mal täglich. Da kommt es schon mal vor, dass man veraltete Daten angezeigt bekommt – ohne böse Absicht seitens der Veranstalter. Genau gesagt machen diese „Versehen“ inzwischen 48 Prozent aller Buchungsanfragen aus. Dagegen hilft nur eines: der Gang in ein altbewährtes Reisebüro. Dort erfolgt die Vakanzprüfung in der Regel vor dem Angebot an den Kunden – und beugt Enttäuschungen vor.

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© Daxus, iStock Reisebuchung: lieber online oder im Reisebüro? Reisebuchung: lieber online oder im Reisebüro?
Interessante Fakten zu Athen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/interessante-fakten-zu-athen.html Solveig Michelsen 5556 20200123T083000 Athen gilt als „Wiege der Demokratie“. Trotzdem hat es sämtliche Regierungsformen durchlaufen. Ein alter Hut? Wussten Sie, dass die antiken Olympischen Spiele niemals dort stattgefunden haben? Oder warum es so viele Menschen in den Urlaub dorthin zieht?

Athen gilt als Geburtsort der Demokratie. Im 5. Jahrhundert vor Christus bildete sich dort die antike Attische Demokratie heraus, die männlichen Einheimischen über 30 Jahren ein Mitbestimmungsrecht zusicherte. Laut dem Demokratieindex leben heutzutage übrigens weniger als 5% aller Menschen weltweit in einer vollwertigen Demokratie.

Kein Punkt in Griechenland ist mehr als 137 Kilometer vom Meer entfernt. Und wer von Athen aus startet, hat es gar nicht mehr weit. Glyfada Beach südlich des Zentrums ist nur einen Katzensprung entfernt, und zahlreiche Inseln lassen sich schnell mit der Fähre erreichen.

Ein weiterer Grund, warum es Urlauber immer wieder nach Griechenland und Athen zieht: Die jährliche Sonnentage der Stadt belaufen sich auf 348!

Im Juli und August ist es auch den Griechen oft zu heiß in der Stadt, die sich mitsamt dem Smog schnell auf über 40 Grad erhitzt. Selbst nachts beträgt die Temperatur oft noch über 30 Grad Celsius. Da freut man sich über nahes Wasser.

Die antiken Olympischen Spiele werden oft fälschlicherweise in Athen verortet. Dabei deutet der Name schon darauf hin: Das einstige Olympia war der Austragungsort. Heute befindet sich die Stadt Archea Olymbia in der Nähe.

Dafür geht der berühmte Marathonlauf auf die Strecke Marathon–Athen zurück, die genau 42 Kilometer misst und heute durch eine weiße Linie auf der Straße gekennzeichnet ist – dort, wo man verschiedenen Legenden nach den Weg des einstigen Läufers vermutet.

Athen war 1985 die erste Stadt, an die der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ verliehen wurde.

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© mfron, iStock Die Akropolis gehört zu den am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten weltweit. Die Akropolis gehört zu den am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten weltweit.
"Holland" gibt es nicht mehr https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/holland-gibt-es-nicht-mehr.html Solveig Michelsen 5555 20200116T121000 Waren Sie auch schon mal in Holland? Verzeihung, in den Niederlanden? Seit 1. Januar 2020 nimmt man es mit der offiziellen Länderbezeichnung ganz genau. Neben dem Wunsch nach der korrekten Bezeichnung haben noch weitere Gründe für ein konsequentes Umdenken gesorgt.

Wurden zuvor die beiden Begriffe „Holland“ und die „Niederlande“ gleichermaßen benutzt, um das kleine Königreich im Nordwesten Europas zu benennen, soll ab sofort klar differenziert werden: Das eigentliche Holland, aus einer ehemaligen Grafschaft hervorgegangen, macht gerade einmal zwei der zwölf Provinzen der Niederlande aus. Der Großteil des Landes bleibt also unberücksichtigt bei dem Begriff, der sich nicht nur im Ausland als Synonym für die Niederlande eingeprägt hat.

Schuld daran sind unter anderem Marketing-Maßnahmen, die die Bezeichnung „Holland“ mit sehr touristischen Assoziationen wie Tulpen und Windmühlen aufgeladen haben. Inzwischen fühlt man sich allerdings auf genau diese Klischees reduziert. Und in Zeiten des Overtourism sollen Besucher auch auf den Rest des Landes aufmerksam gemacht werden.

Deshalb werden ab sofort in sämtlichen offiziellen Dokumenten nur noch „Die Niederlande“ benutzt. Auch die niederländische Tourismusbehörde wird sich einen neuen Namen geben müssen – sie läuft derzeit noch unter www.holland.com.

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© Jag_cz, iStock Die Niederlande wollen nicht mehr mit Klischees assoziiert werden und verbitten sich nun das Synonym „Holland“. Die Niederlande wollen nicht mehr mit Klischees assoziiert werden und verbitten sich nun das Synonym „Holland“.
Drei Wege auf die Riegersburg https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/drei-wege-auf-die-riegersburg.html Solveig Michelsen 5553 20200130T083300 Als „stärkste Feste der Christenheit“ wurde die Riegersburg einst bezeichnet. Imposant thront sie auf einem 200 Meter hohen Basaltkegel im Südosten der Steiermark und zieht die unterschiedlichsten Besucher an. Zu bieten hat sie neben historischen Mauern drei Museen, mehrere Klettersteige und eine Greifvogelwarte.

Nicht von ungefähr gehört die Riegersburg zu den bekanntesten Touristenattraktionen der Steiermark. Schon von Weitem zieht sie alle Blicke auf sich – erhaben thront sie auf einem 200 Meter hohen Basaltfelsen, der aus der lieblichen steirischen Hügellandschaft ragt. Und für Besucher hat sie einiges zu bieten, sodass der Tagesausflügler entscheiden muss: die alten Gemäuer durchstreifen oder eines der Museen besuchen? Burgmuseum, Waffenmuseum oder gar das Hexenmuseum, das Einblick in die schaurigen Hexen- und Zaubererprozesse im 17. und 18. Jahrhundert gibt.

Das Spannendste aber bleiben die unterschiedlichen Wege auf die Riegersburg. Wer es bequem mag oder mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist, benutzt den Panorama-Schrägaufzug. Zu Fuß steigt man einen 20-minütigen Felsenweg bergan. Alternativ hat die Riegersburg aber noch mehrere Klettersteige zu bieten. Zwei von ihnen enden direkt im Gastgarten der Burgtaverne, wo man mit einer Glocke sein Kommen ankündigen kann und somit nicht lange auf sein Bier warten muss.

Die Schwierigkeit des Leopold-Klettersteigs (ca. 45 Minuten) bewegen sich bis zu Grad C, eine Variante (+10 Minuten) enthält D/E-Stellen. Kurz vorm Ausstieg ist noch eine einstündige Verlängerung über den Heinrich-Klettersteig (C/D) möglich. Der Jungfernsteig, ein weiterer Klettersteige der Klasse C, ist nur geführt begehbar. Und für Kinder gibt es den kurzen Rittersteig.

Weitere Infos unter www.dieriegersburg.at

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© Thermen- & Vulkanland Steiermark/Eisenberger Imposant thront die Riegersburg auf einem Basaltmonolith. Imposant thront die Riegersburg auf einem Basaltmonolith.
Wo es die Berliner Mauer noch zu sehen gibt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wo-es-die-berliner-mauer-noch-zu-sehen-gibt.html Solveig Michelsen 5547 20191228T084800 Genau 30 Jahre ist es her, dass die Berliner Mauer zu Fall gebracht wurde. Viele Menschen haben sich ein Stück als Erinnerung herausgebrochen; etliche Teile wurden in die ganze Welt verkauft oder verschenkt. In Berlin selbst ist es heute schwierig, überhaupt noch einen Blick auf das einstige Grenzbauwerk zu erhaschen. Hier ein paar Tipps.

In 40 Ländern rund um den Globus kann ein Stück der Berliner Mauer besichtigt werden. Zahlreiche Länder und Institutionen hatten sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 darum bemüht, einen Teil des Mauerkuchens abzubekommen. Wer nicht nach Südafrika oder Argentinien reisen möchte, um ein Stück deutscher Geschichte zu begreifen – im wörtlichsten Sinn –, sollte sich vorab gut informieren, wo in Berlin noch Teile davon zu sehen sind.

Insgesamt sind nur drei am Originalstandort erhalten gebliebene Teilstücke bekannt. Das längste davon befindet sich an der Bernauer Straße, ist aber sehr lückenhaft. Ein Teil des erhaltenen Mauerstücks wurde in die dortige Gedenkstätte integriert. Der mit rund 200 Metern fast ebenso lange Abschnitt an der Niederkirchnerstraße beim Ausstellungsgelände der „Topographie des Terrors“ steht heute unter Denkmalschutz. Ebenfalls denkmalgeschützt ist der kurze Abschnitt an der Liesenstraße.

Im Hinterland gibt es mit der „East Side Gallery“ rund 100 Murals zu bewundern – großflächige Graffiti, die nach dem Fall der Mauer aufgesprüht wurden und die Wiedervereinigung visuell kommentieren. Auch am Potsdamer Platz und am Checkpoint Charlie, einem der wichtigsten damaligen Grenzübergänge, sind Teile der Mauer ausgestellt. Eine vollständige Übersicht aller Mauerreste findet sich auf Wikipedia.

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© umut rosa, Shutterstock Von der Berliner Mauer ist nicht mehr allzu viel zu sehen in Berlin. Von der Berliner Mauer ist nicht mehr allzu viel zu sehen in Berlin.
"Landschaftskinowege" in Bayern https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/landschaftskinowege-in-bayern.html Solveig Michelsen 5546 20191218T085300 Landschaftskinowege sind Premiumwanderwege, die entlang der schönsten Landschaften Oberbayerns führen – versteckt und ruhig gelegen, gut geschützt vor Stress und Lärm. So heißt es in der Beschreibung der Touren. Neben dem „Kino für den Kopf“ auf den Logenplätzen und Sonnenlichtpunkten wird mit gemütlichen Einkehrmöglichkeiten auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Landschaftskino – was darf man sich darunter nun vorstellen? Nehmen wir an, Sie spazieren in tief verschneiten Winterwäldern vor sich hin. Plötzlich tut sich eine helle Lichtung auf und gibt den Blick frei auf ein Panorama, das postkartentauglich ist. Das ist dann “Landschaftskino“. Die so genannten Landschaftskinowege können aber noch mehr. Für eine Auszeichnung mit diesem Prädikat muss es mindestens eine ansprechende Einkehrmöglichkeit auf der Tour geben, die Wege sind gut präpariert und einfach erreichbar, die Streckenführung abwechslungsreich. Beispiele dafür sind der Premium-Winterwanderweg Panorama bei Reit im Winkl im Chiemgau, der sechs Kilometer auf der tief verschneiten Hemmersuppenalm entlangführt, oder der Burghausener Panoramaweg entlang der weltlängsten Burg und durch die mittelalterliche Altstadt der bayerisch-österreichischen Grenzstadt.

Das Gleiche gibt es noch einmal für Langläufer und heißt dann Landschaftskinoloipen. Auch hier stehen lichte Aussichtspunkte, Bergpanorama, ursprüngliche Dörfer, gemütliche Stuben und warmherzige Gastgeber im Vordergrund. Eine gute Präparierung, eine vorbildliche Ausschilderung und nur leichte Steigungen sorgen für den Premiumcharakter. Sanft eingebettet in eine Hügellandschaft ist zum Beispiel die Langlaufloipe Hohenpeißenberg im Pfaffenwinkel, die auf sieben Kilometern an Bergen und einem malerischen See vorbeiführt. Als besonders schneesicher gilt die Kloo-Ascher-Runde in Bayrischzell.

Mehr Infos zu Landschaftskinowegen und -loipen unter www.oberbayern.de/winter/.

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© Peter von Felbert, Tourismus Oberbayern München e.V. Ein „Logenplatz“ eines Landschaftskinowegs Ein „Logenplatz“ eines Landschaftskinowegs
Parma: italienische Kulturhauptstadt 2020 https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/parma-italienische-kulturhauptstadt-2020.html Solveig Michelsen 5541 20191211T084200 Parma kann weitaus mehr als Parmesan und Parmaschinken. Die Stadt des guten Geschmacks ist zur italienischen Kulturhauptstadt 2020 gewählt worden und lässt den Besucher mit über 400 Veranstaltungen an ihren kulturellen Schätzen teilhaben.

270 Kilometer Spaghetti werden in der größten und ältesten Pastafabrik in Parma hergestellt – wohlgemerkt pro Stunde! Daneben rund 340 Parmesan-Käsereien und die berühmte Kochschule Alma und Barilla – kein Wunder, dass Parma als einzige Stadt des Landes von der UNESCO die Auszeichnung „Creative City for Gastronomy“ erhielt. Doch das Kulinarische soll nicht von den kulturellen Schätzen ablenken, die die oberitalienische Großstadt mit knapp 200.000 Einwohnern zu bieten hat. Der prächtige Dom mit seinem Platz, der Palazzo della Pilotta und das Baptisterium in zartrosa und cremeweißem Verona-Marmor sind nur einige der sehenswerten Gebäude.

Im Kulturhauptstadtjahr 2020 dominieren jedoch Events und Veranstaltungen, die einen neuen Blickwinkel auf die alten Schätze bieten. Die Ausstellung „Die Zukunft des Gedächtnisses“ (24.04.-10.10.2020, Ospedale Vecchio) erinnert an das ehemalige Krankenhaus, das dort untergebracht war. Die Ausstellung „Time Machine“ (12.01.-03.05.2020, Palazzo del Governatore) widmet sich der Frage, wie Kino, Fernsehen und Videoinstallationen unsere Wahrnehmung der Zeit verändert haben. In Zusammenarbeit mit jungen italienischen Künstlern entstehen in den Vororten neue Begegnungsorte zwischen Menschen: „Temporary Signs“ (01.04.-30.09.2020). Und in der Abtei von Valserena ist die Installation „Design! Objekte, Prozesse, Erfahrungen“ (28.05.-06.09.2020) zu sehen. Zum Jahresende lädt die Ausstellung „Das Unsichtbare sehen“ (03.10.-20.12.2020) ins APE Parma Museum ein.

Wie schwärmte schon der deutsche Romantiker Ludwig Tieck: „Niemand sage, er habe Italien gesehen, wenn er nicht dich besucht hat, Parma, und deinen Dom.“

Mehr Infos zum Programm der Kulturhauptstadt 2020 unter www.parma2020.it (leider nicht auf Deutsch).

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© APT Servizi Regione Emilia Romagna Parma hat weitaus mehr zu bieten als nur Parmesan und Schinken. Parma hat weitaus mehr zu bieten als nur Parmesan und Schinken.
Was Sie im Urlaub nicht fotografieren dürfen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/was-sie-im-urlaub-nicht-fotografieren-duerfen.html Solveig Michelsen 5534 20191204T143700 „Ist ja bloß für meinen privaten Blog, dem sowieso nur wenige folgen.“ – Mit solchen und ähnlichen Begründungen glauben viele Urlauber im (Foto-)Recht zu sein, wenn sie Gebäude oder andere Personen ablichten. Doch die Trennlinie zwischen „gerade noch erlaubt“ und „kann rechtliche Konsequenzen haben“ ist leider sehr dünn.

Sobald ein Bild öffentlich sichtbar ist – auf Facebook, Instagram oder einem Blog –, gelten verschärfte Regelungen, was das Motiv betrifft. Personen dürfen zum Beispiel nur dann in erkennbarer Form darauf zu sehen sein, wenn eine Einverständniserklärung der Betreffenden vorliegt – in Zweifelsfällen am besten in schriftlicher Form. Minderjährige dürfen auch für private Zwecke nur mit Einverständnis der Eltern fotografiert werden.

Da konzentriert man sich doch lieber auf Landschaften und Gebäude. Doch selbst hier gibt es Tücken. Bei Gebäuden sind in der Regel lediglich Außenaufnahmen erlaubt – von einem öffentlich zugänglichen Platz. Stative oder Drohnen sind nicht zulässig. Und manche Bauwerke unterliegen einem Urheberrecht. Beim Eiffelturm ist es inzwischen erloschen, doch seine nächtliche Beleuchtung – als Lichtershow kreiert 1985 von Pierre Bideau – erfordert das Einholen einer Erlaubnis von der „Société d'Exploitation de la tour Eiffel“. Nur solange der nächtliche Eiffelturm Teil einer umfangreicheren Skyline ist, ist ein publiziertes Foto legal: Dann greift nämlich das Recht auf Panoramafreiheit.

Bei Kunstwerken im Freien kommt es darauf an, ob es sich um eine dauerhafte Installation handelt. Falls nicht, sollte auch hier von einer Veröffentlichung des Bildes Abstand genommen werden. So dürfen Aufnahmen vom Berliner Reichstag zwar zugänglich gemacht werden – aber nur, wenn er beispielsweise nicht gerade vom Künstlerpaar Christo verhüllt worden ist. Hier greift dann wieder das Urheberrecht.

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© interlight, iStock Fotografieren nur bei Tag erlaubt! Fotografieren nur bei Tag erlaubt!
So viel Zeit verbringen wir mit Urlaubs-Tagträumen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/so-viel-zeit-verbringen-wir-mit-urlaubs-tagtraeumen.html Solveig Michelsen 5529 20191127T085000 Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Wer kennt das nicht? Kaum wieder im Alltag angekommen, träumt man von den nächsten Reisezielen. Selbst wenn wir sie uns nicht leisten können. Wie viel Zeit genau wir mit Urlaubs-Tagträumen verbringen, hat eine Studie nun ans Licht gebracht.

2000 Menschen wurden bei einer Studie von OnePoll und Apple Vacations befragt – mit interessanten Ergebnissen. 82% aller Befragten gaben an, mit offenen Augen vom nächsten Urlaub zu träumen, und zwar durchschnittlich 200 Stunden pro Jahr. Das ergibt 24 volle Arbeitstage. 37 Minuten pro Tag werden durchschnittlich damit verbracht, im Internet auf Urlaubswebseiten zu surfen, und rund die Hälfte tut dies, während sie isst.

65% aller Befragten gaben dabei zu, dass sie sich über Reisen informieren würden, für die sie nicht genug Geld aufbringen könnten. Das passt zur Statistik, dass 79% aller Urlaubsinteressierten auf der Jagd nach Schnäppchen sind. Sieben von zehn Reisewilligen lassen sich dabei von Freunden oder Bekannten inspirieren. 62% der Interviewten gaben an, dass eine Flugbuchung für sie Stress bedeute und die schwerste Frage die nach dem „Wann“ sei. Und unglaubliche 73% gestanden ein, einen Teil ihrer Reise bei der Buchung schon mal vergessen zu haben.

» Beliebtes Tagtraum-Reiseziel: Thailand

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© HBRH, Shutterstock 200 Stunden pro Jahr verbringen wir mit Urlaubs-Tagträumen. 200 Stunden pro Jahr verbringen wir mit Urlaubs-Tagträumen.
Gigantisches Lichterfest in Lyon https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/gigantisches-lichterfest-in-lyon.html Solveig Michelsen 5527 20191119T084500 Vom 5. bis 8. Dezember 2019 findet in Lyon wieder die „Fête des Lumières“ statt, ein gigantisches Lichterfest, das Besucher aus aller Welt anzieht. Häuser- und Kirchenfassaden werden mit bunten Lichtershows bespielt; die Einwohner tragen mit Kerzen und Windlichtern in den Fenstern zum einzigartigen Ambiente bei. Nirgendwo anders strahlt der Advent so hell.

Die „Fête des Lumières“, Lyons einzigartiges Lichterfest, das dieses Jahr vom 5. bis zum 8. Dezember stattfindet, rühmt sich, das weltweit drittgrößte nicht-religiöse Festival zu sein – nach dem Karneval in Rio und dem Oktoberfest. Mehrere Millionen Besucher strömen an dem langen Wochenende um Mariä Empfängnis in die Stadt, um ein wahrlich eindrucksvolles Lichterspektakel zu erleben. Maria ist es auch zu verdanken, dass es dieses Fest überhaupt gibt: Im 17. Jahrhundert erhörte sie die Bitten der Lyoner, sie vor der Pest zu bewahren. Im 19. Jahrhundert erinnerte man sich dieses Ereignisses und begann, ihr an Mariä Lichtmess mit Kerzen und Windlichtern in den Fenstern zu huldigen. Ab 1989 nahm das Fest größere Ausmaße an – Häuser- und Kirchenfronten werden seitdem mit Lichtershows bespielt, die sich jedes Jahr zu übertreffen scheinen.

Der „Ball der Lichter“ entführt in eine magische Welt, wenn Wände lebendig werden und zu tanzen beginnen – allein mithilfe von Lichtanimationen und musikalischer Untermalung. Pro Tag gibt es rund zehn Animationen zu bestaunen. Auf dem Place des Terreaux, am Brunnen Bartholdi, findet außerdem ein Wasserballett statt. Die Fassaden der Kathedrale Saint-Jean spielen mit der Geschichte: 3D-Animationen lassen verschiedene Jahrhunderte fließend ineinander übergehen.

Wer Lyon in dieser Zeit einen Besuch abstatten möchte, sollte sich baldmöglichst um eine Unterkunft bemühen. Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF bietet während des Festes in Regionalzügen übrigens 50% Ermäßigung bei allen Hin- und Rückfahrkarten nach Lyon.

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© Brice Robert, ONLY LYON Lichter-Spektakel auf dem Place des Terreaux Lichter-Spektakel auf dem Place des Terreaux
Elefanten pflegen im Nature Park https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/elefanten-pflegen-im-nature-park.html Solveig Michelsen 5521 20191114T072700 Sinnstiftende Urlaube hinterlassen große Zufriedenheit. Und Elefanten sind unglaublich intelligente und warmherzige Tiere. Zwei Gründe, um als Freiwilliger beim Rettungs- und Rehabilitationszentrum Elephant Nature Park im Norden Thailands ein wenig mitzuhelfen. Bleibende Eindrücke können garantiert werden.

Elefanten haben es in Thailand nicht leicht: Die einen fristen ihr Dasein angekettet als Tempelelefant, die anderen müssen schwere Baumstämme schleppen oder für touristische Reitversuche herhalten. Gleichzeitig sorgen der schwindende Lebensraum und die Wilderei für eine verminderte Population: Nicht einmal mehr 7000 Elefanten gibt es heute noch in Thailand; nur die Hälfte davon lebt in freier Natur. Das Rettungs- und Rehabilitationszentrum Elephant Nature Park bei Chiang Mai versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Denn Auswildern ist hier schon lange keine Option mehr. Zum einen sind die Tiere durch die Menschen traumatisiert, zum anderen gibt es keine Herden mehr, denen sie sich anschließen können. So werden ausgediente Tiere im Elephant Nature Park liebevoll gepflegt. Dazu gehört auch, sie vor zu viel Kontakt mit Menschen zu schützen. Touristenkontakt gibt es nur noch mittags zur Fütterung.

Weil trotzdem viele Menschen den Dickhäutern nahe kommen möchten, hat das Camp ein Freiwilligenprogramm im Angebot: Zwischen einem und sieben Tagen kann hier ausgeholfen werden. Ganz günstig ist es allerdings nicht: Rund 75 Euro kostet ein Tag mit den Elefanten. Immerhin kann man davon ausgehen, dass die Einnahmen den Tieren wieder zugute kommen. Denn der Unterhalt von rund 4000 Euro pro Elefant und Monat ist ebenfalls keine Kleinigkeit.

» Das Land des Lächelns entdecken und gewinnen

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© Suphalak Rueksanthitiwong, Shutterstock Elefanten sind intelligente und warmherzige Tiere. Elefanten sind intelligente und warmherzige Tiere.
Slow Winter in Südtirol https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/slow-winter-in-suedtirol.html Solveig Michelsen 5520 20191107T092300 Alles mal langsam, heißt es in Südtirol im Rahmen des „Slow Winter“-Mottos. Wer keine Lust auf großen Skizirkus hat, findet hier genügend Orte der Stille – beim Winterwandern, Eislaufen, auf Schneeschuhtour oder in Mikro-Skigebieten, die aus der hektischen Zeit gefallen zu sein scheinen.

Große Skigebiete sind nicht jedermanns oder -fraus Sache. Viele möchten im Winterurlaub einfach abschalten und die weiße Jahreszeit ganz bewusst erleben: die Stille des Schnees, der alle Geräusche dämpft – in einer Zeit, in der man traditionell zur Ruhe kommt nach einem arbeitsamen Sommer. Einem solchen natürlichen Rhythmus lässt es sich zum Beispiel am Reschenpass nachspüren, auf 60 Kilometern gewalzter oder gespurter Winterwanderwege. Auch Eislaufen lässt es sich dort hervorragend auf dem zugefrorenen Reschensee. Das Gsieser Tal sowie das Villnösstal, die Heimat Reinhold Messners, bieten Möglichkeiten zum Schneeschuhwandern vor beeindruckender Dolomiten-Kulisse. Im Nationalpark Stilfser Joch kann man bei geführten Vollmond-Touren auch nachts durch den Schnee stapfen.

Wem das alles noch zu viel Action ist: Am 15. Dezember 2019 gibt es im Nationalpark den ersten Waldadvent. In Ulten stimmt man sich ab 14:30 Uhr mit Geschichten am Lagerfeuer, Hirtenspielen und adventlicher Musik auf das Weihnachtsfest ein. Und im März 2020 werden an der Bergstation Ratschings-Jaufen mehrere Termine angeboten, um sich bei Schalenfeuer, Atemmeditation und Tee auf seine fünf Sinne zu besinnen. Auch hier heißt es wieder: abschalten und auftanken.

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© IDM Südtirol, Frieder Blickle Winterwandern am verschneiten und zugefrorenen Reschensee Winterwandern am verschneiten und zugefrorenen Reschensee
Macht Fliegen überhaupt noch Spaß? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/macht-fliegen-ueberhaupt-noch-spass.html Solveig Michelsen 5513 20191028T084900 Die Sitze in der Economy Class werden immer enger, die Flughäfen immer voller. Immer öfter randalieren Passagiere und zwingen zur Notlandung – oder das Flugzeug hat einen Defekt. Der Umgangston vieler Angestellter ist deutlich von Stress geprägt. Und das schlechte grüne Gewissen hat noch gar nicht mitgeredet. Macht Fliegen wirklich noch Spaß?

Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf eine Flugreise. Nicht aus Flugangst oder schlechtem Gewissen, dass der CO2-Fußabdruck zu hoch werden könnte. Sondern allein aus dem Wunsch heraus, entspannter in den Urlaub zu gelangen. Die Anspannung fängt bei der Anreise zum Flughafen schon an: Der eingeplante Zeitpuffer schmilzt im Stau dahin, der Adrenalin-Pegel steigt, wenn nichts vorwärts geht. Vor Ort erschlägt einen die Parkgebühr – man wusste, dass es teuer werden würde, aber so viel? Die nächste Hürde: der Check-in-Schalter. Selbst für schlaue Online-Einchecker gibt es noch den Baggage Drop-off. Entweder automatisiert und dann bei Sonderfällen zum Haareraufen oder mit einer langen Schlange versehen. Das Gleiche kann noch einmal bei der Sicherheitskontrolle passieren. Schuhe und Gürtel ausziehen, sich abtasten lassen – auch das ist nicht jedermanns Sache.

Sitzt man endlich am Gate, hat man kurz Zeit sich zu erholen. Am besten schaut man sich seine Mit-Passagiere schon einmal genau an. Denn immer öfter kommt es vor, dass sich betrunkene oder aggressive Fluggäste an Bord daneben benehmen oder gar randalieren. Selbst mit anständigen Nachbarn fühlt man sich als normalwüchsiger Mensch schon eingezwängt zwischen den immer näher rückenden Sitzreihen. Aggressionen sind vorprogrammiert, wenn sich der Vordermann erlaubt, auch noch die Lehne zurückzustellen, und damit die letzte Hoffnung auf Laptop-Arbeit vereitelt – zu steil der Winkel. Nach der Landung braucht es oft Geduld, bis das Gepäckstück wieder ausgespuckt wird – falls überhaupt. Wer schon einmal eine fremdsprachige Verlusterklärung ausfüllen musste, wird deutliche Erinnerungen daran haben. Wenn dazu noch unfreundliche Flughafenmitarbeiter kommen oder Zollbeamte, für die es ein Akt höchster Gnade zu sein scheint, den Besucher ins Land zu lassen, ist der Vorsatz gefasst: Nächstes Mal geht es mit einem anderen Verkehrsmittel in den Urlaub!

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© Song_about_summer, Shutterstock Immer mehr Menschen fühlen sich durch Flugreisen gestresst. Immer mehr Menschen fühlen sich durch Flugreisen gestresst. | © Song_about_summer, Shutterstock
Überraschungen im Ticket-Dschungel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/ueberraschungen-im-ticket-dschungel.html Solveig Michelsen 5512 20191021T083600 Das Tarifsystem der Deutschen Bahn ist nicht gerade für seine Einfachheit bekannt. Schnäppchenjäger auf der Suche nach dem günstigsten Preis müssen sich dafür schon mal durch viele verschiedene Optionen klicken. Doch dabei tut sich auch die eine oder andere Überraschung auf: Schon mal was vom EgroNet-Ticket gehört oder dem Herbst-Spar-Tarif?

Die Deutsche Bahn ist immer wieder für Überraschungen gut – selbst für eingefleischte Bahnfahrer. Denn wer sich durch die Vielzahl an Sonderticket-Angeboten klickt, wird schnell feststellen: Von manchen hat man noch nie gehört. Allein im Bundesland Bayern wartet die Deutsche Bahn derzeit mit 27 unterschiedlichen Regionaltickets auf. Da gibt es zum Beispiel das Bayern-Böhmen-Ticket, das auch in Tschechien gilt, oder das Happy-Hour-Ticket Niederbayern, das Hopper-Ticket für einen Umkreis von bis zu 50 Kilometern oder das Oberstdorfer Ski-Ticket. Und dann noch das ominöse EgroNet-Ticket. Dieses beinhaltet Bahn, Straßenbahn und Busverkehr in Bayern, Sachsen,Thüringen und Tschechien und kostet kaum mehr als ein Bayern-Ticket, ist dafür aber nicht online zu bekommen.

Da greifen wir doch lieber beim Herbst-Spar-Ticket zu, das noch bis zum 30. November gültig ist: Zwischen 9 und 15 Uhr lässt es sich damit für 14,90 Euro durch Rheinland-Pfalz und Saarland reisen. Wer jetzt noch wissen möchte, was ein Bernsteinticket beinhaltet oder ein Stadt-Land-Meer-Ticket ist – einfach unter www.bahn.de nachschauen und dann ab zum Bahnhof, um auf den Schienen das Land zu erkunden!

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© coco194, iStock Die Deutsche Bahn überrascht mit vielseitigen Angeboten. Die Deutsche Bahn überrascht mit vielseitigen Angeboten. | © coco194, iStock
Smart Cities: Auszeichnung für zukunftsweisenden Tourismus https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/smart-cities-auszeichnung-fuer-zukunftsweisenden-tourismus.html Solveig Michelsen 5507 20191014T161900 Seit 2019 gibt es eine neue Auszeichnung für europäische Städte, die sich digital, nachhaltig und zugänglich zeigen: den EU Capitals of Smart Tourism Award. Was bekommt der Besucher dabei geboten? Einladende Städte, die sich ihm öffnen und einfach zu bereisen sind.

Was macht eine Stadt „smart“? Was macht intelligenten Tourismus aus? Eine EU-Kommission hat sich auf vier tragende Säulen geeinigt: Digitalisierung, Zugänglichkeit, Nachhaltigkeit sowie Kreativität und Bewahrung des kulturellen Erbes. Bezogen auf den Tourismus ergeben sich ganz unterschiedliche Konzepte. Insbesondere die beiden 2019 als „EU Capitals of Smart Tourism“ gekürten Städte – Helsinki und Lyon – sind sehr verschieden in ihren Ansätzen. Helsinki setzt stark auf Digitalisierung und Innovation, bietet dem Besucher zum Beispiel die Meta-Transport-App Whim, die die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel, der Fähren, der Mieträder, der Taxis und sogar von Mietwägen bündelt und damit viel Zeit spart. „Wie komme ich von A nach B?“ ist im Nu beantwortet und mit neuen, interessanten Optionen verbunden: Warum nicht einmal eine Etappe mit dem City Bike zurücklegen?

Lyon ist sich seiner kulturellen Schätze sehr bewusst und lässt den Besucher behutsam daran teilhaben. So etwa in den UNESCO-geschützten „Traboules“ – schmale Passagen, die von einer Straße zur anderen führen und einst für einen gemeinschaftlichen Zugang zu einem Brunnen gebaut wurden. So genannte City Helpers sorgen dafür, dass das Verhältnis zu den Anwohnern entspannt bleibt, versorgen die Besucher außerdem mit weiteren Informationen und befragen diese nach ihren Wünschen und Erfahrungen.

Auch in den Einzelkategorien wird jeweils eine Sieger-Stadt gekürt. So stach 2019 Ljubljana beim Thema Nachhaltigkeit hervor, Málaga beim Thema Zugänglichkeit. Kopenhagen bekam die Auszeichnung für Digitalisierung und Linz für die Säule „kulturelles Erbe und Kreativität“.

Seit 9. Oktober stehen auch schon die Gewinner für 2020 fest. Über alle Bereiche hinweg als herausragend wurden befunden: Göteborg (Schweden) und Málaga (Spanien). Die Einzelsieger sind diesmal: noch einmal Göteborg (Nachhaltigkeit), Breda (Zugänglichkeit), Ljubljana (Digitalisierung) und Karlsruhe (kulturelles Erbe und Kreativität). Städte unter einem ganz bestimmten Gesichtspunkt zu bereisen, kann eine spannende Erfahrung sein – probieren Sie es aus!

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© Quentin Lafont, ONLY LYON Das Musée des Confluences in Lyon: innovativ und barrierefrei Das Musée des Confluences in Lyon: innovativ und barrierefrei | © Quentin Lafont, ONLY LYON
Oodi – Helsinkis neuester Hot Spot https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/oodi-helsinkis-neuester-hot-spot.html Solveig Michelsen 5502 20191002T124100 Hinter dem Namen „Oodi“ verbirgt sich eigentlich eine Bibliothek – aber was für eine! Hier treffen Architekturfreunde auf Gaming-Experten, Künstler auf Handwerker und Familien auf Individualisten. Möglich macht's ein spannendes Konzept, das als Wunschkonzert der Bibliotheksbesucher geboren wurde.

Show-Küchen, Gaming Rooms und 3D-Drucker, Kino, Café und Aufnahmestudio – was hat das alles mit einer öffentlichen Bibliothek zu tun? Helsinkis „Oodi“ versteht sich nicht als bloße Bücherei, sondern als kultureller Treffpunkt, als Einladung zum Kreativ-Werden und Sich-Weiterbilden, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Neben den zu erwartenden rund 100.000 Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Noten und Filmen – allesamt präsentiert in einem modernen und hellen Bau aus Holz und Glas – überrascht der Kreativbereich: Hier proben Bands und nehmen ihre erste CD auf, handwerklich Interessierte bedienen den Lasercutter oder die Stanzmaschinen, Spielefreunde erproben sich im Virtual-Reality-Raum. Alles völlig kostenfrei.

Experimentierfreudige drucken auf A0-Größe, auf Stoff oder gar mit dem 3D-Drucker aus. Eine Küche kann für Vorführungen oder Kurse genutzt werden, ein Programmkino sorgt für Unterhaltung. Für Kinder gibt’s einen eigens gestalteten Bereich mit Spielteppich und einen Märchenraum hinter einer geheimen Tür; Erwachsene freuen sich über das Café, das sich bei schönem Wetter bis auf die Dachterrasse erstreckt und dann auf das gegenüberliegende Parlamentsgebäude blicken lässt – auf Augenhöhe, das ist den Finnen wichtig. Dazwischen: viel Raum zum Arbeiten, so einladend gestaltet, dass man am liebsten gleich loslegen möchte. Schuld daran ist sicher auch die ansprechende Einrichtung: viel Licht, echte Pflanzen und originelles Design. Wer Helsinki verlässt, ohne Oodi gesehen zu haben, ist selbst schuld.

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© Kuvio Oodi, Vorzeigeobjekt der Architektengruppe ALA Architects Oodi, Vorzeigeobjekt der Architektengruppe ALA Architects
Öko-Steuer für Flugtickets ab 2020 https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/oeko-steuer-fuer-flugtickets-ab-2020.html Solveig Michelsen 5481 20190726T081300 Frankreich macht Nägel mit Köpfen und führt ab 2020 eine Öko-Steuer auf Flugtickets ein. Auch europaweit wird über eine Umweltsteuer in puncto Fliegen diskutiert. Ein erster Schritt, um den Problemen des Klimawandels entgegenzutreten oder ein Tropfen auf den heißen Stein?

Die französische Regierung geht mit gutem Beispiel voran: Ab nächstem Jahr werden Tickets für Flüge, die von französischen Flughäfen aus starten, mit einer Öko-Steuer belegt – zwischen 1,50 und 18 Euro. Die jährlichen Einnahmen von rund 180 Millionen Euro sollen anschließend ins Bahnnetz investiert werden.

Ein lobenswerter Ansatz, der trotzdem das altbekannte Dilemma nicht lösen wird: Zum Teil werden Flüge günstiger als die entsprechenden Bahntickets angeboten. Da juckt auch ein 10-Euro-Aufschlag nicht. Dem Verbraucher aber erschwert man damit ein umweltfreundliches Handeln. Denn wer steigt schon gerne auf öffentliche Verkehrsmittel um, wenn es mit dem Flugzeug schneller und sogar billiger geht?

Hier ist also das Handeln der Politik gefragt. Erst wenn Umweltsünden an den Geldbeutel gehen, ist ein großflächigeres Umdenken möglich. Bis dahin können wir nur hoffen, dass Daniel Düsentrieb bald einen umweltfreundlichen Flugzeugantrieb entwickelt, um wieder mit gutem Gewissen die schöne bunte Welt um uns herum bereisen zu können.

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© shironosov, iStock Mit der Ökosteuer wieder unbeschwert fliegen? Mit der Ökosteuer wieder unbeschwert fliegen?
Neue deutsche UNESCO-Stätten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neue-deutsche-unesco-staetten.html Solveig Michelsen 5480 20190719T080900 28 neue Orte wurden auf die Liste des UNESCO-Welterbes kürzlich aufgenommen, darunter auch zwei in Deutschland: Augsburgs historisches Wassermanagementsystem sowie die deutsch-tschechische Bergbauregion Erzgebirge/Krušnohoří zählen ab sofort als schützenswerte Kulturdenkmäler. Zeit für einen Besuch.

Augsburgs Wassermanagementsystem: 46 Welterbe-Stätten hat Deutschland inzwischen zu verzeichnen. Bei einigen ist der Status offensichtlich gerechtfertigt – wie z.B. dem Kölner Dom –, bei anderen muss man schon genauer hinsehen. So auch in Augsburg. Seit 1545 bereits gibt es dort eine Trennung von Brauch- und Trinkwasser, lange bevor die Relevanz einer guten Hygiene weithin bekannt war. Mithilfe fortschrittlicher Hydraulik-Methoden pumpte man schon im 15. Jahrhundert das Wasser erst in Türme und leitete es dann zu den Menschen weiter. Auch zur Kühlung von Lebensmitteln sowie zum Abfall-Abtransport diente das ausgeklügelte System an Kanälen und Wasserwerken. Besucher können diese Besonderheit an 22 Stationen in und um Augsburg erkunden.

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří: Ab dem 11. Jahrhundert wurde in der sächsisch-böhmischen Region Bergbau betrieben. Zahlreiche Bauten, die davon zeugen, sind teilweise originalgetreu erhalten geblieben. Als „Meisterwerk menschlicher Kreativität“ sind die insgesamt 22 Bestandteile betitelt worden, die in ihrer Verbindung den UNESCO-Titel erhalten haben: Baudenkmäler, Landschaften, Städte, Haldenzüge und Bergwerke. 17 davon befinden sich auf deutscher, fünf auf tschechischer Seite.

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© Matyas Rehak, Shutterstock Zählt nun zum UNESCO-Welterbe: Augsburgs ausgeklügeltes Wassermanagementsystem Zählt nun zum UNESCO-Welterbe: Augsburgs ausgeklügeltes Wassermanagementsystem
Alpine Pearls und Bergsteigerdörfer https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/alpine-pearls-und-bergsteigerdoerfer.html Solveig Michelsen 5479 20190802T081600 Der Wunsch nach intakter Natur und Nachhaltigkeit wächst unter den Bergurlaubern. Halligalli-Installationen waren gestern, heute sind Authentizität, Ursprünglichkeit und Natürlichkeit angesagt. Wie gut, dass sich manche Orte schon früh darauf besonnen und den allgemeinen Rummel nicht mitgemacht haben. Unter den Marken „Alpine Pearls“ und „Bergsteigerdörfer“ haben sie sich organisiert.

Alpine Pearls: Die „alpinen Perlen“ entstammen einem Mobilitätskonzept aus dem Jahre 2006. Zwei EU-Projekten ging es um die Förderung eines innovativen, nachhaltigen Tourismus, der die Sehenswürdigkeiten mit sanfter Mobilität erreichbar macht. Das heißt: verkehrsberuhigte Ortskerne, Transferservices, umweltfreundliche Freizeitangebote, eine Mobilitätsgarantie ohne Auto sowie ökologische Mindeststandards. 23 Gemeinden aus fünf Alpenstaaten haben sich inzwischen der Kooperation angeschlossen, darunter Bad Reichenhall und Berchtesgaden in Deutschland, Hinterstoder, Mallnitz, Neukirchen am Großvenediger, Weißensee und Werfenweng in Österreich. Die meisten Perlen sind in Italien zu finden.

Bergsteigerdörfer: Der Zusammenschluss der so genannten Bergsteigerdörfer setzt auf einen nachhaltigen und sanften Tourismus, der für die Führung des Titels strengen Kriterien genügen muss: schnuckelige Pensionen statt Bettenburgen, traditionelle Schmugglerpfade statt planierte Forststraßen und umweltbewusste Beförderungsmöglichkeiten statt Autoschlangen. Großer Wert wird auf den Erhalt von Kultur und Brauchtum gelegt sowie der Berglandwirtschaft. Diese darf nicht zur touristischen Kulisse verkommen, sondern soll auch authentisch gelebt werden. 27 Orte in den Alpen bilden dieses Ideal ab. In Deutschland sind das Kreuth, Ramsau bei Berchtesgaden, Sachrang und Schleching; neben 21 Gemeinden in Österreich gibt es noch drei in Südtirol und zwei in Slowenien.

Mehr Infos unter:

www.alpine-pearls.com

www.bergsteigerdoerfer.org

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© Mthaler, iStock Berchtesgaden gehört zu den Alpine Pearls; auch auf dem Königssee ist man per Elektromotorboot unterwegs. Berchtesgaden gehört zu den Alpine Pearls; auch auf dem Königssee ist man per Elektromotorboot unterwegs.
Als Greeter kann man was erleben ... https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/als-greeter-kann-man-was-erleben.html Solveig Michelsen 5473 20190712T082100 Greeter sind ehrenamtliche Stadtführer, die einzelnen Gästen ihre Stadt auf ganz persönliche Art und Weise nahe bringen: Mal gibt es einen Spaziergang zu den schönsten Plätzen und Winkeln, mal ist Kaffeehaus-Hopping angesagt. Je nach Wünschen der Gäste wird ein individuelles Programm gestrickt – das oft auf beiden Seiten starken Eindruck hinterlässt. Ein paar Anekdoten ausgewählter Greeter erzählen davon.

Ein Greeter aus Bonn erzählt:

„Die Familie war noch nie weiter als 100 Kilometer von ihrem Dorf am Lago di Bolsena (Mittelitalien) entfernt gewesen. Wir sind von Beuel Süd Richtung Innenstadt spaziert, und sie waren schwer beeindruckt. Dann mit der Personenfähre rüber auf die andere Rheinseite. Der italienische Familienvater begrüßte den Schiffsführer Herrn Schmitz und seine Frau mit Handschlag, wohl weil er meinte, das sei hier ein Dorf wie bei ihnen zu Hause und jeder kennt jeden und zwar richtig gut. So ähnlich wie in 'Crocodile Dundee in New York'.“

Ein Greeter aus Hamburg erzählt:

„Ich machte einen Rundgang durch St. Pauli – mit einem Blinden und seiner Begleiterin. Das war sehr interessant für mich, ganz anders zu denken und zu erzählen – zu beschreiben. Eine tolle Erfahrung für mich. (…) Die unaufgeregte Zone des ehemaligen Brauereiviertels und dann plötzlich die Reeperbahn – laut, Hektik. Ich beschrieb die Reeperbahn und den Spielbudenplatz und berichtete über den jetzigen Leerraum der ehemaligen Esso-Tankstelle. Ich fand es jedenfalls faszinierend zu erleben, wie ein Blinder hört, Eindrücke fühlt und einsortiert.“

Ein Greeter aus Kassel erzählt:

„Eine junge Polin hat, um sich und ihren Vater durchzubringen, eine Betreuungsstelle bei einem demenzkranken Herrn in Kassel angenommen. Sie hat so gut wie keine Freizeit und wenn doch, geht sie zum Bahnhof – nur um mal unter Menschen zu sein. Irgendwie wird sie auf die Greeter aufmerksam und fragt für ihren letzten Tag einen Greet an. Zu zweit zeigen wir ihr die Stadt. Sie fasst zunehmend Vertrauen und man merkt ihr an, dass es ihr im Grunde weniger um die Stadt als um menschliches Verständnis geht. Bei einer Pause lehnt sie zunächst eine Einladung ab, bestellt sich aber auf unser Drängen doch ein kleines Getränk. Bevor wir weitergehen, überreicht sie uns ein winziges Gläschen mit Marmelade als Dankeschön für den Greet.“

Wer selbst an einem Greet interessiert ist oder als Greeter arbeiten möchte, kann sich unter www.deutschland-greeter.de und www.internationalgreeter.org informieren.

