Bali

Eine Welt, in der Lebensfreude und die Leichtigkeit des Seins den Alltag der Menschen zu bestimmen scheinen.

Anreise

Mit dem Flugzeug aus Europa

Die Flugzeit Europa–Bali (Entfernung 13 000 km) beträgt 14–16 Std. Schnelle Verbindungen mit relativ kurzen Umsteigezeiten bieten ab Frankfurt, Berlin, München, Wien und Zürich Cathay Pacific, Etihad Airways, KLM, Malaysia Airlines, Qantas, Qatar Airways, Singapore Airlines und Thai Airways International. Attraktive Stopover-Programme (etwa in Bangkok, Hongkong, Kuala Lumpur oder Singapur), bei denen mit dem Ticketkauf günstige Übernachtungen, Stadtrundfahrten oder Kurzbadeurlaube gebucht werden können, offerieren Cathay Pacific, Malaysia Airlines, Singapore Airlines und Thai Airways International. Economy-Class-Tickets von Europa nach Bali und zurück kosten je nach Saison durchschnittlich 800–1200 €. Zudem gibt es Flüge der Air Asia von Singapur und Kuala Lumpur (Malaysia) nach Bali sowie Flüge der Singapore Airlines/SilkAir von Singapur nach Lombok.

Mit dem Flugzeug von Java oder Lombok

Von Java fliegen die indonesischen Linien Garuda, Indonesia Air Asia, Lion Air und Merpati nach Bali. Die Strecke Bali– Lombok bedienen Garuda, LionAir und Merpati. Innerindonesische Flüge sollte man vor allem während der Hochsaison und an Feiertagen so früh wie möglich buchen. Da sich die Abflugzeiten oft kurzfristig ändern, stets einen Tag vorher bei der Fluglinie nachfragen. Bei Inlandsflügen fällt eine Domestic Service Charge von 40 000 Rp. an.

Ngurah Rai International Airport

Balis internationaler Flughafen (Tel.0361 75 10 11,www.baliairport.com), offizielles Kürzel DPS für Denpasar, liegt 13 km südlich der Inselhauptstadt. Weitere Entfernungen ab Flughafen: 5 km bis Kuta, 10 km bis Sanur, 15 km bis Nusa Dua, 35 km bis Ubud. Außerhalb der Ankunftshalle befindet sich ein Schalter des Koperasi Taxi Service mit den ablesbaren Tarifen (Preisbeispiel: nach Kuta/Legian/Seminyak 50 000–100 000 Rp.). Man bezahlt am Schalter und übergibt dem Fahrer den Coupon. Mit den meisten Taxifahrern kann man sich auf Englisch verständigen.

Wer Geld sparen will, findet tagsüber ca. 1 km vom Terminal entfernt an der Hauptstraße auch Minibusse nach Kuta.

Geldwechsler – schlechtere Kurse als die Wechselstuben in den Ferienzentren– finden sich in der Ankunfts halleund am Flughafenausgang.

Mit dem Schiff

Autofähren und Passagierschiffe verbinden Bali mit Java und Lombok. Fähren von und nach Java verkehren zwischen Ketapang (bei Banyuwangi/Ostjava) und Gilimanuk (Westbali) vom frühen Morgen bis zum späten Abend etwa stündlich; Fahrzeit 45 Min. Fähren von und nach Lombok verkehren zwischen Labuhan Lembar (Lombok) und Padang Bai (Bali) tgl. im 1,5-Std.-Rhythmus; Fahrzeit 4–7 Std.

1–2 x tgl. verkehren der Katamaran Gili Cat der Gesellschaft Island Xpress (Auskunft/Buchung: Tel./Fax 0361 2716 80, www.gilicat.com) und eine Motorjacht der Gesellschaft Blue Water Safaris (Auskunft/Buchung: Tel. 0361895 10 82, www.bluewater-express.com) zwischen Gili Terawangan (Lombok) und Padang Bai (Bali) bzw. Benoa Port (Bali), Fahrzeit 2–2,5 Std. Tgl. fährt ein Shuttle Boat von Senggigi (Lombok) sowie den Inseln Gili Air, Gili Meno und Gili Terawangan nach Padang Bai (Bali), Fahrzeit 5–6 Std. (Auskunft/Buchung: Perama Tours &Travel, Tel. 0370 69 30 07 in Senggigi und 0363 414 19 in Padang Bai, www.peramatour.com).

