- Magazin
- Reportagen
- Gedruckte Reiseführer und Online-Recherche: Die perfekte Kombination für besseres Reisen
Gedruckte Reiseführer und Online-Recherche: Die perfekte Kombination für besseres Reisen
Gedruckte Reiseführer bündeln Informationen, liefern Hintergründe und helfen dabei, Orte einzuordnen. Online-Recherche ergänzt diese Vorbereitung um aktuelle und praktische Informationen. Warum die Verbindung beider Medien zu einer besseren Reisevorbereitung führen kann – und welcher DUMONT-Reiseführer zu welcher Reise passt.
Lea Katharina Nagel, vom 03.08.2026
Ein Foto ist schnell gemacht
Ob es in Ordnung ist, ist eine andere Frage. Im australischen Northern Territory gehört der sensible Umgang mit der Kultur der Aborigines zu den Fragen, vor denen Reisende stehen können: Darf man Aborigines fotografieren?
Viele Aborigines, insbesondere Frauen und ältere Männer, sind kamerascheu. Ein kurzer Blickkontakt oder ein freundliches Lächeln kann zeigen, ob eine Aufnahme willkommen ist. Entscheidend bleibt, die Zurückhaltung der Menschen zu respektieren. DUMONT-Autor Roland Dusik erwähnt das in seinem Australien-Reise-Handbuch nicht nur, sondern stellt das Thema in einen größeren Zusammenhang.
Solche Hinweise verändern den Blick auf einen Ort. Sie machen auf Themen aufmerksam, nach denen vielleicht noch gar nicht gesucht wurde: auf Geschichte, kulturelle Unterschiede und die Perspektive der Menschen, die an einem Reiseziel leben. Genau darin liegt eine Stärke guter, gedruckter Reiseführer.
Was ein gedruckter Reiseführer von uns kann
Überblick verschaffen – alles an einem Ort
Wer einen unserer Reiseführer aufschlägt, sieht auf einen Blick: Wie groß ist das Land? Welche Regionen gibt es? Was liegt wo? Wie muss man sich vorbereiten? Was erwartet einen? Man kann blättern, vor- und zurückspringen, sich ein Bild machen – auch ohne vorab zu wissen, wonach man eigentlich sucht.
Online funktioniert das ja meist andersherum: Man gibt ein Stichwort ein und bekommt Ergebnisse. Dafür sollte aber bereits grob klar sein, wonach gesucht wird. Wer „Australien Sehenswürdigkeiten“ googelt, landet bei der Great Ocean Road, dem Sydney Opera House oder Alice Springs – wie viele andere auch. Wieviel dazwischen liegt, bleibt auf den ersten Blick vielleicht unsichtbar.
Unsere DUMONT-Reiseführer zeigen das Ganze in einem Buch: von der Geschichte und den Karten bis zu persönlichen Tipps für Übernachtungen, Ausflüge und Restaurants. Die Informationen sind gebündelt und von Expert:innen mit eigener Stimme ausgewählt. So lässt sich einfach drauflosschmökern, ohne sich in zielloser Suche zu verlieren oder am Ende unbefriedigt vor einer langen Liste von Ergebnissen zu sitzen.
Einordnung statt Auflistung
Es ist ein Unterschied, ob man weiß, dass es ein Restaurant gibt – oder warum es sich lohnt. Ob man nur eine Liste mit Sehenswürdigkeiten bekommt – oder erfährt, was einen dort wirklich erwartet.
Ein guter Reiseführer ordnet ein. Er erklärt, warum Street-Art in Tirana mehr über die Stadt erzählen kann als ein Museum. Warum manche „Traumstrände“ an der Riviera in der Hochsaison besser gemieden werden. Und warum manche Orte nicht in den üblichen Listen auftauchen, aber dennoch sehenswert sind. Solche Einordnungen helfen bei Entscheidungen.
Hintergründe liefern
Ein Reiseführer erklärt nicht nur, was es gibt – sondern auch, wie es dazu kam. Warum eine Stadt so aussieht, wie sie aussieht. Wie sich Viertel entwickelt haben. Was die Mentalität prägt.
