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Seen
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Mecklenburgische Seenplatte 

von Christiane Petri

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Quelle: DuMont Bildarchiv/ Peter Frischmuth

Dieses größte zusammenhängende Wasserrevier Mitteleuropas mit seinen etwa 2000 großen, kleinen und allerkleinsten Seen ist das Herz des Landes Mecklenburg-Vorpommern! Aus der Luft betrachtet, sieht die Mecklenburgische Seenplatte auf über 6000 km2 wie ein sichelförmiges Gebilde aus, das sich über die Mitte und den Süden des Bundeslandes ausbreitet. Geografisches und touristisches Zentrum ist die Müritz, auf der Landkarte wie eine große blaue Perle, die in natura je nach Wind und Wellengang mit tiefblauer oder silbrig schimmernder Oberfläche lockt. Da versteht es sich wie von selbst, dass hier Menschen glücklich sind, die gern baden, surfen, segeln, paddeln, Wasserski fahren, tauchen oder mit dem Hausboot über Seen und Kanäle schippern!

Geliebtes Paddelparadies

Ein wunderbares Refugium für Tagestouren auf dem Wasser ist die Mecklenburger Kleinseeplatte, eine Gegend südlich der Kleinstadt Mirow mit ungefähr 300 kleinen und allerkleinsten Seen, alle verbunden durch ein ausgeklügeltes Netz von Flüssen und Kanälen. Die Ufer sind folglich gut bestückt mit Kanustationen, Wasserwanderrastplätzen, Campingplätzen und Schleusenanlagen. Man kann natürlich auf eigene Faust fahren, aber für Anfänger vermitteln Hotels und Pensionen auch gern buchbare Kanutouren unter Leitung eines versierten Wasserwanderführers – manchmal sogar ganz romantisch mit Lampions in der Abenddämmerung. Mit ein bisschen Glück bekommt man unterwegs blühende Seerosenfelder, Eisvögel und Biber zu sehen. Das gehört hier einfach zu einem Urlaub dazu!

Ungestörtes Naturerlebnis

Quelle: DuMont Reiseverlag/ Peter Frischmuth Wer garantierte Stille und Abgeschiedenheit sucht, um die Seele wieder einmal atmen zu lassen, ist in den etwas entlegeneren Refugien gut aufgehoben: in den tiefsten und heimlichsten Winkeln des östlichen Naturparks Feldberger Seenlandschaft oder dem nordwestlichen Krakower Seengebiet. Mit nur 9 Mecklenburgern, die in den Naturparks durchschnittlich auf einem Quadratkilometer wohnen, gibt es keine dünner besiedelte Gegend in ganz Deutschland. Einsame Badestrände und ruhige Waldwege sind hier geradezu garantiert. Stunden kann man hier am Wasser verbringen – und es schaut höchstens mal ein Fischotter vorbei.
Besonders schöne Momente zur Naturbeobachtung bieten die frühen Morgen- und Abendstunden im September und Oktober, nämlich dann, wenn Tausende einheimische und skandinavische Kraniche am Großen Rederangsee im Müritz-Nationalpark oder in den Langenhägener Seewiesen bei Goldberg auf ihren hohen dünnen Stelzen im Flachwasser stehen, um sich mit ihrem lauten charakteristischen Trompetenruf für den Aufbruch ins südliche Winterquartier zu versammeln.

Von Burgen, Schlössern und Herrenhäuser

Einmal im Leben … morgens im Himmelbett aufwachen, das knarzende Parkett unter den Fußsohlen fühlen, nach dem Frühstück durch den Park schlendern und sich beim Fünfuhrtee auf der Gartenterrasse die wechselvolle Geschichte des Hauses vom Urenkel des Erbauers erzählen lassen: Mecklenburgs historische Adelssitze – auch gern als „Tafelsilber“ des Landes bezeichnet – sind aus der Kulturgeschichte der Seenplatte nicht mehr wegzudenken. In fast jeder Ortschaft findet man eine dieser eindrucksvollen Hinterlassenschaften aus der Feudalzeit, ja manchmal gibt erst das Schloss dem Flecken die Seele! Von den einst über 2400 herrschaftlichen Anwesen derer von Maltzahn, von Bassewitz, von Hahn oder von Plessen, die bis 1945 hier zu finden waren, sind heute noch immerhin 1800 vorhanden. Inzwischen stehen etwa 230 ehemalige Adelsdomizile dem Reisegast zur Verfügung. Komfort und Preisklassen reichen vom einfachen Zimmer im Gutshaus, wo man sich abends bei kaltem Mecklenburger Sauerfleisch mit warmen Bratkartoffeln in der Küche trifft, bis zur Suite im exquisiten Luxus-Schlosshotel Relais & Chateaux mit Spitzenrestaurant inklusive Jagdausritt oder Golfkurs übers Wochenende.

Quelle: DuMont Reiseverlag/ Peter Frischmuth Eine hoch beliebte Gepflogenheit ist das so genannte Schlösser-Hopping mit dem Fahrrad! Um in den Genuss der Abwechslung und Vielfalt zu kommen, bietet sich die Möglichkeit, per Drahtesel alle ein oder zwei Tage von Schlosshotel zu Schlosshotel zu radeln. Die oft geringe Distanz von nicht mehr als 20 oder 30 km zwischen den einzelnen Häusern macht es möglich! Richtiggehend Erleichterung bieten spezialisierte Reiseveranstalter, die den Gepäcktransfer übernehmen. Und noch einen großen Vorteil bietet die Mecklenburgische Seenplatte für Radler: Die Region ist allermeistens flach, nur gelegentlich leicht hügelig und nicht so windig wie an der Küste, also zum Radfahren ohne schweißtreibende Anstrengung bestens geeignet – vom anschließenden Wellnessangebot der einzelnen Schlosshotels einmal abgesehen!

Tipp: Adlerbeobachtung – Beim König der Seenplatte

Adler sind die ornithologische Attraktion Mecklenburgs. Allein im Müritzgebiet nisten über hundert Fisch- und Seeadlerpaare. Von Anfang April bis Anfang Juli bietet das Ranger-Team der Nationalpark-Information des Dörfchens Federow am Ostufer der Müritz geführte Wanderungen, die zu einer Beobachtungsstelle im Wald führen. Von hier kann das Brutverhalten von Adlermännchen und Adlerweibchen auf ihrem 20 m hohen Horst genauestens mitverfolgt werden.

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