Unterkunft

Bali bietet fast überall für jeden Geldbeutel und Geschmack die passende Übernachtungsmöglichkeit.

Ferienhotels der oberen Kategorien

Die mit vier bis fünf Sternen klassifizierten Ferienhotels sind auf Bali, mit Ausnahme des zehnstöckigen Inna Grand Bali Beach Hotel in Sanur, keine massigen Wolkenkratzer. Nach diesem architektonischen Fauxpas wurde ein Gesetz erlassen, demzufolge kein Bauwerk höher als die Kokospalmen sein darf. Zudem begannen Architekten und Bauherren, sich wieder auf traditionelle Baumaterialien und Stilelemente zu besinnen. Das Ergebnis kann sich sehenlassen: traumhaft schöne, in weitläufige Tropengärten eingebettete, aufgelockerte (Strand-)Hotels im landestypischen Stil, die keinerlei Wünsche offenlassen. Erstklassige Restaurants und Bars sowie elegante Geschäfte und Boutiquen sind ebenso selbstverständlich wie ein reichhaltiges sportives Angebot. In vielen Spitzenhotels bieten großzügige Spas, die auch Außer-Haus-Gästen offenstehen, umfassende Wellness-Programme.

Hotels der mittleren Preisklasse

Aber auch Unterkünfte der mittleren Preisklasse, also Häuser der 2- bis 3-Sternekategorie haben auf Bali ein recht hohes Niveau. So gehören meist klimatisierte Zimmer mit Kühlschrank, Fernseher und Telefon sowie Swimmingpools zur Standardausstattung. Manche kleineren Hotels unterscheiden sich in der Qualität kaum von Häusern der gehobenen Sternekategorie. Zudem bieten sie oft eine persönliche Atmosphäre, die man in den großen Touristenhotels bisweilen vermisst.

Losmen und Homestay

Wer mit einem Deckenventilator vorlieb nehmen kann und keinen großen Wert auf Zimmerservice legt, ist in einem losmen oder homestay bestens aufgehoben. Dies sind kleine Pensionen, die oft in typische Familienanwesen integriert sind und die Möglichkeitbieten, einen Einblick in den balinesischen Alltag zu gewinnen. In der Regel ist die Ausstattung der Gästezimmer oder Bungalows einfach, aber ausreichend: ein oder zwei Betten, ein Tisch, zwei Stühle, ein Ventilator sowie ein mandi, ein indonesisches Badezimmer, in dem die Schöpfkelle die Brause ersetzt. In den Ferienzentren gibt es auch komfortablere losmen und homestay, die etwas mehr Komfort bieten, etwa klimatisierte Zimmer und Warmwasserduschen. Meist ist ein kleines Frühstück sowie ›Tee den ganzen Tag über‹ im Preis inbegriffen.

Preise und Rabatte

Einzelzimmer werden auf Bali kaum angeboten. Alleinreisende zahlen für Doppelzimmer aber meist einen günstigeren Preis. Die Hotels der oberen und gehobenen mittleren Kategorien schlagen in der Regel auf den Rechnungsbetrag 11 % Steuern und bis zu 10 % Service Charge (SC) auf. Denken Sie an die saisonalen Preisschwankungen. Vor allem in Ferienhotels der oberen Kategorien liegen die Preise in der Hochsaison ca. 20–30 %, in den Ferienzentren an der Südküste u. U. 50 % höher. Zusätzliche Aufschläge werden in der Spitzensaison um Weihnachten und Neujahr erhoben. In der Nebensaison oder bei längeren Aufenthalten geben Manager auf Nachfrage oft erhebliche Nachlässe. Im Allgemeinen gestalten Hotels und Resorts der gehobenen Kategorien ihre Preise meist flexibel nach Marktlage.