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© Chicago Greeters Ein Greet: als würde man seinem besten Freund die Stadt zeigen Ein Greet: als würde man seinem besten Freund die Stadt zeigen
McDonalds als Außenstellen für die US-Botschaft https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/mcdonalds-als-aussenstellen-fuer-die-us-botschaft.html Solveig Michelsen 5469 20190705T074400 Was zunächst wie ein schlechter Witz anmutet, ist in Wahrheit eine neue Kooperation zwischen der US-Botschaft und der Fastfood-Kette. US-amerikanische Bürger können sich ab sofort bei Passverlust an eine österreichische McDonalds-Filiale wenden – ganz gemütlich bei Burger und Pommes.

Österreichische McDonalds-Filialen fungieren seit 15. Mai 2019 quasi als Außenstellen der US-Botschaft. Das Personal der 194 Fastfood-Filialen ist damit verpflichtet, in Not geratenen US-Amerikanern ihre Hilfe anzubieten, insbesondere bei Passverlust oder ähnlichen Widrigkeiten. Allerdings werden keine Kompetenzen des Konsulats übernommen, nur der Kontakt zu einer Auslandsvertretung soll über eine 24-Stunden-Hotline hergestellt werden. Für Notpässe und ähnliche Dienstleistungen muss der Weg zum Konsulat weiterhin eingeschlagen werden. Ebensowenig werden die Filialen nun zum US-amerikanischen Hoheitsgebiet, wie manche mutmaßen mögen.

Der Grund für die Wahl der amerikanischen Fastfood-Kette sei ihre Bekanntheit und ihre flächendeckende Präsenz, heißt es. "Die Bitte wurde vom US-Konsulat an uns herangetragen", bestätigte McDonald's-Sprecher Wilhelm Baldia dem „Standard“. Im Netz wird fleißig über „McPassport“ gewitzelt, was den Betroffenen im Fall des Falles aber sicher entgegenkommen wird.

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© cookelma, iStock Ein Burger und ein Pass bitte? Über die neue Kooperation wird viel gewitzelt. Ein Burger und ein Pass bitte? Über die neue Kooperation wird viel gewitzelt.
Per Seilbahn auf den Kilimandscharo? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/per-seilbahn-auf-den-kilimandscharo.html Solveig Michelsen 5468 20190613T081900 Der Kilimandscharo ist nicht nur der höchste Berg Afrikas, sondern ein Mythos. Rund 50.000 Touristen besteigen jährlich den knapp 6.000 Meter hohen Gipfel in Tansania – eine wichtige Einnahmequelle für das Land. Nun will die Regierung eine Seilbahn errichten lassen – und schneidet sich damit vermutlich ins eigene Fleisch.

Spätestens seit Hemingways Kurzgeschichte „Schnee auf dem Kilimandscharo“ aus dem Jahr 1936 ist der höchste Gipfel Afrikas auch unter Nicht-Bergsteigern bekannt. Für einige ist er Pflichtprogramm im Rahmen der Seven Summits, der Besteigung aller höchsten Gipfel jedes Kontinents. Für andere ist er die Erfüllung eines Lebenstraums: Durch die technische Einfachheit des Anstiegs wagen sich auch Anfänger hinauf – wenngleich die Effekte der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden sollten.

Rund 50.000 Touristen jährlich kommen nach Tansania, um zu Fuß auf den 5.895 Meter hohen Berg zu steigen. Das dauert je nach Route und Akklimatisation rund eine Woche. Die Vorschriften verpflichten zur Beauftragung eines lokalen Führers und der Beschäftigung einheimischer Träger – eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung, da pro Tourist mit rund 15 Beschäftigten gerechnet wird.

Nun will die Regierung mit dem Bau einer Seilbahn auf das UNESCO-Weltnaturerbe Kilimandscharo noch mehr Besucher anlocken. Umweltschützer sind entsetzt, da das empfindliche Ökosystem ohnehin schon unter der großen Zahl an Besuchern leidet. Und die Bevölkerung fürchtet um ihre wichtigsten Einkünfte. Ob die Rechnung aufgehen wird, sei dahingestellt: Statt einer Woche bräuchten Seilbahntouristen dann nur noch einen Tag, um den Berg zu erkunden. Ob das die touristischen Einnahmen verbessert, ist fraglich.

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© graemes, iStock Kilimandscharo: bald mit Seilbahn? Kilimandscharo: bald mit Seilbahn?
Der neue Liechtenstein-Weg https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/der-neue-liechtenstein-weg.html Solveig Michelsen 5464 20190628T084000 Liechtenstein ist ein Land, aus dem man nur selten etwas hört. Ende Mai 2019 wurde dort ein neuer Weitwanderweg eröffnet, der auf 75 Kilometern alle Gemeinden und viele historische Stätten miteinander verbindet. Ein Grund mehr, dem kleinen Staat einen Besuch abzustatten.

Wer Liechtenstein und seine 300-jährige Geschichte kennenlernen möchte, sollte das am besten zu Fuß tun. Seit 26. Mai 2019 verbindet der neue Liechtenstein-Weg 147 ausgewählte historische Stätten und Ereignisse miteinander. Das summiert sich zu einer Strecke von 75 Kilometern und rund 2000 Höhenmetern, die bequem in fünf Tagesetappen erwandert werden können. Sogar mit Gepäcktransport, wenn einem der Rucksack zu schwer wird. Die Streckenwanderung führt dabei einmal quer durchs 160 Quadratkilometer große Fürstentum – in etwa halb so groß wie München.

Herzstück des Wanderwegs sind die so genannten Erlebnisstationen, die durch die begleitende App "LIstory" digital ergänzt werden. Diese erzählt Geschichten, die die Vergangenheit aufleben lassen und erweckt historische Stätten mittels Inszenierungen zu neuem Leben. Um alle Altersgruppen anzusprechen, arbeitet die App mit Augmented-Reality-Inhalten, die die unmittelbare Umgebung miteinbeziehen und ein spannendes Geschichtserlebnis vermitteln. Selbstverständlich kann der Wanderweg auch ohne Benutzung der App erwandert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Tourismus-Website des Fürstentums Liechtenstein.

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© Liechtenstein Marketing Auch am Schloss Vaduz führt der Liechtenstein-Weg vorbei. Auch am Schloss Vaduz führt der Liechtenstein-Weg vorbei.
Alternative Übernachtungsformen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/alternative-uebernachtungsformen.html Solveig Michelsen 5463 20190621T085400 Es muss nicht immer ein Hotel sein. Oder eine Pension. Wer wirklich etwas erleben möchte, übernachtet im Baumhaus, im Schlaffass, im Gefängnis oder auf einer fremden Couch. So wird selbst die Übernachtung zur Bereicherung des Urlaubs. Denn nichts lenkt besser vom Alltag ab als ein kleines Abenteuer.

Baumhaus

Für viele ein Kindheitstraum: Vom Vogelgezwitscher geweckt werden, dann vom Bett aus in die grüne Baumkrone blicken, rundherum nur Natur. Ein Refugium weit über dem Boden, das einen im Nu von der Hektik des Alltags in den entschleunigten Gang der Natur zurückbeamt. Nichts ist da, was an die Arbeit erinnert, nur Äste, Blätter, Vögel, Luft. Bei der Buchung sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es sich um ein wirkliches Baumhaus handelt – viele als solche Angepriesene sind nur Hütten auf Stelzen, die sich irgendwo im Wald befinden.

Schlaffass

Wer es gerne kuschelig mag, wählt die kleinste eigenständige Schlafeinheit: ein Schlaffass. Ursprünglich für Outdoor-Saunen verwendet, findet man diese inzwischen auf einigen Campingplätzen als Zusatzangebot. Meist gibt es sie für maximal zwei Personen, die neben ihren Betten noch eine kleine Sitzgelegenheit finden. Das kompakte Fass lässt sich schnell beheizen und ist deshalb auch im Winter nutzbar.

Gefängnis

Einige Städte werben damit, dass im ehemaligen Gefängnis übernachtet werden kann. Zum Beispiel in Berlin, in Ljubljana, in Helsinki oder in Stockholm. Die Zimmer sind oft eine gelungene Mischung aus Zellencharakter und modernem Ambiente; in manchen Gefängnishotels erinnert auch nur noch das Foyer an die Vergangenheit.

Couchsurfing

Sofern Sie Menschen und anderen Kulturen und Lebensweisen gegenüber aufgeschlossen sind, sollten Sie diese Übernachtungsform unbedingt ausprobieren: Man übernachtet bei wildfremden Menschen, deren Profil einem auf der Couchsurfing-Plattform zusagt. Neben einem kostenlosen Bett bekommt man dafür aufrichtige Gastfreundschaft und eine Chance auf einen regen kulturellen Austausch. Ein Gastgeschenk mitzubringen oder ein leckeres Essen zu kochen, gehört für die Gäste zum guten Ton.

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© dilaracakir, iStock Warum nicht mal im Baumhaus übernachten? Warum nicht mal im Baumhaus übernachten?
Österreichs schönste Plätze – laut CNN https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/oesterreichs-schoenste-plaetze-laut-cnn.html Solveig Michelsen 5452 20190607T085800 Internationale Touristen haben oft wenig Zeit für die einzelnen Stationen in Europa. Da kommen Best-of-Listen sehr gelegen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzuhaken. CNN hat eine solche für Österreich erstellt – und überrascht mit seiner Auswahl von Altbekanntem und Noch-nie-Gehörtem.

Unter den Highlights, die CNN seinen Lesern empfiehlt, sind etliche Städte. Darunter die üblichen Verdächtigen wie Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck, aber auch Alpbach und Rattenberg. Noch nie gehört? Alpbach ist ein kleines, schmuckes Dorf in den Kitzbüheler Alpen, in dem sich vor allem niederländische Skitouristen gerne vergnügen. Es gilt als ursprünglich und authentisch. Und Rattenberg ist mit etwas über 400 Einwohnern die kleinste Stadt Österreichs mit einem historischen Zentrum im Inn-Salzach-Stil.

Als Ausflugsziel darf Hallstatt auf der Liste natürlich nicht fehlen; auch die Großglockner-Hochalpenstraße wird einem ans Herz gelegt. Doch Dürnstein in der Wachau ist nicht jedem ein Begriff – neben der historischen Stadt mit Stift und Burg lockt auch der Wachauer Wein hierher. Die Semmeringbahn, seit 1854 im Einsatz und damit älteste Gebirgsbahn weltweit, gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe und weckt nostalgische Gefühle bei der Fahrt über den landschaftlich sehenswerten Semmering.

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© Pratchaya, iStock Für viele Touristen ein Erlebnis: die Großglockner-Hochalpenstraße Für viele Touristen ein Erlebnis: die Großglockner-Hochalpenstraße
Die friedlichsten Länder unseres Planeten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-friedlichsten-laender-unseres-planeten.html Solveig Michelsen 5451 20190531T085200 Die Welt ist voll von schlechten Nachrichten: Krieg, Terrorismus, Kriminalität. Dabei gibt es etliche Länder, die sich einen sehr friedfertigen Zustand bewahrt haben. Der Global Peace Index vergleicht diese seit 2007 miteinander und erstellt ein Ranking: Wo lässt es sich am friedlichsten leben?

Der Global Peace Index, zu deutsch Weltfriedensindex, macht es sich nicht leicht. Er untersucht 162 Länder nach 24 unterschiedlichen Kriterien. Diese reichen von der Anzahl der geführten Kriege über die Anzahl der Berufssoldaten bis hin zur vorrätigen Waffenmenge. Von der Beziehung zu den Nachbarländern über die Kriminalitätsrate bis hin zum Respekt vor Menschenrechten. Aus all diesen Fakten wird errechnet, in welchem der fünfstufigen Felder sich ein Land befindet. Deutschland übrigens muss mit der zweiten Kategorie vorlieb nehmen. Die friedlichsten Länder unseres Planeten (erste Kategorie) tragen andere Namen:

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© HannamariaH, iStock Laut Global Peace Index das friedlichste Land unseres Planeten: Island Laut Global Peace Index das friedlichste Land unseres Planeten: Island
Die begehrtesten Auswanderziele der Deutschen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-begehrtesten-auswanderziele-der-deutschen.html Solveig Michelsen 5449 20190524T084800 Zahlreiche Deutsche zieht es aus den unterschiedlichsten Gründen ins Ausland. Manche finden dort, wonach sie gesucht haben, andere kehren enttäuscht zurück. Hier sind die Länder, die die Auswanderungs-Hitliste anführen – und solche, die sich langfristig bewährt haben.

„The grass is always greener on the other side.“ – „Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite.“ sagt man im Englischen sehr treffend. Zahlreiche Deutsche zieht es ins Ausland. Bei manchen lockt ein aufregender Job, bei anderen sorgt die Liebe für einen Wegzug. Einige sind mit dem deutschen System unzufrieden oder sehen sich ihren Träumen näher an einem anderen Ort. Das Statistische Bundesamt führt Buch über alle Zu- und Wegzüge und verrät uns damit, welche Länder am beliebtesten sind:

Ganz oben auf der Hitliste steht die Schweiz – mit deutlich besseren Verdienstmöglichkeiten als zu Hause. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die USA und Österreich. Weitaus interessanter als die bloßen Auswanderungszahlen sind jedoch die Statistiken zur Zufriedenheit im Auswanderungsland. Hier hat das Bundesamt Zahlen gesammelt, die angeben, wie viele Deutsche zurückgekommen sind im Vergleich zum Hinzug. Am längsten bleiben demnach die Auswanderer in der Schweiz, dicht gefolgt von Schweden, Slowenien und Norwegen. Auf den nächsten Plätzen folgen Liechtenstein, Österreich und Kanada.

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© MatteoCozzi, iStock Der Deutschen liebstes Auswanderland: die Schweiz Der Deutschen liebstes Auswanderland: die Schweiz
Urlaubstrend: die neue Langsamkeit https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/urlaubstrend-die-neue-langsamkeit.html Solveig Michelsen 5448 20190916T153000 Zahlreiche Menschen leiden – besonders im Urlaub – an FOMO: Fear of Missing Out. Diese Angst, etwas zu verpassen, befällt beileibe nicht nur Millennials, wie einen die Medien oft glauben lassen. Die beste Medizin dagegen? Slow Travel: bewusst langsam genießen statt die Erholungszeit mit Actionprogramm vollzustopfen.

Urlaub sollte sein: Tapetenwechsel vom Alltag. Frische Inspiration und Kraftquelle. Nachhaltiges Erleben, das zu bleibenden Erinnerungen wird. Das wissen wir. Gleichzeitig sorgt eine deutlich vernehmbare Stimme im Hinterkopf für Unruhe: „Ich will was Spektakuläres erleben! Ich will die Urlaubszeit so gut wie möglich nutzen!“ Und schon laden wir FOMO ein – die „Fear of Missing Out“, wie das Phänomen neuerdings genannt wird, obwohl es natürlich schon viel länger existiert.

Vielleicht trifft es die Deutschen, die weltweit für ihre Effizienz geschätzt werden, besonders hart: Auch der Urlaub muss schließlich optimal genutzt werden. Denn man hat einen teuren Flug bezahlt und ist ja nicht jeden Tag vor Ort. Es gäbe x Sehenswürdigkeiten … und schwupp, ist der Terminkalender schon wieder gefüllt.

Da hilft nur eines: aktives Gegensteuern, um das Rädchen, das sich im Alltag schnell genug dreht, auch mal anzuhalten. Genau dafür ist er ja da, der Urlaub. Aber wir müssen ein wenig nachhelfen und uns bewusst dafür entscheiden, alles ein wenig langsamer und entspannter anzugehen. Nur so kann Abstand vom Alltag wirklich gelingen. Also: Überraschen Sie sich selbst mit einer neuen Gelassenheit und fahren Sie einmal völlig unverplant in den Urlaub.

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© mihtiander, iStock Lesen statt Sightseeing: je langsamer, desto nachhaltiger der Urlaub Lesen statt Sightseeing: je langsamer, desto nachhaltiger der Urlaub
Kurioses aus Österreichs Hauptstadt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/kurioses-aus-oesterreichs-hauptstadt.html Solveig Michelsen 5428 20190408T115500 Kennen Sie die „Wiener Null“? Wir sprechen hier weder von einer Bar noch von einer gänzlich untalentierten Person. Und wie wär's mit den Besonderheiten des Jörgerbads? Wissen Sie den Namen des Flusses, der mitten durch Wien fließt? Wir hätten da ein paar interessante Fakten rund um Wien, mit denen Sie selbst Einheimische noch überraschen können.

Die „Wiener Null“ ist ein eigenes Höhenbezugssystem in Wien, das bis heute noch gültig ist. Es basiert auf dem Mittelwasser des Donaukanal-Pegels bei der Schwedenbrücke und entspricht damit einer Höhe von 156,68 Metern über der Adria.

Das Jörgerbad ist nicht nur das älteste noch bestehende Hallenbad in Wien, sondern auch das erste ohne Geschlechtertrennung. Als Premiere wurde dort zum ersten Mal auch ein Kinderbecken eingebaut, sodass das Schwimmen familientauglich wurde. Sehenswert ist es von innen wie von außen.

Die Universität von Wien besaß bis 1783 ein eigenes Universitätsgericht samt eigener Rechtsprechung. Auch der Nachlass der Mitglieder wurde hier geregelt.

In vielen Kreuzworträtseln gilt die Antwort: Wien liegt an der Donau. Aber wenn man genauer hinsieht, stellt man fest, dass sich das meiste Stadtleben südwestlich davon abspielt. Dennoch gibt es einen kleinen Fluss, der mitten durch die Stadt fließt und anschließen in den Donaukanal mündet: Er heißt – ebenso wie die Stadt – Wien und bringt Wasser aus dem Wienerwald.

Auch ein paar Superlative hat Wien zu verzeichnen: In vielen Rankings gilt Wien als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Mit 1,9 Millionen Einwohner ist Wien nicht nur die größte Stadt Österreichs, sondern auch die einzige Millionenmetropole. Und die meisten Übernachtungsgäste kommen nicht etwa aus dem eigenen Land, sondern aus Deutschland. Einer der Anziehungspunkte ist der berühmte Prater mit dem zweithöchsten Kettenkarussell der Welt, dem 120 Meter hohen Praterturm.

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© josefkubes, shutterstock 120 Meter hoch ist der Praterturm, das Kettenkarussell am Wiener Prater. 120 Meter hoch ist der Praterturm, das Kettenkarussell am Wiener Prater.
Durch Österreichs wilde Mitte: der Weg des Luchses https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/durch-oesterreichs-wilde-mitte-der-weg-des-luchses.html Solveig Michelsen 5427 20190422T075700 Der neue Luchs Trail führt vom Nationalpark Kalkalpen in den Nationalpark Gesäuse und von dort weiter ins Wildnisgebiet Dürrenstein – alles Habitate der scheuen Raubkatze. Selbst wenn man den Luchs beim Erwandern der elf Tagesetappen nicht zu Gesicht bekommt, durchstreift man doch sein Wohnzimmer in der Gewissheit, ihm ganz nah zu sein.

Rund 200 Kilometer lang führt der Luchs Trail auf den Spuren der größten Katze Europas. In Deutschland ist sein Bestand auf rund 65 Exemplare geschrumpft; in Österreich schätzt man seine Zahl nur noch auf 20-25. Da der Luchs ein sehr scheuer und nachtaktiver Einzelgänger ist, ist eine Begegnung mit ihm ein seltener Zufall. Trotzdem durchstreift man Österreichs erstes Weltnaturerbe, die Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen, mit dem Gefühl, dem Luchs ganz nahe zu sein, vielleicht sogar von ihm beobachtet zu werden.

Die elf Tagesetappen beinhalten auch anspruchsvolle Passagen und sind mit insgesamt 10.000 Höhenmetern nur geübten Wanderern zu empfehlen. Allerdings ist es möglich, den Trail samt Gepäcktransport zu buchen. Bei der Durchquerung eines wahrlich noch wilden Teils von Österreich gibt es neben dem Luchs noch weitere seltene Tiere zu entdecken: Die Bechsteinfledermaus (aus der Gattung der Mausohren und Familie der Glattnasen) sowie der Maivogel-Schmetterling sind ebenfalls hier zu Hause.

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© Max Mauthner, Oberösterreich Tourismus Elf Tagesetappen umfasst der neue Luchs Trail. Elf Tagesetappen umfasst der neue Luchs Trail.
Indonesische Waran-Insel soll gesperrt werden https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/indonesische-waran-insel-soll-gesperrt-werden0.html Solveig Michelsen 5426 20190415T080200 Komodowarane sind schuppige Echsen von bis zu drei Metern, die der Vorstellung eines Drachens schon ziemlich nahe kommen. Leider gehören sie auch zu den gefährdeten Arten, weshalb die indonesische Insel Komodo – wo die Tiere zu Hause sind – voraussichtlich eine einjährige Besucherpause einlegen will. Danach soll der Eintritt in den eigens geschaffenen Nationalpark verfünfzigfacht werden …

Östlich von Bali sind die Komodowarane auf der Insel Komodo zu Hause. Um die gefährdete Art zu schützen, wurde bereits 1980 ein Nationalpark eingerichtet. Trotzdem dezimiert sich ihre Anzahl stetig. Erst kürzlich wurden Schmuggler dabei erwischt, 41 Tiere außer Landes bringen zu wollen. Und bei der lokalen Bevölkerung sind die Warane nicht sonderlich beliebt: Sie reißen auch größere Nutztiere und sollen schon frisch bestattete Leichen ausgegraben und gefressen haben.

Um die „letzten Drachen der Welt“ nun zu erhalten bzw. aus ihnen erst richtig Profit zu schlagen, wird der Park für das Jahr 2020 geschlossen bleiben. Einerseits möchte man Bäume pflanzen under Natur eine Chance zur Regenerierung geben, andererseits die touristische Infrastruktur weiter ausbauen. Und dann die Preise kräftig anheben. Bisher lag der Eintrittspreis für den Nationalpark bei rund 9 Euro. Nach der Neueröffnung sollen Besucher mindestens 500 US$ (etwa 445 Euro) zahlen, wenn sie die Warane zu Gesicht bekommen möchten. "Das ist ein ganz besonderer Ort, also nur für Leute, die genug Geld haben", sagte dazu der Gouverneur der dortigen Provinz Viktor Laiskodat. "Wer nicht genug Geld hat, braucht nicht zu kommen."

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© pius99, iStock Warane sind wahre Urzeittiere und deshalb ein Touristenmagnet. Warane sind wahre Urzeittiere und deshalb ein Touristenmagnet.
Oslos Innenstadt: Wo sind nur die Autos hin? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/oslos-innenstadt-wo-sind-nur-die-autos-hin.html Solveig Michelsen 5412 20190329T081500 Besucht man dieser Tage die norwegische Hauptstadt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: entspannte Fußgänger und Radfahrer, so gut wie keine Autos. Was ist passiert? Ein innovatives Konzept hat die Pkws aus der Innenstadt entfernt und das Zentrum damit wieder lebenswerter gemacht. Zeit für einen Bummel!

Ideen statt Verbote war die Devise, die sich Oslo auf die Fahnen geschrieben hat. Neben bereits einigen komplett für den Verkehr gesperrten Straßen hat man in der Innenstadt kurzerhand die Parkplätze minimiert. 700 davon wurden Anfang des Jahres in Radwege, Grünflächen und Sitzbänke umgewandelt. Mit vorzeigbarem Ergebnis: Das Zentrum ist wieder ein entspannter und quirliger Ort geworden – bei stark reduziertem Lärm und weniger Abgasen. Nur die Liefererlaubnis am Morgen, ein paar Elektroladeplätze sowie Behindertenparkplätze sind erhalten geblieben.

Die Sorge der Läden- und Restaurantbesitzer, dass ohne Pkw-Zufahrt weniger Kunden kommen könnten, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: In einer relaxten Atmosphäre wird wesentlich mehr gebummelt, gekauft, Kaffee getrunken. „Städte wie Oslo wurden jahrzehntelang für Autos gebaut. Es ist Zeit, dass wir das ändern.“ äußerte sich dazu Hanna Marcussen, Stadträtin für Stadtentwicklung in Oslo. „Es ist wichtig, dass wir alle überlegen, in welcher Art von Stadt wir eigentlich leben wollen. Ich bin mir sicher, dass die Menschen, wenn sie sich ihr Idealbild vorstellen, nicht von verschmutzter Luft, endlosen Staus oder Straßen träumen, die mit geparkten Autos zugestopft sind.“

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© Arndale, Shutterstock Wesentlich entspannter lebt und bummelt es sich nun in Oslos Innenstadt. Wesentlich entspannter lebt und bummelt es sich nun in Oslos Innenstadt.
Machu Picchu jetzt barrierefrei https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/machu-picchu-jetzt-barrierefrei.html Solveig Michelsen 5403 20190322T085300 Die peruanische Inkastadt Machu Picchu ist über 600 Jahre alt. Seit wenigen Monaten ist sie nun barrierefrei – unter gewissen Voraussetzungen. Denn die Ruinen liegen in 2430 Metern Höhe auf einem Bergrücken. Kein Gelände, um einfach Rollstuhl-Rampen zu installieren.

Bislang war eine Rollstuhl-Reise nach Machu Picchu in Peru äußerst beschwerlich und voller Einschränkungen: Die Anreise per Inka-Rail, einer Bahn, die vom Heiligen Tal hinauf ins Machu-Picchu-Dorf fährt, ist zwar möglich, der anschließende Bus kann mit einem normalen Rollstuhl aber schon nicht mehr bestiegen werden. Hier heißt es sich umständlich durch enge Türen hieven lassen. Die Erkundung der Stadt selbst endete bis dato am Aussichtspunkt – alle anderen Wege sind zu steil, schmal oder gefährlich.

Das ärgerte Alvaro Silberstein, selbst Rolli-Fahrer, und seinen Unternehmenspartner Camilo Navarro. Zusammen betreiben sie die Reiseplattform „Wheel the World“, die Reisen für Menschen mit Behinderungen ermöglicht. Sie ließen einen speziellen einrädrigen Rollstuhl bauen, ähnlich einer Schubkarre, mit der auch steilere Bergwege befahren werden können. Und bieten damit nun auch Reisen nach Machu Picchu an – um denselben Preis wie für Menschen ohne Behinderung: 1500 US-Dollar kostet ein viertägiger Trip (exkl. Flug).

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© alexeys, iStock Ab sofort auch für Rollstuhlfahrer zu besichtigen: Machu Picchu Ab sofort auch für Rollstuhlfahrer zu besichtigen: Machu Picchu
Der bunteste Ort Europas https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/der-bunteste-ort-europas.html Solveig Michelsen 5400 20190315T084800 Bunt macht fröhlich. Das allein sollte Grund genug sein, sich die kleine Fischerinsel Burano anzusehen, eine halbe Bootsstunde von Venedig entfernt. Die Häuser dort sind in knalligen Farben kunterbunt gestrichen – aus einem witzigen Grund.

Venedig kennt jeder, Murano ist dank seiner Glaskunst und der Nähe zu Venedig fast ebenso bekannt. Aber wer hat schon einmal von Burano gehört? Die kleine Insel nordöstlich von Venedig wird vor allem für ihre bunten Häuser und die Kunst des Spitzenklöppelns besucht. Während vom alten Handwerk nicht mehr allzu viel übrig geblieben ist, können die quietschbunten Fischerhäuser bis heute bewundert werden.

Eine Legende besagt, dass die Fischer, die nach einem gelungenen Fang gelegentlich noch einkehrten und dann bei Nacht und Nebel nach Hause zu finden versuchten, ihre eigene Anlegestelle nicht immer fanden. Mit den knallbunten Anstrichen wollte man ihnen die Heimkehr erleichtern – und sie vor einigen Peinlichkeiten bewahren. Heute haben sie vor allem auf Touristen eine magische Anziehungskraft. Und eigentlich fragt man sich, wieso es nicht mehr solcher Städtchen gibt mit fröhlichen farbigen Häusern.

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© Adisa, Shutterstock Die bunten Fischerhäuser von Burano Die bunten Fischerhäuser von Burano
Ein Drittel aller Himalaya-Gletscher schmilzt bis 2100 https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/ein-drittel-aller-himalaya-gletscher-schmelzen-bis-2100.html Solveig Michelsen 5399 20190308T083100 Die bisher umfangreichste Studie über die Zukunft des Himalaya und des Hindukush hat alarmierende Ergebnisse hervorgebracht: Selbst bei Einhaltung des ehrgeizigen Ziels, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, wäre bis ins Jahr 2100 ein Drittel aller Gletscher in den beiden Gebirgen abgeschmolzen.

Über 300 Wissenschaftler haben fünf Jahre lang die beiden Gebirge Himalaya und Hindukush genauer unter die Lupe genommen, insbesondere unter dem Aspekt des Klimawandels. Der Auftrag des International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) hat allerdings wenig Erfreuliches hervorgebracht. Selbst bei einer schon fast unrealistischen Einhaltung der 1,5-Grad-Celsius-Grenze bezüglich des globalen Temperaturanstiegs würde ein Drittel aller Gletscher im Himalaya und im Hindukush bis 2100 abschmelzen. Geht man von einem allgemeinen Temperaturanstieg von fünf Grad aus, werden sogar zwei Drittel aller Gletscher in Wasser verwandelt.

Die Folgen für die sehr armen Länder (Afghanistan, Pakistan, Indien, China, Nepal, Bhutan, Myanmar) fangen beim ausbleibendem Expeditionstourismus an und reichen bis zur völlig veränderten Nahrungsmittel- und Energieproduktion. Der prognostizierte Rückgang der Vor-Monsun-Wassermenge in den Flüssen würde dem bereits bestehenden Problem der Unterernährung weiter den Weg bereiten. Existenzielle Bedrohungen können auch schnell zu Konflikten zwischen den einzelnen Regionen führen.

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© AlexBrylov, iStock Was wäre der Himalaya ohne seine Gletscher? Was wäre der Himalaya ohne seine Gletscher?
Hanami: Japans Kirschen blühen dieses Jahr verfrüht https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/hanami-japans-kirschen-bluehen-dieses-jahr-verfrueht.html Solveig Michelsen 5398 20190301T080800 Hanami heißt so viel wie „Blüten betrachten“. In Japan ist daraus eine ganze Tradition geworden. Die einsetzende Kirschblüte wird jedes Frühjahr ausgelassen begrüßt – mit Picknicks und Veranstaltungen in den weiß-rosa duftenden Parks. Wer dieses Jahr dem Großereignis beiwohnen möchte, sollte sich beeilen: Die Kirschen blühen früher als sonst.

Seit Dorris Dörries Film „Kirschblüten – Hanami“ ist die japanische Art, den Frühling zu begrüßen, auch hierzulande bekannter geworden. Sobald die ersten weiß-rosa Knospen sich ans Sonnenlicht gekämpft haben, heißt es: Kirschblütenalarm! Denn wo es zuvor noch trist und grau ausgesehen hat, leuchtet es nun allüberall zartrosa. Besonders in den Parks wandelt man zwei Wochen lang durch ein Meer aus rosa Duftwolken, das die Japaner in den Ausnahmenzustand versetzt. Der Aspekt der Vergänglichkeit dieser Schönheit – die Kirschen tragen keine Früchte und leben somit allein für die zweiwöchige Blütezeit – spricht die japanische Seele dabei besonders an.

Nach dem kalten Februar lässt sich ab Ende März endlich der Frühling blicken. Und das tut er mit so einem fulminanten Auftakt, dass Hanami schon mindestens seit dem 8. Jahrhundert gefeiert wird. Meteorologische Institute geben dafür detaillierte Vorhersagen aus, wann und wo die Bäume in voller Blüte stehen. 2019 beginnt die Kirschblütenzeit überdurchschnittlich früh: Ab 19. März, heißt es derzeit, ist auf Fukuoka mit den ersten Blüten zu rechnen.

Hier geht es zur Cherry Blossom Forecast (auf Englisch).

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© y-studio, iStock Hanami: Nachts werden die Kirschbäume angestrahlt und in Szene gesetzt. Hanami: Nachts werden die Kirschbäume angestrahlt und in Szene gesetzt.
Innsbruck: auf den Spuren von Zaha Hadid https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/innsbruck-auf-den-spuren-von-zaha-hadid.html Solveig Michelsen 5395 20190226T092600 Wer von Innsbrucks Architektur schwärmt, hat sicher nicht nur das Goldene Dachl im Kopf. Die gesamte Stadt besteht aus einer gelungenen Verbindung zwischen historischen Altbauten und mutigen, modernen Gebäuden, die einen spannenden Kontrast bilden und der Alpenstadt etwas Großstädtisches verleihen. Doch über allem thronen zwei Meisterwerke der Stararchitektin Zaha Hadid.

Bergiselschanze

Zum neuen Wahrzeichen der Stadt avanciert ist die Bergiselschanze, die 2002 von der Architektin Zaha Hadid neu errichtet wurde. Besondere Herausforderung bei einer Skisprungschanze sind die strengen Gestaltungsvorgaben, die der Sport und seine notwendigen Bewegungsabläufe mit sich bringen: 90 Meter Anlauflänge bei einer Neigung von exakt 35 Grad. Trotzdem ist es Zaha Hadid gelungen, die Dynamik des Springens in der Gebäudeform einzufangen: Anlauframpe und Turm wurden durch eine fließende Stahlverkleidung miteinander verschmolzen. Von einigen wird die Schanze deshalb mit einer lauernden Cobra in Hab-Acht-Stellung verglichen.

Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Staatspreis für Architektur, gilt die Sprungschanze als eines der bedeutendsten Sportbauwerke Österreichs und weckt nicht nur bei Sportlern großes Interesse. Die Formschönheit zieht auch Architekturbanausen in den Bann, und die fantastische Aussicht vom 43 Meter hoch gelegenen Restaurant reicht vom Stadtpanorama bis hin zu den umliegenden Bergen.

Hungerburgbahn

Gegenüber, auf der anderen Talseite, fährt die Hungerburgbahn von der Innenstadt zum Stadtteil Hungerburg hinauf. Die 2007 neu errichtete und neu trassierte Standseilbahn verbindet die Stationen Congress, Löwenhaus, Alpenzoo und Hungerburg miteinander. Auch hier ist deutlich die Handschrift der 2016 verstorbenen Architektin Zaha Hadid zu sehen: Über den einzelnen Stationen wölben sich organisch geformte weiße Glasschalen, die an Gletscherbewegungen erinnern sollen. Diese fließenden Schalenformen kontrastieren mit dem grauen Sichtbeton, der den fluiden Dächern Bodenhaftung verleiht.

Obwohl der Neubau der alten, bereits 1906 erbauten Hungerburgbahn höchst umstritten war, gehört die Bahn mit ihren Stationen und der S-förmig geschwundenen Schrägkabelbrücke heute zu den touristischen Highlights der Stadt.

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© Innsbruck Tourismus Gletscherformen nachempfunden: die neue Bergstation der Hungerburgbahn Gletscherformen nachempfunden: die neue Bergstation der Hungerburgbahn
Oberstdorf: Winterendspurt oder Frühlingsanfang? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/oberstdorf-winterendspurt-oder-fruehlingsanfang.html Solveig Michelsen 5382 20190212T084200 Winterende – das ist die Zeit, in der der Schnee vielen lästig wird, die schon kräftig wärmende Sonne Matsch daraus macht und einen aktiven Menschen vor schwierige Fragen stellt: Wintersport oder Frühlingsgefühle? Oberstdorf im Allgäu hat auf beides eine Antwort.

Wer noch das Letzte aus dem Winter herausholen möchte und besonders die Firnabfahrten auf den Pisten genießt, findet rund um Oberstdorf zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten. In sechs Skigebieten herrschen auch unter der wärmenden Märzsonne noch gute Bedingungen – im Skigebiet Nebelhorn sogar bis zum 1. Mai. Gleich ums Eck, im Kleinwalsertal, finden von 22. bis 24. März 2019 die ALPIN Tiefschneetage statt, ein Mischmasch aus Touren, Workshops und Geselligkeit zu einem unschlagbaren Preis. Mutige können sogar an einer winterlichen Biwaknacht teilnehmen. Ein paar Tage später lockt ebendort das Telemarkfest von 27. bis 31. März – dieses Jahr mit Karibik-Motto.

Wanderfreunde indessen wissen: Jetzt ist eine der schönsten Zeiten, um auf Tour zu gehen. Wenn die Berggipfel noch weiß angepinselt sind, im Tal aber schon das erste Grün sprießt, ergänzen sich die Farben zu einer bunten Gesamtkomposition. Mit 140 Kilometern verfügt die Zweiländerregion Oberstdorf/Kleinwalsertal über eines der größten Winterwanderwegnetze in den Alpen, zum Beispiel die Runde von der Oberstdorfer Mühlenbrücke durch das Trettachtal über Gruben und entlang des malerischen Moorweihers wieder zurück nach Oberstdorf. Etwas anspruchsvoller ist der Wallrafweg, der vom Breitenberg durch dichten Nadelwald auf der Westseite des Rubihorns bis zur Gaisalpe führt.

Auch etliche Radwege sind ab März schon wieder befahrbar: zum kristallklaren Christlesee, zum Sonthofener See oder zum Großen Alpsee, dem größten Natursee des Allgäus. Zum Baden freilich ist es noch etwas frisch, aber dafür heißt es dann: im Sommer wiederkommen.

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© Alexander Rochau, Shutterstock Oben weiß, unten grün: Radfahren im frühlingshaften Allgäu Oben weiß, unten grün: Radfahren im frühlingshaften Allgäu
Schloss Neuschwanstein wird bis 2022 restauriert https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/schloss-neuschwanstein-wird-bis-2022-restauriert.html Solveig Michelsen 5378 20190225T093100 Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Europa muss sich einer Frischekur unterziehen. Rund 60 Millionen Besucher haben der Inneneinrichtung von Schloss Neuschwanstein im Lauf der Jahre zugesetzt. Aber auch in den Mauern bröckelt es. Nun wird umfangreich saniert.

Rund 1,5 Millionen Touristen jährlich lassen sich auf einer Führung den überbordenden Prunk des Märchenkönigs zeigen, der das Schloss Neuschwanstein selbst nur an rund 170 Tagen bewohnt hat. Die Inneneinrichtung im Stil des romantischen Eklektizismus wird deshalb auch von 1,5 Millionen Nasen jährlich „beatmet“, sprich die Feuchtigkeit der Atemluft schlägt sich auf Teppiche und Stoffe, Tapeten und Wandfarben nieder. Nach 130 Jahren wurde deshalb eine umfangreiche Restaurierung nötig: 93 Räume und über 2300 Einzelobjekte sollen bis 2022 in einen optisch ansprechenderen und stabileren Zustand versetzt werden.

Auch die äußeren Mauern bröckeln, Buntglasfenster entzweien sich und Wandfarben verblassen. Um den Besichtigungsbetrieb nicht zu beeinträchtigen, wird parallel zu den Führungen saniert. Während sich einige Besucher an den Gerüsten und Aufbauten stören, freuen sich andere über die Möglichkeit, mehr über die Restauration zu erfahren, die derzeit im Sängersaal angekommen ist.

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© btrenkel, iStock Schloss Neuschwanstein wird restauriert – aller Voraussicht nach noch bis 2022. Schloss Neuschwanstein wird restauriert – aller Voraussicht nach noch bis 2022.
Die umweltfreundlichsten Hauptstädte https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-umweltfreundlichsten-hauptstaedte.html Solveig Michelsen 5373 20190205T090500 Auf den ersten Blick scheint es ein Widerspruch in sich zu sein: Hauptstädte sind groß, dicht, voller Verkehr und Smog – aber nicht umweltfreundlich. Oder doch? Eine britisches Unternehmen hat Europas Hauptstädte untersucht und miteinander verglichen: Welche Stadt ist die grünste?

Um es gleich vorwegzunehmen: Klarer Sieger der europäischen Hauptstädte, die das britische Unternehmen Compare the Market genau unter die Lupe genommen hat, ist Wien. Und zwar sowohl im Gesamtranking als auch in mehreren Einzelkategorien, die dafür untersucht wurden. So punktet Wien nicht nur mit der höchsten Trinkwasserqualität, sondern auch mit dem niedrigsten CO2-Ausstoß, der weniger als die Hälfte der zweitplatzierten Hauptstadt beträgt (309 kg pro Person). Auch bei der Kilometer-Anzahl der zur Verfügung stehenden Radwege spielt Wien mit 1300 Kilometern ganz vorne mit.

Über Platz 2 freut sich Bern, das trotz eines CO2-Ausstoßes von 780 kg/Person und nur 400 Kilometer Radwegen eine grüne Lunge hat: Sowohl die Wasser- als auch die allgemeine Lebensqualität sind sehr hoch. Außerdem benutzen 71% aller Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel, das Rad oder gehen zu Fuß; die Staurate beträgt deshalb moderate 20 Prozent.

Platz 3 nimmt Helsinki ein, das 1200 Kilometer Radwege aufzuweisen hat und eine CO2-Ausstoß von 422 Kilogramm pro Person. Berlin landete auf Platz 9. Dazwischen finden sich auffällig viele skandinavische Hauptstädte: Stockholm auf Platz 4, Kopenhagen auf Platz 5, Amsterdam auf Platz 6, Oslo auf Platz 7 und Luxembourg auf Platz 8.

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© pressdigital, iStock Die umweltfreundlichste Hauptstadt Europas: Wien Die umweltfreundlichste Hauptstadt Europas: Wien
Leonie March: Mandelas Traum https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/leonie-march-mandelas-traum.html DuMont Redaktion 5263 20180903T135044 Unsere DuMont Autorin Leonie March wird im September und Oktober 2018 mit ihrem Buch "Mandelas Traum" auf Lesereise sein. Hier erfahren Sie alle Termine!

„Nicht immer passen die Puzzleteile zueinander; wer sich auf Südafrika einlässt, muss Widersprüche aushalten können, wird dafür jedoch reich belohnt.“

Leonie March treibt die Frage um, was Südafrika in der wohl schwersten Krise seiner vergleichsweise jungen Demokratie im Innersten zusammenhält, trotz aller Konflikte und Kontraste. Denn manchmal, so scheint es, schillert Mandelas Regenbogennation nur auf den ersten Blick in den buntesten Farben und das friedliche Miteinander enttarnt sich als Nebeneinander oder Duldung.

Mit ihrem Buch ist Leonie March nun auf Lesereise in sieben deutschen Städten:

  • Mittwoch, 19.09.2018, 19.30 Uhr, Salon Goethe, Goethestraße 62, Krefeld
  • Samstag, 22.09.2018, 18 Uhr, MIGRApolis, Haus der Vielfalt, Brüdergasse 18, Bonn
  • Freitag, 28.09.2018, 20.30 Uhr, Kokopelli - Das Traveler Cafe, Merseburger Straße 103, Leipzig
  • Montag, 01.10.2018, 20 Uhr, Denkbar, Spohrgasse 46 A, Frankfurt
  • Mittwoch, 03.10.2018, 18 Uhr, Villa Eugenia, Zollernstraße 10, Hechingen
  • Donnerstag, 04.10.2018, 20.15 Uhr, Buchhandlung Hugendubel, Marienplatz 22, München
  • Freitag, 05.10.2018, 19 Uhr, Buchhandlung Friedrich, Holzmarkt 12, Kulmbach.

Zum Buch:

Die Journalistin, die seit 2009 in ihrer Wahlheimat Südafrika lebt, begibt sich auf eine 3000 Kilometer lange Reise quer durch Südafrika, um das Land zu verstehen, das ihre Heimat ist. Sie fährt über einsame Straßen und endlose Sandpisten bis ganz in den Norden, wandert durch die Drakensberge und entdeckt Johannesburg zu Fuß. Sie trifft sich mit einem Nachfahren der Ureinwohner, einer Umweltaktivistin und mit Arbeitern, die illegal in stillgelegten Minen Diamanten abbauen und dabei täglich ihr Leben riskieren. Sie besucht ein Pferderennen und wagt sich in ein Township, um sich dort ein Theaterstück anzusehen.

