England South West Coast Path: Cornwall für Anfänger und Fortgeschrittene

Steilklippen und Delfine, schäumendes Meer und üppige Vegetation, zerklüftete Küste und bunte Städtchen – der längste Fernwanderweg Großbritanniens hat für alle Geschmäcker etwas im Portfolio. Ein Großteil verläuft durch Cornwall, Englands hübscheste Grafschaft, und überrascht mit Sandstränden und Burgruinen.

Unterwegs am South West Coast Path | © ChrisNoe, Shutterstock

Die vollen 630 Meilen (1014 Kilometer) wird sich kaum ein Wanderer am Stück vornehmen. Und auch die Höhenmeter haben es in sich: Die vielen Auf und Abs, die die Flussmündungen an der Küste kreiert haben, summieren sich zu stolzen vier Everest-Aufstiegen! Wer also die Qual der Wahl hat, entscheidet sich lieber für einen einzelnen Abschnitt, der möglichst viele der Rosinen in sich vereint. Die äußerste Spitze Cornwalls gilt dabei als Favorit: Kilometerlange Sandstrände wechseln sich mit rauen Felsküsten ab und Sehenswürdigkeiten gibt es am laufenden Band.

Der Weg verläuft aus historischen Gründen unmittelbar am Abbruch der Steilküste entlang – hervorragende Aussichten sind also garantiert. Angelegt wurde er nämlich ursprünglich als Anti-Schmuggler-Pfad. Die Küstenwache patrouillierte damals auf ihm zwischen den einzelnen Leuchttürmen, und jede Bucht musste gut eingesehen werden können. Darüber freuen sich heute zahlreiche Wanderer. Unmittelbare Meeresnähe bedeutet nebenbei auch, dass man sich nur schwer verlaufen kann …

Von Newquay zum Lizard's Point in 10 Tagen

Einer der reizvollsten Abschnitte um die Halbinsel Cornwalls vereint landschaftliche Schönheit mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten: einladende Sandstrände, dramatische Felsküste, ehemalige Bergbaureviere (UNESCO-Welterbe) und die Granitküste rund um Land’s End, dem westlichsten Punkt Englands. Dann gibt es da noch den Künstlerort St Ives, das in den Felsen geschlagene Minack Theatre und die Gezeiteninsel St. Michael’s Mount – ein Pendant zum weltberühmten Mont Saint-Michel.

Startpunkt ist Newquay, „The Surfing Capital of Britain“. Es folgen einige der längsten Strände von Cornwall, die sich mit steilen Klippen und Dünen abwechseln. Ab St. Ives, dem Übergang zur Penwith-Halbinsel, wird es ruhiger, grüner und schroffer. Die Geräusche von Wind und Wellen nehmen immer mehr Raum ein. Ihren Höhepunkt erreichen die Naturgewalten am westlichen Punkt des Festlands: dem aus diesem Grund gut besuchten Land's End. Nicht mehr weit ist es bis zum Minack Theatre, einem einzigartigen Felsen-Freiluft-Theater. Unmittelbar daneben: einer der schönsten Strände Cornwalls, dem Porthcurno Beach. Man merkt, dass man auf der Südküste angelangt ist: Das Klima wird milder, die Vegetation üppiger.

Die vorletzte Etappe von Marazion nach Porthleven (18 km) beginnt mit einem beeindruckenden Blick auf die Mounts Bay und den St. Michael's Mount. Auch hier finden sich wieder zahlreiche Zeugnisse des ehemaligen Bergbaus; Sandstrände und zerklüftete Klippen sind ständige Begleiter.

Wer noch Puste hat, wandert ca. 21 Kilometer weiter zum südlichsten Punkt Englands, dem Lizard Point. Dieser ist weit weniger touristisch als Land's End, aber mindestens ebenso beeindruckend. Der Weg dorthin führt vorbei an smaragdgrün schimmernden Felsen und entlang senkrechter Klippen mit weit schweifender Aussicht – ein würdiger Abschluss.

Wer bei der Etappeneinteilung flexibel bleiben möchte, nimmt sich ein Zelt (und Zubehör) mit. Gute Hilfe bei der Planung liefern die folgenden Seiten:

Bewegende Erzählung von einem Pärchen, das alles verloren hat und den gesamten South West Coast Path zusammen gewandert ist: Raynor Winn: „Der Salzpfad“

Und Raynor Winns Fortsetzung des Bestsellers: „Wilde Stille“

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