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Petersburger Ballett
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Spitzentanz in Vollendung 

von Veronika Vengert und Birgit Borowski

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Quelle: ©iStockphoto.com/andyross

Das Petersburger Ballett genießt Weltruf. Berühmt ist es für vollendete Technik und einen sehr ausdrucksstarken Tanz. Dank einer von Kraft und Dynamik geprägten Ausbildung gelingen den russischen Tänzerinnen und Tänzern atemberaubende Sprünge.

Im Jahre 1738 gründete der französische Tanzmeister Jean-Baptiste Landé eine Ballettschule für die Kinder der Hofangestellten, aus der später das Petersburger Ballett hervorgehen sollte. Dieses prägte im 19. Jahrhundert über 50 Jahre lang der Franzose Marius Petipa (1819–1910). Er entwickelte das klassische russische Ballett und führte es zu Weltruhm. Tschaikowskij schrieb gezielt für Petipa seine Kompositionen „Schwanensee“, „Dornröschen“ und „Nussknacker“. Wesentliches Stilmerkmal von Petipas Inszenierungen sind atemberaubende Sprünge und absolute Präzision. Daneben legte er Wert auf ein in sich geschlossenes Gesamtbild. Im 20. Jahrhundert formte sich unter Impresario Sergej Diaghilew und Choreograf Michail Fokin aus Mitgliedern der kaiserlichen Ballettschule die legendäre Tourneetruppe der „Ballets Russe“, die im Westen zahllose Erfolge feierte. Auch nach der Revolution wurde das Ballett vom Staat großzügig gefördert. Die Perfektion blieb, doch entstanden kaum neue Inszenierungen. Bis heute sind die klassischen Choreografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts immer wieder im Mariinskij-Theater zu sehen. Vor allem Spitzentänzer fühlen sich durch das begrenzte Repertoire und eine mangelnde Freiheit des künstlerischen Ausdrucks eingeschränkt, viele suchten im Ausland neue Herausforderungen.

EIFMAN UND SEIN ENSEMBLE

Seit 1977 gibt es einen neuen Star am Petersburger Balletthimmel: Boris Eifman. Der Choreograf machte sich mit seiner Truppe unter dem Namen „Theater des modernen Balletts“ auch im Ausland einen Namen. Legendär sind seine Inszenierungen „Der Meister und Margarita“ (nach dem Roman von Bulgakow) oder die „Zwölfte Nacht“ nach Shakespeares „Was Ihr wollt.“ Daneben sind Choreografien nach Rock- und Jazzmusik im Programm. Im Mariinskij-Theater trat die Eifman-Truppe in der Vergangenheit nur selten auf, sie musste auf weniger bekannte Bühnen ausweichen. Das hat nun ein Ende, für die Eifman-Truppe wird ein neuer Theaterbau errichtet, im Juli 2009 fiel die Entscheidung für einen Bau des Niederländers Ben van Berkel, der übrigens auch für das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart verantwortlich zeichnete.

FAKTEN

Mariinskij-Theater
Teatralnaja Ploschtschad 1
Metro: Sennaja Ploschtschad
Tel. 0812/326 41 41, www.mariinsky.ru

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