Viel sparen kann auch, wer gehobene Hotels über große Veranstalter bucht, denn gerade Tophotels werden in den Katalogen zu oft konkurrenzlos günstigen Preisen angeboten. Faustregel: Je höher die Kategorie, desto eher über Veranstalter buchen. Deutlich weniger als die offiziellen Preise zahlt man in der Regel bei Online-Reservierung, die direkt aber meist nur bei Hotels der oberen Kategorien möglich ist. Allerdings lassen sich Häuser der Mittelklasse oft über Internetagenturen zu Preisen reservieren, die bis zu 75 % unter den published rates liegen. Die Agenturen benötigen für die Buchungsbestätigung und die Übersendung der Hotelvouchers in der Regel mindestens 1–2 Tage. Es empfiehlt sich, in der Hochsaison Reservierungen rechtzeitig schriftlich (per Fax oder E-Mail) vorzunehmen und um eine Bestätigung zu bitten. Sonst hat man kaum Probleme, erst vor Ort eine Bleibe zu finden. Bei Buchungen verlangen bessere Hotels in der Regel als Sicherheit eine Kreditkartennummer oder eine An- bzw. Vorauszahlung. Übernachtungspreise werden außer in Häusern der unteren Kategorien meist in US-$ angegeben, können meist aber in Rupiah bezahlt werden.

Freizeit

Baden

Was die Strände betrifft, ist Bali kein Traumziel. Während vor Sanur und Nusa Dua bei Ebbe Wattflächen die Badefreuden verleiden, türmt sich bei Kuta, Legian und Seminyak die schwere Brandung oft meterhoch. Wiederholt haben hier Unterströmungen Schwimmer nicht mehr auftauchen lassen. Vor allem Ungeübte sollten sich an der Südküste nie all zu tief ins Wasser wagen, auch nicht an von Rettungsdiensten überwachten und mit Flaggen gekennzeichneten Strandabschnitten. Ein kilometerlanger, flach abfallender, grauer Sandstrand, an dem Kinder gefahrlos baden können, ist der Lovina Beach etwa 5–10 km westlich von Singaraja an der Nordküste. Von minderer Qualität erweist sich der nur noch abschnittsweise vorhandene Strand bei Candi Dasa in Ostbali. Dort trüben scharfe Korallen die Badefreuden. Herrliche, in den letzten Jahren erschlossene Sandstrände gibt es auf Lombok vor allem bei Senggigi und Kuta sowie auf den Lombok vorgelagerten Inseln Gili Air, Gili Meno und Gili Terawangan.

Bergsteigen und Wandern

Die aktiven Vulkane Gunung Batur und Gunung Agung auf Bali sowie Gunung Rinjani auf Lombok sind Ziele für Bergsteiger. Während der 1717 m hohe Gunung Batur auch von Ungeübten in 2–3 Std. ›bezwungen‹ werden kann, erfordern der Gunung Agung, mit 3142 m der höchste Gipfel Balis, und der 3726 m hohe Gunung Rinjani auf Lombok eine gute körperliche Konstitution. Agenturen bieten geführte Bergwanderungen an den drei Vulkanen an.

Nur mit geländekundigen Führern sollte man Dschungelwanderungen am Fuß des 2276 m hohen Vulkans Gunung Batukau und im Taman Nasional Bali Barat wagen.

Radfahren undMountainbiking

Für Radfahrer ist Ubud ein guter Standort. Seine Reisfeldlandschaft mit einem engen Netz von Pfaden und wenig befahrenen Straßen bietet viele Möglichkeiten. Fahrräder (oder auch Mountainbikes) kann man in allen Touristenzentren mieten. Längere Distanzen und anstrengende Bergstrecken lassen sich teils samt Fahrrad in bemo bewältigen. Beliebt sind geführte Radtouren. Die Teilnehmer starten in Penelokan oder Kintamani am Batur-Krater und radeln abwärts mit dem Mountainbike auf wenig befahrenen Nebenstraßen, vorbei an Dörfern und Tempeln.

