Kuba

Die Insel ist vor allem ein Paradies der Widersprüche und Vermischungen. Erträglich ist diese alltägliche Achterbahnfahrt für die Cubaner vor allem durch ihren unverwüstlichen Humor, ihre zupackende Fantasie und ihren unbedingten Überlebenswillen.

Anreise

Zollbestimmungen

Folgende Artikel dürfen zollfrei eingeführt werden: persönliche Gegenstände und Artikel, die im Zusammenhang mit dem Urlaubsaufenthalt stehen wie Radio, CD-Player, Sportgeräte, Videokamera, Fotoapparat und Filme sowie Medikamente (bis 10 kg). Pro Erwachsenem dürfen außerdem 3 l alkoholische Getränke und 200 Zigaretten mitgebracht werden. Geschenkartikel sind einmal pro Jahr bis 50 CUC zollfrei; einmal pro Jahr dürfen außerdem Geschenke im Wert bis zu 200 CUC zollpflichtig eingeführt werden (der Zolltarif beträgt 100 %). Die Einfuhr elektrischer Geräte ist beschränkt, verboten ist die Einfuhr von frischen Lebensmitteln, tierischen Produkten (Fleisch), Drogen, pornografischen Produkten und Publikationen sowie natürlich Waffen und Explosionsstoffen.

Für die Rückreise gelten folgende Be stimmungen: Ausgeführt werden dürfen pro Erwachsenem 1 l Spirituosen über 22 %, 2 l Spirituosen unter 22 %, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 100 Zigarillos oder 250 g Tabak sowie 500 g Kaffee. Bei der Ausreise wird stichprobenartig das Gepäck auf illegal gekaufte Zigarren kontrolliert.

Aktuelle Informationen über sämtliche Vorschriften erhält man im Internet unter www.cubainfo.de und www.aduana.co.cu.

Anreise

… mit dem Flugzeug

Ein Non-Stop-Flug von Mitteleuropa nach Havanna dauert durchschnittlich 10 Stunden. Die meisten Cubareisenden landen auf Havannas Flughafen José Martí oder dem Aeropuerto Juan G. Gómez in Varadero. Einige Airlines fliegen auch direkt nach Holguín im Osten der Insel.

Die Winter- und Sommerflugpläne weichen sehr voneinander ab, desgleichen die Preise, die zu den europäischen Hauptfe ri enzeiten im Juli/August und Dezember/Janu ar erheblich steigen. Hin und zurück zahlt man je nach Saison zwischen 700 und 1200 Euro, mit viel Glück ergattert man zur Nebensaison einen Platz für knapp 600 Euro.

Flugverbindungen bestehen u. a. mit Air Berlin, Air Europa via Madrid, Air France via Paris, Condor, Cubana de Aviación, Edelweiss Air, Iberia via Madrid, Jetairfly via Brüssel, Martinair via Amsterdam sowie mit Virgin Atlantic via London .

… mit dem Schiff

Mit einer offiziellen Passagierfähre ist Cuba nicht zu erreichen, aber es besteht die Möglichkeit, mit einem Frachtschiff anzureisen, z. B. mit der M/S Melfi Iberia, die regelmäßig zwischen Europa, Kanada und der Karibik verkehrt (Genua – Barcelona – Valencia – Montreal – Havanna – Neapel – Livorno – Genua). Infos: Hamburg Süd Reiseagentur GmbH, Domstr. 21, 20095 Hamburg, Tel. 0049 (0)40 37 05 24 91, 37 05 25 93, www.hamburgsuedfrachtschiffreisen.de.

Außerdem gibt es zahlreiche internationale Jachthäfen (marinas), die man mit dem eigenen Schiff anlaufen kann, z. B. Cayo Coco, Cayo Largo, Isla de la Juventud, Havanna, María La Gorda, Varadero, Cienfuegos, Trinidad, Guardalavaca und Santiago de Cuba. Weitere Infos: www.dtcuba.com/CubaMarinas.aspx (unter Stichwort ›marinas‹ suchen, hier findet man eine Liste aller Jachthäfen), www.nauticamarlin.com und www.noonsite.com.