Was Leonie March findet, sind Menschen, die jene Ideale leben, auf denen Südafrikas Demokratie aufbaut. Mutige, sie sich von der schieren Größe politischer und struktureller Probleme nicht kleinkriegen lassen und weiter Mandelas Traum im Herzen tragen. Zum Beispiel Patrick Ndlovu, der sich mit einer gemeinnützigen Organisation für die Schwächsten der Gesellschaft einsetzt und jenen eine Stimme gibt, die nie eine hatten oder auch Nohle Mbuthuma, die sich weiterhin entschieden gegen Korruption und für die Umwelt einsetzt, obwohl sie wegen Anfeindungen großer Baufirmen nur noch mit Bodyguard in die Öffentlichkeit gehen kann.

Die Journalistin setzt sich auch mit den Abgründen der Gesellschaft auseinander, lernt die gesundheitlichen Folgen des Goldrausches kennen und blickt in eine tiefe gesellschaftliche Kluft, die sich beispielsweise in Kapstadt in Gangschießereien entlädt. Doch diese Krise hat auch ihr Gutes, da ist sich Leonie March sicher, denn sie setzt jene Impulse zu Veränderung und Versöhnung fort, die mit Mandelas Traum begannen.

Zur Autorin:

Leonie March, 1974 geboren, berichtet als freie Journalistin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und diverse deutschsprachige Printmedien aus dem südlichen Afrika. Sie ist Mitglied des Korrespondenten-Netzwerks weltreporter.net. 2009 beschloss sie, von Berlin in die südafrikanische Hafenmetropole Durban umzusiedeln, wo sie bis heute lebt. Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat.

Barcelona – Liebeserklärung an eine Stadt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/barcelona-liebeserklaerung-an-eine-stadt.html 5133 20180302T000000 „Barcelooona!“ – Wer schon einmal die kraftvolle Liebeserklärung von Freddie Mercury und Montserrat Caballé vernommen hat, ahnt es: Dieser Stadt ist man schnell verfallen. Lebendig, farbenfroh, entspannt, jung, trendig und einladend. Barcelona vereint den Charme historischer Bauwerke mit den fantasiebeflügelten Kreationen junger Architekten und bietet prickelndes Leben neben idyllischen Rückzugsgebieten. Wer kann da widerstehen?

Barcelona: Highlights und Geheimtipps Kunstbegeisterte, Architekten und Modebewusste zieht es ebenso nach Barcelona wie Nachtschwärmer, Tagträumer, Feinschmecker und Genießer. Die Stadt ist so vielfältig, dass nicht wenige der jährlich sieben Millionen Besucher zum Wiederholungstäter werden. Schier unerschöpflich scheinen die Attraktionen, aus denen wir „Must dos“ und weniger Bekanntes ausgewählt haben.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Barcelona entdecken

Antoni Gaudí Der Stararchitekt Barcelonas (1852-1926) prägte das Stadtbild entscheidend mit. Seine Werke stehen auf dem Pflichtprogramm jedes Besuchers, allen voran die Sagrada Familia, die bis heute unvollendete Kirche, deren unendliche Formenvielfalt beispiellos ist. Trotz langer Schlangen also ein Muss! Auch La Pedrera (oder Casa Milà) wird viel besucht, das populärste von Gaudí entworfene Mietshaus, das 1984 als erstes Gebäude des 20. Jahrhunderts zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Besonders die skurrile Dachterrasse mit den bizarren Wächtern lädt zu einem faszinierenden Spaziergang ein. Noch eigenwilliger gibt sich das modernistische Casa Battló mit seinen amorphen Formen und bunten Kacheln. Wenig bekannt ist das erste Werk Gaudís, das Casa Vicens im Stadtviertel Gracia, das als Privathaus nur von außen besichtigt werden kann. Parks Was wäre Barcelona ohne seine grünen Oasen! Der fantasievolle Parc Güell ist zurecht der meistbesuchte. Von der berühmten Schlangenbank aus buntem Kachelbruch hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Meer. Im Casa Museu Gaudí sind persönliche Dinge und Möbel des Vorzeigearchitekten ausgestellt. Der Parc del Laberint d'Horta ist nicht nur der älteste Park Barcelonas, sondern auch der romantischste. Zentraler Bestandteil ist das 1792 angelegte Labyrinth aus hohen Thujen. Hier wurde auch eine Szene des Films „Das Parfüm“ gedreht. Da er etwas abseits im Norden liegt und öffentlich nicht ganz so gut zu erreichen ist, wird er von vielen Touristen links liegen gelassen – was den Ruhesuchenden wiederum freut. Der Weltausstellung von 1888 ist der innerstädtische Parc de la Ciutadella zu verdanken, der mit einem kleinen See und dem berühmten Wasserfall, der Cascada von Fontserè i Mestre, aufwartet. Den See mit einer Fülle von exotischen Pflanzen und Tieren kann man mit einem Ruderboot befahren; integriert in die Anlage ist auch der Parc Zoològic de Barcelona, in dem über 500 Tierarten zu bestaunen sind. Stadtviertel Das Barri Gòtic ist sicherlich das bekannteste Stadtviertel Barcelonas. Das Flair der verwinkelten kleinen Gassen versetzt einen in die Zeit des Mittelalters, als sich die Stadt auf dem Höhepunkt ihrer Expansionspolitik befand. Es gehört zu den geschlossensten und unversehrtesten gotischen Bauensembles Europas, das zahlreiche historische Zeugnisse der mittelalterlichen Königs- und Handelsstadt bewahrt hat. Zentrum kreativen Lebens und Szenestadtteil ist das kleine Quartier El Born. Die Mischung aus originellen Kunst- und Handwerks-Läden, Galerien und kuriosen Boutiquen sorgt für pulsierendes Leben bis spät abends, danach finden sich zahlreiche Bars und Kneipen, um die Nacht ausklingen zu lassen.

Stadttour: Bummel durch das modernistische Barcelona Schwimmen Über einen Kilometer lang ist Barcelonas Strand, an dem sich im Sommer viele Menschen tummeln. Das Kunstwerk „Homage to Barceloneta“ von Rebecca Horn (1992) ist einen zweiten Blick wert. La Barceloneta, die ehemalige Fischersiedlung, die auch Namensgeber des Strands ist, lädt übrigens auch Gourmets zum Verspeisen von allerlei Meeresfrüchten ein. Wer sich abseits des Rummels bewegen möchte, zieht das Olympische Schwimmbad auf dem Montjuïc vor. Die großzügige Anlage wird hauptsächlich von Einheimischen besucht und garantiert olympisches Flair. Aussichtspunkte Der Montjuïc und der 512 Meter hohe Tibidabo, auf dem der Funkturm bestiegen werden kann, gehören zu den besten Aussichtspunkten der Stadt – und sind dementsprechend gut besucht. Viel weniger Trubel umgibt die Bunkeranlage im Stadtteil El Carmel, unweit des Parc Güell. Mit einem 360°-Blick auf Barcelona und das Meer zieht die graffitigeschmückte Anlage vor allem Ortsansässige an. Tapas Wer in Barcelona weilt, möchte natürlich auch von den köstlichen Tapas kosten. In manchen Bars wird die Tradition, zu einem Bier kostenlose Tapas zu reichen, noch hochgehalten. Aber Vorsicht! Hier bekommt man nicht unbedingt die erste Wahl, sondern eher ein Resteessen serviert. Wer also wirklich Schmackhaftes probieren möchte, sollte ein paar Euro mehr investieren und die Touristenfalle gegen eine richtige Tapas-Bar eintauschen. Gute Adressen sind zum Beispiel das Quimet & Quimet (hervorragende Käse-Variationen), die Bar Celta Pulperia (köstliche Seafood-Tapas) und La Cova Fumada im Stadtteil La Barceloneta. Originelle neue Kreationen findet man in der Bar Tapeo, anem de tapes im szenigen El Born. Weitere Sehenswürdigkeiten Port Vell, der alte Hafen, lädt zu einem Bummel, einem Restaurantbesuch oder zum Eintritt ins faszinierende Aquarium ein. Für Kunstinteressierte ist das Museu Picasso ein Muss, ebenso wie die Fundació Joan Miró. Letzterem gewidmet ist auch der Parc de Joan Miró im Eixample, dem größten im Jugendstil gestalteten Stadtviertel Europas. Im mittelalterlichen Kloster Monestir de Pedralbes findet man Stille am Rande der Stadt. Der informative Audioguide gibt interessante Auskünfte; auch die idyllische Nachbarschaft ist einen Spaziergang wert. Eine Großstadt wie jede andere – was kann man da schon falsch machen? Natürlich wird Ihnen (fast) jeder die typischen Touristen-Fehler verzeihen – trotzdem: Ein paar Dinge sollten Sie im Hinterkopf behalten, damit Sie den Städtetrip reibungslos genießen können.

Was Sie nicht tun sollten in Barcelona Eine Großstadt wie jede andere – was kann man da schon falsch machen? Natürlich wird Ihnen (fast) jeder die typischen Touristen-Fehler verzeihen – trotzdem: Ein paar Dinge sollten Sie im Hinterkopf behalten, damit Sie den Städtetrip reibungslos genießen können. Barcelona ist seit 1977 wieder stolze Hauptstadt der autonomen Provinz Katalonien, wo nicht Spanisch, sondern Katalanisch die erste Landessprache ist. Entgegen der häufig geäußerten Vermutung ist Katalanisch kein Dialekt des kastilischen Spanisch, sondern eine völlig eigenständige Sprache, die nach dem Verbot unter der Militärdiktatur Francos (1939-75) nun zu neuer Blüte gelangt ist. Mit Ihrem Schulspanisch kommen Sie zwar ebenso gut zurecht wie mit Englisch, aber die Barcelonesen freuen sich trotzdem über eine Begrüßung in ihrer Muttersprache. „Das Reh springt hoch, das Reh springt weit – warum auch nicht, es hat ja Zeit.“ Ringelnatz könnte bei diesem Spruch durchaus an die Barcelonesen gedacht haben, die so viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, dass man sich ruhig ein wenig davon abgucken kann. Kaum einer beschleunigt seine Schritte, wenn der Bus abzufahren droht – wartet man eben auf den nächsten! Und ebenso geht es im Restaurant zu – für den deutschen Touristen manchmal gewöhnungsbedürftig. Versuchen Sie, die positive Seite dieser Entspanntheit zu sehen, wenn das Essen nicht sofort auf dem Tisch steht! Apropos Essen: Die Mehrheit der Deutschen ist es gewohnt, relativ früh zu Abend zu essen, und wird erstaunt feststellen, dass viele Restaurants abends erst um 20 Uhr wieder öffnen. Hier hat man die Wahl: Entweder man passt sich den hiesigen Gepflogenheiten an oder man verlegt sich auf Tapas, die es rund um die Uhr gibt. Natürlich existieren genügend Lokale, die die ausländischen Sitten übernommen haben und rund um die Uhr Essen servieren; allerdings sollte man hier auf Abstriche bei der Qualität gefasst sein. Auf der Suche nach authentischen Tapas sollte man der Versuchung widerstehen, in jenen Bars hängen zu bleiben, die zu einem Bier noch kostenlose Tapas servieren. Denn hier werden oft nur Reste verwertet, um Touristen mit Schnäppchenpreisen anzulocken. Wer wirklich Schmackhaftes probieren möchte, sollte ein paar Euro mehr investieren und die Touristenfallen gegen richtige Tapas-Bars eintauschen. Zu guter Letzt noch ein Tipp, den man für fast alle Großstädte dieser Welt beherzigen kann: Viel besser als mit dem Auto lässt sich auch Barcelona mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Das spart nicht nur enorm Nerven, wenn man sich im unbekannten Großstadtdschungel zurechtfinden möchte, sondern auch Parkgebühren und etwaige Strafzettel, die man aus Unwissenheit bekommt. Für den ersten Barcelona-Besuch empfiehlt sich einer der Hop-on-Busse, die gegen ein Entgelt von rund 24 € für einen Tag (bzw. 30 € für zwei Tage) alle bekannten Sehenswürdigkeiten abklappern.

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von Solveig Michelsen

Die schönsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas © Fernando Alonso Herrero, iStock Die schönsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas © Fernando Alonso Herrero, iStock
Hamburger DOM - Das größte Volksfest im Norden https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/hamburger-dom-das-groesste-volksfest-im-norden.html Jasmin Ruhland 5104 20180409T000000 Eine empfehlenswerte und allseits beliebte Attraktion auf St. Pauli, ist der Hamburger Dom. Auf Norddeutschlands größtem Volksfest tummeln sich Familien, verliebte Pärchen und Freunde. Während Adrenalin-Junkies in schwindelerregende Höhen geschleudert werden und gruselige Momente erleben, freuen sich kleine Besucher und deren Eltern über duftende Naschereien, spannende Erlebniswelten und die glitzernden Lichter der zahlreichen Attraktionen.

Da das Volksfest einen so eindrucksvollen Umfang an Fahrgeschäften und Erlebniswelten bietet, finden Sie hier einen kleinen Ausschnitt der Attraktionen die Sie auf dem Hamburger Dom erwarten. Auch dieses Jahr gibt es wieder viel Neues zu entdecken. Ein Besuch lohnt sich.

Adrenalin vorprogrammiert

Mit der "Königin der Riesenschaukel", der Best XXL Exklusive schweben Sie 45 Meter über dem Boden. Wenn das noch nicht genug ist, sorgt die "No Limits" mit einer Beschleunigung von 90km/h für noch mehr Adrenalin. Als Versuchskaninchen sitzen Sie in der "Teststrecke" und erproben, ob Sie nach dem Doppel-Looping noch unversehrt aus dem Wagen steigen können.

Familienabenteuer

Von wegen Kindergarten. Mit dem neuen "Alpen Coaster" geht es steil und rasant durch etliche Kurven. Diese Achterbahn ist für die Abenteuerlustigen ab sechs Jahren ein Highlight des Volksfestes. Danach beweisen die Kids ihren Mut bei den "DOM Geistern". Diese Geisterbahn bietet Gruselspaß für die ganze Familie. Eine weitere Attraktion ist das Laser-Tag-Spielen. Hier treten von jung bis alt Zweierteams gegeneinander an, besiegen die Gegner und beschützen die eigene Mannschaft.

Drei Mal im Jahr

Normalerweise finden Volksfeste zwei Mal im Jahr statt. Nicht aber der Hamburger Dom. Im Frühling, Sommer und Winter erfreuen sich die Besucher der Darbietungskombination aus Action, Genuss und Spaß. Die Veranstaltungstermine für dieses Jahr stehen auch schon fest.

Frühlingsdom: 23.03.2018 bis 22.04.2018 Sommerdom: 27.07.2018 bis 26.08.2018 Winterdom: 09.11.2018 bis 09.12.2018

Atemberaubende Feuerwerke

Die Hamburger lassen es krachen. Jeden Freitag findet um 22.30 Uhr ein Feuerwerk der Extraklasse statt, welches die Hafenstadt erstrahlen lässt.

Wussten Sie schon?

Mittwochs ist Spartag. Für alle Besucher gibt es mittwochs spezielle Angebote. Sowohl bei den Fahrten und an den Buden, als auch bei der Dom-Gastronomie gibt es ermäßigte Preise.

  • Kinder – Finder. Auf dieses spezielle Armband können Eltern ihre Mobilnummer schreiben. Sobald ein Kind den Kontakt zu seinen Eltern verliert, können Dom-Besucher, Polizei oder die Rettungssanitäter vor Ort die Eltern telefonisch erreichen. Dieser kostenlose Service ist an den vorderen Geschäften der Eingänge erhältlich.
  • Auto und Parken. Online finden sich die geeigneten Parkhäuser. Allerdings ist die Anzahl der Parkplätze sehr begrenzt. Es bietet sich an, etwas außerhalb zu parken und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Heiligengeistfeld zu kommen, oder direkt die Alternative Bus und Bahn zu wählen.
  • Warum Hamburger Dom. Die Anfänge des heute bekannten Hamburger Dom fanden bereits im 11. Jahrhundert im Hamburger Marien-Dom statt. Damals suchten Händler, Handwerker und Schausteller Schutz vor Wind und Wetter. So entstand ein Markt im Marien-Dom, bis der Bau im Jahr 1804 abgerissen wurde. Ohne festen Standort zogen die Händler und Schausteller durch die Hamburger Stadtteile, bis sie sich 1893 auf dem Heiligengeistfeld niederließen und nun seit mehr als 100 Jahren dort verweilen.

Der Winterdom (Dommarkt), der Sommerdom (Hummelfest) und der Frühlingsdom (Frühlingsfest) sind bis heute nicht nur ein Bestandteil der Hamburger Geschichte, sondern eine absolut sehenswerte Attraktion, die bei keinem Urlaubstrip fehlen sollte.

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Sehenswürdigkeiten in Hamburg

© bluecrayola, Shutterstock Der Hamburger Dom Der Hamburger Dom
Das Wintermärchen wartet https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/das-wintermaerchen-wartet.html Jasmin Ruhland 5079 20180330T161600 Keine weiße Weihnacht, wenig Schnee, Matsch, Sturm, Regen und verhältnismäßig warme Temperaturen: Wer dieses Jahr den optimalen Winter erhoffte, blieb bisher in den meisten Teilen Deutschlands enttäuscht. Doch der Winter ist noch nicht vorbei zumindest nicht im Allgäu. Als südlichster Teil Deutschlands ist das Allgäu ein Paradies für Winterliebhaber. Egal ob Skifahren, Snowboarden, Rodeln, Langlaufen, Schneeschuh- oder Winterwandern, hier werden alle Bedürfnisse gestillt.

Rasante Abfahrten

Fortgeschrittene Fahrer, die Herausforderungen suchen, finden diese an den Hängen des Nebelhorns. Hier liegt das höchstgelegene Skigebiet des Allgäus mit einer Länge von 7,5 km. Das Walmendinger Horn ist für alle Freerider ein Paradies. Hier sind der Kreativität und Vielfältigkeit der Fahrer keine Grenzen gesetzt. Etwas leichtere Pisten, die vor allem von Familien geschätzt werden, sind am Söllereck zu finden.

Abwechslungsreicher Ausdauersport

Über 1000 km lange Loipen zieren die winterlichen Landschaften. Das sind optimale Bedingungen für einen Langlauf im Allgäu. Die Routen werden nach Lust individuell geplant. Ob kurz oder lang, ob für Fortgeschrittene oder Anfänger; hier ist für jeden etwas dabei. Zu empfehlen ist beispielsweise ein Langlauf in Füssen. Dort erlebt man unverfälschte Winterlandschaften und eine Wildfütterung mit frei lebenden Hirschen am Bannwaldsee. Online kann man sich über die aktuellen Routen informieren.

Zu Besuch bei den Profis

Einen Tag Pause, aber trotzdem Wintersport? Hierfür eignet sich ein Ausflug nach Oberstdorf. Hoch hinaus geht es in der Saison auf die fünf Schanzen der Audi Arena Oberstdorf. Diese atemberau-bende Aussicht ist am Fuß des Schanzenturms und der Aussichtsplattform zu genießen. Jedes Jahr findet hier unter anderem das Auftaktspringen der Vierschanzentournee statt. Beim diesjährigen ersten Springen der 66. Vierschanzentournee führte Kamil Stoch. Der 30-jährige Pole ist nicht nur Spitzenreiter in Oberstdorf, sondern gewann bei allen Springen der Vierschanzentournee.

Spannende Entdeckungstouren

Jenseits vom Trubel, Fans und Pistenhasen bietet das Allgäu wunderschöne Naturlandschaften, verschneite Täler und Gipfel. Erstarrte Wasserfälle und imposante Eisskulpturen beobachtet man bei einer Fackelwanderung im Breitachklamm. Mittags geht es in eine traditionelle Allgäuer Hütte, um sich am offenen Kamin aufzuwärmen und die deftigen Spezialitäten und Brotzeiten zu genießen. Abseits der Piste gibt es Wanderungen zum Riedberger Horn, auf dessen Gipfel man eine freie Sicht in alle Himmelsrichtungen hat. Während auf der Ostseite meterhohe Schneemassen liegen, ist die Westseite fast schneefrei. In der Abenddämmerung, wenn die Sonne langsam untergeht, ist die Aussicht am beeindruckendsten.

Wichtiges zum Schluss

Für alle Wanderer, Ski- und Snowboardfahrer, die sich fernab von gesicherten Pisten bewegen: Hier ist es notwendig, sich über die aktuellen Wetterberichte zu informieren und auf den Rat von erfahrenen Führern oder Bergretter zu hören. Wichtig ist es, Lawinengefahren ernst zu nehmen und nicht leichtsinnig zu handeln. Dann kann dem Urlaub im wunderschönen Allgäu nichts mehr im Wege stehen.

Von Jasmin Ruhland

St. Lucia: So feiern die Schweden das Lichterfest https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/st-lucia-so-feiern-die-schweden-das-lichterfest.html Sinja Stiefel 5066 20171213T102600 Kurze Tage, lange Nächte, klirrende Kälte: Ein Winter in Schweden kann recht dunkel und ungemütlich wirken. Verständlich also, dass sich eines der wichtigsten Feste im schwedischen Kalenderjahr um die Feier des Lichts dreht.

Das Luciafest findet jedes Jahr am 13. Dezember statt, und obwohl es sich dabei um keinen offiziellen Feiertag handelt, gewinnen die Feierlichkeiten in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Der Festtag beginnt meistens schon früh am Morgen in den Häusern der schwedischen Familien. Mädchen und junge Frauen bringen das Frühstück ans Bett ihrer Eltern, gekleidet in weiße Roben, mit rotem Schleifenband um die Taille und einem Lichterkranz auf dem Kopf.

Traditionell wird das Safran-Gebäck „lussekatter“ (Luciakatzen) gereicht, dazu gibt es Kaffee und zu etwas späterer Stunde „glögg“, eine Art Glühwein, der mit Mandeln und Rosinen verfeinert wird. Anschließend verlagern sich die Feierlichkeiten in die Kindergärten und Schulen und sogar bis an den Arbeitsplatz. Gemeinsam wird hier das bekannte „Sankta-Lucia-Lied“ gesungen, es gibt Theateraufführungen, und weitere „lussekatter“ finden den Weg vom Teller in hungrige Bäuche.

Der Höhepunkt

Gegen Abend steuern die Feierlichkeiten schließlich ihrem Höhepunkt entgegen. Die zuvor von der jeweiligen Gemeinde gewählte Lucia, meist ein Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren, führt einen festlichen Lichterumzug an, der durch die ganze Stadt bis zur jeweiligen Kirche führt. Begleitet wird die Lichterkönigin von einem Gefolge, das zum einen aus weiteren jungen Damen, den sogenannten „tärnor“, und zum anderen aus verkleideten Pfefferkuchenmännchen („pepparkaksgubbar“), Wichten und Sternknaben („stjärngossar“) besteht.

Auf ihrem Weg zur Kirche verteilen die Kinder und Jugendlichen Gebäck an die umstehenden Zuschauer und erleuchten mit den Kerzen, die sie tragen, die abendlichen Straßen. In der Kirche angekommen werden auch die dort vorbereiteten Kerzen an den Bänken und am Altar feierlich entzündet, sodass die vorher dunkle Kirche nun festlich erhellt ist. Anschließend werden gemeinsam mit der Gemeinde bekannte Weihnachtslieder gesungen.

Ursprung des Lichterfestes

Gerade diese Geste macht deutlich, dass das Lucia-Fest für die Schweden die eigentliche Weihnachtszeit einläutet und den Anfangspunkt der nun folgenden Festtage bildet. Seinen Ursprung hat das Lichterfest bereits im Mittelalter. Bis zum Jahr 1583 war die Nacht des 13. Dezembers dank der julianischen Zeitrechnung die längste des Jahres, weshalb an diesem Tag die Feierlichkeiten zur Wintersonnwende stattfanden. Eine andere Legende besagt, dass der 13. Dezember der Namenstag der Heiligen Lucia von Sizilien ist und das Fest deshalb ihren Namen trägt.

Mitte des achtzehnten Jahrhunderts berichteten schließlich die ersten Tageszeitung von weiß verkleideten Mädchen in Westschweden. Woher der heutige Brauch und das Fest an sich jedoch letztendlich stammen, kann nicht mehr genau rekonstruiert werden. Sicher ist jedoch, dass das Fest seit 1927, als eine schwedische Zeitung die Krönung einer Lucia öffentlich ausschrieb, von Jahr zu Jahr immer beliebter wurde und mittlerweile aus dem Brauchtum Schwedens nicht mehr wegzudenken ist.

Die bekannteste Krönung einer der vielen Lichterköniginnen findet übrigens jedes Jahr im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen statt.

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Von Sinja Stiefel

Lucia und ihr Gefolge beim traditionellen Singen des Lucia-Liedes ©klug-photo Lucia und ihr Gefolge beim traditionellen Singen des Lucia-Liedes ©klug-photo
Der Buckingham Palace: 10 überraschende Fakten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/der-buckingham-palace-10-ueberraschende-fakten.html Franziska Kammleiter 5063 20171212T193200 London, das sind Big Ben, Notting Hill, das London Eye, Pubs, Greenwich – und eben der Buckingham Palace. Besonders für die Royal-Fans unter den Besuchern der englischen Metropole ist ein Abstecher zum Palast ein Muss. Wir haben 10 überraschende und unterhaltsame Fakten zusammengetragen, die garantiert jedem Lust machen, der Stadt und dem Palast einen Besuch abzustatten.

Wussten Sie, ...

1. ... dass die Zeit im Buckingham Palast ein Vollzeitjob ist?

Rund 1.000 Uhren soll es im Besitz der britischen Monarchin geben, knapp die Hälfte davon befinden sich in der Londoner Residenz. Und all diese Zeitmesser wollen regelmäßig aufgezogen, gewartet und gelegentlich auch repariert werden. Deshalb gehören zu den unzähligen Angestellten, die im Palast leben und arbeiten, unter anderem auch zwei Uhrmacher, die rund um die Uhr dafür Sorge tragen, dass in den historischen Gemäuern die Zeit nicht stehen bleibt.

2. ... wie der Buckingham Palace bei besonderen Ereignissen mit dem Volk kommuniziert?

Auch wenn die Royal Family sowohl eine eigene Website als auch einen Facebook-Account besitzt, einen YouTube-Kanal betreibt, auf Twitter inzwischen 2,78 Millionen Follower hat und die persönliche Assistentin der Queen dafür Sorge trägt, dass das Smartphone der Monarchin geladen ist: Wenn es wichtige Ereignisse wie Geburten oder Todesfälle zu verkünden gibt, wird Tradition im Königshaus großgeschrieben. Dann wird die Öffentlichkeit auch heute noch als allererstes mit einem Aushang auf einer Staffelei vor den Toren des Palasts informiert.

3. ... woher die Queen ihr Bargeld bekommt?

Ja, auch im Königshaus spielt Geld eine Rolle und wie jeder Normalsterbliche, so benötigen wohl auch die Queen und ihre Familie, zumindest aber ihre Angestellten, ab und an Bargeld. Aber dafür das Haus, bzw. den Palast, verlassen zu müssen - das wäre natürlich viel zu umständlich. Und deshalb hat Coutts & Co., die Bank der Queen, im Buckingham Palace tatsächlich einen Bankautomaten aufgestellt. Das nennt man Kundenservice!

4. ... dass auch Kunst und Kultur im Palast ihren Platz haben?

Nicht nur was den schnöden Mammon anbelangt, sind die Bewohner des Buckingham Palace nicht auf die „Außenwelt“ angewiesen, auch wenn ihnen der Sinn nach den schönen Künsten steht, ist der Palast bestens ausgestattet. In der Gemäldegalerie hängen unter anderem Meisterwerke von Rembrandt und Rubens und im Musikzimmer steht selbstverständlich ein Flügel bereit. Aber sogar eine Orgel gibt es hier! Seit 1855 befindet sich das Instrument, das ursprünglich für den Royal Pavilion in Brighton gebaut wurde, im Ballroom. Bereits vor 1855 gab es übrigens eine Orgel im Palast, auf der auch weltberühmte Komponisten wie Mozart, Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy spielten. Diese befindet sich heute in der Deutschherrenkapelle in Saarbrücken.

5. ... was unter der Oberfläche des Palastes schlummert?

Auch unterhalb des Buckingham Palace gibt es einiges zu entdecken: Hier liegt ein Labyrinth geheimer Tunnel und Verbindungsgänge führen zu den Houses of Parliament und zum Clarence House, der Residenz von Prince Charles. Angeblich erkundeten die Mutter der Königin und ihr Mann, der damalige König George VI, einmal diese Gänge und trafen dabei auf einen sehr netten Mann aus Newcastle, der hier unten lebte! Und auch ein kleiner Fluss, der Tyburn, fließt auf seinem unterirdischen Weg durch London unter dem Palast entlang. Immer wieder wird auch darüber spekuliert, ob es wohl Tunnel gibt, die den Palast mit einer der Stationen der Tube verbindet oder ob sich sogar eine geheime Haltestelle hier befindet, Belege für diese Gerüchte gibt es aber bisher nicht.

6. ... dass Gäste, die zu einem Bankett in den Palast geladen werden, vorher ihre Französischkenntnisse auffrischen sollten?

Jahrhundertelang galt die französische Küche als das Vorbild für die gehobene Küche und Französisch als die internationale Küchensprache. Spätestens seit den Zeiten Königin Viktorias wurden die Menükarten im Buckingham Palace deshalb in französischer Sprache verfasst und da Tradition auf der Insel eine große Rolle spielt, hat sich daran auch bis heute nichts geändert. Ausnahmen bestätigen bekanntlicherweise die Regel und so wurden die Menükarten 2005 zu einer besonderen Gelegenheit in englischer Sprache gedruckt, nämlich als die Queen anlässlich der Olympia-Bewerbung Londons zum Bankett geladen hatte. Mit Paris als Konkurrent um die Austragung der Sommerspiele war in diesem Fall der Patriotismus wohl von größerer Bedeutung als die Tradition.

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7. ... dass der Palast immer wieder von ungebetenen Gästen heimgesucht wird?

Königin Viktoria hatte einen besonders entschlossenen Besucher. Dreimal wurde ein Jugendlicher namens Edward Jones während ihrer Herrschaft im Palast gestellt, vermutlich hatte er sich aber deutlich öfter unbemerkt Zutritt verschafft. Auch in neuerer Zeit gelang es immer wieder, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. So schaffte es ein Eindringling in den 80ern sogar bis ins Schlafzimmer der Queen und 2003 schlich sich ein Reporter mithilfe gefälschter Referenzen in den Palast ein und arbeitete dort einige Zeit als Hausdiener. Insgesamt haben es seit 1914 mindestens 12 Menschen geschafft, sich unbefugt Zutritt zum Palastgelände zu verschaffen.

8. ... dass das Changing of the Guard kein reines Zeremoniell ist?

Der täglich um 11:00 Uhr stattfindende Wachwechsel vor dem Buckingham Palace ist eine komplexe und jahrhundertealte Zeremonie, die jährlich Millionen von Touristen anzieht. Die wenigsten wissen jedoch, dass die Wachen mit ihren charakteristischen Bärenfellmützen keine rein symbolische Rolle erfüllen, sondern tatsächlich hervorragend ausgebildete Soldaten mit Kampferfahrung sind, die einen Bestandteil der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Königsfamilie bilden.

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9. ... welche bizarre Erinnerung an König Charles I am Eingang zu finden ist?

Während zum Gedenken an verstorbene Könige, Königinnen und andere bedeutende Persönlichkeiten üblicherweise Statuen errichtet oder Museen und Parks nach ihnen benannt werden, ist dieses „Denkmal“ etwas anders geartet. Charles, der den englischen Bürgerkrieg auslöste und wegen Hochverrats angeklagt und zu Tode verurteilt wurde, wurde am 30. Januar 1649 um 14:00 Uhr enthauptet. Die Uhr über dem Eingang zum Buckingham Palace und St James Park erinnert an dieses Ereignis durch eine schwarze Markierung auf der Zwei. Wer diese Geschichte nicht kennt, der wird die Markierung aber höchstwahrscheinlich entweder gar nicht bemerken oder aber einfach für einen Schmutzfleck halten.

10. ... dass ganz einfach zu erkennen ist, ob die Queen zuhause ist?

Dazu muss man gar nicht an der Tür klingeln (falls der Palast überhaupt eine Klingel besitzt), sondern nur einen Blick nach oben, zum Dach des Palastes werfen. Im Buckingham Palace werden nämlich zwei Flaggen dazu verwendet, anzuzeigen, ob die Königin anwesend ist oder nicht: Weht der Union Jack, also die rot-weiß-blaue Nationalflagge, bedeutet dies, dass die Queen nicht anwesend ist. Wenn hingegen die Royal Standard-Flagge mit den Wappen von England, Schottland und Nicht nur der Nordirland gehisst ist, dann befindet sich die Monarchin im Palast. Für das Hissen und Einholen der Flaggen ist übrigens der sogenannte „flag sergeant“ zuständig.

Natürlich gibt es noch viel mehr spannende Fakten rund um die Residenz der Königin. Am besten entdeckt man dieses beeindruckende Gebäude und weitere royale Highlights also selbst bei einem Besuch der Weltstadt an der Themse.

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Von Franziska Kammleiter

© Alex Segre, shutterstock Wachen vor dem Buckingham Palace Wachen vor dem Buckingham Palace
Hätten Sie das gewusst? 10 kuriose Fakten zur Toskana https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/haetten-sie-das-gewusst-10-kuriose-fakten-zur-toskana.html Dorothea Neu 4979 20190918T152800 „Die Toskana liegt nicht in Italien, sondern Italien liegt in der Toskana." - Schon Goethe war überzeugt, die Toskana vereine all die schönen Seiten Italiens. Wir wollen ihm da auch gar nicht widersprechen. Und haben 10 interessante und überraschende Fakten zur Toskana zusammengetragen, die garantiert noch mehr Lust darauf machen, dieses wunderschöne Fleckchen Erde einmal näher zu erkunden.

Wussten Sie, dass...

... die Toskana mehr als 300 Küstenkilometer hat?

Toskana, das verbinden viele in erster Linie mit Museen, architektonischen Highlights, kulinarischen Gaumenfreuden und natürlich den grünen welligen Hügel, durchzogen von piniengesäumten Straßen. Aber die Toskana bietet auch alles für einen abwechslungsreichen Strand- und Badeurlaub. Die Mittelmeerküste lockt mit hellem Sand, feinem Kies oder beeindruckenden Klippen und für Familien gibt es zahlreiche Strandbäder, „bagni“ genannt. Die Strände der Naturparks mit ihren angrenzenden Pinien- und Kiefernwäldern hingegen sind ein beliebtes Ziel bei Naturliebhabern und Romantikern. Neben dem Festland gehört übrigens auch der Toskanische Archipel mit der Insel Elba zur Toskana. Zusammen mit diesen Inseln verfügt die Region sogar über 600 Kilometern Küstenlinie.

... die Toskana ungefähr so groß ist wie Mecklenburg-Vorpommern?

Und etwa halb so groß wie die Schweiz. Etwas mehr als 3,7 Millionen Menschen leben in der Toskana. Hauptstadt und gleichzeitig auch größte Stadt ist Florenz, gefolgt von Livorno und Prato. Berühmte Städte sind auch die Städte Pisa und Siena.

... es in der Toskana die älteste Geldbank der Welt gibt?

Die „Banca Monte dei Paschi di Siena“ in Sienna gilt als älteste noch existente Geldbank der Welt und ist auch heutzutage noch eines der größten Kreditinstitute Italiens. Sie wurde im Jahre 1472 gegründet und ist damit rund 400 Jahre älter als die erste Bank, die in den USA gegründet wurde.

... die Toskana als Ursprung der italienischen Sprache gilt?

Genauer gesagt ist es Florenz: Das heutige Italienisch soll angeblich auf die Aussprache des gebürtigen Florentieners Dante Aligheri zurückgehen.

... die bekannte Designer-Marke Gucci aus der Toskana stammt?

Sie wurde in Florenz gegründet. Überhaupt ist Florenz die Geburtststätte oder Wahlheimat zahlreicher bekannter Persönlichkeiten wie bspw. Michelangelo, Galileo Galilei, Niccolò oder Donatello.

... Pinocchio aus der Toskana stammt?

Nicht nur bekannte Wissenschaftler oder Künstler sind mit der toskanischen Hauptstadt eng verbunden – auch die kleine Holzfigur Pinocchio hat ihre Ursprünge in der Toskana: Pinocchio wurde ursprünglich von Carlo Collodi erfunden, einem Schriftsteller aus Florenz. Im Jahre 1883 schrieb er das Buch „The Adventures of Pinocchio“. 1940 wurde die Geschichte von Disney animiert und erlangte so ihre weltweite Berühmtheit.

... es nicht nur einen schiefen Turm von Pisa gibt?

Auch wenn es DER Schiefe Turm von Pisa zur weltweiten Berühmtheit gebracht hat – er ist nicht der einzige schiefe Turm in Pisa. So haben beispielsweise die Glockentürme der Kirchen San Michele degli Scalzi und San Nicola ebenfalls eine leichte Schieflage.

... Florenz die erste Stadt mit gepflasterten Straßen war?

Was für uns heute eine Selbstverständlichkeit ist, war damals eine kleine Sensation: Im Jahre 1339 war Florenz die erste Stadt in ganz Europa mit gepflasterten Straßen.

... die Toskana vor Kunst und Kultur nur so strotzt?

Toskana war Inspiration und Muße für zahlreiche Künstler. Das zeigt sich auch in den UNESCO-Welterbestätten: In der Toskana gibt es mehr Sehenswürdigkeiten, die zum UNESCO-Welterbe gehören, als bspw. in ganz Argentinien, Südafrika oder Australien. Und auch in Ägypten gibt es zahlenmäßig nur eine von der UNESCO ausgezeichnete Sehenswürdigkeit mehr.

... in der Toskana die drittgrößte Kirche der Welt steht?

Und zwar die Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz. Sie ist die größte Kirche in Florenz und drittgrößte Kirche der Welt. Größer sind nur der Petersdom in Rom und die St Paul’s Cathedral in London.

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Von Dorothea Neu

© Shaiith, iStock.com Sonnenuntergang in der Toskana. Sonnenuntergang in der Toskana.
Das sind die nächsten europäischen Kulturhauptstädte https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/das-sind-die-naechsten-europaeischen-kulturhauptstaedte.html Sarah Uhrig 4955 20170717T090000 Mit der Auszeichnung zur Kulturhauptstadt möchte die EU ihre Vielfalt feiern, kulturelle Gemeinsamkeiten stärken und Städten eine Gelegenheit zur Entwicklung geben. Zwei Städte tragen seit 2007 jedes Jahr den Titel und bieten 12 Monate lang ein abwechslungsreiches Programm aus Theater, Musik, Performance und Kunst. Welche Städte dürfen sich die nächsten Jahre mit dem Titel "Europäische Kulturhauptstadt" schmücken?

2018: Leeuwarden (Niederlande), Valletta (Malta)

Nächstes Jahr teilen sich eine niederländische und eine maltesische Stadt den Titel und lösen damit die Kulturhauptstädte Paphos (Zypern) und Aarhus (Dänemark) ab: Leeuwarden liegt im Norden der Niederlande, in der Provinz Friesland. Die Stadt hat ca. 110.000 Einwohner und wird malerisch von Grachten durchzogen. Der mittelalterliche Stadtkern, stattliche Bürgerhäuser, Museen und historische Gebäude locken Touristen von der Friesischen Seenplatte nach Leeuwarden. Als Provinzhauptstadt bezieht Leeuwarden ganz Friesland mit in das Programm ein.

Co-Kulturhauptstadt Valletta ist Maltas Hauptstadt und war der einzige maltesische Kandidat, der sich um den Titel der Kulturhauptstadt beworben hat. Valletta ist die kleinste Hauptstadt der EU und seit 1980 UNESCO-Welterbe. Mittelalterliche Bollwerke umgeben den charmanten historischen Kern, der ab 1566 erbaut wurde. Beide Städte stecken schon mitten in den Vorbereitungen und veranstalten ab Januar Musikfestivals, Kulturnächte, Theater- und Opernaufführungen.

2019: Matera (Italien), Plowdiw (Bulgarien)

Im Jahr 2019 sind es zwei Städte aus Europas Süden, die zur Kulturhauptstadt gekürt werden. Matera in der süditalienischen Region Basilikata ist bekannt für ihre Altstadt mit den Felsenwohnungen, die in diversen Bibelfilmen als Kulisse dienten. Sie gehören seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe, doch es ist noch gar nicht lange her, dass sie auch bewohnt wurden. Erst in den 1950ern wurden die letzten Bewohner umgesiedelt. Matera gilt außerdem als eine der ältesten Städte der Welt.

Plowdiw ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens und blickt auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück. Im Archäologischen Museum kann der berühmte Goldschatz von Panagjurischte besichtigt werden, ein antikes Trinkservice, kunstvoll gearbeitet und aus purem Gold. Daneben gibt es ein römisches Amphitheater, thrakische Siedlungsreste und osmanische und bulgarische Baudenkmäler zu bestaunen.

2020: Galway (Irland), Rijeka (Kroatien)

Die grüne Insel ist wieder mit dabei – diesmal vertreten durch eine Stadt an ihrer Westküste: Galway ist berühmt für seine Musikszene und seine Bevölkerung hat dank zweier Universitäten ein recht niedriges Durchschnittsalter. Sprach man hier zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch vorwiegend Irisch-Gälisch, hat sich spätestens seit den 1950ern auch in der Stadt an der Mündung des Corrib das Englische durchgesetzt. Das Kulturprogramm steht unter dem Motto „Wellen schlagen“: Wellen der Kreativität, welche die in der Stadt gelebte Digitalkultur, aber natürlich auch die lebendige Musikszene einer europäischen Öffentlichkeit präsentieren.

Die kroatische Stadt Rijeka, die zweite Kulturhauptstadt 2020, liegt an der Kvarner-Bucht. Erste Besiedlungsspuren reichen in die Steinzeit zurück, und seitdem waren es unter anderem die Illyrer, Römer, Kroaten, Habsburger und Franzosen, die die Hafenstadt prägten. Rijeka besitzt den wichtigsten Hafen Kroatiens und ist drittgrößte Stadt des Landes. Bis 2020 sollen zahlreiche Kulturzentren von Grund auf renoviert werden – einer der Gründe, warum sich Rijeka gegen seine Mitbewerber durchsetzen konnte.

2021 sind es dann übrigens drei Städte, die den Namen „Kulturhauptstadt Europas“ tragen dürfen. Erstmals geht mit Novi Sad in Serbien der Titel auch an einen Beitrittskandidaten der EU. Zukünftige Mitgliedsstaaten können so schon einmal ihre kulturelle Nähe zu Europa zeigen und werden bereits vor ihrem Beitritt an die Europäische Union herangeführt. Die serbische Stadt teilt sich den Titel mit Elefsina in Griechenland und Timisoara in Rumänien.

Von Sarah Uhrig

Matera in Süditalien wird 2019 europäische Kulturhauptstadt. Foto: bluejayphoto, iStock Matera in Süditalien wird 2019 europäische Kulturhauptstadt. Foto: bluejayphoto, iStock
Extreme Bahnstrecken – zum Staunen und Fürchten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/extreme-bahnstrecken-zum-staunen-und-fuerchten.html Solveig Michelsen 4951 20170817T064400 Bahnfahren ist nicht nur der Landschaft wegen ein Erlebnis. Einige Eisenbahnstrecken treiben den Passagieren den Angstschweiß aus den Poren – trotz gleichzeitiger Faszination und Bewunderung der technischen Meisterleistung. Andere wiederum sind höchst amüsant, wie etwa die thailändische Bahn durch den Maeklong-Markt, für die Händler innerhalb kürzester Zeit ihre Stände abbauen müssen.

Die heftigste Bahnstrecke der Welt: Ecuador

Der steile Abschnitt ist nur kurz, hat es aber in sich: Die zwölf Kilometer zwischen Alausi und Sibambe gelten als Meisterleistung in Sachen Schienenbau. Innerhalb einer halben Stunde wird hier eine Höhendifferenz von 500 Metern überwunden, das übliche Maximum von 4% Steigung also deutlich überstiegen. Möglich gemacht wird die schnelle Steigung durch übereinander liegende Spitzkehren, die der Zug im Zick-Zack-Verfahren befährt.

Für die Anwohner der beiden Orte war die Bahn, die 1908 erstmals in Betrieb genommen wurde, ein Segen. Davor konnten sie aufgrund des tiefen Taleinschnitts nicht einmal reitend zueinander kommen. Die 4000 jamaikanischen Arbeiter, die zum Bau der Eisenbahnlinie mit großen Versprechungen ins Land gelockt wurden, kamen zum Großteil dabei um. Auch deshalb heißt der Berg, den die Eisenbahn zum „Aufstieg“ benutzt, Teufelsnase – Nariz del Diablo.