River Rafting

Eine andere Seite Balis zeigt sich bei Wildwasserfahrten mit dem Schlauchboot. 2–3 Std. Nervenkitzel und Naturerleben auf dem Ayung-Fluss bei Ubud oder auf dem Telaga-Waja- und Unda-Fluss am Fuß des Gunung Agung. Auch Anfänger meistern die Stromschnellen der Klasse zwei und drei.

Surfen

Die herrlichen Surfstrände Balis ziehen Wellenreiter aus aller Welt an. Anfänger tummeln sich in der Brandung des Kuta Beach (preiswerter Verleih von Surfboards). Erfahrene Surfer hingegen zieht es hinaus zum Kuta Reef, an den Canggu Beach nördlich von Kuta, zum Medewi Beach in Westbali sowie zu den Brandungsstränden bei Uluwatu, etwa zum Suluban Beach, Padang Padang Beach, Nyang Nyang Beach und Dreamland Beach. Als Dorado für ambitionierte Wellenreiter gelten auch die wilden Brandungsstrände bei Jungutbatu auf der kleinen Balis Südostküste vorgelagerten Nusa Lembongan. Surfschulen konzentrieren sich in Kuta, dem besten Ort auf Bali, um das Wellenreiten zu erlernen.

Tauchen und Schnorcheln

Die Korallenbänke der balinesischen Außenriffe bilden eine außerordentlich
vielfältige Unterwasserwelt. In eine wundersame submarine Welt taucht man bei der Pulau Menjangan ein, die zum Taman Nasional Bali Barat gehört. Vor Amed in Ostbali locken spektakuläre Korallenbänke, vor Tulamben das Wrack eines im Zweiten Weltkrieg versenkten, korallenüberwucherten Schiffes. Bei Nu sa Lembongan können Sie Unterwassergrotten erforschen. Bekannt für ihren Fischreichtum sind die bis zu 600 m steil abfallenden Riffwände vor Nusa Penida. Gute Tauch- und Schnorchelgründe findet man am Lovina Beach, bei Sanur, Nusa Dua und Padang Bai mit der (Insel) Nusa Kambing sowie bei Gili Air,
Gili Meno und Gili Terawangan nordwestlich von Lombok.

Wellness

Bali bietet sich für einen Wellness-Urlaub geradezu an. Die Insel blickt auf eine lange Geschichte der Heilkunst zurück. Viele Kenntnisse wurden schon vor mehr als 2500 Jahren aus China und Indien eingeführt, mit lokalem Wissen verbunden und erweitert. Stets geht es um eine ganzheitliche Behandlung mit dem Ziel, Körper, Geist und Seele zu harmonisieren.

Heute gibt es auf Bali viele Spa-Hotels, wobei der Name Spa – abgeleitet von sanus per aquam (gesund durch Wasser) jedoch missverständlich ist. Nicht Wasser, sondern Heilmassagen stehen im Zentrum der Anwendungen, ergänzt durch Kräuterdampfbäder, Ganzkörperpeelings, Gesichtsbehandlungen, Masken und Packungen, die meist auf traditionellen balinesischen Techniken basieren. Zum Angebot vieler Hotels gehören zudem Yoga, Meditation und Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung. Wer nicht den ganzen Urlaub im Wellness-Hotel verbringen will, kann sich in romantischen Day Spas verwöhnen lassen. Europäische Reiseveranstalter bieten Pauschalreisen inklusive Wellness-Paketen an.

Einkauf

Im Vergleich zu Mitteleuropa ist Indonesien ein sehr preiswertes Reiseland. Vor allem die Kosten für Übernachtungen, Restaurantbesuche und Dienstleistungen sowie für Mietwagen und Benzin sind deutlich niedriger als bei uns. Öffentliche Verkehrsmittel sind billig. Preiswert einkaufen kann man auf Bali vor allem Textilien und Lederartikel. Wer in Straßenlokalen isst, öffentliche Verkehrsmittel benutzt und in Pensionen oder einfacheren Hotels übernachtet, kommt mit 40–50 € am Tag aus, in der Nebensaison sogar mit deutlich weniger. Reisende mit höheren Ansprüchen sollten mit einem Tagesbudget von 80–100 € rechnen.

