Die Burgen und Schlösser in der Tschechischen Republik sind nicht nur interessant und sehenswert für Mittelalterfans oder Romantiker. Auch Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, denn die Burgherren haben ihre großen, wunderschönen Gärten und Parkanlagen bis heute erhalten.
Blumen, Bäume und Wiesen so weit das Auge reicht, dazu barocke Pavillions, Treppen, Terrassen, Statuen und Brunnen – genauso, wie man sich einen Prachtgarten vorstellt, sieht er in der Tschechischen Republik oftmals tatsächlich
aus. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Barockschlossgarten des erzbischöflichen Schlosses in Kroměříž, der im 19. Jahrhundert in einen englischen Landschaftspark verwandelt wurde. Seltene Pflanzen und Bäume ergänzen Bäche und Teiche, romantische kleine Bauten und originelle Skulpturen. Daneben können Besucher dort einen reizenden Spätrenaissance-Blütengarten, ein Palmenhaus, zwei Labyrinthe, eine 244 Meter lange Kolonnade mit Statuen antiker Götter und eine Rotunde mit Foucaultschem Pendel, anhand dessen die Rotation der Erde um ihre Achse nachgewiesen wird, entdecken.
Definitiv zu Recht besitzt der Garten Europas zwischen Břeclav, Lednice und Valtice seinen Namen. Auf fast 200 Quadratkilometern befindet sich eine wunderbare Welt der beeindruckenden Herrenhäuser umgeben von Parks, Gärten, Teichen, Flüssen und Wäldern, die gemeinsam mit einer Reihe Skulpturen, Jagdschlösschen, Kapellen und Säulenhallen ein traumhaftes Gesamtbild ergeben. Im Zentrum steht die prächtige Residenz der Familie Liechtenstein, ein neugotisches Schloss in Lednice mit einem großen Park, der frei bis in die Auwäldern rund um den Fluss Dyje reicht. Romantische Flussfahrten, die Erkundung des geheimnisvollen Sumpfwaldes oder ein Ausflug zu dem Gewächshaus aus Gusseisen und Stahl vom Schloss in Lednice sind weitere Garten-Highlights, die sich kein Naturfreund entgehen lassen sollte.
Einen garantiert unvergesslichen Spaziergang erleben Besucher des Parks Průhonice am südlichen Stadtrand von Prag. Gegründet von dem Grafen Ernest Emanuel Sylva-Taroucca am Ende des 19. Jahrhunderts erweiterte man den Park um mehrere Teiche und Wiesen, weshalb dort mittlerweile mehr als 1.500 Arten von Bäumen und Sträuchern wachsen. Ein Rosarium mit 1.000 Rosensorten und ein Iridarium mit 1.500 Iris-Klonen begeistern sicher nicht nur ausgesprochene Blumenliebhaber.
Berühmt für seine Rosenpracht ist das Schloss in Děčín mit einem barocken
Rosengarten, der einen atemberaubenden Panoramablick über die Stadt bietet. Der Garten, in dem einst zweitausend Arten von Rosen wuchsen, stellte im späten 19. Jahrhundert eine der größten und schönsten Sammlungen von Rosen in Mitteleuropa dar. Touristen, die sich mehr aus Fuchsien machen, sind im barocken Schloss Buchlovice genau richtig. In diesem Garten mit englischem Park findet von Anfang Juni bis Ende September eine Fuchsien-Ausstellung statt, bei der in Gewächshäusern 1.200 Arten und Sorten von Blumen zu sehen und zu riechen sind.
Ähnliche Naturschönheiten lassen sich in der gesamten Tschechischen Republik bestaunen: Egal, ob der gotische Garten im Schloss Svojanov, die steilen, felsigen Hänge im Schloss in Vranov nad Dyjí oder das perfekte Zusammenspiel von Geometrie, Wasserspielen, Skulpturen und grünem Garten im Barockschloss in Prag-Troja – Pflanzenliebhaber werden einen Besuch in der Tschechischen Republik nicht so schnell vergessen!
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