Spanien Barcelona – Liebeserklärung an eine Stadt

„Barcelooona!“ – Wer schon einmal die kraftvolle Liebeserklärung von Freddie Mercury und Montserrat Caballé vernommen hat, ahnt es: Dieser Stadt ist man schnell verfallen. Lebendig, farbenfroh, entspannt, jung, trendig und einladend. Barcelona vereint den Charme historischer Bauwerke mit den fantasiebeflügelten Kreationen junger Architekten und bietet prickelndes Leben neben idyllischen Rückzugsgebieten. Wer kann da widerstehen?

Die schönsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas © Fernando Alonso Herrero, iStock

Barcelona: Highlights und Geheimtipps

Kunstbegeisterte, Architekten und Modebewusste zieht es ebenso nach Barcelona wie Nachtschwärmer, Tagträumer, Feinschmecker und Genießer. Die Stadt ist so vielfältig, dass nicht wenige der jährlich sieben Millionen Besucher zum Wiederholungstäter werden. Schier unerschöpflich scheinen die Attraktionen, aus denen wir „Must dos“ und weniger Bekanntes ausgewählt haben.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Barcelona entdecken

Antoni Gaudí
Der Stararchitekt Barcelonas (1852-1926) prägte das Stadtbild entscheidend mit. Seine Werke stehen auf dem Pflichtprogramm jedes Besuchers, allen voran die Sagrada Familia, die bis heute unvollendete Kirche, deren unendliche Formenvielfalt beispiellos ist. Trotz langer Schlangen also ein Muss!
Auch La Pedrera (oder Casa Milà) wird viel besucht, das populärste von Gaudí entworfene Mietshaus, das 1984 als erstes Gebäude des 20. Jahrhunderts zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Besonders die skurrile Dachterrasse mit den bizarren Wächtern lädt zu einem faszinierenden Spaziergang ein.
Noch eigenwilliger gibt sich das modernistische Casa Battló mit seinen amorphen Formen und bunten Kacheln. Wenig bekannt ist das erste Werk Gaudís, das Casa Vicens im Stadtviertel Gracia, das als Privathaus nur von außen besichtigt werden kann.

Parks
Was wäre Barcelona ohne seine grünen Oasen! Der fantasievolle Parc Güell ist zurecht der meistbesuchte. Von der berühmten Schlangenbank aus buntem Kachelbruch hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Meer. Im Casa Museu Gaudí sind persönliche Dinge und Möbel des Vorzeigearchitekten ausgestellt.
Der Parc del Laberint d'Horta ist nicht nur der älteste Park Barcelonas, sondern auch der romantischste. Zentraler Bestandteil ist das 1792 angelegte Labyrinth aus hohen Thujen. Hier wurde auch eine Szene des Films „Das Parfüm“ gedreht. Da er etwas abseits im Norden liegt und öffentlich nicht ganz so gut zu erreichen ist, wird er von vielen Touristen links liegen gelassen – was den Ruhesuchenden wiederum freut.
Der Weltausstellung von 1888 ist der innerstädtische Parc de la Ciutadella zu verdanken, der mit einem kleinen See und dem berühmten Wasserfall, der Cascada von Fontserè i Mestre, aufwartet. Den See mit einer Fülle von exotischen Pflanzen und Tieren kann man mit einem Ruderboot befahren; integriert in die Anlage ist auch der Parc Zoològic de Barcelona, in dem über 500 Tierarten zu bestaunen sind.

Stadtviertel
Das Barri Gòtic ist sicherlich das bekannteste Stadtviertel Barcelonas. Das Flair der verwinkelten kleinen Gassen versetzt einen in die Zeit des Mittelalters, als sich die Stadt auf dem Höhepunkt ihrer Expansionspolitik befand. Es gehört zu den geschlossensten und unversehrtesten gotischen Bauensembles Europas, das zahlreiche historische Zeugnisse der mittelalterlichen Königs- und Handelsstadt bewahrt hat.
Zentrum kreativen Lebens und Szenestadtteil ist das kleine Quartier El Born. Die Mischung aus originellen Kunst- und Handwerks-Läden, Galerien und kuriosen Boutiquen sorgt für pulsierendes Leben bis spät abends, danach finden sich zahlreiche Bars und Kneipen, um die Nacht ausklingen zu lassen.

Stadttour: Bummel durch das modernistische Barcelona

Schwimmen
Über einen Kilometer lang ist Barcelonas Strand, an dem sich im Sommer viele Menschen tummeln. Das Kunstwerk „Homage to Barceloneta“ von Rebecca Horn (1992) ist einen zweiten Blick wert. La Barceloneta, die ehemalige Fischersiedlung, die auch Namensgeber des Strands ist, lädt übrigens auch Gourmets zum Verspeisen von allerlei Meeresfrüchten ein.
Wer sich abseits des Rummels bewegen möchte, zieht das Olympische Schwimmbad auf dem Montjuïc vor. Die großzügige Anlage wird hauptsächlich von Einheimischen besucht und garantiert olympisches Flair.

Aussichtspunkte
Der Montjuïc und der 512 Meter hohe Tibidabo, auf dem der Funkturm bestiegen werden kann, gehören zu den besten Aussichtspunkten der Stadt – und sind dementsprechend gut besucht. Viel weniger Trubel umgibt die Bunkeranlage im Stadtteil El Carmel, unweit des Parc Güell. Mit einem 360°-Blick auf Barcelona und das Meer zieht die graffitigeschmückte Anlage vor allem Ortsansässige an.