Die skurrilste Bahnstrecke der Welt: Thailand

Der über 100 Jahre alte Maeklong-Markt, 80 Kilometer südwestlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok, ist für seine Eisenbahn berühmt, die mittendurch fährt. Es heißt, die Marktverkäufer seien aus Trotz hier geblieben, nachdem die Eisenbahnlinie gebaut worden war. Nun teilen sie sich die Schienen mit der Bahngesellschaft – und ziehen damit Touristen aus aller Welt an. Denn wenn der achtmal am Tag verkehrende Zug eintrifft, müssen die Stände schnell eingeklappt und die Früchte und das Gemüse in Sicherheit gebracht werden. Deshalb heißt er auch „Talad Rom Hoop“, also „Schirm-klapp-weg“-Markt. Dabei beweisen die thailändischen Marktverkäufer perfektes Augenmaß: Nur wenig Feilgebotenes kommt unter die Räder.

Die steilste Bahnstrecke der Welt: Österreich

Die steilste Adhäsionsbahn der Welt fährt vom Hauptplatz in Linz in rund 20 Minuten auf den idyllischen Pöstlingsberg – mit sagenhaften 10,5 Prozent auf fast der gesamten Strecke. Als Adhäsionsbahn gilt übrigens eine Bahn, die sich ohne Zahnrad oder Seilzug fortbewegt, allein durch die Haftreibung der Räder auf den Schienen. Neben der Retrobahn und der schönen Aussicht am Pöstlingsberg ist auch die „Erlebniswelt Pöstlingsberg“ mit Bergbahn, Grottenbahn und einem Museum einen Besuch wert.

Die höchste Bahnstrecke der Welt: China

Eines der größten Eisenbahnbauprojekte des 21. Jahrhunderts – der zweite Abschnitt wurde erst 2005 fertig gestellt – ist die Lhasa- oder Tibet-Bahnstrecke zwischen Xining und Lhasa mit knapp 2000 Kilometer Länge. Ab Golmud beginnt die Eisenbahn zu „klettern“: von 2828 Meter bis auf 5071 Meter auf der Tanggula-Passhöhe. Diese „allerhöchste Eisenbahn“ hat aber noch eine ganze Reihe weiterer Rekorde zu verzeichnen: Der Neue-Guanjiao-Tunnel ist mit 32.600 Metern der längste Eisenbahntunnel Chinas, der Fenghuoshan-Tunnel ist der höchste Tunnel der Welt (4905 m) und Tanggula (5.068 m) darf sich „höchstgelegener Bahnhof der Welt“ nennen.

Die gefährlichste Bahnstrecke der Welt: Japan

Der Trans-Kyushu-Express fährt am aktiven Vulkan Aso vorbei. So harmlos grasbewachsen er auch aussieht, so faustdick hat er es unterm Krater: Unkontrolliert austretendes Gas und herumfliegende Gesteinsbrocken können gefährlich werden, weshalb die vulkanischen Aktivitäten engmaschig mittels Sensoren überwacht werden. Dafür gibt es im November, wenn das trockene Gras an den Flanken des Bergs entzündet wird, nächtliche Sonderzüge, um das Spektakel zu bestaunen. Die Strecke von Hitoyoshi nach Beppu hat noch ein weiteres Highlight zu bieten: Beppu ist landesweit bekannt für seinen heißen Quellen (Onsen): 2800 wurden gezählt, allein im Stadtgebiet.

Die lustigste Bahnstrecke der Welt: China

In einer der größten Städte Chinas, in Chongqing, herrscht Platzmangel. Dem ist es geschuldet, dass die Stadtbahn mitten durch ein Wohnhaus fährt. Sogar eine Haltestelle gibt es in dem 19-stöckigen Gebäude. Gemeinsam mit dem Architekten des Hauses wurde die Streckenführung geplant. Was für viele wie ein Alptraum anmutet, ist für die meisten Anwohner aber ein klarer Vorteil: Die Strecke zur Haltestelle ist denkbar kurz. Und der Zug angeblich so leise wie eine Geschirrspülmaschine. Auch Vibrationen, heißt es, soll es keine geben.

Völlig exotisch? Mitnichten! Auch in Berlin gibt es eine U-Bahn, die durch ein Gebäude fährt. Allerdings sieht es dort längst nicht so spektakulär aus, weil das Viadukt geschlossen ist und man dadurch den Zug nicht in das Mietshaus einfahren sieht. Die Bewohner der Dennewitzstraße 2 sind mehrheitlich zufrieden damit. Auch hier soll es im Haus sehr ruhig zugehen.

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von Solveig Michelsen

© sihasakprachum, iStock Durch den thailändischen Maeklong-Markt fährt eine Bahn – Händler müssen schnell reagieren. Durch den thailändischen Maeklong-Markt fährt eine Bahn – Händler müssen schnell reagieren.
Sightseeing gratis: Die beliebtesten Highlights in Deutschland https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/sightseeing-gratis-die-beliebtesten-highlights-in-deutschland.html Solveig Michelsen 4943 20170803T131300 Wer Deutschland abseits der ausgetretenen Touristenpfade oder mit klammem Geldbeutel erkunden möchte und die Augen und Ohren ein wenig offen hält, wird überrascht sein, wie viele Attraktionen ohne Geld zu haben sind. Das Vergleichsportal Netzsieger hat die Top 10 der kostenlosen Touristenattraktionen zusammengestellt.

Wer Städte oder Regionen kennen lernen möchte, muss keine Museen besichtigen oder Führungen buchen. Oft ist der Flair eines Ortes viel besser im Freien zu begreifen, an den Orten, wo sich auch die Einheimischen treffen, wo das Leben pulsiert und immer etwas los ist: Parks, Märkte und öffentliche Plätze sind die Treffpunkte schlechthin. Das Vergleichsportal netzwelt.de hat die beliebtesten Sehenswürdigkeit in den deutschen Bundesländern zusammengestellt, die ohne Eintritt zu haben sind:

  • München: Englischer Garten, Marienplatz und Viktualienmarkt
  • Baden-Baden: Lichtentaler Allee und Merkurberg
  • Berlin: Plenarbereich des Reichtagsgebäudes und Brandenburger Tor u
  • Potsdam: Sanssouci und Holländisches Viertel
  • Bremen: Schnoor-Viertel und Bürgerpark
  • Hamburg: Hafen und Speicherstadt
  • Kassel: Bergpark und Herkules-Statue
  • Warnemünde: Ostseebad, Alter Strom und Strand
  • Hannover: Maschsee
  • Bonn: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Freizeitpark Rheinaue
  • Bernkastel-Kues: Moseltal und mittelalterlicher Marktplatz
  • Mettlach: Saarschleife
  • Sachsen: Nationalpark Sächsische Schweiz
  • Quedlinburg: Altstadt
  • Lübeck: Altstadt und Dom
  • Erfurt: Krämerbrücke, Domplatz und Domberg

Durch die Altstadt zu schlendern, lauschige Plätze zu finden und Kleinode zu entdecken funktioniert aber auch in jeder anderen Stadt. Nehmen Sie sich Zeit und legen Sie bewusst lange Pausen ein, lassen Sie die Atmosphäre einer Stadt auf sich wirken, versuchen Sie zu ergründen, was den Reiz eines Ortes ausmacht – Sie werden überrascht sein, wie gut Sie dabei eine Stadt kennen lernen!

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von Solveig Michelsen

© manfredxy, iStock Am Münchner Marienplatz ist immer etwas geboten. Am Münchner Marienplatz ist immer etwas geboten.
Kulturerbe vor mediterraner Kulisse /europa/malta/reportagen/malta-kulturerbe-vor-mediterraner-kulisse.html 4913 20170516T135700 Beeindruckende Klippen, türkisblaues Meer und historische Städte – es spricht einiges für einen Besuch des kleinen Inselstaats. Eine Reise nach Malta ist wie ein Sprung in die Geschichte des Mittelmeerraums.

So reagieren Sie im Urlaub auf einen Diebstahl /magazin/reportagen/reisetipps/tipps-fuer-sicheres-reisen.html 4904 20170508T135745 Der Verlust wertvoller Mitbringsel oder wichtiger Unterlagen kann schnell die Freude am Reisen trüben. Aufmerksamkeit ist daher trotz entspannter Urlaubsstimmung auch unterwegs stets geboten. Wenn es doch mal passiert, dass Bargeld, Pass oder Schmuck gestohlen werden, gibt es einige Verhaltensregeln und wertvolle Tipps, wie Sie ihren Urlaub dennoch weiterhin genießen können. Hier verraten wir Ihnen, wie Sie am besten auf einen Diebstahl im Urlaub reagieren, wen Sie informieren sollten und warum es in manchen Fällen sinnvoll sein kann, einen Detektiv zu beauftragen.

Essen: Umwelthauptstadt Europas 2017 https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/essen-umwelthauptstadt-europas-2017.html 4750 20170217T144900 „Erlebe dein grünes Wunder“, heißt es auf der Webseite der Stadt Essen zu ihrem neuen Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017“. Als Ruhrmetropole ist „grün“ keine selbstverständliche Assoziation – umso stolzer können sie auf die Auszeichnung sein, die anderen Städten als Vorbild dienen soll.

Mit Essen hat erstmalig eine Stadt der Montanindustrie den Titel „grüne Hauptstadt“ gewonnen. Dass es so weit gekommen ist, ist vor allem einem ganzheitlichen, sehr breit gefächerten Ansatz in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu verdanken. Mobilitätsthemen wie Car-Sharing, Radverkehr und ÖPNV gehören ebenso dazu wie öffentliche Parkanlagen und Grünflächen. Das ganze Jahr über werden Events und Aktionen zu den Themen nachhaltiger Konsum, Fair Trade und Recycling angeboten. Und auch das Projekt „Essen.Neue Wege zum Wasser“ hat Vorbildcharakter für die gesamte Ruhrregion.

Die Auszeichnung der Europäischen Kommission für die erfolgreiche Transformationsgeschichte einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in Nordrhein-Westfalen soll also zum Nachahmen anregen, Lösungsmöglichkeiten aufzeigen und eine Plattform zum Austausch bieten. Die bisherigen Titelträger sind die Städte Stockholm (2010), Hamburg (2011), Vitoria-Gasteiz (2012), Nantes (2013), Kopenhagen (2014), Bristol (2015) und Ljubljana (2016). Der Titel für 2018 wurde bereits an Nijmegen (Niederlande) vergeben.

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von Solveig Michelsen

© TBE, iStock Die Stadt Essen wird nicht automatisch mit Umweltschutz assoziiert. Die Stadt Essen wird nicht automatisch mit Umweltschutz assoziiert.
Neues Wikinger-Museum in Stockholm https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neues-wikinger-museum-in-stockholm.html Solveig Michelsen 4728 20170130T081100 Schon wieder ein Museum? Und dann über die „bekannten“ Wikinger? Das neue Stockholmer Museum, das Ende April 2017 seine Pforten öffnen wird, möchte mit den gängigen Klischees ein für alle Mal Schluss machen und lädt dazu ein, sich ein Bild jenseits von behörnten Helmen und rohen Beutezügen zu machen.

Die Wikinger trifft ein ähnliches Schicksal wie die Indianer: Meist wird die Vorstellung von ihnen auf wenige Klischees reduziert, die Filme und Bücher bis in unsere Zeit transportiert haben. Außerhalb Skandinaviens zeichnet sich deshalb schnell ein bestimmtes Bild im Kopf ab: Helm mit Hörnern, kampfeslustig und hart im Nehmen und ständig auf Beutezügen unterwegs.

Damit will das Vikingaliv, das neue Erlebniszentrum in Stockholm, nun aufräumen. Besucher werden ins Jahr 963 zurückversetzt und multimedial durch ein wahres Wikinger-Leben geführt. Im Ausstellungsbereich kann man sich über die Rolle von Frauen und Kindern informieren oder über die neuesten Forschungsergebnisse. Wer dann noch Zeit findet, hat es nicht weit zur nächsten Sehenswürdigkeit: Das Wikingermuseum befindet sich auf der Ausflugsinsel Djurgården, gleich zwischen dem Vasa-Museum und dem Vergnügungspark Gröna Lund. Ab 29. April ist es täglich von 10 bis 20 Uhr zu besuchen.

mehr Infos unter: www.vikingaliv.se

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von Solveig Michelsen

© CoreyFord, iStock Das neue Vikingaliv klärt über das wahre Leben der Wikinger auf. Das neue Vikingaliv klärt über das wahre Leben der Wikinger auf.
Helsinki empfängt „harte Kerle“ https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/helsinki-empfaengt-harte-kerle.html 4722 20161228T112000 Helsinki gehört im Winter nicht gerade zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen: Es ist sehr kalt, ziemlich dunkel und recht nass. Wer sich trotzdem in die finnische Hauptstadt wagt, wird auf besondere Art und Weise begrüßt: “Nobody in their right mind would come to Helsinki in November. Except you, you badass. Welcome.”

Tristesse kann man nur mit Humor schlagen. Dachten sich wohl die Finnen, als sie vor dem Flughafen folgendes Willkommens-Banner aufhängten: “Nobody in their right mind would come to Helsinki in November. Except you, you badass. Welcome.” Das ist als humorvolle Respektbezeugung zu verstehen. Man hätte natürlich auch schreiben können „Toll, dass Sie auch im November zu uns kommen!“, aber das würde nicht annähernd dem finnischen Humor entsprechen.

Während sich einige Besucher geschmeichelt fühlen, als „badass“ bezeichnet zu werden, zeigen sich andere etwas verärgert. Meist sind es diejenigen, die „bad“ und „ass“ separat übersetzt und zu einem unflätigen Schimpfwort wieder zusammengesetzt haben. Dabei heißt „badass“ in der Jugendsprache nichts anderes als „harter Kerl“. Das ist ganz sicher anerkennend gemeint. Und gilt auch für die weiblichen „badasses“, die sich im Winter in die feuchte Dunkelheit Helsinkis gewagt haben. Chapeau!

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von Solveig Michelsen

© scanrall, iStock In Helsinki wird man im Winter als „harter Kerl“ empfangen. In Helsinki wird man im Winter als „harter Kerl“ empfangen.
10 Bücher, die Ihre Reisesehnsucht wecken https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/10-buecher-die-ihre-reisesehnsucht-wecken.html Solveig Michelsen 4709 20161216T111500 Bücher können keine Reisen ersetzen. Aber sie können eine unbändige Sehnsucht danach auslösen, selbst fortzufahren und sich all den Dingen zu stellen, die eine Reise vom Urlaub unterscheiden. Dabei kommt es weniger auf das Ziel als auf die ganz eigene Perspektive an. So wie Marcel Proust es ausdrückte: „Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, dass man neue Landschaften sucht, sondern dass man mit neuen Augen sieht.“ Wir stellen zehn Bücher vor, bei denen dies meisterhaft gelungen ist.

Cees Noteboom: Die Kunst des Reisens

Cees Noteboom ist ein gewichtiger Autor. Trotzdem schreibt er leicht und fließend, den Blick auf scheinbar Nebensächliches lenkend. Der Leser folgt seinem beschreibenden Blick, der Autor wählt die Details für ihn aus, lenkt sanft und philosophiert damit, ohne übermäßig zu reflektieren. Als wäre das nicht genug, bereichern die tiefgehenden Fotografien Eddy Posthuma de Boers den literarischen Text um eine optische Komponente, die aus dem Buch einen wahren Glücksfall machen. Was für den Autor den Charme des Reisens ausmacht? „Dass sämtliche Erhaltungssysteme, über die man normalerweise verfügt, versagen. Man wird zu dem, was man wirklich ist ...“

Joachim Otte, Rainer Groothuis (Hrsg.): Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben

Mit diesem Tucholsky-Zitat betitelt sich eine Anthologie von rund 60 namhaften Autorinnen und Autoren. Auf völlig unterschiedliche Art und Weise führen sie die Leser an Städte und Metropolen heran. Subjektiv, voreingenommen und meist treffend in ihren Beschreibungen. Auch wenn Brigitte Kronauer schreibt: „Ich versage im Grunde genommen schriftstellerisch vor den Fußgängerzonen.“, ist es auch oder gerade im Banalen eine Freude, den Betrachtungen der Literaten zu folgen, den Blickwinkel zu wechseln und den Fokus zu schärfen.

Jack Kerouac: Unterwegs

„Unterwegs“ heißt der deutsche Titel des amerikanischen Klassikers „On the road“. 1957 erschienen, gilt er als Wegbereiter aller folgenden Road Novels und formte für alle Rast- und Ruhelosen erstmals einen eigenen literarischen Sound. Die so genannte Beat Generation lebte unkonventionell, chaotisch und kreativ, aber auch getrieben, berauscht und besessen. Diese Zutaten machen den Roman auch 60 Jahre nach seiner Entstehung noch lesenswert. Doch Vorsicht, das Suchtpotenzial ist dabei nicht zu unterschätzen!

Bruce Chatwin: Traumpfade

Ebenfalls ein Klassiker der Reiseliteratur ist Bruce Chatwins wohl bekanntestes Buch, auf Englisch „The Songlines“. Neben den Songlines der Aborigines philosophiert Chatwin darin über das Nomadentum und seine Qualitäten und schaffte es, in knappen, kurz skizzierten Anekdoten die schillerndsten Charaktere vor dem inneren Auge der Leser lebendig werden zu lassen. Interessant ist auch der Aufbau: Zwischendurch finden sich viele Zitate und gesammelte Gedanken Chatwins, eine wahre Fundgrube an Aphorismen. Wer es sich zutraut, sollte das Buch unbedingt im englischen Original lesen.

Zé do Rock: Fom Winde ferfeelt

Oder „welt-strolch macht links-shreibreform“. Der brasilianische Weltenbummler Zé do Rock erlebt nicht nur auf Reisen so manches Missgeschick, sondern muss sich auch noch über die deutsche Sprache so ärgern, dass er schrittweise eine neue Kunstsprache erfindet ein „ferainfactes Doitsh“. Was zur Folge hat, dass man das letzte Kapitel wirklich erst dann lesen kann, wenn man alle vorherigen durchgearbeitet hat. Ein durch und durch origineller Reisebericht.

Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel

Tiziano Terzani, Asienkorrespondent für den Spiegel, entscheidet sich, die Warnung eines chinesischen Wahrsagers ernst zu nehmen und verzichtet in Folge ein Jahr lang auf Flugreisen – was nicht nur seine Arbeit deutlich erschwert, sondern auch die Perspektive verändert. Besonders unterhaltsam ist das parallel laufende Experiment: In jeder asiatischen Stadt, in der er landet, sucht er einen bekannten Wahrsager, Astrologen oder Seher auf, um sich seine Zukunft voraussagen zu lassen. Bei einer solchen Häufung an prophezeienden Erlebnissen lassen sich amüsante Vergleiche anstellen, Scharlatane entlarven – und nebenbei kann man eine Menge über Asien lernen.

Jan Weiler: In meinem kleinen Land

Jan Weiler, der (Bestseller-)Autor von „Maria, ihm schmeckt's nicht“, tourt auf seiner neunmonatigen Lesereise durch Deutschland. Und bringt aus jedem noch so kleinen Ort eine amüsante Geschichte mit – unter anderem aus Borgholzhausen „wo die Züge bremsen, indem sie einer Kuh gegen das pralle Euter fahren“. Das ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern macht auch große Lust, das eigene Land (neu) zu entdecken. Reiseerlebnisse gibt es schließlich gleich vor der Haustüre, da braucht es keine Fernreisen.

Johannes Klaus (Hrsg.): The Travel Episodes

„Geschichten von Fernweh und Freiheit“ heißt es im Untertitel der Travel Episodes, die mittlerweile schon als Bände I bis II zu haben sind. Im Mittelpunkt stehen erlebte Abenteuer aus nur wenig bereisten Ländern wie Somalia, Bangladesch und Pakistan. Nicht jede Reise lädt zum Nachmachen ein, denn die unterschiedlichen Autoren – allesamt aktive Reiseblogger – beschönigen nichts, poetisieren nur gelegentlich. Das macht die Episoden doppelt lesenswert: Völlig entspannt kann man auf dem Sofa pakistanische Grenzkontrollen überstehen, sich zu den „Menschenfressern“ aufmachen und dem gelebten Fernweh hingeben.

Hape Kerkerling: Ich bin dann mal weg

Der Jakobsweg ist schon hundertfach beschrieben worden. Warum also ist dieses Buch zum Bestseller geworden? Natürlich liegt es zum einen am Autor, dem bekannten Komiker und Moderator. Seinem Ruf wird er auch beim Schreiben gerecht: Mit einem feinen Gespür für die komischen Momente, viel Selbstironie und absoluter Ehrlichkeit beschreibt Hape Kerkerling den Durchschnittspilger mit seinen Sorgen und Nöten entlang des Wegs. Dass er sich selbst dabei nicht ausschließt, macht den Bericht umso glaubwürdiger und lesenswerter.

Jon Krakauer: In die Wildnis

Mehr Aussteiger- als Reisebuch nimmt uns dieser bewegende Bericht mit auf das Abenteuer eines jungen Mannes, der es sich zum Ziel gesetzt hat, allein in der Wildnis Alaskas zu überleben. Wie fatal dort kleinste Fehler sein können, kennt man von den Erzählungen Jack Londons. Doch Krakauer taucht noch tiefer in die Gedankenwelt seines Protagonisten ein und lässt die Leser verstehen, staunen und, ja, auch mitleiden.

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von Solveig Michelsen

© blnd, iStock Bücher können eine unbändige Sehnsucht danach auslösen, selbst fortzufahren. Bücher können eine unbändige Sehnsucht danach auslösen, selbst fortzufahren.
Myanmar verweist Tourist mit Buddha-Tattoo des Landes https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/myanmar-verweist-tourist-mit-buddha-tattoo-des-landes.html Hannah Sommer 4708 20161128T004300 Hierzulande gelten Buddha-Tattoos als trendiger Körperschmuck – der religiöse Aspekt spielt für viele Träger jedoch eine untergeordnete bis gar keine Rolle. Anders sieht es in buddhistischen Ländern wie Myanmar aus.

Erneut ist ein Tourist aufgrund einer Buddha-Tätowierung in Myanmar des Landes verwiesen worden. Im Norden des Landes riefen Einwohner die Polizei, nachdem sie ein Tattoo auf dem Bein eines Besuchers aus Italien entdeckten und dieses als religiöse Beleidigung auffassten.

Es drohen empfindliche Strafen

Dem 34-Jährigen blieb keine andere Wahl, als das Land zu verlassen. Wer dort buddhistische Symbole ohne religiösen Hintergrund zur Schau stellt, muss sich dem Vorwurf der Religionsbeleidigung stellen. Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Mann aus Neuseeland zu zehn Monaten Zwangsarbeit in einem Gefängnis verurteilt. Er hatte ein Buddha-Foto zu Werbezwecken genutzt – darauf trug der Religionsstifter Kopfhörer.

Vorsicht ist geboten

Was viele Touristen nicht wissen: Auch in Ländern wie Thailand oder Sri Lanka sind buddhistische Tattoos nicht gern gesehen. Die Symbole, dazu zählt im Übrigen auch die Lotusblüte, haben religiösen Anhängern zufolge nichts auf der als unrein empfundenen Haut zu suchen. Daher sollten Reisende ihre Tätowierungen aus Respekt gegenüber den Bürgern verdecken. Ebenfalls ungern gesehen sind buddhistische Symbole auf der Kleidung sowie Dekorationsstücke – auch wenn diese überall angeboten werden.

© Thinkstock Im buddhistisch geprägten Myanmar gilt die Darstellung von Buddha als heilig. Im buddhistisch geprägten Myanmar gilt die Darstellung von Buddha als heilig.
Thailandurlaub: Besonderheiten nach dem Tod von König Bhumibol https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/thailandurlaub-besonderheiten-nach-dem-tod-von-koenig-bhumibol.html Solveig Michelsen 4655 20161110T164000 Nach dem Tod von König Bhumibol Adulyadej herrscht in Thailand nach wie vor Staatstrauer. Viele Events und Konzerte wurden abgesagt, Geschäfte geschlossen. Auch Touristen wird empfohlen, sich angemessen zu kleiden. Dafür können nationale Museen und Tempel bis Ende Januar 2017 kostenlos besichtigt werden.

Die einjährige Staatstrauer, die in Thailand nach dem Tod des Königs Bhumibol ausgerufen wurde, bleibt auch für Touristen nicht ohne Folgen. Das Veranstaltungsverbot der ersten 30 Tage wird ab 14. November 2016 allerdings wieder gelockert, sodass die meisten Events und Konzerte ab diesem Zeitpunkt wieder stattfinden – oder nur etwas verschoben werden. Genaue Informationen zu den einzelnen Ereignissen finden sich auf der Webseite der Tourismusbehörde “Tourism Authority of Thailand (TAT)”.

Um ausländische Besucher nicht abzuschrecken, sondern einzuladen, sich gerade jetzt mit der thailändischen Kultur vertraut zu machen, können nationale Museen sowie historische Parks und Tempel bis einschließlich 31. Januar 2017 kostenlos besichtigt werden. Touristen werden aber angehalten, die Trauer der Bevölkerung zu respektieren und sich ebenfalls angemessen zu kleiden: Das bedeutet bedeckte Schultern und mindestens knielange Röcke oder Hosen. Die thailändische Bevölkerung selbst trägt zum Zeichen ihrer Trauer Kleidung in den Farben schwarz und weiß. Witze über den verstorbenen König oder geäußertes Unverständnis für die Art der Trauerbewältigung werden in Thailand nicht nur als höchst unangemessen empfunden, sondern auch mit hohen (Gefängnis-)Strafen belegt.

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von Solveig Michelsen

© Beboy_ltd, iStock Bis Ende Januar 2017 können zahlreiche Tempel, Museen und Parks kostenlos besichtigt werden. Bis Ende Januar 2017 können zahlreiche Tempel, Museen und Parks kostenlos besichtigt werden.
Tipps für alleinreisende Frauen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/tipps-fuer-alleinreisende-frauen.html Jonathan Berg 4646 20161205T001200 Als Frau allein in den Urlaub zu fahren, erfordert Selbstvertrauen und auch ein wenig Mut. Tatsächlich ist eine Solo-Reise eine herrliche Erfahrung, wenn Sie vor und während Ihres Urlaubs ein paar einfache Tipps beherzigen.

Frauen haben vor einem Single-Abenteuer oft mit Zweifeln zu kämpfen. Doch ein Urlaub allein lohnt sich. Wer allein unterwegs ist, erlebt mehr. Gerade, weil keine Kompromisse eingegangen werden müssen. Alleinreisende sind frei, unabhängig und können ihren Urlaub nach dem eigenen Rhythmus gestalten.

Allein reisen heißt nicht einsam sein

Frauen, die zum ersten Mal allein verreisen möchten, sollten sich überlegen, mit wie viel Zeit für sich sie umgehen können. In weniger erschlossenen Gebieten findet man möglicherweise nur kaum Anschluss. Auch sprachliche Schwierigkeiten oder kulturelle Differenzen können Heimwehattacken auslösen.

Für die erste Alleinreise bieten sich insbesondere europäische Ziele an. Denn hier ist der Kulturschock wesentlich geringer als zum Beispiel in asiatischen Ländern wie China oder Indien. Überlegen Sie vor Reiseantritt genau, worauf Sie bei Ihrer Reise besonderen Wert legen. Ob Hostel, Hotel oder einsame Berghütte – jede Unterkunft bietet ein anderes Maß an Ruhe und Gemeinschaft.

Risiken minimieren

Prinzipiell ist ein Urlaub für Single-Frauen in touristisch gut erschlossenen Regionen wie der Toskana oder Madeira weniger risikoreich als etwa im Nahen Osten.

Alleinreisende Frauen sollten sich zudem über die gesellschaftliche Rolle der Frau im jeweiligen Urlaubsland, die politische Lage vor Ort, die Kriminalitätsrate sowie das Risiko von Naturkatastrophen informieren. Das Auswärtige Amt bietet hierbei einen ausführlichen und aktuellen Überblick. So können zwar keine Risiken ganz ausgeschlossen, zumindest aber vorab gründlich abgewägt werden.

Aufdringlichkeiten sofort abwehren

Wer allein reist, muss auch „Nein“ sagen können. Wehren Sie sich selbstbewusst gegen ungewollte Aufmerksamkeiten und beziehen Sie in unangenehmen Situationen auch Ihr Umfeld, etwa durch lautes Rufen, mit ein. Machen Sie sich vor der Reise bewusst, welche kulturellen Unterschiede das Reiseziel prägen. So ist das Einhalten von Kleiderordnungen und Kopfbedeckungen mitunter nicht nur in muslimischen Ländern wichtiger Bestandteil eines ungetrübten Aufenthalts.

Allgemein gilt: Es gibt keine Ziele, die Sie nicht alleine bereisen können. Frauen, die erst wenig Erfahrungen damit gesammelt haben, sollten jedoch zunächst etwas konservativer planen. Hören Sie in sich hinein, bevor Sie Ihre Solo-Reise starten. Ein etwas mulmiges Gefühl vor einem Urlaub ist ganz normal. Wenn Sie großes Unbehagen oder echte Angst verspüren, sind Sie vielleicht noch nicht so weit.

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Von Jonathan Berg

Alleinreisende Frauen sollten ihren Urlaub gut planen © Thinkstock Alleinreisende Frauen sollten ihren Urlaub gut planen © Thinkstock
10 ausgefallene Reiseblogs – von Film- bis Luxusreisen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/10-ausgefallene-reiseblogs-von-film-bis-luxusreisen.html Solveig Michelsen 4612 20161121T164100 Reiseblogs gibt es beinahe so viele wie Autos in einer Stadt. Schließlich hat die Reisesehnsucht die meisten schon mal gepackt. Bei manchen entwickelt sie ganz besondere Züge. Und das ist gut so. So bekommen wir immer wieder originelle Reiseberichte zu lesen, abseits des Mainstreams. Bei einigen davon haben wir genauer hingesehen.

Reisen zu Drehorten: filmtourismus.de

„Die Welt der Drehorte“ verspricht der Blog filmtourismus.de in ansprechendem Design – und das nicht zu knapp: Über 300 Filme und Serien wurden mit detaillierten Drehortinfos versehen und bebloggt. Durchsuchen kann man das Archiv wahlweise nach Filmen oder nach Orten – alphabetisch oder auf der Karte. Auch werden aktuelle Produktionen behandelt, Buchtipps gegeben sowie Reiseveranstalter mit Filmreisen vorgestellt. Ein rundes Sammelsurium rund um eine Drehort-Leidenschaft.

Outdoor und Sport: lebedraussen.de

Mountainbiken am Loch Ness, Angeln in Norwegen oder Kanuwandern im Saarland – Bianca, Gade, die Autorin des Outdoor-Reiseblogs lebedraussen.de, hat viel zu erzählen. Die Berichte lassen sich nach Sportart oder alternativ nach Reiseland suchen. Allgemeine Empfehlungen, Testberichte, Interviews und Reflexionen runden den Aktiv-Blog ab.

Reisen mit Hund: hunde-reisen-mehr.com

Der Name des Blogs gibt zunächst Rätsel auf: Warum reisen Hunde mehr (als Menschen)? Dabei geht es hier nur um eine Zusammenfassung der Thematik: Um Hunde, Reisen und mehr soll es in dem Blog von Martina Züngel-Hein gehen. Das ist ihr auch gut gelungen. Neben Reiseberichten mit Schwerpunkt im Norden Deutschlands finden sich auch ausführliche Hotel- und Produkttests. Nur schade, dass sich die Artikel nur etwas umständlich auffinden lassen.

Poetische Reiseerfahrungen: weltreisender.in

„Reisen, um vom Leben zu erzählen“ lautet der Untertitel zu diesem Blog. Markus Steiner ist als Poet unterwegs und berichtet in literarischen Bildern von seinen Begegnungen und Erlebnissen. Auch die Fotografien haben atmosphärischen Charakter und ziehen den Leser hinein in die oft philosophischen Geschichten – Reiseberichte jenseits aller oberflächlichen Erlebnisschilderungen.

Alleinreisende Frauen: pinkcompass.de

Von der Packliste für Frauen über Weltenbummeln ab 40 bis hin zu Sicherheitsbedenken und Reintegration nach der großen Reise – alle Fragen, die frau rund ums Globetrotten haben kann, werden beantwortet. Natürlich gibt es auch klassische Reiseberichte von unterwegs. Die ehemalige Kinderkrankenschwester Carina ist seit vielen Jahren unterwegs und gerät darüber immer noch ins Schwärmen.

Kreuzfahrten: fernwehblog.net

Als „reisesüchtiger DJ mit einem ausgeprägten Hang zu Kreuzfahrten“ bezeichnet sich der Autor des Fernwehblogs. Über 50 ausführliche Berichte und Ratgeber findet der Interessierte auf seiner Seite – von „Arbeiten auf einem Kreuzschiff“ bis hin zu „Flitterwochen für jeden Geldbeutel“. Daneben wird aber auch von „normalen“ Reisen und Pauschalurlauben berichtet – mit überwiegendem Bildanteil.

Welt- und Langzeitreisen: rapunzel-will-raus.ch

30 Urlaubstage plus ein paar Überstunden – vielen Menschen reicht dies nicht mehr aus. Wer sich auf eine Langzeitreise aufmachen möchte, sollte unbedingt bei Sarah Althaus alias Rapunzel vorbeischauen: Hier gibt es eine Anleitung für Weltreisen mit sämtlichen dafür benötigten Infos: Finanzierbarkeit, Administratives, Technisches und Ausrüstung. Das „Warum“ wird natürlich auch beantwortet.

Luxuriöse Yoga-Reisen: follow-your-trolley.com

Flashpacking ist die Bezeichnung für Backpacking im gehobenen Stil. Jeanette Fuchs ist mit ihrem Blog Follow your trolley auf ebendiese Weise unterwegs und erkundet Yoga Retreats, Kraftorte, Inseln und „Urban Spots“, sprich Städte. Schon das Vokabular – Hideaways, Private Retreats und Boutique Hotels – verrät, dass es sich hier um eine gehobene Art des Reisens handelt, man für die Geheimtipps also etwas Kleingeld mitbringen sollte. Auch die besten Adressen für Yoga Retreats werden verraten.

Nachhaltiges Reisen mit der Familie: reisemeisterei.de

Dass auch mit Kind(ern) das Fernweh gelebt werden kann, zeigt der Familienreiseblog reisemeisterei.de. Besonderes Augenmerk wird hier auf Nachhaltigkeit gelegt – eine gelungene Kombination. Die Artikel mit Schwerpunkt Europa sind gut sortiert und humorvoll geschrieben. Ratgeber für das Reisen mit (Klein-)Kindern kommen auch nicht zu kurz.

Fliegen und Schlafen auf Reisen: reise-wahnsinn.de

„Aviation Geek“ nennt sich Blogger Ingo Busch, der auf seinen Reisen natürlich auch schlafen möchte – möglichst erholsam. So vereint er diese beiden Themen unter reise-wahnsinn.de und berichtet von seinen Erlebnissen mit Fluggesellschaften und Hotels – ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Unter den praktischen Tipps rund ums Reisen und Fliegen finden sich einige besonders originelle.

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von Solveig Michelsen

© Bart Sadowski, iStock Amüsant und informativ: Blogs über die besondere Art zu reisen Amüsant und informativ: Blogs über die besondere Art zu reisen
Herbstlicher Städtetrip nach Amsterdam https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/herbstlicher-staedtetrip-nach-amsterdam.html Hannah Sommer 4610 20161107T001000 Die dritte Jahreszeit ist ideal für einen Städtetrip in die niederländische Hauptstadt. Die Temperaturen sind moderater, die Straßen nicht so überfüllt – und man kann sich ganz in Ruhe den zahlreichen kulturellen und kulinarischen Angeboten Amsterdams widmen. Von Grachtenfahrten über Museen bis zum asiatischen Essen: Zehn Tipps für einen herbstlichen Kurzurlaub in Amsterdam. Roman Gorilelov, iStockSightseeing vom Wasser ausHollandfoto, iStockFixstern des ImpressionismusMassimo Catarinella, iStockEinblick in die jüdische GeschichteEntrechat, iStockGeballtes Kulturangenbotdennisvdw, iStockHaus der Erinnerungdennisvdw, iStockDen Herbst draußen genießenyuliang11, iStockExotische Gaumenfreudenorpheus26, iStockShopping-VergnügenAdam Szuly, iStockMarktflair das ganze Jahr über Die größte Bibliothek der Welt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-groesste-bibliothek-der-welt.html Solveig Michelsen 4601 20180724T000000 In der Antike galt die Bibliothek von Alexandria als größter Speicher verschriftlichten Wissens. Heute steht die größte Bibliothek der Welt in Englands Hauptstadt: die British Library. Über 170 Millionen Medien sind dort aufbewahrt. Nicht nur deshalb lohnt ein Besuch des gigantischen Gebäudes.

Nicht die schönste, aber eindeutig die größte Bibliothek der Welt: die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs, die British Library in London. Ein Grund mehr, die Hauptstadt Englands zu besuchen. Unter den über 170 Millionen Medien, die in ihrem Bestand sind, sind nur 25 Millionen Bücher. Der Rest besteht aus Zeitschriften, Zeitungen, Broschüren, Tonaufnahmen, Patenten, Datenbanken, Karten, Briefmarken, Kunstdrucken und Gemälden – in allen möglichen Sprachen. Auch das älteste gedruckte Buch der Welt wird dort ausgestellt. Lange vor Guttenberg war nämlich der Buchdruck mit beweglichen Lettern schon in China bekannt, wo im Jahr 868 die so genannte Diamanten-Sutra, eine Schriftrolle mit einem buddhistischen liturgischen Text, veröffentlicht wurde. Wer's nicht gar so alt mag: Auch handschriftliche Beatles-Texte werden hier verwahrt.

Doch nicht nur der Inhalt, auch die schiere Größe ist überwältigend: Die Bücherregale würden – aneinandergereiht – eine Länge von 625 Kilometern ergeben. 1200 Leser finden in den elf Lesesälen Platz. Nur zur groben Einordnung: Würde man sich täglich fünf Medien widmen, bräuchte man sage und schreibe 80.000 Jahre, um den Bestand durchzuforsten. Die 8.000 Neuzugänge pro Tag (!) nicht mitgerechnet.

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von Solveig Michelsen

© Kalulu, iStock Die umfangreichste Bibliothek der Welt: die British Library in London Die umfangreichste Bibliothek der Welt: die British Library in London
So meistern Sie sämtliche Sprachbarrieren im Ausland https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/so-meistern-sie-saemtliche-sprachbarrieren-im-ausland.html Solveig Michelsen 4587 20161009T215900 Sie sprechen Englisch? Sehr gut, damit kommt man schon sehr weit auf Reisen. Trotzdem gibt es zahlreiche Länder, in denen sämtliche europäischen Sprachen nichts nützen. Weil man komplexe oder sehr konkrete Dinge aber auch schlecht mit Händen und Füßen erklären kann, hier unsere Tipps für den Umgang mit großen sprachlichen Hürden.

Der Zettel-Trick

Chinesische oder arabische Schriftzeichen lassen sich nun einmal schlecht mit einem europäischen Namen abgleichen. Bevor Sie also einen ganzen Urlaubstag in die Hotel- oder Sehenswürdigkeitensuche investieren, lassen Sie sich den gewünschten Ort vorher auf einen Zettel schreiben. Damit funktioniert der Abgleich besser – und es beugt auch Missverständnissen zum Beispiel bei der Taxifahrt vor. Funktioniert natürlich ebenso mit einem Handy-Foto, das bei Gelegenheit dann gezückt werden kann. Achten Sie auch beim Kauf des Reiseführers darauf, dass sämtliche Orte zweisprachig erwähnt werden!

Übersetzungsprogramme

Google Translate gibt’s zum Glück auch als kostenlose App und lässt sich damit auch offline bedienen. Zumindest bei 52 von 103 Sprachen. Für 29 Sprachen gibt es sogar eine Bild-Funktion: Gewünschten Text einfach fotografieren, und schon bekommt man das übersetzte Ergebnis. Das – zugegeben – oft ein rechter Kauderwelsch ist, aber in den meisten Fällen schon ein gehöriges Stück weiterhilft. Besonders, wenn man die Worte einzeln eingibt.

Point it

Im Restaurant, beim Arzt oder in der Werkstatt in China: Ihnen fehlt das nötige Vokabular und Google Translate ist einfach zu mühsam oder der Akku leer? Dafür gibt es das bestens durchdachte Reisehandbuch „Point it“, das aus lauter Bildern besteht, die thematisch aufgebaut sind. Zeigen Sie einfach auf das von Ihnen gewünschte Objekt – das anvisierte Transportmittel, die erhoffte Speise oder die gewünschte Hotelausstattung. Bilder sind universal verständlich!

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von Solveig Michelsen

© Mountains Creative, iStock Mit ein paar Tricks können Sie große Sprachbarrieren im Ausland spielend überwinden. Mit ein paar Tricks können Sie große Sprachbarrieren im Ausland spielend überwinden.
Sechs Tage „Art Week“ in der Hauptstadt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/sechs-tage-art-week-in-der-hauptstadt.html Michaela Laux 4574 20160913T124200 Es ist wieder Zeit für die Berlin Art Week. Zum fünften Mal dreht sich vom 13. bis zum 18. September 2016 alles um zeitgenössische Kunst. Es gibt Ausstellungen, Messen, Kunstpreise sowie Rahmenprogramme mit Talkrunden, Film-und Führungsangeboten. Zudem gewährt die Berlin Art Week immer wieder neue, überraschende Einblicke in private Sammlungen, Projekträume und die Produktionsorte der Hauptstadt.

Berlin ist mit seiner quirligen Kulturszene längst ein Anziehungspunkt für Künstler aus aller Welt. Mehr als 6.000 Kunstschaffende leben in der Stadt. Aber das große Geld der Sammler und Händler wird andernorts ausgegeben - vor allem in London und New York. Nun will auch Berlin künftig nicht nur für Künstler, sondern auch für Käufer anziehend werden. Die Berlin Art Week soll Abhilfe schaffen.

Rund 120 Veranstaltungen von mehr als 50 Partnern an sechs Tagen bietet die Berlin Art Week in diesem Jahr und lässt die Hauptstadt damit bereits zum fünften Mal zu einem Hot Spot für die internationale Kunstszene werden. Als besondere Höhepunkte gelten die Messen "abc art berlin contemporary" und die "Positions Berlin", die über 350 Künstlerinnen und Künstler präsentieren. Hinzu kommen große Einzelausstellungen in zahlreichen Berliner Institutionen, drei Kunstpreise mit dazugehörigen Ausstellungen, ein auf das Medium Künstlerfilm fokussiertes Programm im Kino International, ein 12-stündiges Special der 9. Berliner Biennale sowie Eröffnungen und Sonderveranstaltungen in 20 Projekträumen und neun privaten Sammlungen. Sie alle veranschaulichen die lebendige Kunstszene der Stadt, die sich jedes Jahr zur Berlin Art Week neu und in ihren vielen Facetten präsentiert.

Die Art Week ist mittlerweile ein Aushängeschild für die zeitgenössische Kunst der Hauptstadt und hat den Kreativstandort noch attraktiver gemacht. Sie zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen, junge Gründer und Unternehmen aus dem In- und Ausland an. 2015 kamen über 100.000 internationale Fachbesucher und Kunstinteressierte zur Art Week nach Berlin.

Ermöglicht wird die Berlin Art Week durch die Förderung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung. Die Realisierung erfolgt mit Unterstützung der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten.

Programm der Berlin Art Week 2016

Die diesjährige Berlin Art Week spiegelt auf besondere Weise wider, was Künstlerinnen und Künstler in diesen Zeiten bewegt, beeinflusst und umtreibt. Ihr Themenspektrum reicht dabei von Wissenschaft und Technik, über gesellschaftliche Prozesse und politische Entwicklungen bis zu den uns umgebenden Werbewelten. Ob in einer etablierten Institution für Gegenwartskunst oder im Projektraum im Hinterhof, die Berlin Art Week lädt dazu ein, Themen und Trends zu entdecken, zu hinterfragen und zu diskutieren. Jeder Tag hält dabei besondere Programmschwerpunkte bereit.

Das ausführliche Programm für die Woche finden Sie im Programmkalender.

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abc art berlin contemporary © Berlin Art Week 2015, Foto: Alexander Rentsch abc art berlin contemporary © Berlin Art Week 2015, Foto: Alexander Rentsch
Einfache Rezepte für nachhaltiges Reisen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/einfache-rezepte-fuer-nachhaltiges-reisen.html Solveig Michelsen 4564 20160916T054200 Nachhaltigkeit ist eines der am häufigsten missverstandenen Schlagworte unserer Zeit. Besonders in Bezug auf Reisen. Denn umwelt- und sozialverträgliches Reisen bedeutet nicht, auf Komfort zu verzichten oder gar tief in die Tasche greifen zu müssen. Mit ein paar einfachen „Rezepten“ sichern Sie sich ein gutes Gewissen – und beweisen Verantwortung der bereisten Region und der nächsten Generation gegenüber.

Sozial gerecht, kulturell angepasst und ökologisch tragfähig soll das Reisen sein. Puh, eine ganz schöne Menge Anforderungen. Zum Glück gibt es inzwischen einige Reiseanbieter, die auf die Erfüllung nachstehender Kriterien achten, sodass einem die Überprüfung jedes einzelnen Punkts erspart bleibt. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, was nachhaltiges Reisen überhaupt ausmacht. Und warum es immer wichtiger wird.

