von Rita Henss

Kuren und WellnessWasser zum Wohle des Körpers

Quelle: © DuMont Bildatlas / Udo Bernhart

Schon die Römer nutzten die heilende Wirkung der vielen Quellen auf den Taunushöhen. Ab dem 19. Jahrhundert erblühten dann in der Region Bäderorte wie Homburg, Nauheim und Soden.

Vivian besucht die beiden Könige fast jeden Tag. Die kleine Thailänderin ist zwar in Bad Homburg geboren, aber das Bildnis Seiner Hoheit Bhumipol kennt sie so genau wie jenes von Chulalongkorn Rama V., der das früher Siam genannte Königreich bis 1910 regierte. Beide Herrscherporträts sind als Bronzereliefs in die Mauerumfriedung der Sala-Thai eingelassen, die im Nordteil des Bad Homburger Kurparks goldglänzend aus einem Blumenmeer ragt. Das „Tempelchen“ hatte Chulalongkorn den Homburgern nach seinem Kuraufenthalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschenkt, und Bhumipol sorgt mit einigem Aufwand dafür, dass Thailands Glanz hier nicht verblasst. Die beiden Monarchen sind nicht die einzigen Blaublüter, mit denen sich Bad Homburg schmücken kann, war der Kurort doch über Jahre Sommersitz des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II. Auch der englische Hochadel fand sich gern im Taunus ein, um sich von Londoner Parlamentsperioden zu erholen.

Bad Nauheims Aufblühen gelang ohne kaiserlichen Einfluss, die Großherzöge von Hessen-Darmstadt sahen in der kohlensauren Thermalsole „sprudelnde“ Möglichkeiten. Und als in Darmstadt die Mathildenhöhe entstand, sollte Nauheim nicht zurückstehen. Der gerade für Millionen sanierte Sprudelhof des Solethermalbades gilt als größte geschlossene Jugendstilanlage Europas. Die Trinkkuranlage er innert an barocke Schlossund Klosteranlagen. Die dekorative Ausstattung spiegelt jedoch eindeutig die Prinzipien des Art nouveau. Herzstück des hufeisenförmigen Hofs ist der Kurbrunnentempel. Das Heilwasser wird an einem achteckigen Ausschank gereicht. Es schmeckt „wie Hering mit Lakritzen“, will man den Worten des Dichters Erich Kästner glauben, der 1930 und 1932 hier kurte.

Bad Sodens älteste Therme, der Solbrunnen im heutigen Quellenpark, wurde bereits 1567 vom Rat der Stadt Frankfurt geprüft und zur Salzgewinnung freigegeben. In der Folge wurde das Wasser in die Salinen des Ortes geleitet und damit einer über Jahrhunderte lukrativen Verwendung zugeführt. Insgesamt sprudeln heute 33 Quellen auf dem Sodener Stadtgebiet. Das erste Kurhaus ließ Salinenverwalter Johann Georg Wartenberg bereits 1722 erbauen – ursprünglich mit 27 Zimmern und vier Badekabinetten.

Fakten

In Bad Homburg sprudeln heute noch ein Dutzend Heil – wässer; jene der Viktoria-Louise-Brunnen speisen die moderne Taunustherme (www.taunus-therme.de), eine Solequelle das zum Day-Spa umgebaute ehem. kaiserliche Badehaus (www.kur-royal.de). Von Bad Sodens Quellen sind elf öffentlich zugänglich (www.bad-soden.de). Bad Nauheim hat sich als Adresse für die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen einen Namen gemacht; ist aber auch Kneippkurort. Neben seinen Thermal- und Erlebnisbädern verfügt es über einen Gesundheitsgarten; die historischen Gradierbauten dienen im Sommer der Freiluftinhalation.

Der DuMont Bildatlas Frankfurt / Rhein-Main ist im Handel und im Online-Shop erhältlich.


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