Um die cubanische Zwölfmeilenzone zu befahren, nimmt man über folgende Kanäle Funkkontakt mit den cubanischen Behörden auf: über VHF Kanal 68 bei den Hafenbehörden (Autoridades Portuarias); über HF (SSB) 2760 bei der Red Costera Nacional; über 2790 bei der Red Turística oder über Canal 19 Turismo. Der Hafen von Havanna mit seinem Terminal 1 Sierra Maestra ist auch Anlaufziel diverser internationaler Kreuzfahrtlinien.

Unterkunft

In Cuba gibt es drei verschiedene Unterkunftsarten: Hotels und Hostales (alle staatlich oder zumindest mit staatlicher Beteiligung), Casas Particulares (Privatquartiere) sowie Villas und Campismos (einfachste bis sehr komfortable Bungalow anlagen, natürlich auch in staatlicher Hand).

Hotels und Hostales

Auch in Cuba werden die Hotels mit Sternen kategorisiert. Ein Stern, die niedrigste Kategorie, bietet nicht mehr als ein Dach über dem Kopf. Bei zwei Sternen kann man ebenfalls keinen Komfort erwarten, drei Sterne bedeuten ein schlichtes Mittelklassehotel. In den 4- bis 5-Sterne-Hotels ist die Ausstattung und Versorgung recht gut; selbst wenn man mit der Sternchenvergabe um einiges großzügiger verfährt als in Europa, bieten diese Unterkünfte ein für cubanische Verhältnisse überdurchschnittliches Service- und Freizeitangebot (u. a. Geschäfte, Reiseagenturen, Autovermietung, ärztliche Betreuung). Je einfacher die Unterkunft, desto sicherer muss man mit Stromausfällen und eintönigem Büfett rechnen. Insgesamt lassen sich Service und Qualität keinesfalls mit vergleichbaren Unterkünften in anderen Ländern messen, das betrifft erstaunlicherweise auch die All-inclusive-Resorts in Orten wie Varadero, Cayo Coco/Guillermo, Playa Santa Lucía, Guardalavaca, Trinidad, Cayo Largo etc. sowie die 5-Sterne-Hotels in Havanna, deren Preis-Leistungs-Verhältnis nicht immer überzeugend ist.

Als Faustregel für die cubanischen Hotelketten gilt: Cubanacán, Gran Caribe und Habaguanex bieten höherklassige Hotels an, Gaviota und Islazúl eher schlichtere. Stilvolle, kleinere Hotels sind rar gesät, weniger in Havanna als im übrigen Land, wo man allzu oft in architektonischen Alpträumen sozialistischer Bauart nächtigt, die häufig einige Kilometer außerhalb des Zentrums liegen.

In vielen Hotels bekommt man eine Gästekarte (tarjeta de huésped), die je nach Buchung auch als Voucher für Mahlzeiten im hoteleigenen Restaurant gilt. Normalerweise müssen die Zimmer bis 12 Uhr (manche bis 14 Uhr) geräumt sein, bei Überziehung ist eine recht hohe Gebühr fällig. Selbst einfache Hotels bieten gegen einen geringen Aufpreis Zimmersafes (caja fuerte) an, die man für seine Wertsachen unbedingt in Anspruch nehmen sollte.

Casas Particulares

Fast überall in Cuba wohnt man in Privatquartieren (casas particulares) günstiger als in Hotels, auf jeden Fall aber persönlicher. Die meisten Vermieter sind sehr hilfsbereit und geben Tipps für Ausflüge, gute Privatrestaurants (paladares) und preiswerte Transportmöglichkeiten. Außerdem lernt man hier den cubanischen Alltag kennen, hat meist Familienanschluss und wohnt im Gegensatz zu vielen Hotels sehr zentral.

Ein Vermieter (arrendador) muss eine Lizenz besitzen und sehr hohe Steuern zahlen. Dann bekommt er einen dreieckigen, weißblauen Aufkleber, wenn er an Ausländer vermieten darf. Gilt seine Lizenz nur für Cubaner, ist der amtliche Aufkleber weiß-grün.