Nachhaltig anreisen

Egal wie umweltbewusst Sie leben – eine einzige Flugreise wird Ihnen den ökologischen Fußabdruck wieder zunichte machen. Oberste Priorität ist es deshalb, auf Fernreisen zu verzichten und die näheren Regionen zu erkunden. Wer auf ferne Ziele nicht verzichten möchte, sollte auf ein angemessenes Verhältnis von der Anreise zur Urlaubsdauer achten (also möglichst lange im Urlaub bleiben!) und einen klimatischen Ausgleich für die Flugreise in Betracht ziehen. Die gemeinnützige Klimaschutzorganisation Atmosfair bietet zum Beispiel eine unkomplizierte Kompensation der CO2-Emissionen an: Für einen Flug oder eine Kreuzfahrt werden die verursachten CO2-Belastungen berechnet, die dann anschließend als Geldwert gespendet werden können – an ein Klimaschutzprojekt, das diesen Wert wieder hereinholt.

Umweltverträgliche Unterkunft aussuchen

Wann ist eine Unterkunft umweltverträglich? Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Für eine Beurteilung sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Ist die Unterkunft in ihrer Größe der Region angemessen, sprich stimmt das Verhältnis von Einwohnern zu Touristenbetten? Fügt sie sich harmonisch ins Landschaftsbild ein? Wurde sie unter ökologischen Gesichtspunkten errichtet? Wird sie sozialverträglich betrieben, sprich herrschen dort faire Arbeitsbedingungen? Nutzt die Unterkunft lokale Dienstleister und regionale Produkte? Wird auch beim Essen Wert auf hochwertige und fair gehandelte Ware gelegt? Nicht immer können Sie alles selbst beantworten, weshalb es auch hier Auszeichnungen unterschiedlichster Art gibt, die Ihnen das richtige Hotel aufzeigen können. Aber Vorsicht: Auch hier gibt es schwarze Schafe, die sich unter einem grünen Deckmantel ökologische Unbedenklichkeit bescheinigen lassen und doch nur den Schein wahren wollen. Da die Seriosität mancher Nachhaltigkeitslabels schwer einzuschätzen ist, sollten Sie sich an die etablierten Siegel halten, zum Beispiel das Green-Key-Zertifikat, die Zertifizierung ISO 14001 oder das Label Biosphere. Hilfe im Dschungel der grünen Unterkünfte bietet die Webseite www.bookdifferent.com.

Auf faire Arbeitsbedingungen achten

Nicht immer können Sie als Gast die Arbeitsbedingungen in einer Unterkunft wirklich beurteilen. Doch ein Gradmesser ist die allgemeine Stimmung unter der Belegschaft: Wird hier respektvoll, freundlich und freudig miteinander umgegangen? Falls nicht, mag dies ein Indiz für schlechte Arbeitsbedingungen sein. Denn Unmut wird zumeist von oben nach unten weitergereicht und lässt sich nur schwer hinter einer Maske verstecken. Vertrauen Sie hier Ihrem Bauchgefühl und fragen Sie ruhig einmal nach, ob die Mitarbeiter mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind. Für eine objektive Einschätzung müssen Sie sich in dem Punkt wieder auf eines der Zertifizierung-Labels verlassen.

Lokale Dienstleistungen nutzen

Nicht nur das Hotel selbst, auch Sie als Gast sollten anstreben, Dienstleistungen vor Ort zu nutzen. Taxifahrer, Barkeeper und Reiseleiter sind oftmals auf die touristischen Einnahmen angewiesen und möchten auch von den Besuchern ihrer Region profitieren. Natürlich steht Ihr eigenes Bedürfnis hier im Vordergrund, doch lohnt sich manchmal ein Gedanke über Alternativen: Kaufe ich eine Dienstleistung von einer florierenden Hotelkette oder gebe ich lieber dem lokalen Händler den Zuschlag? Auch hier können Sie mit wenig Aufwand Ihre Bequemlichkeit überwinden und für einzelne Menschen einen großen Unterschied machen.

Sportliche Aktivitäten der Umgebung anpassen

Die sportlichen Aktivitäten im Urlaub sollten der Umgebung angepasst werden, das heißt Jetskifahren in Mangrovenwälden oder Skifahren in Dubai sollten gar nicht erst in Betracht gezogen werden. Zu viel Energie und Ressourcen werden für die Schaffung solch künstlicher Fun-Sportarten verwendet. In die Wüste fährt man doch auch, um die Einzigartigkeit der Landschaft kennen zu lernen – da kann man ruhig mal für die Dauer des Urlaubs aufs Skifahren und Golfspielen verzichten. Selbst der Angeber-Faktor („Hey, ich war Skifahren in Dubai …!“) hält sich in Grenzen, wird man auf sein umweltschädliches Handeln angesprochen.

Nur tierfreundliche Ausflüge buchen

Delfin-Schwimmen in Ägypten, Elefanten-Reiten in Thailand – das alles klingt exotisch und nach einmaligem Abenteuer. Nur: Wissen Sie, ob es den Tieren dabei gut geht? Delfine werden in ihren Ruhe- und Rückzugsgebieten „überfallen“, damit Touristen eine faire Chance bekommen, mit ihnen zu schwimmen, bevor sie sich aus dem Staub machen. Und Elefanten werden in Gefangenschaft gehalten und gewaltsam abgerichtet, um den menschlichen Bedürfnissen zu genügen. Selbst wenn in einem Camp liebevoll mit den Tieren umgegangen wird – angekettet und ihrer Freiheit beraubt fühlt sich keines der intelligenten Tiere wohl. Wer auf eine Begegnung mit den Rüsseltieren nicht verzichten möchte, sollte sich lieber eines der Elefanten-Schutzgebiete aussuchen, in denen ehemalige Arbeitstiere in Frieden leben dürfen. Diese lassen allerdings nur wenige Menschen zu Besuch kommen und bewegen sich im hochpreisigen Segment.

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von Solveig Michelsen

weitere Informationen:

ein Verband von kleinen und mittelständischen ökologischen Reiseanbietern: www.forumandersreisen.de

Reisemagazin mit Tipps für klimaschonenden Urlaub: www.wirsindanderswo.de

© 4FR, iStock Auch das gehört zum nachhaltigen Reisen: Achten auf artgerechte Haltung der Tiere. Auch das gehört zum nachhaltigen Reisen: Achten auf artgerechte Haltung der Tiere.
Die lebenswertesten Städte weltweit https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-lebenswertesten-staedte-weltweit.html Solveig Michelsen 4563 20160904T003300 Mit Reisestudien ist es so eine Sache: Je nach Kriterien gewinnt mal der eine, mal der andere Ort. Genau so ist es auch mit den angeblich lebenswertesten Städten der Welt. Je nach Auftraggeber der Studie variiert auch das Ranking. Trotzdem schaffen es manche Metropolen unter alle Top Ten. Da muss ja doch was dran sein ...

Das britische Wirtschaftsmagazin The Economist hat auch dieses Jahr wieder die Lebensqualität in Großstädten auf der ganzen Welt unter die Lupe genommen. Aus den Kriterien Gesundheitsversorgung, politische Stabilität, Infrastruktur, Kultur und Bildung wird dabei folgendes Ranking berechnet:

1. Melbourne

2. Wien

3. Vancouver

4. Toronto

5. Calgary

6. Adelaide

7. Perth

8. Auckland

9. Helsinki

10. Hamburg

Sehr auffällig ist hier die australisch-kanadische Häufung.

Das Schweizer Beratungsunternehmen Mercer legt bei ihrem Ranking viel Wert auf die persönliche Sicherheit und kommt zu folgendem Schluss:

1. Wien

2. Zürich

3. Auckland

4. München

5. Vancouver

6. Düsseldorf

7. Frankfurt

8. Genf

9. Kopenhagen

10. Sydney

Das britische Magazin Monocle zieht dagegen Faktoren wie Kriminalität, Gesundheitsversorgung, Natur, Möglichkeiten für Kinder und die Flexibilität der öffentlichen Verkehrsmittel in seine Berechnungen mit ein und kommt auf folgende Hitliste:

1. Tokio

2. Berlin

3. Wien

4. Kopenhagen

5. München

6. Melbourne

7. Fukoka

8. Sydney

9. Kyoto

10. Stockholm

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von Solveig Michelsen

© pressdigital, iStock Bei fast allen Rankings unter den Top Ten der lebenswertesten Städte: Wien Bei fast allen Rankings unter den Top Ten der lebenswertesten Städte: Wien
Island limitiert Airbnb-Angebote https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/island-limitiert-airbnb-angebote.html Solveig Michelsen 4558 20160908T054500 Alle wollen nach Island, das Geschäft mit dem Tourismus explodiert – zum Leidwesen mancher Einwohner, die kaum mehr bezahlbaren Wohnraum finden. Erst kürzlich wurde deshalb ein neues Gesetz verabschiedet, das die private Vermietung durch Airbnb auf 90 Tage im Jahre limitiert.

Im Jahr 2015 zählte die Insel 1,3 Millionen Touristen – das sind vier Mal so viel wie Einwohner. Nach der Fußball-Europameisterschaft hat Island an Attraktivität noch gewonnen, die Gäste-Zahlen für 2016 und die kommenden Jahre werden ungleich höher ausfallen. Die Folge: Immer mehr Wohnungen werden privat vermietet – eine willkommene Einkommensquelle. Aber immer wenig Einwohner finden dadurch noch bezahlbaren Wohnraum. Vor allem in der Hauptstadt Reykjavik ist dieser Mangelware.

Aus diesem Grund ist ein neues Gesetz verabschiedet worden, das eine steuerfreie Vermietung durch Airbnb auf 90 Tage bzw. 1 Million Isländische Kronen (rund 7.600 Euro) im Jahr beschränkt. Wird diese Grenze unangemeldet überschritten, drohen Strafen zwischen 10.000 und 1 Millionen ISK. Nicht nur die Hauptstadt, auch kleinere Orte wie zum Beispiel Vík í Mýrdal sollen damit für Einheimische wieder bezahlbarer werden. Der südlichste Ort Islands zählte zuletzt 1300 Touristenbetten auf 300 Einwohner.

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von Solveig Michelsen

© HannamariaH, iStock Nicht nur in der Hauptstadt Islands ist der Wohnraum knapp geworden. Nicht nur in der Hauptstadt Islands ist der Wohnraum knapp geworden.
Die besten Flughäfen der Welt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-besten-flughaefen-der-welt.html Jonathan Berg 4553 20160819T134500 Reibungslose Organisation oder stundenlanges Schlange stehen an den Sicherheitskontrollen: Flughäfen spielen eine wichtige Rolle für die Reisequalität. Alljährlich lässt die Unternehmensberatung Skytrax Passagiere weltweit über Airports abstimmen. Dies sind die 10 Besten von 555 Flughäfen.

Die besten Flughäfen der Welt

Limwongse, iStock10. Platz: Hamad International Airport, KatarBigGabig, iStock9. Platz: Kansai International Airport, JapanGordonBellPhotography, iStock8. Platz: London Heathrow, Großbritannienalohaelke, iStock7. Platz: Flughafen Zürich, Schweizhayakato, iStock6. Platz: Chubu Centrair International Airport, JapanLeeYiuTung, iStock5. Platz: Hong Kong International Airport, ChinaSean Pavone, iStock4. Platz: Tokio-Haneda, Japanhitsujikumo33, iStock3. Platz: Flughafen München, DeutschlandDobino, iStock2. Platz: Incheon International Airport, Südkorearonniechua, iStock1. Platz: Singapore Changi Airport, Singapur
Die britischen Kanalinseln versprechen Urlaubsfreuden https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-britischen-kanalinseln-versprechen-urlaubsfreuden.html Jonathan Berg 4548 20160810T163320 „Die Kanalinseln sind Stücke Frankreichs, die ins Meer geworfen und von England aufgehoben wurden“, sinnierte der französische Dramatiker Victor Hugo. Er lebte auf den Inseln Jersey und Guernsey im Exil. Und: Die Inseln gelten als echte Naturschönheiten. Es kommt also sehr gelegen, dass die Fluggesellschaft „Air Berlin“ ab Sommer 2016 Direktflüge zur Inselperle Jersey anbietet. Und auch ihre Schwesterinseln haben viel zu bieten …

Die britischen Kanalinseln versprechen Urlaubsfreuden

AndyRoland, iStockJersey ist die größte der sieben bewohnten Kanalinselnjcyoung2, iStockEine der ältesten Rinderrassen grast in JerseyAndyRoland, iStockJersey ist eine Insel mit beeindruckender Geschichtechris2766, iStockDie Kanalinsel Guernsey gilt als einer der schönsten Küstenorte EuropasHaraldBiebel, iStockWassersportangebote auf GuernseyCatherine Philip, iStockFriedliches Leben auf AlderneyChris2766, iStockDie Insel Sark steht ihren Schwesterinseln in Sachen Naturschönheit in nichts nachRiccardoChiades, iStockSark ist ein Paradies für NaturfotografenHaraldBiebel, iStockDie Kanalinsel Herm75732141, iStockDie Kanalinsel Brecqhou war bis vor wenigen Jahren für Touristen nicht zugänglich
Zu Besuch beim Präsidenten in Washington, D.C. https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/zu-besuch-beim-praesidenten-in-washington-d-c.html Hannah Sommer 4539 20160728T174800 An der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika ist New York City der große Besuchermagnet. Reisende sollten aber unbedingt einen Abstecher gen Süden unternehmen. In der Hauptstadt Washington, D.C. kann die Geschichte der Nation hautnah erlebt werden. Und oft ist der Eintritt gratis. Todd Taulman, iStockWeißes Haus: Hello, Mister PresidentGetUpStudio, iStockLincoln Memorial: Ein Ort, der Geschichte schriebzrfphoto, iStockKapitol: Hier regiert die LegislativeLeeYiuTung, iStockNational Zoo: Gratis zu den PandabärenAndreyKrav, iStockNational Gallery of Art: Besuch bei Rembrandt und van Gogh1971yes, iStockNational Air and Space Museum: Eine Reise bis zum Monddibrova, iStockWashington Monument: Die höchste Aussichtsplattform der Stadtfotolotos, iStockUnited States Botanic Garden: Nachhaltige Blütenprachttupungato, iStockMartin Luther King Memorial: Ein Denkmal für die Bürgerrechtemiralex, iStockLibrary of Congress: Der Wissensschatz einer Nation Urlaub auf Aphrodites Insel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/urlaub-auf-aphrodites-insel.html Jonathan Berg 4532 20160714T172955 Weiße Sandstrände, dramatische Steilküsten und azurblaues Wasser: Wer einmal dort war, wundert sich kaum, warum das schöne Zypern in der griechischen Mythologie als Heimat der Liebesgöttin Aphrodite galt. Byzantinische Klöster und Moscheen verweisen auf eine bis heute nicht unkomplizierte Geschichte. Kirillm, iStockZypern: Sommers wie winters eine Reise wertKirillm, iStockEine geteilte InselDmitriy Yarovatiy, iStockBitte bedeckt haltenlucky-photographer, iStockZeitzeugen des Byzantinischen ReichesKirillm, iStockGrenzgänge mit einigen Vorschriftenefesenko, iStockDie Briten hinterließen Spurenvictoriya89, iStockHinterland mit Wein und WäldernAlexander Kuguchin, iStockZeugnisse der SteinzeitLeonid Andronov, iStockAuch nachts gibt es hier viel zu erlebenAndriHadjilambi, iStockEine Insel für Aktivurlaub Mit „Buch an Bord“ mehr Freigepäck bei Condor https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/mit-buch-an-bord-mehr-freigepaeck-bei-condor.html Solveig Michelsen 4528 20160718T000100 Nehmen Sie Bücher mit auf die Flugreise diesen Sommer? Dann dürfen Sie bei Condor ein extra Kilo mit in den Urlaub nehmen. Voraussetzung ist nur ein kleiner Aufkleber „Buch an Bord“, der Ihr Gepäck schmücken muss. Mit dieser Aktion will Condor zusammen mit der deutschen Buchbranche einen zusätzlichen Leseanreiz geben.

Die zulässige Gewichtsobergrenze beim Fluggepäck ist schnell erreicht, da müssen schwere Gegenstände oft mal zu Hause bleiben – zum Beispiel Bücher. Schade, finden der deutsche Buchhandel und Condor und haben die Initiative „Buch an Bord“ ins Leben gerufen. Mit einem gleich lautenden Aufkleber, der in stationären Buchhandlungen bundesweit erhältlich ist, darf vom 1. Juli bis zum 31. August 2016 das Limit beim Fluggepäck nun um ein Kilo überschritten werden – alles um des Lesestoffs Willen.

Denn wo lässt es sich genüsslicher lesen als im Urlaub, im Liegestuhl oder schon bei der Anreise im Flugzeug? Lokalen Autorinnen oder regionale Schriftsteller stimmen auf die Atmosphäre eines Landes jenseits aller touristischen Klischees ein und bringen den Leser meilenweit weg vom Alltag. Also, schnell zur nächsten Buchhandlung laufen und Aufkleber für den Urlaub sichern!

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Guten Flug wünscht Solveig Michelsen

© mihtiander, iStock Lesen im Urlaub ist ein besonderer Genuss. Lesen im Urlaub ist ein besonderer Genuss.
Rom zerfällt – bitte spenden! https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/rom-zerfaellt-bitte-spenden.html Solveig Michelsen 4527 20160716T104700 Rom ist eine Schatzkiste aus steinernen Denkmälern, Theatern, Kirchen und Brunnen. Doch diese zerbröckeln langsam – und Rom ist finanziell überfordert. Deshalb wird nun die Öffentlichkeit dazu aufgefordert, für den Erhalt der historischen Bauten zu spenden.

An alle „Dagobert Ducks“ dieser Welt richtete sich der offene Aufruf von Roms ehemaligem Interimsbürgermeister Francesco Paolo Tronca: "Um das historische Erbe unserer Stadt zu erhalten, brauchen wir 500 Millionen Euro." Das hoch verschuldete Rom sieht sich nicht in der Lage, selbst dafür aufzukommen, bangt aber um seine Kulturgüter. 574 archäologische Stätten, fünf historische Plätze sowie 80 Brunnen stehen unter anderem auf der To-do-Liste der notwendigen Sanierungen.

Bislang sind dafür bekannte italienische Modefirmen in die Bresche gesprungen wie zum Beispiel das Unternehmen Fendi, das die Sanierung des berühmten Trevi-Brunnens übernommen hat. Nun sollen auch private Mäzene dazu beitragen, Roms Kulturstätten vor dem Verfall zu bewahren – eine Mammutaufgabe. Roms neue Bürgermeisterin Virginia Raggi hat nicht nur deshalb ein schweres Erbe angetreten.

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© IakovKalinin, iStock Der Schuhhersteller Tod's finanzierte die Restaurierung des Kolosseums. Der Schuhhersteller Tod's finanzierte die Restaurierung des Kolosseums.
Neue Kleiderordnung für Angkor Wat https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neue-kleiderordnung-fuer-angkor-wat.html Solveig Michelsen 4481 20160715T104700 Die Tempelanlage Angkor Wat ist das wichtigste religiöse, kulturelle und architektonische Denkmal Kambodschas, es ist Nationalsymbol für ganz Kambodscha. Da verwundert es kaum, wenn auf skandalöse Nacktfotos in der Anlage scharf reagiert wird: Ab 4. August tritt eine strenge Kleiderordnung in Kraft.

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sich an heiligen Stätten an die dort herrschenden Regeln zu halten. Trotzdem reizt es manche Touristen immer wieder, an verbotenen Orten Nacktfotos aufzunehmen oder in sehr knapper Kleidung durch Tempel zu spazieren. Kambodschas Regierung hat nach einigen Skandalen nun entsprechend reagiert: Am 4. August 2016 tritt eine verschärfte Kleiderordnung in Kraft, die Besucher*innen mit allzu freizügiger Kleidung wieder nach Hause schickt. Sehr kurze Hosen oder Röcke und rückenfreie T-Shirts sind ab diesem Zeitpunkt tabu. Frauen müssen sogar einen BH tragen, heißt es.

Damit soll ein Mindestmaß an Respekt gegenüber Angkor Wat, dem „heiligen Ort der nationalen und kulturellen Seele“ wiederhergestellt werden, meint Behördensprecher Long Kosal. Touristen, die gerne in ärmellosen T-Shirts oder rückenfreien Tops reisen, sei deshalb ein luftiges Tuch zum Umlegen empfohlen. Das lässt sich in der humiden Hitze gut verkraften und erspart einem moralische Diskussionen.

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© MasterLu, iStock In der Tempelanlage Angkor Wat gilt ab August eine verschärfte Kleiderordnung. In der Tempelanlage Angkor Wat gilt ab August eine verschärfte Kleiderordnung.
Interceltique: größtes Keltenfest der Welt in der Bretagne https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/interceltique-groesstes-keltenfest-der-welt-in-der-bretagne.html 4375 20160613T115519 Vom 5. bis zum 14. August 2016 treffen sich wieder rund 750.000 Menschen zum größten Kelten-Festival der Welt, dem Interceltique in der französischen Stadt Lorient. 4500 internationale Künstler sorgen für ein hochkarätiges Programm, das die Liebe zu den keltischen Wurzeln zelebriert.

Kelten aller Welt, vereinigt euch: Beim weltweit größten Kelten-Festival, dem Interceltique, werden auch dieses Jahr wieder 750.000 Besucher von Galizien bis Schottland mit einem Faible für die keltische Kultur und Musik zusammenkommen. Seit dem Jahr 1971 schon feiern sie in der bretonischen Stadt Lorient regelmäßig ihre keltischen Wurzeln und Vorlieben. Bretonische Sackpfeifen treffen dann auf E-Gitarren und Synthesizer; schottische Dudelsäcke vermischen sich mit spanischem Rock und irischem Pop.

Auf dem Programm stehen unter anderem eine große Parade der keltischen Nationen, eine zauberhafte Nacht im Moustoir-Stadium oder Abendkonzerte am Fischerhafen. Allgegenwärtig sind die Pibroch genannten schottischen Dudelsäcke, die mit den galizischen Gaitas konkurrieren. 4500 Künstler aus aller Welt bestreiten ein sehens- und hörenswertes Programm, das an die erste Besiedelung der Bretagne durch die Kelten erinnert – rund 500 Jahre vor Christi Geburt.

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© Arpad Benedek, iStock Dudelsäcke sind allgegenwärtig beim Interceltique, dem Kelten-Festival in der Bretagne. Dudelsäcke sind allgegenwärtig beim Interceltique, dem Kelten-Festival in der Bretagne.
Urlaub während des Ramadan: Was muss ich beachten? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/urlaub-waehrend-des-ramadan-was-muss-ich-beachten.html Solveig Michelsen 4374 20170526T100700 Haben Sie einen Urlaub in ein muslimisch geprägtes Land geplant? Dann sollten Sie beachten, dass dieses Jahr von 26.Mai bis 24.Juni der Ramadan stattfindet, während dessen tagsüber gefastet wird. Doch was heißt das für Sie als Urlauber?

Planen Sie eine Reise nach Marokko, Tunesien, Ägypten oder in ein anderes islamisch geprägtes Land? Dann sollten Sie sich bewusst sein, dass dieses Jahr der Fastenmonat Ramadan in den frühen Sommer fällt. Das heißt für die vielen Gläubigen: Die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, in der sie nichts essen oder trinken dürfen, ist besonders lang. Für Sie als Gast in diesem Land heißt es, sich mit möglichst viel Taktgefühl unter den Fastenden zu bewegen. Überlegen Sie also zweimal, ob Essen und Trinken in der Öffentlichkeit angebracht ist – je nach Situation.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist das öffentliche Essen und Trinken sogar bei Strafe verboten – und das auch für Nicht-Muslime! Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass diese Regelung unbedingt eingehalten werden sollte; auch das Rauchen und das Kaugummi-Kauen stehen dort unter Strafe während des Ramadan. Frauen sollten während dieser Zeit möglichst dezente und langärmelige Kleidung tragen, Männer auf das Tragen kurzer Freizeitkleidung verzichten.

In anderen muslimischen Ländern wird dies nicht so streng gehandhabt. Trotzdem muss man wissen, dass viele Restaurants und Imbissbuden nicht geöffnet sind, sodass es außerhalb der touristischen Ferienanlage schwer sein kann, seinen Hunger oder Durst zu stillen.

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von Solveig Michelsen

© Nikada, iStock In Dubai sind öffentliches Essen und Trinken während des Ramadan auch für Nicht-Muslime verboten. In Dubai sind öffentliches Essen und Trinken während des Ramadan auch für Nicht-Muslime verboten.
Private Vermietung von Ferienwohnungen in Berlin verboten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/private-vermietung-von-ferienwohnungen-in-berlin-verboten.html Solveig Michelsen 4371 20160615T165000 Nun ist es amtlich: Das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte das kürzlich erlassene Verbot, in Berlin ganze Wohnungen privat an Touristen zu vermieten. Begründet wurde dies mit dem Zweckentfremdungsverbotsgesetz. Hintergrund ist die zunehmende Wohnungsknappheit in der Hauptstadt, die durch private touristische Vermietungen nicht weiter gesteigert werden soll.

Touristification heißt das Schlagwort, das zu diesem Verbot in Berlin geführt hat: eine Verdrängung der angestammten Bevölkerung aus den attraktiven Vierteln. Denn in keiner anderen deutschen Stadt gibt es so viele inoffizielle Übernachtungsangebote im Verhältnis zur Bewohnerzahl. Auf 5000 neu gebaute Wohnungen (im Jahr 2014) kamen 9500 illegale Ferienapartments. Ein studentisches Projekt der Fachhochschule Potsdam zählte allein auf Airbnb 34.418 privat vermietete Schlafplätze in Berlin. Reiner Wild, der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, bekräftigte: „Gerade in den innerstädtischen Quartieren, wo die Mietpreisentwicklung in den letzten Jahren ohnehin jede Bodenhaftung verloren hat, wird das Angebot durch die Ferienwohnungen zusätzlich verknappt.“ Wohnungssuchende in der Hauptstadt müssen nun also auch noch mit zahlungskräftigen Gästen konkurrieren.

Dem wurde nun ein Riegel vorgeschoben: Wer ohne Ausnahmegenehmigung ganze Wohnungen als Feriendomizil auf Vermietungsportalen einstellt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro. Vier Ferienwohnungsbesitzer, die die Rechtmäßigkeit dieser Regelung gerichtlich angezweifelt hatten, wurden vom Verwaltungsgericht nun in ihre Schranken verwiesen.

Ähnliche Regelungen gelten übrigens in München und Hamburg. Auch hier ist es nicht gestattet, seine Wohnung ohne Genehmigung als Ferienwohnung anzubieten. Erlaubt ist hingegen das Vermieten eines einzelnen Zimmers in der eigenen Wohnung, wenn dieses nicht mehr als die Hälfte der Wohnfläche ausmacht. Weiterhin legal bleibt natürlich auch die kostenlose Unterbringung von Gästen à la Couchsurfing.

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von Solveig Michelsen

© SeanPavonePhoto, iStock In Berlin darf die Privatwohnung nicht mehr an Touristen vermietet werden. In Berlin darf die Privatwohnung nicht mehr an Touristen vermietet werden.
Japan plant „unsichtbare“ Schnellzüge https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/japan-plant-unsichtbare-schnellzuege.html Jonathan Berg 4291 20160607T105400 Futuristisches Design und extrem rasant unterwegs: Schon jetzt sind japanische Schnellzüge ein echter Hingucker und lassen die Schienenfahrzeuge anderer Länder ganz schön alt aussehen. Doch das, was die Japaner jetzt für das Jahr 2018 auf die Schienen bringen wollen, stellt alles in den Schatten: Praktisch unsichtbare Schnellzüge.

Das, was das Eisenbahnunternehmen „Seibu Railway“ bereits vielversprechend in einer Pressemitteilung ankündigt, klingt schon mal spannend. Ein Zug, der praktisch eins mit seiner Umgebung wird, wenn er mit halb verspiegelter, halb transparenter Hülle die Landschaft um sich herum reflektiert – und somit für das Auge des Betrachters fast unsichtbar ist. Ein Zug mit Chamäleon-Effekt, so die Grundidee einer neuen Generation von Schnellzügen, die das Unternehmen 2018 auf die Schienen Japans schicken will. Die Züge sollen mit der Umgebung verschmelzen, heißt es bei Seibu Railway. Und zwar in urbaner und ländlicher Kulisse.

Koexistenz von Zug und Landschaft

Beauftragt mit dieser ungewöhnlichen Idee wurde Kazuyo Sejima. Für die preisgekrönte Architektin, die unter anderem das New Museum of Modern Art in New York entwarf, war es das erste Projekt dieser Art. Und damit eine große Herausforderung. Schließlich wechsele ein Zug im Gegensatz zu einem Gebäude ständig den Ort, sagt sie in der öffentlichen Stellungnahme. „Ich dachte, es wäre gut, wenn der Zug sanft mit der Vielfalt der Landschaft koexistieren kann.“ Um den Chamäleon-Effekt zu erreichen, habe sie stark reflektierende Materialien gewählt. Runde, weiche Formen sollen außerdem im Kontrast zur „Coolness“ anderer Züge stehen, verriet sie. Und im Inneren des Technik-Wunderwerkes? Da soll es vor allem gemütlich sein, fast wie in einem Wohnzimmer, inklusive Sessel. Klingt verlockend.

Vorzeigeprojekt zum Geburtstag

Der Zeitpunkt für diese Innovation ist nicht zufällig gewählt: Das Unternehmen Seibu Railways feiert seinen 100. Geburtstag – und läutet mit dem Prestige-Projekt eine neue Ära ein. Allerdings in limitierter Auflage, denn erst mal sind „nur“ sieben Züge mit jeweils acht Wagen geplant, die bis 2019 auf die Schienen gebracht werden sollen. Sie folgen auf das Modell „Red Arrow“, das bisher das Aushängeschild des Unternehmens war. Weitere technische Details wurden bisher noch nicht offiziell bekanntgegeben. Auch nicht, wie schnell der neue Zug sein soll.

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Von Jonathan Berg

© Thinkstock Die Vision eines unsichtbaren Schienenfahrzeuges könnte in Japan Realität werden. Die Vision eines unsichtbaren Schienenfahrzeuges könnte in Japan Realität werden.
Urlaubs-Abenteuer Nordkorea https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/urlaubs-abenteuer-nordkorea.html Solveig Michelsen 4289 20160523T101300 Kein Fleckchen Erde, auf dem nicht schon ein Tourist gewesen ist = kein Abenteuer übrig für diese Generation? Weit gefehlt. Den Thrill holen sich Extrem-Reisende heute bei Fahrten in nuklear verseuchte Gebiete oder Orte im Ausnahmezustand. Auch Nordkorea hält einen besonderen „Kick“ für manche bereit, gilt es doch als weltweit restriktivstes politisches System.

Die wenigsten Touristen, die nach Nordkorea reisen, können sich mit dem dortigen politischen System identifizieren – meist ist das Gegenteil der Fall. Was sie dann nach Nordkorea treibt? Die Neugier und der Nervenkitzel. Je wilder die Gerüchte um Dos und Don'ts im Netz werden, desto faszinierender scheint die Sache für manche zu werden. Da Journalisten (ebenso wie Südkoreaner) in der Regel kein Visum bewilligt bekommen, muss man sich hierbei auf die Erfahrungen anderer Reisender verlassen. Das heißt: Foren und Reiseberichte wälzen, damit man vor Ort auch keine Faux-pas begeht. Denn die können nicht nur teuer werden, sondern einen ganz schnell seiner Freiheit berauben. So statuierte Nordkorea erst kürzlich ein Exempel an einem jungen amerikanischen Studenten, der ein Banner mit einem politischen Slogan aus einem Hotel mitgehen ließ: Er wurde zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Doch wer sich an die Regeln hält und diese respektiert, hat in dem Land die Möglichkeit, eine für uns völlig fremde Welt kennen zu lernen. Natürlich werden die obligatorischen Reisebegleiter nicht gleich aus dem Nähkästchen plaudern, und dem Touristen wird mit ziemlicher Sicherheit eine heilere Welt vorgegaukelt, als sich erahnen lässt. Denn wozu sonst könnte eine Bodenmarkierung um das Hotel dienen, die genau anzeigt, wie weit man sich als Fremder maximal von seinem Hotelbett entfernen darf? Trotzdem darf man nicht vergessen: Die meisten Menschen, die hier leben, leiden selbst unter der Diktatur und freuen sich über einen Besuch von Ausländern, denen der Besuch des Landes so lange verwehrt gewesen ist.

Deshalb: Nicht verwirren lassen von der neuen nordkoreanischen Zeit (eine halbe Stunde hinter der Südkoreas) und frischen Mutes auf zu den für Ausländer zugänglichen Sehenswürdigkeiten. Die obligatorische Begleitung eines „Dolmetschers“ oder „Reiseführers“ sollten Sie gelassen sehen – schließlich werden Sie dadurch auch überall hingefahren, ersparen sich Verständigungsprobleme und brauchen sich vor nichts zu fürchten. Diese Begleitperson ist übrigens auch verantwortlich für Ihr Verhalten vor Ort und muss dafür gerade stehen, wenn Sie sich nicht an vorgeschriebene Regeln halten. Also: Lieber zweimal nachfragen, bevor man fotografiert oder einen „Prospekt“ mitnehmen möchte. Und zwar ausschließlich diesen Begleiter, denn wie das Auswärtige Amt schreibt: „Spontane Unterhaltungen mit Nordkoreanern können die Angesprochenen in Schwierigkeiten bringen.“

Nordkorea-Reisende vermuten auch, dass ihr Hotelzimmer abgehört wurde, und empfehlen, sogar auf Wikipedia-Ausdrucke über Nordkorea zu verzichten. Ausländische Medien sind im Land generell verboten. Bereits bei der Einreise erfolgen „aus Gründen der nationalen Sicherheit“ strenge Kontrollen, ob der Besucher Dateien auf seinem Handy oder Computer besitzt, die staatskritische Aussagen über Nordkorea beinhalten. Im Zweifelsfall werden die Geräte konfisziert oder neu formatiert. (Also auch diesen Artikel nicht ausdrucken und mitnehmen!) Mobiltelefone können vom Zoll sowieso einbehalten oder versiegelt werden, sofern vor Ort kein nordkoreanischer Mobilfunkvertrag abgeschlossen bzw. keine nordkoreanische SIM-Karte gekauft wird.

Das Auswärtige Amt weist außerdem darauf hin, dass „eine Respektierung des herrschenden Personenkults“ erwartet wird. Propagandamaterial im Hotelzimmer also bitte nicht abhängen oder umdrehen und bloß keine Kritik äußern bezüglich Land oder gar Politik.

Abenteuergeist braucht man wohl auch in kulinarischer Hinsicht. Mehrere Reisende rätseln über das ihnen vorgesetzte Essen und mutmaßen sogar, zum Frühstück Hund serviert bekommen zu haben. Die schweren Versorgungsmängel des Landes machen auch vor Strom und Wasser nicht Halt: Mit häufigen Ausfällen ist hier zu rechnen. Nordkorea-Erfahrene empfehlen, auf den Fahrstuhl wo möglich zu verzichten und sich bei Ankunft gleich die Badewanne voll Wasser laufen zu lassen – wer weiß, wann es wieder welches gibt … Gleiches gilt für die medizinische Versorgung, die als völlig unzureichend beschrieben wird. Eine Reiseapotheke wird deshalb jedem Nordkorea-Reisenden nahe gelegt.

Wer trotz aller Widrigkeiten – oder genau deshalb – Interesse hat, Nordkorea einen Besuch abzustatten, benötigt für die Einreise ein Visum, das eine persönliche Vorsprache in der Botschaft des Landes in Berlin erfordert. Auch eine Einladung von koreanischer Seite wird verlangt, was aber in der Regel von den Reisebüros erledigt wird. Die Bearbeitungszeit beträgt mindestens vier Wochen; eine Änderung der Einreisebestimmungen kann sich jederzeit ergeben, ohne dass das Auswärtige Amt davon unterrichtet wird. Auch in dieser Angelegenheit also: ein echtes Abenteuer.

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von Solveig Michelsen

© alexkuehni, iStock Kommunistisches Denkmal in Pjöngjang, Nordkoreas Hauptstadt Kommunistisches Denkmal in Pjöngjang, Nordkoreas Hauptstadt
Wie ökologisch korrekt sind „grüne“ Reisen? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wie-oekologisch-korrekt-sind-gruene-reisen.html Hannah Sommer 4227 20160513T164100 „Öko“, „sanft“, „grün“ – diese Schlagwörter versprechen einen besonders umweltbewussten Urlaub. Immer mehr Verbraucher achten neben der Ernährung auch bei der Reiseplanung auf Nachhaltigkeit. Doch was bringt „grüner“ Urlaub der Umwelt tatsächlich?

Unberührte Natur vor dem Fenster, Solarzellen auf dem Dach und Delikatessen von den Bio-Bauern um die Ecke – so idyllisch stellen sich viele Menschen ökologisch korrekte Ferien vor. Es ist ja nur naheliegend: Wer daheim bei Ernährung, Kleidung und Nahverkehr auf Nachhaltigkeit achtet, möchte natürlich bei der schönsten Zeit des Jahres ebenfalls mit gutem Gewissen unterwegs sein. Dafür geben Verbraucher auch mal gern etwas mehr Geld aus. Doch wahrhaft „grünes“ Reisen, ob in Europa oder weiter weg, ist gar nicht so einfach.

Die Probleme fangen bereits bei der Vielzahl der angeblichen Öko-Siegel in der Tourismusbranche an. Mehr als 140 sollen weltweit für diese Art des Reisens werben, eine Vielzahl wird allerdings von Experten unter dem Stichwort „Etikettenschwindel“ geführt. Etliche Siegel decken auch nur wenige Aspekte der Reise ab, etwa die Ausstattung der Herberge und ignorieren wichtige Faktoren wie die faire Bezahlung von Angestellten. Das CSR-Siegel der gemeinnützigen Gesellschaft Tour Cert nimmt hingegen auch die Länge des Urlaubs und die Entfernung zum Wohnort in Betracht.

Bahn statt Flugzeug

Den wichtigsten Beitrag zum Klimaschutz leisten Reisende aber bereits bei der Wahl ihres Urlaubziels. Flugreisen stellen unter den Transportmitteln mit Abstand die größte CO2-Belastung dar. Wer es mit dem sanften Tourismus also sehr ernst meint, sollte auf jeden Fall mit der Bahn in Urlaub fahren – am besten mit einem Unternehmen, das auf Strom aus alternativen Energien setzt.

Ist ein Flug unvermeidbar oder die Destination doch einfach zu verlockend, kann der ökologisch bewusste Reisende die Schäden für die Umwelt wenigstens ansatzweise in Grenzen halten. Wählen Sie eine Fluggesellschaft mit einer möglichst modernen Flotte. Einige Unternehmen bieten zudem die Möglichkeit, die Emissionen einer Flugreise oder auch Kreuzfahrt zu ermitteln und sie durch Spenden für erneuerbare-Energie-Projekte zu „kompensieren“.

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Von Hannah Sommer

© Thinkstock Umweltbewusstes Reisen ist nicht immer einfach. Umweltbewusstes Reisen ist nicht immer einfach.
Bizarre Wüsten unserer Erde https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/bizarre-wuesten-unserer-erde.html Solveig Michelsen 4225 20170604T101700 Nicht alle Wüsten bestehen nur aus Sand und Sanddünen, wie man sie sich klassischerweise vorstellt. In einigen dominieren bizarre Felsformationen, in anderen wird der Sand durch Salz ersetzt. Wir stellen fünf bizarre Wüstenexemplare vor.

Bolivien: Salar de Uyuni

Boliviens berühmteste Wüste ist ein Salzsee mit einer Ausdehnung von über 10.000 Quadratkilometern – eine größere Fläche als Niederbayern. Auf einer Höhe von über 3600 Metern sticht einem das Naturwunder buchstäblich ins Auge, denn die weiße Salzoberfläche reflektiert die Sonne und blendet die Besucher im wörtlichsten Sinne. Die rund 30 Zentimeter dicke Salzkruste, die in der trockenen Jahreszeit sogar von Bussen und Lkws befahren werden kann, ist vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen des Paläosees Tauca entstanden. Heute hält der See noch geschätzte zehn Milliarden Tonnen Salz, wovon rund 25.000 Tonnen jährlich abgebaut werden.

Ägypten: Weiße Wüste

Ebenfalls weiß ist die Weiße Wüste in Ägypten, die durch ihre bizarren Felsskulpturen berühmt geworden ist. Die Monolithen bestehen aus zu Kalk gewordenem Plankton, der sich am Ende der Kreidezeit (vor 80 Millionen Jahren) dort abgesetzt hat. Wind und Wetter haben sie unterschiedlich erodieren lassen, sodass heute eine ganze Menge interessanter Formationen dort gibt.

Mongolei: Gobi/Khongoryn Els

Die Wüste Gobi ist eher eine Geröllwüste oder Steppe. Und das auf einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern. Bemerkenswert darin ist ein Dünenstreifen, der aus Sand besteht – und zwar aus singendem! Bei bestimmten Windverhältnissen gibt er tiefe, melodische Brummgeräusche von sich, die ihm den Namen „Singing Desert“ eingebracht haben. Ein magisches Erlebnis!

Australien: Nambung-Nationalpark

Im Westen Australiens, nicht weit von Perth, befindet sich der Nambung-Nationalpark, dessen Hauptattraktion die bis zu fünf Meter hohen verwitterten Kalksteinsäulen, die „Pinnacles“, sind. Die Felstürme, die oft aussehen wie Finger, werden aus diesem Grund auch oft mit „Finger Desert“ tituliert. In jedem Fall sind die bizarren Gebilde einen Besuch wert.

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von Solveig Michelsen

© simongurney, iStock Boliviens berühmteste Wüste: die Salar de Uyuni Boliviens berühmteste Wüste: die Salar de Uyuni
10 skurrile Museen weltweit https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/10-skurrile-museen-weltweit.html Hannah Sommer 4222 20160419T101700 Ob Kettensägen, Currywurst oder Toiletten: so unterschiedlich und skurril wie die Interessen der Menschen, sind auch diverse Museen. Überall auf der Welt werden in Sammlungen die kuriosesten Exponate zusammen getragen. © MPRedaktion, AgencyDas Isländische Phallusmuseum sammelt konservierte Penes von Tieren© MPRedaktion, AgencyDas Parasitenmuseum in Tokio stellt einen gigantischen Bandwurm aus© MPRedaktion, AgencyIm „Husqvarna Fabriksmuseum“ in Schweden gibt es Kettensägen zu sehen© MPRedaktion, AgencyIn Kansas wird der Maschendrahtzaun mit einem eigenen Museum geehrt© MPRedaktion, AgencyDas Slip-Museum in Brüssel stellt auch Promi-Schlüpfer aus© MPRedaktion, AgencyIm Mittelalterlichen Foltermuseum geht es um Folterinstrumente und die Rechtsgeschichte © MPRedaktion, AgencyIm Currywurstmuseum in Berlin geht es um nichts, als die Wurst© MPRedaktion, AgencyDas britische „Dog Collar Museum“ beschäftigt sich mit dem Thema Hundehalsbänder© MPRedaktion, AgencyIm Toilettenmuseum in Neu-Delhi dreht sich alles um das stille Örtchen© MPRedaktion, AgencyEin Museum in Zagreb zeigt Symbole für gescheiterte Beziehungen Transocéanica – die längste Linienbusstrecke der Welt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/transoceanica-die-laengste-linienbusstrecke-der-welt.html Solveig Michelsen 4221 20160508T101600 Einmal quer durch den Kontinent: 6200 Kilometer in 102 Stunden hat die längste Buslinie der Welt zu bieten. Außerdem verbindet sie zwei Sehenswürdigkeiten miteinander: Der Zuckerhut im Osten und Machu Picchu im Westen. Oder: Atlantik und Pazifik. Oder ganz einfach: Rio der Janeiro und Lima.

Erst seit wenigen Jahren existiert eine durchgehend asphaltierte Straße zwischen Rio de Janeiro (Brasilien) und Lima (Peru) – die Transocéanica. Und auch die gibt es eigentlich nur außerhalb der Regenzeit vollständig, wenn die Wassermassen die schlechten Verbindungsstücke unberührt lassen. Umso spannender ist eine Reise auf der Marathonroute durch die Sojaregionen Brasiliens, über Andenpässe bis auf 4600 Meter Höhe und durchs Amazonasgebiet.

Man hofft, durch die Busverbindung auch Reisende ins Hinterland zu locken. Denn in Rio mangelt es nicht an Touristen, die den Zuckerhut oder die Copacabana sehen wollen. Und auch in Lima wimmelt es vor Machu-Picchu-Besuchern, die hier eingeflogen werden. Aber dazwischen? São Paulo, Campo Grande, Cuiaba, Porto Velho, Puerto Maldonado, Cusco, Nasca – wem sagen diese Namen schon etwas? Doch gerade hier wird es für Individualreisende interessant.