In Londons Chinatown stehen nicht nur chinesische Restaurants. Dort leben über 120.000 Chinesen, viele von ihnen sind in den 1950er-Jahren aus Hongkong eingewandert. Bereits in den 1890er-Jahren gab es eine Chinatown – damals am Themse-Ufer in Limehouse im East End. Die heutige Chinatown rund um den Leicester Square entstand erst wesentlich später.
Solche Zusammenhänge machen einen Ort verständlich. Man sieht nicht nur "Restaurants und rote Laternen", sondern eine Geschichte, eine etablierte Community und einen Teil der Stadt, der sich über Jahrzehnte entwickelt hat.
Kritischer Blick
Die schwierigen Seiten, die Urlaubsorte und Tourismus haben – auch das zeigt ein guter Reiseführer.
Usedom zum Beispiel. Die Insel hat nicht nur traumhafte Strände, sondern „platzt auch aus allen Nähten“ – so formuliert es Autorin Claudia Banck im DUMONT Reise-Taschenbuch Usedom. Neben all den Verlockungen können Seestege und Hauptstrände überfüllt sein. Stundenlange Staus sind keine Seltenheit, und das „normale“ Alltagsleben stockt in der Hochsaison.
Solch ein kritischer Blick ist wichtig – nicht, um abzuschrecken, sondern um die Möglichkeit zu bieten, informiert zu entscheiden. Massentourismus, Gentrifizierung und Overtourism gehören zur Realität vieler Orte.
Transparenz
Ein verlässlicher Reiseführer sagt nicht nur, was empfehlenswert ist, sondern auch, nach welchen Kriterien ausgewählt wurde und wer genau dahintersteht.
DUMONT-Autorinnen und Autoren arbeiten unabhängig und nicht auf der Basis kommerzieller Partnerschaften. Sie profitieren nicht von Empfehlungen und Tipps. Die Inhalte basieren auf Erfahrung, Gesprächen und dem richtigen Gespür dafür, was unterschiedliche Reisetypen brauchen.
Bei jedem unserer Reiseführer ist klar, wer ihn geschrieben hat. Für Interessierte gibt es den DUMONT-Autorenbereich – hier finden sich Hintergründe und Kontaktmöglichkeiten.
Echte Tipps & Erfahrungswissen
Gute Reiseführer entstehen nicht allein durch das Sammeln von Informationen. Sie beruhen auf Erfahrung: auf wiederholten Aufenthalten und einer genauen Kenntnis der Regionen. Wer einen Ort über viele Jahre erlebt, kann besser einschätzen, was tatsächlich sehenswert ist, welche Tipps wirklich helfen – und wo sich ein genauerer Blick lohnt.
Deshalb werden unsere DUMONT-Reiseführer von ein bis drei Autorinnen oder Autoren geschrieben, die ihre Regionen seit Jahren genau kennen – teilweise leben sie sogar vor Ort. So schreibt der Südafrika-Experte Dieter Losskarn seit 30 Jahren für DUMONT Reise; bereits 1994 ist er ans Kap gezogen.
Insgesamt sind über 260 erfahrene Autorinnen und Autoren für DUMONT Reise tätig. Jede und jeder bringt eine eigene Persönlichkeit und Stimme mit. Den individuellen Ton, Schreibstil und persönliches Wissen findet man in jedem Band – ebenso wie in Reiseideen und Inspirationen auf Instagram unter @dumontreise.
Print und Online: Wenn beides zusammenspielt
Ein gedruckter Reiseführer kann Orientierung geben und Zusammenhänge erklären. Für manches, was sich unterwegs verändert, ist Online-Recherche jedoch unverzichtbar. Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Fahrpläne können sich ändern, Restaurants schließen oder umziehen. Apps wie Google Maps helfen bei der Navigation, Buchungsportale wie booking.com Unterkünften. Auch aktuelle Bewertungen können nützlich sein – etwa wenn es um die Qualität eines Restaurants oder aktuelle Wartezeiten geht.
Doch die Online-Recherche ersetzt dabei nicht unbedingt eine vorherige Auswahl oder Hintergrundinformationen. Häufig ergänzt sie dort, wo eine erste Orientierung bereits vorhanden ist – wenn klar ist, welche Sehenswürdigkeit sich lohnt, welches Viertel unterschätzt wird oder welches Restaurant seit Jahrzehnten ein Familienbetrieb ist. Ohne bereits eine Vorauswahl zu treffen oder viel Zeit in Recherche zu investieren, landet man häufig bei meistbesuchten und am häufigsten bewerteten Orten.
