Unsere AutorenPhilipp Lichterbeck

Quelle: © Philipp Lichterbeck

Philipp Lichterbeck ist für DuMont Reise unterwegs in der Dominikanischen Republik.

Was hat Sie zum Reisen und Schreiben gebracht?

Mein ehemaliger Professor Ulrich Fleischmann fragte mich vor einigen Jahren, ob ich nicht Lust hätte, einen Reiseführer über die Dominikanische Republik zu schreiben. Uli Fleischmann war Karibikspezialist am Lateinamerika-Institut der FU in Berlin und betreute das DuMont-Reisetaschenbuch über die DomRep. Ich bin Journalist mit dem Schwerpunkt Lateinamerika. Ich sagte sofort zu.

Was interessiert Sie am Reiseführerschreiben?

Ich sehe es als Möglichkeit, ein Land einmal bis in den hintersten Winkel zu bereisen: verlassene Strände, Dschungelwege, Wasserfälle, vergessene Ruinen. Die Recherche war ein Abenteuer, das anschließende Aufschreiben der Versuch, es dem Leser zu vermitteln. Ich wollte Interesse für ein Land wecken, das gemeinhin als geschichtsloses Urlaubsparadies gilt.

Welche Beziehung haben Sie zum Land?

Seit meinem ersten Besuch in der Dominikanischen Republik 2009 bin ich immer wieder dort, um Reportagen über die DomRep und/oder Haiti zu recherchieren. Außerdem ist meine Lebensgefährtin Dominikanerin. In der DomRep verblüfft mich immer wieder diese üppige Natur. Außerdem interessiert mich als Lateinamerikanist die Kolonialgeschichte.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Inhalte Ihres Reiseführers aus?

In der Dominikanischen Republik dominiert leider der Massentourismus. Ich habe versucht, viele grüne Alternativen zu recherchieren. Ich empfehle kleinere Hotels, abgelegene Restaurants in einheimischer Hand und Aktivitäten in der Natur. Darüber hinaus möchte ich den Blick für die Kultur und die Lebensbedingungen der Dominikaner schärfen. Die großen Probleme des Landes (Armut, Drogenhandel, Korruption) spreche ich an – ich finde, diese Ehrlichkeit gehört zu einem guten Reiseführer dazu. Das Buch richtet sich also an Leute, die mehr sehen wollen als den Strand vor ihrem Hotel.

Was packen Sie in Ihren Koffer, wenn Sie in die Dominikanische Republik fahren?

Sandalen, Sonnencreme, Laptop, Kamera, Hut.

Und was ist in ihrem Koffer, wenn Sie zurückkommen?

Sandalen, Sonnencreme, Laptop, Kamera, Hut und Rum.

Was unternehmen Sie, wenn Sie Ihre Recherche vor Ort beendet haben?

Ich fahre auf die andere Inselhälfte, nach Haiti.

Ihr schönstes/beeindruckendstes Erlebnis während der Recherchen?

  • Die Erleichterung, nachdem ein kleiner dominikanischer Junge mich und meinen Geländewagen durch einen wilden Fluss gelotst hatte – die Brücke war eingestürzt.
  • Der Blick in die einsame Bucht bei El Castillo, in der Christoph Kolumbus mit seinen Schiffen La Niña, La Pinta und Santa Maria 1492 ankerte.
  • Die Rosa Flamingos in der Laguna Oviedo und die meterlangen Leguane an den Ufern des Lago Enriquillo.
  • Der Sprung von einer 15 Meter hohen Klippe ins glasklare Meer in Las Galeras.
  • Die Ausgelassenheit der Kinder, die in einem Bergdorf einen Hydranten geöffnet hatten, sich stundenlang unter der Wasserfontäne „duschten“ und unermüdlich für meine Kamera posierten.
  • Etc., etc., etc.

Eigene Website:

Philipp Lichterbeck: Das verlorene Paradies

Eine Reise durch Haiti und die Dominikanische Republik –Reportagen aus dem Alltag einer geteilten Insel

Philipp Lichterbeck ist mehrere Monate durch die Dominikanische Republik und das erdbebenversehrte Haiti gereist. Seine zwanzig Stories sind mal witzig, mal abenteuerlich, mal tragisch. Zusammengesetzt ergeben sie das Porträt einer Insel, auf der Schönheit, Kreativität und Witz neben Korruption, Gewalt und Ausbeutung existieren. Er war auf seiner Reise ganz unten: bei den Minenarbeitern, die den Halbedelstein Larimar schürfen. Und er war ganz oben: auf der Citadelle La Ferrière, dem „Machu Picchu Haitis“.

Paperback, 256 Seiten
Buch:
14,99 € (D) - im DuMont Shop bestellen
E-Book:
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