Flüge der Zukunft Formationsflüge: fliegen wie die Vögel

Es klingt so logisch, dass man sich wundert, nicht schon früher auf die Idee gekommen zu sein: Würden sich Flugzeuge die aerodynamischen Vorteile eines Vogelschwarms zunutze machen, könnte man den Spritverbrauch deutlich senken. Leider sind die Testbedingungen nicht ganz so einfach.

Von den Vögel lässt sich auch für die kommerzielle Luftfahrt noch einiges abschauen. | © Giancarlo Liguori, Shutterstock

Haben Sie schon einmal wilden Gänsen beim Fliegen zugesehen? Sie bilden eine perfekte V-Formation – und das nicht, um unser Auge zu erfreuen, sondern weil es deutliche aerodynamische Vorteile hat: Die hinterherfliegenden Vögel nutzen den Aufwind der so genannten Wirbelschleppen, den die vorausfliegenden Gänse verursachen.

Solche zopfartigen, gegenläufig drehenden Luftverwirbelungen verursachen auch Flugzeuge. Je nach Gewicht größere oder kleinere. Da große Verwirbelungen kleinere Flugzeuge bis zum Absturz bringen können, muss beim Starten und Landen jeweils gewartet werden, bis sich diese abgeschwächt haben oder verblasen wurden; während des Reiseflugs muss auf einen Abstand von 9,3 Kilometern geachtet werden.

Die Vögel hingegen nutzen den entstandenen spiralförmigen Aufwind, um Kraft zu sparen. Dieser Gedanke steckt auch hinter dem Projekt "fello’fly", mit dem Airbus die Machbarkeit der so genannten „Wirbelschleppen-Energie-Rückgewinnung“ in der kommerziellen Luftfahrt beweisen will. Dafür sollen zwei A350-Modelle im Abstand von rund drei Kilometern hintereinander her fliegen. Für eine Umsetzbarkeit müssen unter anderem Themen wie rechtliche Neuregulierung oder Verfahren in Notfällen geklärt werden. Auch die Wirbelschleppen-Vorhersagemodelle müssen für diesen Zweck noch verfeinert werden. Eine kommerzielle Einführung hält Airbus deshalb vor 2025 für nicht möglich.

» Mehr spannende DuMont Reise-News

von Solveig Michelsen

Mehr Reise-News & Reportagen

05.10.2020, Deutschland

"Essbare Städte"

Nach oben