Kosten für Essen und Trinken

Eine Schüssel Nudelsuppe kostet in einem einfachen Lokal ab 50 €-Cent, eine Portion gebratener Reis ab weniger als 1 €. In einem mittleren Restaurant bekommt man ein Gericht ab 2–2,50 €. Selbst ein mehrgängiges Abendessen in einem gehobenen Restaurant schlägt inkl. Getränke mit kaum mehr als 20–25 € zu Buche. Für eine kleine Flasche (0,375 l) Bir Bintang zahlt man in einem einfachen Lokal rund 1 €, in einem besseren Restaurant 2–3 €.

Märkte

Jeder bedeutende Ort hat einen großen Markt (pasar besar oder pasar pusat), in dessen Zentrum meist eine Markthalle steht. Hier finden vom frühen Morgen bis in die Mittagszeit die Morgenmärkte (pasar pagi) statt, auf denen die Einheimischen wegen fehlender Kühlschränke ihre Lebensmittel täglich frisch einkaufen. Auf Nachtmärkten (pasar malam) weisen Gerüche den Weg zu Imbissständen. Dort kann man sich auch mit Kleidung und Haushaltswaren eindecken. Auf den Märkten wird gehandelt. Lebensmittelläden und Supermärkte in den Touristenzentren haben Fixpreise.

Souvenirs

Bali gilt als Einkaufsparadies – daher reisen viele Touristen grundsätzlich mit halbleerem Koffer an, um genügend Platz für Mitbringsel zu haben. Für den Erwerb von Kunsthandwerk gilt: Beste Ware, größte Auswahl und meist günstigste Preise hat man in der Regel in den Herstellungsorten.

Außer in Geschäften der gehobenen Kategorie ist es üblich zu handeln. In der Regel nennt der Verkäufer zunächst den doppelten Preis. Was man tatsächlich bezahlt, hängt vom Verhandlungsgeschick ab. Ein günstiger Zeitpunkt für einen Einkauf ist der frühe Vormittag. Viele Händler locken mit morning prices, denn für sie gilt der Abschluss des ersten Geschäfts als Omen für den Tag. Sparen kann man, wenn man einen Laden ohne Führer aufsucht, dann fällt dessen Provision weg. Billiger wird es meist auch, wenn man bar bezahlt, statt eine Kreditkarte zu benutzen.

Abstand nehmen sollte man vom Kauf von Souvenirs, die von geschützten Tierarten stammen, etwa Mitbringsel aus Schildpatt, Reptilienleder, Elfenbein und Korallen. Die Einfuhr solcher Produkte nach Europa ist ohne hinverboten.

Die Preise für Sommerkleidung liegen niedriger als in Europa, die Qualität lässt allerdings oft zu wünschen übrig. Hochwertige im Verfahren des Doppel-Ikat hergestellte Handwebarbeiten kommen aus dem Bali-Aga-Dorf Tenganan. Auch die handgewebten Endek-Stoffe aus Gian yar sowie die mit Goldfäden durchwirkten Songket-Handwebstoffe aus Blayu zeichnen sich durch gute Qualität aus. Teuer sind handgemalte Batiken (batik tulis), billiger hingegen Stempelbatiken (batikcap). Man(n) sollte sich nach Batikhemden umsehen. Diese sind nicht nur originelle Mitbringsel, sondern dienen bei Einladungen oder feierlichen Anlässen auch als Sakko-Ersatz. Ein Muss sind ein Sarong und eine Selendang-Tempelschärpe.

Hochwertige Holzmasken und andere Schnitzereien findet man in Mas. Billigere Holzarbeiten kommen aus Tegalalang und Pujung. Als Zentren der Silberschmiedekunstgelten Celuk und Kamasan. Spezialitätensind kunstvoll ziselierte Silberarbeiten in Filigrantechnik. Beizahlreichen Silberschmieden kann man Schmuck nach individuellen Vorstellungen in Auftrag geben.

