Der in Deutschland aufgewachsene Joško Lokas setzt mit einem dalmatinischen Themenpark auf nachhaltigen Tourismus, der alte Traditionen fördert – und manchen als beispielhaft gilt.
Von der schmalen Landstraße in Richtung Pakovo Selo, zehn Fahrminuten vom
Nationalpark Krka entfernt, zweigt ein weitläufiger Schotterparkplatz ab. Holztafeln
weisen ankommenden Besuchern den Weg zum „Etnoland Dalmati“. Joško Lokas, der
Hausherr des Themenparks, begrüßt die Besucher mit frischen Feigen, Mandeln und
selbst gebrannter Rakija. Seine Partnerin Ana, die trotz drückender Mittagshitze eine
bodenlange Tracht trägt, macht sich sogleich an die Führung durch das Anwesen.
Hier taucht der Besucher in eine Welt ein, wie sie über Jahrhunderte im kargen Hinterland der Küste gelebt wurde. An typisch dalmatinischen Steinhäusern, die traditionell ohne Mörtel entstehen, spenden smaragdgrüne Holzläden Schutz vor der Sonne. Im Inneren ist es kühl, lebensgroße Bauernpaare aus Plastik präsentieren den Inhalt wertvoller Holzkommoden: weiße, selbst genähte Leintücher. Im nächsten Steinhaus, der Konoba, spendet ein alter Weinkeller Erfrischung. Probieren aus den Fässern ist erlaubt. In einem kleinen Ausstellungsraum, der auf dem Anwesen entstanden ist, fühlt sich der Besucher fast wie in einem Feinkostladen: Im Schinkenmuseum baumelt luftgetrockneter Pršut von der Decke. Vor dem Gebäude grast ein Esel, der prompt nach Anas Kleid schnappt, neben einem Brunnen.
Die Idee zu diesem Projekt hatte Joško Lokas, der in Dortmund aufgewachsen ist, als er aus seinem Bürofenster in Hamburg schaute: Die Stadt lag unter grauem Himmel und er dachte wehmütig an die dalmatinische Heimat seiner Mutter, das Hinterland der Küste, wo das Leben beschaulicher abläuft – und vor allem sonniger. Kurzerhand packte der Deutschkroate, entwarf ein Unternehmenskonzept, engagierte eine Beratungsfirma und machte sich an die Umsetzung seiner Pläne. Bis zu 70 Saisonkräfte beschäftigt der Jungunternehmer heute auf seinem Anwesen, darunter Schmiede und Steinmetze, damit die traditionellen Berufe der Region nicht in Vergessenheit geraten.
Etnoland Dalmati
In der Saison vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Reisegruppen, Hochzeits- oder Taufgesellschaften ankommen. Vor dem Besuch empfiehlt sich eine Reservierung.
www.dalmati.com
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