Wenngleich die behördlichen Bestimmungen für Vermieter im Jahr 2011 etwas gelockert wurden, ist die Palette der Vorschriften seitens des Staats nach wie vor eher dazu geeignet, diese Privatinitiative zu unterbinden als sie zu ermöglichen. So müssen die Steuern – je nach Region bis zu 350 CUC monatlich plus einkommensabhängiger Betrag am Jahresende – auch gezahlt werden, wenn keine Gäste kommen; wer sich von der Zahlung befreien will, weil er keinen Umsatz hat, wartet mindestens zwei, manchmal auch drei Monate, bis er eine neue Lizenz bekommt, für die wiederum eine hohe Gebühr in Pesos Convertibles fällig ist. Außerdem wird eine Gastronomiesteuer verlangt (auch wenn dieser Service nicht angeboten wird) und die Vermieter müssen jeden von Touristen potenziell genutzten Quadratmeter abrechnen. Größere Werbeschilder vor dem Haus kosten bis zu 75 CUC monatlich extra, für Parkplätze wird eine gesonderte Steuer erhoben. Es lässt sich leicht vorstellen, dass angesichts dieser absurden Bestimmungen viele Privatvermieter ihre Lizenz abgeben müssen. Aus Sicherheits- und Fairnessgründen sollte man darauf achten, nur bei legalen Vermietern zu wohnen (Hinweise darauf sind der amtliche Aufkleber an der Außentür und das offizielle Gästebuch, in das man sich gleich nach seiner Ankunft mit Passnummer und Unterschrift eintragen muss).

Je nach Region, Lage und Saison kosten die Privatquartiere zwischen 15 und 45 CUC für zwei Personen. Falls man durch einen Schlepper in eine Casa Particular gekommen ist, erhöht sich der Zimmer preis um bis zu 5 CUC pro Nacht, denn die Kommission für die Vermittlung zahlt der Gast.

Die meisten Zimmer haben ein eigenes Bad und eine Klimaanlage, viele sind mit TV, Radio und Kühlschrank ausgestattet. Für 3 bis 4 CUC kann man sich ein opulentes Frühstück auftischen lassen, in der Regel wird auch Mittag- und Abendessen angeboten, was meist eine sehr gute Lösung ist: Nur in wenigen staatlichen Restaurants bekommt man so leckere und so üppige kreolische Mahlzeiten zu so fairen Preisen (ab ca. 6 CUC inkl. Suppe, Salat, Nachtisch und oft auch noch einen Saft).

Falls man eine Reise durchs Land plant, sollte man sich von Privatpension zu Privatpension weiterreichen lassen, das ist der zuverlässigste Weg, gute Casas zu finden. Seit einiger Zeit dürfen auch in Touristenzentren wie Varadero Privatzimmer angeboten werden, doch ist das Angebot hier noch relativ gering. Sollte die Casa Particular keinen eigenen Stellplatz für den Mietwagen haben, so kümmern sich die Vermieter um sichere Parkplätze oder -wächter, was mit zusätz - lichen 1 bis 2 CUC pro Tag zu Buche schlägt.

Campismos

Wenn man in Cuba von campismo spricht, meint man keine Zeltplätze, sondern kleine, oft sehr rustikale Bungalowanlagen, die in landschaftlich reizvollen Gegenden liegen. Die Übernachtungspreise hier sind so billig, dass die Campismos für viele Cubaner die einzige Möglichkeit darstellen, einmal für ein paar Tage Urlaub zu machen. Vor allem aus diesem Grund ist ein Großteil der Campismos offiziell für Ausländer geschlossen. Reservierungen sind nur noch in einer Handvoll meist neuerer (und teurerer) Anlagen möglich, wer jedoch unter der Woche bzw. außerhalb der Ferienzeiten spontan auf einem der anderen Campismos auftaucht, wird selten abgewiesen. Im Buch sind die offiziell für den ausländischen Tourismus zugelassenen Campismos als solche gekennzeichnet.

Die Preise für Ausländer variieren je nach Ausstattung zwischen 10 und 40 CUC pro Häuschen (cabaña) bzw. für zwei Personen. In allen Provinzhauptstädten gibt es Reservierungsbüros, in denen man Reservierungen für die jeweilige Region tätigen kann.

Zentrale Infostelle in Havanna: Cubamar Viajes, Calle 3ra No. 652, zwischen Calle 12 und Malecón, Vedado, Tel. 07 833 25 23, www.cubamarviajes.tur.cu.

Ausgehen

Nach Sonnenuntergang sitzt halb Cuba erschöpft vor der abendlichen Telenovela, und wenn die vorbei ist, brezeln sich die Ausgehwilligen allmählich für den interessanteren Teil des Abends auf – selbst, wenn man nur ein bisschen den Malecón entlang oder über irgendeinen Dorfplatz flaniert, um gesehen zu werden, zu flirten, ein Schwätzchen zu halten oder ein Viertelstündchen zu tanzen. Eine Nacht ohne Musik und Tanz ist eine verlorene Nacht, heißt es in Cuba, und das gilt auch für das Nachtleben in Clubs, Cabarets und den Casas de la Trova – die meisten Veranstaltungen sind Konzerte, bei denen nur der kleinere Teil des Publikums sitzen bleibt.