Tapas
Wer in Barcelona weilt, möchte natürlich auch von den köstlichen Tapas kosten. In manchen Bars wird die Tradition, zu einem Bier kostenlose Tapas zu reichen, noch hochgehalten. Aber Vorsicht! Hier bekommt man nicht unbedingt die erste Wahl, sondern eher ein Resteessen serviert. Wer also wirklich Schmackhaftes probieren möchte, sollte ein paar Euro mehr investieren und die Touristenfalle gegen eine richtige Tapas-Bar eintauschen. Gute Adressen sind zum Beispiel das Quimet & Quimet (hervorragende Käse-Variationen), die Bar Celta Pulperia (köstliche Seafood-Tapas) und La Cova Fumada im Stadtteil La Barceloneta. Originelle neue Kreationen findet man in der Bar Tapeo, anem de tapes im szenigen El Born.

Weitere Sehenswürdigkeiten
Port Vell, der alte Hafen, lädt zu einem Bummel, einem Restaurantbesuch oder zum Eintritt ins faszinierende Aquarium ein.
Für Kunstinteressierte ist das Museu Picasso ein Muss, ebenso wie die Fundació Joan Miró. Letzterem gewidmet ist auch der Parc de Joan Miró im Eixample, dem größten im Jugendstil gestalteten Stadtviertel Europas.
Im mittelalterlichen Kloster Monestir de Pedralbes findet man Stille am Rande der Stadt. Der informative Audioguide gibt interessante Auskünfte; auch die idyllische Nachbarschaft ist einen Spaziergang wert.
Eine Großstadt wie jede andere – was kann man da schon falsch machen? Natürlich wird Ihnen (fast) jeder die typischen Touristen-Fehler verzeihen – trotzdem: Ein paar Dinge sollten Sie im Hinterkopf behalten, damit Sie den Städtetrip reibungslos genießen können.


Was Sie nicht tun sollten in Barcelona

Eine Großstadt wie jede andere – was kann man da schon falsch machen? Natürlich wird Ihnen (fast) jeder die typischen Touristen-Fehler verzeihen – trotzdem: Ein paar Dinge sollten Sie im Hinterkopf behalten, damit Sie den Städtetrip reibungslos genießen können.

Barcelona ist seit 1977 wieder stolze Hauptstadt der autonomen Provinz Katalonien, wo nicht Spanisch, sondern Katalanisch die erste Landessprache ist. Entgegen der häufig geäußerten Vermutung ist Katalanisch kein Dialekt des kastilischen Spanisch, sondern eine völlig eigenständige Sprache, die nach dem Verbot unter der Militärdiktatur Francos (1939-75) nun zu neuer Blüte gelangt ist. Mit Ihrem Schulspanisch kommen Sie zwar ebenso gut zurecht wie mit Englisch, aber die Barcelonesen freuen sich trotzdem über eine Begrüßung in ihrer Muttersprache.

„Das Reh springt hoch, das Reh springt weit – warum auch nicht, es hat ja Zeit.“ Ringelnatz könnte bei diesem Spruch durchaus an die Barcelonesen gedacht haben, die so viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, dass man sich ruhig ein wenig davon abgucken kann. Kaum einer beschleunigt seine Schritte, wenn der Bus abzufahren droht – wartet man eben auf den nächsten! Und ebenso geht es im Restaurant zu – für den deutschen Touristen manchmal gewöhnungsbedürftig. Versuchen Sie, die positive Seite dieser Entspanntheit zu sehen, wenn das Essen nicht sofort auf dem Tisch steht!

Apropos Essen: Die Mehrheit der Deutschen ist es gewohnt, relativ früh zu Abend zu essen, und wird erstaunt feststellen, dass viele Restaurants abends erst um 20 Uhr wieder öffnen. Hier hat man die Wahl: Entweder man passt sich den hiesigen Gepflogenheiten an oder man verlegt sich auf Tapas, die es rund um die Uhr gibt. Natürlich existieren genügend Lokale, die die ausländischen Sitten übernommen haben und rund um die Uhr Essen servieren; allerdings sollte man hier auf Abstriche bei der Qualität gefasst sein.

Auf der Suche nach authentischen Tapas sollte man der Versuchung widerstehen, in jenen Bars hängen zu bleiben, die zu einem Bier noch kostenlose Tapas servieren. Denn hier werden oft nur Reste verwertet, um Touristen mit Schnäppchenpreisen anzulocken. Wer wirklich Schmackhaftes probieren möchte, sollte ein paar Euro mehr investieren und die Touristenfallen gegen richtige Tapas-Bars eintauschen.

Zu guter Letzt noch ein Tipp, den man für fast alle Großstädte dieser Welt beherzigen kann: Viel besser als mit dem Auto lässt sich auch Barcelona mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Das spart nicht nur enorm Nerven, wenn man sich im unbekannten Großstadtdschungel zurechtfinden möchte, sondern auch Parkgebühren und etwaige Strafzettel, die man aus Unwissenheit bekommt. Für den ersten Barcelona-Besuch empfiehlt sich einer der Hop-on-Busse, die gegen ein Entgelt von rund 24 € für einen Tag (bzw. 30 € für zwei Tage) alle bekannten Sehenswürdigkeiten abklappern.

 

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von Solveig Michelsen

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