Nicht nur, weil die Busfahrt nur umgerechnet 185 Euro kostet und eine günstige Alternative zum Flug darstellt. Sondern auch, weil man genau hier ein Stück authentisches Südamerika zu sehen bekommt. Und das in bester Gesellschaft Einheimischer: 44 Sitzplätze und 12 Schlafsitze teilen sich diejenigen, die sich auf ein großes Abenteuer einlassen.

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© JohanSjolander, iStock Von Rio de Janeiro geht es westwärts – 6200 Kilometer! Von Rio de Janeiro geht es westwärts – 6200 Kilometer!
So verwöhnen Luxus-Hotels ihre Gäste https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/so-verwoehnen-luxus-hotels-ihre-gaeste.html Solveig Michelsen 4209 20160501T101400 Was unterscheidet ein Luxushotel von einem durchschnittlichen Hotel? Das Ambiente? Ist auch bei einigen Drei-Sterne-Hotels schon ansprechend und modern. Selbst in Sachen Ausstattung übertreffen manche Hotels unsere Erwartungen bei Weitem, ohne dass sich ein Gefühl von Luxus einstellt. Was ist es also, das besondere Etwas, das die Herzen von Gästen jauchzen lässt?

Ein pompöser Empfang ist für den Gast ein schmeichelnder Auftakt und überzeugt ihn innerhalb kurzer Zeit von den Qualitäten des Hotels. Also heißen einige Hotels ihre Gäste willkommen, indem sie ihre Namen auf Schiefertafeln schreiben oder anderweitige personalisierte Überraschungen vorbereiten – bis hin zum Fressnapf für den Hund, beschriftet mit seinem Namen. Andere setzen auf kulinarische Genüsse und servieren Sekt oder Cocktails oder verwöhnen den Besucher mit einer Massage. Der Gast fühlt sich wichtig und als Individuum wahrgenommen.

Der Trend zur Individualisierung setzt sich auch im Hotelzimmer fort. In gehobenen Unterkünften kann der Gast zum Beispiel die Art der Bettdecken und Kopfkissen wählen und sich zwischen verschiedenen Füllungsarten oder nach gesundheitlichen Kriterien entscheiden. Einige Luxushotels gehen sogar so weit, die persönlichen Interessen des Gasts vorab in Erfahrung zu bringen – und warten dann mit den passenden Düften oder Blumen, der bevorzugten Musik oder dem passenden Kinoprogramm auf.

Auch beim Abschied lassen sich Luxus-Hotels nicht lumpen: Kleine Geschenke wie regionale Köstlichkeiten oder Spielzeug für die Kinder, Kosmetikprodukte oder Erinnerungsfotos runden den Verwöhn-Aufenthalt ab und hinterlassen beim Gast eine sehr angenehme und möglichst lang andauernde Erinnerung an seinen Aufenthalt.

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von Solveig Michelsen

© Dan Barnes, iStock Wahre Luxushotels haben noch mehr zu bieten als nur schönes Ambiente. Wahre Luxushotels haben noch mehr zu bieten als nur schönes Ambiente.
Kostenlos in die US-Nationalparks https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/kostenlos-in-die-us-nationalparks.html Solveig Michelsen 4206 20160412T110900 Zum 100. Geburtstag des National Park Service haben Besucher dieses Jahr an 16 Tagen freien Eintritt in alle der insgesamt 409 Nationalparks der USA. Wenn Sie also gerade eine Reise in die USA planen – schauen Sie unbedingt auch bei den Naturschönheiten vorbei!

Einige der US-amerikanischen Nationalparks haben es zu Weltruhm gebracht. Mit den Namen Yellowstone, Yosemite oder Grand Canyon verbindet wohl jeder etwas. Nach einem Besuch bleibt der Eindruck von Größe und Weite lang in der Erinnerung haften. Wie viel unterschiedliche Facetten der Natur die USA dem Besucher zu bieten hat, das zeigt allein schon die hohe Anzahl an bestens organisierten Nationalparks: 409 Stück sind es insgesamt.

Nun bekommen Touristen zum 100-jährigen Jubiläum die Gelegenheit, dieses Terrain gänzlich kostenlos zu beschnuppern – an 16 Tagen in 2016, und zwar am 18. Januar, vom 16. bis 24. April, vom 25. bis 28. August und am 11. November. Pro Eintritt können bis zu 30 US-Dollar gespart werden. Vor Ort werden umfangreiche Programme der Ranger angeboten – von begleiteten Ausflügen, Lagerfeuer-Gesprächen und Vorträgen bis hin zu Kinder-Rätsel-Programmen, bei denen diese eigene Junior-Ranger-Abzeichen erwerben können.

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von Solveig Michelsen

© Gary Tognoni, iStock Nicht nur bei Kletterern beliebt: der Yosemite-Nationalpark Nicht nur bei Kletterern beliebt: der Yosemite-Nationalpark
Diese einfachen Tricks machen den Urlaub noch sorgloser https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/diese-einfachen-tricks-machen-den-urlaub-noch-sorgloser.html Jonathan Berg 4049 20170616T090000 Mit ganz simplen Kniffen lässt sich das Reiseerlebnis auf einen Schlag verbessern. Mehr Beinfreiheit im Flugzeug, knitterfreie Hemden oder der Schutz fürs Smartphone am Strand: Bei diesen Reise-Hacks können selbst erfahrene Urlauber noch etwas lernen.

Mehr Beinfreiheit im Flugzeug

Fliegen Sie zu zweit in die Ferne? Dann ist es ratsam, die Plätze am Fenster und am Gang zu buchen. Auf diese Weise stehen die Chancen sehr gut, dass der mittlere Sitz frei bleibt und Ihnen zusätzliche Beinfreiheit garantiert. Sollte der Flieger doch ausgebucht sein, bitten Sie ihren Nachbarn einfach freundlich darum, mit einem von ihnen den Platz zu tauschen. Den ungeliebten Mittelsitz wird er vermutlich sehr gern räumen.

Tadelloser Hemdkragen

Besonders Geschäftsleute können davon ein Lied singen. Das gebügelte Hemd ist sorgsam verstaut und kommt dann doch mit zerknautschtem Kragen im Hotel an. Hier erweist sich ein Gürtel als hilfreicher Reise-Hack. Er wird zur Schnecke zusammengerollt in den Hemdkragen gelegt. Das steife Leder verhindert, dass das Kleidungsstück plattgedrückt wird.

Rollen statt falten

Egal, ob Sie mit kleinem Gepäck oder großem Koffer reisen: Stauraum ist immer knapp bemessen. Um jeden Quadratzentimeter optimal auszunutzen, sollte man sich von herkömmlichen Packmethoden verabschieden. Kleidungsstücke werden am besten fest zusammengerollt und dicht an dicht im Koffer gepackt. Einige Reisende schwören auch auf Vakuumbeutel, die das Volumen von Pullovern und Jacken massiv schrumpfen lassen. Seien Sie aber sicher, dass es am Reiseziel auch einen Staubsauger gibt, um die Luft abzusaugen. Andernfalls haben Sie bei der Rückreise kaum zu lösende Platzprobleme.

Vorausschauend Surfen

Datenvolumen im Ausland ist oft teuer und nicht jeder Urlauber hat schon bei der Ankunft eine Sim-Karte für sein Reiseland im Gepäck. Und auch jetzt, da die Kosten für das EU-weite Roaming abgeschafft wurden, lauern hin und wieder versteckte Gebührenfallen. Gerade in den ersten Stunden aber ist das Smartphone ein oft unerlässlicher Helfer, um sich vor Ort zurechtzufinden. Planen Sie daher vor und laden etwa den betreffenden Stadtplan bereits zuhause auf ihr Telefon herunter. Auch Busverbindungen oder die Buchungsbestätigung für das Hotel auf dem Handy können bei einer reibungslosen Ankunft ohne horrende Telefongebühren helfen.

Schutzhülle für das Handy

Sand, Sonnencreme und Salzwasser sind natürliche Feinde unserer hochgerüsteten Smartphones. Ein ebenso eleganter wie billiger Reise-Hack schützt die empfindliche Elektronik. Packen Sie das Handy einfach in einen klaren Ziplock-Beutel, durch den hindurch sich weiterhin der Touchscreen bedienen lässt. Der festverschließbare Beutel ist auch eine gute Zusatzversicherung, wenn Sie den angeblich wasserdichten Qualitäten ihres Telefons nicht ganz vertrauen, aber trotzdem gern Unterwasserfotos in der Dominikanischen Republik knipsen würden.

Von Jonathan Berg

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© g-stockstudio Thinkstock Reise-Hacks erhöhen den Entspannungs-Faktor im Urlaub. Reise-Hacks erhöhen den Entspannungs-Faktor im Urlaub.
Diese einfachen Tricks machen den Urlaub noch sorgloser https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/diese-einfachen-tricks-machen-den-urlaub-noch-sorgloser.html Jonathan Berg 4048 20160308T164019 Mit ganz simplen Kniffen lässt sich das Reiseerlebnis auf einen Schlag verbessern. Mehr Beinfreiheit im Flugzeug, knitterfreie Hemden oder der Schutz fürs Smartphone am Strand: Bei diesen Reise-Hacks können selbst erfahrene Urlauber noch etwas lernen.

Mehr Beinfreiheit im Flugzeug

Fliegen Sie zu zweit in die Ferne? Dann ist es ratsam, die Plätze am Fenster und am Gang zu buchen. Auf diese Weise stehen die Chancen sehr gut, dass der mittlere Sitz frei bleibt und Ihnen zusätzliche Beinfreiheit garantiert. Sollte der Flieger doch ausgebucht sein, bitten Sie ihren Nachbarn einfach freundlich darum, mit einem von ihnen den Platz zu tauschen. Den ungeliebten Mittelsitz wird er vermutlich sehr gern räumen.

Tadelloser Hemdkragen

Besonders Geschäftsleute können davon ein Lied singen. Das gebügelte Hemd ist sorgsam verstaut und kommt dann doch mit zerknautschtem Kragen im Hotel an. Hier erweist sich ein Gürtel als hilfreicher Reise-Hack. Er wird zur Schnecke zusammengerollt in den Hemdkragen gelegt. Das steife Leder verhindert, dass das Kleidungsstück plattgedrückt wird.

Rollen statt falten

Egal, ob Sie mit kleinem Gepäck oder großem Koffer reisen: Stauraum ist immer knapp bemessen. Um jeden Quadratzentimeter optimal auszunutzen, sollte man sich von herkömmlichen Packmethoden verabschieden. Kleidungsstücke werden am besten fest zusammengerollt und dicht an dicht im Koffer gepackt. Einige Reisende schwören auch auf Vakuumbeutel, die das Volumen von Pullovern und Jacken massiv schrumpfen lassen. Seien Sie aber sicher, dass es am Reiseziel auch einen Staubsauger gibt, um die Luft abzusaugen. Andernfalls haben Sie bei der Rückreise kaum zu lösende Platzprobleme.

Vorausschauend Surfen

Datenvolumen im Ausland ist oft teuer und nicht jeder Urlauber hat schon bei der Ankunft eine Sim-Karte für sein Reiseland im Gepäck. Gerade in den ersten Stunden aber ist das Smartphone ein oft unerlässlicher Helfer, um sich vor Ort zurechtzufinden. Planen Sie daher vor und laden etwa den betreffenden Stadtplan bereits zuhause auf ihr Telefon herunter. Auch Busverbindungen oder die Buchungsbestätigung für das Hotel auf dem Handy können bei einer reibungslosen Ankunft ohne horrende Telefongebühren helfen.

Schutzhülle für das Handy

Sand, Sonnencreme und Salzwasser sind natürliche Feinde unserer hochgerüsteten Smartphones. Ein ebenso eleganter wie billiger Reise-Hack schützt die empfindliche Elektronik. Packen Sie das Handy einfach in einen klaren Ziplock-Beutel, durch den hindurch sich weiterhin der Touchscreen bedienen lässt. Der festverschließbare Beutel ist auch eine gute Zusatzversicherung, wenn Sie den angeblich wasserdichten Qualitäten ihres Telefons nicht ganz vertrauen, aber trotzdem gern Unterwasserfotos knipsen würden.

Von Jonathan Berg

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In diesen 10 Städten sind große Musicals zu Hause https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/in-diesen-10-staedten-sind-grosse-musicals-zu-hause.html Hannah Sommer 3985 20160224T102300 Für viele Urlauber ist das kulturelle Angebot entscheidend bei der Wahl des Reiseziels. Musicals erfreuen sich anhaltender Beliebtheit und bieten auch je nach Entfernung einen guten Anlass für einen Städtetrip. Wir präsentieren zehn lohnenswerte Destinationen für Musical-Liebhaber. Ruben van Nimwegen, iStockNew York: „If you can make it here ...“Totajla, iStockDown Under bietet mehr als nur Kängurusalex556677, iStockHamburg ist die deutsche Musical-HauptstadtOfirPeretz, iStockDas Londoner West End swingtTomasSereda, iStockMusikgrößen und Vampire in Berlintabadam, iStockMusical, mais oui!iStock, plej92China entdeckt das MusicalNanisimova, , iStockSting im hohen NordenRawpixel Ltd, , iStock„Saturday Night Fever“ auf hoher SeeSean Pavone, iStockMusikalische Reise durch Deutschland Deutschlands Strände sind ein wahres Traumziel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/deutschlands-straende-sind-ein-wahres-traumziel.html Jonathan Berg 3979 20160318T114100 Das graue Winterwetter treibt die Vorfreude auf den Sommerurlaub ordentlich in die Höhe. Bevor Sie aber dem Pudersand-Lockruf ferner Südsee-Paradiese erlegen: Auch Deutschlands Strände besitzen echtes Traumpotenzial.

So langsam drängt die Zeit: Wer in diesem Sommer den perfekten Urlaub am Meer plant, sollte allmählich mit der Buchung ernst machen. Das gilt weniger für Reisen in die Karibik oder andere ferne Ziele auf der Südhalbkugel. Besonders heiß begehrt sind vielmehr Unterkünfte an Ost- und Nordsee. Immer mehr erholungsbedürftige Deutsche entdecken nämlich den Zauber der heimischen Strände, die oft locker mit der ausländischen Konkurrenz mithalten können.

Klares Wasser, kilometerlange Strände, feiner Sand und viel Natur – die Argumente für Ferien an Deutschlands Küsten sind unschlagbar und das übrigens nicht erst bei sommerlichen Temperaturen. Das Wetter ist sicherlich unberechenbarer als in den Tropen. Dafür punkten hiesige Reiseziele mit kurzen Anfahrtswegen und sind nicht vom weiterhin schwachen Euro-Wechselkurs betroffen.

Weltnaturerbe Wattenmeer entdecken

Ob einem die sanfte Ostsee oder die stürmischere Nordsee mit dem Wechsel zwischen Ebbe und Flut eher liegt, muss jeder Urlauber für sich selbst herausfinden. An der Nordsee locken vor allem Inseln wie Sylt, Borkum, Norderney oder Langeoog. Neben Meer und Strand gibt es quasi als Dreingabe das Weltnaturerbe Wattenmeer zu entdecken.

Während touristische Hochburgen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen in früheren Jahrzehnten gern zubetoniert wurden, punktet die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern mit viel unbebauter Natur. Badegäste und Sporttreibende verlieren sich auf den schier endlosen Küstenabschnitten, die flach abfallenden Strände sind zudem perfekt für Familien mit Kindern. Neben Rügen und Usedom besitzt besonders die autofreie Insel Hiddensee treue Liebhaber – und die buchen gern schon mal ein, zwei Jahre im Voraus.

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Von Jonathan Berg

© Waldemar Milz, thinkstock Weiße Sandstrände findet man nicht nur in der Karibik. Weiße Sandstrände findet man nicht nur in der Karibik.
10 politisch und ethisch korrekte Urlaubsziele https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/10-politisch-und-ethisch-korrekte-urlaubsziele.html Solveig Michelsen 3975 20160212T101700 Wer fährt schon gerne in ein Urlaubsland, in dem Tiere gequält, die Umwelt verschmutzt und die Menschenrechte mit Füßen getreten werden? Allerdings bekommt man als Tourist davon nur selten etwas mit, weil einem oft eine perfekte Kulisse vorgegaukelt wird. Mit der Liste der Non-Profit-Organisation Ethical Traveler gehen Sie auf Nummer sicher: In diesen Ländern lässt es sich guten Gewissens urlauben.

Jedes Jahr veröffentlicht die amerikanische Non-Profit-Organisation Ethical Traveler eine Liste mit zehn Entwicklungsländern, die in Bezug auf Umweltschutz, Sozialfürsorge, Umgang mit Menschenrechten und dem Tierschutz eine langfristig vorbildliche Haltung an den Tag legen. Auch das Urlaubskriterium, also inwieweit sich ein Land für den Tourismus eignet, wird hinzugezogen: Gibt es beeindruckende Landschaften und Möglichkeiten, diese sportlich zu nutzen oder Kontakt zu Einheimischen zu knüpfen? Bei jeder Kategorie wird darauf geachtet, dass es sich hier nicht nur um eine kurzfristige Verbesserung handelt, sondern um eine Entwicklung, die sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Reporter ohne Grenzen, Unicef, Freedom House und die Weltbank liefern dazu zahlreiche Daten für die Auswertung.

Ziel dieser Hitliste von Ethical Traveler ist es, die sehr bemühten, meist recht armen Länder zu unterstützen und durch Urlaubsmehreinnahmen zu „belohnen“. Da der wirtschaftliche Einfluss der Touristen ein sehr großes Gewicht hat, kann hier jeder einzelne sein Scherflein beitragen und sich entscheiden: günstiger Urlaub von der Stange auf Kosten der Umwelt und der Menschen – oder etwas Neues wagen und bewusster und mit gutem Gewissen reisen?

Dominica: Sechs der zehn ethisch korrekten Reiseziele sind dieses Jahr Inselstaaten, darunter auch Dominica in der Karibik. Während Dominica im Sozialwesen und der (kostenlosen!) medizinischen Versorgung Vorbild für die umliegenden Inselstaaten der Kleinen Antillen ist, hapert es noch ein wenig bei den Menschenrechten: Gleichgeschlechtliche Paare werden hier immer noch diskriminiert. Trotzdem hat sich Ethical Traveler entschieden, das Land auf die Liste zu nehmen – vielleicht weil sich die Insel bald nur noch mit erneuerbaren Energien versorgen und diese auch ihren Nachbarn anbieten will, vielleicht auch als Ansporn, diese letzte Hürde zu einem wirklich politisch korrekten Reiseziel niederzureißen? Auf jeden Fall hat das Land ein neues „Walfach“ etabliert: In Grundschulen wird der Respekt vor diesen und anderen Meerestieren nun verpflichtend unterrichtet.

Grenada: Auch Grenada ist ein kleiner karibischer Inselstaat, der zu den Kleinen Antillen gehört. Besonderer Pluspunkt ist die üppige und reichhaltige Natur, die das Land zu schützen weiß: Korallenzuchtprogramme arbeiten an der Wiederherstellung der durch Erwärmung, Übersäuerung und Verschmutzung zerstörten Korallenriffe. Diese Ökosysteme sind nicht nur wichtige Barrieren gegen Sturmwellen, sondern tragen auch zur Ernährungssicherheit der Bevölkerung bei – direkt durch Fischfang, indirekt durch den Tourismus.

Kap Verde: Die Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas bilden den Inselstaat Kap Verde. Auch dieser legt den Fokus auf Natur- und Tierschutz: Als wichtiger Brutplatz für die bedrohte Karettschildkröte bedarf es hier besonderer Umsicht, die gelegten Eier vor Jägern, Feinden und der Verschmutzung zu schützen. Gleichzeitig glänzt das Land in Sachen Gleichberechtigung: In Führungspositionen findet man genauso viele Frauen wie Männer, und Homosexuelle brauchen sich nicht zu verstecken.

Mikronesien: Die föderierten Staaten von Mikronesien im westlichen Teil des pazifischen Ozeans punkten vor allem mit Korrektheit in Sachen Menschenrechte. Auch um die Umwelt haben sie sich verdient gemacht und ein großes Stück Regenwald als Schutzgebiet ausgewiesen, um eine Zerstörung oder bedenkliche Nutzung zu verhindern.

Mongolei: Fast 15 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz. 70 Prozent aller mongolischen Hirten erzeugen den benötigten Strom durch Solaranlagen. Solche Zahlen beeindrucken, trösten aber nicht ganz über die Tatsache hinweg, dass die großen Kupfer- und Goldvorkommen einen Minenboom fördern, der auch fragile Landschaften bedroht. Die Regierung hat bereits erste Maßnahmen dagegen ergriffen.

Panama: Ein neues Tierschutzgesetz verbietet Stier-, Hunde- und Hahnenkämpfe. Für Zirkusauftritte gelten strenge Regeln für den Einsatz von Tieren. In Sachen Naturschutz steht Panama an zweiter Stelle der zehn korrekten Reiseziele: Große Gebiete werden wieder aufgeforstet, nachhaltige Ökosysteme gefördert. Außerdem punktet das Land mit einer niedrigen Arbeitslosenrate (unter 5%) und eine hohen Lebenserwartung, die US-Amerikanern und Europäern in nichts nachsteht (79 Jahre). Auf dem „Happy Planet Index“, einem Maßstab aus Zufriedenheit, Lebenserwartung und ökologischem Fußabdruck, landete Panama auf Platz sieben (Deutschland liegt auf Platz 46!).

Samoa: Im Jahr 2015 wurden zahlreiche Solaranlagen in Samoa installiert, die bereits 2017 den kompletten Inselstaat nördlich von Neuseeland zu 100 Prozent mit sauberem Strom versorgen sollen. Bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte gilt Samoa als vorbildlich. Besonderer Wert wird hier auf den Schutz von Frauen, Kindern, Behinderten und Gefangenen gelegt.

Tonga: Für die Fauna und Flora tut Tonga viel und kreiert zum Beispiel neue Meeresschutzgebiete. Auch der Strom soll sauberer werden – man stellt auf Solar um und möchte bis 2020 möglichst 50 Prozent des Bedarfs aus erneuerbaren Energien decken. Nur um die Erfüllung der Menschenrechte steht es noch nicht ganz so gut: Weil sie die Vorgaben der UN-Frauenrechtskonvention nicht in allen Punkten erfüllen, wäre das Land beinahe nicht in die Liste mitaufgenommen. Dafür ist die Alphabetisierungsrate mit 99 Prozent erfreulich hoch (weltweiter Durchschnitt: 84 Prozent).

Tuvalu: Der Inselstaat im Pazifik ist vor allem wegen seiner problematischen Lage im Zuge der Klimaerwärmung bekannt: An seinem höchsten Punkt liegt er nur fünf Meter über dem momentanen Meeresspiegel. Der viertkleinste Staat der Welt legt sich aber gehörig ins Zeug beim Umweltschutz: Solaranlagen sollen Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringen. Ende 2014 wurde auch endlich ein Gesetz gegen häusliche Gewalt erlassen.

Uruguay: Das südamerikanische Land ist Vorreiter in Sachen grüne Energie: 90 Prozent der Elektrizität wurden im vergangenen Jahr aus erneuerbaren Energien bezogen. Derzeit ist der weltweit erste nachhaltige Flughafen in Planung. Etwas nachlässiger geht man mit dem Schutz von Savannen um, die durch die groß angelegte Landwirtschaft bedroht sind. Beim Human Development Index belegt Uruguay momentan den höchsten Rang der zehn ethisch korrekten Reiseziele.

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von Solveig Michelsen

© Patryk Kosmider, iStock Meeresschildkröten werden nicht überall so gut geschützt wie auf den Kapverdischen Inseln. Meeresschildkröten werden nicht überall so gut geschützt wie auf den Kapverdischen Inseln.
Einreise USA: ESTA-Verfahren verschärft https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/einreise-usa-esta-verfahren-verschaerft.html Solveig Michelsen 3969 20160128T105000 Nun ist es amtlich: Was man bereits Ende letzten Jahres angekündigt hat, ist in den USA nun umgesetzt worden – eine weitere Verschärfung der Einreisebedingungen. Auch Deutsche sind davon betroffen, sofern sie sich nach dem 1. März 2011 in einem der gelisteten arabischen Länder aufgehalten haben.

Laut Informationen des Auswärtigen Amts gelten ab sofort folgende geänderte Bedingungen für die Erlangung einer elektronischen Einreiseerlaubnis:

  • Doppelstaater, die auch die Staatsangehörigkeit von Iran, Irak, Syrien oder Sudan besitzen, sind von der Teilnahme am Visa Waiver Programm ausgeschlossen.
  • Reisende, die sich nach dem 1. März 2011 in Iran, Irak, Syrien oder Sudan aufgehalten haben, sind ebenfalls von der Teilnahme am Visa Waiver Programm ausgeschlossen. Ausgenommen sind lediglich Reisende, die sich in einem dieser Länder im öffentlichen Auftrag als Vollzeit-Bedienstete der Bundesregierung oder als Streitkräfteangehörige aufgehalten haben.

Bereits erteilte ESTA-Genehmigungen sind für diesen Personenkreis ab sofort ungültig. Sie müssen ein reguläres Visum beantragen, um einreisen zu dürfen. Ob in Einzelfällen – zum Beispiel bei Journalisten oder Geschäftsreisenden – Ausnahmegenehmigungen erteilt werden können, wird derzeit noch geprüft. In jedem Fall empfiehlt das Auswärtige Amt den Kontakt mit der zuständigen US-amerikanischen Auslandsvertretung in Deutschland.

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von Solveig Michelsen

© gyn9038, iStock Die visumfreie Einreise in die USA wird ab sofort noch strenger gehandhabt. Die visumfreie Einreise in die USA wird ab sofort noch strenger gehandhabt.
Alle 16 UNESCO Cities of Design https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/alle-16-unesco-cities-of-design.html Solveig Michelsen 3961 20160127T102000 Die UNESCO Cities of Design sind weltweit bedeutende Städte, die sich durch eine vielfältige und lebendige Kreativszene im Bereich Design hervorgetan haben. Durch Aufnahme in das Programm „Creative Cities“, das neben dem Bereich Design noch sechs weitere Sparten umfasst – Musik, Film, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk und Literatur –, verpflichten sich diese Städte, ihr kreatives Potenzial nachhaltig und nah am Menschen umzusetzen – als Vorbild und Vision für viele weiteren Städte.

Das UNESCO-Programm schreibt sich Großes auf die Fahnen: Die Cities of Design sollen als Modell fungieren für viele weitere Städte, die unter Kreativität mehr als nur die „Behübschung“ der Oberfläche verstehen. Design soll auch die Bedürfnisse der dort wohnenden Menschen berücksichtigen, ihre Wünsche und Träume miteinbeziehen und im besten Fall Motor für eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung sein. Das Spannende: Nicht allen der derzeit 16 Städte sieht man dieses Potenzial an. Es lohnt sich also, bei einigen genauer hinzusehen!

Berlin, Deutschland: Gerade nach der Wende ist das experimentelle Klima der deutschen Hauptstadt geradezu explodiert: Günstige Mieten, außergewöhnlicher Flair und eine Aufbruchstimmung lockten Kreative aus aller Welt an, die künstlerische Zentren und Netzwerke wie Pilze aus dem Boden schießen ließen. 2006 erhielt Berlin dafür als bisher einzige deutsche Stadt den Titel „City of Design“.

Bilbao, Spanien: Von der grauen und schmutzigen Industriestadt zur offenen und dynamischen Metropole – Bilbao hat einen großen Wandel durchgemacht. Beeindruckend sind die unterschiedlichsten architektonischen Stile, die nicht nur optisch, sondern auch praktisch die Lebensqualität der Bewohner erhöhen. Schmucke Gebäude aus dem 19. Jahrhundert werden kontrastiert vom bombastischen Guggenheim-Museum von Frank O. Ghery; die Zubizuri (Weiße Brücke) erleichtert das Leben auf ansprechende Weise ebenso wie die Design-Metro von Norman Foster.

Buenos Aires, Argentinien: Die drittgrößte Stadt Lateinamerikas wurde als Erste 2005 mit dem UNESCO-Titel ausgezeichnet. Vier Prozent aller Arbeitsplätze sind Design-Jobs, und die unterschiedlichsten Strömungen – die 1950er-Bewegung, das Contemporary Design und die Youngsters – sind allüberall spür- und sichtbar. Auch regelmäßige Veranstaltungen wie der Design Month belegen die starke und gewachsene Bindung zum Thema Design.

Curitiba, Brasilien: Noch nie davon gehört? Die Stadt in Brasilien hat 1,8 Millionen Einwohner und zahlreiche Kulturschätze zu bieten. Curitiba hat früh erkannt, welch positive Wirkung man durch die Förderung von Design erzielen kann und gilt heute als eine der lebenswertesten Städte Brasiliens. Ein lebendiges und attraktives Stadtleben, das den Bürger in den Mittelpunkt stellt und sich mit der Umwelt vereinbaren lässt, ist ihr ein großes Anliegen.

Dundee, Schottland: Dundee mit seinen knapp 150.000 Einwohnern fällt hier völlig aus der Reihe. Auch die Gründe für die Ernennung zur „City of Design“ sind ganz unterschiedlicher Natur: Anerkannt wurden unter anderem Innovationen in den Bereichen Comic (Beano und Dandy), Videospiele (Lemmings und Grand Theft Auto), Orangenmarmelade (!) und der medizinischen Forschung (Aspirin und Krebsmedikamente). Die Designszene ist aber auch anderweitig sehr aktiv und gut vernetzt. Vom Urban Gardening über Design-Kollektiven bis hin zur kreativen Stadtplanung lässt die verhältnismäßig kleine Stadt hier aufhorchen.

Graz, Österreich: Die Auszeichnung für Design in allen Lebensbereichen ist auch als Aufforderung zu verstehen. Graz möchte sich nicht mit dem UNESCO-Etikett schmücken, ohne die gelebte Haltung zu demonstrieren, die in einer aktiven urbanen Kultur sichtbar wird. Ob Gestaltung öffentlicher Plätze, humorvolle Schilder, innovative Architektur, Upcycling oder Lebensmittel-Design – Graz hat eine breite Palette für Anwohner und Besucher zu bieten.

Helsinki, Finnland: Auch Helsinki versteht Design nicht nur als etwas Optisches, sondern als Möglichkeit, eine Stadt noch zugänglicher und erfreulicher zu machen. Sie setzt deshalb auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Designer und Stadtplaner. Trotzdem: Auch fürs Auge ist so viel geboten, dass sich eine Städtereise allemal lohnt. Und nicht zu vergessen: für den Gaumen!

Kobe, Japan: Kobe, in etwa so groß wie München, wurde 1995 von einem verheerenden Erdbeben erschüttert. Im Anschluss daran begann man, die Stadt wieder neu aufzubauen – moderner und attraktiver. Auch wenn der Name der Stadt eher mit Rindfleisch verbunden wird, ist sie innerhalb Japans vor allem für ihre Erfolge in Sachen Mode bekannt. Im Kobe Fashion Museum lässt sich dies ansprechend nachvollziehen.

Montréal, Kanada: Montréal ist eine Multi-Kulti-Stadt, die aufgrund ihrer Immigrationsgeschichte von vielerlei Einflüssen profitiert hat. Ihr Fokus liegt auf der Innenarchitektur, was beim „International Fair of Interior Design“ deutlich wird. Aber auch Mode und Grafikdesign wird groß geschrieben. Vier Universitäten bieten Ausbildungen in den Bereichen Design, Architektur und Stadtplanung.

Nagoya, Japan: Mit Nagoya hat sich gleich eine zweite japanische Hafenstadt den Titel „City of Design“ gesichert. Design-Events, Design-Wettbewerbe und internationale Workshops streben danach, die Bedeutung von Design über seine strikte Definition hinaus zu erweitern – hin zu sozialer Interaktion und der Vermischung unterschiedlicher Kulturen und Disziplinen.

Peking, China: Einst Mittelpunkt einer Weltkultur, stellt Peking (oder Beijing) heute immer noch das kulturelle Zentrum Chinas dar. Mehr als 800 Unternehmen im Bereich Design bieten eine fruchtbare Umgebung für kreative Köpfe, die es in die Millionen-Metropole zieht. Highlight ist unter anderem die jährliche Design Week, die einen internationalen Austausch fördert.

Saint-Etienne, Frankreich: Die alteingesessene Saint-Etienne Higher School of Art and Design (gegründet 1803!) und der noch junge Erfolg der Biennale Saint-Etienne International Design tragen beide zum Ruf der Stadt als Design City bei. Besondere Anliegen von Saint-Etienne sind der Erfindergeist und die soziale Funktion von Design, zum Beispiel bei der Gestaltung und Nutzung öffentlicher Plätze.

Seoul, Südkorea: Großzügig unterstützt von der Regierung wird in Koreas Hauptstadt das industrielle Design. Technologische Entwicklungen werden mit den höchsten Design-Standards verknüpft, und die Lebensqualität in der Stadt ist ihnen ein großes Anliegen. Auch der Studentenaustausch wird aktiv gefördert, um neue und kreative Ideen zu generieren.

Shanghai, China: Shanghai ist eine Stadt der Widersprüche: Mit rund 23 Millionen Einwohnern ist sie ein Koloss, der aber aufgrund der wirtschaftlichen Attraktivität ungebremste Anziehungskraft ausübt – und damit die größten „Creative Clusters“ weltweit vorweisen kann. Trotz der unterschiedlichen Größe steht sie in regem Design-Austausch mit dem österreichischen Graz.

Shenzhen, China: China ist das einzige Land, das gleich drei Cities of Design vorzuweisen hat. Das gerade mal etwas über 35 Jahre alte Shenzhen wurde einst am Reißbrett geplant und gehört heute zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt. Bereits 2003 hat die Stadt vier kulturelle Hauptziele formuliert: Ihre Streben zur "Library City," zur "Piano City," zur "City of Design" und zur "Cartoon Animation Base." Im „Creative December“ werden jedes Jahr Kreativ-Wettbewerbe unter der Bevölkerung abgehalten.

Turin, Italien: Turin ist schon lange nicht mehr nur „Autostadt“. Aus der stark industriell geprägten Vergangenheit ist aber eine Menge Wissen über Produktionsprozesse und Design erhalten geblieben und kommt nun neuen Zielen zugute. Besonderes Anliegen der Stadt ist es, die Jugend zu fördern – zum Beispiel mit Online-Design-Wettbewerben.

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von Solveig Michelsen

© Ladiras, iStock Auch Turin gehört seit 2014 zu den UNESCO Cities of Design. Auch Turin gehört seit 2014 zu den UNESCO Cities of Design.
Neue Einreiseerlaubnis für Kanada erforderlich https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neue-einreiseerlaubnis-fuer-kanada-erforderlich.html Solveig Michelsen 3959 20160125T135100 Seit 2009 verlangen die USA eine elektronische Einreiseerlaubnis für die visumsfreie Einreise. Nun zieht auch Kanada nach: Ab 15. März 2016 müssen Reisende, die kein Visum benötigen, vorab eine elektronische Erlaubnis zur Einreise eingeholt haben.

Für Reisende, die ab dem 15. März 2016 Kanada entdecken wollen und dafür den Flieger nutzen, heißt es: Vorab die Erlaubnis einholen! Die elektronische Einreiseerlaubnis (eTA) kann übers Internet erlangt werden und kostet mit 7 kanadischen Dollar nur ungefähr die Hälfte der amerikanischen Einreiseerlaubnis (14 US-Dollar). Im Regelfall wird diese innerhalb von wenigen Minuten nach vollständiger Eingabe aller erforderlichen Informationen erteilt. Um jedoch im Falle einer Ablehnung noch ein Visum beantragen zu können, sollten Sie sich rechtzeitig vor der Abreise um diese Angelegenheit kümmern.

Wenn man die Erlaubnis bekommen hat, ist sie fünf Jahre gültig. Allerdings bezieht sich diese Gültigkeit auf das angegebene Reisedokument. Das heißt: Bei einer Passerneuerung muss auch eine neue Genehmigung angefordert werden.

Nicht nötig ist die eTA bei der Einreise über Land oder bei einem Aufenthalt über sechs Monate – dann nämlich muss ein Visum für Kanada vorliegen.

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von Solveig Michelsen

Offizielle Infos zur eTA (auf Englisch und Französisch): www.cic.gc.ca

© Veni, iStock Für die touristische Einreise nach Kanada ist ab 15. März 2016 eine elektronische Erlaubnis erforderlich. Für die touristische Einreise nach Kanada ist ab 15. März 2016 eine elektronische Erlaubnis erforderlich.
Reisestudie: Deutsche in Kroatien https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/reisestudie-deutsche-in-kroatien.html Solveig Michelsen 3924 20160124T135500 Die Kroatische Zentrale für Tourismus untersuchte jüngst die Urlaubsvorlieben der unterschiedlichen Nationen. 11.000 Urlauber aus 11 Ländern befragte sie dazu, darunter auch rund 1.000 Deutsche. Das Ergebnis bestätigt nicht alle Klischees, die den Deutschen so anhaften.

Wie sieht ein gelungener Urlaub für den Durchschnitts-Deutschen aus? Laut der Kroatischen Zentrale für Tourismus folgendermaßen: Die richtige Reisebegleitung macht das A und O aus, dazu muss die Urlaubsdestination sicher sein. Wenn sich hierzu noch echte Gastfreundschaft und ein paar neue Erfahrungen dazugesellen, ist der Urlaub perfekt. Entgegen der üblichen Klischees wollen die meisten Deutschen im Urlaub übrigens keinen genauen Plan verfolgen, sondern sich ein wenig treiben lassen. Auch in anderen Belangen scheint die deutsche Nation wesentlich gemütlicher veranlagt zu sein als so manch anderer Europäer: Während Norweger tendenziell nach dem ultimativen Nervenkitzel suchen und Franzosen kräftig feiern wollen, ist den Deutschen nur eines ganz wichtig: Chillen am Strand.

Kategorisiert man die Urlauber in verschiedene Profiltypen, dominiert bei den Deutschen vor allem der Typ „Lokal-Experte“. Die meisten der befragten Landmänner und -frauen möchten das authentische Leben vor Ort kennen lernen und lokale Spezialitäten probieren. Typ zwei ist der Romantiker, der ruhige abgelegene Plätze zu schätzen weiß, wohin er sich mit seinem Partner oder seiner Partnerin zurückziehen kann. Dicht dahinter kommt der Abenteurer, der im Urlaub gerne neue, möglichst spannende Dinge erlebt. Auch Aktivurlaub ist bei den Deutschen überdurchschnittlich angesagt.

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von Solveig Michelsen

© hjklio, iStock Hier fühlt sich der Deutsche wohl: zum Beispiel am Strand in Punta Rata, Kroatien Hier fühlt sich der Deutsche wohl: zum Beispiel am Strand in Punta Rata, Kroatien
T-rex Skelett "Tristan Otto" wird im Berliner Naturkundemuseum ausgestellt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/t-rex-skelett-tristan-otto-wird-im-berliner-naturkundemuseum-ausgestellt.html Dr. Gesine Steiner / Museum für Naturkunde Berlin 3899 20151217T133900 Berlin ist um einen Publikumsmagneten und ein einmaliges Forschungsobjekt reicher. Mit Tristan Otto ist ab 17. Dezember 2015 eines der weltweit am besten erhaltenen Exemplare des Tyrannosaurus rex in einer eigenen Ausstellung für jeden zugänglich.

Der Superdino gilt unter internationalen Experten als einzigartiger Fund. Am Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, wird das Skelett die kommenden Jahre durch ein eigenes Forscher-Team, mit modernster Technik und im engen Schulterschluss mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung, Industrie und Gesellschaft beforscht. Das Museum für Naturkunde Berlin setzt damit einen neuen Meilenstein: Es zeigt das zu diesem Zeitpunkt einzige Originalskelett eines T. rex in Europa und lässt die Ergebnisse der Forschungsteams nach und nach in die Ausstellung einfließen.

Ausgestellt sind das zwölf Meter lange Skelett und der nahezu vollständige Schädel des Raubsauriers. Medieninstallationen und spannende Geschichten eröffnen dem Besucher einen Einblick in die Forschung rund um Tristan. Welche neuen Erkenntnisse erhoffen sich die Wissenschaftler aus den ca. 66 Millionen Jahre alten versteinerten Knochen? Was verraten sie über das Leben von Tristan, seine Krankheiten, Gewicht, Beweglichkeit, Geschwindigkeit und Beißkraft?

Die Ausstellung ist als Experiment konzipiert: Mit den Ergebnissen des Forschungsprogramms wird die Ausstellung über die kommenden Jahre wachsen, sich verändern und die Besucher auf dieser Unternehmung mitnehmen. Das Museum für Naturkunde Berlin ist nicht nur für seine Ausstellungen bekannt, sondern auch als Forschungsmuseum. "Wir widmen uns aktuellen Fragestellungen, indem wir die Vergangenheit erforschen und unser Wissen dazu verwenden, die Zukunft unseres Planeten mitzugestalten. Mit Tristan setzen wir diese Entwicklung konsequent fort", sagt Generaldirektor Prof. Johannes Vogel, "Tristan ist einzigartig und eine einmalige Chance: Für die Stadt Berlin, für Deutschland und die Naturforschung weltweit."

Quelle: ots / Dr. Gesine Steiner / Museum für Naturkunde Berlin

Mehr erfahren: www.naturkundemuseum-berlin.de

© Carola Radke / obs / Museum für Naturkunde Berlin Tristan Otto ist der neue Star im Naturkundemuseum Berlin Tristan Otto ist der neue Star im Naturkundemuseum Berlin
Reisetipp Tokio: Metropole zwischen Tradition und Selfies https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/reisetipp-tokio-metropole-zwischen-tradition-und-selfies.html Hannah Sommer 3898 20170124T151500 Japan und vor allem die Hauptstadt Tokio sind für viele Deutsche Sehnsuchtsziele. Die Metropole fasziniert mit ihrer Kombination aus uralten Traditionen und ultra-modernen Trends. Wir geben Tipps für die Reise und was sich Besucher auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Sean Pavone, iStockEine Reise auf die andere Seite der Weltvichie81, iStockStadt für alle Jahreszeiten Peerapong_K, iStockEin rosafarbenes BlütenmeereverydayAnalog, iStockKulinarische Metropole der SpitzenklasseGhettog76, iStockHarte Bandagen auf dem FischmarktMinnaRossi, iStockTeetrinken und Katzen kraulen Masaru123, iStockDarf es noch ein gratis Selfie sein?MiriamPolito, iStockStadt mit spiritueller Vergangenheit und GegenwartWavebreakmedia, iStockHier herrschen andere SittenJui-Chi Chan, iStockMehr als Tokio erleben Außergewöhnlicher Weihnachtsmarkt in Graz https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/aussergewoehnlicher-weihnachtsmarkt-in-graz.html 3897 20151214T150300 Eigentlich gibt es nicht einen Weihnachtsmarkt in Graz – es gibt ganze 14 davon! Und die haben es in sich: Auf dem Kopf hängende Christbäume, die größte Eiskrippe der Welt, einen Bummelzug und sogar ein Büro für Weihnachtslieder hat das adventliche Graz zu bieten. Wenn das keine winterliche Reise wert ist!

Graz, die Hauptstadt der Steiermark, putzt sich in der Adventszeit auf besondere Weise heraus. Natürlich gibt es einen schmucken Christbaum mit abertausenden von Lichtern. Aber da ist noch mehr zu entdecken in den malerischen Altstadt-Gässchen: Im Renaissance-Arkadenhof des Landhauses zum Beispiel steht die größte Eiskrippe der Welt. 50 Tonnen wiegen die lebensgroßen Figuren, die je nach Temperaturlage schon mal ausgetauscht werden müssen.

Auch ihrem Ruf als UNESCO City of Design wird Graz auf weihnachtliche Weise gerecht: In der Herrengasse gibt es die „falling x-mas trees“ – Nadelbäume, die über Kopf hängen, und zu neuen Betrachtungen des Christbaum-Symbols anregen. Dabei ist die Idee schon alt: Früher, als in so mancher Stube nur wenig Platz war, hängte man den Weihnachtsbaum regelmäßig verkehrt herum an die Decke.

Am Mariahilferplatz lockt ein Riesenrad die Kinder an – und eine Eisstockbahn die Erwachsenen. Am Schlossberger Weihnachtsmarkt wird heimisch Erzeugtes verkauft: Kürbiskernöl, Kunsthandwerk, Gestricktes und Gebranntes. Wer nicht mehr laufen mag, lässt sich vom Bummelzug zur nächsten Attraktion tragen. Oder lauscht einfach einer der zahlreichen Live-Musik-Darbietungen. Ach ja, und wer den Text zum Mitsingen vergessen hat: Es gibt sogar ein eigenes Büro für Weihnachtslieder in Graz. Die Experten des Steirischen Volksliedwerks stellen Liedtexte, Melodien und Sprüche kostenlos zur Verfügung.

