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SCHNEE
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"Nix für Bremser" 

von Stefan Spath

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Quelle: DuMont Reiseverlag/Christina und Toni Anzenberger

Schnee bis zum Umfallen und Party bis zum Abwinken: Obertauern im Salzburger Land ist einer der umtriebigsten Ski-Orte Österreichs – auch die Beatles fuhren auf den Ort ab.

John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr hatten keinen blassen Schimmer vom Ski-Fahren. Aber Regisseur Richard Lester hatte sich in den Kopf gesetzt, dass die Pilzköpfe für ihre schräge Abenteuer- und Musikklamotte „Help!“ auch auf Schnee eine gute Figur machen sollten. Am 13. März 1965 bezogen die Beatles in Obertauern Quartier. Warum nicht im mondänen St. Moritz oder einer anderen Alpen-Größe? Obertauern, 1630 Meter hoch am Radstädter Tauernpass, war damals schon als „Schneeloch“ bekannt und bot auch im Frühjahr hervor ragende Drehbedingungen. „Help!“ war unbezahlbare Werbung für einen Ort, der aus dem Nichts entstanden war. 60 Jahre zuvor stand dort noch kein einziges Haus. Als wichtiger Alpen-Übergang hatte der Tauernpass zwar Tausende Jahre gedient, als Erholungsraum erfand ihn der Tourismus.

SEIT 100 JAHREN AUF DEN BRETTERN

Quelle: DuMont Reiseverlag/Christina und Toni Anzenberger Um 1900 kamen in den Alpen die ersten Abenteurer auf die Idee, sich Bretter unter die Füße zu schnallen. Bald unterwies die k.-u.-k.-Armee an der Passhöhe Offiziere im Skilaufen. Die ersten Ski-Touristen folgten. Die Initialzündung brachte 1929 die Aufnahme des Winterverkehrs mit Postmotor-Schlitten. Nun ließen sich die mittlerweile für die Sommertouristen gebauten Unterkünfte auch im Winter füllen – und zwar zu viel besseren Konditionen. 1947 nahm am Seekarhaus der erste „Schlepplift“ – ein Seil mit Knoten – seinen Betrieb auf. Zur Goldgrube wurde Obertauern ab den späten 1960er- Jahren. Hotels schossen wie Pilze aus dem Boden und waren im Winter allesamt gefüllt. Also wurde im Sommer darauf neu gebaut, erweitert und modernisiert. Ein Kreislauf, der sich bis heute nicht geändert hat. Bis heute ist Obertauern übrigens keine eigene politische Gemeinde. Das Ortsgebiet verteilt sich auf Untertauern, das noch zum Pongau gehört, und Tweng, das bereits im Lungau liegt.

SCHNEESPASS OHNE ENDE

Vom günstigen Jugendquartier bis zum Luxushotel spannt sich das Spektrum der Unterkünfte in der riesigen und nicht besonders ansehnlichen Hotelsiedlung beiderseits der Passstraße. Die Plätze da zwischen füllen Sportgeschäfte, Boutiquen, Bars und Diskotheken. Zwischen 1630 und 2313 Meter Seehöhe warten rund 100 Kilometer Pisten auf Carver und Snowboarder. Vom Familienhang bis zur giftigen G2-Abfahrt von der Gamsleiten-Spitze, die einem schon beim Blick nach unten den Magen umdreht, wird alles geboten. Was Österreichs fünftgrößten Skiort von der Konkurrenz abhebt, ist die Möglichkeit, das gesamte Skigebiet abzufahren, ohne die Skier abschnallen zu müssen. Und praktisch von jedem Ort des Skigebiets gelangt man auf Brettern zurück in die Unterkunft. Kompakter geht es im Salzburger Land nirgends.

AUSNAHMEZUSTAND FÜR MONATE

Quelle: DuMont Reiseverlag/Christina und Toni Anzenberger Und schneesicherer auch nicht. Wolken aus dem Westen deponieren an der Gebirgsscharte zwischen Radstädter und Schladminger Tauern ihre weiße Fracht ebenso zuverlässig wie gelegentliche Adriatiefs. Für fünf lange Monate, in denen Obertauern in einen Rauschzustand versinkt. Mal rauschen die „Toten Hosen“ für einen Gig an, dann werden im Schnee verbuddelte Schatzkisten gesucht. Für den Spaß an „eventfreien“ Tagen sorgen die unzähligen Skihütten. Zu Alpenrock und Schlagermusik, die die Arena zwischen Seekar-, Platten-, Gamsleiten- und Zehnerkarspitz gnadenlos beschallen, wird mit Jagatee oder der legen dären „Gamsmilch“, die an der Bergstation der Zehnerkar-Gondelbahn serviert wird, vorgeglüht. Richtig zur Sache geht es aber erst beim Après-Ski. Geht es in der „Beatles Bar“ im Seekarhaus eher nostalgisch zu, steht die „Lürzer Alm“ im Ort unter dem Motto „Nix für Bremser“. In der effizient organisierten Après-Ski-Hütte trudeln die ersten Gäste um 11.00 ein, ab 15.30 Uhr sorgt der DJ für Stimmung, ab 18.00 Uhr folgt das Großreinemachen, bevor die nächste Welle, diesmal zum Essen, anrollt und DJ Boogie Peter wieder Gas gibt bis in die Puppen. An Umsatzstarken Tagen gehen schon mal 5000 große Biere über die Tresen, dazu Unmengen von „Flying Hirsch“-Mischungen aus Jägermeister und Red Bull. Na, dann Wohlsein …

FAKTEN

Tourismusverband Obertauern, A-5562 Obertauern, Tel. 0 64 56/72 52, Fax 0 64 56/7 25 29, www.obertauern.com
Kitzsteinhorn: Österreichs erstes Gletscherskigebiet (41 km Pisten) ist besonders bei Snowboardern beliebt (www.kitzsteinhorn.at)
Ski amadé: Mega-Skischaukel, ein Skipass gilt für 360 Pisten und 860 Pistenkilometer (www.skiamade.com)
St. Margarethen/Katschberg: Familienfreundliches Skigebiet im Lungau, an der Grenze zu Kärnten (www.katschi.at)
Prebersee/Tamsweg: Liftfreies Idyll im Lungau – Langlauf, Rodeln, Wandern und Skitouren (www.preber.at)

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