Tee kann man auf unterschiedliche Weise genießen. Eine Standardempfehlung lautet: “Man nehme einen Teelöffel Teeblätter pro Tasse und einen weiteren für die Kanne, und überbrühe die Blätter mit kochendem Wasser. Je nach gewünschter Intensität lasse man den Tee für fünf bis zehn Minuten ziehen. Wer möchte, trinkt ihn mit Milch, Zitrone, Honig oder Zucker.” Das ist die eine Methode.
Eine andere ist ein Spaziergang durch eine Teeplantage. In Boseong, im Südwesten der koreanischen Halbinsel, ist die Dawon Schauplantage eine Touristenattraktion. Wie dunkelgrüne, abgerundete Wülste schmiegen sich die Teesträucher an den Hang, zaubern Schlangenlinien aus Grün auf die Hügel und bestechen mit ihrer asymmetrischen Symmetrie. Bei Nebel verschwinden sie in kühlem Grau und erscheinen mystisch und geheimnisvoll. Die knorrigen Bäume mit ihrem kugeligen Blattbewuchs, die in Gruppen umher stehen, unterstreichen die surreale Erscheinung. Dazwischen bewegen sich vereinzelt Farbtupfer zwischen den Reihen, es sind Besucher, die in dem üppigen Grün schwelgen und sich nicht satt sehen können an Form und Farbe.
Die Teesträucher sollen aber nicht nur das Auge erfreuen. Nein, auch der Gaumen will verwöhnt werden. Im angeschlossenen Teehaus kann man das fertige Produkt verkosten. Gegen ein geringes Entgelt stehen duftende Teeblätter bereit, die in kleinen, irdenen Teekannen am Tisch frisch zubereitet werden. Gegenüber dem Teehaus befindet sich ein Laden, der aus Boseong Tee zubereitete Produkte verkauft: Tees und Erfrischungsgetränke mit Tee, Kekse, Süßigkeiten, aber auch Kosmetika oder Badezusätze. Auch Milchshakes und Eis mit Teegeschmack warten auf Experimentierfreudige.
Leicht erreicht man dieses Naturschauspiel jedoch nicht. Zumindest wenn man auf eigene Faust unterwegs ist. In dieser Gegend spricht man kein Englisch, und die Fahrpläne und Bustafeln sind ausschließlich in der Landessprache angeschrieben. Wer es bis nach Boseong schafft (was dank des gut ausgebauten Busnetzes kein übermäßiges Problem darstellt), gelangt mit dem richtigen Lokalbus innerhalb kurzer Zeit zur Teeplantage. Wer den Ausstieg verpasst, kann sich immer noch mit dem nahe gelegenen Yulpo Strand trösten.
Wir wechseln den Schauplatz und begeben uns in die Cameron Highlands auf der malaysischen Halbinsel. Auch hier wird das gemäßigte Klima auf etwa 1.500 m Seehöhe für den Anbau für Tee genutzt. Die Plantage, die wir hier besuchen, ist größer als jene in Korea, und auch die Form der Sträucher ist anders, unregelmäßiger in Form und im Abstand zueinander.
Wie Farbkleckse in unterschiedlichen Grünschattierungen bedecken sie die Hügel, als hätte sie ein Maler mit geübtem Pinselstrich in die Landschaft gemalt. Auch hier ist es möglich, durch die hüfthohen Sträucher zu wandern und den Teepflückern bei der Arbeit zuzusehen. Da unsere Welt immer technischer wird, werden die Blätter nicht mit der Hand gezupft, sondern mittels einer Kombination aus elektrischer Heckenschere und einem Staubsauger mit überdimensionalem Staubbeutel abgeschnitten und abgesaugt. Die gefüllten Beutel werden sodann verschlossen und auf dem Kopf abtransportiert. Da die Blätter nicht alle zur gleichen Zeit reif werden, und die bepflanzten Flächen riesig sind, wiederholt sich dieser Vorgang jeden Tag aufs Neue.
Ihren Namen erhielten die Highlands von William Cameron, einem Briten, der diese Gegend im 19. Jahrhundert “entdeckte” und ihre Eignung für den Teeanbau erkannte. Der Großteil des heute in Malaysia produzierten Tees stammt aus dieser Region. Zusammen mit Erdbeerfarmen und Rosengärten locken die Teeplantagen jährlich zahlreiche Touristen in die Cameron Highlands, die knapp 300 km von der Hauptstadt Kuala Lumpur entfernt liegen.
Dennoch gehören Korea und Malaysia nur zu den kleineren Teenationen. Die größten Tee produzierenden Länder der Welt sind Indien, China, Sri Lanka, Kenia und Indonesien.
Die DuMont-Redaktion und die Autoren unserer Reiseführer Bali/Lombok warnen vor dem Genuss von Arak, einem lokalem Reiswein, wenn er aus unbekannter Quelle stammt. Im August 2011 starb eine 30-jährige Deutsche an einer Methanolvergiftung durch Alkohol, eine 25-jährige Krankenschwester aus Australien hat eine solche Vergiftung im September knapp überlebt, aber starke gesundheitliche Schäden davon getragen. Offensichtlich hatten beide Frauen im Szenetreff „Happy Café“ in Senggigi auf der Insel Lombok schwarz gebrannten Arak in Cocktails serviert bekommen. Auch schon in den Vorjahren war der Tod mehrerer Touristen auf mit Methanol versetzten Arak zurückgeführt worden. Bitte beachten Sie bei Reisen nach Indonesien, dass der Konsum von lokalem Reiswein aus unbekannter Quelle u.U. zu gesundheitlichen Schäden bis hin zu tödlichen Vergiftungen führen kann.
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