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von Solveig Michelsen

© Flavio Vallenari, iStock Die Grazer Weihnachtsmärkte haben viel zu bieten. Die Grazer Weihnachtsmärkte haben viel zu bieten.
Die spektakulärsten Brücken weltweit https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-spektakulaersten-bruecken-weltweit.html MARCO POLO Online-Redaktion 3836 20170224T000000 Über tiefe Schluchten, in schwindelerregender Höhe oder schlicht schmal und wackelig: Weltweit finden sich zahlreiche Brücken, die beim Überqueren für Herzklopfen sorgen. Ein Überblick für Schwindelfreie.

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© imv, iStockAtemberaubender Blick auf den französischen Mont Blanc auf der Aussichtsplattform© CL_Reflections, iStockEhemals höchste Hängebrücke der Welt: Die 219 Meter hohe "Royal-George-Bridge" in Colorado© ttretjak, iStockDie Sky-Bridge in Malaysia ist mit 125 Metern eine der längsten Fußgängerbrücken der Welt © jentakespictures, iStockNichts für schwache Nerven: Die Hängebrücke "Carrik-a-Rede" in Nordirland© Rolf_52, iStockGeburtsort des Bungee-jumping : Die "Kawarau"-Brücke in Neuseeland© atosan, iStockwackelige, 40 Meter hohe Hängebrücke in Ghana © Ben185, iStockStarke Nerven benötigt: Die "Capilano Suspension Bridge" in Kanada© mamahoohooba, iStockWackelige Seilbrücke in Tibet© Meinzahn, iStockPakistan: Waghalsige Brückenkonstruktionen über dem Ganges © ToniFlap, iStockZu den faszinierenden "Casas Colgadas" in Spanien führt eine Stahlbrücke
Monsterwald bei Rom stellt Experten vor Rätsel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/monsterwald-bei-rom-stellt-experten-vor-raetsel.html Jonathan Berg 3835 20151118T102400 Achtzig Kilometer außerhalb der italienischen Hauptstadt gibt es einen Wald mit merkwürdigen Skulpturen von Ungeheuern. Deren Inschriften haben Forscher bis heute nicht entschlüsselt.

Bei einem Spaziergang durch den „Sacro Bosco“ kann einem ganz schön mulmig werden. Der „Heilige Wald“ liegt rund achtzig Kilometer nördlich von Rom, in der Nähe des Ortes Bomarzo, und zählt zu den skurrilsten Sehenswürdigkeiten Europas. Auf dem etwa zwei Quadratkilometer großen Gelände reihen sich monsterähnliche Skulpturen aneinander.

Adeliger ließ Monsterpark bauen

Man kennt zwar heute die Entstehungsgeschichte der grotesken Monumentalskulpturen, was sie aber zu bedeuten haben, stellt Experten allerdings bis heute vor große Rätsel. Der Park wurde im 16. Jahrhundert von dem italienischen Feudalherren Vicino Orsini in Auftrag gegeben. Dreißig Jahre dauerten die Arbeiten an dem „Heiligen Wald“.Doch der Park geriet für Jahrhunderte in Vergessenheit – die Skulpturen waren inzwischen großteils von Wildwuchs bedeckt – und wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Nachdem der Künstler Salvador Dali den Park in der Nähe von Rom besuchte und einige Bilder nach Motiven der bizarren Skulpturen entwarf, kam wieder Interesse an dem Gruselwald auf.

Salvador Dali sorgte für Wiederentdeckung

In den 1950er Jahren erwarb ein italienisches Ehepaar den „Sacro Bosco“ und kümmerte sich in den folgenden Jahren um die Instandsetzung der Anlage. Heute ist das Gelände wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und zählt zu den größten Touristenmagneten Italiens.Doch Historiker rätseln nach wie vor über die Bedeutung der Figuren. Insbesondere die Inschriften auf den zahlreichen Skulpturen von antiken Göttern, Fabelwesen und Ungeheuern bereitet den Wissenschaftlern Kopfzerbrechen. Eine These der Forscher kann jedoch überzeugen: Der Park sei mit der Absicht erbaut worden, den Betrachter zu verwirren und um den Verstand zu bringen.

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Von Jonathan Berg

© Thinkstock Den Park betritt man durch das Maul von Unterwelt-Gott Orcus. Den Park betritt man durch das Maul von Unterwelt-Gott Orcus.
Griechenland erhöht Eintritte für archäologische Stätten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/griechenland-erhoeht-eintritte-fuer-archaeologische-staetten.html Solveig Michelsen 3812 20151113T142900 Ab 2016 werden Touristen in Griechenland stärker zur Kasse gebeten: Um die immensen Staatsschulden zu minimieren, werden die Preise für archäologische Stätten um bis zu 433 Prozent steigen. In den Wintermonaten soll es aber deutliche Rabatte geben.

12 Euro kostete ein Kombiticket bisher für die Akropolis plus sechs weitere archäologische Stätten. Ab 2016 wird sich diese Gebühr auf 52 Euro erhöhen – eine Preissteigerung von satten 433 Prozent. Diese und weitere Preiserhöhungen wurden einstimmig von Griechenlands Archäologiebehörde Central Archaeological Council beschlossen. Mit den Einnahmen soll der schwer angeschlagene griechischen Haushalt aufgebessert werden.

Trotzdem gibt es die Möglichkeit, weiterhin günstig die archäologischen Stätten zu besichtigen: Von November bis März gelten jeweils die halben Eintrittspreise; an jedem ersten Sonntag der Wintermonate soll es außerdem einen kostenfreien Zugang zu vielen Stätten und Museen geben. Wer im Sommer verreist, muss ab 2016 mit den folgenden Eintrittsgebühren rechnen:

  • Einzelticket Akropolis 20 Euro (ehemals 12 Euro)
  • Knossos 15 Euro (statt 6 Euro)
  • Archäologische Museen in Epidaurus und Mykene 12 Euro (früher 6 bzw. 18 Euro)
  • Archäologisches Museum Athen 10 Euro (bisher 7 Euro)

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von Solveig Michelsen

© sborisov, iStock Viele historische Stätten in Griechenland erhöhen 2016 ihre Eintrittspreise. Viele historische Stätten in Griechenland erhöhen 2016 ihre Eintrittspreise.
Vegan reisen – so gelingt's https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/vegan-reisen-so-gelingts.html Solveig Michelsen 3787 20151030T112000 Veganer haben's schwer, besonders auf Reisen. Denn selbst wenn man sich längst auf Vegetarier eingestellt hat, heißt das noch lange nicht, dass man auch als Veganer satt wird. Doch langsam kommen die Reiseunternehmen in die Pötte: Immer mehr Veranstalter bieten spezielle Reisen für Veganer an, und immer mehr Internetportale listen Adressen, an die man sich als Veganer guten Gewissens wenden kann.

Käsespätzle und Kaiserschmarren – darauf beschränkt sich meist das vegetarische Angebot auf Berghütten oder in rustikalen Gasthöfen. Doch was soll man da als Veganer nur essen? Von ein paar Blättern Salat wird man sicher nicht satt. Zum Glück berücksichtigen immer mehr Gastwirte die besonderen Bedürfnisse ihrer Gäste und kochen mal gluten- und laktosefrei, rein vegetarisch oder auch vegan. Nur: Die Entwicklung geht langsam vonstatten. Und Hunger kann nicht warten.

Deshalb ist man besser damit beraten, eine der Webseiten zu konsultieren, die vegane Adressen herausfiltern lassen. Der Vegetarierbund Deutschland zum Beispiel lässt auf seiner Seite nach rein veganen Restaurants suchen, und auch die Tierrechtsorganisation PETA hat knapp 100 deutsche Adressen gelistet. Am weltweit umfangreichsten dürfte die Sammlung der „Happy Cow“ sein. Das Onlinemagazin „Deutschland is(s)t vegan“ bietet weitreichende Infos auch zu den Themen Kosmetik, Kleidung und Lifestyle. Denn Veganismus beschränkt sich ja nicht nur aufs Essen allein.

Ein überzeugter Veganer will auch nicht unter einer Daunendecke schlafen, mit an Tieren getesteten Produkten duschen oder auf einem Ledersofa sitzen. Einige wenige Hoteliers haben den Trend erkannt und bereits darauf reagiert. Die meisten davon sitzen in Berlin, der „Hauptstadt des Veganismus“. Und wenn man woanders Urlaub machen möchte? TUI hat seit diesem Jahr ein spezielles Angebot für Veganer im Programm. Und sie werden hoffentlich nicht lange allein damit bleiben.

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von Solveig Michelsen

© Lesyy, iStock Vegan reisen beschränkt sich nicht nur aufs Essen. Vegan reisen beschränkt sich nicht nur aufs Essen.
Geheimnisvolles Deutschland: Elbsandsteingebirge https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/geheimnisvolles-deutschland-elbsandsteingebirge.html Solveig Michelsen 3786 20151015T095500 Für spektakuläre Landschaften braucht man nicht immer weit zu fahren – auch Deutschland hat Großes zu bieten. Besonders geheimnisvoll und märchenhaft geben sich die abertausende Türmchen des Elbsandsteingebirges, vielen auch unter „Sächsische Schweiz“ bekannt. Wenn der Herbst dann noch die Blätter bunt färbt und Nebelschwaden durch die bizarre Feldlandschaft ziehen, ist die Kulisse perfekt.

Das sollten Outdoorurlauber nicht verpassen: Zusammen mit der Böhmischen Schweiz beheimatet die Sächsische Schweiz das Elbsandsteingebirge, dass sich bei Rad- und Wanderbegeisterten immer größerer Beliebtheit erfreut. Obwohl die höchste Erhebung dieses „Gebirges“ nur 723 Meter über dem Meeresspiegel misst, gehört es zum Eindrucksvollsten, was die Natur in Sachen Fels und Erosion zu bieten hat: Aus dem weichen Sandstein sind in jahrhundertelanger Abtragung durch Wind und Wetter über 1000 Türmchen entstanden. Tafelberge, enge Schluchten und weite Ebenen ergänzen die Landschaft zu so großer Vielfalt, dass der Sächsischen Schweiz 2008 das Prädikat „Ort der Vielfalt“ von der Bundesregierung verliehen wurde.

Auch das Betätigungsfeld ist vielfältig: Unter Kletterern ist das größte Klettergebiet Europas mit über 12.000 Routen schon lange kein Geheimtipp mehr. Aber auch wer nicht gleich zum Seil greifen will, kommt hier voll auf seine Kosten: Spannende und abwechslungsreiche Wege führen durch Schluchten, zu Höhlen und an mal mehr, mal weniger ausgesetzten Felsbändern entlang. Spaziergänger genießen die Aussicht von den bestens eingerichteten Wegen, und sogar hoch zu Ross kann man das Elbsandsteingebirge erkunden.

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von Solveig Michelsen

© SunnyWindow, iStock Ein Ort der Vielfalt: das Elbsandsteingebirge Ein Ort der Vielfalt: das Elbsandsteingebirge
So wird Halloween weltweit gefeiert https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/so-wird-halloween-weltweit-gefeiert.html Jonathan Berg 3781 20151007T125400 Bald ist es soweit: Am 31.10. heißt es wieder „Süßes oder Saures”. Dann regieren Geister, Hexen und Dämonen große Teile der Welt. Wir zeigen Ihnen, wie Halloween weltweit gefeiert wird! © neoblues, iStockKürbis-Fratzen, Geister und Hexen - am 31.10. ist Halloween.© RichVintage, iStockFür Kinder in Amerika ist Halloween ein Grusel-Spaß.© CatLane, iStockKostspieliges Gruseln: An Halloween werden Millionen für Kostüme oder Süßigkeiten ausgegeben.© ArtMarie, iStockGesichter aus Kürbissen schnitzen gehört zum Grusel-Fest dazu.© zudin, iStockNicht nur Halloween: Am 31.10. ist auch Reformationstag.© THEPALMER, iStockDie Feste und Feiern rund um Halloween sind ursprünglich kein amerikanischer Brauch. © Marbury, iStockSchon die Kelten feierten am letzten Abend im Oktober.© Daniel Maclise, iStockErst nach dem Mittelalter brachten Auswanderer die Halloween-Traditionen nach Amerika.© Romanista, iStockMexikanischer Brauch: Die Toten werden verehrt.© stockcam, iStockDer Totenkult der Azteken hat mit kommerziellen Halloween-Bräuchen wenig gemein. Die schönsten Herbstausflüge in Bayern https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-schoensten-herbstausfluege-in-bayern.html Solveig Michelsen 3776 20151006T135200 Die Sonne strahlt, das Laub verfärbt sich – der Herbst hat viele schöne Stimmungen zu bieten. Wer sich dafür auch noch den richtigen Ort aussucht, kann bleibende Eindrücke sammeln. Wir haben die schönsten Ausflugsorte im herbstlichen Bayern dafür ausgesucht.

Königssee mit Watzmann

Eine Schifffahrt auf dem Königssee gehört nicht nur für internationale Touristen zum Pflicht-Programm. Mit der Kapelle von St. Bartholomä sowie der hoch aufragenden Watzmann-Ostwand im Hintergrund gibt er ein perfektes Postkartenidyll ab. Der fjordartige Königssee, der zu den Top 15 Sehenswürdigkeiten in Deutschland zählt, gehört außerdem zu den saubersten Seen und ist ganze 190 Meter tief.

Tegernseer Hütte

Für aktive Wanderer gibt es nur wenige Ziele, die es der Tegernseer Hütte gleichtun: Wie ein Adlerhorst thront sie zwischen Roß- und Buchstein in den Bayerischen Voralpen. Wer die 2,5 Stunden Aufstieg erfolgreich hinter sich gebracht hat, darf sich auf ein kühles Bier freuen, das von wahrhaft alpiner Kulisse umrahmt wird. Bis 1. November hat die Hütte noch geöffnet.

Ahornboden im Karwendel

Genau genommen liegt der Ahornboden im Karwendel bereits in Österreich; die einzige Zufahrt erfolgt allerdings von Deutschland aus. Seit 1972 gilt er als Naturdenkmal: Die bis zu 600 Jahre alten Ahornbäume geben vor der dramatischen Felskulisse ein eindrucksvolles Bild ab. Besonders farbenprächtig zeigen sie sich im Herbst, wenn die Blätter bereits verfärbt sind. Auch das historische Almdorf in der Eng ist einen Besuch wert.

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© Daniel-Van-Gravel, iStock Eine Postkartenidylle: der Königssee Eine Postkartenidylle: der Königssee
Neue Visumsregelungen für Thailand https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neue-visumsregelungen-fuer-thailand.html Solveig Michelsen 3775 20151003T111800 Die Visumsregelungen in Thailand sind nicht einfach zu durchschauen. Es gibt etliche verschiedene Möglichkeiten, die sich immer wieder mal ändern. Selbst die Beamten vor Ort sind nicht immer auf dem aktuellsten Stand oder legen die Regelungen unterschiedlich aus. Wir geben eine kurze Übersicht für die derzeitige Einreise als Tourist.

Die einfachste Art, nach Thailand zu reisen, ist mit einer simplen Einreiseerlaubnis, die streng genommen kein Visum, sondern nur eine Aufenthaltserlaubnis darstellt. Urlauber, die nicht mehr als 30 Tage im Land bleiben wollen, können sich nach Ankunft diese Genehmigung in den Pass stempeln lassen. Achtung: Bitte nicht am Schalter „Visum on arrival“ anstellen – dies ist für Angehöriger anderer Nationen gedacht und für Deutsche nicht notwendig! Voraussetzungen für die Einreiseerlaubnis sind ein noch sechs Monate gültiger Reisepass, keine in Thailand nachgewiesenen Straftaten und ein gültiges Rückflugticket. Auch (geringe) Geldbeträge wurden schon als Sicherheit von den Schalterbeamten verlangt.

Wer sich entscheidet, länger zu bleiben, kann diese Aufenthaltserlaubnis in einem Immigration Office für rund 1900 Baht um weitere 30 Tage verlängern lassen. Nach Pattaya und in einige ländliche Provinzen scheint dieses offizielle Gesetz noch nicht vorgedrungen zu sein, weshalb es sich empfiehlt, hier ein anderes Büro aufzusuchen. Die bisherige Möglichkeit, kurz auszureisen, um auf dem Landweg wieder nach Thailand einzureisen (und eine weitere Aufenthaltserlaubnis zu ergattern), wird zwar oft noch toleriert, aber bei zu vielen Ein- und Ausreisen nicht mehr akzeptiert.

Für längere Aufenthalte bis 60 Tagen empfiehlt sich deshalb das offizielle Touristenvisum. Hier können ein- bis mehrmalige Ausreisen vorab vereinbart werden (ca. 30 Euro pro Wiedereinreise). Es kann in jedem thailändischen Konsulat ab drei Monate vor Reisebeginn beantragt werden. Auch eine Verlängerung vor Ort um 30 Tage (s.o.) ist möglich.

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von Solveig Michelsen

© davincidig, iStock Ein richtiges Visum brauchen nur Urlauber, die länger als 30 Tage in Thailand bleiben wollen. Ein richtiges Visum brauchen nur Urlauber, die länger als 30 Tage in Thailand bleiben wollen.
Jom Kippur – der wichtigste jüdische Festtag https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/jom-kippur-der-wichtigste-juedische-festtag.html Hannah Sommer 3772 20150922T101500 25 Stunden lang darf nicht gegessen, nicht getrunken und auch keine Körperpflege betrieben werden. Nur das Benetzen der Hände und der Augen mit Wasser ist erlaubt. Am Abend des 23. September hat für gläubige Juden Jom Kippur, der „Tag der Versöhnung“ begonnen.

Während Jom Kippur steht das Leben in Israel still. Cafés, Restaurants, Geschäfte und sogar der internationale Ben-Gurion-Flughafen bleiben geschlossen. Die Straßen sind weitestgehend leer, obwohl es kein behördliches Fahrverbot gibt. Dieser Tag dient allein der Reue, Buße und Einsicht. Der Versöhnungstag bildet den Höhepunkt der zehn Bußtage, die mit Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrstag, beginnen. Im Verlauf der Bußtage blicken Juden zurück auf das vergangene Jahr, versuchen Streitigkeiten zu begleichen und mit sich ins Reine zu kommen. An Jom Kippur haben sie dann die Möglichkeit, vor Gott von ihren Sühnetaten gereinigt zu werden.

Ein Versöhnungstag ganz in Weiß

Jom Kippur startet bei ausklingendem Tageslicht mit einem Abendgottesdienst. Und auch der folgende Tag ist ganz dem Gebet in Gemeinschaft gewidmet. Dabei wird vorwiegend weiße Kleidung getragen, denn in der Bibelstelle Jesaja 1,18 heißt es: „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden“. Der Versöhnungstag endet mit dem rituellen Blasen des Widderhorns Schofar, das Gott als König, Richter und Beschützer anerkennt. Anschließend wird das Fastenbrechen begangen. Die erste Mahlzeit nach der Fastenzeit wird traditionell in Gemeinschaft eingenommen. Die Anwesenden wünschen sich während des Festessens ein gutes neues Jahr.

Jom Kippur und das islamische Opferfest finden zeitgleich statt

2015 fallen Jom Kippur und der höchste islamische Feiertag, das Opferfest Eid al-Adha auf denselben Tag. Während des islamischen Opferfestes, das vier Tage lang dauert, erinnern Muslime mit rituellen Tierschlachtungen daran, dass Abraham seinen eigenen Sohn opferte, um seinen Gottesglauben zu beweisen.

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Von Hannah Sommer

@ Thinkstock An Jom Kippur steht das Leben in Israel still. An Jom Kippur steht das Leben in Israel still.
10 traumhafte Wanderrouten in Deutschland und Europa https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/10-traumhafte-wanderrouten-in-deutschland-und-europa.html Michaela Laux 3677 20150820T131700 Deutschland und Europa bieten dem Wanderfreund eine Fülle an unterschiedlichen Landschaften und gut ausgebauten Wanderwegen. Wir haben jeweils fünf für Sie ausgewählt. cmfotoworks, iStockRheinsteigMichaelSchiffhorst, iStockEifelsteigeurotravel, iStockRotweinwanderwegAndreasWeber, iStockHarzer HexenstiegRolphus, iStockHochuferwegsilkfactory, iStockPeer Gynt StienDutchy, iStockEngadinFAMAMagazine, iStockInselwanderung Teneriffafotofritz16, iStockTal der Loireal_ter, iStockKüstenwanderweg Kreta "Deutschlands schönste Wanderwege 2015" sind in der Eifel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/deutschlands-schoenste-wanderwege-2015-sind-in-der-eifel.html Michaela Laux 3676 20150816T141700 "Deutschlands schönste Wanderwege 2015" stehen fest. Laut der Zeitschrift "Wandermagazin" ist die Eifel der ultimative Liebling beim Wandern. Gleich zwei Touren in der Region wählte das Publikum zu den schönsten schönstem Wanderwegen Deutschlands.

Von Anfang Januar bis Ende Juni 2015 konnte gewählt werden. Rund 16.800 Wanderer beteiligten sich an der Abstimmung und gaben ihre Stimme für eine von zehn nominierten Tagestouren und für einen von fünf nominierten Weitwanderwegen ab, die ihnen am besten gefielen. Der Pyrmonter Felsensteig zählte dabei mit 30,61 % in der Kategorie Tagestouren, der Eifelsteig mit 53,57 % unter den Weitwanderwegen zu den Lieblingen der Wanderfans. Dass mit der Eifel eine einzige Region in beiden Kategorien den ersten Platz erzielt hat, ist in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl um Deutschlands schönste Wanderwege eine Premiere.

Über Platz zwei in der Kategorie Tagestouren darf sich die Traumschleife Ehrbachklamm bei Boppard in Rheinland-Pfalz freuen, über den dritten Platz der Premiumweg Gletscherblick bei Reit im Winkl in Bayern. Bei den Weitwanderwegen schaffte es der Goldsteig in Bayern auf Platz zwei, der Lahnwanderweg (Nordrhein-Westfalen/Hessen/Rheinland Pfalz) auf Platz drei.

Die Urkunden erhalten die Vertreter der jeweils drei erstplatzierten Wege am 05.September 2015 im Rahmen der Wander- und Trekkingmesse "TourNatur" in Düsseldorf von Wandermagazin-Autor Manuel Andrack.

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von Michaela Laux

Wandern in der Eifel steht dieses Jahr hoch im Kurs © LifesizeImages / iStock.com Wandern in der Eifel steht dieses Jahr hoch im Kurs © LifesizeImages / iStock.com
Singapur feiert 50 Jahre Unabhängigkeit https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/singapur-feiert-50-jahre-unabhaengigkeit.html Michaela Laux 3674 20150811T143100 Hunderttausende Menschen zogen sich rote T-Shirts an, legten den Kopf in den Nacken und bestaunten das Feuerwerk. Singapur hat sein 50-jähriges Bestehen gefeiert.

Über der Stadt blitzte und knallte es, unten jubelten hunderttausende Menschen. Singapur hat am 9. August mit großem Pomp den 50. Jahrestag seiner Unabhängigkeit gefeiert. Unter anderem gab es in dem Stadtstaat große Feuerwerke, eine Militärparade und eine Video-Hommage an den im März im Alter von 91 Jahren gestorbenen Staatsgründer Lee Kuan Yew. Die frühere britische Kolonie hatte sich am 9. August 1965 aus der Föderation Malaysia gelöst und zum selbstständigen Staat erklärt.

Die Militärparade nahm Lees Nachfolger als Regierungschef, sein Sohn Lee Hsien Loong, ab. Anwesend waren Spitzenpolitiker der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean), Vertreter Chinas, Australiens und Japans sowie der britische Außenminister Philip Hammond. Das britische Königshaus wurde von Prinz Andrew repräsentiert.

Unter Staatsgründer Lee wandelte sich Singapur von einer verschlafenen Hafenstadt in eine moderne Handelsmetropole und ein internationales Finanzzentrum. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in dem Zwergstaat mit seinen knapp 5,5 Millionen Einwohnern - davon zwei Fünftel Ausländer - gehört heute zu den höchsten weltweit.

Bürgerfreiheiten sind in der glitzernden Welt der Wolkenkratzer allerdings weiter kleingeschrieben, die Bevölkerung wird gegängelt, die Opposition verfolgt. Meinungsfreiheit steht zwar in der Verfassung, wird aber durch Gesetze eingeschränkt. Demonstrationen sind nur in einer Parkecke erlaubt, die Medienbehörde MDA überwacht Webseiten mit politischem Inhalt, und Verleumdungsklagen treiben Regierungskritiker in den Bankrott. "Der Justiz fehlt Unabhängigkeit, sie urteilt systematisch im Sinne der Regierung", so die Organisation Freedom House. Die Regierung verwahrt sich gegen solche Kritik.

Die Leute werden die Gängelei offenbar leid. Die seit 50 Jahren regierenden Lee-Partei PAP bekam 2011 einen saftigen Denkzettel: mit gut 60 Prozent das schlechteste Ergebnis aller Zeiten. Das politische System sorgt zwar dafür, dass die Partei trotzdem mehr als 90 Prozent der Parlamentssitze behielt. Aber die Regierenden waren alarmiert. "Wir scheinen in einer Midlife-Krise zu stecken", warnte Ex-Regierungschef Goh Chok Tong 2013. "Die Leute wollen mehr Freiheit, um ihr Leben selbst zu bestimmen, wollen mehr politische Mitsprache."

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von Michaela Laux

Mit einem großen Feuerwerk begrüßte Singapur den Tag, an dem sich die Unabhängigkeit des Stadtstaates zum 50. Mal jährt © hockhow, iStockcom Mit einem großen Feuerwerk begrüßte Singapur den Tag, an dem sich die Unabhängigkeit des Stadtstaates zum 50. Mal jährt © hockhow, iStockcom
Neues auf dem Oktoberfest: Bier-Eis und Mega-Schaukel https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/neues-auf-dem-oktoberfest-bier-eis-und-mega-schaukel.html Michaela Laux 3672 20150819T102800 Schneller, höher, weiter - das reicht auf dem Oktoberfest in München schon lange nicht mehr. Das größte Volksfest der Welt sucht nach neuen Sinneseindrücken und rüstet auf. Mit Hightech-Fahrgeschäften und kulinarischen Besonderheiten kommen unerschrockene sowie genussfreudige Besucher voll auf ihre Kosten.

Schwindelfreie Besucher dürfen sich dieses Jahr ganz besonders auf das höchste transportable Hochhaus der Welt freuen, denn mit dem „The Tower – Event Center“ geht es in luftige Höhen. Beim sogenannten „Sky Drive“, einem Laufparcours, der die Besucher nahe am Abgrund vorbei führt, sollte man besser keine Höhenangst haben.

Rasant geht es dagegen auf der Megaschaukel „Konga“ zu, die als die höchste und schnellste Schaukel der Welt gilt. Hier erwartet die Besucher einen rasantes Flugerlebnis über den Dschungel. Für Gänsehaut und Schocker auf dem Volksfest sorgt die größte mobile Geisterbahn der Welt „Daemonium“. Auf vier Etagen erleben die Besucher Gruselmomente en masse – der Weg ins Ungewisse ist hier wörtlich zu nehmen.

Doch auch im kulinarischen Bereich erweitert das vor allem für Bier, Brezn und Hendl bekannte Volksfest seine Angebotspalette. Die vegane Küche wird auf dem traditionell fleischlastigen Fest immer mehr salonfähig und bei den anderen Spezialitäten greifen Gastronomen und Standbesitzer tief in die Ideenkiste: Es gibt Weißwurst-Leberkäs, Biereis, Zuckerwatte in Blumenform - und für Diabetiker mit Birkenzucker gebrannte Cashew- und Macadamia-Nüsse, wie Wiesnchef Josef Schmid ankündigte.

Der Wirtschaftswert der Wiesn sei für dieses Jahr erneut mit einer Milliarde Euro prognostiziert, so hoch wie 2008. Schmid: »Das ist ein stabiler Wert«.

Das größte Volksfest der Welt beginnt in München am 19. September. Bis zum 4. Oktober werden sechs Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Die Maß Bier ist erstmals nicht unter zehn Euro zu haben. Die Preise liegen zwischen 10,00 und 10,40 Euro.

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von Michaela Laux

Neue Hightech-Fahrgeschäfte auf der Wiesn © mjbs / iStock.com Neue Hightech-Fahrgeschäfte auf der Wiesn © mjbs / iStock.com
Kulinarische Köstlichkeiten aus Finnland https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/kulinarische-koestlichkeiten-aus-finnland.html Jonathan Berg 3426 20170214T000000 Die finnische Küche zeichnet sich durch ihre einfachen, jedoch gleichzeitig raffinierten Gerichte und die frischen Zutaten aus. Kartoffeln, Beeren, Fisch oder Fleisch stammen meist von heimischen Feldern, aus Seen oder Wäldern. Während man im Osten des Landes eher backt und brät, wird im Westen eher gedünstet und gekocht. Was die knapp 5,4 Millionen Finnen jedoch vereint, ist ihre liebe zu Vermischtem, Deftigem und natürlich zu Fisch.

Kulinarische Köstlichkeiten aus Finnland

© MPRedaktion, AgencyRaffinierte Taschen: Karelische Piroggen © MPRedaktion, AgencyRäucherlachs kommt in Finnland warm auf den Tisch© MPRedaktion, AgencyMämmi: Malzpudding zum Osterfest© MPRedaktion, AgencyLeipäjuusto: ein milder Käse, der beim Kauen quietscht© MPRedaktion, AgencyLenkkimakkara, finnische Würstchen, werden auch bei minus 20 Grad gegrillt© MPRedaktion, AgencyFleischgerichte wie Rentier kommen in Finnland nur selten auf den Tisch© MPRedaktion, AgencyDie Moltebeere ist ein skandinavisches Früchtchen© MPRedaktion, AgencyWer trinkt den meisten Kaffee weltweit? Kleiner Tipp: nicht die Italiener!© MPRedaktion, AgencyKalakukko: Fisch im Brotteig© MPRedaktion, AgencyKesäkeitto: eine Suppe, die nach Sommer schmeckt
Die Chinesische Mauer: Weltwunder und Touristenmagnet https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-chinesische-mauer-weltwunder-und-touristenmagnet0.html MARCO POLO Online-Redaktion 3420 20180722T000000 Wunder erleben: Die Chinesische Mauer gilt als größtes und bekanntestes Bauwerk der Welt. Sie war einst als Verteidigungslinie gedacht - heute ist sie eines der beliebtesten Fotomotive Chinas. © jacus, iStockDie Chinesische Mauer gilt als größtes und bekanntestes Bauwerk der Welt© vincent369, iStockDie Chinesische Mauer ist unglaubliche 20.000 Kilometer lang © PapillonPictures, iStockDie Mauer als Schutz des Kaiserreichs© vincent369, iStockDie Chinesische Mauer ist eins der "Sieben Neuen Weltwundern"© greenmountainboy, iStockDie Chinesische Mauer soll sogar aus dem All zu sehen sein © vincent369, iStockLeuchtfeuer dienten als Warnsignale auf der Chinesischen Mauer© InnaFelker, iStockDie 2000 Jahre alte Mauer ist noch heute das größte Bauwerk der Welt© InnaFelker, iStockVerteidigungsmöglichkeiten der Chinesischen Mauer © Africanway, iStock8,2 Millionen Touristen besuchen die Chinesische Mauer jährlich© zhudifeng, iStockSonnenaufgang über der Chinesischen Mauer Geht es bald nur noch mit Ticket auf den Markusplatz? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/geht-es-bald-nur-noch-mit-ticket-auf-den-markusplatz.html Johannes Streng 3419 20150720T134800 Venedig gehört unbestritten zu den schönsten Städten der Welt. Doch das hat seinen Preis: Jedes Jahr kommen immer mehr Touristen in die Lagunenstadt und gefährden somit deren Existenz.

"Die durchschnittliche Erfahrung eines Touristen in Venedig ist meiner Meinung nach ein Alptraum geworden, brutal hässlich." sagt der US-Blogger und Autor Steven Varni gegenüber DPA. Kein Wunder: Kamen früher auf einen Stadtführer rund ein Dutzend Besucher, sind es jetzt etwa 100 auf einmal. Viele der Einwohner Venedigs haben die Stadt bereits verlassen, da der Tourismus das Leben verteuert und andere Arbeitsplätze kaum noch zu finden sind.

Der neue Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, bringt nun eine Idee ins Spiel, die nicht ganz neu, aber auch nicht unumstritten ist: Die Zahl der Touristen an Hotspots der Stadt, wie dem Markusplatz, soll eingeschränkt werden. "Wir wollen den Druck von manchen Gegenden im historischen Zentrum nehmen", erklärt Brugnaro. Zum Einsatz soll dabei ein spezielles Buchungssystem kommen.

Einheimischen, Hotelgästen und Pendlern wird unter gewissen Voraussetzungen uneingeschränkter Zutritt gewährt. Tagestouristen dagegen müssten vorher einen Besuch buchen. Ob dieser dann kostenpflichtig ist, steht allerdings noch nicht fest. Auch für die Wasserbusse, die Vaporetti, plant Brugnaro eine Neuerung: Mit Extra-Schlangen sollen die Einwohner Venedigs Priorität beim Betreten der Schiffe haben. "Mein Ziel ist es, Venedig ein bisschen normaler zu machen." so die Begründung des Bürgermeisters.

Ob sich Luigi Brugnaro mit dieser Idee durchsetzen kann, wird sich noch zeigen. Erste Kritik übte bereits der Kulturminister Italiens, Dario Franceschini, der diese Ideen für die falsche Methode hält. Tickets für das historische Zentrum würden den Eindruck einer "geschlossenen Stadt hinterlassen".

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Von Johannes Streng / dpa

gregobagel, iStock Darf der Markusplatz bald nur noch mit Ticket betreten werden? Darf der Markusplatz bald nur noch mit Ticket betreten werden?
Berliner Gruselpark wieder für Öffentlichkeit zugänglich https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/berliner-gruselpark-wieder-fuer-oeffentlichkeit-zugaenglich.html Jonathan Berg 3411 20150720T125900 Der Spreepark, ein verfallener Rummel im Berliner Plänterwald, soll nun wieder für Besucher geöffnet werden. Allerdings nur vorübergehend. Die meisten Attraktionen sind nach wie vor desolat und von Wildwuchs befallen. Das beliebte Theaterstück „Spuk unterm Riesenrad“ soll dafür wieder aufgeführt werden.

Seit 13 Jahren liegt das Gelände des ehemaligen Spreepark Berlin brach. Nach der Wende wurde der im einstigen Ost-Berlin gelegene Freizeitpark nach westlichem Vorbild umgestaltet. Doch nach und nach blieben die Besucher aus und die Betreiber mussten wirtschaftliche Einbußen verzeichnen.

Thriller-Kulisse Spreepark

Seit der Schließung im Jahr erfreut sich der Park allerdings zunehmend an Popularität. Unter anderem deshalb, weil der Spreepark mit seinen verlassenen Attraktionen gerne als gruselige Kulisse in heimischen und internationalen Filmproduktionen genutzt wird.

Nach langem Streit um die Eigentumsverhältnisse kaufte das Land Berlin Anfang 2014 das Erbbaurecht zurück. Seitdem sind Touren auf dem Gelände nicht mehr möglich. Die Grün Berlin GmbH soll das Areal nun wieder langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Das kann allerdings noch eine Weile dauern.

In diesem Sommer kann man dafür Wiederaufführungen von „Spuk unterm Riesenrad“ sehen. Allerdings dürfen maximal 200 Besucher pro Vorstellung auf das Areal. Geht es nach Grün Berlin Geschäftsführer Christoph Schmidt, soll sich schon ganz bald das Riesenrad auch wieder drehen. Doch um das Rad endgültig wieder in Gang zu bringen, müssen noch etliche Verhandlungen geführt werden.

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Von Jonathan Berg

© thinkstock Der Spreepark öffnet im Sommer 2015 seine Pforten, allerdings nur kurz. Der Spreepark öffnet im Sommer 2015 seine Pforten, allerdings nur kurz.
Hamburger Speicherstadt ist Weltkulturerbe https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/hamburger-speicherstadt-ist-weltkulturerbe.html Hannah Sommer 3407 20150708T153500 Der Ausgang um die Olympia-Bewerbung 2024 ist noch offen, doch einen vielleicht noch wichtigeren Titel hat Hamburg nun sicher. Die weltberühmte Speicherstadt und das angrenzende Kontorhausviertel wurden von der UNESCO zum Welterbe ernannt. Es ist die 40. Welterbestätte in Deutschland.

Die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem berühmten Chilehaus stehen künftig unter dem besonderen Schutz der Vereinten Nationen. Das Welterbekomitee der UNESCO hat die Wahrzeichen der maritimen Vergangenheit der Hansestadt in seine Liste aufgenommen. Es ist das erste Weltkulturerbe für Hamburg und die 40. derartige Stätte in Deutschland, die nun in einer Reihe mit den Pyramiden von Gizeh steht.

Das Komitee würdigte Speicherstadt und Kontorhausviertel als einzigartige Symbole der „Folgen des rasanten internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert“. Die zwischen 1885 und 1927 errichteten Backsteinspeicher mit Kanälen und Brücken bilden das weltweit größte zusammenhängende, einheitliche Ensemble seiner Art. Das benachbarte Kontorhausviertel war Anfang des 20. Jahrhunderts das erste reine Büroviertel in Europa.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte zu der Entscheidung: „Wir sind uns der großen Ehre bewusst und nehmen nun gern die Verantwortung für den Schutz und die Vermittlung dieses Erbes wahr.“ Das Chilehaus war bereits 1999 von Deutschland für die UNESCO-Liste vorgeschlagen worden. 2007 wurde die Bewerbung um Speicherstadt und Kontorhausviertel erweitert.

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Von Hannah Sommer

© thinkstock Die roten Backsteingebäude der Speicherstadt sind weltberühmt. Die roten Backsteingebäude der Speicherstadt sind weltberühmt.
Welche Gesten im Ausland missverstanden werden https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/welche-gesten-im-ausland-missverstanden-werden.html Jonathan Berg 3406 20150705T143700 Bei der Verständigung im Ausland kann es oft zu Problemen kommen, denn Handbewegungen und Gesten können außerhalb des eigenen Kulturkreises zu Missverständnissen führen. Wir verraten Ihnen die schlimmsten Gestik-Fauxpas im Ausland! © Madjuszka, iStockWährend der nach oben gestreckte Daumen in Deutschland beispielsweise „alles super“ bedeutet, kann er in der Türkei als eine Einladung zu homosexuellen Praktiken gedeutet werden© bulentozber, iStockWährend der Gast einer Bar in Deutschland mit dieser Geste zwei Drinks bekommt, erhält er in Japan gleich sechs. Denn hier steht der Daumen für die Zahl fünf© Ridofranz, iStockDas Siegeszeichen wird bei umgedrehter Hand in Großbritannien, auf Malta oder in Australien als eine schlimme Beleidigung angesehen© seanika, iStockDie herausgestreckte Zunge ist in manchen Teilen Chinas sowie in Tibet eine gängige Form der Begrüßung.© Malven, iStockIn Spanien, Portugal, Italien, Malta, Tunesien, Griechenland, Türkei, Südostasien oder Südamerika muss man jemanden mit nach unten gerichteter Hand zu sich heranwinken© vjotov, iStockDiese Geste bedeutet in den USA „Ich liebe dich“. In Italien und Spanien verhöhnt man damit hingegen betrogene (bzw. gehörnte) Ehemänner© CHAIWATPHOTOS, iStockDiese Geste ist in Griechenland, Russland oder auch der Türkei eine obszöne Schmähung. Belgier, Franzosen und Tunesier bezeichnen ihr Gegenüber damit als „Looser“© Bibica, iStockWer in den USA den Vogel gezeigt bekommt, kann das als Kompliment auffassen, denn es bedeutet, dass man besonders clever ist© luna4, iStockFür uns bedeutet die in die Handfläche geschlagene Faust nichts Gutes: In Südafrika dagagen zeigt diese Geste Einverständnis.© VeryUlissa, iStockMit dem Finger zeigen: In Südafrika und Thailand macht man sich damit alles andere als Freunde Die schönsten Freibäder Deutschlands https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-schoensten-freibaeder-deutschlands.html MARCO POLO Online-Redaktion 3401 20170801T105600 Sommer, Sonne, Badespaß! Vor allem in den Sommerferien zieht es viele in die Freibäder zum Schwimmen, Sonnen und Relaxen. Wir stellen Ihnen die schönsten Freibäder Deutschlands vor! © junyyeung, iStockIm Öko-Bad Lindenthal in Leipzig ist Chemie tabu.© SWM/ Denise KrejciIn München verspricht das Maria Einsiedel-Bad chlorfreien Badespaß.© Inselbad UntertürkheimDas Inselbad in Stuttgart bietet Sprungtürme, Rutschen und ein Nacktbecken.©http://www.darmstadt.de/ Jens SteingässerFür Unterwasserfreunde bietet das Mühltalbad im hessischen Darmstadt-Eberstadt ein verglastes Becken. © www.arena-berlin.de/ Helmut KeitelIn Berlin können Schwimmer mitten in der Spree ins Pool hüpfen.© Stadtwerke NeussMit einem Cabrio-Dach ist Schwimmen draußen in Neuss auch im Winter möglich.©www.bbf-frankfurt.de220 Meter Schwimmen - das ist im Brentano-Bad in Frankfurt am Main möglich.© Lammeyer, iStockEntspannt Abtauchen geht im Opelbad in Wiesbaden.© paulprescott72, iStockDas Felsenbad Pottenstein in Oberfranken wird natürlich gereinigt.© junyyeung, iStockIm Öko-Bad Lindenthal in Leipzig ist Chemie tabu. Diese Dinge vermiesen einem den Urlaub am meisten https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/diese-dinge-vermiesen-einem-den-urlaub-am-meisten.html Jonathan Berg 3398 20170708T132400 Eine repräsentative Umfrage hat herausgefunden, was Urlauber an ihrem Reiseziel am meisten stört. Überraschung: Es sind nicht einmal die zu hohen Kosten.

Jeder kennt das: Man möchte entspannen, ausruhen, relaxen, einmal im Jahr einfach nur die Seele baumeln lassen. Nur blöd, wenn ausgerechnet in den Ferien was schief läuft. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Cint hat herausgefunden, was Urlauber am meisten auf die Nerven geht.

Das Schlimmste, was einem im Urlaub widerfahren kann, ist laut Umfrage dreiste Abzocke. 56 Prozent der Befragten empfinden Betrug als den Stimmungskiller schlechthin. Ebenfalls 56 Prozent sagen, dass schlechtes Essen einem die Erholung so richtig ruinieren kann. Wenn das Gastroerlebnis auf niederem Niveau empfunden wird, fällt auch der ganze Urlaub ins Wasser.

Bei schlechtem Wetter reagieren die meisten Befragten genauso empfindlich. 55 Prozent der Umfrageteilnehmer sind frustriert, wenn das Wetter an einem vermeintlichen sonnigen Urlaubsort wie beispielsweise Florida nicht den Erwartungen entspricht. Wesentlich höher ist die Toleranzgrenze überraschend bei einem anderen Thema: den Kosten. Zu hohe Preise verderben nur jedem Vierten die Urlaubsfreude.

Oft genannte Ärgernisse waren laut Umfrage auch zu hohe Erwartungen, die man an den Urlaubsort hatte (18 Prozent), eine schlechte Aussicht (15 Prozent) sowie kein Internetzugang (13 Prozent). Insgesamt wurden für die repräsentative Umfrage 1.000 Personen im Alter von 18 bis 65 in 15 Ländern befragt.

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Von Jonathan Berg

© Thinkstock Schlechtes Wetter vermiest vielen Urlaubern die Ferien. Schlechtes Wetter vermiest vielen Urlaubern die Ferien.
E-Zigaretten müssen ab sofort ins Handgepäck https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/e-zigaretten-muessen-ab-sofort-ins-handgepaeck.html Solveig Michelsen 3389 20150701T110700 Ab sofort dürfen elektrische Zigaretten auf Flugreisen nur noch im Handgepäck transportiert werden. Grund dafür: In der Vergangenheit hatten sich bereits mehrere E-Zigaretten im aufgegebenen Gepäck eingeschaltet und dadurch einen Brand verursacht.

Nach einigen Fällen, in denen sich E-Zigaretten im aufgegebenen Gepäck eingeschaltet und dadurch einen Brand verursacht hatten, erließ die in Kanada ansässige Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) nun eine neue Regelung: Fortan dürfen elektrische Zigaretten nur noch im Handgepäck mitgeführt werden. Bei der Entstehung eines Brandes könne so leichter eingegriffen werden.

Aus der Mitführungspflicht im Handgepäck ergebe sich allerdings nicht automatisch die Nutzungserlaubnis der E-Zigarette an Bord. Nur wenige Fluggesellschaften erlauben das „elektronische Rauchen“ während des Flugs. Auch das Laden der elektrischen Zigaretten darf fortan nicht mehr an Bord durchgeführt werden. Zu groß ist die Gefahr, die von den kleinen, aber sehr effektiven Heizelementen der Geräte ausgeht.