Weitere Balisouvenirs sind handgeschnitzte Schattenspielfiguren aus Büffelleder, Schnitzereien aus Büffelhorn, Lontar-Manuskripte, Gemälde, Lederwaren, Gewürznelken-Zigaretten (kretek) sowie CDs und Kassetten mit gamelan-Musik. Nur mit Glück entdeckt man noch Antiquitäten, etwa chinesische Exportkeramik oder Stücke aus der holländischen Kolonialzeit. Für Gegenstände, die älter als 50 Jahre sind, ist allerdings eine Exportgenehmigung erforderlich, darüber hinaus muss Ausfuhrsteuerbezahlt werden.

Reisewetter

Aufgrund der Nähe zum Äquator besitzt Bali ein tropisch feuchtes Klima mit nur geringen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf. Es gibt lediglich zwei Jahreszeiten, die sich hauptsächlich hinsichtlich der jeweiligen Niederschlagsmenge unterscheiden. Von Oktober bis März weht auf der Insel (wie auch auf Java und den Kleinen Sunda-Inseln östlich von Bali) der Westmonsun. Er bringt vor allem den Regionen südlich der zentralen Gebirgskette erhebliche Niederschläge mit Maxima in den Monaten Dezember und Januar. Wer also versucht, dem Kalender ein Schnippchen zu schlagen, und im Winter nach Bali reist, kommt aus dem europäischen Regen in die balinesische Traufe.

Doch auch während der Feuchtperiode sind völlig verregnete und trübe Tage ausgesprochen selten. Oft fällt der meiste Regen nachts oder am frühen Morgen, und auch tagsüber bricht nach kurzen heftigen Schauern immer wieder die Sonne durch. Auf Nordbali halten sich während der Regenzeit die Niederschläge in Grenzen. Die feuchtesten Monate sind auch die heißesten, zumal die Temperaturen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit von bis zu 95% besonders drückend wirken. Während dieser Zeit stöhnen selbst die Balinesen über Temperaturen von bis zu 35 °C und auch in den Nächten wird es im Tiefland der Insel selten kühler als 30 °C.

Charakteristisch für die Übergangsphase vom West- zum Südostmonsun (etwa April bis Mitte Mai) sind unregelmäßige, aber häufig heftige Gewitterregen. Von Mitte Mai bis September bringt der relativ trockene, von Australien her wehende Südostmonsun sonnenreiche, nur ab und zu von kurzen Tropengewittern unterbrochene Tage. In der Trockenzeit mit durchschnittlich weniger als sechs Regentagen im Monat werden die hohen Temperaturen tagsüber durch erfrischende Seebrisen und nachts durch kühle Bergwinde gemildert. Als trockenster und mit durchschnittlich 26 °C ›kühlster‹ Monat gilt der Juli. Im gebirgigen Inselinneren ist es ständig recht frisch.

Bali: Klima

Tagestemperaturen in °C

  1. Jan 31
  2. Feb 31
  3. März 31
  4. April 32
  5. Mai 31
  6. Juni 30
  7. Juli 30
  8. Aug 30
  9. Sept 31
  10. Okt 31
  11. Nov 32
  12. Dez 31

Nachttemperaturen in °C

  1. Jan 24
  2. Feb 24
  3. März 24
  4. April 23
  5. Mai 23
  6. Juni 22
  7. Juli 22
  8. Aug 22
  9. Sept 23
  10. Okt 23
  11. Nov 24
  12. Dez 24

Wassertemperaturen in °C

  1. Jan 28
  2. Feb 28
  3. März 28
  4. April 29
  5. Mai 28
  6. Juni 28
  7. Juli 27
  8. Aug 27
  9. Sept 27
  10. Okt 27
  11. Nov 28
  12. Dez 29

Sonnenschein Stunden/Tag

  1. Jan 5
  2. Feb 5
  3. März 5
  4. April 7
  5. Mai 7
  6. Juni 7
  7. Juli 7
  8. Aug 7
  9. Sept 7
  10. Okt 7
  11. Nov 6
  12. Dez 6

Niederschlag Tage/Monat

  1. Jan 16
  2. Feb 13
  3. März 10
  4. April 6
  5. Mai 5
  6. Juni 5
  7. Juli 4
  8. Aug 3
  9. Sept 3
  10. Okt 5
  11. Nov 8
  12. Dez 13