Beispiel Kyoto:
Das beliebte Kyoto macht den Unterschied deutlich. Die Stadt und ihre Umgebung zählen mehr als 2.000 Tempel und Schreine, die teilweise massiv überfüllt sind. Ein guter Reiseführer stellt in dem Fall eine Auswahl vor und erklärt, was die einzelnen Orte - wie den berühmten Steingarten des Ryōan-ji oder die goldene Fassade des Kinkaku-ji - auszeichnet. Er verweist auch auf die besondere Atmosphäre weniger bekannter Tempel. So entsteht vorab eine Vorstellung davon, was zu den eigenen Interessen passen könnte – oder was man vermeiden möchte. Online lässt sich anschließend prüfen zu welchen Zeiten mit vielen Besucher:innen zu rechnen ist oder wo man Tickets kaufen kann.
Ähnlich kann es bei einem Restaurant sein: Der Reiseführer empfiehlt einen Ort und beschreibt, was ihn besonders macht. Die Online-Suche ergänzt aktuelle Öffnungszeiten, Reservierungsmöglichkeiten und Bewertungen.
Beides folgt keinem Entweder-oder, sondern einer sinnvollen Suche, die sich an die jeweilige Reise und die eigenen Bedürfnisse anpasst.
Welcher DUMONT-Reiseführer passt zu welcher Reise?
Nicht jede Reise braucht denselben Reiseführer. Ein kurzer Städtetrip stellt andere Anforderungen als eine mehrwöchige Individualreise oder eine Tour mit dem Rucksack. Unsere DUMONT-Reihen unterscheiden sich deshalb in Umfang, Schwerpunkt und Ausstattung:
DUMONT Direkt
Für Kurztrips und alle, die schnell in eine Stadt oder Destination eintauchen möchten. Die wichtigsten Informationen, ausgewählte Tipps und kompakte Orientierung für wenige Tage.
DUMONT Reise-Taschenbuch
Für die klassische Reiseplanung. Die Reihe verbindet praktische Informationen mit journalistischen Hintergrundtexten und persönlichen Empfehlungen zu besonderen Orten und Erlebnissen.
DUMONT Reise-Handbuch
Für Individualreisende, die ein Land oder eine Region umfassend kennenlernen möchten. Mit ausführlichen Informationen zu Reiserouten, Landschaften, Geschichte, Gesellschaft, Kultur und praktischen Fragen unterwegs.
DUMONT Kunst-Reiseführer
Für Reisen mit kunsthistorischem Schwerpunkt. Architektur, Kunstwerke, Museen und historische Zusammenhänge stehen hier im Mittelpunkt.
Stefan Loose Travel Handbücher
Für unabhängiges Reisen mit dem Rucksack. Die Bücher bieten ausführliche Informationen zu Routen, Verkehrsmitteln, Unterkünften und zum Reisen vor Ort – weltweit.
Die passende Reihe hängt damit weniger vom Reiseziel als von der Art des Reisens ab: vom schnellen Eintauchen über die fundierte Planung bis zur ausführlichen Individualreise.
Es lohnt sich, es auszuprobieren: einen gedruckten Reiseführer zur Hand zu nehmen und die Online-Recherche einmal nicht an den Anfang zu stellen. Vielleicht führt das zu anderen Fragen, anderen Wegen und einer anderen Art, einen Ort zu erleben.
Eine einzigartige Erinnerung
Unsere Empfehlung: Einen gedruckten Reiseführer einfach einmal mitnehmen – Lieblingsorte anstreichen, eigene Gedanken notieren, Stopps und Routen einzeichnen oder die Namen besonderer Begegnungen festhalten. Denn er ist nicht nur unterwegs zur Hand, wenn eine Frage auftaucht oder man einmal offline unterwegs sein möchte. Mit der Zeit hinterlässt die Reise ihre Spuren zwischen den Seiten. Der Reiseführer wird zu einem Erinnerungsstück. Zu einem ganz persönlichen Souvenir, das die Reise auch später noch einmal lebendig werden lässt.