Unsere AutorenSebastian Moll

© Harry Zernike

Sebastian Moll ist für DuMont Reise unterwegs in New York.

Was hat Sie zum Reisen und Schreiben gebracht?

Ich bin seit 25 Jahren hauptberuflicher Journalist, das Schreiben ist mein Gewerbe. Ich fand dabei den Reisejournalismus schon immer eine der interessantesten Formen. Ich bin ein großer Fan von Autoren wie Bruce Chatwin und Paul Theroux, die über ihre Reisen schreiben, dabei aber weit über das bloße Beschreiben von Erlebnissen und Gegebenheiten hinaus gehen. Ein guter Reisetext kann Literatur, Poesie und Philosophie in einem sein.

Wie kam es zu Ihrem ersten Reiseführer bei DuMont?

Ich lebe seit 12 Jahren als Korrespondent für verschiedene deutsche Medien in New York. Die Stadt ist meine zweite Heimat und ich habe über die Jahre ein ansehnliches Portfolio an Reportagen über New York geschrieben. Einige von ihnen sind in meinem Buch “Lesereise New York: Uptown Blues in der funkelnden Metropole” im Picus Verlag veröffentlicht worden.
Der DuMont Reiseverlag hat mich angesprochen, weil ich der passende Partner vor Ort für Reiseführer über diese Stadt bin.

Was interessiert Sie am Reiseführerschreiben?

Es macht mir Spaß, deutschen Besuchern mein New York zu zeigen, ihnen Einblicke und Tipps zu geben, die über das Übliche hinaus gehen und die ihnen ein Verständnis dieser Stadt vermitteln, das sie nur von jemanden bekommen können, der hier lebt.

Welche Beziehung haben Sie zu New York?

New York war für mich bereits als Teenager ein Sehnsuchtsziel. Ich habe mir noch im Gymnasium mit Jobs meine erste Reise hierher finanziert. Seitdem habe ich eine enge Beziehung zu der Stadt, ich bin immer wieder hierher gekommen – zuerst um ein Praktikum zu machen, dann zum Studium und später zum Arbeiten. Ich beobachte seit nunmehr fast 30 Jahren aus der ersten Reihe die teilweise dramatischen Veränderungen, die diese Stadt durchläuft und sie treffen mich immer persönlich. Es ist manchmal schmerzlich, manchmal fantastisch und immer faszinierend, wie diese extrem dynamische Stadt sich immer wieder erneuert und häutet.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Inhalte Ihrer Reiseführer aus?

Ich bemühe mich, den Besucher dort abzuholen, wo er ist – bei den vielen Bildern und Klischees von New York, die jeder im Kopf hat. Ich möchte, dass er/sie all das hier wieder findet was er/sie sucht aber gleichzeitig darüber hinaus geht und Dinge erlebt, die überraschend und neu sind und das Bild von New York erweitern und bereichern können.

Was packen Sie in Ihren Koffer, wenn Sie nach New York fahren?

Nun, da ich hier lebe, stellt sich die Frage nicht. In jedem Fall würde ich dem Besucher aber festes Schuhwerk empfehlen. New York muss man sich zu Fuß erobern.

Was ist in Ihrem Koffer, wenn Sie aus New York zurückkommen?

Wieder – da ich hier lebe, stellt sich die Frage nicht. Ich wünsche mir aber, dass der Besucher mit einem Koffer voller Erlebnissen nach Hause kommt, von denen er/sie noch lange zehrt und der sie nicht los lässt, bis sie wieder nach New York zurück kommen. New York ist mit einem Besuch nicht zu erschöpfen. Ich entdecke auch nach 30 Jahren immer wieder Neues.

Was unternehmen Sie, wenn Sie die Recherche vor Ort beendet haben?

Ich lebe hier und habe einen ganz gewöhnlichen Alltag hier, man könnte beinahe sagen langweilig. Er ist von Arbeit und Familienleben bestimmt. Andererseits ist das Leben in New York nie wirklich “normal”. Man muss sich immer wieder daran erinnern, wie besonders das ist, abends mit dem Fahrrad durch den Central Park zu fahren, mal eben mittags in eine Ausstellung im MoMa hüpfen zu können oder einer Laune folgend, einfach mal schnell zum Jazz ins Greenwich Village zu fahren.

Ihr schönstes Erlebnis während der Recherche?

Das muss wohl das Auskundschaften der Radtour durch die Stadt gewesen sein. Ich fühle mich nie so eins mit der Stadt, so von ihrer Energie getragen, wie wenn ich durch die Straßen New Yorks mit dem Fahrrad fahre.

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