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Wildemann – Bergbau, Natur und Sagen 

von Info-Harz.de

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Quelle: ©shutterstock.com/Torsten Dietrich

Warum heißt ein kleiner Ort in Niedersachsen eigentlich Wildemann? Ein recht eigentümlicher Name. Doch so wie die meisten Orte im Harz verdankt dieser den Namen einer Legende, der Legende vom Wilden Mann.

Die ersten Bergleute siedelten sich in der Zeit des Alten Mannes – der Zeit der ersten Besiedlung – im Oberharz an. Eines Tages entdeckten sie frische Fußspuren im Schlamm eines Flussbettes. Die Bergleute folgten der Fährte und fanden einen Mann und eine Frau. Beide waren von enormer Größe und trugen lediglich einen breiten Gürtel aus Laub und eine Mooskappe auf dem Haupt. Der Mann trug zudem einen langen Bart, der bis zum Gürtel reichte und eine Tanne, die mitsamt der Wurzel herausgerissen worden war und die ihm als Waffe diente. Trotz vieler Versuche von Seiten der Bergleute konnten sie die beiden nicht fangen.

Doch eines Tages gelang es den Männern, den großen Mann durch einen Pfeil zu verwunden. Nach einem zähen Kampf konnten die Bergleute den Hünen überwältigen und gefangen nehmen. Der Frau gelang die Flucht und wurde nie wieder gesehen. Die Höhle, in der die Waldmenschen gelebt hatten, wurde schließlich auch gefunden. Dort gab es eine große Menge an Vorräten, die aus rohem Wildfleisch und Beeren bestand.

Der Wilde Mann, so wurde er sofort von den Bergleuten genannt, sprach während seiner Gefangenschaft kein Wort. Auch die ihm angebotenen Speisen und Getränke rührte er nicht an. Schließlich sollte er zum Herzog von Braunschweig gebracht werden, damit dieser über sein Schicksal entscheiden konnte. Auf dem Weg dorthin verstarb der Wilde Mann jedoch. In dem Moment, als er starb, entdeckte man in seiner Höhle die erste Erzader. Die Bergleute nannten die Grube daher “Wilder Mann” und pflanzten zum Gedenken an der Stelle, an der sie ihn eingefangen hatten, eine Linde. Dieser Baum steht heute vor dem Hotel Rathaus mit einer Gedenktafel.

Wildemann liegt 400 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel und ist der ideale Urlaubsort für alle, die in ihren Ferien aktiv sein möchten. Hier kann man wandern, Mountainbike fahren und vieles mehr. Auch im Winter laden tolle Loipen zum Wintersport ein.

Auch Naturfreunde kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. In den zum Teil noch unberührten Wäldern kann man bei einem Spaziergang einfach mal die Seele baumeln lassen und sich entspannen. Einige Waldteile werden als Wildruhezone ausgewiesen oder vollständig sich selbst überlassen, damit die Natur ihre eigenen Wege gehen kann. Viele Maßnahmen sorgen dafür, dass sich immer mehr Pflanzen und Tiere wieder ansiedeln, die früher verdrängt wurden. So konnten zum Beispiel der Luchs, aber auch verschiedene Vögel, wie der Uhu und der Sperlingskauz, und einige seltene Schmetterlingsarten wieder angesiedelt werden.

Ein ganz besonderes Highlight sind die Hundeschlittenfahrten mit Huskys. Dabei ist Körperkraft und auch Eigeninitiative gefragt. Wenn die Wintersaison vorbei ist, kann mit einem Fächergespann am Wagen eine Tour unternommen werden und so die Natur auf außergewöhnliche Weise genossen werden. Wer sich eine Fahrt mit den Tieren nicht zutraut, kann an einer geführten Wanderung mit den Huskys teilnehmen. Zusammen mit einem Tourguide wandern die Teilnehmer durch die Wälder und bekommen ihren eigenen Hund, den sie während der Wanderung zu betreuen haben.

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