Gesundheit

Wenn man seinen Aufenthalt auf Bali sowie die Touristenregionen von Java und Lombok beschränkt, sind Impfungen nicht unbedingt nötig. Grundsätzlich gilt jedoch: Standardschutz gegen Polio, Tetanus und Diphtherie überprüfen und gegebenenfalls auffrischen. Bei einer Weiterreise nach Ostindonesien, nach Sumatra, Sulawesi oder Kalimantan empfehlen sich prophylaktische Maßnahmen gegen Hepatitis A und Malaria. Vor der Abreise sollte man eine Reisekrankenversicherung abschließen, die einen Krankenrücktransport im Flugzeug einschließt.

Apotheken

Apotheken tragen die Bezeichnung apotik oder toko obat (Drogerie). Erhältlich sind auch viele der in Europa gebräuchlichen Medikamente, meist rezeptfrei und viel billiger als bei uns.

Ärztliche Versorgung

Die öffentlichen Krankenhäuser (rumahsakit umum) entsprechen in Ausstattung und Hygiene meist nicht europäischem Standard. Wer auf Bali erkrankt, sollte eine der Privatkliniken aufsuchen oder in schwereren Fällen nach Singapur oder Bangkok fliegen.

Englisch sprechende Ärzte

Englisch sprechende Ärzte gibt es in den Ferienzentren im Süden der Insel.

Bali International Medical Centre: Jl.Bypass Ngurah Rai 100 X, Kuta, Tel.0361 76 12 63, Fax 0361 76 43 45, www.bimcbali.com

International SOS: Jl. Bypass Ngurah Rai 505 X, Kuta, Tel. 0361 71 05 05, Fax0361 71 05 15, www.sos-bali.com

Bali 911 Dental Clinic: Bali GalleriaMall, 2nd Floor, No. 2C-58/59, Jl. Bypass Ngurah Rai, Kuta, Tel. 0361 76 62 54,www.bali911dentalclinic.com

Sicherheit

Bali ist nicht unsicherer als Berlin oder Boston. Gewaltverbrechen wie Raubüberfälle und Vergewaltigungen kommen selten vor. Andere Delikte wie Einbrüche in Hotelzimmer, Taschen- und Trickdiebstähle in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie im Gedränge von Märkten und Festveranstaltungen, Entreißen von Umhängetaschen vom Motorrad konzentrieren sich auf die Touristenzentren im Süden. An der Tagesordnung sind jedoch kleinere Betrügereien von Kellnern (verrechnen), Taxifahrern (manipulierte Taxameter), Geldwechslern (manipulierte Rechner), Tankwarten (Tankuhr nicht zurückstellen) sowie Kassierern in Bussen und bemo.

Auf die Bombenanschläge von 2002 und 2005 haben die balinesischen Behörden mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen reagiert. Das Auswärtige Amt empfiehlt dennoch ein »sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten«. Als besonders gefährdet gelten Orte, die bevorzugt von Ausländern frequentiert oder mit dem westlichen Ausland identifiziert werden, etwa Hotels, Botschaften, Einkaufszentren und touristische Einrichtungen. Das Auswärtige Amt rät außerdem zu erhöhter Vorsicht beim Konsum von Alkohol. Mehrere Kranken- und Todesfälle nach dem Genuss von alkoholischen Getränken in Touristenregionen von Bali und Lombok lassen auf mit Methanol verunreinigte Getränke schließen. Methanolvergiftungen können schwere gesundheitliche Schäden verursachen und schlimmstenfalls tödlich verlaufen.

Essen und Trinken

Was und wo isst man?

Fast überall auf Bali wird heute international gekocht. Auf den Speisekarten bodenständiger Touristenlokale dominieren Pizza und Spaghetti, Fish and Chips oder dem westlichen Geschmack angepasste indonesische Gerichte. Authentische balinesische Speisen, die für Fremde vor allem wegen der Schärfe recht ungewohnt sind, fand man lange Zeit selten, weil sie meist nur für große Feste unter Einhaltung strikter Vorschriften in stundenlanger Arbeit zubereitet werden.

