Unsere AutorenSabine Jorke

© Sabine Jorke

Sabine Jorke war für DuMont Reise in Kenia unterwegs.

Co-Autorin des DuMont-Reiseführers:

Was hat Sie zum Reisen und Schreiben gebracht?
Zum Reisen? Die Neugier darauf zu erleben, was ich als Kind in Büchern gelesen und betrachtet hatte. All dem zu begegnen, was mir aus diesen Geschichten bereits vertraut war mit eigenen Augen zu sehen, mit meinen Händen zu berühren und meine Haut spüren zu lassen, mit meinen Ohren zu lauschen und betört zu werden von verschiedenartigen Düften. Aus dem Vergnügen zu beobachten und zu erleben wurde der Reiz andere anzustecken.

Wie kam es zu Ihrem ersten Reiseführer bei DuMont?

Ich lebte bereits in Kenia, und per Zufall erhielt ich den Auftrag am DuMont Reise-Handbuch Kenia, Tansania mitzuarbeiten. Des einen Freud ist des anderen Leid: die eigentliche Kenia-Autorin war zu dieser Zeit aus privaten Gründen überraschend nicht in der Lage selbst zu recherchieren und zu schreiben.

Was interessiert Sie am Reiseführerschreiben?

Hinter die Kulissen zu schauen und die Leser auf meinen Entdeckungsreisen mitzunehmen. Ich mag es, als unvoreingenommen neugierige und an allem interessierte Reisende, unterwegs zu sein. Das eigene Fernweh zu stillen, sich dabei intensiv mit einem Thema zu beschäftigen und andere daran teilhaben zu lassen – ein Vergnügen mit Langzeitwirkung.

Welche Beziehung haben Sie zum Land Kenia?
Ich habe von 2005 bis 2013 in Kenia gelebt. In den ersten zwei Jahren erschloss ich mir reisend das Land, danach war ich für einen deutschen Reiseveranstalter in Nairobi im Bereich Sales & Products tätig. Ich habe Privatreisende geführt und begleitet und schließlich dort gearbeitet, wo andere Urlaub machen: in einem Camp in der legendären Maasai Mara. Zurück in Deutschland berate und kreiere ich individuelle Traumreisen, vor allem in die Länder Ostafrikas und in die des südlichen Afrikas.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Inhalte Ihres Reiseführers aus?

1. Was mich selbst interessiert und nicht in anderen Reiseführern bereits nachzulesen ist,
2. was unsere Leserschaft interessieren könnte und
3. nach Kriterien des verantwortlichen, nachhaltigen Tourismus.

Was packen Sie in Ihren Koffer, wenn Sie nach Kenia fahren?
Kleiner Rucksack mit Laptop und Kamera, Landkarten und Mobiltelefon. Notizbüchlein, die in jede Hosentasche passen. Stifte kaufe ich mir immer erst vor Ort.

Was ist in Ihrem Koffer, wenn Sie aus Kenia zurückkommen?

Dutzende von eng beschriebenen Notizbüchlein – zwischen den Seiten auch gepresste Blüten und Blätter, Federn, Sand, Erdkrümel. In Hosentaschen verirrte Steinchen, Münzen, eingerissene Fahrscheine und zerknitterte Eintrittskarten.

Was unternehmen Sie, wenn Sie die Recherche vor Ort beendet haben?
Das Recherchieren ist NIE beendet. Aber wenn das Manuskript nach der letzten Überarbeitung eingereicht ist, gehe ich komplett offline und verbringe mit Freunden ein paar schreibfreie Tage.

Ihr schönstes Erlebnis während der Recherche?
Ich denke nicht in diesen Kategorien, es gibt sehr viele schöne und mich beeindruckende Momente und Situationen – im Leben überhaupt und besonders auf Reisen.
Lebhaft in Erinnerung bleibt, wenn mir fremde Menschen ihre Tür öffnen und mich in ihren Alltag hinein nehmen, wenn mein Auto im gefühlten „middle of nowhere“ seinen Geist aufgibt und aus dem Nichts helfende Hände auftauchen, wenn die Natur mich so gefangen hält, dass ich für Augenblicke kaum atmen, geschweige denn denken kann.

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