Unsere AutorenGerd Hammer

Quelle: © Gerd Hammer

Gerd Hammer ist für DuMont Reise unterwegs in Lissabon.

Autor der DuMont-Reiseführer:

Was hat Sie zum Reisen und Schreiben über Portugal gebracht?

Meine Liebe zu Portugal hat eher zufällig begonnen. Als Germanistikstudent an der Philipps-Universität Marburg wollte ich noch eine Fremdsprache lernen, Spanisch sollte es sein, aber die Kurse waren voll. Ich solle es doch mal bei den Portugiesen versuchen, riet man mir, die hätten keine Studenten, die Sprache sei aber ähnlich – was man im Lande selbst allerdings nicht so gerne hört. So fing ich dann an, eine Arbeitsgruppe gründete sich auch, und etwas größenwahnsinnig lasen wir gleich Fernando Pessoa im Original. Bald darauf bekam ich ein Stipendium und durfte sechs Wochen in Lissabon verbringen, um dort mein Portugiesisch zu verbessern.

Nach dem Ende meines Studiums bewarb ich mich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst für eine Lektorenstelle – natürlich in Portugal. Ich hatte Glück, und seit 1991 lebe ich nun in dem Land meiner Wahl, zuerst in Porto und seit 1994 in Lissabon. Neben meiner Arbeit als Dozent an der Universität Lissabon habe ich früh auch schon für den Rundfunk und für Zeitungen geschrieben, immer wieder auch über (Reise-)Themen aus der lusitanischen Welt.

 

Wie kam es zu Ihrem ersten Reiseführer bei DuMont?

Es lag für mich nahe, auch einmal einen Reiseführer zu schreiben. Zuerst war es der DuMont-Band „Richtig Reisen: Portugal“, später dann – und bis heute – der Stadtführer „DuMont direkt: Lissabon“. Und auch hier half der Zufall kräftig mit. Die Freundin eines Lehrers an der Deutschen Schule in Porto arbeitete damals bei DuMont in Köln. So erfuhr ich von der Suche des Verlags nach einem neuen Autor. Und dann ging alles sehr schnell. Ein Probekapitel wurde erstellt, für akzeptabel empfunden, und ich machte mich auf die Reisen durchs Land, zumeist mit dem Motorrad. Die gründliche Kenntnis Portugals und die Liebe zu Land und Leuten stammen aus dieser Zeit.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Inhalte Ihres Reiseführers aus?

Natürlich dürfen die wichtigen Attraktionen nicht fehlen. Aber gerade in Zeiten des Internet sollte man auf Besonderheiten achten, die es den Besuchern ermöglichen, noch echte Entdeckungen zu machen und so lohnende Erinnerungen mit nach Hause zu bringen. Und für mich ist es immer auch wieder eine interessante Überraschung zu sehen, was alles nicht im Internet zu finden ist.

Was packen Sie in den Koffer, wenn Sie von Deutschland zurück nach Portugal fahren?

Für Kollegen und Freunde sind es oft Bücher und Zeitschriften, auch wenn man viele davon im Internet ansehen kann. Interesse gibt es aber auch an typisch deutschen Produkten, und so wandern immer wieder eine Flasche Moselwein oder andere lokale Spezialitäten in den Koffer.

Was ist in Ihrem Koffer, wenn Sie von Portugal in Ihre Heimat reisen?

Die Wünsche von Familie und Freunden in Deutschland sind recht ähnlich wie in Portugal. Und so findet alljährlich ein kleiner Kulturaustausch statt.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit in Portugal?

Auch nach über 20 Jahren gibt es im scheinbar recht übersichtlichen Portugal noch eine Menge zu entdecken und erneut zu entdecken: unbekannte Strände, neue Wanderwege, entlegene Dörfer, veränderte Städte und neue Restaurants. Und ich besuche auch immer mal wieder Freunde in recht abgelegenen Winkeln des Landes, die ich damals kennengelernt habe, als ich den Portugal-Reiseführer schrieb. Und manchmal hat man eben dann auch das Glück, die Delphine im Sado bei Setubal zu sehen. Und natürlich zieht es mich auch immer wieder ans Meer, wo es sich wirklich bei jedem Wetter aushalten lässt.

 

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