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Wodka
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Pur und eisgekühlt 

von Veronika Wengert und Birgit Borowski

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Quelle: ©iStockphoto.com/shipov

Er gilt als russischer Exportschlager, zumindest unter den hochprozentigen Getränken: Der Wodka, das „Wässerchen“. Pur und eiskalt sollte er serviert werden, gerne in vorgekühlten Gläsern. So entfaltet sich sein Geschmack optimal.

Wodka ist das russische Nationalgetränk schlechthin. Ein fast geruchloses Destillat, das aus Getreide oder Kartoffeln gebrannt und traditionell zu feierlichen Anlässen ausgeschenkt wird. Doch Wodka ist nicht dazu da, um den Körper zu betäuben – vielmehr ist er für die Seele bestimmt, heißt es in Russland. Eine hochprozentige Spirituose der ganz besonderen Art, die häufig auch als „Weiße Magie“ bezeichnet wird.

WAS DARF REIN?

Wodka darf beim Genuss niemals im Rachen brennen, sondern muss sich weich anfühlen. Sollte dem nicht so sein, dürften die Nebenstoffe der Gärung daran schuld sein, die entsprechend auch für einen dicken Kopf am nächsten Morgen sorgen. Um ihr „Wässerchen“ qualitativ zu verbessern, setzen viele Hersteller auf hochwertige Grundstoffe wie reines Quellwasser oder besondere Filtermethoden wie Aktivkohle, biologisches Milcheiweiß oder gar Diamanten, die dem Destillat geschmackliche Neutralität verleihen sollen. Dieser Prozess ist nicht unbedeutend, denn durch das Filtrieren unterscheidet sich der Wodka etwa vom Korn. Während in Russland Roggen als wesentlicher Bestandteil des Wodkas weit verbreitet ist, greifen die Hersteller in Skandinavien eher zu Gerste. Kartoffel-Wodka gilt allgemein als schwerer, im Vergleich zu seinen Konkurrenten. Wodka aus Rübensirup-Melasse, der bei der Zuckergewinnung ent-steht, ist geschmacklich süßer und qualitativ nicht so hochwertig.

WODKA FÜR DAMEN

In den vergangenen Jahren wurden dem Wodka unzählige Aromen hinzugefügt. Die Skala reicht von Anis über Zitrone und Schwarze Johannisbeere bis zu Büffelgras. Marketingexperten haben festgestellt, dass diese und andere Zusätze vor allem bei Frauen gut ankommen. Darauf setzt die Wodkamarke Damskaja, die es mit Mandel-, Vanille- oder Limettennote im Handel gibt. Damit soll der Wodka sein selbst in Russland leicht angestaubtes Image über Bord werfen und zum neuen Trendgetränk aufsteigen.

PUR ODER GEMIXT?

In Russland hat Wodka meist einen Solo-Auftritt und wird pur genossen, unterdessen führt er im Ausland oft weithin ein Schattendasein als Grundlage für Cocktails. Sei es als Zwei-Drittel-Mix mit Wermut aufgefüllt im Martini-Cocktail oder als Screwdriver, zu deutsch „Schraubenzieher“, mit Orangensaft und Eiswürfeln vermengt. Der in den USA seit den 1950er Jahren beliebte Klassiker wird in Deutschland ganz unerotisch Wodka-Orange genannt. Am Morgen danach hat sich das Wässerchen auch in einem Bloody Mary bewährt, als todsicheres Mittel, um dem Kater eins auszuwischen – in Gesellschaft von Tomatensaft, Tabasco, Pfeffer und bevorzugt Selleriesalz.

WODKA MIT KIWIEXTRAKT

Überhaupt scheint jedes Land dem Wodka eine besondere Note zu verpassen: So wird in Neuseeland einer Sorte reiner Kiwiextrakt, jedoch ohne Zuckerzusatz, beigemischt. Im Hinterland der Kroatischen Küste wird Bio-Weizen mit dalmatinischem Quellwasser vermengt und als Destillat fünffach filtriert. Und der britische Innovator Philip Maitland kreierte 2003 das erste spritzige Wässerchen. „Wodka goes Fizzy“ lautete die Werbekampagne, und das russische Nationalgetränk bekam eine Eigenschaft verpasst, die bisher nur für Sekt, Selters & Co. reserviert war. Die blubbernde Kohlensäure sei jedoch – so der Hersteller – ideal für Mischgetränke. Vor allem in der Ukraine, aber auch in Russland ist Wodka beliebt, der mit Pfeffer und Honig versetzt wurde – Perzowka. Also der Fantasie sind beim Wodka fast keine Grenzen gesetzt. Jenseits der Mojka

WODKAGENUSS FÜR ANFÄNGER

Aus welchem Glas? In Russland trinkt man Wodka traditionell aus Wassergläsern, eingeschenkt wird 0,1 l (das entspricht dem fünffachen Inhalt deutscher Schnapsgläschen!) Was isst man dazu? Für den Wodkagenuss benötigt man eine gute Grundlage, in Russland begleitet er häufig ein komplettes Menü, nach jedem Schluck sollte man etwas essen – möglichst nur leicht am Glas nippen, sonst wird es sofort wieder gefüllt. Trinkspruch „Na sdorowje“ ist eine international verbreitete Trinkspruchvariante, mit der man in russischer Gesellschaft kaum punkten kann. Wer authentischer wirken möchte, sollte lieber mit einem „sa Wasche sdorowje“ auf die Gesundheit seines Gegenübers
anstroßen.

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