Mittlerweile findet man aber auch in den Touristenzentren Restaurants, die inseltypische Spezialitäten anbieten. Oder man macht es den Einheimischen nach und probiert einmal von den Speisen der ›fliegenden Köche‹, die mit ihren fahr- und tragbaren Garküchen durch Straßen und Gassen ziehen. Die Essensstände unter freiem Himmel, die preiswerte authentische indonesische und balinesische Gerichte bieten, heißenwarung. Oft formieren sich die meist auf ein Gericht spezialisierten Ein-Mann-Küchen von den frühen Abendstunden an zu Nachtmärkten. Ein Rundgang auf einem pasar malam verspricht die Chance, unverfälschte einheimische Küche kennenzulernen. Vor allem bei Essensständen, die von Einheimischen stark frequentiert werden, hat man die Gewähr, frisch zubereitete Speisen zu bekommen.

Neue Gaumenkitzel

Rinderfilet mit Austernfüllung, Lammkotelett mit Macadamiakruste, in Bananenblatt gegartes Fischfilet oder Salat von Langusten und Mangos in Basilikum-Vinaigrette – dies sind nur einige der Delikatessen, mit denen die Küchenchefs mancher Spitzenrestaurantsin den balinesischen Ferienzentren ihre Gäste überraschen.

Der wichtigste Aspekt der neuen facettenreichen Restaurantlandschaft Balis ist ihre Inspiration durch die Außenwelt oder, wie es ein Gastrokritiker einmal ausdrückte, ihre »Multikulturalität des Gaumens«. Aufgeschlossen für Einflüsse von außen, kreierten in den letzten Jahren innovative Küchenchefs die Bali Style Nouvelle Cuisine, in der sich die Aromen der balinesischen und anderer asiatischer Küchen, insbesondere der thailändischen, mit meist französischenund italienischen Einflüssen verbinden. Feinschmecker schwärmen von den leichten Gerichten der neuen Baliküche, die mitunter europäisch anmutet, aber einen deutlich asiatisch-pazifischen Stil hat. Sie zeichnet sich durch einfache, aber hochwertige Ingredienzenaus. Insbesondere Liebhaber von Fischspezialitäten und Meeresfrüchten kommen auf ihre Kosten, denn das meist fangfrische Seafood zählt zum besten der Welt. Hoch im Kurs stehen neben Meeresfischen auch Krustentiere wie Hummer und Krabben oder Schalentiere wie Austern und Muscheln.

Tropische Früchte

Bunt ist die Palette an tropischen Früchten auf Bali, zu der bei uns oft unbekannte Exoten gehören, etwa die apfelgroße, rot-braune Mangosteen mit schneeweißem Fruchtfleisch, die wie eine große stachelige Erdbeere aussehende Rambutan, die Schlangenhautfrucht genannte Salak und natürlich die stachelige Durian, von der man sagt, sie rieche höllisch, schmecke aber himmlisch.

Alkoholische Getränke

Touristen schätzen die unter europäischen Lizenzen gebrauten Biere, Balinesen trinken bei festlichen Anlässen gern den milchigen, leicht säuerlichen Palmwein tuak oder den Reiswein brem. Arak, aus tuak oder brem destillierter Branntwein, eignet sich für Cocktails, Longdrinks oder pur als Digestif. Aus den an der Nordküste reifenden roten Trauben wird der Hatten-Wein gekeltert, ein Rosé, der zu den pikanten indonesischen Gerichten passt.

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  • Dina Stahn Unterwegs in Wien und Stuttgart

    Dina Stahn ist für DuMont Reise unterwegs in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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  • Manfred Braunger Unterwegs in den USA und Europa

    Manfred Braunger ist für DuMont Reise unterwegs in Kalifornien und dem Elsass.

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  • Susanne Tschirner Unterwegs in Irland und dem Elsass

    Susanne Tschirner ist für DuMont Reise unterwegs in Irland, Schottland, dem Elsass und der Provence.

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