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Biosphärenreservat
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Mensch und Natur 

von Cordula Rabe

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Quelle: DuMont Reiseverlag/ Arthur F. Selbach

Seit Tausenden von Jahren prägt die Symbiose von Mensch und Natur das Gesicht der Picos. Doch diese Symbiose ist gefährdet. Nachwuchssorgen bestimmen das Leben und Arbeiten auf den „Majadas“, den teils weit abgelegenen Hochalmen. Stirbt im 2003 zum Biosphärenreservat der UNESCO erklärten Nationalpark Picos de Europa eine jahrhundertealte Tradition aus?

Quelle: DuMont Bildarchiv/Arthur F. Selbach „Weiter hoch, jetzt mehr rechts, genau! Die Kuh dort! Jetzt bring sie runter, aber nicht so schnell!“ Manolo Remis Fernández ruft die Kommandos in wohlklingendem, aber für Auβenstehende völlig rätselhaftem Asturisch seinem Kompagnon Tito zu. Dieser versteht, rennt, schaut und handelt auftragsgemäβ. Tito ist ein Hütehund, die Kommunikation zwischen Hirten und Tier klappt perfekt. Auch wenn es Tito offensichtlich nicht passt, dass er die Kuh nicht in den Hintern beiβen darf. Manolo, 56, ist einer von einer Handvoll Viehwirten im Nationalpark Picos de Europa. 1918 gegründet und 1995 auf knapp 65 000 Hektar Fläche erweitert, ist er Spaniens ältester und gröβter Nationalpark. Gleichzeitig war und ist er als einziger schon immer besiedelt. Rund 2000 Menschen leben aktuell im geschützten Gebiet. Doch es werden immer weniger: Zu hart und unbequem ist der Job. Idyllische Hirtenromantik: Fehlanzeige. Das weiβ auch Manolo Remis. Seine Kinder wird es wohl in die Stadt ziehen. Das Aussterben der jahrhundertealten Tradition wäre dramatisch für die Picos de Europa. Ein uralter Kulturraum, der vom Zusammenspiel von Mensch und Natur lebt, ginge verloren.

Seit Tausenden von Jahren prägt die Symbiose zwischen Mensch und Natur das Gesicht der Picos. Durch Rodung entstanden Almwiesen, die verbleibenden Wälder lieferten Brennholz und Baumaterial. Vieh- und Landwirtschaft, die Herstellung von Käse im Rhythmus der Jahreszeiten prägten das Leben. Von Frühjahr bis Herbst zogen ganze Familien mit Sack und Pack in die Berge. Es waren entbehrungsreiche Sommer, ohne Strom, ohne Verbindung mit dem Tal. Alles Lebensnotwendige musste mühsam von Mensch oder Esel über steile Pfade hinaufgetragen werden. Wanderer im schroffen Terrain der Picos können nachvollziehen, was das bedeutet. Schon jetzt zeugt so manches ausgreifende, verwilderte Farnfeld vom Fehlen der Weidewirtschaft.

Doch es gibt Anlass zur Hoffnung. Seit Generationen widmet sich etwa die Familie von Conchi Pérez, 30, im winzigen Bergdorf Tielve der Herstellung von Cabrales-Käse. Alle Arbeitsschritte werden manuell durchgeführt, regelmäßig muss sie in die feuchte und kühle Naturhöhle, um die dort reifenden Käselaibe von Hand zu waschen und zu wenden. „Sicher ist die Arbeit anstrengend“, räumt sie ein, „aber ich habe mich daran gewöhnt. Auβerdem lebt hier meine Familie, es ist meine Heimat.“ Und auch an der Zukunft wird gearbeitet. Im Jahr 2009 verbrachten Laura, 33, und Ignacio, 36, die erste Saison als Hüttenwarte im Refugio Vega de Ario. Mit dabei war der wenige Monate alte Sohn Sascha. Viele Sommer sollen folgen, denn „es gibt keinen besseren Ort, um unser Kind inmitten der Natur aufwachsen zu lassen“. Vielleicht setzt er sich ja später auch für den Erhalt der einzigartigen Bergwelt ein.

INFORMATIONSZENTREN

Pedro Pidal (Centro de Visitantes/Besucherzentrum), Lagos de Covadonga, Mitte März–Mitte Dez. 10.00–18.00 Uhr Casa Dago (Verwaltung und Besucherzentrum), Avda. Covadonga, 43, E-33550 Cangas de Onís (Asturien), Tel. 985 84 86 14, Mo.–Do. 8.00–14.30 Uhr und 16.00–18.00, Fr. 8.00–14.30 Uhr

Posada de Valdeón (Verwaltung und Besucherzentrum), El Ferial, E-24915 Posada de Valdeón (Castilla y León), Tel. 987 74 05 49, Juli–Sept. Mo.–Fr. 8.00–14.30, Sa./So. 9.00–14.00, 16.00–19.00, Okt.–Juni. Mo.–Fr. 9.00–15.00 Uhr

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