Französische Trüffel – da denken die meisten sicher zuerst an das Périgord. Doch das Gros der kostbaren Pilze stammt aus der nördlichen Provence, genauer aus den Regionen Drôme und Vaucluse.
Vor allem das Tricastin, das Gebiet östlich der Rhône zwischen Montélimar, Orange und Nyons, gilt als fruchtbarstes Terrain für die „schwarzen Diamanten“. 68 Gemeinden formen hier die AOC-Fläche für die „tuber melanosporum vittadini“.
Im Winter ist Hochsaison für die Trüffeln, die wild vor allem unter Steineichen, aber auch unter Nussbäumen gedeihen. Von Mitte November bis Mitte März machen sich die caveurs auf die Suche, meist mit speziell abgerichteten Hunden als Schnüffelhilfe. Ein schwerer, leicht nussiger, erdiger Geruch weist den Suchenden den Weg. Rabasse heißen die begehrten dunklen Klumpen auf Provenzalisch, denn wenn das Tier fündig geworden ist, muss der Mensch sich tief bücken oder auf die Knie gehen (frz. se rabaisser; wörtl. erniedrigen), um mit der Trüffelhacke (provenz. fouji) und den Händen den Boden aufzukratzen und die Trüffel aus ihrem Erdversteck zu lösen. Normalerweise liegen die Trüffelknollen etwa bis zu 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche, manche wachsen aber auch in ein oder zwei Meter Tiefe.
Die meisten Trüffel entstammen auch in der Provence inzwischen nicht mehr „wilden“ Fundstätten, sondern sind Zuchtprodukte. Es gibt regelrechte Trüffelplantagen. Aber ihre Bewirtschaftung ist ein fast ebenso aufwendiges Unterfangen wie die Suche nach den natürlichen Erddiamanten: Mindestens zehn Jahre dauert es, bis sich die Trüffelsporen an den Baumwurzeln angesetzt haben. Auch das Klima muss passen: Längere Trockenheit und Hitze sind die ärgsten Feinde der Trüffel. Zudem spielen Bodenbeschaffenheit (möglichst kalkhaltig, mit einem pHWert von ca. 7) und Pflanzengüte ein wichtige Rolle für den Erfolg eines trufficulteurs. Das mittelalterlich anmutende Carpentras ist für professionelle Trüffelkäufer die erste Adresse, doch am weitesten reicht der Trüffel- Ruf des Drôme Örtchens Richerenches.
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