Unsere AutorenAndreas Schneider

Andreas Schneider ist für DuMont Reise unterwegs auf Kreta und Zypern.

Was hat Sie zum Reisen und Schreiben gebracht?

Mit dem griechischen Kulturkreis kam ich schon in der Schule in Berührung. Auf dem humanistischen Gymnasium gab’s Griechisch und Latein sechsmal die Woche, aber leider kein Englisch. Später an der Uni studierte ich dann Altertumswissenschaften. Mit dem lebendigen Griechenland – und nicht dem der toten Sprachen – kam ich während des Studiums in Berührung, als ich einen ganzen Sommer lang an einer Ausgrabung teilnehmen durfte. Nach dem Studium blieb ich dann ein ganzes Jahr, lernte Neugriechisch und arbeitete auf Korfu und Kreta als Reiseleiter für deutsche Reisegruppen. Mit 30 habe ich mich dann mit einer eigenen Studienreisefirma selbstständig gemacht, „Neues Reisen“, die ich heute, mit 60, immer noch betreibe.

Wie kam es zu Ihrem ersten Reiseführer bei DuMont?

Zum Reiseführerschreiben kam ich durch meinen Kollegen Klaus Bötig, der 1985 einen archäologisch qualifizierten Co-Autor für Zypern suchte. Schreiben und Reisen wurde dann zu meinem geliebten Hobby, zu einem wunderbaren Ausgleich zu meiner stressigen Tätigkeit als Reiseveranstalter.

Was interessiert Sie am Reiseführerschreiben?

Als Reiseleiter für die von mir organisierten Studienreisen, besonders nach Kreta und Zypern, habe ich erlebt, was die live-Vermittlung vor Ort ausmacht, und mir auch viele Gedanken darüber gemacht, was ich wie und wo ausführlich erzähle und erkläre, wie ich das Interesse an Denkmälern, an der ganz besonderen Landeskultur, an der Gesellschaft und den Menschen und natürlich ebenso an der Natur wecken kann und wie ich Reisende dafür begeistern kann. Diese intensive Beschäftigung damit, wie die Vermittlung eines Reiseziels möglichst lebendig und anschaulich wird, lässt sich auf das Reiseführerschreiben übertragen. Auch als Autor ist man ja in gewisser Weise der „Reiseleiter“ oder der „Freund“, mit dem man unterwegs ist. Außerdem bin ich gern immer wieder auf Kreta und Zypern unterwegs, um Neues zu entdecken oder um zu wandern. Mich fasziniert die mediterrane Natur der Inseln.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Inhalte Ihrer Reiseführer aus?

Ein Kunstreiseführer richtet sich naturgemäß an ein anderes Publikum als ein Allrounder oder ein Wanderführer. In allen Büchern versuche ich, durch Tipps und Hintergrundinformationen Zugänge und Verständnis für Griechenland zu schaffen, deren ärmerer Bevölkerungsteil jetzt ja gerade durch die Sparmaßnahmen im Rahmen der Schuldenkrise arg gebeutelt wird. Bei der Auswahl von Adressen lege ich meinen Schwerpunkt auf Landestypisches, auf Individualität, auf Unterkünfte und Lokale, die Begegnungen mit den Menschen vor Ort ermöglichen.

Was packen Sie in Ihren Koffer, wenn Sie nach Kreta oder Zypern fahren?

Lübecker Marzipan oder deutsche Messer – das sind gute Geschenke, die kommen gut an.

Was ist in ihrem Koffer, wenn Sie zurückkommen?

Meistens Thymianhonig und ein wenig selbstgebrannter kretischer Raki.

Was unternehmen Sie, wenn Sie die Recherche vor Ort beendet haben?

Dann fahre ich so schnell wie möglich nach Hause zu meiner Familie und auch um die vielen neuen Eindrücke möglichst frisch zu Papier zu bringen.

Ihr schönstes Erlebnis während der Recherche?

Schwer zu sagen, es gibt viele beeindruckende Erlebnisse, die meist mit der griechischen Gastfreundschaft zusammenhängen. Einmal ließ ein Freund, ein Kapitän der kretischen Südküstenlinie Anendyk, eine mit Menschen vollgestopfte Fähre 20 Minuten warten, weil er wusste, dass ich noch nicht an Bord war…

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