Wer sich in Havanna ins Nachtleben stürzt, hat die Qual der Wahl. Fans der traditionellen Sones und Boleros werden zur Casa de la Trova ziehen, wo hin und wieder einige der alten Troubadoure zu Gitarre und Tres greifen. In den Casas de Cultura dagegen stehen eher aktuelle Bands auf dem Programm, denn die ›Kulturhäuser‹ richten sich vor allem an das jüngere cubanische Publikum, das aufgrund fehlender Devisen ansonsten kaum Möglichkeiten hat, die angesagten Bands zu hören. Auch Ausländer sind in den Casas de Cultura gern gesehen.

Die cubanischen Superbands treten ansonsten in Clubs auf – in Havanna zum Beispiel in den Openair-Clubs in Miramar oder in den (für Cubaner meist zu) teuren Hoteldiscos. Dem cubanischen Lebensrhythmus entsprechend beginnen die meisten Konzerte ab 22 Uhr, außer in den Casas de la Trova, wo meist schon gegen 20 Uhr gestartet wird.

Nicht mehr wegzudenken aus der cubanischen Kulturszene sind die Cabarets, sie gehören zum Nachtleben wie Rum und Rum - ba. In jedem größeren Ort bzw. besseren Hotel bietet ein Cabaret allabendlich eine Show an, danach wird auf Disco umgeschaltet und abgetanzt. Diese höchst seriösen Etablissements sind plüschig, cool oder im Stil der roaring fifties aufgemacht (ein Erbe der Mafia- Ära) und durchweg gut gekühlt, weshalb man eine Jacke nicht vergessen sollte. Überhaupt gelten hier strenge Bekleidungsvorschriften, insbesondere für Herren: Sie haben nur im möglichst langärmligen Hemd und in langen Hosen (keine Sandalen!) Zutritt, weibliche Besucherinnen dagegen dürfen mehr Haut zeigen.

Das berühmteste Cabaret des Lands ist das Tropicana, ein Openair-Nachtclub, ein Paradies unterm Sternenhimmel. Die Tanzshow beginnt um 20.30 Uhr und bietet ein atemberaubendes Kaleidoskop cubanischer Tän ze wie Mambo, Rumba, Chachachá usw., präsentiert von einer 160-köpfigen Tanztruppe. Alle anderen Cabarets der Insel eifern diesem Vorbild nach, was mit Ausnahme des Tropicana-Ablegers in Matanzas eigentlich keinem gelingt.

Noch eine typisch cubanische Einrichtung sind die Straßenfeste, die vielerorts an jedem Wochenende stattfinden. Dann werden ganze Straßenabschnitte gesperrt, Essensstände aufgebaut, Bier und Rum herangekarrt, Musik plärrt aus Ghettoblastern, ab und zu spielt sogar eine Band – all das unter freiem Himmel und mit garantiert ausgelassener Stimmung.

Über die Grenzen hinaus bekannt ist das Cubanische Nationalballett. Das Ensemble der Primadonna assoluta Alicia Alonso im Gran Teatro de la Habana genießt Weltruf, ebenso dasjenige von Camagüey. Ballettfans sollten es sich auf keinen Fall entgehen lassen, eine dieser Vorstellungen zu besuchen.

Einkaufen

Cuba ist zwar kein Einkaufsparadies, doch in den letzten Jahren haben vor allem in Havanna zahlreiche Ladengalerien eröffnet und viele traditionelle Geschäfte und Boutiquen in Habana Vieja wurden renoviert. Auch unterwegs in der Provinz trifft man auf Devisenläden, die ein Basisangebot an Souvenirs und Kleidung haben. Auf den Kunsthandwerksmärkten in Havanna, Varadero, Trinidad, Guardalavaca etc. und in den Shops wird man schnell fündig: bunte Santería-Püppchen, die die afrocubanischen Gottheiten darstellen, kleine Trommeln, maracas (Rumbakugeln), Ketten und Armbänder aus Samen und Muscheln, bunte Schächtelchen und Fischmobiles aus Pappmaschee, Leder- und Basttaschen, Strohhüte, Hängematten …

Obligatorische Mitbringsel sind Zigarren, Rum und Kaffee. Andere Souvenirs wie Schmuck aus schwarzen Korallen, Krokodiltaschen oder gar ausgestopfte Krokodile unterliegen dem Washingtoner Artenschutzabkommen und dürfen nicht nach Europa eingeführt werden.

