Reisebericht Tag 8Von Kampong Tralach nach Kampong Chhnang

© Claudia Beitsch

In der Früh legen wir in Kampong Tralach ab und es geht weiter flussaufwärts nach Kampong Chhnang, einem großen Fischerhafen auf dem Tonle Sap Fluß. Viele Einheimische leben hier hauptsächlich vom „Fish farming“, was man auf der Fahrt zum Hafen auch beobachten kann. Riesige Netzvorrichtungen säumen die Flußufer.

Neben der Fischindustrie ist gibt es in dem Ort eine große Ziegelfabrik, die wir auf unserem ersten Ausflug besuchen würden. Da die Fabrik nicht allzu weit vom Hafen entfernt ist, haben wir die Möglichkeit, mit dem Mountainbike zu fahren. Auf dem großen Platz im Ort sammeln wir uns und zu neunt macht sich unsere kleine Safari auf den Weg zur Ziegelfabrik. Überall hupt es, typische Klänge dringen in voller Lautstärke aus einem Gebäude und beschallen die Straße. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Ziegelfabrik. Fabrik ist vielleicht der falsche Ausdruck. Eher eine überdachte Anlage, wo tausende Ziegel gestapelt, gebrannt und verladen werden.

Besonders auffällig ist, dass fast nur Frauen dort arbeiten. Warum? Der Job ist für dortige Verhältnisse niedrig bezahlt. Unermüdlich verladen sie die Ziegel auf Lastwagen. An einer anderen Station steht eine alte Frau mit nackten Füßen auf einem Haufen Lehm und schippt selbigen in eine steinzeitliche Maschine, die auf der anderen Seite die Ziegel ausspuckt. Zwei Frauen stapeln am Band die ausgespuckten Ziegel aufeinander, welche anschließend in riesigen Öfen gebrannt werden. Es gibt aber keine Temperaturregelung oder sonstige Hilfsmittel. Der Brennvorgang geschieht nur aufgrund von Erfahrungswerten. Wenn der Ziegel die richtige Farbe hat, werden die Ziegel aus dem Ofen geholt. Für ein 100qm großes Haus kosten die Ziegel ca. 3.000 Dollar.

Danach fahren wir weiter zu einer Töpferin, die seit 25 Jahren große Tongefäße für die Einheimischen per Hand produziert. Faszinierend ist, dass sie die Gefäße ohne Töpferplatte bearbeitete. Ein einfacher Holzstumpf dient als Auflage für den Lehm und sie dreht sich um den Holzstumpf herum, bearbeitet mit ihren Händen oder einem flachen Holzspatel und einem nassen Tuch das Gefäß. Nachdem sie uns in ihre Töpferkunst eingeweiht hat, können wir kleine Tongefäße und Schalen bei ihr für wenig Geld kaufen. Damit finanziert sie die Schule ihrer Kinder.

Bei einer anderen Familie lernen wir mehr über die Palmzuckerernte. Morgens und abends klettert der Herr des Hauses an wackeligen Leitern auf seine Palmen und drückt die Blüten aus. So erntet er einige Liter Palmsirup am Tag, aus dem dann Palmzucker und Palmwein hergestellt werden. Der Palmsaft wird durch ständiges Rühren in einem übergroßen Wok karamellisiert und dann zu Palmzucker verarbeitet. Eine äußerst leckere Angelegenheit. Bleibt der Palmsaft einfach stehen, so wird Palmwein daraus, eine Art Obstler. Den dürfen wir natürlich probieren.

Der Palmenbauer führt uns danach direkt vor, wie geschickt er auf die Bäume klettert und erntet. Damit er nicht ständig auf die Erde zurück muss, sind die Palmen in ihren Wipfeln durch Leitern miteinander verbunden. Wir lassen es uns nicht nehmen, den Aufstieg zu versuchen. Zumindest bis zur Hälfte traue ich mich. Danach werden mir die Sprossen der Leitern etwas zu klein.

Mit dem Fahrrad und vielen verschiedenen Eindrücken geht es nun wieder zurück zum Boot. Wir legen auch gleich ab und schippern weiter flussaufwärts Richtung Chnok Tru, einem riesigen „Floating Village“. Leider ist uns nur ein Blick von außen vergönnt, da die Zeit nicht mehr reicht, direkt in einem kleinen Boot ins Dorf zu fahren.

Anschließend geht es zurück Richtung Cho Chen, wo wir bereits am Vortag angelegt hatten. Da es der letzte Abend an Bord für uns ist, wartet ein wunderschönes „Captains Dinner“ auf uns. Der Bootsmanager stellt noch einmal seine ganze Besatzung vor und jeder bedankt sich bei uns und wünscht uns alles Gute. 

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