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TOWNSHIPS
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Von Wellblech bis Villa 

von A.-M. Bernardt, O. Gerhard, R. Knoller

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Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach

Während der Apartheid wurden große Teile der schwarzen Bevölkerung in Townships angesiedelt. Abseits der Stadtzentren gelegen, gelten diese trotz verbesserter Infrastruktur immer noch als Hort von Armut und Kriminalität. Besucher stoßen hier auf Zeugnisse des Anti-Apartheid-Kampfes – und auf neuen Wohlstand.

Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach Wandie muss brutzeln: Hühnchen und Hammeleintopf, Curry, Kutteln, Bohnen, Maisbrei und ein Dutzend Saucen sind jeden Morgen in Vorbereitung. Schließlich kommt mittags der große Ansturm: Busse mit Besuchern aus aller Welt, die während ihrer Tour durch Soweto, der bekanntesten Township Südafrikas, hungrig geworden sind. Wandies Gäste sind meist auf der Soweto Heritage Route unterwegs, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt. Zum Beispiel in die Vilakazi Street, die einzige Straße weltweit, in der mit Erzbischof Desmond Tutu und dem ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela gleich zwei Nobelpreisträge Häuser besitzen. Dass Soweto nicht einfach eine berühmt-berüchtigte Siedlung armer schwarzer Südafrikaner ist und sogar viele Überraschungen bereit hält, erfahren die meisten Besucher hier zum ersten Mal. Seit dem Ende der Apartheid können die Townships auch von Weißen besucht werden – ein Programmpunkt, der heute in kaum einer Rundreise durch das Land fehlt. Dass eine Besichtigung auf eigene Faust einen Tabubruch darstellt, gehört zu den wichtigsten Regeln: „Township-Besuche sollten in organisierter Form und nur mit orts-kundiger Führung stattfinden“, warnt das Auswärtige Amt zu Recht. Je nach Veranstalter bietet sich während der Exkursionen die Möglichkeit, südafrikanischen Alltag zu erleben, von der lokalen Küche zu probieren, hinter die Kulissen gemeinnütziger Projekte zu blicken und mit den Bewohnern in Kontakt zu treten, zum Beispiel bei Besuchen in Privathäusern oder in einem Shebeen, einer traditionellen Kneipe. Oft trifft man dabei auf Veteranen des Kampfes gegen die Rassentrennung, der in den Townships seinen Ausgang nahm – insbesondere in Soweto. Der Name Soweto steht für die „South Western Townships“, einen 1963 gegründeten Zusammenschluss von inzwischen rund 30 Townships nahe Johannesburg. Bekannt wurde Soweto 1976, als Schüler und Studenten hier gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache demonstrierten. Der Aufstand, der über 500 Menschenleben kostete, wurde zum Symbol für den Anti-Apartheid-Kampf.

SCHWARZE ELITE

Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach Auch mehr als 15 Jahre nach der Regierungsübernahme durch den ANC haben die Townships noch mit vielen Problemen zu kämpfen. Nach wie vor sind sie Brennpunkte von Kriminalität und Bandenwesen, ist die Infrastruktur mangelhaft. Weite Teile bestehen nur aus einfachen Hütten, zusammengezimmert aus Pappe und Wellblech. Und der Zustrom ungelernter Arbeiter aus den Dörfern und den Nachbarstaaten reißt nicht ab. Doch manches hat sich auch geändert: Viele Häuser verfügen inzwischen über Wasser- und Stromanschlüsse. Neue Viertel für die Mittelschicht sind entstanden – mit Schulen, Einkaufszentren und Parkanlagen. In Townships wie Soweto oder Khayelitsha in Kapstadt werden Trends gesetzt in Sachen Mode, Tanz, Design und Malerei. Manche Fußballstars und wichtige Vertreter der Politik stammen von dort. Sogar Villen und Millionäre gibt es in – zwischen, Aufsteiger, die von der Politik der Förderung schwarzer Firmengründungen profitiert haben. Eine schwarze Elite ergänzt die weiße Oberschicht. Die Bewohner der Wellblechhütten träumen davon nur.

TOWNSHIP-TOUREN

Township-Touren in Johannesburg:
Lords Travel & Tours und Jimmy’s Face to Face Tours bieten verschiedene Pakete an, die auch einen Besuch in Soweto einschließen (www.lordstravel.co.za und www.face2face.co.za). Bei Soweto Tours ist ein Besuch bei Wandies inklusive (www.sowetotour.co.za).

Township-Touren in Kapstadt: Besuche organisieren Meljo Tours (www.meljo-tours.com), Other Side of Cape Town Tours (www.andytours.co.za) und Ama tikulu (www.amatikulu.com).

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