Öffnungszeiten

Devisenläden haben in der Regel montags bis samstags von 9 bis 18 bzw. 19 Uhr und sonntags von 9 bis 12 bzw. 13 Uhr geöffnet; mittags wird häufig für eine Stunde geschlossen. Viele der größeren Kaufhäuser in Havanna schließen erst um 20 Uhr.

Reisewetter

Cuba hat eine mittlere Jahrestemperatur von 24,6 °C und lediglich zwei Jahreszeiten, die unterschieden werden: Die Monate von Mai bis Oktober sind regenreich, also heiß und feucht-schwül (Durchschnittstemperaturen in Havanna: tagsüber 31 °C, nachts 23,5 °C). Etwas kühler wird es in der Trockenzeit, also von November bis April (Durchschnittstemperaturen in Havanna: tagsüber 26–27 °C bzw. nachts 18,5–20,5 °C). Im Dezember und Januar fallen die Temperaturen manchmal bis auf 15–18 °C ab. Die Sonnensicherheit ist mit 80 % im Januar am höchsten, die Luftfeuchtigkeit bewegt sich zwischen 70 % im Winter und 82 % im Sommer. Allerdings steigt sie unmittelbar vor und nach den Regengüssen erheblich an. Zwischen Juli und November können gefährliche Hurrikane über die Insel fegen. Aktuelle Wetterberichte sind zu finden unter www.cubaweather.org.

Das subtropische Klima macht die Insel ganzjährig für sonnenhungrige Touristen attraktiv. Wanderenthusiasten sollten ihre Reisezeit in die Wintermonate legen, da in Cubas regenreichem Sommer viele Wege nicht begehbar sind. Auch wer das Land per Fahrrad bereist, tut gut daran, die feucht-schwüle Periode zu meiden – selbst der sonst so angenehme Fahrtwind hat dann nämlich nurmehr die erfrischende Wirkung eines Heißluftföhns.

Kuba: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 26
  2. Feb 26
  3. März 28
  4. April 29
  5. Mai 30
  6. Juni 30
  7. Juli 31
  8. Aug 32
  9. Sept 31
  10. Okt 29
  11. Nov 28
  12. Dez 26

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 19
  2. Feb 19
  3. März 20
  4. April 21
  5. Mai 22
  6. Juni 23
  7. Juli 24
  8. Aug 24
  9. Sept 24
  10. Okt 23
  11. Nov 21
  12. Dez 20

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 25
  2. Feb 24
  3. März 24
  4. April 26
  5. Mai 27
  6. Juni 27
  7. Juli 28
  8. Aug 28
  9. Sept 28
  10. Okt 28
  11. Nov 27
  12. Dez 27

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 7
  2. Feb 7
  3. März 9
  4. April 9
  5. Mai 8
  6. Juni 8
  7. Juli 9
  8. Aug 8
  9. Sept 8
  10. Okt 6
  11. Nov 7
  12. Dez 6

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 6
  2. Feb 4
  3. März 4
  4. April 5
  5. Mai 7
  6. Juni 10
  7. Juli 9
  8. Aug 10
  9. Sept 10
  10. Okt 11
  11. Nov 7
  12. Dez 6

Gesundheit

Vorsorge und Reiseapotheke

Für Reisende, die nicht aus Gelbfiebergebieten kommen, ist keine Impfung vorgeschrieben. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich mit den empfohlenen Impfungen Tetanus, Hepatitis A und B, Diphtherie und Typhus schützen, doch generell bestehen keine ungewöhnlichen Risiken für die Gesundheit – einmal abgesehen von der auch auf Cuba massiv vorhandenen Aidsgefahr. Seit Anfang 2002 traten auch vermehrt Fälle von Denguefieber auf, das von der Mücke Aedis aegyptis übertragen wird. In Havanna und Umgebung versucht man zwar, mit der Chemiekeule gegen die Erregerherde vorzugehen, doch ob dies gelingt, ist zweifelhaft, da die Ursachen bislang nicht berührt wurden: Die Mücke vermehrt sich in sauberen, stehenden Gewässern wie beispielsweise offenen Regentonnen und solche Wasserbehälter stehen auf fast jedem Dach in Cuba.

