Areópoli

Geographical, Areópoli


Areópoli, Griechenland
Informationen zu Areópoli:

Wenn eine Frau aus Areópoli im Krankenhaus in Kalamáta oder Athen ein Kind gebiert, feuern die Männer zu Hause in Areópolis Gewehrsalven in die Luft. Hier gehört das Schießen zur Tradition. Die Gemeinde (775 Ew.), die den Namen des Kriegsgottes Ares trägt, ist das historische Zentrum der Máni. Die Manioten waren immer ein kriegerisches und aufrührerisches Volk. Unterstützt wurden sie in ihrem Freiheitsdrang durch die Natur ihrer Heimat, der Halbinsel Máni. Steile Küsten fast ohne Strände und Häfen sowie das unzugängliche Taigéttosgebirge prägen diesen mittleren der drei Finger des Peloponnes. Der Zugang war und ist nur über Kalamáta oder Gíthio möglich. Im Süden ist die Máni extrem trocken, im Norden grün und stark zerklüftet. Die Türken haben die Máni nie erobert. In Frieden lebten die Manioten trotzdem nicht. Sie hielten auf Gedeih und Verderb zusammen, wenn es gegen äußere Feinde ging – untereinander aber waren sie sich oft spinnefeind. Hier galten strenge Ehrgesetze; Blutrache war an der Tagesordnung. In den Dörfern fallen noch heute bis zu 20 m hohe Türme auf. Es sind trutzige Familienburgen mit Schießscharten in den bis zu 1,5 m dicken Mauern, von denen aus die Manioten auch Krieg mit ihren Dorfnachbarn führten – bis in die Mitte des 19. Jhs. Da musste manchmal das Militär mit Artilleriegeschützen anrücken, um das nachbarschaftliche Gemetzel zu stoppen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Häuser verlassen, die Dörfer verfielen. Seit den Neunzigerjahren wandelt sich das Bild. Historische Wohntürme wurden in stimmungsvolle Hotels umgewandelt, immer mehr Manioten restaurieren ihr Erbe oder bauen neu im traditionellen Stil. Um sein Leben muss hier niemand mehr fürchten.

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