Todai-Ji

Architektonische Highlights, Nara

Zoshicho 406-1
Nara, Japan
Telefon: +81 742-22-5511
Website:
Informationen zu Todai-Ji:

Die riesige Tempelanlage wurde 745 von Kaiser Shomu als Hauptsitz aller buddhistischen Tempel Nippons begründet. Sie ist die Hauptattraktion Naras. Zur Haupthalle gelangen Sie durch das von 16 Säulen getragene Tor Nandaimon aus dem 12. Jh. Dabei passieren Sie zwei besonders grimmig ausschauende Devas, die Wächter Buddhas. Diese Holzfiguren der aus Kamakura stammenden Bildhauer Unkai und Kaikei aus dem 13. Jh. wurden aufwendig restauriert und zählen zu den künstlerisch hochwertigsten Skulpturen, die Japan bietet. Sehenswert ist die Halle des Großen Buddha. Zwar ist sie im Zuge mehrerer Rekonstruktionen auf zwei Drittel ihrer ursprünglichen Ausmaße geschrumpft, gilt aber mit 57 m Länge, 50,5 m Breite und 48,7 m Höhe noch als das größte Holzbauwerk der Welt. Im Inneren steht auf einem Bronzepodest in Form einer Lotosblüte der Große Buddha (Daibutsu) aus Bronze. Seine rechte Hand verheißt Frieden, die linke die Erfüllung der Wünsche. Für den Guss der über 16 m hohen Statue wurden 437 t Bronze, 130 kg Gold und 7 t Wachs verwendet. Das Original aus dem Jahr 749 soll sogar um ein Drittel größer gewesen sein. Den nicht nur für damalige Verhältnisse verschwenderischen Aufwand erklären Historiker damit, dass Kaiser Shomu mit diesem Monumentalbuddha eine verheerende Pockenepidemie bannen wollte, die nicht nur ungezählten Menschen das Leben kostete, sondern auch die Macht des Tennos untergrub. Selbst wenn Größe und Gewicht kein Garant für Schönheit sind, macht die Statue allein aufgrund ihrer Ausmaße Eindruck. Allerdings wird über die Figur viel Unsinn erzählt, z. B. dass man durch die Nasenlöcher des fast 5 m großen Kopfes mit einem aufgespannten Regenschirm klettern könnte. Eine hübsche Geschichte: Suchen Sie an der Rückseite des Buddha eine Holzsäule mit kleinem Durchlass. Wer sich durch die Öffnung zwängen kann, findet angeblich Erleuchtung. Kinder schaffen das - rücklings, mit den Füßen zuerst - spielend und haben viel Spaß daran. Shoso-in: Ein kurzer Spaziergang nördlich des Daibutsu führt zum alten kaiserlichen Schatzhaus. In dem Holzgebäude regelt sich die Luftfeuchtigkeit durch das klimabedingte Ausdehnen und Zusammenziehen der Balken von selbst. Seit 1963 befinden sich die Schätze allerdings im Nationalmuseum von Nara. Das Gebäude ist nur von außen zu besichtigen. Kaidan-in: Westlich vom Daibutsu entfernt stehen in dieser Halle berühmte Tonfiguren der Vier Himmelskönige. Hier fand früher die Priesterweihe statt. Nigatsu-do: Ein paar Steintreppen führen von der Halle des Großen Buddha Richtung Osten zu dieser Halle, wo alljährlich vom 1. bis 14. März nach Mitternacht das Fest Omizutori - die Zeremonie des Wasserschöpfens - stattfindet, eine spezielle Weiheperiode für die Mönche dieses Tempels. Von hier aus bietet sich in der Abenddämmerung ein pittoreskes Stadtpanorama. Sangatsu-do: Dieses älteste Gebäude des Komplexes besitzt eine feine Sammlung von Figuren aus der Nara-Zeit (710–794).

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