Generell ist Vorsicht auch beim Wasser angeraten: Das Leitungswasser gilt zwar als trinkbar, läuft jedoch in vielen Regionen und Stadtteilen Havannas durch alte Bleirohre, weshalb man lieber auf gekauftes Wasser zurückgreifen sollte. Auf den Boden gefallenes Obst darf auf keinen Fall gegessen werden. Die Reiseapotheke sollte folgende Basisausstattung umfassen: Verbandzeug, evtl. Einwegspritzen und -nadeln, Schmerztabletten, Mückenschutz-, Durchfall- und Desinfektionsmittel, eine Brand- oder Wundheilsalbe sowie natürlich eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.

Ärztliche Versorgung

Beinahe jedes 4- bis 5-Sterne-Hotel hat einen posto médico (›medizinische Beratungsstelle‹), der Gästen zur Verfügung steht. In Havanna und in verschiedenen Tourismuszentren der Insel gibt es besonders gut ausgestattete Kliniken für Ausländer, sogenannte clínicas internacionales, die Konsultationen werden in Pesos Convertibles bezahlt. Das gilt auch für die kleineren Polikliniken und die ›normalen‹ cubanischen Krankenhäuser. Letztere sind jedoch, sofern sie keine Deviseneinnahmen haben, durchweg schlechter ausgestattet.

Europäische Krankenscheine werden nicht anerkannt, man sollte sich aber unbedingt eine Quittung ausstellen lassen, damit die Auslandskrankenversicherung (seit Mai 2010 Pflicht für alle Cubareisenden) die Kosten übernimmt.

Krankenhäuser in Havanna:

Hospital Clínico Quirúrgico Hermanos Ameijeiras, Calle San Lázaro 701, Parque Varela, Centro Habana, Tel. 07 877 60 43, 877 60 77, Mo–Sa 8–16, Sa 8–12 Uhr (Kosten pro Konsultation ca. 25 CUC);

Clínica Internacional Cira García, Calle 20 No. 4101, Playa, Tel. 07 204 28 11, www.cirag.cu (auch Zahnklinik).

Weitere Adressen internationaler Kliniken und Apotheken sowie Optiker auf Cuba sind im Internet gelistet unter www.dtcuba.com/CubaHealth.aspx (unter Stichwörtern ›Clínica‹, ›Farmacia‹, ›Hospital‹ oder ›Optica‹ suchen).

Gesundheitstourismus

Die zu Cubanacán gehörende Firma Cubanacán Turismo y Salud unterhält einige Hotels und (Kur-)Kliniken, die chronisch kranken Menschen wichtige Dienste anbieten, z. B. Dialyse und Physiotherapie, und spezielle Behandlungen durchführen, beispielsweise zur Heilung von Nachtblindheit, Parkinson, Rheumatismus oder Hautkrankheiten. Cubas Ärzte genießen einen hervorragenden Ruf und der Gesundheitstourismus hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Ausführlichere Infos unter www.cubanacan.cu (Link ›Tourism and Health‹) sowie www.servimedcuba.com.

Apotheken

Persönliche Medikamente sollten in ausreichender Menge mitgenommen werden. In Havanna, Varadero, Santiago sowie den größeren Touristenzentren gibt es Internationale Apotheken (farmacias internacionales), in denen man sich im akuten Fall versorgen kann, bezahlt wird in Pesos Convertibles. Die Ausstattung der normalen Apotheken, in denen mit Pesos Cubanos bezahlt wird, ist durchweg beklagenswert. Eine Ausnahme sind die auf Homöopathie und Heilpflanzen spezialisierten Apotheken, von denen es zunehmend mehr gibt.

Internationale Apotheken in Havanna: u. a. in der Clínica Internacional Cira García, im Hotel Sevilla und im Hotel Nacional.

Notruf

Die nationalen Notrufnummern lauten 106 für Polizei und 105 für Feuerwehr. Auch auf den ersten Seiten der Telefonbücher findet man eine Liste von Nummern, die man im Notfall (urgencia) anrufen kann, z. B. emergencia médica (Notarzt) und toxico logía (Vergiftungen).

