Europa Das sind die nächsten europäischen Kulturhauptstädte

Mit der Auszeichnung zur Kulturhauptstadt möchte die EU ihre Vielfalt feiern, kulturelle Gemeinsamkeiten stärken und Städten eine Gelegenheit zur Entwicklung geben. Zwei Städte tragen seit 2007 jedes Jahr den Titel und bieten 12 Monate lang ein abwechslungsreiches Programm aus Theater, Musik, Performance und Kunst. Welche Städte dürfen sich die nächsten Jahre mit dem Titel "Europäische Kulturhauptstadt" schmücken?

Matera in Süditalien wird 2019 europäische Kulturhauptstadt. Foto: bluejayphoto, iStock

2018: Leeuwarden (Niederlande), Valletta (Malta)

Nächstes Jahr teilen sich eine niederländische und eine maltesische Stadt den Titel und lösen damit die Kulturhauptstädte Paphos (Zypern) und Aarhus (Dänemark) ab: Leeuwarden liegt im Norden der Niederlande, in der Provinz Friesland. Die Stadt hat ca. 110.000 Einwohner und wird malerisch von Grachten durchzogen. Der mittelalterliche Stadtkern, stattliche Bürgerhäuser, Museen und historische Gebäude locken Touristen von der Friesischen Seenplatte nach Leeuwarden. Als Provinzhauptstadt bezieht Leeuwarden ganz Friesland mit in das Programm ein.

Co-Kulturhauptstadt Valletta ist Maltas Hauptstadt und war der einzige maltesische Kandidat, der sich um den Titel der Kulturhauptstadt beworben hat. Valletta ist die kleinste Hauptstadt der EU und seit 1980 UNESCO-Welterbe. Mittelalterliche Bollwerke umgeben den charmanten historischen Kern, der ab 1566 erbaut wurde. Beide Städte stecken schon mitten in den Vorbereitungen und veranstalten ab Januar Musikfestivals, Kulturnächte, Theater- und Opernaufführungen.

 

2019: Matera (Italien), Plowdiw (Bulgarien)

Im Jahr 2019 sind es zwei Städte aus Europas Süden, die zur Kulturhauptstadt gekürt werden. Matera in der süditalienischen Region Basilikata ist bekannt für ihre Altstadt mit den Felsenwohnungen, die in diversen Bibelfilmen als Kulisse dienten. Sie gehören seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe, doch es ist noch gar nicht lange her, dass sie auch bewohnt wurden. Erst in den 1950ern wurden die letzten Bewohner umgesiedelt. Matera gilt außerdem als eine der ältesten Städte der Welt.

Plowdiw ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens und blickt auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück. Im Archäologischen Museum kann der berühmte Goldschatz von Panagjurischte besichtigt werden, ein antikes Trinkservice, kunstvoll gearbeitet und aus purem Gold. Daneben gibt es ein römisches Amphitheater, thrakische Siedlungsreste und osmanische und bulgarische Baudenkmäler zu bestaunen.

 

2020: Galway (Irland), Rijeka (Kroatien)

Die grüne Insel ist wieder mit dabei – diesmal vertreten durch eine Stadt an ihrer Westküste: Galway ist berühmt für seine Musikszene und seine Bevölkerung hat dank zweier Universitäten ein recht niedriges Durchschnittsalter. Sprach man hier zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch vorwiegend Irisch-Gälisch, hat sich spätestens seit den 1950ern auch in der Stadt an der Mündung des Corrib das Englische durchgesetzt. Das Kulturprogramm steht unter dem Motto „Wellen schlagen“: Wellen der Kreativität, welche die in der Stadt gelebte Digitalkultur, aber natürlich auch die lebendige Musikszene einer europäischen Öffentlichkeit präsentieren.

Die kroatische Stadt Rijeka, die zweite Kulturhauptstadt 2020, liegt an der Kvarner-Bucht. Erste Besiedlungsspuren reichen in die Steinzeit zurück, und seitdem waren es unter anderem die Illyrer, Römer, Kroaten, Habsburger und Franzosen, die die Hafenstadt prägten. Rijeka besitzt den wichtigsten Hafen Kroatiens und ist drittgrößte Stadt des Landes. Bis 2020 sollen zahlreiche Kulturzentren von Grund auf renoviert werden – einer der Gründe, warum sich Rijeka gegen seine Mitbewerber durchsetzen konnte.

 

2021 sind es dann übrigens drei Städte, die den Namen „Kulturhauptstadt Europas“ tragen dürfen. Erstmals geht mit Novi Sad in Serbien der Titel auch an einen Beitrittskandidaten der EU. Zukünftige Mitgliedsstaaten können so schon einmal ihre kulturelle Nähe zu Europa zeigen und werden bereits vor ihrem Beitritt an die Europäische Union herangeführt. Die serbische Stadt teilt sich den Titel mit Elefsina in Griechenland und Timisoara in Rumänien.

 

Von Sarah Uhrig

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