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Opernfestspiele in Verona
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Musik und Spiele 

von H. Maunder und B. Schaefer

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Quelle: DuMont Bildarchiv/ Sabine Lubenow

Die Arena di Verona ist das drittgrößte erhaltene römische Amphitheater, nach Rom und Capua – aber für Freunde des populären Belcanto ist sie die größte: die größte und schönste Openair-Opernbühne der Welt, Fakten hin oder her.

Sicher: Die Puristen des Operngeschmacks rümpfen hier gern die Nase. Aber was soll’s: Wer lyrisches Kammerspiel sucht, ist hier falsch, wer große Oper liebt, genau richtig. Das wissen auch Profis wie Placido Domingo. Der Maestro wurde im Sommer 2009 zum Superstar der Festspiele, als er dort sein 40-jähriges Arena-Bühnenjubiläum feierte – am Dirigentenpult und mit einem Gala-Abend. Am 16. Juli 1969 hatte Plácido Domingo als damals 28-Jähriger in der Puccini-Oper Turandot sein Debüt in der Arena di Verona mit der Rolle des Calaf gegeben,
des letztlich glücklichen Bewerbers um die Hand der Prinzessin Turandot.

ZWEIMAL TOSCA

Auch internationale Rock- und Pop-Stars treten hier auf, vor allem aber italienische Liedermacher. Legendär wurde ein Auftritt Claudio Baglionis in den 1980er-Jahren; 20 000 Zuschauer wichen trotz heftigen Platzregens nicht. „Die „Unbeugsamen“ nennen sich seine Fans seither. Und Lucio Dalla führte im September 2009 hier sein Musical auf, das nicht zufällig „Tosca Amore Disperato“ heißt: Dallas Musical erzählt die gleiche tragische Liebesgeschichte wie Puccinis Oper.

KEIN ORT FÜR POPULISTEN

Sogar für politische Demonstrationen liefert die Arena die Kulisse. Das musste in einer „Nabucco“-Aufführung auch Umberto Bossi erfahren, der Rechtspopulist und Vorsitzende jener Lega Nord, die eine Abspaltung des reichen Nordens vom armen Süden Italiens fordert. Als der Gefangenenchor auftrat, ertönten im Publikum laute „Viva Verdi“-Rufe. Und das war keineswegs nur eine Hommage an den Komponisten: Denn „Verdi“ steht seit dem 19. Jahrhundert, als Italien für seine Einheit kämpfte, auch für „Vittorio Emanuele Re d’Italia“. Wer in Italien „Viva Verdi“ ruft, der bekennt sich zur Einheit des Landes und gegen den Separatismus. Oper ist populär, aber Populisten haben hier nichts zu suchen: So lautete die unmissverständliche Botschaft des Publikums. Bossi verstand – und verschwand.

AUSKUNFT & INFORMATION

Eine musikalische Einführung für Opernliebhaber
Vor jeder Opernaufführung in der Arena wird im Palazzo della Gran Guardia an der Piazza Bra eine Informationsveranstaltung organisiert. Für 35 Euro bekommt man ab 17.00 Uhr eine musikalische Einführung mit Musik – und Wein und einigen Häppchen. Für 85 Euro gibt es dazu ein Gala-Abendessen im historischen Saal des Palazzo (Verona Tuttintorno, Tel. 04 58 00 94 61)
www.anteprimaopera.it, www.arena.it

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