Sicherheit

Cuba gilt im Vergleich zu anderen Dritte-Welt-Ländern als relativ sicheres Reiseland, wenngleich vor allem Havanna in den letzten Jahren immer schlechter von sich reden macht. Offizielle Statistiken gibt es nicht, doch die Kleinkriminalität, v. a. Handtaschendiebstahl, scheint spürbar zuzunehmen, selbst vor bewaffneten Raubüberfällen schrecken die Diebesbanden nicht mehr zurück. Ganz besonders heiße Pflaster sind Centro Habana und das Barrio Chino (›Chinesisches Viertel‹), doch auch in anderen Vierteln sollte man auf der Hut sein. Das klingt vermutlich schlimmer, als es ist, denn sofern man den normalen Menschenverstand walten lässt und mit offenen Augen herumspaziert, dürfte Havanna nicht gefährlicher sein als einige einschlägig bekannte europäische Großstädte.

Hier einige Grundregeln: Vermeiden Sie es, Ihre Tasche oder Kamera locker über die Schulter zu hängen, Wertsachen zur Schau zu stellen und in düsteren Stadtvierteln nächtliche Spaziergänge zu unternehmen, so kurz sie auch sein mögen; wer keinen Hotelsafe (caja fuerte) zur Verfügung hat, sollte seine Finanzmittel und wichtigen Dokumente in einem Geldgürtel verstauen und nur geringe Bargeldmengen in der Hosentasche mit sich führen; Mietwagenbesitzer sollten nichts sichtbar im Auto liegen lassen – schon Sonnenbrillen oder Jacken können magische Anziehungskraft entwickeln; und zu guter Letzt: Wichtige persönliche Dinge sowie Wertsachen bei der An- und Abreise unbedingt ins Handgepäck nehmen, da in den Flughäfen gelegentlich Koffer aufgebrochen werden.

Wenn Ihnen etwas gestohlen wird, melden Sie es der Hotelrezeption oder der Tourismuspolizei (policía de turismo), eine eigens zu diesem Zweck gegründete Einheit, die z. B. in Habana Vieja an fast jeder zweiten Straßenecke Präsenz zeigt – und die meisten Diebstähle doch nicht zu verhindern vermag. Immerhin halten sie Schwarzmarkthändler, Schlepper und Zuhälter davon ab, allzu aggressiv in Erscheinung zu treten.

Für Notfälle aller Art, auch bei unvorhergesehenen Krankenhausaufenthalten, eine sehr hilfreiche Adresse ist Asistur, Prado 208, zwischen Colón und Trocadero, Centro Habana, Tel. 07 866 44 99 sowie 866 85 27, 866 83 39 und 866 89 20 (24-Std.-Notruf), www.asistur.cu. Die Agentur hilft mit rechtlicher Beratung und kümmert sich beispielsweise um Versicherungsansprüche und Geldüberweisungen.

Essen & Trinken

Kreolische Küche

Ob Spanien, Afrika, China oder Nordamerika: Alle Kulturen, die hierher kamen, haben ihre Spuren in den Kochtöpfen hinterlassen. Alle Ingredienzen wurden in einem einzigen gigantischen karibischen Kochtopf zusammen - gerührt und auf kleinem Feuer geköchelt, bis von jedem Gericht nur noch die Lieblingseigenschaft übrig war.

Die allgemein anerkannte kulinari sche Hauptlieblingseigenschaft fast aller Dinge ist ›weich‹. Brot muss weiß und watteartig sein, Spaghetti gehören schlabberweich gekocht, und Pizza ist in Wirklichkeit eine weichgummiartige Teigscheibe, auf die etwas breiiger Käse und viel Ketchup appliziert werden. Chinesisches Essen, also Gemüsestreifen in Soße mit Reis, muss so weich sein, dass man es zahnlos schlucken kann, und keinesfalls darf es nach Gewürzen schmecken. Sogar das rosafarbene Würstchen im normalerweise kalten ›heißen Hund‹ (perro caliente) schmeckt erst, wie es soll, wenn es Puddingkonsistenz hat. Ein traditionelles cubanisches Menü ist ziemlich salzlos, sehr stärkehaltig, verrührfreundlich, frittierwütig, ketschupverträglich und gegen Ende hin immer quietschsüß. Und so schwer, als müsse man sich für eine 15-Stunden-Schicht Schneeschippen am Nordpol vorbereiten.

