Fa Zujiè

Geographical, Shanghai


Shanghai, China
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Informationen zu Fa Zujiè:

Die ehemaligen Ausländerviertel gefallen, weil sie vertraut erscheinen: Hier entstanden um 1900 koloniale Bauten, die an die europäische Heimat erinnern sollten. Hier lag aber auch das Experimentierfeld von Architekten, die Art déco, rationalen Bauhausstil oder die funktionale Moderne mit östlichen Gestaltungselementen kombinierten und interessante Gebäude schufen. Die Hochstraße Yan'an Lu markierte früher als Avenue Foch die Grenze zwischen der Internationalen Niederlassung und der Französischen Konzession. Die Franzosen lebten südlich dieser Straße und westlich der Chinesenstadt. Hauptschlagader des Viertels war die Avenue Joffre, eine elegante Einkaufsmeile mit Cafés und Boutiquen. Als Huaihai Lu ist die Straße wiederauferstanden, geschmacklos saniert von Geschäftsleuten aus Taiwan und Hongkong - das Pariser Flair ist perdu. In die Kaufhäuser geht der Mittelstand zum Gucken, kaufen können hier nur die Neureichen. Im Französischen Viertel hat der Fortschritt aber noch nicht so große Wunden wie anderswo geschlagen. Hier stehen noch zahllose Apartmenthäuser im Stil des Art déco und in schattigen Alleen verwahrloste Villen, die antiquierten Kolonialcharme verströmen. Es finden sich auch die für Shanghai typischen Reihenhäuser, die "Lilongs" oder "Longtangs". Sie entstanden in den Jahren zwischen 1850 und 1940 vornehmlich für chinesische Angestellte ausländischer Firmen. Schöne Beispiele hierfür sind der 1925 im alpinen Stil errichtete Verdun Garden und die 1930 gebaute Cité Bourgogne sowie der im spanischen bzw. rationalen Stil gehaltene Shangfang Garden. Im Nordwesten des Viertels lädt die Xinhua Lu zu einem Spaziergang unter Bäumen ein. Wegen ihrer Schönheit wurde die Straße als Route für Staatsgäste genutzt - 1972 hat man Richard Nixon auf ihr entlangchauffiert. Heute finden sich hier einige trendige Restaurants, Bars und Boutiquen. Versteckt im Grün liegen Kolonialvillen.

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