Süddeutschland Wochenend-Eskapaden: Wandern in Bayerns Urwald

Gibt es in Bayern wirklich noch Urwald? Und ob! Sogar Luchse und Wölfe sind dort inzwischen wieder heimisch: im Bayerischen Wald, der 1970 zum ersten Nationalpark Deutschlands ernannt wurde. Besonders dicht ist er nahe der tschechischen Grenze. Wanderer finden in Finsterau einen idealen Ausgangspunkt.

Einer der letzten deutschen Wälder mit Urwald-Anteil: der Bayerische Wald | © Tim Vedeshkin, Shutterstock

Entgegen seinem lautmalerischen Namen ist es in Finsterau keineswegs dunkel, sondern hell und licht. Sattgrüne Wiesen stimmen auf eine Wanderung in die unmittelbare Umgebung ein. Davon gibt es eine Menge, sodass sich eine Übernachtung in dem kleinen Dorf lohnt.

Eine beliebte Tour führt auf den Siebensteinkopf (1263 m) nahe der tschechischen Grenze. Entlang des Reschenbachs, der wildromantisch über seine Steine hüpft und immer wieder durch die Blätter blitzt, geht es zunächst zur Reschenbachklause, einem künstlichen Stausee, der früher zur Holztrift gebraucht wurde. Von dort windet sich der Weg bergan bis zum Siebensteinkopf-Gipfel, der Blicke ins Nachbarland hinüber gewährt. Wer auf der anderen Seite hinunter in Richtung des ehemaligen Grenzorts Bučina läuft, kann den Nachbau eines Grenzpostens sehen, der von meterhohem Stacheldraht umgeben ist. Wer auf deutscher Seite bleiben möchte, wendet sich hier zur Teufelsklause, einer kleinen Schlucht, bevor es über das Finsterauer Filz wieder zurück zum Ausgangspunkt geht. Für die hier beschriebenen 9,2 Kilometer und 320 Höhenmeter braucht ein durchschnittlich trainierter Wanderer drei Stunden.

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von Solveig Michelsen

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