zurück zur Übersicht
Reise & Freizeit
Vielen Dank für Ihre Bewertung

Paddeln auf dem sanften Strom 

theOUTSOURCEmag

Bild 01_Reise&Freizeit_theOUTSOURCEmag_A1
Quelle: © theOUTSOURCEmag

Unzählige kleine Wasserfälle und Rinnsale plätschern von den senkrecht emporragenden Felswänden ins Wasser. In ihnen bricht sich das Licht der Sonne in den schönsten Farben. In den mannshohen Farnen am Ufer zwitschern Vögel in allen erdenklichen Lautstärken und Tonlagen. Kein Lüftchen trübt die polierte Wasseroberfläche, in der sich Landschaft und Himmel spiegeln. Es ist Sommer im Whanganui National Park.

Der Whanganui River ist der einzige der neuseeländischen Great Walks, der nicht zu Fuß sondern mit dem Kanu bewandert wird. 145 Kilometer weit schlängelt sich die befahrbare Strecke des Flusses durch den Whanganui National Park auf der Nordinsel Neuseelands. Tiefe Schluchten hat das Wasser in die mit einer Million Jahren relativ junge Sandstein-Landschaft gegraben.

Keine Straßen, keine Geschäfte, keine Zivilisation

Fünf Tage dauert die Tour von Taumarunui bis nach Pipiriki. Im an der Oio Road gelegenen Whakahoro sammeln die Kanu-Verleiher nach zwei bis drei Tagen die ersten Reisenden wieder ein und bringen sie zurück zum Ausgangsort. Bis hierhin wird der Whanganui River durchgängig von einer, manchmal sogar zwei Straßen gesäumt. Zuweilen übertönt das tiefe Brummen der LKW-Motoren das Plätschern der Wasserfälle. In ihrer vollen Pracht entfaltet sich die sonst so wundervoll einsame Landschaft erst ab Whakahoro. Keine Straßen, keine Geschäfte, keine Zivilisation. Ein ausreichender Vorrat an Sonnencreme und ein Hut als Schutz vor der glühenden Hitze sind unabdingbar, ebenso wie Mückenspray. Gemeinsam mit Kleidung, Regensachen und Verpflegung findet alles in wasserdichten Kunststoff-Tonnen Platz.

© theOUTSOURCEmag Der Whanganui River fließt nicht besonders schnell. Nur hin und wieder treiben kleinere Stromschnellen das Kanu ein wenig vorwärts und helfen beim Vorankommen. Also heißt es paddeln – unaufhörlich, Stunde um Stunde, bis die Muskeln brennen von der ungewohnten Bewegung. Im Abstand von etwa zwei Stunden befinden sich Übernachtungsmöglichkeit am Ufer des Flusses – manchmal ist es eine Hütte, manchmal auch nur ein einfacher Zeltplatz. Eine Genehmigung, die man beim Kanuverleiher erhält, verschafft freie Hand bei der Wahl des Nachtlagers.

Über die Brücke ins Nirgendwo

© theOUTSOURCEmag Ein anderer guter Grund dafür, die Tour bis nach Pipiriki fortzusetzen, ist die Bridge to Nowhere kurz vor dem Camp Mangapurua. Ihr Bogen schwingt sich elegant über eine kleine Schlucht. 1936 fertiggestellt war die Brücke lange Zeit die Hauptverbindung zum Mangapurua Valley. Heute führt sie ins Nichts, ein Dickicht aus Pflanzen und Farnen. Nur auf dem Wasserwege ist sie zu erreichen und schon die halbstündige Wanderung durch die wundervolle grüne Landschaft bis zur Brücke entlohnt für das etwas komplizierte Anlegemanöver.

Weiter flußabwärts liegen mehrere Grotten, wohnzimmergroße grüne Oasen, die zum Hineinklettern einladen. Von der Decke hängen Farne hinab, die Luft ist feucht und vollgesogen mit dem Duft der hiesigen Vegetation. Kleine Steinchen am Boden thronen auf winzigen Sandburgen, die sie vor dem von der Decke tropfenden Wasser geschützt haben.

Glücklich durch Stromschnellen und Nadelöhre

Immer wieder rauschen Motorboote den Fluss entlang. Schon lange bevor sie hinter der nächsten Flussbiegung auftauchen, kündigt das Surren ihrer Motoren sie an, wird immer lauter, bis es vorbeirauscht und ebenso langsam wieder verklingt, wie es gekommen ist. Da auf Neuseelands Straßen auf der linken Seite gefahren wird, ist das Rechtsfahr-Gebot hier auf dem Wasser etwas gewöhnungsbedürftig.

Zwischen den Camps Thieke Kainga und Ngaporo bringen größere Stromschnellen das Kanu doch noch einmal ganz schön ins Schaukeln. Wo der Fluss sonst in der Regel 20 bis 30 Meter breit ist, muss das Kanu hier durch ein kleines Nadelöhr manövriert werden. Wer Glück hat, passiert die Stelle, ohne einen Tropfen Wasser abzubekommen. Hier zu kentern ist jedoch keineswegs ausgeschlossen. Wer kurz vor den Schnellen rückwärts paddelt, kommt jedoch meistens trockenen Fußes hindurch.

Nach 87 Kilometern durch diese Idylle, dieses grüne Paradies, taucht Pipiriki am Ufer auf. Hier am Bootsanleger endet die Reise. Mit dem Kanuverleiher geht es zurück nach Taumarunui, zurück in die Zivilisation.

Anzeige

Weitere Inhalte

mehr Videos

Weitere Videos YouTube Logo

mehr Bilder

Distant past...Browns Island (Motukorea)St Pauls, Arrowtown 05-04-2012 15-43-14Morning (f)lightTekapo AutumnFirst rays - White HeronP4202226P4152113P4111905P4101848P4091820Picture 193
flickr Logo

Reisewetter

Auckland
Montag,
21.05.12
heiter
9C / 17C
Dienstag,
22.05.12
heiter
7C / 16C
Mittwoch,
23.05.12
sonnig
7C / 17C
Ausführliches Reisewetter auf wetter.net Logo