Bukarest

Geographical, Bukarest


Bukarest, Rumänien
Informationen zu Bukarest:

Die Steppenmetropole (1,9 mio. ew.), rumänisch Bucureşti, scheidet die Geister. Viele Rumänen hassen sie, aber nicht wenige lieben auch das eher raue balkanische Flair der Stadt und ihr gewisses Savoir-vivre. Ja, es stimmt schon: Der Verkehr ist ganz schön heftig, eine gewisse Lautstärke herrscht hier rund um die Uhr, und beschaulich geht anders. Aber wer will schon dörfliche Idylle in einer aufstrebenden Hauptstadt des neuen Europas? Spätestens seit dem Film „Toni Erdmann“ wissen alle, dass Bukarest modern und lebendig ist, dass sich hier gerade richtig viel tut. In der kleinen Altstadt steppt der Bär fast jede Nacht. Und ein paar grüne Oasen gibt es ja schließlich auch. Typische Bukarester sind schlagfertig, ein bisschen boshaft und selbstironisch. Optisch zerfällt Bukarest in widersprüchliche Welten. Im Norden liegt das Villenviertel der Politiker und Diplomaten in gepflegtem Grün, begrenzt vom riesigen Herăstrău-Park. Sogar ein Triumphbogen à la Paris reckt sich in die Höhe. Die Stadtmitte mit dem bunten Architekturmix ist kreuzartig durchschnitten von den lebhaften Boulevards Bălcescu, Magheru, Elisabeta und Carol. Nach Süden hin ziehen sich ungepflegte Plattenbauviertel, in denen das Gros der kleinen Beamten, der Arbeiter, Lehrer und Studenten wohnt. Mittendrin das ärmliche Romaviertel Ferentari – aus Angst vor Kriminalität traut sich nicht jeder hierher. Zum ersten Mal erwähnt wurde der Marktflecken Bukarest 1459. Der Ortsname geht auf einen Hirten namens Bucur zurück, der hier einst eine befestigte Herberge baute, einen han. Die berühmteste Karawanserei, Hanul lui Manuc, wurde im 19 Jh. nachgebaut. Heute beherbergt der Gasthof Lokale mit rumänischer und libanesischer Küche, einen Biergarten und einen Weinkeller. Die erste Blütezeit erlebte Bukarest um 1900, als die Hohenzollernkönige hier fieberhaft nach dem Vorbild des französischen Fin de Siècle zu bauen begannen. Die privaten Bauherren hatten viel Freiheit. Deshalb herrscht in einigen Vierteln eine charmante Stilvielfalt. Häuser in altrumänischem Stil mit Säulen und verzierten Rundbögen stehen neben italienisch anmutenden Villen, Gründerzeit neben Bauhaus und Art déco. Viele Gebäude wurden 1944 bei den Bombenangriffen der Alliierten zerstört, andere beim Erdbeben von 1977. Besonders verheerend aber war die Vernichtungswut Nicolae Ceauşescus in den 1980er-Jahren. Er legte drei alte Stadtviertel in Schutt und Asche, um Platz zu schaffen für seinen monströsen „Palast des Volkes”. 20 Kirchen wurden dem Erdboden gleichgemacht – acht wurden durch Verschieben gerettet. Sie stehen heute eingeklemmt zwischen tristen Mietskasernen. Mit all den Widersprüchen bietet Bukarest ein buntes, quirliges Bild. Immer mehr Lokale eröffnen, die meisten mit italienischer Küche und Design. Elegante Menschen schlendern auf den Innenstadtboulevards, an den Ecken stehen Romafrauen in bunten Röcken und verkaufen Blumen. Fast jeder spricht Englisch oder Französisch. Nehmen Sie nach Möglichkeit die U-Bahn, denn anders als Busse und Taxis steht sie nie im Stau. Von Mai bis Sept. cruisen auch Hop-on-hop-off-Busse durch die Stadt.

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