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von Solveig Michelsen

© scyther5, iStock E-Zigaretten müssen zwar an Bord gebracht, dürfen aber dort nicht benutzt werden. E-Zigaretten müssen zwar an Bord gebracht, dürfen aber dort nicht benutzt werden.
Die skurrilsten Landschaften der Erde https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-skurrilsten-landschaften-der-erde.html Hannah Sommer 3388 20150616T153800 Manche Landschaften sehen so skurril und surreal aus, dass man sie kaum auf dieser Welt verorten würde. Von Sandsteinformation, Sonnenteilchen und riesigen Sinkhöhlen – das sind 10 atemberaubende Landschaften der Welt. © tiny-al, iStockDie Sandsteinformation The Wave bei Utah in den USA ist surreal anzuschauen© KonArt, iStockDen australischen See Pink Lake kann man nur vom Flugzeug aus bestaunen© Fyletto, iStockDas Wai-O-Tapu Thermal Wonderland in Neuseeland leuchtet in Orange-rot © Yuthongcome, iStockDer Sagano-Arashiyama ist ein dicht bewachsener Bambuswald in Japan© timdeboeck, iStockDie Weiße Wüste in Ägypten ist bekannt für ihre skurrilen Kalksteinformationen© DNY59, iStockDas Great Blue Hole hat einen Durchmesser von knapp 300 Metern © Neutronman, iStockTreten Sonnenteilchen in die Erdatmosphäre ein, beginnen sie zu leuchten© petekarici, iStockDie Kalksteinterrassen von Pamukkale stehen auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes© hadynyah, iStockDie größte Salzpfanne der Welt befindet sich in Bolivien© hugy, iStockDallol in Äthiopien gilt als eines der außergewöhnlichsten Geothermalgebiete der Erde Einmaliges Erlebnis: Sonnenaufgang auf der Zugspitze https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/einmaliges-erlebnis-sonnenaufgang-auf-der-zugspitze.html Hannah Sommer 3385 20150616T150400 Der höchste Berg Deutschlands, ein bilderbuchreifer Sonnenaufgang, eine klare Sicht und das nicht nur auf den Münchener Fernsehturm, sondern auch auf ein bemerkenswertes Naturerlebnis. Erleben Sie einen Sonnenaufgang auf der Zugspitze.

Die dunkelste Stunde ist immer die vor dem Sonnenaufgang, heißt es im Volksmund. Diese Weisheit ist im frühen Morgengrauen auf dem Weg zur Zugspitze in erster Linie wörtlich zu nehmen. Denn wer den Sonnenaufgang an einem der 12 Termine in diesem Sommer erleben will, der muss schon des Nachts die Anreise auf sich nehmen.

Das Angebot der Zugspitzbahnen ist diese Strapaze allerdings wert. Wenn die Gondeln der Tiroler Zugspitzbahn sich für die frühmorgendliche Fahrt mit den Gipfelbesuchern in Bewegung setzt, ist es meist noch stockdunkel auf dem Berg. Auch Minusgrade sind hier selbst im Sommer keine Seltenheit. In einer Höhe von 2.950 Metern und auf einer Strecke von 3,6 Kilometern fahren die Gäste dann durch den dichten Nebel in Richtung des höchsten Punktes des Berges. Auch auf frische Winde muss man hier oben gefasst sein.

Gänsehaut-Feeling auch für Nicht-Bergsteiger

Doch sobald sich der Horizont langsam erhellt, der Himmel sich rosa färbt und die ersten Sonnenstrahlen sich durch die Wolken ihren Weg bahnen, haben sich die Unannehmlichkeiten gelohnt. Der Blick auf den Fernsehturm von München, den Alpenhauptkamm und dem Großglockner beschert auf der Aussichtsterrasse auch so manchem Nicht-Bergsteiger eine Gänsehaut. Von der Plattform aus gelangt man mit ein bisschen Ehrgeiz und gutem Schuhwerk zum vergoldeten Gipfelkreuz in 2.962 Metern Höhe.

Nach dem Sonnenaufgang geht es für Liebhaber eines ausgedehnten Frühstücks dann noch ins Panorama Gipfelrestaurant auf der Plattform, wo man den beeindruckenden Ausblick auf die alpine Hochgebirgswelt bei einem schmackhaften Frühstücksbuffet genießen kann. Hier lässt es sich gemütlich und rustikal ab 18 Euro pro Person speisen, in aller Frühe auf dem höchsten Berg Deutschlands.

Informationen zu den Terminen zum Sonnenaufgang auf der Zugspitze finden Sie unter: www.zugspitze.de oder www.zugspitze.at.

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Von Hannah Sommer

© flocu, Thinkstock Beinahe schon mystisch: der Sonnenaufgang auf der Zugspitze. Beinahe schon mystisch: der Sonnenaufgang auf der Zugspitze.
Spektakuläre Architektur: das Opernhaus in Oslo https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/spektakulaere-architektur-das-opernhaus-in-oslo.html Solveig Michelsen 3381 20150616T145800 Wie ein gewaltiger Eisberg mutet die weiße Halbinsel in Oslo an – künstlich erschaffen für das neue Wahrzeichen der norwegischen Hauptstadt: das Opernhaus. Seine begehbare Dachfläche aus weißem Marmor macht das Gebäude zum Lieblingsplatz vieler Besucher; Architekten reisen von weit her an, um sich inspirieren zu lassen.

Im Jahr 2008 wurde in Oslo das 520 Millionen Euro teure Gebäude – wobei man sich unter „Gebäude“ schon etwas ganz Falsches vorstellt – offiziell eingeweiht: fünf Monate vor der errechneten Fertigstellung. Allein dies ist schon sehr ungewöhnlich. Alles andere aber auch. Denn das Opernhaus, das unmittelbar neben dem Hafen errichtet wurde, protzt nur so vor Superlativen. Da wären zum Beispiel die 36.000 weißen Marmorplatten aus Carrara, die dem architektonischen Wunderwerk einen klaren, eleganten Touch verleihen – und für die Eisberg-Optik verantwortlich sind. Oder die 20.000 Quadratmeter Dachfläche, die öffentlich begehbar sind und für spektakuläre Aussichten auf den Hafen und die Umgebung sorgen.

Wer nach dem Auftakt auf dem marmornen Laufsteg ins Innere des Opernhauses vordringt, wird von einer lichten Halle aus Glas und Holz empfangen mit mikadoartigen Stützen. Die Sanitärtrakte sind frei in den Raum gestellt; die Garderobe besteht aus frei zugänglichen Haken. Auch hier weht skandinavischer Design-Geist und führt vor, wie es eben auch möglich ist. Und was für Architekten eine Reise wert ist, ist auf jeden Fall ein Highlight für alle Oslo-Besucher: Unbedingt ansehen!

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von Solveig Michelsen

© pitr134, iStock Auf der Dachfläche des Opernhauses in Oslo Auf der Dachfläche des Opernhauses in Oslo
Helsinki: kostenloses WLAN in der gesamten Stadt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/helsinki-kostenloses-wlan-in-der-gesamten-stadt.html Solveig Michelsen 3380 20150701T110000 „Helsinki City Open WLAN“ nennt sich das Projekt, das fast flächendeckend kostenfreies WLAN in der finnischen Hauptstadt anbietet – und das in einer Geschwindigkeit, die so manchen Privatzugang alt aussehen lässt. Außerdem: Registrierung ist keine erforderlich, es kann einfach losgesurft werden ...

WLAN-Hotspots haben sich mittlerweile in vielen Großstädten etabliert. Aber Helsinki kann noch einiges mehr: Das bereits 2006 gestartete Projekt „Helsinki City Open WLAN“ sorgt für eine fast flächendeckende Verfügbarkeit, da um jedes städtische Gebäude und auf jedem von der Stadt verwalteten Platz ein kostenfreier Zugang etabliert wurde. Dafür muss man nicht einmal seine E-Mail-Adresse oder andere persönliche Daten hinterlegen, auch kein Registrierungsprozess muss durchlaufen werden – man wird lediglich gewarnt, dass man sich ungesichert durchs Netz bewegt.

Dass das Ganze mehr als nur schöner Schein oder touristisches Aushängeschild ist, zeigt die Geschwindigkeit des WLAN, die sich wirklich sehen lassen kann: Bei 24 Megabits pro Sekunde im Download und beachtlichen 22 Megabits pro Sekunde im Upload wird so mancher Privatnutzer neidisch. Kein Problem also, wenn man zu einem Picknick mitten im Esplanadinpuisto-Park Videos streamen will.

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von Solveig Michelsen

© TanyaSv, iStock Nicht nur futuristisch, sondern auch zukunftsweisend: Helsinki bietet stadtweit kostenfreies WLAN Nicht nur futuristisch, sondern auch zukunftsweisend: Helsinki bietet stadtweit kostenfreies WLAN
Erdbebensichere Häuser für Nepal https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/erdbebensichere-haeuser-fuer-nepal.html 3377 20150610T143100 Das vom Erdbeben stark zerstörte Nepal steht vor der nächsten Katastrophe: Der bald einsetzende Monsunregen hängt wie ein Damoklesschwert über den vielen hunderttausend Obdachlosen. Blitzschnelle Hilfe ist da gefragt, für große Hilfsorganisationen aber nicht so einfach. Außerdem sind viele Straßen in entlegene Regionen zerstört. Ein Mainzer Architekt hat deshalb zusammen mit der Nepalhilfe der VHS Bhaktapur ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen, das innerhalb weniger Wochen Abhilfe schaffen will.

Schnell, effizient, günstig und pragmatisch – all diese Anforderungen erfüllt der ehrgeizige Plan des Mainzer Architekten Siegmar Weinz. Er entwirft erdbebensichere Häuser, die nicht nur kostengünstig sind, sondern auch noch schnell zu bauen – innerhalb einer Woche sei es zu schaffen, ein Hausskelett zu errichten, das vorerst mit einer Plane umspannt wird. Aus dieser regensicheren Unterkunft heraus können die Bewohner dann peu à peu die Bambus-Lehm-Wände einziehen und fertigstellen. Wichtiges Detail der Hauskonstruktion: Sämtliche Teile müssen per Hand tragbar sein, denn gerade in abgelegenen Bergregionen sind die Straßen oft nicht mehr intakt.

Als Partner konnte die Nepalhilfe der VHS Bhaktapur gewonnen werden, die mit ihrem internationalen Team vor Ort koordiniert und organisiert. Bauteile müssen verteilt werden, die Errichtung braucht Anleitung und Unterstützung. Außerdem müssen die bedürftigsten Familien ausgewählt werden, die in den Genuss der ersten Häuser kommen. In Haus Nummer eins soll der 19-jährige Badri ziehen, der durch das Erdbeben seine Großmutter verloren hat und nun seine vier jüngeren Geschwister alleine groß ziehen muss.

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von Solveig Michelsen

Baupläne und weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf der Seite www.vhsbhaktapur.org/nepalhilfe

© Baubüro S.Weinz Fotorealistische Bauanimation eines erdbebensicheren Hauses in Nepal Fotorealistische Bauanimation eines erdbebensicheren Hauses in Nepal
Eröffnung der Aussichtsplattform vom One World Trade Center https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/eroeffnung-der-aussichtsplattform-vom-one-world-trade-center.html Hannah Sommer 3371 20150528T092600 Bald ist es soweit: Das One World Trade Center auf dem Ground Zero in New York öffnet seine Pforten für die Besucher der neuen Aussichtsplattform, die mit spektakulärer Aussicht auf den Big Apple auffahren kann.

Wahrscheinlich gibt es keine Stadt auf der Welt, die New York City in Sachen coole Rooftop-Bars und Aussichtspunkten das Wasser reichen kann. Zum berühmten Empire State Building und dem Rockefeller Center gesellt sich nun die neueste Attraktion am Ground Zero: Am 29. Mai wird dort nämlich die neueste Aussichtsplattform der Stadt eröffnet.

Nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 wurde am Ground Zero, wo einst das World Trade Center stand, ein neues Gebäude mit Namen One World Trade Center errichtet, das erst letztes Jahr fertiggestellt wurde. Hier können Besucher auf dem Hauptaussichtspunkt in der 100. Etage eine atemberaubende Aussicht über die Stadt, die niemals schläft, genießen. Nach oben gelangt man in genau 47 Sekunden mit dem „schnellsten Fahrstuhl der westlichen Hemisphäre“, wie der Besucherdienst mitteilt.

Wo Geschichte und Gegenwart sich vereinen

Wer aus 382 Metern Höhe die Stadt von oben sehen möchte, kann das an jedem Wochentag für umgerechnet 29 Euro in Angriff nehmen. Wenn man es ganz genau nimmt, sind die allerdings hier besser angelegt, als bei einem Besuch des Empire State Buildings, dessen Plattform rund 9 Meter tiefer liegt, als die des neuen World Trade Centers. Neben dem Ausblick zahlt der Besucher mit dem Eintritt auch für den „Stimmen“-Raum, in dem Ingenieure und Architekten über den Bau des One World Trade Centers berichten, und einer eindrucksvollen Filmsequenz im Fahrstuhl, die den Bau der weltberühmten Stadt über 500 Jahre veranschaulicht.

Der Bau des One World Trade Centers, von dem aus man einen 80 Kilometer weiten Blick genießen kann, verschlang rund 3, 1 Milliarden Euro. Die krumme Zahl der exakten Höhe des Gebäudes, das 1.776 Fuß (541 Meter) misst, war kein Zufall: Im Jahre 1776 erklärten die dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und gründeten so einen souveränen Staatenbund.

Bereits vor der Eröffnung der neuen Aussichts-Plattform wurden 350.000 Karten verkauft. Ein Museum und das Empty Sky Memorial, ein Mahnmal, das unter Anderem an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September erinnert, befinden sich in nächster Nähe.

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Von Hannah Sommer

© batuhanozdel, Thinkstock Soll die Besucher anlocken: das One World Trade Center. Soll die Besucher anlocken: das One World Trade Center.
Die extremsten Wetterorte der Welt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/die-extremsten-wetterorte-der-welt.html DuMont Reise Online-Redaktion 3369 20150526T162900 Während einige Orte unter extremer Kälte erstarren, ächzen andere unter extremer Hitze. Wir präsentieren Ihnen die extremsten Wetter-Orte der Welt! © iSailorr, iStockDas russische Dorf Oimjakon misst -50 Grad im Winter© Paha_L , iStockAuf der kalten Bouvetinsel südlich von Afrika leben nur Pinguine und Seevögel© absolutely_frenchy , iStock"Sahara" Extreme: bis zu 50 Grad am Tag, bis zu -30 Grad in der Nacht © jokos78, iStockUnberechenbares Wetter in Patagonien© rapier, iStockDie Wüste "Lut" im Iran: Mit 70,7 Grad einer der heißesten Orte der Welt © Nouk, iStockEisige Winter: -48 Grad in Grönland © PatrickPoendl, iStockDer zweithöchste Berg der Welt: K2 in Pakistan© axily, iStock320 Kilometer pro Stunde schnelle Winde in der Antarktis© fkienas, iStockEisige Kälte auf den höchsten Bergen Kanadas in Yukon © joelindsay, iStockMit -89,2 Grad der kälteste Ort der Erde: Wostock in der Antarktis Dengue-Fieber grassiert in Brasilien https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/dengue-fieber-grassiert-in-brasilien.html Solveig Michelsen 3361 20150521T112100 Nach schwerwiegenden Epidemien in Mittelamerika grassiert das Dengue-Fieber nun in Brasilien. Seit Jahresbeginn seien mehr als 740.000 Menschen daran erkrankt, meldet der ADAC. Reisende nach Brasilien und Mittelamerika sollten sich deshalb verstärkt vor Mücken – die Überträger des Fiebers – schützen.

Vor allem in den feuchtheißen Gebieten des Nordostens Brasiliens und in den tropischen Regenwaldgebieten ist erhöhter Mückenschutz angebracht: Dort ist der Lebensraum ideal für die tagaktiven Mücken, die das Dengue-Fieber übertragen. Aber auch im urbanen Raum breitet sich die Krankheit schnell aus, da die Überträger nicht von der hygienischen Situation abhängig und bestens an das Stadtleben angepasst sind. Ansteckungsgefahr ist deshalb auch in Großstädten und sauberen Resorts gegeben. Da es noch keinen Impfschutz gibt, sollte man zu mückenabwehrenden Sprays und langer Kleidung greifen.

Ist man infiziert worden, machen sich Symptome wie hohes Fieber, Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen sowie Schweißausbrüche bemerkbar. Nach einigen Tagen können ein masernähnlicher Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen hinzukommen. Die Inkubationszeit beträgt dabei drei bis vierzehn Tage. Bei Komplikationen, einer Zweitinfektion durch einen anderen Denguetyp oder allgemein schwachem Gesundheitszustand kann der Krankheitsverlauf lebensbedrohlich sein.

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von Solveig Michelsen

© AbelBrata, iStock Einzige mögliche Maßnahme gegen das Dengue-Fieber: Mückenschutz Einzige mögliche Maßnahme gegen das Dengue-Fieber: Mückenschutz
Kein Alkohol mehr in Indonesien? https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/kein-alkohol-mehr-in-indonesien.html Solveig Michelsen 3353 20150512T171400 Die indonesische Regierung hat den Alkoholverkauf weitgehend eingeschränkt: Kleine Geschäfte dürfen nun auch kein Bier mehr oder andere leicht alkoholische Getränke verkaufen. Von der Regelung ausgenommen ist nur die mehrheitlich hinduistisch geprägte Insel Bali.

Mit rund 200 Muslimen auf 240 Millionen Einwohner besitzt Indonesien die größte muslimische Bevölkerung der Welt. Diesen ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass Alkohol produziert und konsumiert wird. Für den Verkauf von Hochprozentigem brauchte man deshalb eine Sondergenehmigung, die nur sehr schwer zu bekommen war. Nun werden auch leichte Alkoholika wie Bier noch aus den kleinen Läden verbannt. In Supermärkten, Einkaufszentren, Hotels, Bars und Restaurants ist der Gerstensaft aber weiterhin zu bekommen.

Auch Bali machte sich für eine Ausnahmeregelung stark. Hier darf Bier und ähnlich Niedrigprozentiges weiterhin am Strand verkauft werden. Unterdessen fordern islamische Parteien ein vollständiges Alkoholverbot, das die komplette Produktion, den Verkauf und den Konsum beinhalten soll. Hintergrund dessen sind nicht nur religiöse Motive, sondern auch die Tatsache, dass es immer wieder zu Massenvergiftungen durch gepanschten Alkohol kommt. Selbst das Auswärtige Amt warnt Touristen vor Alkoholkonsum in Indonesien, da zahlreiche Getränke mit Methanol verunreinigt sind.

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© Arand, iStock Vorsicht vor Alkoholkonsum in Indonesien! Vorsicht vor Alkoholkonsum in Indonesien!
Leidenschaftliches Neapel: Sehenswürdigkeiten der Hafenstadt https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/leidenschaftliches-neapel-sehenswuerdigkeiten-der-hafenstadt0.html Hannah Sommer 3350 20150512T170000 Neapel mag nicht so liebreizend sein wie Florenz oder so beeindruckend wie Rom. Die drittgrößte Stadt des Landes steht mit ihrem Chaos und ihren engen kleinen Gassen jedoch als Synonym für Leben und Leidenschaft und gilt als die italienischste aller Städte. Hier kann man zwar weniger entspannen, dafür aber umso besser essen und entdecken. Und wer Ruhe sucht, kommt auf den drei Inseln Capri, Ischia und Procida garantiert auf seine Kosten. lachris77, iStockDer vor Neapel gelegene Vesuv gilt als einer der gefährlichsten Vulkane der ErdeEdella, iStockIm Archäologischen Nationalmuseum von Neapel wird dem Phallus gehuldigtChiarito, iStockPizza wurde angeblich in Neapel erfunden Angelafoto, iStockZur Adventszeit ist die Via San Gregorio Armeno ein echter Geheimtipppiola666, iStockIn Neapel wurde der Kult um Fußball-Star Diego Maradona begründetyyyahuuu, iStockDie Sfogliatelle ist eine Gebäckspezialität aus NeapelSvariophoto, iStockDie Spezialität Baba au rhum bekommt man überall auf den Straßen Neapelsyanta, iStockAuf Capri dem Trubel Neapels entkommenOnTheWind, iStockIschia lockt mit langen BadesträndenRonnybas, iStockProcida ist die kleinste und entspannteste der drei Inseln Wandern auf dem Jakobsweg https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/wandern-auf-dem-jakobsweg.html Hannah Sommer 3349 20150521T111700 Wandern auf Pilgerrouten erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Klassiker ist der Jakobsweg zum spanischen Santiago de Compostela. Welche Route sich eignet oder was unbedingt ins Gepäck gehört: Die Reise mit spirituellem Ursprung will gut vorbereitet sein.

Bei der Planung der Wanderroute ist zunächst entscheidend, wie viel Zeit zur Verfügung steht. Denn hinter dem Oberbegriff „Jakobsweg“ verbergen sich eine ganze Reihe von Pilgerwegen durch Europa, eine Vielzahl davon führt auch durch Deutschland. Alle Strecken enden in Santiago de Compostela im äußersten Nordwesten Spaniens. Dort soll der Apostel Jakobus der Ältere, im Spanischen „Santiago“ genannt, begraben liegen. Der klassische Jakobsweg ist der Camino Francés. Seit Hunderten von Jahren pilgern Wallfahrer die rund 770 Kilometer lange Strecke von den Pyrenäen aus. 1993 wurde die Route in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Traditionelle Ausgangspunkte dieses Jakobswegs sind Saint-Jean-Pied-de-Port im französischen Baskenland oder der Pyrenäen-Grenzübergang Col du Somport. Gewandert werden kann natürlich das ganze Jahr über. Empfehlenswert sind aber Mai und Juni. Danach kann es auf der Hauptroute und in den Herbergen sehr voll und zudem sehr heiß werden. Neben Flügen etwa nach Biarritz oder Pamplona bieten sich direkte Verbindungen zahlreicher Busanbieter zu den abgelegenen Bergpässen an. Besonderes Augenmerk sollte der angehende Pilger aber auf die Heimreise legen. In Santiago de Compostela sammeln sich alle Wallfahrer, entsprechend teuer und schnell ausgebucht können Flüge werden.

Höchstleistungen oder Einkehr

Zum Kalkulieren der Reisezeit ist die jeweilige Fitness ausschlaggebend. Sie sollte auf keinen Fall überschätzt werden, um Überforderung und im schlimmsten Falle einen Abbruch zu vermeiden. Als Faustregel wird angenommen, dass ein einigermaßen sportlicher Wanderer 15 bis 32 Kilometer am Tag zurücklegen kann. Bei trainierten Pilgern sind bis zu 45 Kilometer täglich möglich. Für so manchen Wanderer auf dem Jakobsweg ist aber weniger die sportliche Leistung, als der bewusste Genuss von Landschaft, Sehenswürdigkeiten und spirituellen Eindrücken entscheidend.

Bei einer langen Wanderroute ist die optimale Ausrüstung entscheidend. „Optimal“ bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem auch „so wenig wie möglich“, denn schon nach kurzer Zeit macht sich jedes überflüssige Gramm bemerkbar. Hilfreich ist es, sich mit der Auswahl des Rucksacks feste Packgrenzen zu setzen. Wer nicht zeltet, sondern jeden Abend in einer Herberge einkehrt, kommt locker mit einem 40-Liter-Modell aus. Hinein gehört auf jeden Fall eine Notfall-Apotheke. Gute Dienste können Wanderstöcke leisten. Umfangreiches Kartenmaterial ist gerade auf den Hauptrouten meist nicht nötig. Hier helfen bei der Orientierung Wegmarken mit Jakobsmuschel und gelbem Pfeil.

Schuhe gut testen

Beim Schuhwerk scheiden sich oft die Geister an robusten, schweren Modellen oder modernen Fliegengewichten. Entscheidend ist der individuelle Geschmack und dass neue Schuhe zuvor ausgiebig getestet und eingelaufen werden. Auch im Sommer sollten eine winddichte Regenjacke und ein warmer Pullover im Gepäck sein. Eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz sind Pflicht, ein Dreieckstuch kann als Mundschutz gute Dienste leisten.

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Von Hannah Sommer

© focalmatter, iStock Der Jakobsweg zieht immer mehr Menschen an. Der Jakobsweg zieht immer mehr Menschen an.
La Gomera bietet Wanderspaß und Natur pur https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/la-gomera-bietet-wanderspass-und-natur-pur.html Jonathan Berg 3342 20150506T162200 Für alle, die es fernab des Touristenrummels etwas entspannter angehen lassen möchten, bietet La Gomera die perfekten Bedingungen. Die zweitkleinste Insel der Kanaren hat mit ihrem milden Klima und den abwechslungsreichen Landschaften alles, was das Herz von Naturfans, Wanderfreunden und gestressten Großstädtern höher schlagen lassen dürfte. © MPRedaktion, AgencyLa Gomera erreicht man mit der Fähre von Teneriffa© MPRedaktion, AgencySan Sebastián ist die pittoreske Hauptstadt der Insel© MPRedaktion, AgencyDas „Valle Gran Rey“ erfreut sich bei Reisenden wachsender Beliebtheit© MPRedaktion, AgencyWasserfälle und sattes Grün verleihen La Gomera auch ein tropisches Aussehen© MPRedaktion, AgencyAuf Wandertouren kann die beeindruckende Landschaft entdeckt werden© MPRedaktion, AgencyDer Leuchtturm Faro de San Christobal liegt inmitten einzigartiger Natur © MPRedaktion, AgencyDer Nationalpark Garajonay bedeckt 10 Prozent von La Gomera © MPRedaktion, AgencyDie Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción gilt als schönstes Gotteshaus der Insel© MPRedaktion, AgencyLa Gomera hat nur wenige Badestrände, dafür aber konstant warmes Wasser© MPRedaktion, AgencyLa Gomera beeindruckt mit prächtigen Felsformationen „Glamping“: Die neue Art glamourös zu campen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/glamping-die-neue-art-glamouroes-zu-campen.html Jonathan Berg 3341 20150506T140600 Ungeziefer im Zelt, feuchte Liegen, dürftige Hygiene – Camping ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Für die, die es ein wenig komfortabler mögen, ist der Reisetrend „Glamping“ genau das Richtige. Hier erfahren sie, wo das behagliche Zelten ganz besonders viel Spaß macht.

Glamouröses Camping, auch Glamping genannt, erfreut sich bereits seit geraumer Zeit wachsender Beliebtheit. Sauberer, komfortabler und doch romantisch und naturverbunden – beim Glamping werden Ferienträume wahr und scheinbare Gegensätze vereint. Ob Block- oder Baumhaus, Iglu oder Luxus-Zelt, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Reiseziel will trotzdem gut gewählt sein. Diese drei Glamping-Hotspots haben einiges zu bieten.

Alpenromantik in der Schweiz

Modern und cool Glampen lässt es sich vor allem in der Schweiz. Hier verlebt man den Luxus-Camping-Urlaub in sogenannten Whitepods. Höchster Komfort auf 40 Quadratmetern garantieren dabei wahre Campingfreuden. Ein offener Kamin, eine eigene Terrasse mit Alpenblick und komfortablen Betten werden selbst den höchsten Glamping-Ansprüchen gerecht. Eine Skipiste im Winter und ein eigenes Spa auf der Anlage bieten Freizeit- und Wellnessangebote, die sich sehen lassen können.

Campen in italienischen Baumwipfeln

In Italien gibt es Glamping-Angebote, die das innere Kind in uns wiedererwecken. Das Baumhaus, von dem man früher immer träumte, findet sich hier in Form von über 80 Quadratmeter großen, holzigen vier Wänden und das hoch in den Bäumen Italiens. Auch die Aussicht ist dem heimischen Garten mit Sicherheit vorzuziehen: Beim Genuss des ersten Morgenkaffees, der standesgemäß im Baumhaus serviert wird, blickt der geneigte Glamper auf Olivenhaine und Lavendelfelder im Glanze des mediterranen Sonnenaufgangs. Mehr Glamping geht nicht.

Abenteuer im Eis

Auch für exzentrische Luxus-Camper gibt es aufregende und ausgefallene Möglichkeiten echte Abenteuer zu erleben. Im nördlichen Schweden können wetterfeste Glamper in echten Iglus übernachten. Kunstvolle Verzierungen an den Wänden und ein aus Eis geschlagenes und schmuckvoll gezimmertes Bett sind das absolute Highlight dieser kühlen Urlaubsunterkunft. Geschlafen wird in dicken Expeditionsschlafsäcken und auf Rentierfellen bei ungefähr minus fünf Grad Innen- und minus 30 Grad Außentemperatur. Wie exklusiv diese Glamping-Möglichkeit tatsächlich ist, wird spätestens ab April auch dem verwöhntesten Luxus-Camper klar, denn dann schmilzt das eisige Camping-Paradies langsam aber sicher hinweg.

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Von Jonathan Berg

© Machine Headz, iStock Warum unbequem, wenn’s auch komfortabel geht – Reisetrend Glamping. Warum unbequem, wenn’s auch komfortabel geht – Reisetrend Glamping.
Hamburger Hafengeburtstag mit „Queen Elizabeth“ https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/hamburger-hafengeburtstag-mit-queen-elizabeth.html Hannah Sommer 3323 20150430T172900 Bald feiert Hamburg seinen 826. Hafengeburtstag. Da darf es an gutem Programm und natürlich insbesondere an prominenten Gästen nicht fehlen. Die Königin unter den Kreuzfahrtschiffen gibt sich zu diesem Anlass ebenfalls die Ehre.

Jan Delay vertraut dem „Sound aus Hamburg-City“. Für Sylvie Meis ist die Stadt „ein Märchen“. Musiklegende Tom Waits erinnert sich vor allem an wenige Erinnerungen langer Nächte in der Hansestadt und Ex-Beatle John Lennon sagte einst, er wäre in Liverpool geboren, aber in Hamburg aufgewachsen. Doch nicht nur Prominente lieben die Stadt am Meer. Die nordische „Perle“ zählt allgemein zu den beliebtesten Städten Deutschlands.

Bei so viel Zuspruch und Popularität darf man sich auch hin und wieder einmal selbst feiern, und das tut Hamburg anlässlich seines 826. Hafengeburtstags nun auch gebührlich. Vom 8. bis 10. Mai feiert die Stadt diesen erfreulichen Ehrentag nun mit bestem Unterhaltungsprogramm und gleich einer ganzen Flotte „Schiffsprominenz“- allen voran das elegante Luxus-Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“.

Doch auch andere bekannte Kreuzfahrtschiffe zeigen sich beim angeblich „größten Hafenfest der Welt“. Unter den insgesamt 300 Schiffen, die sich in Hamburg aus nächster Nähe beobachten und sogar besichtigen lassen, werden sich auch die „MS Europa 2“, die „Artania“ und die „Amadea“ unter den Besuchern finden. Auch das Segelschulschiff „Gorch Fock“ gibt sich an Hamburgs großem Wochenende die Ehre. Ebenso schickt auch das Partnerland, die Niederlande, viele holländische Schiffe zu der Veranstaltung.

An Highlights mangelt es am Geburtstag der Hansestadt nicht, denn davon stehen ungefähr 200 auf dem Programm, darunter auch das Hamburger Schlepperballett, ein Segeljacht-Rennen und ein Feuerwerk. Musikalisch findet sich hier alles von Folk bis Jazz. Für Kinderprogramm, maritime Märkte, Fahrgeschäfte und kulinarische Highlights ist ebenfalls gesorgt. Dieser Geburtstag kann kommen. Hamburg, ahoi!

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Hannah Sommer

© fallbrook, iStock Beehrt Hamburg zum Hafenfest – der Kreuzfahrtriese „Queen Elizabeth“. Beehrt Hamburg zum Hafenfest – der Kreuzfahrtriese „Queen Elizabeth“.
In diesen Städten schmeckt Kaffee besonders gut https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/in-diesen-staedten-schmeckt-kaffee-besonders-gut.html Jonathan Berg 3319 20170122T000000 Möchten Sie Kaffeekultur lieber lustvoll zelebrieren, anstatt sich beim nächsten Bäcker einen Cappuccino im Pappbecher zu bestellen? Von Mocca in Istanbul bis hin zum Cortado in Madrid: Wir stellen Ihnen hier die schönsten europäischen Städte für den ausgedehnten Kaffeegenuss vor. Rrrainbow, iStockIn Wien wird Kaffeekultur gelebt, wie nirgendwo sonst auf der WeltGoodLifeStudio, iStockIn Budapest huldigt man in mehr als 600 Cafés dem Genuss des HeißgetränksOZ_Media, iStockDie türkische Kaffeekultur ist seit 2013 ein von der UNESCO anerkanntes KulturerbeMACIEJ NOSKOWSKI, iStockDie zahlreichen Cafés gehören zu Paris wie Eiffelturm und LouvrePRG-Estudio, iStockDer „kleine Schwarze“ gehört in Madrid zur spanischen LebensartNicolamargaret, iStockIm Kaffeeliebhaberland Italien ist Florenz eine besonders gute WahlNikada, iStockDie tschechische Hauptstadt Prag hat allerlei zu bieten – auch kaffeetechnischclu, iStockDas Café Einstein in Berlin gilt als eines der ältesten Kaffeehäuser der StadtMeinzahn, iStockIn Venedig hat der Kaffeegenuss eine lange Traditionyulia-bogdanova, iStockIn Lissabon wird zum Cortado traditionell ein Pastel de Nata gereicht Europas Ruhepole unter den Urlaubszielen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/europas-ruhepole-unter-den-urlaubszielen.html Hannah Sommer 3318 20180708T000000 Übervolle Strände, lautes Kindergeschrei, übereifrige Animateure – all das gehört für viele Menschen nicht unbedingt zu einem angenehmen Urlaub. An diesen besinnlichen Urlaubsorten können Sie ganz bei sich und für sich sein.

Gute Freizeitplanung im Urlaub sieht meist für jeden anders aus. Gerade Urlauber vom Land möchten in ihren Ferientagen vor allem unterhalten werden, Dinge erleben und ausprobieren, die auf dem Land oft nicht möglich sind. Und dann gibt es da noch die, in deren Leben sich im Alltag oft so viel abspielt, dass für sie der größte Luxus vor allem Einsamkeit, Ruhe und Stille bedeutet. In Lettland, Italien und Irland findet man besonders schnell wieder zu sich selbst.

Jurmalciems in Lettland

Hoch oben an der südlichen Ostseeküste Lettlands liegt der kleine Ort Jurmalciems. Das kleine Fischerdorf gehört zu den entlegensten Ecken und zeichnet sich vor allem durch den kleinen Hafen, die Räucherei und die Fischer aus, die in den Bootshallen ihre Netze flicken. Es passiert nicht viel in Juralciem, und das ist genau das, wofür das Dorf von Urlaubern so geschätzt wird. Stundenlange Spaziergänge, ohne jemandem zu begegnen, kann man nur an wenigen Stränden der Welt genießen. Günstig ist Jurmalciems obendrein.

Monte Isola in Italien

Wer vor allem dem Verkehrslärm und der miefigen Stadtluft entkommen möchte, der ist in Monte Isola genau richtig: Von Verkehrslärm keine Spur, denn Autos sind hier verboten. Die Einheimischen behelfen sich vor allem mit Motorrollern. Mit diesem Ort hat es außerdem eine besondere Bewandtnis auf sich: Er ist nämlich Europas größte südlichste Binneninsel und liegt mitten im See Lago Iseo. In kleinen Pensionen lässt es sich bequem, zünftig und günstig wohnen. Spaziergänge, Wanderungen und Fahrradtouren fördern die Entspannung. Abends lässt sich hier vor allem der frische Fisch genießen.

Aran Islands in Irland

Auf der kleinen Inselgruppe vor der Westküste Irlands im Atlantik scheint die Zeit stillzustehen. Altehrwürdige irische Traditionen und sogar die gälische Sprache existieren hier noch. Fortbewegung findet vor allem mit Kutschen statt. Einige wenige Pensionen bieten eine Unterkunft an. Abends gibt es dann das deftige Nationalgericht, das Irish Stew, mit einem echten Guinness Bier. Dazu spielen irische Seebären auf der Gitarre und singen uralte gälische Volkslieder. Die endlosen saftig-grünen Wiesen, die raue See und die Abgeschiedenheit geben dabei das Gefühl, an eines der schönsten Enden der Welt geflüchtet zu sein.

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Von Hannah Sommer

© Andrew_Mayovsykyy, iStock Auf der italienischen Insel Monte Isola kommen Sie ganz sicher zur Ruhe. Auf der italienischen Insel Monte Isola kommen Sie ganz sicher zur Ruhe.
Québec bekommt neuen Nationalpark https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/quebec-bekommt-neuen-nationalpark.html Solveig Michelsen 3317 20150429T110300 Schon mal von Laurentides gehört? Nein? Diese Region im Süden Québecs ist Anziehungspunkt vieler Naturliebhaber: Felsige Plateaus, verwunschene Seen und weite Wälder machen ihren Reiz aus. Nun soll sie mit dem Status „Nationalpark“ besonders geschützt werden – ab 2017 unter dem Namen „Parc National d'Opémican“.

Im Süden der frankokanadischen Provinz Québec soll im Jahr 2017 ein neuer Nationalpark eingeweiht werden: Der Parc National d'Opémican wird dann mit 253 Quadratkilometern der 26. Nationalpark der Provinz sein. Charakteristisch für ihn sind seine Rot- und Weymouth-Kiefern, die weite Flächen bedecken, unterbrochen von felsigen Plateaus und Abbrüchen sowie vom See Témiscamingue und dem Fluss Kipawa – alles alte indianische Siedlungsgebiete.

Naturfreunde und Wanderer genießen die schier endlos scheinenden Weiten, Angler und Rafter freuen sich über die abwechslungsreichen Gewässer im Park. Im Winter kommen Langläufer, Skifahrer und Snowboarder auf ihre Kosten: Der Mont Tremblant ist als Wintersportort bekannt. Selbst für Gourmets hält der Nationalpark Sinnliches bereit: Auf der Feinschmecker-Route lassen sich regionale Spezialitäten verkosten.

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von Solveig Michelsen

© SHSPhotography, iStock Ein Paradies für Naturliebhaber: die Region Laurentides im Süden Québecs Ein Paradies für Naturliebhaber: die Region Laurentides im Süden Québecs
Dolce Vita in den Abruzzen https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/dolce-vita-in-den-abruzzen.html Solveig Michelsen 3303 20150420T161900 Gardasee, Toskana und Sizilien – das kennt mal als Italienurlauber noch. Aber wie steht es um die Abruzzen? Die weitläufigen Sandstrände an der Ostküste Italiens stehen bei den Einheimischen hoch im Kurs, und auch die beeindruckenden Naturparks sind eine Reise wert. Dazu kommt mediterranes Lebensgefühl pur und authentisches Flair – was will man mehr?

Die Abruzzen sind zuletzt wegen eines tragischen Ereignisses in die Schlagzeilen geraten: Die Kulturstadt L'Aquila – das „Salzburg der Abruzzen“ – wurde im Jahr 2009 durch ein schweres Erdbeben zu großen Teilen zerstört und ist auch heute noch von einem normalen Alltag weit entfernt. Die Touristen zieht es also an die Strände und in die Naturparks, die rund ein Drittel der gesamten Landesfläche ausmachen. Das bekannteste Naturschutzgebiet unter ihnen ist der Gran-Sasso-Nationalpark, der aus einer wilden Landschaft besteht, geprägt von gezackten Gipfeln, Kämmen und senkrecht abfallenden Wänden. Auch das „Tal der hundert Wasserfälle“ beeindruckt jeden Besucher.

Eigentlicher Anziehungspunkt der meisten Urlauber aber sind die weitläufigen Sandstrände der beschaulichen Küstenorte, die eine hervorragende Wasserqualität zu bieten haben, gepflegt und mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sind. In Cafés und Clubs trifft man fast ausschließlich auf Italiener, die einem das „dolce vita“ vorleben – authentisches Flair ist also garantiert. Im Sommer pulsiert das Leben, in der Nebensaison beginnt man zu ahnen, weshalb die Abruzzen noch als „Geheimtipp“ gehandelt werden ...

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von Solveig Michelsen

© Ary6 , iStock Strand und Berge auf engstem Raum: Die Abruzzen haben einiges zu bieten. Strand und Berge auf engstem Raum: Die Abruzzen haben einiges zu bieten.
Historische Bahnreisen durch Italien https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/historische-bahnreisen-durch-italien.html Solveig Michelsen 3302 20150421T161100 „Turismo slow“ wird die gemächliche Art des Reisens in Italien genannt. Genau dieses Ziel verfolgen die historischen Zugfahrten, die auf vier verschiedenen Strecken wieder angeboten werden – mit Waggons aus den 1920er- bis 1950er-Jahren. Ein Fest für Nostalgiker und Eisenbahnfreunde.

Wohin soll's denn gehen? Um den von hohen Bergen umrahmten Iseosee in der Lombardei? Durch's malerische Val d'Orcia von Siena nach Monte Antico in der Toskana? Durch die Abruzzen oder an der Südküste Siziliens entlang? Die vier historischen Bahnreisen verlaufen zum Teil auf stillgelegten Strecken, immer aber durch beeindruckende Landschaft. Auch eine Teilstrecke der 1872 erstmals eröffneten Bahnverbindung von Siena nach Grosseto ist dabei. Aus dem Zugfenster schweift der Blick dann über toskanische Landschaften: die sanften Hügel der Crete Senesi mit ihren Zypressen, ockerfarbenen Häusern und Weinhängen.

Gezogen werden die antiken Waggons aus unterschiedlichen Jahrzehnten (1920 bis 1950) von einer 55 Jahre alten Diesellok. Sie stammen aus dem Fuhrpark der Stiftung der italienischen Staatsbahn. In historische Bahnreisen wolle man hier verstärkt investieren, heißt es vom Minister für Tourismus und kulturelle Angelegenheiten Dario Franceschini. Das zu hören wird viele freuen: Eisenbahnfreunde, Nostalgiker und Anhänger eines nachhaltigen Tourismus-Modells.

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von Solveig Michelsen

nähere Informationen auf Englisch unter: www.ferrovieturistiche.it/en

© scorton, iStock Genüsslich durch die Toskana zuckeln ... Genüsslich durch die Toskana zuckeln ...
Vorsicht bei diesen Souvenirs https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/vorsicht-bei-diesen-souvenirs.html MARCO POLO Online-Redaktion 3279 20150410T154900 Wer in die Ferne reist, kommt oft mit den Taschen voller exotischer Mitbringsel zurück. Doch bei vielen Souvenirs gilt ein Ein- und Ausfuhrverbot. Unsere Tipps, von welchen Souvenirs Sie lieber die Finger lassen sollten. © Asergieiev, iStockNicht alles eignet sich als Mitbringsel: Vorsicht bei diesen Souvenirs© cheri131, iStockLebewesen sollte man nicht als Urlaubsandenken mitbringen.© fotokon, iStockProdukte aus toten Meeresschildkröten als Mitbringsel stehen in Kenia unter Strafe.© pixbox77, iStockVerbot in Thailand: Orchideen dürfen nicht gepflückt oder ausgeführt werden.© koosen, iStockTouristen sollten von Pflanzen oder Saatgut als Souvenir die Finger lassen.© belchonock, iStockKorallen sind oft geschützt und dürfen von Reisenden nicht eingeführt werden.©eldadcarin, iStockSteine oder Mineralien sind oft beliebte Mitbringsel - in manchen Ländern ist das Ausführen aber verboten.© draghicich, iStockLebensmittel als Souvenirs unterliegen strengen Regeln.© Kirshal, iStockFür den Gesamtwert der Mitbringsel aus Übersee gelten Grenzen.© MPRedaktion, AgencyVorsicht bei diesen Souvenirs Sächsische Schweiz: Wandern auf dem Malerweg https://typo.marcopolo.de/reise-reportagen/detail/saechsische-schweiz-wandern-auf-dem-malerweg.html MARCO POLO Online-Redaktion 3278 20150410T154400 Warum in die Ferne reisen, wenn das Schöne so nah liegt? Das 700 Quadratkilometer große Elbsandsteingebirge lädt mit atemberaubenden Ebenen, tiefen Schluchten und imposanten Tafelbergen zu Touren ein. © torichter, iStockDas große Elbsandsteingebirge lädt mit atemberaubenden Ebenen, tiefen Schluchten und imposanten Tafelbergen zu Erkundungstouren ein© vora, iStockDas 723 Meter Hohe Mittelgebirge liegt in der "Sächsischen Schweiz" am Oberlauf der Elbe und tschechischen Nordböhmen.© michaelstephan-fotografie, iStockDer Aufstieg auf die Festung Königstein wird mit einem phantastischen Blick über die Elbe belohnt© delectus, iStockInsgesamt gliedert sich der 112 Kilometer lange Malerweg in acht Wanderetappen© WikipediaSchon früher begeisterte die Malerwegroute Künstler wie den Maler Caspar David Friedrich © SunnyWindow, iStockDer Ausblick von der Bastei mit ihrer berühmten Basteibrücke lohnt sich