Unsere AutorenKerstin Sucher und Bernd Wurlitzer

Bild: © Kerstin Sucher / Bernd Wurlitzer

Kerstin Sucher und Bernd Wurlitzer sind für DuMont Reise unterwegs im Osten Deutschlands.

Was hat Sie zum Reisen und Schreiben gebracht?

Bernd Wurlitzer: Bereits als Jugendlicher war ich jedes Wochenende mit meinen Freunden auf Fahrradtour, um andere Städte und Landschaften zu entdecken. Das Gesehene wollte ich weitergeben, deshalb studierte ich nach der Lehre als Großhandelskaufmann Journalistik. Danach holte ich mir an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig noch das Diplom als Fotodesigner und bin seitdem freischaffend tätig. Seit der Einheit Deutschlands konzentriere ich mich auf den Tourismus in den östlichen Bundesländern. Weitere Schwerpunkte sind Hotellerie und Gastronomie.

Kerstin Sucher: Meine Neugier auf andere Menschen und Kulturen hat mich dazu gebracht, Sprachen zu studieren. Mit dem Sprachmittler-Diplom der Uni Leipzig in der Tasche war ich später mehrere Jahre in Algerien und Tunesien tätig. Danach hatte ich eine spannende Aufgabe in der Kulturstadt Weimar: Ich war rund ein Dutzend Jahre für das touristische Auslandsmarketing zuständig und bereiste die Welt von London über Paris bis Tokio. Geschrieben habe ich schon immer gern, aber erst nachdem ich Bernd durch die Arbeit kennenlernte, habe ich das Schreiben zu meinem Beruf gemacht. 

Wie kam es zu Ihrem ersten Reiseführer bei DuMont?

B. W.: Der Verlag wandte sich an den DDR-Tourist-Verlag und teilte mit, er möchte gern in Lizenz einen Kunstreiseführer Mecklenburg-Vorpommern herausbringen. Begonnen habe ich das Buch demzufolge mit einem Vertrag des DDR-Tourist-Verlages, beendet mit einem Vertrag des DuMont Reiseverlages, denn während der Arbeit wurde die Einheit Deutschlands vollzogen und der Tourist-Verlag „abgewickelt“.

Was packen Sie in Ihren Koffer, wenn Sie auf Recherchereise fahren? 

K. S.: Ein dickes Notizbuch und mehrere Kameras. Dazu die vorbereiteten Notizen, was wir uns an Neuem anschauen wollen. Auch Leserbriefe sind dabei, um vor Ort zu klären, warum beispielsweise das Restaurant X oder das Hotel Y den Gast nicht zufrieden stellten. Bernd macht für jeden Tag einen exakten Zeitplan, der allerdings nie eingehalten werden kann, weil es immer anders kommt, als er sich das an seinem Berliner Schreibtisch vorstellt.

Was ist in Ihrem Koffer, wenn Sie zurückkommen?

B. W.: Vollgeschriebene Notizbücher und viele Prospekte, dazu Chips voller Fotos.

K. S.: Einige kulinarische Mitbringsel gehören auch dazu: Aus Mecklenburg-Vorpommern bringen wir beispielsweise Sanddorn-Marmelade oder Sanddorn-Honig sowie frischen Räucherfisch mit, aus Thüringen Wurstwaren von unserem Lieblingsfleischer in Weimar. 

Was unternehmen Sie, wenn Sie die Recherche vor Ort beendet haben?

B. W.: Zunächst werden die Notizen entziffert und geordnet. Dann beginnt die Diskussion, was wir von unseren Entdeckungen in die nächste Auflage aufnehmen werden. Wollen wir beispielsweise ein neues Restaurant empfehlen, das uns mit seinem Ambiente und/oder seiner Küche beeindruckt hat, dann heißt das, aus Platzgründen muss etwas anderes gestrichen werden. Aber was? Darüber diskutieren wir manchmal eine Ewigkeit. Und dann geht es los mit dem Schreiben.

Ihr schönstes Erlebnis während der Recherche?

K. S.: Da gibt es vieles, an das wir uns gern erinnern, beispielsweise an das Konzert mit namhaften Solisten und großem Orchester unter dem Sternenhimmel im Weimarer Schlosshof, das Picknick mit einem Sternekoch am Ostseestrand, oder als wir als unser eigener Kapitän mit einem Hausboot über Mecklenburgs Seen schipperten. Ewig im Gedächtnis bleibt auch das „Kranich-Konzert“. Das lautstarke Naturspektakel vor der untergehenden Sonne, wenn Tausende dieser edlen Großvögel mit trompetenhaften Rufen zu ihren Schlafplätzen fliegen, ist einfach nur Gänsehaut pur!

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