Hauptgerichte

Doch was essen Sie in Cuba? – In cubanischen Restaurants oder den privat geführten Paladares am besten die bereits beschriebene kreolische Küche. Viele Paladares (paladar heißt ›Geschmackssinn‹) machen ihrem Namen wirklich Ehre und kochen solide nach kreoli schen Rezepten. Ein gelungenes gegrill - tes Spanferkel oder mit süßen Zwiebeln gebratenes Schweinefleisch mit moros y cristianos (›Mohren und Christen‹, das ist Reis mit schwarzen Bohnen, auch congrí genannt und in Santiago meist mit roten Bohnen serviert), begleitet von frittierten süßen Gemüsebananen (plátano maduro) kann köstlich sein.

Auch das picadillo habanero, Rindergehacktes mit Tomaten und Oliven geschmort, und der bereits erwähnte Hähnchenschmortopf schmecken gut. Und warum nicht fritura de malanga (frittierte Malanga) probieren, wenn man sie auf der Speisekarte entdeckt? Oder tamales, mit Fleisch und Gemüse gefüllter Maisbrei, der in Maisblättern einge schlagen gebacken wird. Und wenn Ihnen je ochinchin begegnen sollte, bestellen Sie es: Diese Lieblingsspeise von Ochún, der afrocubanischen Aphrodite, besteht aus Kresse, Mangold, Mandeln und gekochten Langusten. Zu allen Gerichten trinkt man am besten eine der guten cubanischen Biersorten.

In den internationalen Hotels und Restaurants spielt die kreolische Küche eher eine Nebenrolle. Man hat sich auf den Geschmack der ausländischen Touristen einge stellt und bietet in erster Linie internationale Gerichte an, mit einem leichten cubanischen Touch versehen. Hier findet man normalerweise außerdem hervor ragenden Fisch und Langusten – meist gegrillt. Auch die Palette der Früchte ist, je nach Jahreszeit, bemerkenswert: Apfelsinen, Mangos, Ananas, Pampelmusen, Mamey, seltener Kokosnüsse und häufig fruta bomba, wie in Cuba die Papaya genannt wird.

Nachspeisen

Götter wie Menschen lieben die unzähligen kreolischen Nachspeisen, die auf der Zuckerinsel noch süßer sind als anderswo – schließlich muss der Alltag irgendwie versüßt werden. Gezuckerte und frittierte Bällchen aus Maniok oder Malanga (buñuelos) sowie extrem süßes Guavengelee mit Frischkäse gehören in Cuba an das Ende eines Banketts. Ob Reispudding (arroz con leche), Karamellpudding (flan), kandierte Früchte, sahnige Eiskugeln, schrillbunte Torten (cake) oder das berühmte cucurucho aus Baracoa, eine Köstlichkeit aus Kokosraspeln, Früchten und Honig – auf der Zuckerinsel bedeutet süß immer süß bis zur Schmerzgrenze.

Ein (ebenfalls gezuckerter) starker Kaffee und ein Verdauungsrum, der ruhig älter als fünf Jahre sein darf, wecken die Lebensgeister wieder – oder erleichtern die Entscheidung, eine kleine Siesta zu halten, denn am Ende des kreolischen Banketts tritt delirierende Mattigkeit ein.

Cocktails

In Cuba können Sie problemlos zum Cocktail-Spezialisten werden. Gelegenheit zum Üben ist reichlich vorhanden, denn die Cubaner behaupten stolz, Hunderte von verschiedenen Rum-Mixgetränken erfunden zu haben, und in jeder beliebigen (Hotel-)Bar werden mindestens zehn davon angeboten. Berühmtestes Ergebnis der cubanischen Cocktailkunst ist der Mojito, bestehend aus Limonensaft, Sodawasser, reichlich Zucker, einem frischen Minzezweig, Eiswürfeln und einem Schnapsgläschen Rum (Carta-Blanca, höchstens 3-jähriger Rum). Dasselbe ohne Minze heißt Ron Collins. Ernest Hemingway war der Meinung, den besten Mojito trinke man in der Bodeguita del Medio in Havanna, während der beste Daiquirí in der Bar Floridita zu haben sei. Daiquirí wie derum besteht aus kräftig mit Rum alkoholisiertem Eisschnee mit Limonensaft und Zucker. Nicht zu vergessen ist der Cuba libre: Coca-Cola, Eiswürfel und weißer Rum.

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