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Florian Manuel Westermann

Florian Westermann ist Journalist und leidenschaftlicher Landschaftsfotograf. Nach rund zwei Jahrzehnten als Redakteur bei Finanzmagazinen wie Der Aktionär, Euro am Sonntag und Börse Online rief er 2010 den Reiseblog Phototravellers ins Leben – zunächst gedacht als privates Reisetagebuch für Familie und Freunde. Schon damals schleppte er seine schwere Kameraausrüstung um die halbe Welt und auf zahlreiche Berggipfel - denn mit dem Verkauf seiner Bilder finanzierte er einen Teil seiner Reisen. Ende 2018 tauschte er gemeinsam mit seiner Partnerin Biggi Bauer schließlich den Schreibtisch gegen die Selbstständigkeit. Heute zählt Phototravellers zu den reichweitenstärksten Reiseblogs im deutschsprachigen Raum.

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Buchtitel von Florian Manuel Westermann

Wie hat Ihre Leidenschaft fürs Reisen und Schreiben begonnen?

Das Schreiben liegt mir im Blut. Direkt nach dem Abitur habe ich eine Stelle als Redakteur bei einem Börsenmagazin angenommen. Meine Laufbahn als Wirtschaftsjournalist führte mich später zu bekannten Namen der Branche wie Der Aktionär, Euro am Sonntag und Börse Online. 2010 rief ich die Website phototravellers.de mit stimmungsvollen Reiseberichten und spektakulären Landschaftsfotos ins Leben - damals für Freunde und Bekannte. Und aus dem Hobby wurde eine Berufung. Seit 2018 schreibe ich nicht mehr über DAX und Dow Jones, sondern zusammen mit meiner Lebensgefährtin Biggi Bauer hautberuflich nur noch über unsere Reisen auf Phototravellers.

Wie war es, Ihren ersten Reiseführer für DUMONT zu schreiben?

Wir hatten zuvor schon mehrere Anfragen verschiedener Verlage, die wir aber abgesagt haben. Aber über die Anfrage von DUMONT habe ich mich wirklich gefreut. Das Thema ist ja genau das, was uns ausmacht. Reisen in Kombination mit Fotografieren. Für das Projekt sind wir monatelang durch die Republik gereist und das war wirklich eine tolle Erfahrung. Nicht nur, viele neue Orte in Deutschland zu entdecken, sondern das Ganze auch in Schrift und Bild möglichst interessant zu Papier zu bringen.

Was war Ihr schönstes oder aufregendstes Erlebnis während der Recherche?

Die schönsten Erlebnisse sind für mich immer spektakuläre Sonnenauf- und Untergänge. Das klappt auf einer so langen Reise nicht immer, aber wir hatten durchaus einige magische Momente. Da lacht das Fotografenherz.

…und gab es eine Situation, die besonders herausfordernd oder unerwartet war?

Auf der Reise selbst das Wetter, das ja in Deutschland selbst im Hochsommer unberechenbar ist. Mein Anspruch war, für jede Tour möglichst schöne Bilder bereitzustellen - und da passen graue Regentage schlecht ins Konzept. Ich wollte leuchtende Farben und tolle Lichtstimmungen. Das haben wir tatsächlich durchweg geschafft. Aber der Aufwand dafür war immens.

Welcher Ort oder welche Stadt hat Sie auf Ihren Reisen am meisten beeindruckt – und warum?

Tatsächlich höre ich diese Frage sehr oft. Den einen Ort gibt es für mich nicht. Jedes Land, jede Region, jede Stadt hat schöne und weniger schöne Ecken. Meine Aufgabe ist es, die Highlights zu finden. Persönlich bin ich aber sehr gerne in Island, Spanien, Norwegen, Italien, Vietnam, Japan und im Südwesten der USA unterwegs - und natürlich in Deutschland.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Inhalte für Ihre Reiseführer aus?

Ich versuche, eine schöne Mischung aus bekannten Highlights und echten Geheimtipps zu finden. Bei letzteren achte ich darauf, dass der Ort eine gewisse Infrastruktur bereithält. Das Wohl der Natur steht immer an erster Stelle und wenn das nicht gewährleistet ist, muss eine Alternative her.

Welche drei Dinge dürfen in Ihrem Koffer auf einer Recherchereise nicht fehlen?

Kamera, Stativ und mobiler Kaffee-Kocher.

Wie beeinflussen aktuelle Entwicklungen wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung Ihre Arbeit als Reiseführerautor:in?

Nachhaltiges Reisen liegt mir seit jeher am Herzen. Bei der Auswahl der Orte berücksichtige ich das. Für mich macht es keinen Sinn, völlig unbekannte Plätze mitten in der Natur, die über keinerlei Infrastruktur wie etwa einen offiziellen Parkplatz oder einen Anschluss an den ÖPNV verfügen, einer größeren Leserschaft vorzustellen. Gerade in Zeiten der Digitalisierung mit Instagram und Co. können solche Orte sonst in kürzester Zeit massiv in Mitleidenschaft gezogen werden.

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