Nauru

Geographical, Nauru


Nauru, Mikronesien
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Informationen zu Nauru:

Die oval geformte, 22 km2 große Insel, ein gehobenes Korallenriff, gehörte nach dem Prokopfeinkommen einst zu den reichsten Staaten der Erde. Grund war die wertvolle, dem südamerikanischen Düngemittel Guano ähnliche Phosphatschicht, die sich über Jahrmillionen hinweg aus dem Kot nistender Vögel gebildet hat. Entdeckt wurden die Phosphate Ende des 19. Jhs., als die Insel vorübergehend (ca. 26 Jahre lang, bis zum Ersten Weltkrieg) deutsches Kolonialgebiet war. Etwa 70 Prozent des Inselbodens enthielten damals Phosphate in einer auf der ganzen Welt einmalig hohen Konzentration. Ab 1906 wurde die Schicht abgebaut. Am meisten verdienten dabei australische Gesellschaften, die der Inselbevölkerung verhältnismäßig bescheidene Abschlagssummen zahlten. Zwei Jahre nach der 1968 erlangten Unabhängigkeit Naurus konnten die Insulaner endlich in die eigene Tasche wirtschaften, die Abbaugesellschaft wurde nationalisiert. Doch die Quelle des Reichtums droht schon bald zu versiegen. In wenigen Jahren werden nämlich die Phosphatvorräte erschöpft sein, und große Teile der Inseloberfläche als unwirtliche Mondlandschaft zurückbleiben. Auch die 107 Mio. australische Dollar, die die Australier laut Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag als Entschädigung für den ausbeuterischen Phosphatabbau haben zahlen müssen, werden den Lebensunterhalt auf Dauer nicht sichern können.Doch noch zählen die 7100 Nauruer (die restlichen 5800 Inselbewohner sind Gastarbeiter) zu den wohlhabenderen Bewohnern der Südsee, haben aber paradoxerweise statistisch gesehen eine besonders kurze Lebenserwartung, gemessen am Weltdurchschnitt. Zwei von drei Erwachsenen leiden nämlich an Diabetes. Unterstützt wird die Krankheit durch die hier mehr noch als auf anderen Südsee-Inseln vorherrschende unausgewogene, kalorienreiche Wohlstandsernährung in der „Cocacolonisation“.Mangels landschaftlicher oder kultureller Reize ist Nauruals touristisches Ziel nur bedingt von Interesse. Falls Sie dennoch hinwollen: Die Insel erreicht man am besten von Brisbane und Honiora (Salomon-Inseln) aus mit Our Airline.

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