Naturschutz in Neuseeland: Was dem Moa widerfahren ist, soll sich tunlichst nicht wiederholen: auszusterben, bis auf ein paar fossile Knochenfunde sang- und klanglos aus der einzigartigen Fauna zu verschwinden.
Viele von den Europäern eingeführte Tiere machen den heimischen Arten das Überleben schwer. Am Aussterben des Moa tragen sie allerdings keine Schuld. Dafür sind einzig die Maori verantwortlich, die den fleischigen, bis zu dreieinhalb Meter großen Vogel hemmungslos jagten und nur wenige hundert Jahre brauchten, um den gesamten Bestand auszurotten. Ein Mini-Dinosaurier dagegen hat es bis in die Neuzeit geschafft. Zugegeben, nicht ohne aufwendige Hilfestellungen. Doch die mag man dem maximal 60 cm kleinen Tuatara gerne zugestehen. Schließlich behauptet sich diese urzeitliche Brückenechse seit über 220 Millionen Jahren auf der Erde –eine wahre Erfolgsgeschichte der Evolution. Das enorme Durchhaltevermögen der Tiere machte erst im 19. Jahrhundert schlapp, als ihnen aggressive Nager aus Europa nachstellten: allen voran Ratten, die umso leichtere Beute fanden, als die wechselwarmen Echsen bei kühlem Wetter praktisch erstarren. Deshalb wurden die Tuatara zuerst auf säugetierfreien Inseln in Sicherheit gebracht. Inzwischen hat man aber auch im Karori Wildlife Sanctuary bei Wellington über 200 Tiere in die Freiheit entlassen. Dort fand man später auch befruchtete Eier der Spezies – auf den Hauptinseln die ersten seit 200 Jahren. Zumindest ein Jungtier soll daraus geschlüpft sein.
Neuseelands Galionsfigur gleicht einer Karikatur: Der Kiwi wirkt plump, ist von struppigem Gefieder, kann so gut wie nichts sehen, überhaupt nicht fliegen und hat Nasenlöcher an der Spitze des Schnabels, was sich für einen richtigen Vogel eigentlich nicht gehört. Dennoch wurde er zum Wappentier der Nation gekürt. Was die Art nicht vor der Beinahe-Ausrottung durch eingeführte Katzen, Wiesel und Opossums schützen konnte. Erst 1921 wurde der Kiwi unter Naturschutz gestellt, Aufzuchtstationen sehen ihre Aufgabe vorrangig darin, die kritische Jungtier-Phase zu überbrücken. Sechs Monate langwachsen sie hier behütet auf, bevor sie, ein Kilo schwer und gekennzeichnet mit einem Mikrochip, in die freie Natur ihrer heimatlichen Reviere ausgesetzt werden. Dort haben knapp 50 Prozent Chancen, das Erwachsenenalter zu erreichen. Der extrem bedrohte Kakapo, eine Papageienart, hat als absoluter Notfall auf abgelegenen Inseln Asyl gefunden. Kritiker meinen jedoch, das Aus für den Kakapo wäre ein ganz natürlicher Prozess der Evolution: Denn der schrullige Einzelgänger kann nicht mal fliegen. Und im Liebesleben herrscht meist Flaute: Die Weibchen haben nur alle drei bis vier Jahre Lust, obwohl die Männchen immer ab Oktober balzen, was die luftgefüllten Hautsäcke auf der Brust hergeben. In nicht allzu ferner Zukunft soll auch der Moa zu neuem Leben erweckt werden. Mittels Gentechnologie, die sich fossiler Funde bedient. Daran arbeiten derzeit Forscher der Otago-Universität in Dunedin. Ob mit Erfolg, steht noch in den Sternen.
www.kakaporecovery.org.nz
Sechs Milliarden menschliche Erdbewohner, aber nur 124 Kakapos: Das Schutzprogramm zieht Bilanz.
www.doc.govt.nz
Die Seite des Department of Conservation steht für Naturschutz und ist verlinkt mit den National Parks.
www.willowbank.co.nz
In dem kleinen, naturnah angelegten Tierpark scheinen sich Kiwi & Co wohl zu fühlen.
www.seafriends.org.nz www.seafriends.org.nz
Alles zum Schutz der Meere und seiner Bewohner.
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